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Schule der Zukunft
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In einem Interview klärt Berufsschullehrer und Lehrkräftefortbilder Dr. Jens Soemers darüber auf, wie zukunftsorientierter Unterricht aussehen kann.

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Stop-Motion-Filmabenteuer gestalten

Aufnahme eines Handys, mit dem ein Stop-Motion-Film erstellt wird
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In dieser Unterrichtsreihe zum Thema Stop-Motion-Filme arbeiten die Lernenden in Animations-Filmteams und erwecken ihre eigenen Zeichnungen zum Leben.

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Überfischung und Verschmutzung stoppen

Fischerboot wirft Netze aus
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In dieser Unterrichtseinheit zum UN-Nachhaltigkeitsziel 14 "Ozeane, Meere und Meeresressourcen nachhaltig erhalten und nutzen" erkunden die Lernenden eigenständig die Bedrohungen der Weltmeere und…

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Die Wanze: Produktive Lektüre eines Insektenkrimis

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit sollen die Schülerinnen und Schüler der frühen Sekundarstufe I auf verschiedenen Ebenen Zugang zu einem fantastischen Jugendbuch und zu der Geschichte aus dem Reich der Insekten finden. Die methodische Vielfalt bei der Erarbeitung des Insektenkrimis stellt die Lernenden durch den Einsatz unterschiedlicher Medien sowohl vor kognitive und affektive als auch vor kreative Herausforderungen. Eventuell ergibt sich die Möglichkeit des fächerübergreifenden Arbeitens mit den Fächern Biologie und Kunst. "Kreatives Lesen" Zahlreiche gestaltende Schreibaufgaben begleiten in dieser Unterrichtseinheit den Lektüreprozess. Nach der Textrezeption erfolgt eine weitere produktive Auseinandersetzung mit dem Text durch plastisches Gestalten. Die geformten szenischen Modelle sollen abschließend fotografiert und digital bearbeitet werden. Eventuell: Sachtexte ergänzend einsetzen Da der Protagonist ein Insekt ist und mit einer Vielzahl anderer Insekten in Kontakt tritt, deren Verhalten zum Teil recht genau beschrieben wird, bietet es sich an, über die Rezeption von Sachtexten einige biologische Kenntnisse zu vermitteln. Das Buch - Inhalt und Einordnung Anhand einer Detektivgeschichte aus dem Garten schärfen die Lernenden ihren Blick für Individualismus und Solidarität. Ablauf der Unterrichtseinheit Für die drei zentralen Phasen der unterrichtlichen Bearbeitung der Lektüre werden Arbeitsblätter angeboten. Fächerübergreifender Ansatz mit dem Kunstunterricht Handelnd kreativ werden die Schülerinnen und Schüler beim Nachbauen zentraler Szenen. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Ganzschrift lesen und deren inhaltliche Besonderheiten erfassen. kreativ-gestalterische Zugänge, unter anderem mit dem Computer, erproben und die Wirkung der unterschiedlichen Gestaltungsweisen bewerten. im Internet Informationen zum Sachgebiet Insekten recherchieren. Arbeitsergebnisse präsentieren. fachübergreifendes Arbeiten einüben. Thema Produktive Lektüre eines Insektenkrimis Autorin Dr. Ina Brendel-Perpina Fach Deutsch Zielgruppe Klasse 5 bis 7 Referenzniveau DaF Referenzniveau B - Selbstständige Sprachverwendung Zeitraum etwa 3 Wochen auch möglich: fächerübergreifende Projektarbeit Technische Voraussetzungen Internetzugang, Microsoft Paint oder andere Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung Buchausgabe Paul Shipton: Die Wanze. Ein Insektenkrimi. Aus dem Englischen von Andreas Steinhöfel. Frankfurt/M. 1997. ISBN 3596802385 Der verschwundene Ohrwurm Detektiv Wanze Muldoon, ein Käfer aus dem Garten und gleichzeitig der Ich-Erzähler des Romans, soll den Fall eines verschwundenen Ohrwurms lösen. Dabei kommt er einer geheimen Verschwörung zwischen einzelnen Ameisen aus dem Ameisennest und den Wespen auf die Spur. Muldoon ahnt, dass die als Individualisten denunzierten Ameisen nur ein Vorwand sind, um ihn in die Irre zu führen. Ziel der Verschwörung ist der Sturz der Ameisenkönigin; zusammen mit dem Wespenstock soll eine neue Herrschaft über den Garten errichtet werden. Das Ermittlerteam klärt auf Nur mithilfe zahlreicher anderer Krabbler wie der zuckersüchtigen Stubenfliege Jake oder der rasenden Reporterin Wilma kann Detektiv Muldoon den unzähligen Gefahren, die seine Ermittlungen begleiten, trotzen und sich schließlich dem Kampf im Ameisenhaufen stellen, um die eigentliche Königin zu schützen. Der Friede im Garten wird somit am Ende wieder hergestellt. Altersgemäße Sprache Die Altersangabe ab acht Jahren entspricht dem tatsächlichen Anspruch dieses Buches nur bedingt, empfehlenswert erscheint das Buch durchaus noch für Zehn- bis Zwölfjährige. Die insgesamt spannende Handlung (ein Insektenkrimi!) und der flotte, etwas schnoddrige Ton, mit dem Wanze Muldoon ihre Erlebnisse erzählt, tragen zur leichten Lesbarkeit bei. Lesen ist nicht nur Mädchensache Mit seinem Inhalt kann das Buch auch den Leseinteressen von Jungen entgegenkommen und zum Lesen anregen. Da aber nur einzelne Stellen einen wirklich dramatischen Verlauf nehmen, besticht das Buch vor allem durch die ironische Selbstdarstellung des Protagonisten und durch dessen gewitztes Vorgehen als Detektiv. Gerade die Perspektive aus der Sicht eines Insekts wirkt verfremdend und hinterlässt einen umso nachhaltigeren Leseeindruck. Komplexität einfach vermittelt Die Lesenden lernen die ihnen eigentlich vertraute Welt eines Gartens als ausschließlichen Handlungsort einer Detektivgeschichte kennen, was zu einem völlig neuen Blickwinkel und aufgrund der Pointiertheit der Darstellung vielfach auch zu komischer Wirkung führt. Daneben werden Themen wie Individualismus und Solidarität (bezogen auf die Tierwelt) aufgegriffen, deren Verständnis und Reflexion eine gewisse Fähigkeit zur Abstraktion bei den Schülerinnen und Schülern voraussetzen. Internetrecherche Zum Thema Insekten soll nach der Bestandsaufnahme des Vorwissens der Schülerinnen und Schüler eine durch vorgegebene Internetadressen zielgerichtete Recherche durchgeführt werden (Arbeitsblatt 1). Präsentation Die Recherche sollte als Gruppenarbeit mit sechs Gruppen stattfinden, wobei jede Gruppe sich mit einem Insekt näher befasst und so verschiedene Expertengruppen entstehen. Die allgemeinen Merkmale müssen alle Lernenden bearbeiten. Die Informationen und ausgewerteten Inhalte werden anschließend im Schülervortrag präsentiert. Erzählkerne und Fantasiegeschichte Obwohl die Schülerinnen und Schüler grundsätzlich an der Auswahl der Lektüre beteiligt sein sollten und ihnen damit der Inhalt des Buches bereits knapp bekannt ist, sollte die Phase der Antizipation vor der eigentlichen Textlektüre erfolgen, um durch das Vorausgestalten eine gespannte Erwartungshaltung und damit eine höhere Lesemotivation zu schaffen. Dies geschieht durch geeignete Erzählkerne (Arbeitsblatt 2). Vorausgesetzt werden muss an dieser Stelle die Kenntnis der Erzählform Fantasiegeschichte. Suchanzeige und Tagebuch Wenn die Lektüre zu Hause erfolgen soll, müssen die Schülerinnen und Schüler dafür mindestens zwei Wochen Zeit bekommen. Didaktisch sinnvoller ist eine begleitende Lektüre in Abschnitten (Kapitel 1-2, 3-5, 6-9, 10-13,14-17, 18-20), da die Arbeitsaufträge zur Textproduktion direkt an das Gelesene anknüpfen (Arbeitsblatt 3). Perspektiven und Textsorten Die eigenen Textproduktionen sollen eine Auseinandersetzung mit dem Lektüretext bewirken, sowohl als Identifikation als auch als Ablösung. Dazu müssen die Schülerinnen und Schüler einzelne Szenen oder Figuren ausgestalten, Alternativen entwerfen und den unterschiedlichen Situations- und Adressatenbezug verschiedener Schreibformen beachten. Szenen im Schuhkarton Die Schülerinnen und Schüler sammeln Szenen aus dem Buch, die ein besonderes Spannungsmoment enthalten und sich visuell gut darstellen lassen. In Anlehnung an das Konzept "Museum im Schuhkarton" gestalten die Kleingruppen Szenenmodelle. Die ausgewählten Szenen werden in verschiedenen Schuhkartons nachgebaut. Aufgrund der Gartenthematik sollen neben Knetmasse (oder auch andere plastische Mittel) für die Insekten vor allem Naturmaterialien für die Kulisse eingesetzt werden. Digitale Fotos der Schuhkarton-Szenen In einem zweiten Schritt soll der Schuhkarton nun fotografiert werden. Durch eine Bildbearbeitung mit einem einfachen Grafikprogramm lässt sich ein neues Titelbild des Buches gestalten. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten gemeinsam das Foto des Kartons ihrer Gruppe, liefern aber dann eigenständige Titelbilder. Beispielarbeit Schauen Sie sich diese exemplarische Schülerarbeit doch einmal genauer an - das Bild wird auf Mausklick vergrößert dargestellt. Zielgerichtete Kreativität Bei dieser Bildbearbeitung experimentieren die Lernenden mit der Kombination aus Schrift und Bild, schreiben, zeichnen oder malen in das Bild, verfremden und überprüfen gemeinsam die entstandene Wirkung und vergleichen diese mit dem vorgegebenen Titelbild des Fischer Taschenbuchverlags (Arbeitsblatt 4). Rückbezug zum Deutschunterricht Die digitalen Fotografien können zusammen mit den in der Phase der Textproduktion erstellten Texten auf einer Website publiziert werden. Verbreitung der Ergebnisse Die digitalen Bilder stellen Ergebnisse der Lektürearbeit dar und sollten über den Klassenverband hinaus eine größere Öffentlichkeit erlangen. Auf den Homepages vieler Schulen findet sich Platz für eine solche Präsentation. PowerPoint-Präsentation oder Ausstellung Vorstellbar ist auch, aus allen Bildern und einigen kurzen Texten oder Titeln eine animierte PowerPoint-Präsentation zu erstellen, welche zu Elternabenden, zum Schulfest oder zu ähnlichen Anlässen vorgeführt werden kann. Die Szenenmodelle im Schuhkarton könnten für eine Ausstellung ihren Platz in der Schulbibliothek finden.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Kunst / Kultur
  • Sekundarstufe I

Software für den Fremdsprachenunterricht - Auswahlkriterien und Checkliste

Fachartikel

Gute Lernsoftware für den Fremdsprachenunterricht knüpft mit ihren Inhalten und Nutzungsmöglichkeiten an die Vorerfahrungen und Kompetenzen der Lernenden an und zielt auf die Erweiterung ihrer sprachlichen Handlungskompetenz. Doch wie kann man das schnell erkennen? Wir suchen alle ständig nach der idealen Lernsoftware für den Unterricht, und manche Angebote sind durchaus mit Mehrwert im Fremdsprachen-Unterricht einsetzbar. Zuweilen finden wir jedoch Lernsoftware, die neueren fachdidaktischen Ansprüchen nicht gerecht wird. Manchmal handelt es sich um rein medienbetonte Präsentationen des Lernstoffes ohne fachdidaktische Reflexion - in anderen Fällen treffen wir auf Lernsoftware, die eingescannten Übungsblättern aus dem Lehrwerk ähnelt, ohne das Potential zu nutzen, das uns dieses Medium eigentlich bietet. Bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Zwänge der Verlage (der Markt für Lernsoftware für den Spanisch- und Französisch-Unterricht ist zwar gewachsen, aber natürlich nicht annähernd so groß wie der für den Englisch-Unterricht) müssen wir dennoch didaktisch sinnvolle und gut gemachte Lernsoftware einfordern. Was aber macht eine gute Lernsoftware aus? Welchen Kriterien muss sie genügen, um eine wirkliche Bereicherung für den Fremdsprachenunterricht darzustellen? Dieser Artikel gibt Lehrkräften Antworten in Form einer hilfreichen Checkliste. Was macht gute Lernsoftware aus? Gute Lernsoftware für den Fremdsprachenunterricht knüpft mit ihren Inhalten und Nutzungsmöglichkeiten an die Vorerfahrungen und Kompetenzen der Lernenden an und zielt auf die Erweiterung ihrer sprachlichen Handlungskompetenz. Die Arbeit mit dem Medium erlaubt den Schülerinnen und Schülern Entscheidungen, die die Lernarbeit inhaltlich, methodisch und in Bezug auf das Ergebnis variieren. Die Arbeit mit dem Medium unterstützt unmittelbare Erfahrungen, bereitet diese vor, intensiviert sie oder macht Unzugängliches über das Medium zugänglich. Die Arbeit mit der Lernsoftware unterstützt die Lernenden bei der Konstruktion und Vernetzung eigenen sprachlichen Wissens. Bei der Arbeit mit dem Programm stehen Inhalte des Fremdsprachenunterrichts und die Auseinandersetzung mit ihnen im Vordergrund, nicht das Medium selbst. Die präsentierten Inhalte sind exemplarisch und relevant für die außerschulische Realität der Schülerinnen und Schüler. Wie erkenne ich geeignete Software für den Fremdsprachenunterricht? Ein erster Blick kann viel sagen - aber auch viel verschweigen. Daher ist es immer nötig, eventuell anzuschaffende Software auf digitales Herz und virtuelle Nieren zu prüfen. Eine Checkliste, die Sie sich neben den Computer legen können, wenn Sie sich Software anschauen. Allgemeine Aspekte Bei der Auswahl geeigneter Software für den Unterricht sollten folgende allgemeine Aspekte berücksichtigt werden: Ist die Software einfach zu installieren? Ist die grafische Darstellung übersichtlich (Bildschirm, Bedienung und so weiter)? Ist die Grafik ansprechend? Existiert eine gute Hilfefunktion (kontextbezogene, einfach zu bedienende und möglichst knappe Hilfe)? Werden Lösungshilfen angeboten (auf den individuellen Lernweg abgestimmt)? Ist die Software interaktiv (beziehungsweise reaktiv)? Gibt das Programm Feedback (sinnvolles Fehlerfeedback, möglichst auf die individuellen Eingaben abgestimmt)? Variieren die Lösungswege (Selbststeuerung des Lernprozesses)? Ist der Lernstoff altersgemäß aufbereitet? Inhaltliche Aspekte Darüber hinaus sollte man sich einen Überblick über die Inhalte verschaffen: Sind die Themen und Inhalte für den Sprach-Unterricht wirklich relevant? Sind die Themen didaktisch sinnvoll aufbereitet? Sind die Inhalte und ihre Darstellung sachlich richtig? Werden durch Verknüpfungen sinnvolle Zusammenhänge hergestellt? Sind die Inhalte klar strukturiert? Werden die Grundkompetenzen (Sprechen, Hören, Schreiben, Lesen) gefördert? Didaktisch-methodische Aspekte Außerdem sollten folgende didaktisch-methodische Aspekte berücksichtigt werden: Entsprechen die Lernwege fachdidaktischen Forderungen (entdeckendes Lernen, selbstgesteuertes Lernen, problemorientiertes Lernen)? Werden Lernstrategien veranschaulicht und vermittelt? Werden Strategien der Informationssuche und -gewinnung geübt? Gibt es ausreichend offene Übungsformen und Variation der Übungstypen? Sind Lernziele erkennbar beziehungsweise explizit formuliert? Gibt die Software Rückmeldungen zum individuellen Lernniveau? Sind die Fehler-Rückmeldungen differenziert genug? Multimediale Eigenschaften der Software Über folgende multimediale Funktionen sollte die Software verfügen: Werden unterschiedliche Symbol-Systeme verwendet (Text, Bild, Ton, Sprache)? Spricht das Programm unterschiedliche Wahrnehmungskanäle an? Gibt es Werkzeuge für die Weiterarbeit (E-Mail, Druckfunktion, Übungsgenerator und so weiter)? Verfügt das Programm über gut dosierte Motivationselemente (visuelle und akustische Reize, Animationen, Ankündigungen, Aufgaben, spielerische Komponenten)? Werden die multimedialen und spielerischen Elemente sinnvoll in den Lernprozess integriert oder wirken sie eher als Beigabe oder überlagern sie sogar die inhaltlichen Lernziele?

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Informationstechnik / Pädagogik / Englisch / Französisch / Latein / Spanisch / DaF / DaZ

Ludwig XIV - der Sonnenkönig

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zu Ludwig XIV. erforschen die Schülerinnen und Schüler durch eine Internetrecherche die Möglichkeit, die Person, das Umfeld und die Politik des Sonnenkönigs, der in Frankreich im 17. Jahrhundert als absoluter Monarch regiert hat.Anhand von drei unterschiedlichen Quellen (Gemälde, Schloss, Zitat) sollen in dieser Sequenz die Selbstdarstellung und das Selbstverständnis des absoluten Monarchen analysiert und mit der Selbstdarstellung der heutigen Prinzen von Wales verglichen werden. Außerdem nähert sich die Klasse der Theorie des Absolutismus an. Anhand vorgegebener Internetseiten werden auch die Entmachtung des Adels sowie das Leben bei Hofe untersucht. Je nach den Sprachkenntnissen der Klasse ist die Erarbeitung des Themas fächerverbindend mit dem Fach Französisch möglich.Der Einsatz der neuen Medien bringt methodische Abwechselung in den Alltag des Geschichtsunterrichts. Aufgrund der hohen Affinität der meisten Jugendlichen für die neuen Medien gelingt es, auch absolute Geschichtsmuffel zu motivieren. Viele Schülerinnen und Schüler haben Probleme. sich auf lange Schulbuchtexte ausreichend zu konzentrieren. Die vorgeschlagenen Seiten im Internet bieten für sie kurze, knappe Grundinformationen in einer nachvollziehbar gegliederten Form. Weitere Vorteile der Online-Arbeit: Die Anschaulichkeit beim virtuellen Besuch von Versailles bietet kein Printmedium, und benötigte Zusatzinformationen sind sofort abrufbar. Sogar der Gegenwartsbezug ist gegeben, denn heutzutage nutzen Monarchen das Internet zur Selbstdarstellung, und auch touristische Anziehungspunkte wie das Schloss von Versailles haben einen Internetauftritt. Zur Erarbeitung im Unterricht Die Arbeitsformen und fächerverbindenden Möglichkeiten der Unterrichtseinheit "Ludwig XIV - der Sonnenkönig" werden hier vorgestellt. Die Aufgaben der Sequenz Hier finden Sie Informationen zu den einzelnen Aufgabenbereichen der Unterrichtseinheit "Ludwig XIV - der Sonnenkönig". Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Selbstdarstellung der heutigen Prinzen von Wales. untersuchen vergleichend die Selbstdarstellung Ludwigs XIV. beschreiben ausgewählte Räume des Schlosses von Versailles mittels Panoramafotos und erkennen die Bedeutung des Schlosses als Machtmittelpunkt. holen mithilfe vorgegebener Links Informationen über Schloss und Bau ein und erschließen die Absichten des "Bauherrn" Ludwig XIV. arbeiten den Vergleich des Königs mit der Sonne heraus. definieren die Herrschaft Ludwigs XIV. (und vergleichen eventuell mit der des Prinzen von Wales). Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler trainieren den Umgang mit dem Internet als Informationsmedium. lesen die gefundenen Informationen, sammeln zusammenfassend und werten die Informationen aus. reflektieren kritisch, welche Vor- und Nachteile die Selbstdarstellung eines Herrschers in einem Gemälde und in einem Medium wie dem Internet hat. Gezielte Recherche zu zweit Die Schülerinnen und Schüler sollten im Unterricht je nach Anzahl der Rechner in Partnerarbeit oder, wenn nötig, zu dritt arbeiten. Grundsätzlich ist die Form der gelenkten Recherche zu diesem Thema der freien Recherche vorzuziehen, da viele der möglichen Fundseiten für die Sekundarstufe I zu textlastig und schwierig sind. Die Arbeitsblätter können in ausgedruckter Form ausgehändigt oder als Datei direkt am Computer zur Verfügung gestellt werden. In diesem Fall könnte die Klasse sie mit dem PC bearbeiten und ihre Ergebnisse ausdrucken. Fächerverbindend arbeiten: Geschichte und Französisch Je nach den Fremdsprachenkenntnissen der Klasse ist auch eine fächerverbindende Erarbeitung des Themas im Geschichts- und Französischunterricht möglich. Im Rahmen der Landeskunde bietet sich - besonders an Gymnasien und im bilingualen Unterricht - parallel zum Geschichtsunterricht die Erarbeitung des Besuchs von Versailles und die Bedeutung des Absolutismus im Fach Französisch an. Zu diesen Bereichen gibt es ein französisches Arbeitsblatt, das sich ausschließlich auf französischsprachige Quellen bezieht. Die Aufgabenstellung ist der Quellenlage angepasst, wird also nicht eins zu eins vom Geschichts-Arbeitsblatt übertragen. Separate Aufgaben zu Versailles und Absolutismus Zu Versailles und der Zeit des Absolutismus gibt es ein französisches Arbeitsblatt, das sich ausschließlich auf französischsprachige Quellen bezieht. Die Aufgabenstellung ist der Quellenlage angepasst, also speziell auf die französischsprachigen Internetadressen zugeschnitten. Französischunterricht im 3. oder 4. Lernjahr Falls dieser landeskundliche Bereich allein im Französischunterricht bearbeitet werden sollte, finden Sie weitere Internetressourcen in französischer Sprache auf der Hauptseite dieser Unterrichtssequenz. Vorausgesetzt werden sollten je nach Schulform Französischkenntnisse im dritten oder vierten Lernjahr. Gegenwartsbezug Als Einstieg bietet es sich an, durch den Besuch der Homepage des britischen Thronfolgers Prinz Charles als Prince of Wales einen Gegenwartsbezug herzustellen. Gerade die Andersartigkeit der Selbstdarstellung des englischen Thronfolgers (lächelnd, freundlich, volksnah, modern, wie du und ich ...) im Vergleich zu Ludwig XIV. wird die Schülerinnen und Schüler für die folgende Analyse des Porträts von Ludwig XIV. sensibilisieren. Alternativ können die Lernenden selber einen heutigen Monarchen wählen und dessen Homepage im Internet suchen. Die Eindrücke und Ergebnisse können mündlich ausgetauscht werden. Bilder als Informationsquelle Im Anschluss erhalten die Schülerinnen und Schüler Arbeitsblatt 1 mit der gelenkten Recherche zur Person Ludwigs XIV. Im Mittelpunkt steht das Gemälde von Hyacinthe Rigaud, das auch in vielen Geschichtsbüchern abgebildet wird. Die Schülerinnen und Schüler rufen das Gemälde online auf und tragen die Ergebnisse ihrer Analyse in das Arbeitsblatt ein. Versailles: Symbol des Absolutismus Anschließend stattet die Klasse dem Schloss von Versailles einen virtuellen Besuch ab, macht sich ein Bild von der Raumgestaltung und reflektiert den Nutzen des Schlossausbaus für den Monarchen. Die Gruppen holen Informationen über das Schloss und seinen Bau ein, was alternativ auch in Form der freien Recherche geschehen kann. Bei einem arbeitsteiligen Vorgehen können die Schülerinnen und Schüler dann tatsächlich eine Schlossführung vorbreiten. Für die Präsentation sollte ein Beamer zur Verfügung stehen. Selbstbetrachtung eines Monarchen: das Sonnensymbol Es empfiehlt sich, das Arbeitsblatt 2 in zwei Teile zu zerschneiden - als Datei oder auf dem Papier. Haben die Schülerinnen und Schüler die Aufgaben 1 und 2 erarbeitet, kann Aufgabe 3 ausgegeben werden. Das hat den Vorteil, dass alle ihrem individuellen Tempo entsprechend weiterarbeiten können. Alternativ ist auch ein arbeitsteiliges Vorgehen mit anschließender Ergebnispräsentation möglich. Bei arbeitsteiligem Vorgehen können noch weitere Aufgaben zu der Seite gestellt werden. Sicherung mit Lückentext Die Abschlussaufgabe 3 (Arbeitsblatt 2) folgt dem Prinzip eines Lückentextes. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen so eine einfache Definition des Absolutismus. Auf Grundlage der durchgeführten Recherchen können - je nach Leistungsstand der Klasse - auch eigene Definitionen formuliert oder zur Ergänzung weitere Definitionen im Internet gesucht werden. Kreative Vertiefungsmöglichkeiten Abschließend kann der Vergleich zu den heutigen Prinzen von Wales nochmals gezogen und die Frage nach der Wirkung und Verbreitung der verwendeten Medien gestellt werden. Zur Vertiefung (eventuell als Hausaufgabe) kann eine handlungsorientierte Aufgabe gestellt werden, indem zum Beispiel aus der Perspektive eines Adligen bei Hofe oder eines Untertanen über den König berichtet oder eine Zeitungsseite über ihn gestaltet werden soll.

  • Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I

Le café pédagogique

Fachartikel

Dieser Artikel stellt die Internet-Plattform "Le café pédagogique" und ihre Verwendungsmöglichkeiten für den Französisch-Unterricht vor. Le café pédagogique ist eines der bekanntesten Portale für französische Lehrende; es trägt den Untertitel "Toute l'actualité pédagogique sur Internet". "Le café" ist eine Internet-Plattform für nahezu alles, was mit neuen Medien und Schule zu tun hat. Die Initiatoren haben es sich zum Ziel gesetzt, methodische Innovationen und den Einsatz der neuen Technologien im Unterricht zu fördern und über Möglichkeiten der Arbeit mit Internet und diversen logiciels sowie konkrete Realisierungen und Unterrichtseinheiten ebenso wie über den allgemeinen Stand der Diskussion zum Thema ITC (französisch: TICE) zu berichten. Insofern ist das Portal mit dem Angebot von Lehrer-Online vergleichbar. Von Lehrenden für Lehrende Die Redaktion besteht aus Praktikerinnen und Praktikern, in der Mehrzahl Lehrerinnen und Lehrer, die sich auf diversen Gebieten der neuen Medien spezialisiert haben. "Le café" versteht sich als "bien vivant, horizontal, entre les enseignants". Es ist ein Forum, das die innovative Arbeit einzelner Kolleginnen und Kollegen, Schulen, Projekte bekannt macht und Artikel eigener und anderer Autorinnen und Autoren veröffentlicht. Es gibt Fachredaktionen entsprechend dem schulischen Fächerkanon und zu verschiedenen allgemeinen Themenbreichen. Das Café und sein Inhalt Auf dieser Seite haben wir einen Überblick über die Inhalte des "Café pédagogique" für Sie zusammengestellt. Café bestellen Wie wünschen Sie sich Ihren Pausenkaffee? Frisch gebrüht sollte er wohl sein, anregend und belebend, echte Koffeinomanen brauchen ihn regelmäßig. Und frankophile Französisch-Lehrkräfte bevorzugen ihn in Form eines schnellen, schwarzen Espresso. Express eben. Da ist "Le café pédagogique" genau das Richtige. Der Online-Espresso wird Ihnen regelmäßig serviert und entspricht genau den obengenannten Bedürfnissen. Groß oder klein? Wie beim richtigen Kaffee gibt es eine große, längere Ausgabe ("le café bimensuel"), der 14-täglich erscheint und wie ein Newsletter abonniert werden kann, und einen kurzen, schnellen Espresso, der täglich aktuell ist. Außerdem gibt es monatliche Dossiers zum Download, jeweils eine ganze Kanne Kaffee, um bei der Metapher zu bleiben. Wie erhält man den virtuellen Café? Für den Newsletter melden Sie sich ganz unten auf der Startseite an. Hier suchen Sie sich aus, welche Teilbereiche Ihr persönlicher Newsletter abdecken soll, und geben Ihre Mailadresse an. Ihre französischen Kolleginnen und Kollegen können sich die Neuigkeiten sogar aufs Handy schicken lassen. Fazit Meine Empfehlung: Diesen Café sollten Sie sich unbedingt bestellen, Sie werden nicht mehr darauf verzichten wollen.

  • Pädagogik / Französisch

Anouilh: Antigone

Unterrichtseinheit

Jean Anouilh, ein Dichter der Moderne, hat die antike Tragödie des Sophokles neu gestaltet. Es bietet sich daher an, in einem Vergleich der beiden Versionen desselben Stoffes die jeweils typischen Merkmale der Epoche herauszuarbeiten. Die Einheit geht davon aus, dass das Drama Sophokles: Antigone bereits im Unterricht behandelt wurde. Inhaltliche Überschneidungen wurden nach Möglichkeit vermieden, lassen sich manchmal jedoch nicht umgehen. Wenn mit Anouilhs Version ohne vorherige Behandlung des sophokleischen Textes gearbeitet wird, kann auf Teile der Unterrichtseinheit zu jener Version zurückgegriffen werden. Der Dramenfassung Anouilhs lassen sich noch viele weitere Aspekte abgewinnen. Die vorliegende Unterrichtseinheit strebt jedoch keine vollständige Behandlung an, sondern gibt Anregungen, mit deren Hilfe zu weiteren Untersuchungen und unterrichtlichen Bearbeitungen übergeleitet werden kann. Neben dem inhaltlichen Ziel, dass die Lernenden Stoff und dramatischen Aufbau des Werkes kennen und analysieren lernen, verfolgt diese Unterrichtseinheit auch Ziele aus dem Bereich der Medienkompetenz. So werden die Schülerinnen und Schüler hier dazu angeleitet, in Dateien am PC mit einem Textverarbeitungsprogramm zu arbeiten. Zudem sollen sie zu den Themen der Kurzvorträge im Internet nach Informationen suchen und die Vorträge gegebenenfalls auch multimedial aufbereiten. Ablauf der Unterrichtseinheit Für jede Phase der Unterrichtsreihe zu Anouilhs Antigone finden Sie hier eine Unterseite mit dem jeweiligen Unterrichtsmaterial zum Herunterladen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Ursprung und Wiederaufgreifen des Tragödienstoffs kennen lernen. durch Gegenwartsbezüge ein tieferes Verständnis des Inhalts erlangen. Kurzvorträge zu Teilthemen und -aspekten mithilfe von Computer und Internet vorbereiten und halten. in einer Datei Aufgaben mithilfe eines Textverarbeitungsprogramms bearbeiten. Personen und mythische Voraussetzungen Das Vorwissen wird aktiviert, bevor die Schülerinnen und Schüler im Netz nach Hintergründen recherchieren. Antigone und Amme In dieser Stunde arbeiten die Lernenden sehr stark am Text und erfahren Näheres über die Aufgaben der Amme. Analyse der Gespräche (Seiten 18 bis 30) Anhand des dramatischen Textes und eines Schaubilds erschließen sich die Lernenden den Aufbau eines Dramas. Analyse des Konflikts (Seiten 34 bis 52) Die Schülerinnen und Schüler werden mithilfe eines Arbeitsblatts und eines Textes aus dem Internet für die juristische Dimension des Konflikts sensibilisiert. Elemente des Dramatischen In dieser Stunde sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit einigen Besonderheiten dramatischer Texte auseinander setzen. Tragik Nach der Klärung einschlägiger Begrifflichkeiten erarbeiten die Schülerinnen und Schüler die Katastrophe anhand einer Aufgabendatei. Antigone - eine moderne Heldin? In dieser Stunde definieren die Lernenden den Begriff "Held" mithilfe eines Brainstormings, durch eine bildliche Darstellung und anhand des Textes. Jean Anouilh und weitere Bearbeitungen Die Unterrichtsreihe wird durch Kurzvorträge der Schülerinnen und Schüler abgeschlossen. Anouils Dramenstoff lebt von einer mythologischen Geschichte, die seit 2.500 Jahren die Menschen fasziniert. Um den dramatischen Konflikt verstehen zu können, ist es notwendig, die beteiligten Personen und ihre Geschichte zu kennen. Daran kann sich die Frage anschließen, ob und, wenn ja, warum der antike Mythos bis heute nichts von seiner Aussagekraft eingebüßt hat. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Personen des Dramas Zu Beginn der Stunde sind die Seiten 7 bis 9 zu lesen, in denen der Sprecher einen Prolog vorträgt. Die Funktionen der wichtigsten Personen des Dramas werden anschließend in einer Tabelle erfasst (Arbeitsblatt beziehungsweise Arbeitsdatei 1). Mythos von Ödipus In einem gelenkten Unterrichtsgespräch wird das Vorwissen über König Ödipus erfragt. Daran anschließend soll der Mythos von Ödipus im Internet recherchiert und zu einem tabellarischen Lebenslauf des Ödipus umgestaltet werden. Hausaufgabe: Labdakidensage Als Hausaufgabe soll der Stoff der sogenannten Labdakidensage gelesen werden. In der ersten Szene (Seiten 9 bis 13) wird im Gespräch zwischen Antigone und der Amme die tragische Spannung aufgebaut. Diese Szene übernimmt die Aufgabe der Exposition. Allerdings wird hier Spannung in zweifacher Hinsicht erzeugt. Die Amme versteht Antigone nicht. Sie glaubt, ihr Geliebter, den sie nachts besucht, sei ein Liebhaber, ohne an ihren geliebten Bruder zu denken. Der Zuschauer, der eine andere Perspektive als die Amme hat, ahnt, dass Antigones Problem viel tiefer geht. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Einstieg über Bild... Zunächst ist zu klären, welche Funktion der heute seltene Beruf der Amme hatte. Dazu könnte auf der Seite der Staatlichen Museen zu Berlin das Gemälde "Die Amme" von Frans Hals betrachtet werden. ...Text... In dem kurzen erklärenden Text wird die gesellschaftliche Beziehung zwischen Kind und Amme erhellt: "Gegen 1620 malte er [Frans Hals] die ungefähr zweijährige und aus einer Juristenfamilie stammende Catharina. Ihr Geltungsanspruch wird durch die aufwendig mit Spitzen besetzte Brokatkleidung unterstrichen, die in starkem Kontrast zu der bescheidenen Aufmachung der Amme steht." Die Aufgaben der Amme Hier wird deutlich, dass die Amme nach der ursprünglichen Aufgabe, das Kind zu stillen, als Erzieherin und Aufsichtsperson dafür verantwortlich ist, Gefahren von dem ihr anvertrauten Kind abzuwenden. Es gehört zum Klischee der Amme, dass diese teils von der Verantwortung überfordert ist, teils schuldhaft ihre Pflicht vergisst. In späteren Jahren wird die Amme zur Vertrauten, die, obwohl sozial untergeordnet, ihrem Schützling Dinge vorhalten darf, von denen andere Bediente schweigen müssen. So auch die Amme in Anouilhs Antigone. Nun sollen die Schülerinnen und Schüler das vorbereitete Arbeitsblatt beziehungsweise die Arbeitsdatei 2 bearbeiten. Die Kenntnis der Lektüre wird dabei vorausgesetzt. In der Szene auf den Seiten 18 bis 24 spricht Antigone nacheinander mit drei verschiedenen Partnern. Dabei erfährt sie, dass sie nicht ernst genommen, missverstanden und allein gelassen wird. Während diese Szene noch zur Beschreibung der Ausgangslage gehört, steigt die Handlung in der darauffolgenden Szene an: Der Wächter berichtet Kreon von der Übertretung seines Gebots. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Die Spannungskurven dieser beiden Szenen werden in einem Diagramm verglichen. Dabei sollen die unterschiedlichen Gefühle der Personen als handlungstreibende Elemente eingetragen werden (Arbeitsblatt beziehungsweise Arbeitsdatei 3). Spannungskurve Da das moderne Drama keine Aufteilung in Akte mit bestimmter Funktion im Handlungsgefüge aufweist, kann diskutiert werden, ob die beiden Szenen in einem traditionellen Drama den Übergang vom 1. zum 2. Akt markieren würden. Als Diskussionsanregung kann die Abbildung des Aufbaus eines klassischen Dramas dienen. Grosse-Literatur.de: Dramenaufbau Eine ähnliche Skizze liefert diese Website. In der Szene auf den Seiten 34 bis 52 gewinnt der Konflikt Gestalt. In der Argumentation zwischen Antigone und Kreon geht es um verschiedene Rechtsauffassungen, die jeweils von unterschiedlichen Werten getragen werden: Religion, Familie, Staat, Macht. Schließlich kann Antigone als frühe Vertreterin dessen bezeichnet werden, was man heute mit Frauenrechtlerin oder Feministin meint. Dabei geht es nicht um Rechte für Frauen, sondern um das Recht der Frau, ihre Sicht der Dinge zu vertreten und gegen alle widrigen Umstände zu behaupten. Mit der amerikanischen Rhetorikerin und Feministin Judith Butler wird die Frage nach dem sittlichen Recht im Drama neu formuliert. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Inhalt der Szene Zunächst wird der Inhalt der Szene Seiten 34 bis 52 mithilfe der Tabelle auf dem Arbeitsblatt beziehungsweise in der Datei des Arbeitsblatts 4 gesichert. Neben dem auftretenden Chor gehören Mitspieler, Boten, Sprecher und nicht zuletzt die Zuschauer zum Schauspiel. Ihre Funktion soll mit wechselnden Aufgaben an Hand kurzer Texte beleuchtet und diskutiert werden. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Methodisch ist dabei so vorzugehen, dass die Schülerinnen und Schüler zunächst eine Aufgabe auf dem Arbeitsblatt oder in der Datei bearbeiten, dann werden Lösungsvorschläge diskutiert. Auf diese Weise werden auch zurückhaltende Schülerinnen und Schüler ins Gespräch einbezogen. Das Verständnis fördern über eine szenische Interpretation Da ein Drama nicht allein aus dem Lesetext besteht, bietet es sich an, bestimmte Szenen nachzustellen. Dabei kann es nicht darum gehen, unnötigen Naturalismus oder dramaturgische Perfektion anzustreben, vielmehr soll verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler durch Körperhaltung, Mimik, Gestik und sparsam, aber kreativ verwendete Requisiten Ausdruck verliehen werden. Im antiken Drama entsprang die Tragik oft einem unausweichlichen Schicksal, nicht selten von den Göttern verhängt. Aristoteles hat in seiner Poetik weitere Definitionen der Tragödie festgehalten. Auf ihn berufen sich Dramatiker lange Zeit und nehmen die antike Form der Tragik als Vorbild für ihre Werke bis in die Neuzeit. Geplanter Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Begriffsklärung Tragik und das Wesen der Tragödie können kaum an einem Unterrichtsbeispiel allein erschöpfend erläutert werden. Es bietet sich allerdings an, einige Begriffe im Zusammenhang mit Tragik von Schülerinnen und Schülern vorbereiten zu lassen, damit sie im Unterrichtsgespräch mit klaren Definitionen und Fachbegriffen arbeiten können. Solche Begriffe sind zum Beispiel: phobos eleos katharsis katastrophe Fallhöhe hamartia Wahrscheinlichkeit Fabel Einheit der Handlung Ergänzende Internetrecherche Definitionen und Beispiele zu diesen Begriffen lassen sich unter anderem mithilfe der folgenden Internet-Quelle finden. Wikipedia: Tragödie Im Anschluss an eine kurze Diskussion über den Begriff "Tragik" werden die Aufgaben auf dem Arbeitsblatt beziehungsweise in der Arbeitsdatei bearbeitet. Die Frage nach der Hauptfigur in der modernen Tragödie kann einen Einblick in das Wesen der modernen Dramatik liefern. Ziel ist dabei zu zeigen, dass die Hauptfigur eben kein "Held" im klassischen Sinne ist, sondern eher eine Figur mit tragischen Zügen. Daher ist der Begriff Held in der modernen Literatur eigentlich unangemessen. Besser wäre vom Protagonisten, der Haupt- oder Titelfigur zu sprechen. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Einstieg über ein Bild Zunächst ist abzuklären, welche Merkmale ein "klassischer" Held hat. Anhand einer motivierenden Abbildung, die auf Folie gedruckt und projiziert oder als Datei auf dem Bildschirm oder per Beamer betrachtet wird, werden typische Eigenschaften des "Helden" im Brainstorming gesammelt. Heldische Eigenschaften Solche Eigenschaften sind zum Beispiel: Ein Held ist furchtlos und tapfer. Ein Held verspürt keine Angst. Ein Held kämpft unter Umständen mit Gewalt für seine Ziele. Ein Held setzt sich selbstlos für andere ein. Ein Held ist Vorbild für andere. Ein Held vollbringt kühne Taten. Ein Held trägt ein außergewöhnliches Schicksal. Ein Held gibt niemals auf. Ein Held handelt kompromisslos. Ein Held verdient das Vertrauen der anderen. Ein Held trägt überwiegend männliche Züge. Textarbeit In einer Arbeitsphase werden Belege im Text für die gefundenen Merkmale gesucht und nachgewiesen. Dabei stellt sich heraus, dass Antigone das Bild des klassischen Helden variiert. Für einige Merkmale lassen sich keine Textbelege finden. Die Schülerinnen und Schüler bewerten dies als Einfluss der Moderne auf das Bild des "Helden": Sie ist eine Frau, die gewaltlos, aber unnachgiebig ihr mitmenschliches Ziel verfolgt, dem gefallenen Bruder die letzte Ehre zu geben. Heldenposen nachstellen Das Bild des Helden hängt nicht zuletzt mit der Haltung zusammen, die ein klassischer Held einnimmt. Ausgehend von der zu Beginn der Stunde gezeigten Grafik nehmen einzelne Schülerinnen und Schüler eine Heldenpose ein. Schülerinnen versuchen, demgegenüber eine der möglichen Körperhaltungen Antigones einzunehmen. Beispiele für die unterschiedlichen Haltungen werden im Bild (digitales Foto) festgehalten und diskutiert. Auf diese Weise kann aus dem Ansatz des szenischen Lernens heraus die Bedeutung des Helden im klassischen und modernen Drama noch besser verinnerlicht werden. Jean Anouilh ist nicht der einzige moderne Autor, der sich des antiken Sagenstoffes von Antigone angenommen hat. Bis in die jüngste Zeit hinein hat die Figur Antigones immer wieder Autoren angeregt, den Stoff neu darzustellen oder zu variieren. Am Ende einer Unterrichtseinheit zu Anouilhs Antigone soll daher ein Ausblick auf die anderen Bearbeitungen gewagt werden. Außerdem sind hier einige Informationen nachzutragen, die bisher nicht von Interesse waren. Geplanter Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten In Kleingruppen- oder Partnerarbeit werden zunächst Informationen über den behandelten Autor gesammelt und vorgetragen. Nach dem Vortrag über Jean Anouilh, der die Behandlung seiner Antigone-Version abschließt, soll der "Stammbaum" der Antigone-Bearbeitungen einen Überblick über die weiteren möglichen Kurzvorträge geben. Die Punkte 3 bis 8 lassen sich leicht mit Hilfe des Stammbaums, der als Grafik mittels Videobeamer projiziert wird, einordnen. Biographie 1. Zur Biographie Jean Anouilhs Stammbaum 2. Stammbaum mit Antigone-Bearbeitungen Kurze Werkvorstellungen 3. Friedrich Hölderlin: Antigonae. Übersetzung nach Sophokles (1797-1804) 4. Johann Baptist Mayrhofer: Antigone und Ödip. Lied (1817-21) 5. Bertolt Brecht: Antigone des Sophokles. (1947) 6. Elisabeth Langgässer: Die getreue Antigone. Kurzgeschichte (1947) 7. Helmut Richter: Antigone anno jetzt. Sonett (1963) 8. Rolf Hochhuth: Die Berliner Antigone. Novelle (1965)

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I

Muerte en Valencia

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit wurde von Studierenden der Universitäten Bochum und Paderborn im Rahmen eines virtuellen Seminars erstellt. Das Beispiel für die Literaturarbeit im Fremdsprachenunterricht verknüpft Rezeption, Kommunikation und Textproduktion. Der ausgewählte Kriminalroman "Muerte en Valencia" eignet sich dafür, das selbstständige und über den Unterricht hinausgehende Lesen fremdsprachiger Literatur, sowie die Kommunikation in der Fremdsprache zu fördern. Zudem wird der Blick geschärft für Besonderheiten des Ziellandes - hinsichtlich seiner Literatur und Landeskunde. Das in dieser Einheit verfolgte Unterrichtskonzept bietet sich für die inhaltliche Arbeit mit einer Partnerklasse an. Die Lektürearbeit mit "Muerte en Valencia" soll zunächst das kreative und autonome Schreiben der Schülerinnen und Schüler unterstützen. Durch das anschließende Schreiben eines mögliches Endes der Kriminalgeschichte (im Wechsel per E-Mail mit einer spanischen Partnerklasse) und den Austausch an landeskundlichen Informationen wird eine hohe Eigenständigkeit im Arbeiten möglich. Durch den direkten kulturellen Austausch mit der spanischen Partnerschule werden die Motivation und nebenbei auch die Kompetenz im Umgang mit neuen Medien gesteigert. Didaktisch-methodische Anmerkungen Nach grundsätzlichen Gedanken zu Didaktik und Methodik werden die Phasen der Einheit näher betrachtet. Ablauf des E-Mail-Projekts "Muerte en Valencia" Gönnen Sie sich ausreichend Vorbereitungszeit, dann läuft die Einheit fast von selbst. Inhalt der Lektüre Inhalt "Muerte en Valencia" "Muerte en Valencia" wurde von Loreto de Miguel und Alba Santos geschrieben und ist ist in der Reihe "Otro caso del detective Pepe Rey" im Verlag Edelsa erschienen. Inhaltliche Ziele Die Schülerinnen und Schüler sollen in einem weitgehend autonomen Lernprozess die Kriminalgeschichte "Muerte en Valencia" bis zu einem bestimmten Abschnitt bewältigen. den Inhalt der novela erarbeiten. ihre Kompetenz in Textverständnis und -produktion erweitern. ihre landeskundlichen Kenntnisse über Spanien erweitern. Methodische Ziele Die Schülerinnen und Schüler sollen E-Mails als alltägliche Kommunikationsform begreifen. E-Mails in spanischer Sprache verstehen und beantworten können. landeskundliche Informationen über Deutschland/Spanien erfragen/im Internet recherchieren und weitergeben können. Pepe Rey, eigentlich Anwalt, arbeitet als Privatdetektiv in Madrid. Die Bekanntschaft eines Wochenendes, Belén, in die sich der Single verliebt, lädt ihn nach Valencia ein, ihren Heimatort. Sie arbeitet dort als Philosophielehrerin und leitet eine Theatergruppe. In Valencia besuchen sie zusammen mit Beléns Freunden die fiesta "La Nit del Foc". Hier fällt Belén ein Mann in die Arme, von dem sie feststellen, dass er tot ist. Er wurde erstochen. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um Alberto Vicent, ein Mitglied aus Beléns Theatergruppe handelt. Pepe Rey verlängert seinen Urlaub und bleibt in Valencia, um den Mord aufzuklären. Die Spur führt in die homosexuellen Szene nach Carlet. Bei ihren Nachforschungen stoßen die beiden auf den Orangenmogul Manuel Torres, mit dem der Tote eine Affäre hatte. Vicent wollte mit dem Familienvater zusammenleben und drohte ihm, die Affäre publik zu machen, wenn er sich nicht zu ihm bekennen würde. Daraufhin brachte Torres ihn um. Auch Pepe und Belén sind durch diese Erkenntnis in Gefahr, umgebracht zu werden, als sie Manuel Torres mit ihrem Verdacht konfrontieren. Dieses kann jedoch durch das Eingreifen der Polizei verhindert werden und es kommt zu einem Happy End - Torres wird verhaftet und Pepe und Belén kommen sich näher. Loreto de Miguel y Alba Santos, Muerte en Valencia. Otro caso del detective Pepe Rey. Rogar: Edelsa 1999 (5) . ISBN: 84-7711-017-4 Literatur und Kommunikation Der ausgewählte Kriminalroman "Muerte en Valencia" eignet sich dafür, das selbstständige und über den Unterricht hinausgehende Lesen fremdsprachiger Literatur, sowie die Kommunikation in der Fremdsprache zu fördern. Die Schülerinnen und Schüler werden durch das offene Ende der Kriminalgeschichte zur kreativen Arbeit am Text angeregt. Des Weiteren wird die Präsentationsfähigkeit, wie auch der Zugang zu den virtuellen Medien der Schülerinnen und Schüler weiter ausgebaut. Die E-Mail dient hierbei als ein geeignetes Medium, um die Kommunikation in der Fremdsprache in den Unterricht zu integrieren. Arbeit am Computer Die Arbeit am Computer ermöglicht eine flexible Textgestaltung und eine schnelle Korrektur; nebenbei wird auch die Kompetenz im Umgang mit neuen Medien vertieft. Ein Rechtschreibprogramm in Spanisch oder der Gebrauch von Wörterbüchern kann außerdem Hemmungen abbauen, die gerade beim Schreiben auftreten können. Partnerschule in Spanien Durch das Zusammenwirken mit einer Partnerschule in Spanien wird die Motivation zur Teilnahme am Unterricht gesteigert. Für Schülerinnen und Schüler, die eher wenig an Literatur interessiert sind, stellt das Lesen des Romans selbst, wie auch das Lesen in der Fremdsprache Probleme dar, die möglicherweise durch die Arbeit mit den neuen Medien verringert werden können. Der Austausch mit der Partnerschule kann hier motivierend und helfend eingesetzt werden. Lektürearbeit Mithilfe einer MindMap zum Thema "muerte" beziehungsweise dem Brainstorming zum Thema "Valencia" wird in den ersten beiden Unterrichtsstunden ermöglicht, die unterschiedlichsten Begriffe relativ unsortiert an die Tafel zu schreiben. Auf diese Weise erhalten sie die Chance, sich intensiv am Unterricht zu beteiligen und die Motivation zu den Lehrinhalt zu steigern. Außerdem wird durch die MindMap beigesteuert, dass beim ersten Lesevorgang bereits ein Großteil des Textes verstanden wird, da die Schülerinnen und Schüler sich besser auf den Ablauf der geschilderten Szene konzentrieren können. Nach dem Lesen der ersten Seiten ist es wichtig, dass die Lehrpweson die ersten unbekannten Vokabeln erklärt und eine erste Zusammenfassung liefert. Anhand dieser ergibt sich eine erste Orientierung, der Beginn des Buches wird verständlicher. Binnendifferenzierung In den folgenden zwei Stunden ist der Inhalt des Romans bis zum Mord vorausgesetzt. Die Sicherung und Überprüfung des erarbeiteten Textes und Vokabulars geschieht mithilfe eines Arbeitsblatts. Es werden Gruppen aus jeweils stärkeren und schwächeren Schülerinnen und Schüler gebildet, damit die schwächeren im Teamwork unterstützt werden können, indem die stärkeren auftretende Verständnisfragen beantworten. Technisches und Regeln Die fünfte und sechste Unterrichtsstunde dient als Vorbereitung zum E-Mail-Projekt, um den Umgang mit dem E-Mail-Account und dessen Funktionen zu erläutern. Der Umgang mit virtuellen Medien stellt möglicherweise für viele Schülerinnen und Schüler ein fremdes Terrain dar. Es muss ein erster Zugang zum Computer geschaffen werden, um die Arbeit mit der Partnerschule erfolgreich zu bewältigen. Die Regeln zum E-Mail-Austausch sollen dabei etwa auf Kollagen für alle Kursteilnehmer sichtbar festgehalten werden für den Fall, dass Fragen entstehen. Erste E-Mails In den folgenden Doppelstunden (7./8.) stellen sich die beteiligten Schülerinnen und Schüler über E-Mail vor. Die einzelnen E-Mails über den weiteren Verlauf der Kriminalgeschichte in der 9. bis zur 16. Unterrichtsstunde erfolgen abwechselnd in Muttersprache und in Fremdsprache. Auf diese Weise können die bereits erworbene Sprachkenntnisse wieder aufgefrischt und erweitert werden und das, was gerade im Spanischunterricht gelernt wird, kann praktisch angewendet werden. Interkulturelle Begegnungen In der 17. und 18. Unterrichtseinheit wird auf bereits erstellte Materialien zurückgegriffen (Fragekatalog über Landeskunde von Valencia in der 3./4. Stunde), die durch den Austausch mit der Partnerklasse erweitert werden. So wird eine weitere Thematik zum Ende der Unterrichtseinheit einbezogen. Die Unterrichtseinheit hat erst den Zugang zu den Kenntnissen und Erfahrungen des jeweiligen Partners in Bezug auf sein Land und seine Kultur ermöglicht. Die Ergebnisse werden in den folgenden Stunden vertieft. Abschließend ist eine unterschiedliche Gestaltung der Präsentation der Ergebnisse über den Ausgang der Lektüre, wie auch über die Landeskunde der Partnerstadt möglich. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei ihrer Phantasie und Kreativität freien Lauf lassen. Die Lehrperson sollte einen bis zwei Monate Vorbereitungszeit zur Verfügung haben. Während dieser Zeit stehen folgende Aufgaben an: Finden einer Partnerklasse in Valencia, die auch Deutsch als Unterrichtsfach hat. (Tipp: eTwinning vermittelt europäische Schulpartnerschaften) Austausch über das Projekt mit der spanischen Lehrkraft. Die Lektüre besorgen und bereithalten. Erstellen von E-Mail-Accounts für die Gruppen und Vorbereiten einer Lehrplattform. Nach Möglichkeit eine Digitalkamera besorgen. Für die Umsetzung des Projekts sollte nach Möglichkeit eine Doppelstunde pro Woche zur Verfügung stehen. 1./2. Unterrichtsstunde - Einstieg in die Textarbeit Das Projekt wird vorgestellt. Als Einstieg könnte mit den Schülerinnen und Schülern eine MindMap zum Thema "muerte" erstellt werden, um sie auf das Thema der Lektüre vorzubereiten. Dann erhalten die Schülerinnen und Schüler die Lektüre. Abhängig davon, wie die Klasse mit dem Thema zurecht kommt: Ohne in die Lektüre zu schauen, sondern nur Anhand der Überschrift kann die Lehrkraft mit den Schülerinnen und Schülern ein Brainstorming zum Thema Valencia machen. Anschließend sollte mit dem Lesen der ersten Seiten begonnen werden, und die bis dato entstandenen Vokabelfragen sollten geklärt werden. Zum Abschluss der Stunde wird der gelesene Abschnitt zusammengefasst, und als Hausaufgabe wird der Rest der Lektüre gelesen. Hierbei sollten die Schülerinnen und Schüler ihnen unbekannte Vokabeln herausschreiben. 3./4. Unterrichtstunde - Vokabelklärung Am Anfang der Stunde bespricht die Lehrkraft mit den Schülerinnen und Schülern den gelesenen Text im Plenum und klärt zusammen mit ihnen alle unbekannten Vokabeln. Im Anschluss werden Arbeitsblätter mit Fragen zur Lektüre verteilt, um zu kontrollieren ob das Buch gelesen wurde. Aufteilung in Gruppen Danach werden die Arbeitsblätter im Plenum besprochen und die Schülerinnen und Schüler werden in Gruppen zu jeweils vier bis fünf Mitgliedern aufgeteilt. Diese Aufteilung soll den Sinn haben, dass stärkere und schwächere Lernende zusammen in Gruppen arbeiten, so dass die Schwächeren von den Stärkeren ein wenig unterstützt werden. In diesen Gruppen erstellen die Schülerinnen und Schüler zunächst einen Fragenkatalog mit Fragen zu einem bestimmten landeskundlichen Thema zu Valencia (z.B. "la cocina valenciana", "las naranjas valencianas", "la ciudad de Valencia", etc.), die während des Lesens entstanden sind. 5./6. Unterrichtsstunde - Start der Gruppenarbeit In dieser Phase sollte das "Verhalten" beim E-Mail-Schreiben besprochen werden. "Was darf ich in einer E-Mail erfragen und welche Themen sollte ich tunlichst vermeiden?", denn durch das Ansprechen mancher brisanter Themen können schnell Missverständnisse auftreten (etwa brisante Fragen zur Franco-Ära). Um diesen Teil zu Erarbeiten, arbeiten die Schülerinnen und Schüler in den bereits bestehenden Gruppen am Rechner. Hierzu eignet sich die Webseite von Reinhard Donath (www.englisch.schule.de/reinhard.htm) sehr gut, da sie sich eingehend mit dem E-Mail-Verkehr an Schulen beschäftigt hat, allerdings eher an Englischsprachigen. Regeln für die E-Mail-Arbeit Die Schülerinnen und Schüler haben die Aufgabe, Regeln zum Schreiben von ihren E-Mails herauszuarbeiten und diese auf Collagen zu schreiben. Diese Kollagen werden im Anschluss in der Klasse aufgehängt, damit sie für alle Schülerinnen und Schüler während der ganzen Phase sichtbar sind. Anschließend erklärt die Lehrkraft die Arbeit mit dem E-Mail-Account und das komplette Projekt. Diese Erklärung kann unter Umständen auf deutsch erfolgen, damit alle den Erläuterungen problemlos folgen können. Danach erstellen die Schülerinnen und Schüler in dem E-Mail-Programm einen kurzen Kommentar dazu, wie ihnen die Lektüre gefallen hat, und senden diese an alle anderen Gruppen und die Lehrkraft. 7./8. Unterrichtsstunde - Kontakt zur Partnerklasse In dieser Doppelstunde beginnen die Schülerinnen und Schüler mit der ersten Kontaktaufnahme zu ihrer Partnerklasse in Spanien. Sie stellen ihre Gruppe vor, sowie Schule und Stadt, allerdings nur in kurzen Beiträgen und nicht in "Romanen". Wenn beide Schulen zugleich Zeit hätten, könnte dies auch durch einen Chat auf der Plattform erfolgen (dies ist aber nicht sehr wahrscheinlich). 9. bis 16. Unterrichtsstunde - Start des Schreibprojekts Die Schülerinnen und Schüler beginnen mit dem Krimi-Projekt. Zuerst beginnen die deutschen Lernenden mit einer Fortsetzung des Krimis auf Deutsch (maximal ½ A4-Seite pro Gruppe), und die spanischen Schülerinnen und Schüler schreiben diesen Teil auf Deutsch weiter. Im Folgenden antworten die deutschen Gruppen auf Spanisch und auch die Spanier schreiben in ihrer Muttersprache, so dass immer ein Wechsel von Muttersprache und Fremdsprache zustande kommt. Ziel ist es, dass jede einzelne Gruppe, sowohl in Deutschland als auch in Spanien, mindestens vier Antworten ( also mindestens eine Antwort von beiden Seiten pro Woche) produziert und so die Geschichte beendet. Rücksprache mit der Lehrperson Während des Projekts ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler zwischendurch immer Rücksprache mit der Lehrperson halten. So soll vermieden werden, dass manche Gruppen "nur da sitzen und nichts tun" - einmal, weil sie vielleicht keine Lust haben und andererseits, weil sie vielleicht mit dem Stoff unter- oder überfordert sind. Durch diese Rücksprache können mögliche Probleme diskutiert werden, die in der Gruppe oder auch mit der spanischen Gruppe entstanden sind. Im Allgemeinen ist der oder die Lehrende sonst eher außen vor, fungiert als Berater oder auch als "lebendes Wörterbuch". Zwischenstand erfragen Es ist sinnvoll, nach zwei Wochen schon mal erste Zwischenergebnisse der Geschichte zu präsentieren, damit die Lehrkraft sieht, wie das Projekt voran geht und wie die Schülerinnen und Schüler mit der Aufgabe umgehen. 17./18. Unterrichtsstunde - Recherche landeskundlicher Fakten Nach dem Abschluss der Geschichte erfragen die Gruppen von den spanischen Gruppen landeskundliche und regionstypische Informationen zu Valencia. Als Grundlage hierzu dient der am Anfang bereits erstellte Fragenkatalog. Im Austausch geben die deutschen Schülerinnen und Schüler Informationen zu der eigenen Stadt und landestypischen Begebenheiten weiter an die spanischen Lernenden. 19./20. Unterrichtstunde - Zusammentragen der landeskundlichen Informationen In dieser Doppelstunde bearbeiten die Schülerinnen und Schüler die landeskundlichen Informationen, die sie zu ihrem Thema erhalten haben, und arbeiten diese bei Bedarf anhand von Internetrecherche nach. Diese Informationen können in eine Webseite eingetragen werden oder auch auf Kollagen gebracht werden. Fotos wären hierbei auch sehr hilfreich. 21./22. Unterrichtstunde Nachdem die Geschichte abgeschlossen ist und hoffentlich auch ein Ende gefunden hat, kann zur Präsentation der Ergebnisse nach verschiedenen Methoden vorgegangen werden: Print-Dokumentation Erstellen eines Readers mit allen Gruppengeschichten und dem landeskundlichen Teil Online-Dokumentation Erstellen einer gemeinsamen Webseite, auf der alle Geschichten präsentiert werden sowie der landeskundliche Teil vorgestellt wird Abschlussveranstaltung Eine landeskundliche Ausstellung in der Schule mit großen Collagen, so dass auch andere Schülerinnen und Schüler, Lehrerkräfte und auch Eltern die Möglichkeit haben, diese zu betrachten, da vielleicht nicht jeder einen Internetanschluss hat. Um diese Ausstellung noch landestypischer zu gestalten, könnten die Schülerinnen und Schüler, die sich mit dem Thema "cocina" beschäftigt haben, etwa eine Paella Valenciana kochen oder einige Tapas vorbereiten.

  • Spanisch
  • Sekundarstufe II

Die rechte Musikszene: Thema im Unterricht

Unterrichtseinheit

"Musik von Rechts“ ist nach wie vor die Einstiegsdroge Nummer 1 in die rechte Gewaltszene. Der fachdidaktische Artikel liefert Hintergrundinformationen, denn Rechtsrock sollte im Musikunterricht durchaus ein Thema sein. Ende 2003 gab es in Deutschland nach Angaben des Verfassungsschutzes 169 rechtsextremistische Organisationen und Gruppen. Damit ging ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent zurück. Dennoch sind rechtsextreme Bands und Organisationen weiter sehr aktiv - auch im Internet. Mit Hintergrundinformationen zur Szene, zur Bedeutung ihrer Musik und zu den Vertriebswegen will dieser Artikel Lehrerinnen und Lehrern die Behandlung des Themas im Unterricht erleichtern. Leichter Rückgang des Rechtsextremismus Rechtsrock ist schon mehrfach Gegenstand musikpädagogischer Beiträge und Diskussionen gewesen. Auch wenn der Verfassungsschutzbericht 2004 einen leichten Rückgang des rechtsextremistischen Personenpotenzials konstatiert, spielt die rechtsextremistische Skinhead-Musikszene nach wie vor eine bedeutende Rolle bei der Entstehung und Festigung von Gruppen rechtsextremistischer gewaltbereiter Jugendlicher. Rechtsrock ist nach wie vor die Einstiegsdroge Nummer 1 ins Milieu. Rechte Konzerte nehmen zu Rechtsrock-Bands sind keine Randerscheinung. Die Zahl der Konzerte ist seit Jahren erstmals wieder gestiegen, was sich durch einen vermehrten Rückzug der Szene in privat genutzte Räumlichkeiten erklärt. Nach Angaben der Verfassungsschützer existieren circa 90 Faschobands und 50 Labels in Deutschland. Der Versandhandel über das Internet und mehr als 30 Läden blüht, ebenso der Vertrieb von Fanzines. Rund 1.000 deutsche rechtsextremistische Homepages sind bekannt. Die Szene ist sehr aktiv und stets im Wandel begriffen. Die Rechtsrock-Szene Die Anhänger der rechten Szene werden immer jünger. Rechtsrock als Musikform Rechtsrock lässt sich nicht auf einen einzigen Musikstil beschränken. Textmerkmale des Rechtsrock Die Analyse im Unterricht zeigt, dass Rechtsrock-Texte keinesfalls harmlos sind. Hohe Fluktuation bei Anhängern Das rechte Milieu zeichnet sich durch eine gewisse Offenheit und Durchlässigkeit aus. Zum einen gelangen Jugendliche leicht in das rechte Milieu, verlassen es aber ebenso schnell wieder. Wer jedoch schon teilweise durch die rechte Gewalt-Szene sozialisiert wurde, kommt schwerer wieder heraus. Anhänger kommen aus der Action-Szene, aber auch von den Manieristen (Angestellten-Milieu, Erlebnisgesellschaft). Arbeitslosigkeit, Konflikte mit Institutionen, niedrige Bildung können eine rechtsradikale Orientierung verstärken, doch der Anschluss an Jugendgruppen erfolgt oft situativ, weil sich beispielsweise die Freunde angeschlossen haben. Teilweise besteht hinsichtlich der völkischen Orientierung auch eine Übereinstimmung zwischen den Jugendlichen und ihren Eltern. (Baacke 2000, S. 84-105) Geringe Schulbildung, größere Anfälligkeit Eine neue Studie, bei der über 5.000 bayerische Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulformen befragt wurden, zeigt, dass mit der Schulbildung die Gewaltakzeptanz und die rechtsextremistische Orientierung abnehmen. Eine besonders starke Affinität zu rechtsextremen Positionen und zugleich zur Gewalt gibt es bei Haupt-, Berufs- und Realschülern, wobei es sich um ein dominant männliches Phänomen handelt. Eine besondere Rolle spielen die Cliquenzugehörigkeit und die Orientierung an bestimmten Jugendkulturen. Weitere Untersuchungen belegen, dass in diesen Gruppen Fremdenfeindlichkeit, Sexismus, Ethnozentrismus, eine positive Haltung zum Nationalsozialismus, Antisemitismus und eine Ideologie der Ungleichheit vorherrschen. Zwar sind die ermittelten Werte insgesamt relativ gering, doch durchaus signifikant und deshalb auch beachtenswert. (Fuchs u.a. 2002) Vielschichtige Motive Die Gründe für den Einstieg in die rechte Szene sind vielschichtig. Im Osten zählen dazu etwa die Schließung von Freizeittreffs. Die sozialen Lebensräume, die Arbeitslosigkeit oder der Alltag in der Schule werden als sinnlos empfunden. Bei Ungerechtigkeit (Ausländer und Fremde werden vermeintlich vom Staat bevorzugt), Ausgrenzung und Benachteiligung oder immer dann, wenn akzeptierte Werte wie Erfolg, Lebensfreude oder Selbstverwirklichung nicht erreichbar scheinen, wird der Rechtsextremismus als neuer Weg und neue Symbolwelt angesehen. (Baacke 2000, S. 97f) Musik als Mittel der Abgrenzung Begünstigt wird diese Entwicklung durch die veränderte Musikszene und die Einstellung zur Musik von Jugendlichen und Erwachsenen seit den 90er Jahren. Die Rock-/Popmusik in Deutschland ist in die gesellschaftliche Mitte gerückt. War diese Musik früher ein Mittel der Abgrenzung der Jugendlichen von den Erwachsenen, ist sie heute auch immer mehr die Musik der Erwachsenen und des etablierten Kulturbetriebes. Sogar Politiker nutzen Popmusik zum Aufpolieren ihres Images, wenn beispielsweise auf der Expo 2000 der deutsche Bundeskanzler zusammen mit den Scorpions auftritt. Extreme Pessimisten vertreten die Auffassung, dass ein Protest der Jugend gegen die Eltern über die "normale" Pop-/Rockmusik nicht mehr möglich sei, da die Eltern ja bereits mit dieser Musik - wenngleich auch mit anderen Gruppen - aufgewachsen sind. Als Ausweg bliebe nur noch der Rechtsrock, da dieser allgemein ein Negativimage hat. Motivation für die Musik Die Fans der Musik bilden sich nach Klaus Farin (Archiv der Jugendkulturen, S. 96f.) aus drei verschiedenen Motivationssträngen heraus: Ein Teil der Fans hört diese Musik aus ideologischer Übereinstimmung. Rechtsextreme und junge Rassisten lassen sich durch nazistische und rassistische Musik emotional wie ideologisch aufrüsten und in ihrer politischen Identität bestätigen. Für sie ist Rechtsrock der Sound zum Rassenkrieg. Ein kleiner Teil ist vorwiegend oder sogar ausschließlich an der Musik interessiert, nicht an den Inhalten. Ein weiterer Teil der Fans interessiert sich zwar für die Texte, ist aber selbst nicht unbedingt klar rechtsextrem orientiert. Wie stellt sich die Musik des Rechtsrocks heute dar? Über lange Zeit war Rechtsrock auf die Skinhead-Szene beschränkt - wenngleich nur ein Teil der Skinheads rechtsradikal ist - und Oi-Musik der Inbegriff der Szenemusik. Heute zeichnet sich ein wesentlich vielschichtigeres Bild ab. Die rechtsextremen Organisationen versuchen immer mehr, die musikalischen Abgrenzungen aufzuheben und infiltrieren möglichst viele Arten von Musik und Jugendkulturen. Das Spektrum reicht von Skinhead-Bands (Kraftschlag, Noie Werte), NS-Black-Metal (Burzum, Möbus von Absurd), Techno-Musik (etwa in Gabba), HipHop (MC Danana, Ronald Mac Donald), Hatecore als rechter Ableger von Hardcore (Wandteufel), volkstümlicher Musik (Zillertaler Türkenjäger), bis zu klassischer Bardenmusik (Annette, Rennicke), die gleichsam aus der Mitte der Gesellschaft kommt, oder der Gothic-Szene, die sich so sehr auf ihre Romantik in Schwarz beruft, und im Neofolk (Death in June) eine rechte Ausprägung erfahren hat. (Funk-Hennigs 1994; Baacke 2000; Archiv der Jugendkulturen 2001; Dornbusch 2002; im Internet: Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in NRW ) Eminem oder Rammstein: rechts ist schick Auch der Mainstream bleibt von rechten Einflüssen nicht verschont. Die Böhsen Onkelz haben sich offiziell von ihrer rechten Vergangenheit distanziert und konnten inzwischen im Mainstream Fuß fassen. Der amerikanische Rapper Eminem macht sich auf einer rein rhetorischen Ebene über Minderheiten wie Schwule lustig. Wo die Popmusik früher gerade die Rechte von Minderheiten eingeklagt hat, ist es heute eher schick geworden, den Erfolg auf Kosten von Minderheiten aufzubauen. Ein drittes Beispiel: Die Gruppe Rammstein, die zur "neuen deutschen Härte" zu rechnen ist, zitiert in ihrem Videoclip "Stripped" rechten Bildervorrat als bloße Ästhetik. Es handelt sich um eine Montage aus Aufnahmen von Leni Riefenstahls "Olympiade"-Film. (Büsser 2003, S. 41) Musik wird politisch instrumentalisiert Es wäre allerdings voreilig, jede der oben genannten Musikrichtungen als rechtsradikal einzustufen. Vielmehr muss man davon ausgehen, dass Musik grundsätzlich unpolitisch ist. Dadurch wird sie aber anfällig für politische Vereinnahmungen. Erst der (Kon)Text macht die Musik politisch. Dadurch ist keine Musikrichtung vor dem Angriff der rechtsextremen Szene gefeit. Handel, Internet und Konzerte Der Vertrieb erfolgt über Läden (circa 30), Labels (circa 50), den Handverkauf bei Konzerten oder anderen Szeneveranstaltungen (besonders in Tschechien und Polen), den legalen Versandhandel (zum Beispiel Deutsche Stimme-Verlag, Schwarze Fahne, Neue Doitsche Welle, Signal-Verlag, Thule Multimedia-Verlag, Wikingerversand, Nordversand) über das Internet (Mp3, Shopping, Radiosendungen) und natürlich den illegalen Markt. Adressen finden sich in einschlägigen Fanzines (zum Beispiel Blood & Honour-Magazin, Landser, Foier Frei!, Hamburger Sturm, White Supremacy, Signal, RockNORD). Vertrieb über das Ausland Restriktive staatliche Maßnahmen haben dazu geführt, dass viele Bands den Weg in den Untergrund angetreten haben. Die Produktion von CDs und anderen Fanartikeln wurde ins Ausland verlagert, oftmals auf verschiedene Firmen verteilt, so dass sich diese im Einzelnen oft gar nicht bewusst sind, was sie vertreiben. Besonders die nordischen und östlichen Länder werden hierbei bevorzugt. (Baacke 2000, S. 160-172) Die Texte des Rechtsrock sind geprägt durch ein Weltbild, in dem die Gewalt als konstitutives Spaß- und Erlebnismoment beschrieben wird. Deutschland wird ebenso wie die weiße Rasse verherrlicht ("White-Power"-Ideologie) und soll gegen verschiedene Feindbilder verteidigt werden. Neben einem archaischen Germanenkult zeigen viele Texte einen deutlichen Antisemitismus. Bei einer eingehenden, vergleichenden Analyse lassen sich allgemeine Merkmale herausarbeiten (Textauszüge gibt es beispielsweise in den Publikationen des Verfassungsschutzes oder anderer offizieller Stellen). National(sozialistisch)e Sturmtruppen fungieren als eine Art SA der Neuzeit. "Treue" und "Ehre" gelten als oberste Tugenden. Die deutsche Wehrmacht wird verherrlicht und beschönigt. Zur Rechtfertigung der eigenen Gewalttaten werden die Opfer angeführt, Verursacher sind nicht etwa die Täter. Der Tod wird mit apodiktischen Wendungen und Zeitadverbien beschrieben ("bis zum Schluss", "niemals", "ewig" …). Wegen härterer Repressionen greifen die Texte auf ältere Helden aus dem Kelten- und Germanenkult zurück ("Odins Krieger"). Frauen gibt es nur als Beiwerk oder Objekt unter der Parole "Ausländer nehmen uns unsere deutschen Frauen weg". "Emanzen" sind Feindbilder. Weibliche Skinheads werden in der Szene "Renees" genannt. Bier und Alkohol werden in der Szene kultisch gefeiert. Gegenüber anderen Drogen nimmt die rechte Szene jedoch eine ablehnende, fundamentalistische Haltung ein. Oberstes Feindbild sind Ausländer. Neben Asylanten und Schwarzen werden auch Einwanderer oder Juden zu ihnen gezählt. Rassistische Überfremdungsfantasien, Ängste und Neidgefühle sind Ursprung dieser Haltung. Die Texte verbreiten Thesen wie "Ausländer sind kriminell, bedrohen unsere Frauen, leben vom Staat auf unsere Kosten, nehmen uns Arbeitsplätze weg." Linke werden mit negativen Naturmetaphern (Affe, Gorilla, "Kommischweine" und so weiter) beschrieben. Zum feindlichen linken Spektrum zählen Antifas, Autonome, Punks und Hippies. Rechtsextremisten sind zwar für einen starken Staat, aber gegen eine Zensur und die vermeintliche Ungleichbehandlung zwischen linker und rechter Szene. Auch engagierte Christen zählen zu den Feindbildern. (Vergleiche Archiv der Jugendkulturen 2001, S. 36ff.) Verbote werden geschickt umgangen Um den staatlichen Verboten zu entgehen, werden Juristen angeheuert, die die Texte überprüfen und an die Grenzen der Legitimität führen. Barden wie etwa Frank Rennicke müssen die politischen Botschaften oftmals gar nicht aussprechen, denn zum einen singt das Publikum die Texte - damit ist die Band für die Polizei nicht greifbar - zum anderen genügen Anspielungen wie etwa "Rasse ist klasse", wobei als Pointe am Schluss des Songs der deutsche Schäferhund genannt wird. Jedem ist aber die eindeutige rechtsextreme Aussage klar. Archiv der Jugendkulturen (Hg.): Reaktionäre Rebellen. Rechtsextreme Musik in Deutschland, Berlin 2001. Baacke, Dieter / Farin, Klaus / Lauffer, Jürgen (Hg.): Rock von Rechts II. Milieus, Hintergründe und Materialien, Berlin 2000. Büsser, Martin: Vom Protestsong zum Rechtsrock. Der politische Bedeutungswandel in der Popkultur; in: nmz 3/2003. Dornbusch, Christian/Raabe, Jan (Hg.): RechtsRock. Bestandsaufnahme und Gegenstrategien, Münster 2002. Fuchs, Marek / Lamnek, Siegfried / Wiederer, Ralf: Querschläger. Jugendliche zwischen rechter Ideologie und Gewalt, Opladen 2003. (Bei dieser aktuellen Untersuchung wurden über 5.000 bayerische Schülerinnen und Schüler verschiedener Schularten aus den Jahrgangsstufen 8 bis 13 befragt.) Funk-Hennigs, Erika: Über die Rolle der Musik in der Alltagskultur der Skinheads; in: Beiträge zur Popularmusikforschung 13 (Hg. Helmut Rösing), Karben 1994, S. 46-78. Terhag, Jürgen: Rechtsradikale Jugendkulturen - Ein heikles Thema für den Musikunterricht; in: Musik in der Schule 2/2001, S. 4-9.

  • Politik / WiSo / SoWi / Musik
  • Sekundarstufe I

Blind ist nicht blöd! - Umgang mit Behinderten

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Behinderung werden die Schülerinnen und Schüler für Vorurteile und verletzendes Verhalten sensibilisiert, womit blinde Personen im Alltag häufig konfrontiert werden.Neulich am zentralen Busbahnhof einer mittelgroßen deutschen Stadt: Ein junger Mann spricht eine Gruppe ebenfalls junger Leute an und fragt nach dem Bus Nr. 312. Antwort: "Bist wohl blöd, Mann, da steht er doch." Blöd nicht, nur blind. Oder: Ein freundlicher Zivi liest einer allein stehenden blinden Frau geduldig die Zeitung vor. Nach jedem Abschnitt oder Artikel fasst er den Inhalt des Gelesenen kurz zusammen. Dies wiederholt sich einige Male, bis die Frau sagt: "Junger Mann, ich bin doch nicht blöd." Im Gegenteil, es gehört längst zum Allgemeinwissen, dass Blinde oft mit höchster Intelligenz das fehlende Sehvermögen kompensieren, das Gehirn entwickelt erstaunliche Fähigkeiten bei der Verarbeitung anderer als optischer Sinnesreize, und die Beispiele berühmter blinder Persönlichkeiten mit herausragenden geistigen Leistungen in Geschichte und Gegenwart sind zahlreich.Im Alltagsleben gibt es Vorurteile und ungeschicktes oder verletzendes Verhalten blinden Menschen gegenüber. Die hier vorgestellte Unterrichtseinheit für die Sek I soll dies bewusst machen, Toleranz und Verständnis schaffen und Hinweise für den Umgang und das Zusammenleben mit Blinden geben. Die Unterrichtseinheit scheint auch in besonderer Weise für die Arbeit in Integrationsschulen geeignet. Die Arbeitsblätter der Unterrichtseinheit können den Lernenden als Ausdruck, aber besser noch als Datei zur Verfügung gestellt werden. So können Links gleich aus der Datei heraus angeklickt werden. Eine detaillierte Beschreibung des Ablaufs dieser Unterrichtseinheit finden Sie unter deie im Downloadbereich. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler gewinnen Verständnis für Blinde und (Seh-)Behinderte und vertiefen dieses. reflektieren in Simulationen und Spielen das Sehen überhaupt und das eigene Sehvermögen. lernen die Braille-Schrift kennen. lernen sinnvolles Verhalten für den Umgang mit Blinden. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Internet als Basisressource für die Unterrichtsarbeit. erfahren das Internet als interaktive Lernplattform für das eigene, autonome Lernen und nutzen es. eventuell: veröffentlichen Diskussionsbeiträge oder Arbeitsergebnisse in einem Forum oder präsentieren diese auf einer Homepage. Am Schluss der thematischen Arbeit sollten die Ergebnisse und Erkenntnisse noch einmal gesammelt und gesichtet werden. Folgende Möglichkeiten der Präsentation bieten sich an: Plakate oder Poster entwerfen zum Thema "Blind ist nicht blöd!" (oder ähnlichen, selbst erdachten Slogans) Homepage zum Thema erstellen mit Infos, Tipps und Geschichten Linkliste Das Angebot an Websites und Linklisten zu dem Thema ist äußerst umfangreich, es sei hier nur eine gut strukturierte Site empfohlen, die auf jeden Fall weiter führt: BFS-NRW e.V. Linkliste vom Bund zur Förderung Sehbehinderter Landesverband NRW e.V. Inhalt Der Film erzählt von der Liebe zweier Blinder, die auf den ersten Blick keine Chance hat. Der erfolgreiche Theaterregisseur Jakob wird in der Folge eines Autounfalls blind und reagiert mit Wut und Verzweiflung. Lilly, von Geburt an blind, soll ihm helfen, sich zurecht zu finden. Jakob vertraut ihr nur zögernd, schließlich starten sie aber gemeinsam einen abenteuerlichen Trip, der ihnen auch die Augen füreinander öffnen wird. Rezeption und Diskussion Um die Rezeption des Films in gewisser Weise zu steuern, bietet sich Arbeitsblatt 1 an. Eine klassisch-schulische Einstiegsalternative, besonders für jüngere Schülerinnen und Schüler, ist "blind spielen". Es wird sozusagen ein Mobilitätstraining für Blinde simuliert. Dabei können Vertrauen, das Hineinversetzen in andere, akustische und taktile Wahrnehmungen sowie vieles andere mehr konkret erfahren und geübt werden. Insofern wird direkt auf das Thema vorbereitet, hinzu kommt der Motivationseffekt durch das Bewegungsspiel. Die kleinen Verunsicherungsspiele, die die Schülerinnen und Schüler mithilfe der Linkverweise auf Arbeitsblatt 3 besuchen, führen logischerweise zum nächsten Schritt, dem Sehtest. Der Sehtest, auf den Arbeitsblatt 4 verweist, wird am besten in Partnerarbeit durchgeführt, damit die geforderten zwei Meter Abstand und das gleichzeitige Hantieren mit der Maus möglich sind. Für den Sehtest wird anfangs ein 10-€-Schein gebraucht. Erworbene Blindheit kann schleichend kommen. Oft führen Augenkrankheiten auch nicht zur vollständigen Erblindung, sondern zur partiellen Sehbehinderung. Mit dem Sehbehinderungssimulator, zu dem Arbeitsblatt 5 führt, können die Schülerinnen und Schüler die Gesichtsfeldeinschränkung nachempfinden. Im Anschluss an die Online-Phase sollten die Erfahrungen unbedingt im Klassenplenum besprochen und die Konsequenzen von Sehbehinderungen (Alltagsleben, Straßenverkehr) deutlich gemacht werden. Es müsste anhand von Arbeitsblatt 6 deutlich werden, wie sehr einerseits der Alltag durch die Sehbehinderung geprägt ist, dass aber andererseits in vielerlei Hinsicht auch "normale" Tätigkeiten und Aktivitäten des Lebens möglich sind. In der Internet-Arbeit mithilfe von Arbeitsblatt 7 können die Schülerinnen und Schüler versuchen, ein wenig Braille-Schrift zu lernen. Natürlich können zentrale Tipps einfach ausgedruckt und in der Klasse besprochen werden. Möglich wäre aber auch (vor allem, wenn die Module 1 bis 5 schon durchgeführt wurden) zunächst die Schülerinnen und Schüler in Gruppenarbeit selbst Tipps entwickeln zu lassen. Ein interessantes Helfer-Angebot könnte noch anschließend diskutiert werden. Nicht nur, aber besonders für Schulen, die gemeinsamen Unterricht für behinderte und nicht-behinderte Kinder anbieten, könnte dieses Modul sinnvoll sein, weil es um die konkrete Schulsituation geht. Mithilfe von Arbeitsblatt 9 bereiten die Schülerinnen und Schüler den Empfang einer blinden Schülerin vor und formulieren Vorabinformationen für Lehrende und Lernende.

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I

Korrigieren mit Google - die String-Suche

Fachartikel

Bei der Korrektur einer Englischklausur stolperte ich über den Satz: "Willy was pretty through the wind." Es ist klar, was der Schüler sagen wollte und dass dieser Satz eine Wort-für-Wort-Übertragung aus dem Deutschen ist. Die Idiomatik des Englischen ist verfehlt. Nicht alle Fehler, die man in Klassenarbeiten und Klausuren in den modernen Fremdsprachen findet, sind so eindeutig wie in diesem Beispiel. Es ist sogar so, dass es Fachkollegen gibt, die während der Korrektur einer Oberstufenklausur miteinander regelrechte Telefonkonferenzen abhalten, denen folgende schlichte Frage zugrunde liegt: "Kann man das im Englischen/Französischen/Spanischen so sagen oder nicht?". Dies ist sehr aufwändig und führt oft zu keinem überzeugenden Erfolg, weil man nur vermuten kann, dass man "etwas sagen kann" oder nicht. Der eindeutige Nachweis von Korrektheit oder Fehlerhaftigkeit eines sprachlichen Ausdrucks unterbleibt jedoch vielfach. Abhilfe kann die Suchmaschine Google schaffen. Die Suchmaschine Google Suchmaschinen bieten den Schlüssel zur ergebnissicheren Navigation durch das Labyrinth des world wide web. Je besser die Suchmaschine, desto größer ist die Chance bei gleichzeitiger Beherrschung effektiver Suchstrategien das Gesuchte im Netz zu finden. Zu den besten dieser Suchmaschinen zählt Google, über die die Stiftung Warentest schon im September 2001 urteilte: "Google ist die derzeit beste Suchmaschine im Netz." Viele Fachleute stimmen diesem Urteil auch heute noch zu. Um die Möglichkeiten von Google für die Korrektur von fremdsprachlichen Texten effektiv nutzen zu können, muss man die dafür geeignete Suchoption benutzen, die String-Suche.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Informationstechnik / Englisch / Fächerübergreifend / DaF / DaZ / Französisch / Italienisch / Latein / Polnisch / Spanisch

Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zu Joseph von Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts" lernen die Schülerinnen und Schüler all die Facetten der romantischen Erzählung kennen. In der Erzählung "Aus dem Leben eines Taugenichts" wird das romantische Lebens- und Weltgefühl in idealer Weise dargestellt, in ihr finden sich beinahe alle typisch romantischen Motive und Erzählmuster wieder. Darüber hinaus ist der Text inhaltlich für die Bearbeitung in der Schule besonders geeignet und spricht junge Menschen bis heute durch die intensive Betonung des Gefühls an. Nicht zuletzt kann die Gestalt des Taugenichts für viele Menschen bis heute als Identifikationsfigur dienen: Unverstanden von der Welt der Erwachsenen (des Vaters), aber voller Sehnsucht macht er sich auf die Suche nach Glück und Lebenssinn, die nach Rückschlägen schließlich doch zum Erfolg führt. Den Inhalten und den Umsetzungen solcher Gedanken in der Erzählung nähern sich die Lernenden der frühen gymnasialen Oberstufe in dieser Unterrichtseinheit medial gestützt an. Der Text der Novelle kann online oder, besser, offline gelesen werden. Die Lektüre eines Buches oder Heftes ist auf jeden Fall vorzuziehen. Der modulare Aufbau der Unterrichtseinheit ermöglicht es, dass Sie Teile dieser Einheit in Ihren eigenen Unterricht einbetten oder diese Vorschläge als Ganzes umsetzen können. Die Schülerinnen und Schüler verstehen die Novelle kennen lernen und ihre romantische Symbolik. ziehen Parallelen zu anderen literarischen Werken. recherchieren geleitet im Internet und nutzen Rechercheergebnisse sinnvoll. arbeiten mit Online-Arbeitsblättern im Textverarbeitungsprogramm. erstellen eine PowerPoint-Präsentation. Jeder Schüler und jede Schülerin hat eine ungefähre Vorstellung davon, was unter einem Taugenichts zu verstehen ist. Interessant ist jedoch, sich der Bedeutung des Begriffs zu Eichendorffs Lebzeiten anzunähern. Dazu dient idealerweise das Grimmsche Wörterbuch der deutschen Sprache, das selbst als großartiges Werk der Romantiker Jakob und Wilhelm Grimm Gegenstand des Unterrichts sein kann. Arbeitszeit: Ca. 45 Minuten Das Grimmsche Wörterbuch Schulen, die kein Originalexemplar dieses umfangreichen Wörterbuchs besitzen, können auf die Online-Ausgabe, die sich allerdings noch im Aufbau befindet, zugreifen. Das Wörterbuch auf CD-ROM ist mittlerweile fertiggestellt und wird beim 2001-Verlag auf CD-ROM angeboten. Von dem oder der Lehrenden ist zu prüfen, ob das für die Betrachtung der Online-Seiten des Grimmschen Wörterbuchs notwendige Plug-in installiert ist. Wenn das Stichwort "Taugenichts" noch nicht verfügbar ist, kann auf andere Lexika ausgewichen werden, oder die Abbildung des entsprechenden Lexikonartikels wird projiziert oder als Arbeitsblatt verteilt. Bei der Ergänzung der zuvor gesammelten Lebensdaten Eichendorffs wäre zu diskutieren, ob sich der Dichter vielleicht selbst im Bild des Taugenichts gespiegelt hat. Nach der Lektüre der ersten Seiten des Textes werden wesentliche Aspekte des Exposition erarbeitet. Arbeitszeit: Ca. 45 Minuten Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Stunde bestimmte Fakten frei recherchieren. Das müsste mithilfe einer Suchmaschine leicht möglich sein. Alternativ können die unten angegebenen Adressen vorgegeben werden. Am Schluss der Stunde können die Schülerinnen und Schüler mit der online oder im schulischen Netzwerk abgelegten HTML-Datei eine Zuordnungsübung lösen und dann über das Ergebnis der Aufgaben (b) und (c) diskutieren. Eichendorffs Beschreibung des Schlossgartens folgt der literarischen Tradition des locus amoenus, zu dessen Inventar bestimmte Merkmale gehören. Die Schülerinnen und Schüler vergleichen ähnliche Beschreibungen aus unterschiedlichen Epochen und bildhafte Darstellungen "romantischer" Gärten, um das Typische des Schauplatzes herauszuarbeiten. Schließlich werden in der Diskussion Schlüsse auf den Realitätsgehalt einer solchen Beschreibung gezogen. Zeitbedarf: Ca. 45 Minuten Als Motivation dienen bildhafte Darstellungen "romantischer" Gärten, die dem Typus des locus amoenus entsprechen. Durch eine tabellarische Aufstellung des Inventars solcher Anlagen wird der Blick geschärft für die Untersuchung literarischer Gestaltungen des Topos. Am Schluss der Stunde wird überlegt, welche Bedeutung die Verwendung des Topos für die Interpretation des Schlossgartens bei Eichendorff hat. Die auf dem Arbeitsblatt genutzten Textbeispiele können auch im Internet gelesen werden: Gutenberg.spiegel.de Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers ders.: Faust II, 1. Akt: Anmutige Gegend Heinrich von Kleist: Das Erdbeben in Chili Novalis: Heinrich von Ofterdingen, 1. Kapitel Gottfried Keller: Der grüne Heinrich Die Bibel Paradieserzählung: Gen 2.4-15 Bewunderung und Liebe für eine unerreichbare Person kann für Jugendliche der angesprochenen Jahrgangsstufe durchaus zum Erfahrungsbereich gehören. Daher sollte eine Objektivierung dieser Emotionen durch die Beschäftigung mit motivverwandten Gedichten eine lohnenswerte Aufgabe sein. Im Vergleich mit dem Minnelied Walthers von der Vogelweide wird deutlich, dass Eichendorff das Bild der Geliebten zur Minnedame stilisiert. Arbeitszeit: Ca. 45 Minuten Die Schülerinnen und Schüler sollen sich zunächst mithilfe des Arbeitsblattes beziehungsweise der Datei über die mittelalterliche Minne informieren, speziell über Walther von der Vogelweide und die Bedeutung des Kranzes. In diesem Zusammenhang kann die vielschichtige Minneproblematik allerdings nur oberflächlich angedeutet werden. Dann soll der Text von Walthers Lied "Nemt, frouwe, disen kranz" mit "Wohin ich geh und schaue" von Eichendorff verglichen werden. Dabei wird die Wiederaufnahme des mittelalterlichen Minnemotivs in der Romantik deutlich. Wenn das Minnemotiv und mittelalterliche Lyrik überhaupt intensiver behandelt werden soll und eventuell in einen größeren unterrichtlichen Zusammenhang gestellt wird, könnte die Situation, die auf der Abbildung aus der Manessischen Liederhandschrift zu sehen ist, als "lebendes Bild" nachgestellt werden. Dabei werden gesellschaftliche Rangordnung, emotionale Abhängigkeiten und lebenspraktische Aspekte der Situation reflektiert. Verschiedene moderne Interpretationen können im Bild (digitale Fotografie) festgehalten und so dokumentiert werden. Dem romantischen Motiv der Sehnsucht implizit ist die Dialektik von Ferne und Heimat. Ist das Subjekt zu Hause, sehnt es sich nach der Ferne. Ist es in der Fremde, sehnt es sich nach der Heimat. Die differenzierte Darstellung von Ferne und Heimat ermöglicht die Spiegelung des Sehnsuchtsmotivs in vielerlei Gestalt: Arbeit und Alltag einerseits und Geliebte, Glück und Sinn andererseits. Dieses Motiv wird auch in der Stunde "Parallelgeschichten" in dieser Unterrichtsreihe aufgegriffen. Arbeitszeit: Ca. 45 Minuten Zunächst werden in einem Brainstorming Assoziationen zu den Begriffen Ferne und Heimat gesammelt. Dabei soll deutlich werden, dass man mit "Heimat" normalerweise positive Assoziationen verbindet. Im Gegensatz dazu empfindet der Taugenichts zu Anfang der Novelle seine Heimat eher bedrückend. Arbeitsblatt Schließlich wird eine Grafik auf dem Arbeitsblatt beziehungsweise in der Datei beschriftet, die die innere Entwicklung des Taugenichts und seine Sicht der Dinge verdeutlicht. Ein Aspekt der Erzählung ist der Gegensatz in den Lebensentwürfen des Philisters und des Künstlers, als den sich der Taugenichts unausgesprochen begreift. Bereits auf der ersten Textseite wird klar, dass diese beiden Typen nicht zusammen passen, weil die Lebensart des einen für den anderen unverständlich, wenn nicht sogar unerträglich ist. Deshalb verlässt der Taugenichts bereitwillig die ungeliebte Welt der Mühle, in der er nicht mehr geduldet wird. Doch das Motiv des freien, romantischen Lebens setzt sich im weiteren Verlauf der Erzählung fort. Zeitbedarf: Ca. 45 Minuten Die Textarbeit kann auch mit der Online-Version des Textes beim Projekt Gutenberg erfolgen. Da es dort jedoch keine Einteilung nach Seiten und Zeilen gibt, müssen die betreffenden Textpassagen mit der Suchfunktion des Browsers gefunden werden. Auf dem Arbeitsblatt sind sowohl die Internetadresse des Textes mit Stichworten für die Suche als auch Seitenzahlen zur Textausgbe des Hamburger Lesehefte Verlages angegeben. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in drei Gruppen aus bestimmten Textpassagen die Merkmale des Philisters und des Künstlers. Sie illustrieren ihre Arbeitsergebnisse mit passenden Darstellungen des jeweiligen Lebensentwurfs. Anschließend werden die Ergebnisse im Plenum vorgetragen. Wenn noch Zeit bleibt, werden als Erweiterung weitere Texte mit gegensätzlichen Lebenseinstellungen betrachtet, etwa aus der Bibel. Denn schon bei Kain (Hirte) und Abel (Bauer), und später bei Jakob (Jäger) und Esau (Viehzüchter) findet sich eine ähnliche archetypische Polarisierung. Sensibilisierung Als Motivation wird Heinrich Heines Gedicht Die Philister projiziert, gelesen und besprochen. Heinrich Heine: Die Philister Die Philister, die Beschränkten, Diese geistig Eingeengten Darfst Du nie und nimmer necken. Aber weite, kluge Herzen Wissen stets in unsren Scherzen Lieb und Freundschaft zu entdecken. Unterrichtsgespräch Im gelenkten Unterrichtsgespräch werden die beiden Charaktertypen näher analysiert, die Heine in seinem Gedicht kurz darstellt. Arbeitsblatt Anschließend arbeiten die Schülerinnen und Schüler an den Aufgaben auf dem Arbeitsblatt. Von Homer zu Eichendorff Das Motiv der Heimkehrergeschichten ist uralt. Als großartiges Vorbild solcher Geschichten kann die Odyssee Homers gelten, in der der Titelheld nach langer, gefahrvoller Reise schließlich glücklich heimkehrt. Das Reisemotiv wurde im Laufe der Zeit vielfältig abgewandelt und variiert. Bis in die Gegenwart schöpfen Autoren aus ihm, um moderne und postmoderne Erzählungen zu gestalten. Im Vergleich von Eichendorffs Taugenichts mit einigen dieser Parallelgeschichten wird der Blick für die Eigenart romantischer Erzählkunst geschärft und gleichzeitig auf die ganze Bandbreite epischer Bearbeitungen geweitet. Zeitbedarf: ca. 45 Minuten für die Erarbeitung (die Texte werden in häuslicher Vorbereitung gelesen) und etwa 90 Minuten für die Kurzvorträge mit Besprechung (in Abhängigkeit der Zahl der zur Verfügung gestellten Parallelgeschichten) Lesen der Parallelgeschichte Die Schülerinnen und Schüler erhalten die zur Verfügung stehenden Parallelgeschichten entweder gedruckt auf einem Arbeitsblatt oder die Internetadressen, wo sie nachzulesen sind. Kleingruppenarbeit In Kleingruppen erarbeiten sie eine Präsentation, die folgende Elemente enthalten soll: Hinweise auf den Autor/die Autorin, Inhaltsüberblick, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der jeweiligen Parallelgeschichte und Eichendorffs Taugenichts und abschließende Bewertung. Besprechung in Plenum Diese Präsentationen werden anschließend im Plenum vorgeführt. Dabei werden sowohl die Inhalte aus der Erarbeitungsphase abgefragt und zugänglich gemacht als auch der Umgang mit moderner Präsentations- und Referattechnik geübt. Als Parallelgeschichten eignen sich: Homer: Odyssee Inhaltsangabe Lukas 15,11-24: Gleichnis vom verlorenen Sohn Franz Kafka: Heimkehr Max Frisch: Die Isidorgeschichte in: Stiller, Suhrkamp Taschenbuch, S. 41-45 Ingeborg Bachmann: Auch ich habe in Arkadien gelebt

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe II

Anne Frank online

Unterrichtseinheit

Das Tagebuch der Anne Frank ist eines der eindrücklichsten Schriftwerke der Zeit des Nationalsozialismus und macht das junge jüdische Mädchen nicht nur zu einer der wichtigsten und bekanntesten Personen der deutschen Geschichte, sondern ihre Tagebucheinträge zu einem zentralen Gegenstand des Deutsch- und Geschichtsunterricht in der Schule. Das im Amsterdamer Versteck geschriebene Tagebuch der Anne Frank ist das bekannteste Dokument eines Holocaust-Opfers und längst zur Schullektüre geworden. Bei der Analyse im Unterricht lassen sich Lektüre und Internet-Recherche gut verbinden. Neue Zugänge zum Schicksal der Anne Frank und zu ihrem Tagebuch ermöglichen unter anderem der Schülerwettbewerb "Ein Buch für Anne Frank" oder die interaktive Ausstellung "Ein Mädchen aus Deutschland". Gerade in der Einstiegsphase kann die Fülle an Internet-Angeboten zum Thema leicht verwirrend wirken. Umso wichtiger ist es, die Auswahl zu ordnen und auf einige wichtige Seiten zu beschränken. Dabei bieten sich vor allem die biografisch konzipierten Seiten (darunter auch eine illustrierte Version der "Anne Frank Story") für Referate oder Facharbeiten an. Museen und Ausstellungen informieren über Aktivitäten und liefern Hintergrundinformationen zum zeitgeschichtlichen Kontext. Viele Seiten lassen sich natürlich bestens für die selbstständige Vorbereitung eines Schulausfluges (in Gruppenarbeit) zu den verschiedenen Anne-Frank-Stätten (Amsterdam, Frankfurt am Main, Berlin) nutzen. Lohnend ist auch ein Blick auf die Seiten der zahlreichen Anne-Frank-Schulen in Deutschland, die oftmals ganz in der Nähe eigene Aktivitäten zum Thema durchführen. Die folgende Liste verschafft einen ersten Überblick über Internetseiten zum Thema, die als Ergänzung im Deutsch- oder Geschichtsunterricht genutzt werden können. Eine Literaturkartei mit Arbeitsblättern zum Tagebuch kann in Verbindung mit der CD-ROM genutzt werden: Uta Hartwig (1999). Literatur-Kartei. Anne Frank Tagebuch . Mühlheim: Verlag an der Ruhr. ISBN 3-86072-406-1 (inklusive Taschenbuch).

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Unterrichtsmaterial und News für die Sekundarstufen

In diesem Schulstufenportal finden Lehrkräfte der Sekundarstufen I und II kostenlose und kostenpflichtige Arbeitsblätter, Kopiervorlagen, Unterrichtsmaterialien und interaktive Übungen mit Lösungsvorschlägen zum Download und für den direkten Einsatz im Fach- und fächerübergreifenden Unterricht sowie in Vertretungsstunden. Ob für das Fach Deutsch, Mathematik, Kunst, Sport, oder Englisch: Dieser Schulstufenbereich bietet Lehrerinnen und Lehrern jede Menge lehrplanorientierter Unterrichtsideen, Bildungsnachrichten sowie Tipps zu Apps und Tools für ihren Unterricht. 

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