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Kreditarten des Handels

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtsreihe werden anhand des Fallbeispiels "Global Frost in Zahlungsschwierigkeiten" ausgewählte Kreditarten des Handels thematisiert.Ein fiktives Unternehmen, die "Global Frost GmbH", gerät aufgrund der schlechten Zahlungsmoral seiner Kunden in finanzielle Bedrängnis. Wie soll nun eine geplante Werbekampagne finanziert werden? Schülerinnen und Schüler haben hier die Aufgabe, sich über Vor- und Nachteile verschiedener Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren, um dem Unternehmen "aus der Klemme" zu helfen. Das zentrale Medium dieses Unterrichtsprojekts ist entweder eine PowerPoint-Präsentation oder eine HTML-basierte Präsentation.Da Liquiditätsschwierigkeiten in Zeiten der Globalisierung der Märkte und des damit verbundenen verschärften Wettbewerbs verstärkt auftreten, ist die Forderung nach Praxisnähe erfüllt. Strukturanalyse Die Verkürzung der Entwicklungs-, Transport-, Marketing-, Entscheidungs- und Erkenntnisprozesse im Zuge der Globalisierung der Märkte hat in der Betriebswirtschaftslehre zu einem Perspektivenwechsel von einer funktionalen, strukturorientierten Betrachtung wirtschaftlichen Handelns hin zu einer Orientierung an den Geschäftsprozessen geführt, die einem umfassenden, kundenorientierten Service- und Qualitätsdenken eher gerecht wird (Hammer und Stanton 1995). Vor dem Hintergrund der prozessorientierten Sichtweise gewinnen die bereichsübergreifenden betrieblichen Querfunktionen Logistik, Finanzwesen, Personalwesen und insbesondere Informationsmanagement gegenüber den klassischen Grundfunktionen Einkauf, Produktion und Absatz zunehmend an Bedeutung (Gouillart und Kelly 1995). Anhand des Fallbeispiels "Global Frost in Zahlungsschwierigkeiten" werden ausgewählte Kreditarten des Handels unter besonderer Berücksichtigung des Computers als zentrales Schülerwerkzeug erarbeitet. Strukturierung von Finanzierungsmöglichkeiten Als Kriterien für die Strukturierung von Finanzierungsmöglichkeiten dienen die Kapitalherkunft (Innen- bzw. Außenfinanzierung) und die Rechtsstellung des Kapitalgebers (Eigen- bzw. Fremdfinanzierung). Die Finanzierung durch Kredite entspricht in dieser Systematik einer Außenfinanzierung mit Fremdkapital. Dauer der Kapitalüberlassung Nach der Dauer der Kapitalüberlassung (Fristigkeit) wird die Kreditfinanzierung wiederum in kurzfristig (in der Regel bis zu 90, teilweise bis zu 360 Tagen), mittelfristig (90 bzw. 360 Tage bis zu 4 Jahren) und langfristig (über 4 Jahre) untergliedert (Wöhe 1986). Die kurzfristige Kreditfinanzierung kann durch Kredite der Lieferanten, durch Anzahlungen von Kunden und durch die Aufnahme kurzfristiger Bankkredite erfolgen. Die mittel- bis langfristige Kreditfinanzierung erfolgt mittels Darlehen. Dabei stellt der Kreditgeber dem Kreditnehmer eine bestimmte Geldsumme zur Verfügung. Der Kreditnehmer verpflichtet sich, den Betrag zum vereinbarten Zeitpunkt einschließlich Zinsen zurückzuzahlen. Im Gegensatz zum Kontokorrentkredit kann beim Darlehen über zurückgezahlte Beträge nicht erneut verfügt werden. Je nach Höhe und Laufzeit werden Darlehen durch Bürgschaften, Lombardierungen, Sicherungsübereignungen oder Grundpfandrechte abgesichert (vgl. Nolden, Bizer 1990). Leasing und Factoring Finanzierungsformen, die sich hinsichtlich der Fristigkeit nicht eindeutig zuordnen lassen, sind Leasing und Factoring. Leasing ist die vertragliche Einräumung eines zeitlich begrenzten Nutzungsrechts an Gebäuden oder beweglichen Anlagegütern durch einen Leasing-Geber gegenüber einem Leasing-Nehmer. Rechtlich handelt es sich nicht um einen Kauf sondern um einen Mietvertrag. Factoring ist der Ankauf von kurzfristigen Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen durch ein besonderes Finanzierungsinstitut (Factor) (vgl. Kühn und Schlick 1996). Factoring wird in den meisten Fach- und Lehrbüchern der kurzfristigen Fremdfinanzierung zugeordnet. Bei kontinuierlicher Anwendung ließe sich das Factoring auch als mittel- oder langfristige Finanzierungsmöglichkeit einstufen. Beurteilung nach Berechnung Die Beurteilung verschiedener Kreditfinanzierungsvarianten erfordert eine Vielzahl von Berechnungen, die durch den Einsatz eines Tabellenkalkulationsprogramms erleichtert werden können. Der Einsatz der Präsentationsgrafik ermöglicht die Erstellung von Ergebnissen, die hinsichtlich ihrer Gestaltung, Austauschbarkeit und Wiederverwendbarkeit über die Möglichkeiten einer manuellen Erstellung hinausgeht. Didaktisch-Methodische Überlegungen Praxisnähe und didaktische Reduktion Da Liquiditätsschwierigkeiten in Zeiten der Globalisierung der Märkte und des damit verbundenen verschärften Wettbewerbs verstärkt auftreten, ist die Forderung nach Praxisnähe erfüllt. Durch die Nichtberücksichtigung von Sonderfällen der Kreditfinanzierung und komplexer Finanzpläne erfolgt eine Reduktion, um die Schüler nicht zu überfordern. Gleichzeitig soll die hypertextgestützte vernetzte Präsentation der relevanten Information die Fasslichkeit des Falls erhöhen. Berufsrelevanz Berufsrelevante Tätigkeiten der Unterrichtsreihe sind die im Rahmen einer Fallstudie definitionsgemäß zu bearbeitenden Handlungsschritte: Analyse einer Problemsituation, Interpretation zur Verfügung stehenden Informationsmaterials, Herleiten und Bewerten von Entscheidungsalternativen und die abschließende Präsentation und Diskussion der Ergebnisse. Durch die intensive Nutzung der Informationstechnologie werden die Praxisnähe und die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler gefördert. Die Fallstudie in der Präsentation Den Kern der Präsentation bilden die Ausgangssituation, in der der Fall dargestellt wird, sowie die Seiten für den Arbeitsauftrag und die für die Problemlösung erforderlichen Informationen. Die Struktur der Präsentation orientiert sich somit an der Konstruktion von Fallstudien im Allgemeinen. Um das einfache Navigieren zwischen den Grundkomponenten der Fallbeschreibung zu ermöglichen, enthalten die Präsentationsseiten am linken Rand Symbole für die einzelnen Fallabschnitte, die Website entsprechende Links. Innerhalb der Informationsseite können durch Anklicken der unterstrichen dargestellten Begriffe zusätzliche Informationen zu diesen Begriffen angezeigt werden. Sozialform Unterstützung durch den Computer Computerunterstütztes Lernen ist nicht auf das individuelle Einzellernen beschränkt. Vielmehr wird angestrebt, dass "die Lernsoftware innerhalb des sozial-kommunikativen Kontexts einzelne didaktische Funktionen übernehmen kann, dabei aber dem sozialen Geschehen der Lerngruppe untergeordnet wird" (Euler 1997). Im konkreten Fall dient die Hypertext-Präsentation der Information, die Excel-Tabelle der Unterstützung bei den als Entscheidungsgrundlage anfallenden Berechnungen sowie die Präsentationsgrafik zur übersichtlichen Dokumentation und verständlichen Präsentation. Das Finden von Lösungsalternativen und deren Bewertung sowie die Entscheidung für eine Alternative erfolgt durch Diskussion in der Gruppe. Arbeitsgleiche Gruppenarbeit Die Gruppenarbeit erfolgt arbeitsgleich, da dies den Wissenstransfer zwischen den Gruppen im Hinblick auf den Einsatz der neuen Medien erleichtert. Durch die offene Gestaltung der gemeinsamen Fragestellung ist darüber hinaus gewährleistet, dass die unterschiedlichen Gruppen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, so dass einerseits Anlass zur Diskussion gegeben ist und die Schülerinnen und Schüler andererseits erfahren, dass es für viele Probleme der betrieblichen Praxis keine eindeutigen Musterlösungen gibt. Ablauf der Unterrichtseinheit "Kreditarten des Handels" Unterrichtsablauf "Kreditarten des Handels" Auf dieser Seite finden Sie eine detaillierte Beschreibung des Unterrichtsverlaufs dieser Unterrichtseinheit Die Schülerinnen und Schüler erkennen Finanzierungsanlässe. beschreiben Finanzierungsmöglichkeiten. verstehen ausgewählte Kreditarten des Handels (Lieferantenkredit, Kontokorrentkredit, Diskontkredit, Darlehen) und beurteilen sie nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. wenden Diskontrechnung an. wenden arithmetische Funktionen auf Datumsfelder an. erkennen Grundsätze der Gestaltung von Bildschirmpräsentationen. Die folgenden Quellen wurden für die Unterrichtseinheit "Kreditarten des Handels" herangezogen: D. Euler: Pädagogische Konzepte des multimedialen Lernens. In: Wirtschaft und Erziehung 1/97, Wolfenbüttel 1997 F. Gouillart und J. Kelly: Transforming the Organisation, New York 1995 M. Hammer und S. Stanton, The Reengineering Revolution, New York 1995 G. Kühn und H. Schlick: Spezielle Wirtschaftslehre Groß- und Außenhandel, Bad Homburg 1996 R. Nolden, E. Bizer: Groß- und Außenhandelsbetriebslehre, Köln 1990 M. Schinner: Software-Sanierung mittels Strukturierung im Großen. Inaugural-Dissertation, Institut für Informatik der Universität Zürich, Zürich 1993 G. Wöhe: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, 16. Auflage, München 1986 Vor dem Hintergrund der prozessorientierten Sichtweise gewinnen die bereichsübergreifenden betrieblichen Querfunktionen Logistik, Finanzwesen, Personalwesen und insbesondere Informationsmanagement gegenüber den klassischen Grundfunktionen Einkauf, Produktion und Absatz zunehmend an Bedeutung (Gouillart und Kelly 1995). Anhand des Fallbeispiels "Global Frost in Zahlungsschwierigkeiten" werden ausgewählte Kreditarten des Handels unter besonderer Berücksichtigung des Computers als zentrales Schülerwerkzeug erarbeitet. Strukturierung von Finanzierungsmöglichkeiten Als Kriterien für die Strukturierung von Finanzierungsmöglichkeiten dienen die Kapitalherkunft (Innen- bzw. Außenfinanzierung) und die Rechtsstellung des Kapitalgebers (Eigen- bzw. Fremdfinanzierung). Die Finanzierung durch Kredite entspricht in dieser Systematik einer Außenfinanzierung mit Fremdkapital. Dauer der Kapitalüberlassung Nach der Dauer der Kapitalüberlassung (Fristigkeit) wird die Kreditfinanzierung wiederum in kurzfristig (in der Regel bis zu 90, teilweise bis zu 360 Tagen), mittelfristig (90 bzw. 360 Tage bis zu 4 Jahren) und langfristig (über 4 Jahre) untergliedert (Wöhe 1986). Die kurzfristige Kreditfinanzierung kann durch Kredite der Lieferanten, durch Anzahlungen von Kunden und durch die Aufnahme kurzfristiger Bankkredite erfolgen. Die mittel- bis langfristige Kreditfinanzierung erfolgt mittels Darlehen. Dabei stellt der Kreditgeber dem Kreditnehmer eine bestimmte Geldsumme zur Verfügung. Der Kreditnehmer verpflichtet sich, den Betrag zum vereinbarten Zeitpunkt einschließlich Zinsen zurückzuzahlen. Im Gegensatz zum Kontokorrentkredit kann beim Darlehen über zurückgezahlte Beträge nicht erneut verfügt werden. Je nach Höhe und Laufzeit werden Darlehen durch Bürgschaften, Lombardierungen, Sicherungsübereignungen oder Grundpfandrechte abgesichert (vgl. Nolden, Bizer 1990). Leasing und Factoring Finanzierungsformen, die sich hinsichtlich der Fristigkeit nicht eindeutig zuordnen lassen, sind Leasing und Factoring. Leasing ist die vertragliche Einräumung eines zeitlich begrenzten Nutzungsrechts an Gebäuden oder beweglichen Anlagegütern durch einen Leasing-Geber gegenüber einem Leasing-Nehmer. Rechtlich handelt es sich nicht um einen Kauf sondern um einen Mietvertrag. Factoring ist der Ankauf von kurzfristigen Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen durch ein besonderes Finanzierungsinstitut (Factor) (vgl. Kühn und Schlick 1996). Factoring wird in den meisten Fach- und Lehrbüchern der kurzfristigen Fremdfinanzierung zugeordnet. Bei kontinuierlicher Anwendung ließe sich das Factoring auch als mittel- oder langfristige Finanzierungsmöglichkeit einstufen. Beurteilung nach Berechnung Die Beurteilung verschiedener Kreditfinanzierungsvarianten erfordert eine Vielzahl von Berechnungen, die durch den Einsatz eines Tabellenkalkulationsprogramms erleichtert werden können. Der Einsatz der Präsentationsgrafik ermöglicht die Erstellung von Ergebnissen, die hinsichtlich ihrer Gestaltung, Austauschbarkeit und Wiederverwendbarkeit über die Möglichkeiten einer manuellen Erstellung hinausgeht. Praxisnähe und didaktische Reduktion Da Liquiditätsschwierigkeiten in Zeiten der Globalisierung der Märkte und des damit verbundenen verschärften Wettbewerbs verstärkt auftreten, ist die Forderung nach Praxisnähe erfüllt. Durch die Nichtberücksichtigung von Sonderfällen der Kreditfinanzierung und komplexer Finanzpläne erfolgt eine Reduktion, um die Schüler nicht zu überfordern. Gleichzeitig soll die hypertextgestützte vernetzte Präsentation der relevanten Information die Fasslichkeit des Falls erhöhen. Berufsrelevanz Berufsrelevante Tätigkeiten der Unterrichtsreihe sind die im Rahmen einer Fallstudie definitionsgemäß zu bearbeitenden Handlungsschritte: Analyse einer Problemsituation, Interpretation zur Verfügung stehenden Informationsmaterials, Herleiten und Bewerten von Entscheidungsalternativen und die abschließende Präsentation und Diskussion der Ergebnisse. Durch die intensive Nutzung der Informationstechnologie werden die Praxisnähe und die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler gefördert. Die Fallstudie in der Präsentation Den Kern der Präsentation bilden die Ausgangssituation, in der der Fall dargestellt wird, sowie die Seiten für den Arbeitsauftrag und die für die Problemlösung erforderlichen Informationen. Die Struktur der Präsentation orientiert sich somit an der Konstruktion von Fallstudien im Allgemeinen. Um das einfache Navigieren zwischen den Grundkomponenten der Fallbeschreibung zu ermöglichen, enthalten die Präsentationsseiten am linken Rand Symbole für die einzelnen Fallabschnitte, die Website entsprechende Links. Innerhalb der Informationsseite können durch Anklicken der unterstrichen dargestellten Begriffe zusätzliche Informationen zu diesen Begriffen angezeigt werden. Unterstützung durch den Computer Computerunterstütztes Lernen ist nicht auf das individuelle Einzellernen beschränkt. Vielmehr wird angestrebt, dass "die Lernsoftware innerhalb des sozial-kommunikativen Kontexts einzelne didaktische Funktionen übernehmen kann, dabei aber dem sozialen Geschehen der Lerngruppe untergeordnet wird" (Euler 1997). Im konkreten Fall dient die Hypertext-Präsentation der Information, die Excel-Tabelle der Unterstützung bei den als Entscheidungsgrundlage anfallenden Berechnungen sowie die Präsentationsgrafik zur übersichtlichen Dokumentation und verständlichen Präsentation. Das Finden von Lösungsalternativen und deren Bewertung sowie die Entscheidung für eine Alternative erfolgt durch Diskussion in der Gruppe. Arbeitsgleiche Gruppenarbeit Die Gruppenarbeit erfolgt arbeitsgleich, da dies den Wissenstransfer zwischen den Gruppen im Hinblick auf den Einsatz der neuen Medien erleichtert. Durch die offene Gestaltung der gemeinsamen Fragestellung ist darüber hinaus gewährleistet, dass die unterschiedlichen Gruppen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, so dass einerseits Anlass zur Diskussion gegeben ist und die Schülerinnen und Schüler andererseits erfahren, dass es für viele Probleme der betrieblichen Praxis keine eindeutigen Musterlösungen gibt. Problematisierung: Ausgangssituation Die Schüler und Schülerinnen erfahren aus dem Dialog zwischen den beiden Geschäftsführern die Ausgangssituation: Global Frost will in die Realisierung einer Plakatkampagne investieren, hat jedoch Zahlungsschwierigkeiten, so dass der dafür gewährte Liefererskonto nicht genutzt werden kann. Die Schüler und Schülerinnen äußern spontan Lösungsmöglichkeiten für den Liquiditätsengpass. Diese Lösungsmöglichkeiten werden im Anschluss gemeinsam in kurz-, mittel- und langfristig wirksame gegliedert. Der Fall "Global Frost" Die Schülerinnen und Schüler bilden Gruppen und blättern durch die PowerPoint-Präsentation (finanzierung.ppt) beziehungsweise die Website. Sie informieren sich über die genaue finanzielle Situation der Global Frost GmbH, insbesondere über: den kurzfristigen Kapitalbedarf aufgrund des Investitionsvorhabens unter Berücksichtigung der Zahlungsbedingungen den Termin der Rechnungsstellung die Höhe der ausstehenden Wechsel die zur Verfügung stehenden Kreditangebote Entwicklung von Entscheidungsalternativen Die Gruppen führen unter Einsatz der Tabellenkalkulation Berechnungen zu unterschiedlichen Finanzierungsvarianten durch. Sie kombinieren verschiedene Kreditangebote zu alternativen Lösungsmöglichkeiten und beurteilen die jeweiligen Vor- und Nachteile nach betriebswirtschaftlichen Kriterien. Sie dokumentieren die Ergebnisse dieser und der nachfolgenden Phase in einer zur Verfügung gestellten PowerPoint-Präsentation (präsentation.ppt). Auswählen und Begründen einer Entscheidung Die jeweiligen Gruppen entscheiden sich für eine Lösung und begründen ihre Entscheidung. Als Hilfestellung erhalten Sie Feedback über die Ergebnisse der Exploration von ihrem 'Vorgesetzten'. Präsentation und Diskussion der Lösung Die Schülerinnen und Schüler präsentieren und diskutieren ihre Lösungen. Artikulation der Eindrücke Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren im Rahmen eines stummen Schreibgesprächs ihre Eindrücke zu den folgenden Aspekten: Thema Fallbeschreibung Einsatz der Präsentationsgrafik Gruppenarbeit Lehrerverhalten D. Euler: Pädagogische Konzepte des multimedialen Lernens. In: Wirtschaft und Erziehung 1/97, Wolfenbüttel 1997 F. Gouillart und J. Kelly: Transforming the Organisation, New York 1995 M. Hammer und S. Stanton, The Reengineering Revolution, New York 1995 G. Kühn und H. Schlick: Spezielle Wirtschaftslehre Groß- und Außenhandel, Bad Homburg 1996 R. Nolden, E. Bizer: Groß- und Außenhandelsbetriebslehre, Köln 1990 M. Schinner: Software-Sanierung mittels Strukturierung im Großen. Inaugural-Dissertation, Institut für Informatik der Universität Zürich, Zürich 1993 G. Wöhe: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, 16. Auflage, München 1986

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Pränatale Diagnostik – ein kontroverses Thema im Unterricht

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Pränatale Diagnostik" diskutieren die Schülerinnen und Schüler dieses kontroverse Thema. Über eine Internetrecherche und eine Podiumsdiskussion mit Rollenspiel wird das gesellschaftliche und ethische Konfliktpotential der Pränatalen Diagnostik vermittelt.Die Pränatale Diagnostik (PND) ermöglicht bereits während der Schwangerschaft die Diagnose von Schädigungen, Erkrankungen und sogar genetischen Defekten bei ungeborenen Kindern. Die Errungenschaften der modernen Biowissenschaften und der Medizin stellen werdende Eltern bei "positiven" Befunden vor die schwierige (Gewissens-)Entscheidung: Schwangerschaftsabbruch oder nicht?Die für die Unterrichtseinheit veranschlagten zwei Unterrichtsstunden sollten als Einzelstunden abgehalten werden. Die Schülerinnen und Schüler sollten das Thema Sexualkunde bereits durchgenommen haben. Zu Beginn der ersten Stunde wird das bereits vorhandene Wissen der Schülerinnen und Schüler zur Pränatalen Diagnostik zusammengetragen. Danach teilt die Lehrkraft die Arbeitsgruppen ein und ordnet die Arbeitsaufträge zu. Falls genug Zeit vorhanden ist, kann man auch versuchen, die Gruppen ihre Themen selbst wählen zu lassen. Während der Gruppenarbeit sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsaufträge mithilfe von Internetrecherchen über vorgegebene Links erfüllen. Da diese Aufgabe recht zeitaufwändig ist, sollte die Recherche idealerweise als Hausaufgabe fortgeführt werden können. 1. Stunde: Einführung des Themas und Internetrecherche Hinweise zum Brainstorming, zur Internetrecherche und zu der Bearbeitung der Aufgabenstellungen in Gruppenarbeit. 2. Stunde, Teil I: Präsentation und Podiumsdiskussion Die Diskussion soll auf emotionaler, rationaler und ethischer Ebene fachübergreifend geführt werden (Religion, Politik, Geschichte). 2. Stunde, Teil II: Ergebnissicherung Abstimmung und Fixierung der Ergebnisse auf einer CD-ROM oder einer eigenen Website. Übersicht über die Arbeitsgruppen und Zusammenstellung der Leitfragen für die Recherche. Die Arbeitsblätter können Sie hier einzeln betrachten und herunterladen. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren ausgehend von einem Fallbeispiel im Internet in arbeitsteiliger Gruppenarbeit die Standpunkte verschiedener Berufs- und Gesellschaftsgruppen zur Pränatalen Diagnostik mithilfe vorgegebener Links. ihre Ergebnisse im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Rollenspiel präsentieren. entwickeln für eine abschließende Abstimmung einen klaren eigenen Standpunkt zur Pränatalen Diagnostik-Problematik. transformieren die Ergebnisse der Unterrichtseinheit in eine CD-ROM oder eine Website. Die Unterrichtsstunde beginnt mit einem Brainstorming zur Pränatalen Diagnostik. Ausgangspunkt können zum Beispiel folgende Fragenbilden bilden: Was könnt ihr euch unter dem Begriff Pränatale Diagnostik vorstellen? Warum werden solche Untersuchungen durchgeführt? Die Ergebnisse sollen in einem Tafelbild fixiert werden. Die Einführung, für die etwa zehn Minuten zu veranschlagen ist, dient neben der Sammlung von Informationen auch dazu, einen Bezug der Schülerinnen und Schüler zum Thema aufzubauen. Die Schülerinnen und Schüler werden in sechs Gruppen (A bis F) eingeteilt, die die Standpunkte verschiedener gesellschaftlicher und beruflicher Gruppen zur PND recherchieren und diese Gruppen repräsentieren sollen. Die Standpunkte sollen die Schülerinnen und Schüler in der Podiumsdiskussion der zweiten Stunde vertreten. Die verschiedenen Blickrichtungen verschaffen einen Überblick über die Vielschichtigkeit der Thematik und regen eine kontroverse und lebhafte Diskussion an. Die Recherche erfolgt über ausgewählte Links der Gruppenarbeitsblätter. Als Orientierungshilfe für die Recherche enthalten die Arbeitsblätter neben den jeweiligen Links auch Leitfragen. Am Ende der Recherche muss die Arbeitsgruppe eine klare Meinung "ihrer" gesellschaftlichen Gruppe zum Thema PND vertreten und in der Lage sein, "Hanna und Martin" zu beraten. Allgemeine Sachinformationen zur Pränatalen Diagnostik Um allen Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Diskussion einen umfassenden fachlichen Einblick in das Thema zu ermöglichen, bearbeitet Gruppe A nicht eine bestimmte gesellschaftliche Rolle oder Gruppe, sondern stellt eine Präsentation zu den Indikationen für die PND und die verschiedenen medizinischen Verfahren zusammen. Die Dokumentation kann in Form von Plakaten, Overhead-Folien oder - wenn ein Beamer zur Verfügung steht - auch als PowerPoint-Präsentation umgesetzt werden. Der Fall "Hanna und Martin" Die Gruppen B bis F erhalten ein Arbeitsblatt mit dem fiktiven Fallbeispiel von Hanna und Martin. Das Paar erwartet ein Kind. Im Rahmen der ersten Routineuntersuchung beim Gynäkologen wurde das im Ultraschallbild transparente Gewebe zwischen der oberen Rückenmuskulatur und der Haut des Fötus (der Nackenfaltenbereich) ausgemessen. Im Allgemeinen ist dieser durchscheinende Bereich zwischen null und zwei Millimeter dick. Die Nackenfalte des ungeborenen Kindes von Hanna und Martin hat jedoch den Grenzwert von drei Millimetern überschritten. Der Gynäkologe erklärt, dass dies auf eine Chromosomenstörung hinweisen könnte und bietet dem Paar eine weiterführende Diagnostik an. Nun überlegen Hanna und Martin, ob weitere vorgeburtliche Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Jede Gruppe erarbeitet nun die Hintergründe des Fallbeispiels aus der Perspektive eines Mediziners, von Eltern eines behinderten Kindes, eines Kirchenvertreters, eines Juristen und von Hanna und Martin. Um die Qualität der Diskussionsphase (2. Unterrichtsstunde) zu optimieren und den anderen Gruppen das Nachlesen von Informationen in den Originalquellen zu ermöglichen, werden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, den recherchierten Aussagen und Zahlen genaue Quellenangaben anzufügen. Der sorgfältige Umgang mit Quellenangaben wird für weitere wissenschaftliche Arbeiten und Projekte immer wieder benötigt und soll geübt und gefestigt werden. Indem die Quellen dokumentiert werden, können insbesondere extreme Aussagen in einen gesellschaftlichen Kontext gebracht und so besser nachvollzogen und bewertet werden. In der Podiumsdiskussion begibt sich aus den Gruppen A bis E je eine Schülerin oder ein Schüler auf das Podium. Aus Gruppe F tun dies zwei Schülerinnen und Schüler, die in der Diskussion die Rollen von Hanna und Martin übernehmen. Diese stoßen die Diskussion mit Fragen an die Expertinnen oder Experten beziehungsweise Freundinnen oder Freunde an und agieren so als Moderierende. Falls nötig, bringen sie durch weitere Fragen neue Impulse in das Geschehen ein. Die restlichen Schülerinnen und Schüler bilden das Publikum. Sie folgen der Diskussion ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler, sind aber auch angehalten, sich aktiv daran zu beteiligen, wobei jedoch keine Rollen vertreten werden müssen. Die Lehrkraft sollte so wenig wie möglich in die Diskussion eingreifen. Erst wenn diese abschweift oder sich zu sehr von der zu klärenden Frage entfernt, sollte eingegriffen werden. Dies kann die Lehrperson unterstützen, indem sie "Hanna und Martin" vor der Diskussion Karten mit Leitfragen aushändigt. So können die Moderatoren selbst die Diskussion wieder in die richtige Bahn leiten. Emotionale Diskussion Die emotionale Diskussion verläuft aus der Betroffenheitsperspektive. Bei dieser Diskussionsform wird ein starker Bezug auf sich selbst genommen und aus der eigenen Betroffenheit heraus argumentiert. Besonders aus den Erkenntnissen des emotionalen Lernens ist diese Diskussionsform geeignet, ein aktives und "hitziges" Gespräch in Gang zu bringen. Rationale Perspektive Die rationale Diskussion konzentriert sich auf Zahlen und Fakten. Im Vordergrund der Gesprächsführung steht die distanzierte Vorstellung der jeweiligen Sichtweisen. Die rationale Perspektive eignet sich insbesondere zur Diskussion von konkreten Fragestellungen wie beispielsweise der Aussagekraft der Nackenfaltenuntersuchung. Aus der rationalen Perspektive kann die Distanz zu dem strittigen Thema gewahrt bleiben. Ethische Ebene Die ethische Diskussion setzt sich mit Fragestellungen auseinander, die eine starke Selbstreflexion und sozialkritisches Denken erfordern. Bei der Podiumsdiskussion sollte auf der ethischen Ebene der Nutzen der PND geklärt werden: Wer profitiert von der Untersuchung? Das Kind oder die Mutter? Eine PND ist sinnvoll und aus medizinischer Perspektive geboten, wenn dadurch die Erkrankung oder die Behinderung des Kindes intrauterin behandelt oder rechtzeitig für eine postnatale Therapie vorgesorgt werden kann. Häufig zeichnen sich aber keine Therapiemöglichkeiten für das Kind ab. In diesen Fällen wird das ungeborene Kind dem Risiko eines diagnostischen Eingriffs ausgesetzt, wobei die einzige Konsequenz aus dem Befund eine Entscheidung über die Fortsetzung oder den Abbruch der Schwangerschaft ist. Für die werdenden Eltern ist das Ergebnis der PND ein Informationsgewinn, der Sorgen und Befürchtungen ausräumen kann. Ist das Untersuchungsergebnis aber "positiv", muss sich das Paar für oder gegen die Fortsetzung der Schwangerschaft entscheiden. Die ethische Diskussion kann ausgeweitet und in einen anderen Kontext gestellt werden. Beispielsweise könnte die Diskussion unter folgenden Fragestellungen laufen: Was ist Norm und wer legt die Norm fest? Wie gehen wir mit Menschen um, die nicht der Norm entsprechen? Wie werden Behinderte in unserer heutigen Leistungsgesellschaft wahrgenommen? Auf der ethischen Ebene sollte fachübergreifendes Arbeiten stattfinden. Hier bietet sich eine Kooperation der Biologie mit den Fächern Religion / Ethik, Philosophie und Geschichte (NS-Zeit: Euthanasie) an. Auch ein Bezug zu sozialwissenschaftlichen Themen wie Minderheiten (Ausländer) und Minderheitenschutz kann hergestellt werden. Eine Diskussion auf der ethischen Ebene ist in erster Linie für die Projektarbeit in der Sekundarstufe II geeignet. Unabhängig von der Diskussionsebene sollte immer eine kritische Auseinandersetzung mit den verwendeten Quellen erfolgen. Insbesondere einseitige Darstellungsweisen und radikale Aussagen sollten genauer analysiert und immer in ihrem Kontext behandelt werden. Insbesondere bei der gesellschaftlichen Gruppe der Kirchenvertreter fällt die grundsätzliche Ablehnung der Abtreibung auf. Eine einseitige Berichterstattung ist auch bei den Standpunkten der Eltern von Kindern mit Down-Syndrom auffällig. Negative Gefühle und Schwierigkeiten werden nicht genannt oder nur marginal behandelt. Die Podiumsdiskussion sollte auf ein klares Ergebnis hinauslaufen, was zur Festigung der Ergebnisse beiträgt. Dazu dient auch die abschließende Abstimmung, in der sich die Schülerinnen und Schüler entscheiden müssen ob sie als Hanna und Martin eine Fruchtwasseruntersuchung oder vergleichbare Untersuchungen durchführen lassen würden oder nicht. ob sie sich für oder gegen ihr Kind entscheiden würden, wenn bei diesem das Down-Syndrom oder eine ähnlich schwerwiegende Behinderung diagnostiziert werden würde. Dabei kann die Abstimmung zur ersten Frage noch per Handzeichen erfolgen. Die zweite Abstimmung, ob das Kind ausgetragen werden soll oder ob sich die Eltern gegen das Kind entscheiden sollten, muss unbedingt anonym über Fragezettel erfolgen. Ziel der Abstimmung ist es, die Schülerinnen und Schüler zu einer persönlichen Stellungsnahme zu bewegen und die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema zu fördern. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich als Lehrerin oder Lehrer einen eigenen klaren Standpunkt zu bilden. Die persönliche Einstellung darf den Schülerinnen und Schülern jedoch keinesfalls aufdrängt werden. Diese werden jedoch interessiert sein, welche Ansicht die Lehrkraft vertritt. Der persönlichen Meinungsäußerung sollte immer der Hinweis vorausgehen, dass jeder seine individuelle Meinung zum Thema PND finden und vertreten muss. Im Rahmen einer Projektwoche in der Sekundarstufe II können die Ergebnisse der Unterrichtseinheit weiter verwendet und die Inhalte vertieft werden. Eine mögliche Aufgabenstellung wäre die Zusammenstellung eines Kompendiums aus den recherchierten Artikeln. Diese Zusammenfassungen können von den Arbeitsgruppen zusammengestellt und mit einem kurzen persönlichen Kommentar versehen werden. Die Ergebnisse sollten auf CD-ROM gebrannt und so für die gesamte Klasse fixiert werden. Die Hauptaspekte der Podiumsdiskussion werden dabei wiederholt und das Gelernte verfestigt sich. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Erstellung einer gemeinsamen Website, auf der jede Gruppe ihre Ergebnisse veröffentlicht und so einer breiteren Öffentlichkeit, insbesondere anderen Klassen, zur Verfügung stellt. Die Diskussion kann hier in einem Forum fortgeführt werden. Der Ausgangspunkt aller Arbeitsgruppen ist eine E-Mail von Hanna und Martin an einen medizinischen Beratungsservice im Internet. Hallo, wir sind schwanger (natürlich meine Frau) und zwar in der 14. Woche, und sollten uns langsam entscheiden, ob wir eine Fruchtwasseruntersuchung machen sollen oder nicht. Die Nackenfaltenuntersuchung hat ein Risiko von 1 zu 1.557 ergeben, was laut Arzt nicht sehr hoch ist. Die Schwangerschaft verläuft bisher ohne Probleme und die Entwicklung des Kindes ist absolut normal. Nur bleibt immer noch die Frage: Was ist, wenn unser Baby behindert ist? Lohnt sich die Fruchtwasseruntersuchung überhaupt oder ist das Risiko im Verhältnis zu hoch? Was sollen wir tun? Wann werden in der Schwangerschaft vorgeburtliche Untersuchungen durchgeführt? Wie sehen die Kinder zu diesem Zeitpunkt aus? Unter welchen besonderen Umständen werden solche Untersuchungen empfohlen und durchgeführt? Welche Verfahren gibt es? Welche Methoden der PND sind mit welchen Risiken verbunden? Unter welchen Umständen ist das Risiko vertretbar? Würdest du Hanna und Martin zu einer Fruchtwasseruntersuchung raten? Welche rechtlichen Aspekte musst du bei deiner Arbeit mit vorgeburtlichen Untersuchungen einbeziehen? Du hast dich früher bereits einmal für das Leben deines behinderten Kindes entschieden. Würdest du es heute genauso machen? Welche positiven und negativen Erfahrungen hast du mit der Behinderung deines Kindes gemacht? Welche Hilfe ist dir von wem (staatliche Hilfe, Vereine, Freunde) entgegengebracht worden? Welche persönlichen Einschränkungen bringt das Leben mit einem behinderten Kind mit sich? Wozu würdest du Hanna und Martin als Freund oder Freundin raten, wenn durch die PND eine Behinderung festgestellt würde? Was sagt die Kirche zur PND und zur Abtreibung? Welche Argumente bringt die Kirche gegen die Abtreibung? Welche gegen die PND? Welche Hilfe können Betroffene von der Kirche erwarten? Welche rechtlichen Bestimmungen muss man bei vorgeburtlichen Untersuchungen beachten? Welche bekannten juristischen Fälle gibt es? Wie sind die rechtlichen Bestimmungen für Abtreibungen von behinderten Föten nach PND? Welche Bedeutung hat die Nackenfaltenuntersuchung? Was wird bei dieser Untersuchung gemacht? Welche Erfahrungen haben andere Leute in eurer Situation schon gemacht? Welche Fragen bleiben für euch offen, die ihr in der Diskussion stellen könntet? Die folgende Liste enthält die nach Arbeitsgruppen sortierten und auf den Arbeitsblättern vorgegebenen Links, mit denen die SchülerInnen in der Recherchephase arbeiten.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Klassik: Vordenker, Theorie und Werke

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zur Klassik motivieren originelle Aufgabenstellungen am Computer die Schülerinnen und Schüler zur Behandlung dieser Epoche. In drei Ebenen (philosophische Vordenker - theoretische Texte zur Klassik - Werke der Klassik) gibt diese Unterrichtseinheit Einblick in die Gedankenwelt der Weimarer Klassik. Die Bearbeitung eines jeden Textes nimmt etwa eine bis zwei Unterrichtsstunden in Anspruch. Die Reihenfolge der Bearbeitung innerhalb einer Ebene ist beliebig. Die Epoche der Klassik kann in drei Stufen gegliedert werden. Daher ist diese Unterrichtseinheit in drei Ebenen aufgebaut. Sie können je nach Zielsetzung auch voneinander unabhängig modular in den Fachunterricht integriert werden. Ebene 1: Kant - Humboldt - Winckelmann - Herder Die vier Persönlichkeiten dieser Ebene werden jeweils mit einem zentralen Text vorgestellt. Ebene 2: Schillers Mensch und Goethes Natur Schiller und Goethe haben sich in verschiedenen programmatischen Schriften mit den Idealen ihrer Kunst auseinander gesetzt. Zwei dieser Texte werden hier mit einzelnen, aber grundlegenden Thesen besprochen. Ebene 3: Iphigenie, Das Göttliche, Maria Stuart, Die Bürgschaft Aus der großen Anzahl klassischer Texte können hier nur wenige beispielhaft bearbeitet werden. Die Schülerinnen und Schüler erschließen die Weimarer Klassik von ihren philosophischen Grundlagen und in ihrem gedanklichen Umfeld. erkennen das Profil des klassischen Gedankenguts und beschreiben es kontrastiv. lesen einen klassischen Text, interpretieren und abstrahieren ihn. Methodische Vorbemerkung Die SchülerInnen bearbeiten zunächst einen gezielt vorgegebenen Text. Die Lesestücke auf de Arbeitsblatt L1 und L2 sind Auszüge aus dem Originaltext und sollen nicht vorgegeben werden, sondern dienen der Lehrkraft als Kontrolle, ob die SchülerInnen die Kernstellen gefunden haben. L3 ist als Beispiel für eine mögliche Lösung der letzten Aufgabe gedacht. Aufgabe 4 ist fakultativ. Methodische Vorbemerkung Die Aufgaben in dieser Einheit nehmen Bezug auf einen fragmentarisch gebliebenen Text. Diese Tatsache wird zum Anlass genommen, einen noch bruchstückhafteren (Lücken-)Text durch Vergleich mit dem Original zu ergänzen. Dadurch werden die SchülerInnen gezwungen, den Text genau zu lesen und sich sinntragende Formulierungen durch eigene Schreibtätigkeit anzueignen. Das hierfür erforderliche Arbeitsblatt ist auszudrucken und für alle SchülerInnen zu vervielfältigen. Einführung Mitte des 18. Jahrhunderts tauchte das Wort "Bildung" im deutschen Sprachraum auf. Gemeint war die Entfaltung der Individualität durch eine besondere Art der Geistesbildung, die abseits der alltäglichen Dinge geschehen sollte. Der Mensch sollte mehr sein als das, was seine täglichen sozialen und beruflichen Pflichten von ihm verlangen. Die Neuhumanisten, besonders Wilhelm von Humboldt, hatten ein Persönlichkeitsideal, welches den Ultilitarismus der Erziehung dieser Zeit überwinden sollte. Sie wollten, dass der Mensch vor jedem beruflichen Nutzen, den er bringen kann, eine allgemeine Bildung erhält. Eine generelle Humanität sei dem Staat nützlicher als eine auf Lebenszwecke reduzierte Erziehung. Vorbemerkung Goethe wurde stark von Johann Joachim Winckelmann beeinflusst. An dessen "Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst" (1755) kann exemplarisch die Rezeption der Antike im 18. Jahrhundert studiert werden. Vorbemerkung Der Theologe, Schriftsteller und Literaturkritiker Johann Gottfried Herder stellte den Menschen in den Mittelpunkt der Philosophie. Er rückt ihn ins Zentrum der Schöpfungsordnung und erklärt die menschliche Vernunft als Ergebnis eines gattungsgeschichtlichen und individuellen Entwicklungs- und Bildungsprozesses. In seinem unvollendet gebliebenen Werk "Ideen zu einer Philosophie der Geschichte der Menschheit" (1784) beschreibt Herder die Natur des Menschen. Sein Humanitätsideal bestimmt das Menschenbild der Klassik entscheidend. Eine Leitidee der Renaissance war, dass der Mensch sich aus Liebe für den Fortschritt und das Gemeinwohl der Menschheit einsetze. Wie diese Leidenschaft zum schöpferischen Denken zu entwickeln sei, legte Friedrich Schiller in seinen grundlegenden Briefen Über die ästhetische Erziehung des Menschen (1795) dar. Unter dem Eindruck der Französischen Revolution und ihrer Ausartung in den jakobinischen Terror stellte Schiller die Frage, was die Menschen subjektiv daran hindere, eine einmalige historische Chance zu nutzen und dem Gesetz zu seinem Recht zu verhelfen. Das antike Verfahren, individuelle Gegenstände der Natur darzustellen, ohne das Verfahren der Darstellung eigens zu thematisieren (einfache Nachahmung der Natur), wird vorgestellt. Das neuzeitliche Verfahren, die Gegenstände der Natur bloß als Zeichensprache zum Ausdruck des jeweiligen Subjekts zu benutzen (Manier), steht dem gegenüber. Goethe kommt durch die Verbindung dieser Arbeitsweisen zum höchsten Prinzip der Darstellung, dem Stil. In der Darstellung konkreter Gegenstände lässt sich ein ausgedehntes naturwissenschaftliches Studium der Objekte und ihres Zusammenhanges ausmachen. Methodische Vorbemerkung Die SchülerInnen sollen einen zentralen Text Goethes zu seinem klassischen Kunstverständnis im Original kennen lernen. Sie sollen die Technik des Zitierens üben. Dabei sind sowohl die sprachlich richtige und sachlich korrekte Übernahme fremder Textteile zu üben als auch die Technik der Textübernahme zwischen Internet-Browser und Textverarbeitungsprogramm. Vorbemerkung Durch die Begegnung Schillers und Goethes wurde die Weimarer Zeit der beiden Dichter zu dem, was wir heute die Epoche der Klassik nennen. Dabei brachten die beiden Männer durchaus unterschiedliche persönliche Lebenserfahrungen und künstlerische Interessen mit, wodurch sie sich gegenseitig fördern und ergänzen konnten. Da die Unterschiede im Kunstverständnis Goethes und Schillers auch biographisch bedingt sind, sollen hier die wesentlichen Lebensdaten verglichen werden. Exposition des inneren Monologs Iphigenie auf Tauris ist in vielfacher Hinsicht ein vollkommenes Drama. Neben Sprache und Form liegt vor allem das klassische Menschenbild in unüberbietbarer Perfektion vor. Von den vielfältigen Untersuchungsaspekten, die nur im Rahmen einer umfangreicheren Lektürebehandlung Raum erhalten können, sei hier die Analyse der Exposition des inneren Monologs Iphigeniens im 1. Akt, 1. Szene herausgegriffen. Methodische Vorbemerkungen Alle SchülerInnen müssen den Text genau gelesen haben. Dazu dienen die Aufgaben 1 und 2 des Aufgabenblattes 10, wobei die zweite Aufgabe sicher stellt, dass grundsätzliche Informationen über die Szene bekannt sind. Aufgaben Die Aufgaben werden arbeitsteilig in Kleingruppen bearbeitet. Hier sollten zwei SchülerInnen an einem Computer sitzen und sich die Recherche zu ihrem Thema und die Notizen dazu teilen. So wie Iphigenie auf wunderbare Weise von der Hinrichtungsstätte entführt und nach Tauris gebracht wurde, so könnte sie auch in unsere Gegenwart gelangen. Als prominente Königstochter wird sie von den Medien herumgereicht und stellt sich in einer Talkshow den Fragen des Moderators. Wenn die technische Möglichkeit besteht, können zwei SchülerInnen in die Rollen Iphigeniens und des Moderators schlüpfen und das Interview wird mit einer Webcam aufgezeichnet. Alternativ könnte der Text mit Fotos aus einer Digitalkamera bebildert werden. Präsentation Nach einer angemessenen (Frei-)Arbeitszeit tragen die SchülerInnen ihre jeweiligen Ergebnisse im Plenum vor. Wenn die technische Möglichkeit besteht, werden die in einem Textverarbeitungsprogramm erstellten Notizen als Thesen dieser Kurzvorträge via Beamer projiziert, so dass die anderen SchülerInnen ihre persönlichen Aufzeichnungen ergänzen können. Methodische Vorbemerkung Die SchülerInnen sollen durch einen Textvergleich die Entwicklung Goethes vom Stürmer und Dränger zum Klassiker nachvollziehen können. Der inhaltliche Vergleich mit Goethes Prometheus ist hierzu geeignet. Schwerpunkt bleibt jedoch die Analyse des klassischen Gedichts. Eine Aktualisierung erfährt die Behandlung des klassischen Textes durch die kontrastierende Collage mit Abbildungen einerseits "edler, hilfreicher und guter" Menschen, andererseits mit Fotos gegenteilig handelnder Personen. Methodische Vorbemerkung Nachdem in Goethes "Iphigenie auf Tauris" die Exposition bearbeitet wurde, soll in Schillers "Maria Stuart" die Kernszene behandelt werden. Sie liegt exakt in der Mitte des Dramas und bildet den Höhepunkt und das Zentrum der dramatischen Auseinandersetzung. Nach einem handlungsbasierten Einblick in die Kernproblematik soll versucht werden, den Streit der Königinnen auf eine moderne Gesprächsstruktur via Handy abzubilden. Ein Ergebnis dieses Versuchs könnte sein, dass die Tiefe der klassischen Problematik mit oberflächlichen Kommunikationsstrukturen nicht adäquat wiedergegeben werden kann. Die wohl bekannteste Ballade Schillers ist "Die Bürgschaft". Generationen von SchülerInnen haben sie auswendig gelernt. In diesem Gedicht kommt der kategorische Imperativ Immanuel Kants zum Ausdruck, nach dem die Maxime des menschlichen Handelns zugleich zum allgemeinen Gesetz werden könnte. Ausgehend vom Titel des Gedichts soll die verpflichtende Ethik Schillers mit dem heutigen Rechtsinstitut der Bürgschaft in Beziehung gesetzt werden. Klassik Ich habe Teile der Unterrichtseinheit Klassik mit meinen Deutschstudenten an der Universidad de los Andes, Kolumbien, gemacht und sehr gute Erfahrungen gemacht. Die gruendliche Aufbereitung der Inhalte hat es meinen Studenten erleichtert, Zugang zu der fuer Deutschlernende schwierigen Sprache Schillers und Goethes zu finden und es ihnen so ermoeglicht, ueber die blosse Rezeption des Inhalts konstruktiv mit den Texten zu arbeiten. Tatjana Louis

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Online-Buchhandel

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema Online-Buchhandel beschäftigt sich mit dem starken Konkurrenzdruck im Handel, der von einer Einkaufsstätte eine ausgeprägte Kundenorientierung verlangt. Je individueller Marketingmaßnahmen auf den Kunden zugeschnitten sind, desto größer ist die Chance durch gezielte Maßnahmen den Kunden in seinen konkreten Wünschen anzusprechen und sein Kaufverhalten zu beeinflussen.Das Internet ermöglicht es, den Informationsfluss zwischen Handel und Kunde in beide Richtungen zu individualisieren. Aufgrund der technischen Gegebenheiten des Internet können nicht nur Präferenzen und Kaufgewohnheiten des Kunden aufgezeichnet werden, sondern der Kunde kann auch individuell angesprochen und sein Kaufverhalten durch gezielte Information/ Werbung beeinflusst werden. Um dieses Thema geht es in der hier vorgestellten Unterrichtsreihe. Problematisierung Kundenorientierung ist erst möglich, wenn die Einkaufsstätte etwas über die Kaufgewohnheiten, Wünsche und Kundenpräferenzen weiß. Kundenindividuelles Marketing Anhand eines Schaubildes werden unterschiedliche Marketingformen erarbeitet. Die gelenkte Internetrecherche dient dazu, Begriff, Funktionsweise und die Rolle des Internet beim kundenindividuellen Marketing herauszuarbeiten. Beispiel Amazon Im Anschluss soll der Online-Shop Amazon im Hinblick auf dessen Instrumente für kundenindividuelles Marketing analysiert werden. Exkurs In einer Zusatzaufgabe beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage, warum Amazon so erfolgreich ist. Online versus Offline Schließlich werden traditioneller Buchhandel und Online-Buchhandel gegenüber gestellt. Die Schülerinnen und Schüler sollen den Einfluss des Internets auf Vertriebswege und Marketingkonzeptionen kennen lernen. die Informationsbeziehung zwischen Handel und Verbraucher erarbeiten. den Begriff und die Bedeutung eines kundenindividuellen Marketings (One-to-one-Marketing) erarbeiten. die konkreten Möglichkeiten des E-Commerce für die Gestaltung kundenindividuellen Marketings erkennen. Informationsfluss zwischen Handel und Kunde Der starke Konkurrenzdruck im Handel verlangt von einer Einkaufsstätte eine ausgeprägte Kundenorientierung. Diese ist aber erst dann möglich, wenn der Verkäufer etwas über die Kaufgewohnheiten, Wünsche und Kundenpräferenzen weiß. Auch muss sie wissen, wie sie den Kunden eventuell beeinflussen kann, um werbende Maßnahmen überhaupt sinnvoll planen zu können. Für eine Einkaufsstätte im traditionellen Handel ist es mitunter jedoch gar nicht leicht, an diese Informationen über den Kunden zu kommen. Im traditionellen Handel gibt es daher oft ein Informationsproblem zwischen Handel und Verbraucher, das eine individuelle Kundenansprache und -orientierung erschwert. Darstellung im Rollenspiel Diese Ausgangsproblematik sollte den Schülerinnen und Schülern zu Beginn der Unterrichtseinheit nahe gebracht werden. Möglich wäre hier der Einstieg über ein Rollenspiel, in dem eine typische Situation aus dem traditionellen Handel nachgespielt wird, in der der Informationsfluss zwischen Handel und Verbraucher nur schleppend verläuft. Das Informationsproblem zwischen Handel und Verbraucher könnte im Anschluss an das Rollenspiel anhand des Schaubildes noch einmal in allgemeiner Form dargestellt werden. Informationsfluss - Marketing ist nicht gleich Marketing Je individueller Marketingmaßnahmen auf den Kunden zugeschnitten sind, desto geringer ist das im Rollenspiel erarbeitete Informationsdefizit und desto größer ist die Chance, durch gezielte Maßnahmen den Kunden in seinen konkreten Wünschen anzusprechen und sein Kaufverhalten zu beeinflussen. Um das Informationsdefizit abzubauen, müssen Informationen über die Kunden gesammelt und ausgewertet werden. Das Internet bietet hier gegenüber dem traditionellen Handel einige zusätzliche Möglichkeiten, die die Schüler und Schülerinnen anhand einer gelenkten Internetrecherche erarbeiten sollen. Das Internet ermöglicht es, den Informationsfluss zwischen Handel und Kunde in beide Richtungen zu individualisieren. Aufgrund der technischen Gegebenheiten des Internets können nicht nur Präferenzen und Kaufgewohnheiten des Kunden aufgezeichnet werden, sondern der Kunde kann auch individuell angesprochen und sein Kaufverhalten durch gezielte Information oder Werbung beeinflusst werden. Schaubild und Internetrecherche Anhand eines Schaubildes und einer gelenkten Internetrecherche sollen diese Schritte erarbeitet werden. Schaubild Zur Arbeit mit der Grafik empfiehlt es sich, die Unterschiede der genannten Marketingformen anhand von konkreten Beispielen zu verdeutlichen und dabei zu erörtern, inwieweit die jeweilige Form das in der Ausgangslage aufgeworfene Informationsproblem zwischen Handel und Verbraucher verringern kann. Beispiele Undifferenziertes Massenmarketing entspräche beispielsweise einer Postwurfsendung an alle Haushalte. Differenziertes Massenmarketing besteht zum Beispiel in Postwurfsendungen an Haushalte, die bestimmte Kriterien erfüllen, beispielsweise an alle Haushalte mit Kindern. Segmentorientiertes Marketing: Wenn zum Beispiel das Marktsegment der Jugendlichen zwischen 12 und 16 angesprochen werden soll, wäre eine Anzeige in einer Zeitschrift wie Bravo ein Beispiel für segmentorientiertes Marketing. Nischenorientiertes Marketing wäre dann der Fall, wenn in einem bestimmten Szene-Magazin eine Anzeige geschaltet würde, um speziell in der Szene Werbung zu machen. Kundenindividuelles Marketing ist die direkte Ansprache eines einzelnen Kunden, in der auf seine Vorlieben und Wünsche eingegangen wird. One-to-One-Marketing Gelenkte Internetrecherche Anhand von zwei Internetquellen sollen Begriff, Funktionsweise und die Rolle des Internets beim kundenindividuellen Marketing herausgearbeitet werden. Dabei taucht immer wieder ein Synonym für kundenindividuelles Marketing auf "One-to-One-Marketing". Dieser Begriff sollte, wenn er nicht sofort von den Schülerinnen und Schülern adaptiert wird, geklärt werden. Die ersten beiden Quellen sind relativ kurz und prägnant, während die dritte Quelle sehr anschaulich geschrieben, dafür aber auch sehr ausführlich ist. Alle wichtigen Informationen für die Unterrichtseinheit finden sich jedoch im ersten Drittel der Quelle. Im Anschluss an die Auswertung der Quellen kann ein kleiner Exkurs zur Schulung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler gemacht werden, indem sie sich kritisch mit Autoren und Anbietern der jeweiligen Internetquellen auseinandersetzen. Amazons Instrumente für kundenindividuelles Marketing Der dritte Lernschritt beinhaltet die Analyse des Online-Shops Amazon.de im Hinblick auf dessen Instrumente für kundenindividuelles Marketing. Amazon.de ist der deutsche Ableger des weltweiten Online-Shops Amazon. Amazon wurde ursprünglich als reiner Online-Versand für Bücher, Videos und Musik gegründet. Innerhalb kürzester Zeit ist Amazon zum weltgrößten Online-Shop avanciert. Ein explosionsartiges Wachstum hat mittlerweile zu weltweit über 25 Millionen Kunden geführt. Die Profitabilität dieses Systems ließ jedoch lange auf sich warten. Den ersten operativen Gewinn erwirtschaftete Amazon im 4. Quartal 2001. Analyse der einzelnen Funktionen Amazon gilt als der Vorreiter bei der Nutzung der technischen Möglichkeiten des Internet für kundenindividuelles Marketing. Als Beispiele seien hier Rezensionen, persönliche Kaufvorschläge oder der Wunschzettel genannt. Sämtliche Funktionen, die auch von den Schülerinnen und Schülern untersucht werden sollen, dienen auf unterschiedliche Weise der Stärkung der Kundenzufriedenheit und eröffnen Möglichkeiten, den Kunden individuell anzusprechen, Cross-Selling-Potenziale zu fördern und den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Kunden zu verbessern. Damit hat sich Amazon sehr konsequent mit allen Geschäftsprozessen auf die Wünsche und Gewohnheiten seiner Kunden ausgerichtet. Eine Tabelle (siehe Download) dient den Schülerinnen und Schülern zur Strukturierung ihrer Analyse, mit welchen Instrumenten Amazon kundenindividuelles Marketing betreibt. Warum ist gerade Amazon so erfolgreich? E-Commerce-Systeme wie zum Beispiel Amazon bieten aufgrund ihrer technischen Möglichkeiten Ansatzpunkte für eine Verringerung des Informationsproblems zwischen Handel und Verbraucher. Doch nicht alle Online-Shops nutzen die technischen Möglichkeiten des Internets in der gleichen Weise wie Amazon. Die Online-Buchshops, die es auf einen relativ großen Bekanntheitsgrad gebracht haben, werden auch diejenigen Anbieter sein, die ähnlich wie Amazon eine hohe Kundenorientierung und Individualisierung anbieten. Einige wenige Anbieter werden die Schülerinnen und Schüler aus dem Gedächtnis nennen können. Es gibt jedoch noch eine Vielzahl weiterer Anbieter im Internet. Die Namen von mindestens zehn Anbietern sollen im Wege einer freien Recherche herausgefunden werden und verglichen werden, inwieweit hier die technischen Möglichkeiten des Internets für kundenindividuelles Marketing ausgeschöpft werden. Recherche im Internet Die Schülerinnen und Schüler können über eine Volltext-Suchmaschine wie Google oder Altavista oder über eine katalogbasierte Suchmaschine wie Yahoo oder Web.de nach entsprechenden Angeboten im Internet suchen. Vielleicht wählen die Schülerinnen und Schüler auch einen dritten Weg. Experimentieren und Ausprobieren unterschiedlicher Wege durch das Internet sollte bei dieser überschaubaren Aufgabe im Vordergrund stehen. Es bietet sich hier an, Schnelligkeit zu belohnen, zum Beispiel indem man diese Aufgabe in Form eines Wettbewerbs gestaltet, um ein zielgerichtetes Vorgehen zu fördern. Unterschiedliche Kundenbedürfnisse Im Anschluss an die Analyse des kundenindividuellen Marketings im E-Commerce sollten die Schülerinnen und Schüler die Beziehung zwischen Online- und Offline-Handel kritisch reflektieren, denn der traditionelle Buchhandel ist natürlich nicht tot. Im Gegenteil, für viele Menschen bietet der traditionelle Buchladen um die Ecke einige bedeutende Vorteile. Die persönliche Beratung durch einen Menschen ist für viele Kunden immer noch befriedigender als eine noch so gute virtuelle Präsentation. Noch bedeutender mag die Tatsache sein, dass man ein Buch im Buchhandel auch tatsächlich in die Hand nehmen kann. Durch die Einrichtung von Leseecken oder Literaturtreffs bzw. -cafés kann der Buchhandel diesen Aspekt noch zusätzlich unterstreichen. Um sich gegenüber der Online-Konkurrenz zu behaupten, könnte der traditionelle Buchhandel eine Art kulturelle Strategie verfolgen, indem er die kulturellen Bedürfnisse der Kunden anspricht, z. B. durch Themenabende, Autorenlesungen, Fachvorträge und Buchbesprechungen. Auf diese Weise könnte er den Erlebniswert eines Buchkaufes oder von Literatur insgesamt erhöhen. Statt Entweder-oder ein Sowohl-als-auch Kundenindividuelle Ansprache könnte der traditionelle Buchhandel durch Informationsterminals und die Einrichtung von Online-Diensten erreichen. Insofern geht es bei dem Vergleich zwischen Online-Buchhandel und traditionellem Buchhandel nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch. Jede der beiden Formen bietet verschiedene Vor- und Nachteile. Die Kooperation, die der Online-Anbieter Buch.de jüngst mit der Buchhandelskette Thalia/Phönix eingegangen ist, deutet darauf hin, dass sich beide Vertriebsformen langfristig ergänzen werden.

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Osterweiterung: Die Europäische Union wächst

Unterrichtseinheit

Europa wächst - und eine neue Generation wächst hinein. Viele Ihrer Schülerinnen und Schüler werden 2004 mit stimmen, wenn 25 Staaten das neue Europäische Parlament wählen. Mit diesen Fakten und Unterrichtstipps bereiten Sie sie auf eine große Gemeinschaft vor.In der vorliegenden Unterrichtseinheit soll grundlegendes Wissen über die EU-Erweiterung vermittelt werden. Die SchülerInnen sollten sich zunächst über die Beitrittskandidaten informieren. Ausgehend vom Basisartikel lassen sich verschiedene Interessen der jetzigen EU-Staaten und der Beitrittskandidaten feststellen und diskutieren. Das Problem des Vetos im Ministerrat illustriert den komplizierten institutionellen Aufbau der Europäischen Union; dieses Thema kann bei Bedarf weiter vertieft werden. Grundlagen In der vorliegenden Unterrichtseinheit soll grundlegendes Wissen über die EU-Erweiterung vermittelt werden. Die SchülerInnen sollten sich zunächst über die Beitrittskandidaten informieren. Ausgehend vom Basisartikel lassen sich verschiedene Interessen der jetzigen EU-Staaten und der Beitrittskandidaten feststellen und diskutieren. Das Problem des Vetos im Ministerrat illustriert den komplizierten institutionellen Aufbau der Europäischen Union Am Beispiel recherchieren Die Anzahl der Beitrittsländer mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen lässt ahnen, wie viel Stoff erarbeitet werden muss, um sich ein differenziertes Bild der Problematik machen zu können. Daher bietet es sich an, entweder nur ein Land (etwa Polen, siehe Linkliste) exemplarisch auszuwählen, oder die SchülerInnen nach einem vorgegebenen oder von ihnen erstellten Fragenraster in Gruppenarbeit die wichtigsten Probleme und Chancen für den Beitritt herauszuarbeiten. Diskussion Ausgewählte Links zu Presseberichten und Hintergrundartikeln dienen einer zusätzlichen Vertiefung und Bearbeitung von Argumenten und Positionen. So können fundierte Diskussionen geführt werden, bei denen es - z. B. in den Debatten um den Beitritt der Türkei und um die Strukturhilfen - möglich ist, in Gruppenarbeit verschiedene Positionen zu erarbeiten und in einer Abschlussdiskussion zu vertreten. Diese kann offline sowie als Online-Forum oder Chat durchgeführt werden. Einstieg ins Thema: Die Europäische Union wächst Ein kurzer Überblick über die Erweiterung nach Osten Dieser Basisartikel zum aktuellen Thema kann das grundlegende Material Ihrer Unterrichtseinheit sein. Die Schülerinnen und Schüler sollen die wichtigsten Thesen aus dem Basistext herausarbeiten und die Informationen im Internet recherchieren, die ihnen zum richtigen Verständnis des Textes fehlen. im Internet nach grundlegenden (politischen und historischen) Informationen zu den Beitrittsländern suchen und diese präsentieren. erkennen, welche Probleme und Chancen aus der Erweiterung der EU entstehen können. am Ende der Unterrichtsreihe in der Lage sein, sich eine eigene Meinung zu der Diskussion zu bilden. ihre Meinung in einem Chat schnell und punktgenau formulieren. Im Herbst 2002 wurde ein weiteres Kapitel europäischer Geschichte geschrieben: Die Europäische Kommission empfahl den Beitritt von zehn neuen Mitgliedstaaten. Im Dezember 2002 wollen die Staats- und Regierungschefs der Altmitglieder den Beitritt im Europäischen Rat in Kopenhagen offiziell beschließen. Dann bleibt noch ein Jahr, bis die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Polen, Malta und Zypern beitreten. Artikel bei europa-digital Erweiterung nach Osten Acht der Beitrittskandidaten sind osteuropäische Staaten, die früher unter sowjetischer Vormundschaft standen. Damit breitet sich die EU über ganz Osteuropa bis an die Grenze Russlands aus. Deutschland rückt geografisch ganz in die Mitte der Gemeinschaft. Die Staaten aus dem ehemals sowjetischen Machtbereich haben in den fast fünfzehn Jahren seit dem Untergang der Sowjetunion gewaltige Anstrengungen unternommen, um den EU-Beitritt zu schaffen. Bis 2004 müssen sie die strengen wirtschaftlichen Kriterien der Union erfüllen - dabei war nach 1990 meist die gesamte Wirtschaft zusammengebrochen. Schon in den letzten Jahren passten sie zudem ihre Normen und Gesetze an europäische Standards an und mussten zahlreiche, auch unpopuläre Reformen umsetzen. Kandidaten erwarten weiteren wirtschaftlichen Aufschwung Die neuen EU-Nachbarn versprechen sich von ihrem Beitritt eine weitere wirtschaftliche Konsolidierung. Sie werden gleichwertige Handelspartner aller anderen EU-Staaten, Zollgrenzen und andere Handelsbeschränkungen fallen weg. Natürlich wollen die Neuen ihre nationalen Währungen auch bald durch den Euro ersetzen, doch das wird noch etwas dauern: Vorher müssen sie zwei Jahre lang unter Beweis stellen, dass ihre alte Währung stabil ist. Besonders wichtig für die ehemaligen Ostblockstaaten: Sie profitieren von der Solidarität der EU-Partner und erhalten Hilfen für den Aufbau einer modernen Infrastruktur. Doch wo es um viel Geld geht, stößt auch die Solidarität an ihre Grenzen. Langwierige Diskussionen um die Finanzen erschwerten die Beitrittsverhandlungen. Schon heute erhalten ärmere EU-Staaten wie Spanien oder Portugal Gelder aus dem gemeinsamen EU-Topf. Sie konnten dadurch ihre Länder in den letzten Jahren enorm modernisieren. Vor dem Beitritt der neuen Partner befürchteten sie, weniger Geld zu bekommen. Zugleich sorgten sich die Staaten, die nur in den Topf einzahlen, sie müssten künftig noch höhere Beträge in die gemeinsame Kasse abführen. Weitere Reformen müssen bis 2004 angegangen werden Nicht nur für die Beitrittskandidaten bedeutet der EU-Beitritt also große Anstrengungen, auch die jetzigen Mitglieder müssen noch einige schwierige Reformen bis 2004 umsetzen. Schon mit 15 Mitgliedern ist die heutige EU nur schwer überschaubar. Die politische Willensbildung ist oft schwierig, denn schon ein einzelner Staat kann alle wichtigen Entscheidungen im Ministerrat durch sein Veto blockieren. Um die Union mit 25 Mitgliedern nicht völlig unregierbar werden zu lassen, einigten sich die europäischen Staats- und Regierungschefs nach langen Diskussionen in Nizza (2001) auf grundlegende strukturelle Reformen, um die EU für den Beitritt so vieler neuer Staaten fit zu machen. Trotzdem bleiben bis 2004 noch genügend Probleme zu lösen. In der Agrarpolitik sind die großen EU-Staaten zerstritten: Während Frankreich will, dass die Landwirte weiterhin milliardenschwere Subventionen erhalten, versuchen andere Staaten wie Deutschland und Großbritannien, diese zurückzuschrauben. Sie fürchten größere finanzielle Verpflichtungen, da auch die Landwirtschaft der neuen Staaten auf diese Hilfen bestehen. Vor allem Polen, das größte der neuen Länder, besteht darauf, die Landwirtschaft als wichtigen Erwerbszweig besonders zu fördern. Nicht alle haben es geschafft Wenn dann im Jahr 2004 die "Union der 25" Wirklichkeit wird, können sich die Politiker in Brüssel noch lange nicht zurücklehnen. Auch Bulgarien und Rumänien hoffen auf einen baldigen Beitritt zur Europäischen Union. Eigentlich wollten sie gemeinsam mit ihren Nachbarn das europäische Haus beziehen, doch die wirtschaftliche Lage der Länder schien der Kommission noch nicht stabil genug - jetzt müssen sie noch ein paar Jahre warten. Weitaus länger werden sicherlich die Balkanstaaten brauchen, doch auch sie sind Aspiranten für eine Aufnahme in die Union, zumindest mittelfristig. Schwieriger ist die Frage zu beantworten, ob auch die Türkei zu Europa gehört. Zwar macht sie sich große Hoffnungen, doch in der Union gibt es keinen richtigen Willen, das Land beitreten zu lassen. Mit Valéry Giscard d'Estaing, Präsident des "Konvents zur Zukunft Europas", sprach sich im November 2002 erstmals ein hoher Amtsträger sehr deutlich gegen eine Aufnahme des Landes aus, was nach den Wahlen in der Türkei eine größere Diskussion auslöste. In jedem Fall wird die Erweiterung 2004 ein großer Schritt für die europäische Integration. Die Europäische Union überträgt ihr Erfolgsmodell erstmals auf osteuropäische Staaten. Die ehemaligen Ostblockstaaten treten in eine Gemeinschaft ein, in der ihnen Frieden, Menschenrechte, soziale und politische Stabilität garantiert sind. Am 9. Mai 1950 schlug der damalige französische Außenminister Robert Schumann in einer nach ihm benannten Erklärung vor, die militärstrategisch wichtigsten Wirtschaftszweige Deutschlands und Frankreichs (Kohle und Stahl) einer gemeinsamen Behörde zu unterstellen. So wollte er neues Vertrauen zwischen den "Erbfeinden" schaffen. Andere europäische Staaten lud er ein, sich an dem Vorhaben zu beteiligen. Zwar verfolgten bereits vorher verschiedene Visionäre den Gedanken eines europäischen Zusammenschlusses - so etwa Winston Churchill in seiner "Züricher Rede" (1946) oder der Europa-Kongress von Den Haag (Mai 1948) - doch erst mit der "Schumann-Erklärung" nahm die europäische Einigung Fahrt auf. Kohle und Stahl schmiedeten ehemalige Feinden zusammen Am 18. April 1951 unterzeichneten Frankreich, die Bundesrepublik Deutschland, Italien sowie die drei Benelux-Staaten (Belgien, Niederlande und Luxemburg) den Vertrag zur Gründung der EGKS in Paris. Nach Vorstellung Schumanns sollte die Kooperation in dem zunächst eng begrenzten Rahmen nur die "erste Etappe der europäischen Föderation" sein, die Frieden und Sicherheit in Europa schaffen sollte. Am 23. Juni 1952 trat der Vertrag in Kraft und mit diesem Tage wurde die gesamte Kohle- und Stahlproduktion (daher wird die EGKS auch "Montanunion" genannt) der beteiligten Länder einer "Hohen Behörde" mit Sitz in Luxemburg unterstellt; andere Organe waren der Rat, die Versammlung sowie der Gerichtshof. Wie an den Namen zu erkennen ist, gehen die heute existierende EU-Strukturen bereits auf die EGKS zurück. Noch im gleichen Jahr wurde der Vertrag zur Gründung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) unterzeichnet. Zeitgleich zur EVG wollte man außerdem eine Europäische Politische Gemeinschaft (EPG) gründen, die u. a. die Außenpolitik der Mitgliedsstaaten koordinieren sollte. Allerdings konnte man sich nicht darauf verständigen, in welchem Umfang die nationale Souveränität an die EPG abgetreten werden sollte. Daher scheiterte die EVG in der französischen Nationalversammlung (August 1954) und das Vorhaben wurde vorerst aufgegeben. "Kerneuropas" Kommissionen Zu diesem Zeitpunkt existierten bereits einige europäische Institutionen: Der Europarat, die EGKS, die Westeuropäische Union (WEU) und die Organisation für Europäische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC); außerdem verband die NATO die wichtigsten westeuropäischen Länder in einer schlagkräftigen Verteidigungsgemeinschaft. Das Scheitern der EVG zeigte jedoch, dass Westeuropa noch weit von einer politischen Einigung entfernt war. Doch auf der EGKS-Konferenz von Messina (1./2. Juni 1955) begannen die Außenminister der sechs Mitgliedsstaaten einen weiteren Bauabschnitt des europäischen Hauses: Sie beschlossen, eine Kommission unter dem Vorsitz des belgischen Außenministers Paul Henri Spaak einzusetzen, die mit der Integration zwei weiterer Politikbereiche begann. Römische Verträge Und so kam es, dass am 25. März 1957 die Außenminister "Kerneuropas" die so genannten Römischen Verträge unterzeichneten: Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EAG oder EURATOM) wurden damit gegründet; der bis dahin wichtigste Schritt zu einer engen wirtschaftlichen Verflechtung der Mitglieder. EWG, Euratom und EGKS Die EWG, deren Kernstück eine Zollunion war, sollte "die Grundlage für einen immer engeren Zusammenschluss der europäischen Völker" schaffen, so die Präambel; EURATOM kontrollierte und koordinierte die zivile Atomwirtschaft der Mitglieder. Die Struktur der EWG-Organe orientierte sich an der EGKS: Im Ministerrat stimmte man die gemeinsame Wirtschaftspolitik aufeinander ab und das Europäische Parlament hatte begrenzte Beratungs- und Kontrollbefugnisse inne. Parlament und Gerichtshof waren dabei für die drei Gemeinschaften - EWG, Euratom und EGKS - zuständig. Das eigentlich ausführende EWG-Organ war jedoch die aus 17 Mitgliedern bestehende Kommission. Sie sollte sicherstellen, dass der gemeinsame Markt richtig funktioniert und sich weiter entwickelt, sowie darauf achten, dass das Gemeinschaftsrecht eingehalten wird. Durch ein Fusionsabkommen vom 8. April 1965 wurden die Organe der drei Gemeinschaften zum 1. Juli 1967 zusammengelegt. Vom Erfolgsmodell EWG zu den Reformdebatten Bereits nach kurzer Zeit stellte sich die EWG als Erfolgsmodell heraus: In mehreren Stufen senkte man die innergemeinschaftlichen Zölle und baute andere Handelshemmnisse ab. Außerdem führte man eine europäische Agrar-Marktordnung ein. Die Industrieproduktion sowie der innergemeinschaftliche Handel und der Warenaustausch mit anderen Ländern wuchsen stetig. Erfolg der EWG Mit dem Erfolg der EWG nahm auch ihre Anziehungskraft auf andere Staaten zu, was sich unter anderem in vielen Beitrittsanträgen niederschlug. Doch erst nachdem der deutsch-französische Freundschaftsvertrag am 22. Februar 1963 unterzeichnet wurde, kam neue Bewegung in den Integrationsprozess. Auf Dauer konnten sich die anderen EWG-Mitgliedsstaaten nicht der deutsch-französischen Absicht entziehen, politisch enger zusammenzuarbeiten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich zum "Motor der europäischen Integration". Vorher musste die EWG aber eine ihrer schwersten Krisen überstehen, als sich Frankreich 1965 weigerte, an den Sitzungen der Gremien teilzunehmen. Mit der Politik des "leeren Stuhls" wollte es verhindern, dass der Ministerrat wichtige Fragen mit qualifizierter Mehrheit verabschiedet. Im so genannten Luxemburger Kompromiss (1966) konnte Frankreich dann seine Position durchsetzen: Seitdem müssen Beschlüsse einstimmig verabschiedet werden, wenn "sehr wichtige Interessen eines oder mehrerer Partner auf dem Spiel" stehen. Neue Aufgaben für die EWG Zu Beginn der 70er Jahre war es das deutsch-französische Gespann, das die Weiterentwicklung der EWG voran trieb. Bundeskanzler Willy Brandt und der französische Staatspräsident Georges Pompidou vereinbarten auf den Gipfelkonferenzen von Den Haag (1969) und Paris (1972) neue Aufgaben für die EWG. Neben der Entwicklung einer Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) rückte nun auch die politische Union wieder ins Blickfeld. Doch während man sich im wirtschaftspolitischen Bereich schnell auf konkrete Vorhaben einigen und 1979 das Europäische Währungssystem (EWS) in Kraft treten konnte, blieb die Zielsetzung im politischen Bereich eher vage. In Paris entwickelte man außerdem die so genannte Dreierstrategie, die auch in den nachfolgenden Jahrzehnten immer wieder verfolgt wurde. Sie bestand aus der "Vollendung" der Gemeinschaft, aus der "Erweiterung" und aus einer "Vertiefung" in Richtung einer politischen Union; letzteres insbesondere durch die 1970 gegründete Europäische Politische Zusammenarbeit (EPZ), mit deren Hilfe die Mitgliedstaaten außenpolitisch möglichst einheitlich auftreten wollten. 1973 erweiterte sich die EWG zum ersten Mal: Dänemark, Großbritannien und Irland traten der Gemeinschaft bei. 1979 erlebte Europa eine andere Premiere: Die erste Direktwahl zum Europäischen Parlament, von der sich die Anhänger des föderalen Europas einen Legitimationsschub versprachen. In dieser Zeit (1974) entstand auch der Europäische Rat, zu dem sich seitdem die Staats- und Regierungschefs in regelmäßigen Abständen treffen und über zentrale Fragen entscheiden. Trotz zunehmender Verflechtung noch keine politische Union Der Beginn der achtziger Jahre war von einer neuen Reformdiskussion gekennzeichnet, denn trotz zahlreicher Anläufe hatte man es immer noch nicht geschafft, Europa auch politisch zu einigen; die Staats- und Regierungschefs stritten heftig um die Aufgabe der ihnen noch verbliebenen Souveränitätsrechte. Zudem war man sich in der Zielrichtung nicht einig: Einige sprachen sich für einen europäischen Staatenbund, andere für einen europäischen Bundesstaat aus. Nach einer Initiative des damaligen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher und langwierigen Verhandlungen auf mehreren europäischen Gipfeln, konnten sich die Staats- und Regierungschefs der EWG in Luxemburg (1985) auf ein weiteres Reformpaket verständigen: Die Einheitliche Europäische Akte (EEA). Sie veränderte und ergänzte die Römischen Verträge. Wichtigstes politisches Ziel war dabei die Verwirklichung des einheitlichen europäischen Binnenmarkts, der zum 1. Januar 1993 Wirklichkeit wurde. 1981 trat Griechenland bei, 1986 folgten Portugal und Spanien. Nach Fall des Vorhangs entsteht eine neue Perspektive Binnenmarkt und Mauerfall begünstigten weitere Reformschritte, die mit dem am 7. Februar 1992 unterzeichneten Vertrag von Maastricht ihren Abschluss fanden. Der Maastricht-Vertrag begründete die Europäische Union (EU), die auf drei Säulen fußt: Der Europäischen Gemeinschaft (EG), der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) sowie der Zusammenarbeit in den Bereichen Inneres und Justiz (ZJIP). Ein anderes zentrales Vorhaben war, schrittweise eine Wirtschafts- und Währungsunion mit einer gemeinsamen Währung - dem Euro - zu schaffen, dessen Stabilität ein Europäisches System der Zentralbanken (ESZB) überwachen soll. 1995 traten Finnland, Österreich und Schweden bei, somit zählte die Europäische Union nun 15 Mitglieder. Der Vertrag von Amsterdam, am 2. Oktober 1997 unterzeichnet, vertiefte die Union weiter: Man schuf das Amt des "Hohen Vertreters für die GASP", der die EU-Außenpolitik unabhängig vom jeweiligen Ratsvorsitz repräsentieren soll. Außerdem wurden die Zusammenarbeit in der Justiz- und Innenpolitik weiter ausgebaut und die Kompetenzen des Europäischen Parlaments und anderer Organe erweitert. Die Gipfel von Köln und Helsinki (beide 1999) legten den Grundstein für die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP). Diese baut nicht nur die Beziehungen zwischen der EU und der NATO weiter aus, sondern beinhaltet auch, die Aufgaben der 1954 gegründeten Westeuropäische Union (WEU) schrittweise an die EU zu übertragen. Aus 15 werden 25 - Neue Herausforderungen für die EU Mittlerweile steht ein weiteres Reformvorhaben vor seinem Abschluss: Die Erweiterung der Europäischen Union um zehn osteuropäische Länder. Die hierzu notwendigen institutionellen Voraussetzungen schufen die Staats- und Regierungschefs im Jahr 2000 auf dem Gipfel von Nizza. Dort verabschiedeten sie einen mühsam erkämpften Kompromiss, der die Strukturen der EU reformiert und die Gemeinschaft fit für die Erweiterung machen soll. Doch die Staats- und Regierungschefs konnten sich nur zu einer Minimallösung durchringen. Daher riefen sie auf dem Gipfeltreffen im belgischen Schloss Laeken (2001) den "Konvent zur Zukunft Europas" ins Leben. Unter dem Vorsitz des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d'Estaing nahm der Konvent Ende Februar 2002 seine Arbeit auf und soll bis Mitte 2003 einen Entwurf für eine europäische Verfassung sowie weitere Vorschläge zur Gestaltung einer zukünftigen Europäischen Union mit 28 Mitgliedern erarbeiten. Der eiserne Vorhang fällt endgültig Mit dieser fünften Erweiterung wird die Trennung in "Ost" und "West" endgültig der Vergangenheit angehören. Stabilität, Frieden und Menschenrechte - bislang westlich geprägte Werte - können nun in ganz Europa zum Maßstab des Zusammenlebens werden: Die durch die (west-)europäische Integration geschaffene Zone der Sicherheit, Demokratie und Marktwirtschaft in Westeuropa dehnt sich dann bis Tallinn, Riga und Wilna im Baltikum, Warschau, Prag, Budapest in Mitteleuropa, Bukarest und Sofia auf dem Balkan aus. Doch damit ist die EU noch nicht an ihre geografischen Grenzen gestoßen. Nach dem Sturz des letzten europäischen Diktators in Jugoslawien wird in absehbarer Zeit das Thema Südost-Europa auf der Tagesordnung stehen. Mit dem so genannten Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Mazedonien vom 9. April 2001 ging man bereits einen ersten Schritt in diese Richtung, doch weitere werden folgen müssen. Denn so wie man den osteuropäischen Staaten die europäische Perspektive anbot, müssen auf das EU-Versprechen vor und während des Kosovo-Konflikts 1999 konkrete Taten folgen. Beispielhafte Arbeitsaufträge helfen bei der Erschließung des Textes und der weiteren Arbeit zum Thema. Die in den Internetressourcen angegebenen Websites helfen bei der Informationsrecherche und liefern Anregungen für Diskussionen. Arbeiten Sie zunächst die wichtigsten Aussagen aus dem Basistext und recherchieren Sie gegebenenfalls die Informationen, die Sie für sein Verständnis benötigen. Diskussionsansätze: Welchen Nutzen bringt die Erweiterung den neuen Staaten? Welche Probleme sehen die heutigen EU-Staaten durch die Erweiterung auf sich zukommen? Überwiegen für die heutigen EU-Staaten die Probleme oder die Chancen? Welchen Nutzen ziehen die heutigen EU-Staaten aus der Erweiterung? Ein möglicher EU-Beitritt der Türkei ist umstritten. Informieren Sie sich über Argumente der Gegner und der Befürworter des Beitritts und diskutieren Sie deren Ansichten. Diskutieren Sie im eigens für den Unterricht eingerichteten Chat einschlägige Fragestellungen: Eine Gruppe der Klasse vertritt die Pro-, die andere die Contra-Seite hinsichtlich der EU-Osterweiterung.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Multimedia im "Karneval der Tiere"

Unterrichtseinheit

In diesem Projekt aus dem Musikunterricht erstellen Schülerinnen und Schüler eigene Videos zu Abschnitten des Stückes "Aquarium" aus dem Karneval der Tiere. Mit dem Programm "ArKaos" lässt sich Musik multimedial inszenieren. Die Bedienung der Software ist so einfach, dass der Schwerpunkt auf der kreativen Umsetzung durch vielfältige Möglichkeiten des Programms liegt, ohne dass man sich um komplizierte Programmierungen kümmern muss. Ein Beispiel für den Einsatz bietet die folgende Unterrichtssequenz. Zum Gesamtkontext der Sequenz Die hier beschriebene Sequenz ist Teil einer umfangreicheren Unterrichtseinheit zum "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saëns. Aspekte der gesamten Unterrichtseinheit sind zum Beispiel die Umsetzung von Musik in Tanz (in Form einer eigenen Choreographie der Schülerinnen und Schüler zu den "Schildkröten" sowie eines Tanzes zu dem in diesem Stück zitierten "Cancan" im Vergleich), das Klassenmusizieren und natürlich auch das Sprechen über Musik anhand von Hörbeispielen und Notenausschnitten. Musikalische Möglichkeiten aufzeigen Die gesamte Reihe ist darauf ausgelegt, den Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Musikunterrichts der weiterführenden Schule einen ersten Einblick in einige unterschiedliche Möglichkeiten der Beschäftigung mit Musik zu vermitteln, die in den kommenden Jahren vertieft werden. Ablauf der Sequenz Die einzelnen Phasen der Sequenz im Überblick. Die Schülerinnen und Schüler sollen Abschnitte des Stückes "Aquarium" erkennen. die Musik mit dem Programm ArKaos inszenieren. dadurch auf kreative Art die Abschnitte interpretieren. Mit dem Programm "ArKaos" lässt sich Musik multimedial inszenieren. Die Bedienung der Software ist so einfach, dass der Schwerpunkt auf der kreativen Umsetzung durch vielfältige Möglichkeiten des Programms liegt, ohne dass man sich um komplizierte Programmierungen kümmern muss. Ein Beispiel für den Einsatz bietet die folgende Unterrichtssequenz. Möglichkeit zum Einsatz in der Schule Man kann auf den Schülerrechnern die Demoversion installieren, so dass auf mehreren Rechnern parallel die Präsentationen vorbereitet werden können - dabei stören die Bannereinblendung nur minimal. Für eine abschließende Präsentation (v. a. im Rahmen eines Konzertes) benötigt man dann nur noch eine Lizenz für den Präsentations-Computer, um die erarbeiteten Multimedia-Präsentationen ohne die Bannereinblendung vorführen zu können. Bilder im Kunstunterricht erstellen Während man sich im Musikunterricht noch mit anderen Sequenzen der Unterrichtsreihe beschäftigt, kann durch fächerübergreifendes Arbeiten im Kunstunterricht bereits das Material für die multimediale Inszenierung des "Aquarium" erstellt werden. Benötigt werden Bilder im Querformat ("Landschafts-Format"), damit die Bildschirm- bzw. Projektionsfläche optimal genutzt wird. Außerdem sollte die Größe nicht überschritten werden, die der Scanner verarbeiten kann (meist DIN A4). Natürlich können alternativ dazu auch Fotos eingescannt beziehungsweise digitale Fotos verwendet werden. Kennenlernen des Programms Das Programm ArKaos ist so einfach in der Bedienung, dass sich ein spielerischer Einstieg anbietet. Mit einer vorbereiteten Datei, die bereits die von der Klasse gemalten Bilder enthält, können die Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen durch eigenes Experimentieren die wesentlichen Funktionen des Programms erkunden, nachdem man ihnen die grundlegende Funktionsweise vorher mitgeteilt hat. Tastatur mit Bildern belegen Im rechten Fenster der Arbeitsplattform des Programms findet man unter dem Punkt "Bildmaterial" die in dieser Datei bereitgestellten Bilder. Im unteren Fenster sieht man eine Tastatur abgebildet. Die einzelnen Tasten kann man mit dem gewünschten Bild belegen, indem man das Bild im rechten Fenster mit der Maus anfasst, auf die entsprechende Taste zieht und loslässt. Vorschau und Präsentationsmodus Durch diesen Arbeitsschritt ist die Computertastatur bereits mit dem entsprechenden Bildmaterial "programmiert" - sobald man eine Taste auf der Computertastatur drückt, erscheint im mittleren Fenster "Vorschau". Den eigentlichen Präsentationsmodus erreicht man, indem man im Menü "ArKaos" am oberen Bildschirmrand den Eintrag "ArKaos aktivieren" auswählt; daraufhin werden die Bedienfenster und Menüs ausgeblendet, und es werden nur noch die durch die Tasten aufgerufen Bilder im Großformat auf dem Bildschirm (bzw. bei angeschlossenem Beamer auf der Leinwand) gezeigt. Effekte zuweisen Genauso leicht lässt sich jede Taste mit einem Effekt belegen: Im linken Fenster "Effekte" durch Mausklick auf die Pfeile eine Kategorie auswählen. Den gewünschten Effekt mit der Maus anklicken, auf eine Taste im unteren Fenster ziehen, loslassen - fertig! Damit ist die Taste mit dem Bild und dem Übergang belegt; beides kann man sich im Vorschau-Fenster anschauen, indem man diese Taste drückt. Auf Wunsch kann man Bild und Effekt noch "fein-einstellen" (etwa die Geschwindigkeit eines Übergangs definieren), indem man auf die Taste im unteren Fenster doppelklickt. Genauere Angaben dazu finden Sie in der PDF-Dokumentation des Programms. Kontaktaufnahme In der Abfolge der einzelnen Unterrichtsschritte wird jeder individuell anders vorgehen, mögliche Höraufgaben ergeben sich aber durch die vorherige Beschäftigung mit dem Programm ArKaos: Welche Abschnitte könnt ihr in dem Musikstück unterscheiden? Wann sollte ein Bildwechsel erfolgen? Gruppenarbeit In einem zweiten Schritt kann sich dann die Aufgabenstellung für eine Gruppenarbeit anschließen: Welche Effekte sind welchem Abschnitt zuzuordnen? Spätestens bei dieser Aufgabenstellung bietet sich ein häufiges (auch von den Schülerinnen und Schüler immer wieder gefordertes!) Hören des Stückes an, mit längeren Pausen dazwischen, in denen sich die Gruppenmitglieder austauschen können. Diskussionen Gerade in diesen gruppeninternen Diskussionen finden durch die Aufgabenstellung motivierte, interessante Auseinandersetzungen der Klasse mit der Musik statt, die besonders lernwirksam werden können ("Welcher Effekt ist besonders schön?" - "Aber passt der andere nicht besser zur Musik?" - "Dieser Effekt ist aber für den anderen Teil besser geeignet!" - "Was ist uns eigentlich wichtiger: ein besonders schöner Effekt oder ein Effekt, der besonders gut passt?"). Meinungen bilden und vertreten Die Arbeit sollte unbedingt in kleinen Gruppen erfolgen, auch wenn im Computerraum möglicherweise für jede Person ein Computer vorhanden ist - ein wichtiger Lerneffekt besteht gerade darin, die eigene ästhetische Meinung innerhalb der Gruppe artikulieren und von der Position der anderen begründet unterscheiden zu können! Abschnitt 1 - Gleitende Fische Der erste Abschnitt des Musikstücks wird häufig mit wellenförmigen Bewegungen des Wassers oder auch mit dem Gleiten der Fische und den langsamen Bewegungen ihrer Schwanzflossen assoziiert. Dementsprechend wird auch oft der im Video zu sehende Effekt zur Präsentation des gewünschten Bildes ausgewählt: Abschnitt 2 - Sinkender Seestern Beim zweiten Abschnitt ähneln sich die Assoziationen auch häufig: oft wird - entsprechend der abwärts laufenden Melodielinie - das Bild eines langsam zum Boden des Aquariums sinkenden Gegenstandes oder Tieres genannt. Ein besonders gelungenes Beispiel ist ein zu Boden sinkender Seestern, der sich dabei langsam um die eigene Achse dreht - in diesem Bild kommt schön eine differenziertere Wahrnehmung der Melodie als die reine Abwärtsbewegung zum Ausdruck, die man auch am Notenbild belegen kann. Strudelnde Seeigel In der von den Bildeffekten ausgehenden Beschäftigung mit der Musik wurden für diesen Abschnitt zwei Effekte besonders häufig ausgewählt. Zum einen ein Effekt, bei dem sich das Bild langsam spiralförmig verdreht, als würde es in Zeitlupe in einen Strudel gezogen (also eine Parallele zur sprachlichen Beschreibung). Für die Abschlusspräsentation setzte sich aber schließlich der zweite Effekt durch, der im folgenden Videoausschnitt zu sehen ist: Abschnitt 3 - Aufwärtsglissando der Celesta Abschnitt 1 und 2 werden im weiteren Verlauf des Stücks zunächst wiederholt, nach einer dritten Wiederholung von Abschnitt 1 taucht aber ein neues Motiv auf: das Aufwärtsglissando der Celesta. Die Umsetzung in der multimedialen Präsentation zu diesem Abschnitt zeigt das folgende Video: Dein Einsatz! Bei der Aufführung der Arbeitsergebnisse kommt es darauf an, im richtigen Moment die vorher mit Bild und Effekt "programmierte" Taste zu drücken - genau wie beim Spielen eines Musikinstruments, bei dem man seinen Einsatz genau kennen muss. Durch das Programm werden also neben der intensiven Beschäftigung mit dem musikalischen Material echte musikpraktische Erfahrungen auch für Nicht-Instrumentalisten möglich. Schulkonzert Ideal wäre eine Aufführung im Rahmen eines Schulkonzertes, wobei eine Auswahl des "besten" Ergebnisses durch die Klasse einen guten Gesprächsanlass für eine Abschluss-Diskussion unter ästhetischer Fragestellung bietet. Hier können die Fragen, die intern in den Gruppen aufgekommen sind, durch die Lehrperson gebündelt werden und verschiedene Antworten darauf gesammelt und diskutiert werden. So können die Fragen zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem musikalischen Material und seiner Wirkung beitragen. Alle Schülerinnen und Schüler einbeziehen Nachteil einer solchen multimedialen Aufführung zu eingespielter Musik ist, dass an der endgültigen Präsentation des Gesamtergebnisses nur noch ein Klassenmitglied beteiligt ist. Wenn man die gesamte Klasse beteiligen will, ist dies durch eine Kombination der Leinwandpräsentation mit einer Bewegungsinszenierung möglich (bei diesem Stück etwa mit Jongliertüchern aus dem Sportunterricht, mit Luftballons und Seifenblasen). Bilder Grundsätzlich lässt sich in ArKaos jedes Bildmaterial verwenden, das in digitaler Form vorliegt: ob eingescannt, Fotos einer Digitalkamera, Bilder aus Malprogrammen und so weiter. Import Das Material kann im Format pict, bmp oder jpg in das Programm importiert werden. Ideal ist eine Auflösung von 72 dpi, weil so das bestmögliche Verhältnis von Darstellungsqualität und Anforderungen an die Rechenleistung des Computers gewährleistet ist. Außerdem sollte das Bildmaterial auf die richtigen Größenverhältnisse (also das Verhältnis von Breite und Höhe) gebracht werden. Entsprechend der Bildschirmauflösung ist dies bei ArKaos in der Regel ein Verhältnis von 800 x 600 Bildpunkten oder noch sicherer - vor allem bei geringerer Rechenleistung bzw. bei großer Anzahl an Bildern - von 640 x 480 Bildpunkten (oder gleichen Bruchteilen davon). Bildmaterial, das nicht diesem Verhältnis entspricht, wird bei der Darstellung zurechtgestaucht bzw. -gedehnt, was zu unschönen Effekten führen kann, wie man sie von Zerrspiegeln kennt. Deshalb ist es sinnvoll, das Bildmaterial schon vorab im Querformat anzulegen und anschließend in einem Bildverarbeitungsprogramm auf das Verhältnis 640 x 480 umzurechnen bzw. zurechtzuschneiden, bevor man es in ArKaos importiert. Porträts Falls doch einmal ein Bild im Porträtformat (hochkant) in die Präsentation aufgenommen werden soll, kann man sich mit einem kleinen Trick behelfen: Man fügt in einem Bildverarbeitungsprogramm rechts und links schwarze Balken an, die das hochformatige Bild auf das erforderliche Querformat bringen, in der Projektion aber anschließend nicht zu sehen sind.Die Arbeitsschritte im Einzelnen: Das Bild wird auf die gewünschte Höhe (also 480) gebracht. Anschließend werden die schwarzen Balken rechts und links in der Breite angefügt, die man benötigt, damit das Bild in der gewünschten Gesamtbreite (640) vorliegt. Breitwandformat Jetzt kann das um die Balken ergänzte Bild in ArKaos dargestellt werden, ohne dass es durch das Programm verzerrt wird. Ähnlich kann man natürlich verfahren, wenn ein Bild im extremen Breitwandformat präsentiert werden soll: Zuerst die Breite (640) festlegen, anschließend mit schwarzen Balken oben und unten auf die entsprechende Höhe (480) ergänzen. Weitere Informationen Ausführliche Angaben zur Bedienung und zu weiteren Funktionen des Programms findet man in der dem Programm beiliegenden Dokumentation im pdf-Format.

  • Musik
  • Sekundarstufe I

Spracharbeit mit Bonjour de France

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zur Spracharbeit im Französisch-Unterricht stellt die Angebote der Webseite "Bonjour de France" vor. Mithilfe der Arbeitsblätter kann die Webseite im Unterricht eingesetzt werden; ebenso steht ein Arbeitsblatt zum Download bereit, das an einer Wortschatzübung beispielhaft zeigt, wie die Aufgaben von "Bonjour de France" für die Unterrichtspraxis aufbereitet werden können.Die Webseite "Bonjour de France" wird von französischen Sprachlehrkräften betreut, die sich auf den Französisch-Unterricht für Ausländer spezialisiert haben und in Nizza eine Sprachschule betreiben. Die Aufgaben lassen sich ohne weitere Hilfsmittel bearbeiten, lediglich für die Übungen zum Hörverstehen braucht man den kostenlosen RealPlayer, der sich nach dem Download automatisch installiert. Voraussetzungen Die Aufgaben lassen sich ohne weitere Hilfsmittel bearbeiten, lediglich für die Übungen zum Hörverstehen braucht man den kostenlosen RealPlayer, der sich nach dem Download automatisch installiert. Diverse Lernniveaus Viele Übungen sind in die Niveaus "Débutant", "Elémentaire", "Intermédiaire" und "Avancé" unterteilt. Die meisten Aufgaben sind je nach gewähltem Niveau mit Erklärungen zur Lexik und zur Grammatik versehen, das erleichtert den SchülerInnen die Arbeit am PC ganz erheblich. Alle Übungen sind so aufgebaut, dass die SchülerInnen sie am PC lösen können. Die Arbeitsanweisungen sind verständlich. Für schwächere Lerngruppen oder für AnfängerInnen empfiehlt es sich, ein Aufgabenblatt zu erstellen, auf dem dann auch die Ergebnisse notiert werden können. Unterrichtsvorschläge online Neben den abwechslungsreichen und interaktiven Übungen gibt es auch ein Angebot für Lehrkräfte: "Pédagogie". In dieser Rubrik werden zu konkreten Unterrichtsvorhaben Tipps zur Umsetzung in Lerngruppen mit unterschiedlichem Sprachniveau gemacht. Themenfelder der Website Bonjour de France.com (Stand 2002) Compréhension Hier werden Texte unterschiedlicher Niveaus angeboten. Alle Texte werden von einem Audiotext begleitet, den man sich bei entsprechender Ausrüstung anhören kann (Lautsprecher, Soundkarte). Die Texte sind mit Anmerkungen zu Lexik und Grammatik versehen. Zum Abschluss einer Einheit wird ein Multiple Choice Test angeboten. Grammaire In dieser Rubrik werden grammatische Themen übersichtlich erklärt. An jedes Thema schließt sich ein Multiple Choice Test an. Vocabulaire Wortschatzarbeit durch Visualisierung: Zu unterschiedlichen Themen wird umfangreiches Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Jedes Thema wird durch einen spielerischen Test abgeschlossen So kann der Lernerfolg schnell überprüft werden. Pédagogie Praktische Tipps zu konkreten Themen für ihren Unterricht. Expressions idiomatiques In dieser Rubrik werden Redewendungen mit Hilfe von Bildern erklärt und durch Übungen gefestigt. Français des affaires Texte, Zeitungsannoncen, Dialoge, Hörtexte und Übungen trainieren die SchülerInnen für eventuelle Bewerbungen. Mises en situation Virtuelle Besuche und Webrecherchen werden hier zur Erweiterung der interkulturellen Kompetenz eingesetzt. Nouvelles du monde Materialien zu DELF und DALF aus den Instituts Français. Découverte Virtuelle Erkundung von Südfrankreich und der Region um Brest. Jeux Zahlreiche Spiele zu unterschiedlichen Themen des Französischunterrichts.

  • Französisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Paulus Online-Spiel

Unterrichtseinheit

Frühe Kirchengeschichte oder neutestamentliche Briefliteratur gehören sicher nicht zu den einfachsten Themen der Sekundarstufe I. Die soziokulturellen und historischen Hintergründe, die zum Verständnis dieser Themen obligatorisch sind, liegen den Schülerinnen und Schülern oft so fern, dass sie keinen Zugang zu diesen Themen finden.Zu empfehlen ist, das "Paulus Online-Spiel" in eine Unterrichtsreihe zu Paulus oder der Apostelgeschichte zu integrieren. Vorwissen über die Person Paulus, seine Bekehrung und seine theologische Bedeutung sind angebracht, um die Texte zu verstehen. Diese sind durch eine hohe Detailfülle gekennzeichnet, über deren Relevanz man diskutieren mag. So ist es fraglich, ob Schülerinnen und Schüler wissen müssen, dass Paulus bei der Flucht aus Damaskus in einem Korb von der Stadtmauer heruntergelassen wurde. Diese Bilder und Ereignisse bilden aber das Grundgerüst der narrativen Vermittlung von theologischen Inhalten. Bilder und Ereignisse rund um Paulus Zu empfehlen ist, das "Paulus Online-Spiel" in eine Unterrichtsreihe zu Paulus oder der Apostelgeschichte zu integrieren. Vorwissen über die Person Paulus, seine Bekehrung und seine theologische Bedeutung sind angebracht, um die Texte zu verstehen. Diese sind durch eine hohe Detailfülle gekennzeichnet, über deren Relevanz man diskutieren mag. So ist es fraglich, ob Schülerinnen und Schüler wissen müssen, dass Paulus bei der Flucht aus Damaskus in einem Korb von der Stadtmauer heruntergelassen wurde. Diese Bilder und Ereignisse bilden aber das Grundgerüst der narrativen Vermittlung von theologischen Inhalten. Vor- und Nachbereitung Die wichtigen von den weniger wichtigen Informationen zu unterscheiden bedarf allerdings einer unterrichtlichen Vor- und Nachbereitung. Die Ergebnissicherung und Lernerfolgskontrolle sollten dabei nicht nur durch das Lösungswort erfolgen, sondern auch im Unterricht einer Folgestunden thematisiert werden. Alternativ können auch zuvor erlangte Lerninhalte mittels des Online-Spiels gesichert oder vertieft werden. Es ist daher davon abzuraten, das Online-Spiel lediglich als Vertretungsstunden-Füller oder Exkurs einzusetzen. Inhalt und Ablauf des Spiels Die Schülerinnen und Schüler wandeln auf den Spuren des Apostels Paulus und können seine Missionsreisen nachvollziehen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Eckdaten der Biografie des Paulus und seiner Missionsreisen kennen lernen. soziokulturelle Gegebenheiten des frühen Christentums (Juden- und Heidenchristenproblematik, antike Gesellschaften) erkennen. theologisches Grundwissen über die Motivation der paulinischen Missionsreisen durch narrative Theologie erlangen. Berührungsängste zu apostolischen Personen durch multimediale und altersgerechte Aufbereitung der Informationen abbauen. Die Konsequenz ist, dass diese Themen im Religionsunterricht häufig gemieden werden. Wie man hier eine Brücke schlagen und die Personen und Geschehnisse dieser Zeit altersgerecht aufbereiten und nahe bringen kann, zeigt die evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) auf ihren Webseiten. Edutainment Das "Paulus Online Spiel" ist ein gut durchdachtes Beispiel von Edutainment. Es geht hier nicht um bloße Recherche via Internet, sondern um Online-Selbstlernmaterial in Form eines Rätsels mit eigener Lernerfolgskontrolle. Umsetzung Die Schülerinnen und Schüler wählen auf einer Karte die entsprechenden Orte aus und können sich anhand eines kurzen, altersgerecht geschriebenen Hypertextes über die Ereignisse, die Paulus dort widerfuhren, informieren. Der Text ist mit comicartigen Bildern illustriert. Über Links können die Schülerinnen und Schüler entscheiden, welche Informationstiefe sie abrufen möchten, und so die Vorzüge des Hypertextes ausschöpfen. Festigung Abgeschlossen wird der Text mit einer kurzen Frage, deren Antwort sich aus ihm erschließt. Wird sie richtig beantwortet, erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Buchstaben, den sie sich mittels elektronischem Notizblock notieren können und der Teil eines Lösungswortes ist, welches es abschließend herauszufinden gilt. Letzteres ist für die SchülerInnen der entsprechenden Altersgruppe ein sehr motivierendes Ziel. Inhalt vor Tempo Das Ziel, das die Schülerinnen und Schüler vor Augen haben, birgt auch eine Gefahr: Die Lehrperson darf nicht den Fehler machen, eine möglichst schnelle Lösung des Rätsels zu fordern und die Schülerinnen und Schüler zu Siegern erklären, die als erste das Lösungswort herausfinden. Dies führt nämlich zwangläufig dazu, dass die Schülerinnen und Schüler die Texte "diagonal" lesen und die für die Beantwortung der abschließenden Frage relevanten Informationen zu filtern versuchen. In diesem Falle wird es kaum einen Lerneffekt geben. Binnendifferenzierung Es ist zu erwarten, dass einige Schülerinnen und Schüler des Rätsels Lösung deutlich vor den anderen gefunden haben, sei es, weil sie prinzipiell leistungsstärker sind oder besser mit dem Medium Computer / Browser umgehen können. Hier bietet sich an, besonders schnelle Schülerinnen und Schüler bereits mit dem sich anschließenden zweiten Teil des Spiels beginnen zu lassen, welches sich mit der zweiten Missionsreise des Paulus befasst und etwas schwieriger zu lösen ist. Die hier erlangten Ergebnisse könnten diese Schülerinnen und Schüler in der folgenden Unterrichtsstunde vorstellen. Somit ist auch die Möglichkeit einer Binnendifferenzierung gegeben. Paulus Online-Spiel Super aufbereitet!! Macht mir sogar als Lehrer Spass! Leider haben die Schüler oft Probleme mit dem Lesen der langen Texte, aber das liegt an der heutigen Zeit ... Werde die Adresse weiterempfehlen! Danke! Martina Weise, 19.11.2006

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I

Religiöse Motive in der Werbung

Unterrichtseinheit

Eine Ordensfrau, die morgens um halb zehn in einen Schokoriegel beißt, italienische Mönche, die sich über die Pizza aus Deutschland wundern, gefaltete Hände in der Autoreklame - religiöse Motive und Anspielungen tauchen recht häufig in unserer Werbelandschaft auf. Diese Beispiele lassen darauf schließen, dass trotz aller scheinbar widersprüchlichen Aussagen die Religion einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat. Dieser Unterrichtsvorschlag liefert Gesprächsanlässe und Anregungen zur Behandlung dieses Themas im Unterricht. Ausgehend vom bayerischen Lehrplan für katholische Religionslehre am Gymnasium wird hier ein zentrales Thema aus der Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler aufgegriffen: "Religiöses in Erfahrungen unseres Lebens". Spuren von Religion im Umfeld junger Menschen, etwa der Glaube an Übernatürliches, heilige Stät­ten, Riten, Gegenstände, Zeiten, Brennpunkte und Ernstsituationen des Lebens sollen Inhalte eingehender Betrachtungen sein. Einführung und Anmerkungen Thematische Einordnung und Ablauf der Unterrichtseinheit im Einzelnen. Religiöse Motive in der Werbung - Arbeitsaufträge Arbeitsaufträge und Fragestellungen für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 geben Impulse dafür, wie das Thema "Religiöse Motive in der Werbung" Einzug in den Religionsunterricht finden kann - mit Einsatz der neuen Medien. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass religiöse Motive überall in unserer oft scheinbar a-religiösen Umwelt vorhanden sind. lernen, kritisch mit der missbräuchlichen Verwendung von Religion umzugehen. befähigt werden, fundiert zum Thema "Spuren von Religion" zu argumentieren. den Absolutheitsanspruch religiöser Gedanken gegenüber der Vergänglichkeit materieller Werte erkennen. Diese Beispiele lassen darauf schließen, dass trotz aller scheinbar widersprüchlichen Aussagen die Religion einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat. Dieser Unterrichtsvorschlag liefert Gesprächsanlässe und Anregungen zur Behandlung dieses Themas im Unterricht. Print-Publikation Gerd Buschmann / Manfred L. Pirner: Werbung, Religion, Bildung. Kulturhermeneutische, theologische, medienpädagogische und religionspädagogische Perspektiven (Beiträge zur Medienpädagogik, Bd. 8). Frankfurt/M. (Gemeinschaftswerk der Ev. Publizistik, Verlag), 2003, 272 S. Preis: 21,80 € ISBN 3-932194-66-7 Aus welchen Gründen werden religiöse Motive in der Werbung verwendet? Gibt es positive Aspekte, die man dem Phänomen "Religiöse Motive in der Werbung" abgewinnen kann? Welcher Stellenwert wird jeweils religiösem Gedankengut eingeräumt? Arbeiten Sie zu zweit. Suchen Sie auf den Seiten von Werbeagenturen und Marketingmedien eine Werbegrafik, die "Gott" oder "das Göttliche" verwendet, und kopieren Sie sie in eine neue Seite in einem Textverarbeitungsprogramm. Beschreiben Sie die Anzeige (Bild + Text) und versuchen Sie eine Deutung der Wirkung, die durch die Verwendung des religiösen Motivs erzielt werden soll. Die Grafik und Ihre Interpretation sollen auf einer Seite Platz finden. Speichern Sie diese Seite in einem Netzordner, so dass Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sie betrachten können, und stellen Sie sie kurz (mündlich) vor. Thematische Einordnung Mit dieser Unterrichtseinheit können die "Heiligtümern junger Menschen", die Trost, Geborgenheit, Prestige und Handlungsimpulse vermitteln, definiert und analysiert werden. Religiöser Fanatismus und Fundamentalismus, Sektierertum und falsches Erwählungsbewusstsein können im Anschluss behandelt werden. Ablauf Die Schülerinnen und Schüler erhalten das Arbeitsblatt und bearbeiten die Aufgaben mit Hilfe der Informationen, die an den angegebenen Internetadressen zu finden sind. Ihre Ergebnisse werden mithilfe eines Textverarbeitungsprogramms gesichert. Die so entstehende Seite kann entweder via Beamer der Klasse gezeigt oder ausgedruckt und diskutiert werden. Auch zurückhaltende SchülerInnen werden durch die schriftliche Fixierung zu eigenen Beiträgen ermuntert. Diese können später online präsentiert werden.

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe II

Mit Spenden helfen - wem, wie, warum?

Unterrichtseinheit

Nach der Flut die Spendenflut, nach dem Großeinsatz mit Sandsäcken nun der mediale Großeinsatz mit hoher Werbewirksamkeit zum Spendensammeln – sicher ideale aktuelle Ansatzmöglichkeiten für ein genuin ethisches Thema: „Helfen in Notlagen“.Die Unterrichtsreihe könnte in mehreren Phasen ablaufen, die je nach zeitlichem Rahmen und Alter der Schülergruppe variiert werden könnten. Grundsätzlich ist die Reihe zwar in sich abgerundet, die einzelnen Arbeitsmaterialien sind aber auch als separate Stundenmodule in beliebiger Auswahl einsetzbar, etwa wenn die Tagesaktualität dies nahe legt, aber zu wenig Zeit für die gesamte Reihe ist.Die Unterrichtsreihe könnte in mehreren Phasen ablaufen, die je nach zeitlichem Rahmen und Alter der Schülergruppe variiert werden könnten. Grundsätzlich ist die Reihe zwar in sich abgerundet, die einzelnen Arbeitsmaterialien sind aber auch als separate Stundenmodule in beliebiger Auswahl einsetzbar, etwa wenn die Tagesaktualität dies nahe legt, aber zu wenig Zeit für die gesamte Reihe ist. Hier ein Vorschlag für den Ablauf der Unterrichtseinheit Fachspezifische Lernziele Die Schülerinnen und Schüler sollen eigene Gedanken und Gefühle zum Thema Katastrophen/menschliche Notlagen bewusst machen und thematisieren. erkennen, wie wichtig humanitäre Hilfe in bestimmten Situationen sein kann. eine Befragung durchführen und deren Ergebnisse auswerten. verschiedene große Spendenorganisationen kennen lernen und diese in Hinblick auf Zielsetzung, Trägerschaft, Organisationsstruktur vergleichen. die Geschichte vom barmherzigen Samariter kennen lernen und interpretieren. Ziele aus dem Bereich der Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen den Computer als schulisches Arbeitsmittel nutzen lernen. das Internet als Recherchemittel kennen und nutzen lernen. üben, sich in einer großen Homepage schnell und gezielt zurecht zu finden. eine Homepage in Hinblick auf medienkritische Fragestellungen untersuchen. Aber auch unabhängig von der akuten Realität der Katastrophenfälle aller Art, bleibt das Thema "Spenden" für den Unterricht aktuell - nicht zuletzt immer wieder Weihnachten. In der hier vorgestellten Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I sollen die Motive fürs Spenden bewusst gemacht und eine kritische Einstellung gegenüber Spendenwerbung und Spendenorganisationen vermittelt werden. Es wird deutlich, dass wohl nur das Internet die Möglichkeit bietet, sich im Rahmen des schulischen Unterrichts schnell einen Überblick über die Spendenorganisationen zu verschaffen und diese zu vergleichen. Ein interdisziplinärer Exkurs (Deutsch/Ethik) rundet die Unterrichtsreihe ab. Gespräch zum Einstieg Die Einstiegsphase dient vor allem der Mobilisierung und Thematisierung von Gefühlen, was entsprechend der Lerngruppe und der Aktualität mit Hilfe von emotional ansprechenden Fotos oder einem Film zu einer konkreten Katastrophensituation geschehen könnte. Die SchülerInnen könnten auch in einem Brainstorming eigene Erfahrungen mit Not und Hilfe aus der Not schildern. Oder man nutzt eine Spendenaktion als Aufhänger, die regelmäßig von SchülerInnen durchgeführt wird. Arbeitsblatt zum Einstieg Das Arbeitsblatt 1 bietet für die Einstiegsphase von vielen Möglichkeiten. Um dieses aktualisieren oder ein Foto ergänzen zu können, finden Sie Hinweise in der Linkliste zu diesem Beitrag. Für die Projektion von Fotos im Klassenraum ist ein Beamer hilfreich, wenn solche Möglichkeiten nicht vorhanden sind, lohnt sich auch ein Blick in die Erdkunde-Dia-Sammlung der Schule. Das Thema Spendenbereitschaft könnte mit einem Fragebogen erhellt werden, wobei es sicher günstig (und motivierender) ist, die SchülerInnen den Fragebogen zuerst selbst beantworten zu lassen. An die (außerschulische) Befragungsaktion würde sich dann eine Besprechung der Ergebnisse im Klassenplenum anschließen. Es folgt eine Phase zur Klärung der Begriffe aus dem Wortfeld "Mitleid und Hilfe". Die Motive von Spendern können in Gruppenarbeit diskutiert werden, danach können die Gruppen sich im Laufe der Arbeitsphase weiter zu Partnerarbeit und Einzelarbeit aufteilen. Auf der Basis eines Zeitungsartikels, der von Rekord-Spendensummen berichtet, könnte die Ambivalenz bei groß angelegten medialen Spendenkampagnen zu Katastrophen, die einerseits den leicht makabren Beigeschmack von kommerzieller Vermarktung der Not haben, andererseits aber mit enormen Summen an Hilfsgeldern für sich sprechen. Das Kernstück der Unterrichtsreihe ist die Internetarbeit, die den SchülerInnen die Möglichkeit gibt, selbständig in arbeitsteiliger Gruppenarbeit Hilfsorganisationen zu untersuchen und ggf. zu vergleichen / zu bewerten. Hier sollte deutlich mehr Zeit als für die anderen Phasen eingeplant werden, weil die genaue Recherche in der Kleingruppe erfahrungsgemäß länger dauert und den Gruppen noch ein ausreichender zeitlicher Rahmen zur Verfügung stehen muss, um die Präsentation ihrer Ergebnisse vorzubereiten. Als Abrundung des Themas könnte sich ein interdisziplinärer Exkurs in Kooperation mit dem Fach Deutsch anbieten. Die Arbeit könnte auch weiter und ggf. aus der Schule heraus geführt werden, wenn die Klasse/Gruppe eine konkrete Spendenaktion vorbereitet und durchführt. Evtl. besteht an der Schule auch schon Kontakt zu einem Spendenprojekt, an das man "andocken" könnte. U.R.: Spenden gut didaktisch und methodisch aufbereitete Reihe, praxisnah, vielleicht im Hinblick auf die Schüler des Ethikunterrichts auch islamische Spendenorganisationen vorstellen? Dr. E. Viehoff-Kamper

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I

Anaxiphorminx - Sonderzeichensatz für die metrische Analyse

Unterrichtseinheit

Immer wieder stellt sich die Frage, wie die neuen Medien in den altsprachlichen Unterricht kommen. Und immer wieder finden sich Antworten! In diesem Beitrag geht es um die metrische Analyse lateinischer Texte am Computer.Möchte man seinen Schülerinnen und Schülern einen poetischen Text mit der metrischen Analyse präsentieren, so bietet Anaxiphorminx hierfür nach einer gewissen Einarbeitungszeit Lehrerinnen und Lehrern eine komfortable Möglichkeit. So wird die angeblich tote Sprache im mündlichen Unterricht sehr lebendig. Präsentation durch die Lehrperson Möchte man seinen Schülerinnen und Schülern einen poetischen Text mit der metrischen Analyse präsentieren, so bietet Anaxiphorminx hierfür nach einer gewissen Einarbeitungszeit Lehrerinnen und Lehrern eine komfortable Möglichkeit. So wird die angeblich tote Sprache im mündlichen Unterricht sehr lebendig. Lernende arbeiten mit Computer und Beamer Ist der Zeichensatz auf dem Schulsystem installiert, können die Schülerinnen und Schüler die metrische Analyse am Rechner vornehmen und über einen Beamer der Klasse präsentieren. Dies hat durch den frei verfügbaren Zeilenabstand gegenüber einer Textpräsentation per Folie und Tageslichtprojektor den Vorteil, dass die Übersichtlichkeit auch nach mehrmaliger Korrektur im Plenum gewährleistet bleibt.Anaxiphorminx ist ein Zeichensatz, der von Dr. I.L. Pfeijffer am Classics Department, Leiden University in den Niederlanden für den Macintosh entwickelt wurde, aber auch in einer Windows-Version verfügbar ist. Anaxiphorminx enthält eine große Zahl von Symbolen für die metrische Analyse lateinischer und griechischer Verse. Der Zeichensatz ist downloadbar, editierbar, kopierbar und unbegrenzt benutzbar. Klicken Sie auf den Download und speichern Sie die ZIP-Datei in einen Übergangs-Ordner auf Ihrer Festplatte. Öffnen Sie die ZIP-Datei, sie entpackt sich dann selbstständig in den Ordner C:\WINNT\TEMP, wenn Sie keinen anderen Speicherort angeben. Tipp: Speichern Sie die Datei dort, wo Sie sie leicht wiederfinden! Öffnen Sie den Ordner, in dem die Datei nun liegt. Wenn Sie schon einmal schauen möchten: Doppelklicken Sie "Anaxiph4" - Sie sehen den Schriftsatz im Viewer. Schließen Sie diese Ansicht wieder. Kopieren oder verschieben Sie die Datei in den Unterordner "Schriftarten" oder "Fonts" in der Systemsteuerung. Beim nächsten Word-Start können Sie die neue Schriftart nutzen: Wählen Sie im Schriftarten-Menü "Anaxiphorminx" und geben Sie die Zeichen laut Tastatur-Schlüssel ein. Will man nicht mit der Tastatur arbeiten, können die einzelnen Zeichen oder eine Gruppe von Zeichen in die Zwischenablage kopiert und eingefügt werden. Viel Spaß!

  • Latein
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Unterrichtsmaterial und News für die Sekundarstufen

In diesem Schulstufenportal finden Lehrkräfte der Sekundarstufen I und II kostenlose und kostenpflichtige Arbeitsblätter, Kopiervorlagen, Unterrichtsmaterialien und interaktive Übungen mit Lösungsvorschlägen zum Download und für den direkten Einsatz im Fach- und fächerübergreifenden Unterricht sowie in Vertretungsstunden. Ob für das Fach Deutsch, Mathematik, Kunst, Sport, oder Englisch: Dieser Schulstufenbereich bietet Lehrerinnen und Lehrern jede Menge lehrplanorientierter Unterrichtsideen, Bildungsnachrichten sowie Tipps zu Apps und Tools für ihren Unterricht. 

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