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Das Verhältnis der Deutschen zur Nation

Unterrichtseinheit

Die Schülerinnen und Schüler lernen im Rahmen dieser Unterrichtseinheit verschiedene Formen der nationalen Identität und Kultur im Wandel der Zeit kennen. Sie sollen sich der Problematik von Nationalismus bewusst werden und die Bedeutung nationaler Identität in der globalisierten Gegenwart reflektieren.Als die deutsche Nationalmannschaft am 13. Juli 2014 in Brasilien zum vierten Mal Fußballweltmeister wurde, schwamm eine ganze Nation in Schwarz-Rot-Gold. Die Nationalfarben der Bundesrepublik waren in den Wochen zuvor schon allenthalben präsent: auf Balkonen und an Fenstern, auf Autos ebenso wie auf Gesichtern und auf der Kleidung. Der nationalen Identität sichtbaren Ausdruck zu verleihen, Zusammengehörigkeit und letztlich auch Nationalstolz zu zeigen, war und ist in der Bundesrepublik keine Selbstverständlichkeit. Für viele Deutsche, insbesondere aus der älteren Generation, erzeugt das Fahnenschwenken und Flaggezeigen eher nationalistisches Unbehagen als nationale Glücksgefühle. Selbstständige Erarbeitung Das Material kann sowohl als Ganzes oder auch in Teilen verwendet werden. Im kompletten chronologischen Querschnitt erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in etwa zehn Schulstunden weitestgehend eigenständig die jeweiligen Themenbereiche und erfahren so, wie sich das Bild von Nation und die Einstellung zur nationalen Identität in Deutschland innerhalb eines Jahrhunderts gewandelt haben. Ihre Ergebnisse und Erkenntnisse sollen die Lernenden in unterschiedlicher Weise präsentieren. Ablauf Ablauf "Das Verhältnis der Deutschen zur Nation" Die Lernenden erarbeiten anhand von Internetquellen und Zeitzeugenberichten, wie sich die Einstellung zur nationalen Identität in Deutschland innerhalb eines Jahrhunderts verändert hat. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler befassen sich mit der Entwicklung der Vorstellung von Nation, Volk und Patriotismus im Wandel der Zeit. erarbeiten die Unterschiede zwischen Nationalismus und Patriotismus. erkennen die Funktionalisierung des Patriotismus. beschäftigen sich mit Formen und Problemen des neuen Patriotismus. reflektieren historische und gesellschaftliche Probleme. reflektieren Zeitzeugenaussagen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Internet als Informationsquelle für die Auseinandersetzung mit einem historischen Thema. verarbeiten Informationen aus dem Internet eigenständig. nutzen unterschiedliche Präsentationstechniken und -medien, um die Ergebnisse darzustellen. nutzen Software zur kreativen Umsetzung eigener Ideen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren ziel- und ergebnisorientiert sowohl eigenständig als auch im Team. diskutieren und verwerten Ergebnisse in der Gruppe. Arminius und sein Denkmal Ausgehend vom 1875 im Teutoburger Wald errichteten Hermannsdenkmal befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Geburtsmythos der deutschen Nation. Sie lernen hierbei die Motive der Denkmalserrichtung kennen und setzen sich mit den historischen Fakten auseinander, zudem reflektieren sie die Wirksamkeit von Nationaldenkmälern. Die Lernenden sollen sich außerdem kreativ mit der Thematik beschäftigen und einen Entwurf zu einem modernen deutschen Nationaldenkmal vorlegen, dessen motivische Inhalte begründet werden müssen. Gegebenenfalls sind hier Anstöße von Seiten der Lehrkraft nötig. Begriffserklärung Die Schülerinnen und Schüler recherchieren zunächst Begriffsdefinitionen, sodass sie eine terminologische Sicherheit erlangen. Daran anschließend setzen sie sich mit Zitaten zu den Begriffen Nation, Patriotismus und Nationalismus auseinander und müssen dabei die jeweilige Intention der Aussage eigenständig reflektieren sowie versuchen, diese auch zu kontextualisieren. Nationalgefühl 2014 Feindbild und Selbstbild spielten gerade in Zeiten der nationalstaatlichen Kriege eine wichtige Rolle in der Propaganda, um den Sinn des Kampfes auch in der Heimat stets zu verdeutlichen. Die Wahrnehmung der Deutschen als Barbaren war schon vor dem Überfall auf Belgien eine gängige Stereotype in den Nachbarländern, während des Krieges wurde diese stark ausgebaut. Analyse einer kriegspropagandistischen Karikatur Die Karikatur aus dem Kladderadatsch greift diesen Vorwurf des Barbarentums auf und persifliert ihn. Frankreich, Großbritannien und Russland werden personifiziert dargestellt, auf ihren Schultern sitzen Angehörige ihrer Kolonialvölker. Die Figuren wirken harmlos, eher unkriegerisch. Ihre Kriegshandlungen ("ihre Spur") werden aber als äußerst brutal und barbarisch dargestellt. Sie, die - so die Intention der Karikatur - die Kultur für sich beanspruchen, machen beim Töten auch nicht Halt vor Kindern, Frauen und Verletzten und verstoßen sogar gegen das geltende Kriegsrecht (zum Beispiel Angriff auf ein Lazarett, Verwendung sogenannter Dum-Dum-Munition). Deutschland und Österreich werden in Gestalt zweier einfacher Soldaten, die im Angriff begriffen sind, ganz "barbarisch" gezeigt. Ihr "Verfahren" ist zwar auch zunächst kriegerisch (Trümmer zerstörter Häuser), jedoch erscheinen die Soldaten als Helfer und gar Retter für Kinder, Alte und Verletzte. Das Ziel der vermeintlichen deutschen Barbaren ist die möglichst schnelle Wiederherstellung des Friedens, personifiziert in dem Friedensengel im Hintergrund, der schon die Ketten bereithält, um den ausgebrochenen Krieg wieder zu fesseln. Motive der und Mittel zur Fahnenflucht Anhand eines Zeitungsartikels aus der ZEIT befassen sich die Schülerinnen und Schüler anschließend mit den Motiven der und den Mitteln zur Fahnenflucht. "Volk" und "Nation" im Nationalsozialismus Anhand des Parteiprogramms sowie der Gesetzgebung von 1935 recherchieren die Schülerinnen und Schüler zur nationalsozialistischen Auffassung von Volk, Nation und Staats- beziehungsweise Reichsbürger und überlegen, welches nationale Selbstbild die Nationalsozialisten vermitteln wollten. Anschließend stellen sie eine Untersuchung zum aktiven Widerstand und zur Fahnenflucht im Zweiten Weltkrieg an. Volk und Nation in den Verfassungen Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Verfassungstexte der BRD und der DDR und erkennen hierbei das unterschiedliche nationale Selbstverständnis der beiden deutschen Staaten. Die BRD trat die Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches an und beharrte auch von daher auf der Einheit des deutschen Volkes, auch im Verfassungstext ist immer vom "Deutschen Volk" die Rede. In der Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik von 1949 wird ebenfalls der Begriff "deutsches Volk" verwendet, das in einer "unteilbaren Republik" lebt. Somit ist auch hier die Vorstellung einer Nation und der Wunsch nach Einheit manifestiert - Aspekte, die auch in der DDR-Hymne ihren Niederschlag fanden. In der geänderten Verfassung von 1974 wird ein neues "nationales" Selbstverständnis deutlich, das von zwei Nationen ausgeht. So ist dann in der Verfassung konsequent vom Volk der DDR oder nur Volk und vom Staat der Arbeiter und Bauern die Rede, eine nationale Zuweisung fehlt. Analyse der DDR-Hymne Dass sich das Regime im Osten ab 1974 von jeglicher Form einer möglichen Wiedervereinigung und von jedem nationalen Patriotismus verabschiedet hat und auch Gedanken daran in keiner Weise offiziell lebendig halten wollte, können die Schülerinnen und Schüler durch de Analyse des Hymnen-Textes erarbeiten, in dem sich Textstellen wie "Deutschland, einig Vaterland" (1. Strophe) finden - ein Text, der ab 1974 nicht mehr gesungen werden durfte, aber dann nach dem 9. November 1989 eine regelrechte Renaissance erfuhr. Zeitzeugenaussagen Ausgehend vom Kriegs- und Boykotthetze-Artikel der DDR-Verfassung von 1949 (Art. 6) beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst mit der Problematik dieser Verfassungs- beziehungsweise später Strafrechtsbestimmung der DDR. Anhand eines Zeitzeugeninterviews lernen sie die Erfahrungen eines "Republikflüchtlings", der in den Augen des SED-Regimes als Staats- oder Republikfeind galt, kennen. In einer Zeitzeugenaussage eines ehemaligen Regierungsmitglieds der DDR erfahren die Lernenden, wie das kommunistische Regime den Verrats-Begriff definierte. Die Spiegelaffäre Im Zusammenhang mit dem Spiegel-Artikel "Bedingt abwehrbereit" vom 10. Oktober 1962 sprach der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer von einem "Abgrund an Landesverrat", der dann auch in der sogenannten "Spiegel-Affäre" mündete. Die Schülerinnen und Schüler beschaffen sich zunächst Informationen über die "Spiegel-Affäre" und erfahren in einem nächsten Schritt, welche langfristigen Veränderungen im Rechtsbewusstsein die Affäre mit sich brachte. Zudem befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem aktuellen Begriff des Staatsgeheimnisses und den strafrechtlichen Regeln des Landesverrats. Zum Einstieg sehen die Schülerinnen und Schüler sich einen Ausschnitt aus der Feier zur Wiedervereinigung vom 3. Oktober 1990 an und analysieren, in welchen Formen der Nationalstolz hier seinen Ausdruck findet. Anhand eines Zeitzeugeninterviews mit dem Schriftsteller Ulrich Plenzdorf kann der überschwängliche Patriotismus reflektiert und gegebenenfalls relativiert werden. Im Anschluss daran erarbeiten und erkennen die Schülerinnen und Schüler Probleme der Nationalidee im vereinten Deutschland. Ausprägungen des Patriotismus' in der Gegenwart Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich zunächst mit dem Phänomen des Party- oder Fußball-Patriotismus'. Daran anschließend reflektieren sie ihr persönliches Verständnis von Begriffen wie Vaterland, Nation, Patriotismus et cetera. Anhand des Artikels " Die zwei Gesichter der Vaterlandsliebe " von Volker Kronenburg vertiefen die Schülerinnen und Schüler die aktuelle Unterscheidung zwischen Nationalismus und Patriotismus. Im Anschluss daran reflektieren und diskutieren sie die generelle Notwendigkeit einer patriotischen Einstellung in der Gegenwart. Abschließend beschäftigen sich die Lernenden mit der Verwendung des Ausdrucks "Vaterlandsverrat/Vaterlandsverräter" als "Kampfbegriff" in der gegenwärtigen politischen Auseinandersetzung. Sie sollen dabei unter anderem erkennen, dass bestimmte historische Termini sensibel verwendet werden müssen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

Argumente gegen die Leugner des Holocaust

Unterrichtseinheit

Immer wieder verbreiten Rechtsextremisten und Neonazis in Zeitschriften und im Internet die These von der Auschwitz-Lüge. Wie ihre Argumente aufgebaut sind und was Jugendliche ihnen entgegnen können, vermittelt diese Anregung für den multimedialen Geschichtsunterricht. Die These, der Massenmord an über einer Million Juden und anderen Verfolgten in Auschwitz sei eine Lüge, beruht auf bewusst gewählten Halbwahrheiten und manipulierten Fakten. Sie ist historisch unhaltbar. Trotzdem ist es für Jugendliche schwierig, rechtsextreme oder neonazistische Argumente souverän zu widerlegen. Oft reagieren Schülerinnen und Schüler hilflos, wenn sie mit derartigen Thesen auf dem Schulhof konfrontiert werden. Die Unterrichtsanregung vermittelt Argumentationshilfen gegen revisionistische Sprüche von Neonazis. Im Zentrum des Unterrichts steht die Internetseite "Holocaust-Referenz: Argumente gegen Auschwitz-Leugner". Die Unterrichtsreihe setzt sich aus drei Aufgabenbereichen zusammen. Die Schülerinnen und Schüler untersuchen mithilfe der Internetseite "Holocaust-Referenz" zuerst die Vorgehensweise der Auschwitz-Leugner. Sie können ihre Kenntnisse anschließend vertiefen, indem sie sich mit dem "Leuchter-Report" auseinander setzen. Der stellt die These auf, die Gaskammern in Auschwitz seien technisch nicht zur Vernichtung von über einer Million Menschen geeignet gewesen. Abschließend beschäftigen sich die Jugendlichen mit den internetspezifischen Möglichkeiten, Thesen und Inhalten zu verbreiten. Dabei sollen sie sich kritisch mit der Meinungsfreiheit im Internet und mit ihren Grenzen auseinander setzen. Argumentationsweisen der Auschwitz-Leugner Pseudowissenschaftliche Fälschung: Der Leuchter-Report Holocaust-Leugner und ihre Gegner im Internet Inhaltliche Ziele Die Schülerinnen und Schüler sollen die Argumentationsweise der Holocaust-Leugner an verschiedenen Beispielen untersuchen. die Motive und Ziele der Holocaust-Leugner erkennen. die These von der Holocaust-Lüge mithilfe von Quellenmaterial widerlegen lernen. das Thema in der Klasse diskutieren. Ziele aus dem Bereich Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Informationen zur Widerlegung der Holocaust-Lüge im Internet recherchieren. sich inhaltlich mit der Website "Holocaust-Referenzen" auseinander setzen. die Möglichkeiten der Verbreitung von Inhalten und Propaganda im Internet reflektieren und diskutieren. Literaturtipp Markus Tiedemann: In Auschwitz wurde niemand vergast. 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt (Lernmaterialien). Verlag an der Ruhr, 1996. ISBN: 3860722751 Preis: 12,80 € Ziele der Internetseite "Holocaust-Referenz" "Mit Holocaust-Leugnern diskutieren, das ist, als wolle man versuchen, einen Pudding an die Wand zu nageln", sagt Ken McVay vom kanadischen Holocaust-Archiv "Nizkor Project". Der Autor der "Holocaust-Referenz", Jürgen Langowski, ist sich bewusst, dass seine Internetseiten nicht dazu beitragen, Holocaust-Leugner zu bekehren. Als er das kanadische "Nizkor Project" kennen lernte, beschloss er, ein deutsches Gegenstück aufzubauen. Langowski sieht die aktive und offensive Aufklärung im Internet als den besten Weg, um braune Propaganda zu bekämpfen. Seine Absicht ist es, diese Gruppen durch die vorhandenen Argumente und Fakten als das vorzuführen, was sie sind: "... unverbesserliche Ewiggestrige und meist auch fanatische Antisemiten, die wissentlich oder unwissentlich auf den nächsten Völkermord zusteuern, indem sie den letzten leugnen." Ende 2002 wurde Langowski für seine Seite "Holocaust-Referenz" vom "Bündnis für Demokratie und Toleranz" mit einem Preis ausgezeichnet. Argumente und Dokumente, Fakten und Lügen Auf den Seiten der "Holocaust-Referenz" finden Jugendliche historische Fakten und Informationen über die Tricks, mit denen Rechtsextremisten versuchen, die Geschichte umzuschreiben. In der Rubrik "Argumente" werden die (Schein-)Argumente, welche die Realität des Holocaust in Frage stellen, und die entsprechenden Widerlegungen erläutert. In der Rubrik "Dokumente" finden sich Dokumente zur Geschichte des Nationalsozialismus wie zur Euthanasie oder zum Judenmord. Der Autor der "Holocaust-Referenz", Jürgen Langowski, stellt außerdem auf einer weiteren Homepage unter dem Titel "Die andere Seite - das Kuriositätenkabinett" einige besonders absurde und skurrile Verrenkungen der Auschwitz-Leugner satirisch dar. Ergänzung durch englische Informationen Ergänzend kann, eventuell sogar im fächerübergreifenden Unterricht, auf die Seiten des "Nizkor Project" zurückgegriffen werden. Das Nizkor-Archiv in Kanada gilt als eine der ergiebigsten Quellen zum Thema Holocaust. Im Internet hat es eine Dokumentation erstellt, die noch wesentlich umfassender als die "Holocaust-Referenz" ist. Die Seiten gibt es jedoch nur in englischer oder spanischer Sprache. Zum Einsatz im Unterricht sind fortgeschrittene Englisch- oder Spanischkenntnisse notwendig. Unterrichtsziele Die Schülerinnen und Schüler lernen die Verfahren kennen, mit denen Rechtsextremisten versuchen, die Geschichte umzuschreiben (Rechentricks, Fälschungen und Manipulation von Quellen). Sie sollen die Motive und Ziele für die Fälschung historischer Tatsachen ergründen und mit dem vorhandenen Quellenmaterial die Thesen widerlegen. Die Ergebnisse der Internetrecherche werden im Unterrichtsgespräch präsentiert. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren anschließend gemeinsam die Ziele und Motive der Auschwitz-Leugner. Jürgen Langowski Bei Fragen können die Schülerinnen und Schüler per E-Mail direkt Kontakt zu Jürgen Langowski, dem Autor der Seite "Holocaust Referenz", aufnehmen. Der Leuchter-Report: Geschichtsfälschung auf Bestellung Fred Leuchter ist ein selbsternannter Gaskammerexperte aus Boston. 1988 trat er im Prozess gegen den in Kanada lebenden Ernst Zündel, einen Verleger neonazistischer und revisionistischer Schriften und Videos, auf. Leuchter wurde als "Ingenieur" und "Spezialist für Hinrichtungsanlagen" in den Zeugenstand berufen, um zu Zündels Verteidigung auszusagen. Mit seiner Hilfe sollte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass die Gaskammern von Auschwitz und anderen Konzentrationslagern nicht zur Vernichtung von Millionen von Menschen geeignet gewesen wären. Leuchter kam in seinem Bericht wunschgemäß zu dem Ergebnis, dass die Anlagen in Auschwitz nicht zur massenhaften Vernichtung von Menschen gedient haben könnten. Er fasste seine "Erkenntnisse" im so genannten "Leuchter-Report" zusammen, den der ehemalige NPD-Vorsitzende Günter Deckert ins Deutsche übersetzt hat. Analyse von Geschichte und Geschichtsfälschung Im Internet verweist die "Holocaust-Referenz" auf die inhaltlichen Schwächen von Leuchters so genannter wissenschaftlicher Untersuchung. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der genannten Homepage über den Leuchter-Report informieren und die Vorgehensweise der Holocaust-Leugner an einem konkreten Beispiel analysieren. Sie sollen die Mechanismen der Fälschung von historischen Gegebenheiten erkennen und gleichzeitig Möglichkeiten kennen lernen, wie Geschichtsfälschungen hinterfragt und widerlegt werden können. Jürgen Langowski Die Schülerinnen und Schüler können bei Fragen per E-Mail direkt Kontakt zu Jürgen Langowski, dem Autor der Seite "Holocaust-Referenz", aufnehmen. Ziele von Portalen gegen die Holocaust-Lüge Das Portal "Holocaust-Referenz" und das kanadische "Nizkor-Project" enthalten umfassende Informationen über die Vorgehensweise und die Argumentation der Holocaust-Leugner im Internet. Die Schülerinnen und Schüler sollen bei diesem Unterrichtsschwerpunkt die Ziele der Betreiber dieser Seiten kennen lernen. Sie sollen sich außerdem informieren, welche Möglichkeiten Holocaust-Leugner haben, ihre Standpunkte im Internet zu verbreiten. In diesem Zusammenhang sollen sie das Thema "Meinungsfreiheit gegen Menschenwürde im Internet" reflektieren und diskutieren. Rechtsextremistische Inhalte im Internet Rechtsextremisten verbreiten ihr Gedankengut und ihre Propaganda im Internet sehr professionell. Die Zahl der Internetseiten mit rechtsextremistischen Inhalten stieg in den vergangenen Jahren unaufhörlich. Auch in verschiedenen Newsgroups oder Mailinglists diskutieren sie Ansichten, die gegen die Verfassung oder gegen wissenschaftliche Erkenntnisse verstoßen. In jedem Fall sollten die Schülerinnen und Schüler über diese Newsgroups informiert werden. Ob sie im Internet direkt nach diesen Newsgroups suchen sollen, muss jede Lehrkraft individuell entscheiden. Wenn ja, sollte sich die Lehrkraft im Vorhinein genau über die rechtlichen Bestimmungen zur Auseinandersetzung mit illegalen und extremistischen Inhalte im Internet informieren (siehe unten: Mehr Informationen bei Lehrer-Online). Bei der Recherche nach rechtsradikalen oder rechtsextremen Inhalten im Internet hilft die CD-ROM "Rechtsextremismus im Internet" der Bundeszentrale für politische Bildung. CD-ROM "Rechtsextremismus im Internet" Dokumentation zur rechtsextremen Jugendszene im Internet mit Webadressen zu Skinheads, rechtsextremer Musik, Spielen und Chats. Achtung bei indizierten Inhalten Links- sowie insbesondere rechtsextreme Medienangebote werden von der Bundesprüfstelle als jugendgefährdende Inhalte indiziert. Auch das Verherrlichen der NS-Zeit, das zumeist nach dem Strafgesetzbuch nicht verboten ist, wird von der Bundesprüfstelle als jugendgefährdend angesehen. Daraus ergibt sich, dass gerade bei der Suche nach rechtsextremen Inhalten im Internet eine fundierte "Aufklärung" der Schülerinnen und Schüler über die Rechtslage nötig ist. Auch wer fahrlässig rechtsextremistische, indizierte Inhalte aus dem Internet herunterlädt und verbreitet, macht sich nach § 21 Abs. 3 GjSM strafbar. Zu den Arbeitsblättern

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I

Wie lange reichen die Erdölreserven?

Unterrichtseinheit

Auf der Basis einer (quellen-)kritischen Internetrecherche entwickeln die Lernenden eine eigene Einschätzung zur Reichweite der Ölvorräte. Ihre Stellungnahmen werden zunächst in Kleingruppen zusammengeführt und dann mit der Klasse diskutiert. Im Rahmen eines WebQuests - beziehungsweise BlogQuest - setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage auseinander, wie lange die Erdölreserven noch reichen. Im Verlauf der Unterrichtseinheit sollen sie in Einzel- oder Partnerarbeit verschiedene Internetquellen kritisch auswerten und eine schriftliche Stellungnahme zum Thema verfassen. Zum Abschluss der Unterrichtseinheit sollen sie ihre Standpunkte in einer Diskussionsrunde besprechen. Der WebQuest wurde im Projekt "Lehr@mt: Medienkompetenz als Phasenübergreifender Qualitätsstandard" entwickelt. Thematisch gehört die Beschäftigung mit der "Reichweite der Erdölreserven" zu dem Bereich der fossilen Energieträger und baut auf Vorkenntnissen zu den einfachen Kohlenwasserstoffen auf. Die Lernenden arbeiten, wenn möglich (bei ausreichender Anzahl an Computerarbeitsplätzen), in Einzel-, ansonsten in Partnerarbeit. Vor der Auswertung der vorgegebenen Internetquellen sollen sich die Schülerinnen und Schüler Gedanken über den quellenkritischen Umgang mit Informationen aus dem Internet machen und dafür einen Kriterienkatalog erstellen. Hierzu befinden sich auf der Materialien-Seite des WebQuest-Dokuments drei Links zu Texten, die sich mit dem Thema Quellenkritik auseinandersetzen. Danach soll die Fragestellung, wie lange die Erdölreserven noch reichen, unter Zuhilfenahme von fünf Quellen bearbeitet und eine schriftliche Stellungnahme verfasst werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Ergebnisse zunächst in Kleingruppen (je vier bis fünf Lernende) vorstellen und diskutieren. Jede Gruppe entscheidet sich für eine Stellungnahme, die dann der gesamten Klasse präsentiert wird. Anschließend sollen in einer Diskussionsrunde die Ergebnisse der Gruppen besprochen werden. Lehrplanbezug und Voraussetzungen Die Einordnung des WebQuests in die Lehrpläne von Hauptschule, Realschule und Gymnasium sowie in die Typologie des WebQuest-Erfinders Bernie Dodge wird dargestellt. Hinweis zum Unterrichtsverlauf Zeiteinteilung und Ablauf der Unterrichtseinheit werden skizziert. Selbstgesteuertes, problemlösendes und (quellen-)kritisches Arbeiten stehen dabei im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler sollen gemäß der Bildungsstandards im Fach Chemie für den Mittleren Schulabschluss angeben, dass Erdöl einen Energiegehalt besitzt, der mithilfe chemischer Reaktionen in Arbeit umgewandelt werden kann. (F4.1, F4.2) Formen der Informationsbeschaffung und -verarbeitung nutzen, um die Endlichkeit der Erdölreserven zu erschließen. (B3) zum Thema Erdölreserven unterschiedliche Internetquellen für ihre Recherchen nutzen. (K1) Darstellungen auf ausgewählten Internetseiten hinsichtlich ihrer fachlichen Richtigkeit prüfen. (K3) im Rahmen einer Internetrecherche Trends, Strukturen und Beziehungen zur Endlichkeit der Erdölreserven finden, erklären und Schlussfolgerungen ziehen. (E6) auf die Fragestellung bezogene und aussagekräftige Informationen anhand festgelegter Beurteilungskriterien auswählen. (K2) die Endlichkeit der Erdölreserven aus unterschiedlichen Perspektiven diskutieren und bewerten. (B5) den Verlauf und die Ergebnisse ihrer Internetrecherche situationsgerecht und adressatenbezogen dokumentieren und präsentieren. (K7) fachlich korrekt und folgerichtig argumentieren. (K8) ihre Arbeit als Team planen, strukturieren, reflektieren und präsentieren. (K10) Verknüpfungen zwischen Chemie und anderen Unterrichtsfächern, wie zum Beispiel Biologie, Geographie, Wirtschafts- und Politikwissenschaften, erkennen und diese Bezüge an konkreten Beispielen aufzeigen. (B2) Thema Reichweite der Erdölreserven, Quellenkritik Autoren Stephen Amman, Sven-Heiko Bubel, Rolf Goldstein, Lars Jakob Fach Chemie Zielgruppe Hauptschule: Klasse 9; Realschule: Klasse 10; Gymnasium: Klasse 9 Zeitraum 4 Stunden Technische Voraussetzungen Computer mit Internetzugang in ausreichender Anzahl (idealerweise für Einzel- oder Partnerarbeit) 9.6 Abbau organischer Substanz, Unterpunkt 3: Suche und Förderung von Erdöl 9.7 Verwendung von Erdölfraktionen Für die Informationsbeschaffung wird unter anderem das Internet empfohlen. 10.3 Fossile Rohstoffe - wie lange noch? Entstehung und Gewinnung von Erdöl Die Nutzung des Internets wird bei den Arbeitsmethoden ausdrücklich genannt. 9G.3 Nr. 3.1 Erdöl und Erdgas als Energieträger und Rohstoffe Als Arbeitsmethode wird explizit die Informationsbeschaffung aus dem Internet zu dem Thema Erdöl empfohlen. Hessisches Kultusministerium (Herausgeber): Lehrplan Chemie. Gymnasialer Bildungsgang Jahrgangsstufen 7G bis 12G. 2008. Hessisches Kultusministerium (Herausgeber): Lehrplan Chemie. Bildungsgang Realschule Jahrgangsstufen 5 bis 10. 2002 Hessisches Kultusministerium (Herausgeber): Lehrplan Chemie. Bildungsgang Hauptschule Jahrgangsstufen 5 bis 9/10. 2002 Sekretariat der Ständigen Konferenz der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Herausgeber): Beschlüsse der Kultusministerkonferenz. Bildungsstandards im Fach Chemie für den Mittleren Schulabschluss. München/Neuwied: Luchterhand, 2005 Technische Voraussetzungen Die WebQuest-Materialien dieser Unterrichtseinheit sind HTML-Seiten, die mit jedem gängigen Browser genutzt werden können. Um eingebettete Videos abspielen zu können, muss der Adobe Flash Player installiert sein. Fachliche Voraussetzungen Die einfachen Kohlenwasserstoffe, wie Alkane, Alkene und Alkine, werden direkt vorher im Unterricht behandelt. Aufgabentyp "Entscheidungen treffen" WebQuests können nach ihrem "Erfinder" Bernie Dodge unterschiedlichen Aufgabentypen zugeteilt werden (WebQuest: A Taxonomy of Tasks, 2002). Der hier vorgestellte WebQuest lässt sich dem Aufgabentyp "Entscheidungen treffen" (Judgement Tasks) zuordnen. Dieser Aufgabentyp beinhaltet Kompetenzen aus anderen Aufgabentypen wie "Informationen zusammenstellen" (Compilation Tasks) und "Sachverhalte analysieren" (Analytical Tasks). Darüber hinaus ist aber eine Entscheidung zu treffen, die nachvollziehbar begründet werden muss. Hierbei wird nicht nur reproduziert, sondern problemlösend und (quellen-)kritisch gearbeitet. Gerade dieser Aufgabentyp ist sehr praxisnah und bereitet die Schülerinnen und Schüler auf das spätere Berufsleben oder Studium vor. BlogQuests: Erstellen von WebQuest mit Blogs Der hier vorgestellte WebQuest wurde mit einem Blog erstellt (daher auch die Bezeichnung BlogQuest). Ursprünglich handelt es sich bei Blogs um internetbasierte Tagebücher, in denen man Artikel verfassen und Seiten gestalten kann. Es gibt zahlreiche Provider, wie zum Beispiel Blogger, blog.de oder overblog. Der vorliegende BlogQuest wurde mithilfe von Wordpress erstellt. Die Arbeit mit dieser Online-Plattform ist nach einer kurzen Einarbeitungsphase sehr einfach, da man hier als Autorin oder Autor viele Optionen vorfindet, die von konventioneller Bürosoftware bekannt sind. Die Arbeitsoberfläche von Wordpress ist übersichtlich strukturiert, man benötigt für die Nutzung keine Programmierkenntnisse in HTML oder PHP. Und weil man den BlogQuest ohnehin online erstellt, entfällt auch der Schritt des Hochladens. Blogs ermöglichen somit eine schnelle und komfortable Erstellung von WeqQuests. Dies ist auch mit kostenfrei nutzbaren WebQuest-Generatoren möglich. Die mit diesen Werkzeugen erstellten HTML-Seiten muss man jedoch noch in einen verfügbaren Webspace hochladen. Für die Internetrecherchen sind zwei Unterrichtsstunden einzuplanen. Die Erarbeitung der Stellungnahmen (Einzel- oder Partnerarbeit sowie Gruppenarbeit) sowie die Präsentation und Diskussion im Klassenplenum nehmen je eine Unterrichtsstunde in Anspruch. Arbeitsgleiche Einzel- oder Partnerarbeit In der ersten Unterrichtsphase erfolgt in Einzel- beziehungsweise Partnerarbeit die Erstellung eines Kriterienkatalogs zum quellenkritischen Arbeiten. Dieser Katalog dient als "strategische" Grundlage für die Bewertung von Informationen und damit für die Erarbeitung der eigenen Stellungnahme. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ihren Standpunkt zur Reichweite der Erdölreserven nach der Recherche auf den fünf vorgegebenen Internetseiten. Die Beantwortung der Fragestellung, also die eigene Entscheidung, ist schriftlich zu begründen. Selbstgesteuertes Arbeiten Die Arbeit mit dem WebQuest erfolgt eigenständig und selbstgesteuert. Problemlösendes und (quellen-)kritisches Arbeiten soll dabei im Mittelpunkt stehen. Die Lehrkraft wird zum Lernbeobachter. Ergänzende Materialien Für ihre Internetrecherche stehen den Schülerinnen und Schülern im Quellenbereich des WebQuests ausgewählte Links zur Verfügung. Darüber hinaus ist es wünschenswert, wenn die Lernenden selbstständig in der Schul- oder Stadtbibliothek auf Printmedien zurückgreifen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die methodische und inhaltliche Qualität gedruckter Medien der Qualität von Online-Publikationen gegenüberzustellen. Die Arbeitsergebnisse der Schülerinnen und Schüler sind der von ihnen erstellte Kriterienkatalog und die Formulierung ihrer Position. Letztere stellen sie sich gegenseitig in Kleingruppen vor. Jede Gruppe entwickelt daraus eine eigene Stellungnahme, die dann der gesamten Klasse präsentiert wird. Abschließend sollen die Stellungnahmen der Gruppen in einer Diskussionsrunde besprochen werden. Dabei sollen konstruktive Kritik geübt und auch Verbesserungsvorschläge diskutiert werden.

  • Chemie / Natur & Umwelt
  • Sekundarstufe I

Zeitzeugeninterview: Eberhard Wilms über den Ruf nach Freiheit

Video

In diesem Zeitzeugeninterview erfahren die Schülerinnen und Schüler, durch welche Erfahrungen sich das politische Bewusstsein von Eberhard Wilms herausbildete. Eberhard Wilms schildert in seinem Zeitzeugeninterview anschaulich, wie er die erste Zeit der Trennung Deutschlands und den Mauerbau wahrnahm. Innerhalb seiner eigenen Familien nahm er mit seiner kritischen Haltung gegenüber dem SED-Regime eine Außenseiterrolle ein. Er berichtet, wie es zum Volksaufstand kam, welches Politikverständnis in der DDR herrschte und wie die Zustände dort waren. Das Video-Interview eignet sich gut als Ausgangsmaterial für eigene Unterrichtsentwürfe und kann in verschiedenen methodisch-didaktischen Kontexten verwendet werden. Dabei sollte vorbereitend auf die Quellengattung "Zeitzeugen" eingegangen und geklärt werden, welche Vor- und Nachteile mit dieser speziellen Quellenart verbunden sein können. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nennen die Kerndaten der deutschen Teilungsgeschichte. beschreiben die Ursachen für den Volksaufstand am 17. Juni 1953. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erschließen gezielt Informationen über das Leben in der DDR aus einem Zeitzeugeninterview. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich kritisch mit den Aussagen des Zeitzeugen auseinander und berücksichtigen die Subjektivität der Aussagen.

  • Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Häftlingsfreikauf aus der DDR

Kopiervorlage

In dieser Unterrichtseinheit setzen sich die Lernenden mit dem Freikauf von Häftlingen in der DDR durch die Bundesrepublik auseinander.Im Zeitraum zwischen 1961 bis 1989 kaufte die Bundesrepublik rund 33.000 politische Häftlinge der DDR frei. Warum die DDR-Führung darauf einging, was sie im Gegenzug dafür verlangte und wie die Verhandlungen abliefen, thematisiert diese Unterrichtseinheit. Zur Bearbeitung der Arbeitsblätter stehen den Schülerinnen und Schülern viele Informationsquellen zur Verfügung. Die Lernenden erarbeiten selbstständig die Themenkomplexe und diskutieren anschließend ihre Ergebnisse im Plenum. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erklären den Begriff "Häftlingsfreikauf". nennen Gründe, warum die Bundesrepublik Häftlinge aus DDR freikaufte. skizzieren die unterschiedlichen Positionen zum Thema "Häftlingsfreikauf". Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren in unterschiedlichen Medien nach weiterführenden Informationen zu den verschiedenen Inhalten der Arbeitsblätter. fassen Ergebnisse ihrer Recherche in Form von Mindmaps zusammen. interpretieren Zeitungsartikel, Videos und Berichte. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler diskutieren Argumente für und gegen den Häftlingsfreikauf. analysieren die Situation von politischen Häftlingen in der DDR und beziehen Position, ob sie für oder gegen den Häftlingsfreikauf sind.

  • Geschichte
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Das Elisabethanische Weltbild in Shakespeares "Macbeth" und "Ein Sommernachtstraum"

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel fasst das Elisabethanische Weltbild zusammen und bietet auf zwei Grafiken eine Übersicht zum Elisabethanischen Weltbild in Shakespeares "Macbeth" sowie "Ein Sommernachtstraum". Das elisabethanische Zeitalter (zur Regierungszeit von Königin Elisabeth I., 1558–1603) war eine Epoche tiefgreifender sozialer und kultureller Veränderungen ; das Weltbild der Elisabethaner war aber trotz des Beginns der Renaissance immer noch stark von mittelalterlichen Traditionen geprägt: Die Zeitgenossen Shakespeares waren der Auffassung, dass es "eine universale Ordnung gibt, in der alle gegenwärtigen und vergangenen Phänomene ihren Platz haben und die sowohl materielle als auch geistige Wesenheiten umfasst." (Suerbaum 2001: 87) Die Einheit des Universums stammt aus Gott, der die Welt aus dem Chaos heraus geschaffen und ihr ein bestimmtes Ordnungsprinzip zugrunde gelegt hat. Dieses Ordnungsprinzip bezeichneten die Elisabethaner als frame of order . Ordnung kann in unterschiedlichen Bereichen ihren Niederschlag finden, wie zum Beispiel in der Hierarchie der Lebewesen oder der Liebe und Loyalität, die Kinder ihren Eltern schuldig sind. Aber auch der feste Lauf der Planeten und die Reihenfolge der Tages- und Jahreszeiten sind Hinweise für eine bestehende Ordnung. Der gesamte Kosmos ist eine Hierarchie, in der alle Kreaturen nach dem Prinzip der Rangstufung ( degree ) ihren Platz haben. "Für die Art und Weise der Ordnung nach degree werden vor allem die Bilder der Stufenleiter oder der Treppe – ladder , scale of degree – und der Kette des Seins – chain of being – verwandt." (Suerbaum 2001: 88) In der Seinskette erfolgt eine Einordnung jedes Wesens durch Unter- und Überordnung . Es lassen sich vier Bereiche unterscheiden: "Auf der untersten Ebene steht das Reich der Mineralien, deren einzige Grundeigenschaft die Existenz ist (Leitbeispiel: Fels). Auf der nächsten Stufe stehen die Wesen des Vegetable Kingdom (Leitbeispiel: der Baum), bei denen zum Sein noch das Leben tritt. Die Angehörigen des Animal Kingdom (Leitbeispiel: das Pferd) haben Gefühl und Bewegung als zusätzliche Qualitäten. Beim Menschen im nächst höheren, dem rationalen Bereich treten Verstand und Seele hinzu." (Suerbaum 2001: 89f.) Im Gegensatz zu den meisten anderen Kreaturen lebt der Mensch in einer Gesellschaft und wird dadurch zum Ordnungswesen schlechthin, da ihm die Gesellschaft seine Rangstufung in einer Reihe von Hierarchien zuweist, abhängig von seinem sozialen Stand und seinem Berufs-, Familien- oder Vermögensstand . Welcher Platz dem Einzelwesen in der Ordnung zukommt, beruht auf dem Prinzip der Verschiedenheit. Zu diesem Prinzip gehört das komplementäre Prinzip der Analogie, welches ermöglicht, dass die endlose Zahl der degrees eine Ordnung bildet: "Alle Kreaturen sind einander ähnlich. Der Grad ihrer Verwandtschaft mit anderen Wesen bestimmt – zusammen mit dem spezifischen Unterschied – ihre Seinsposition. Die Ordnung ist also auch ein System von Analogien und correspondences , von Übereinstimmungen der Bau- und Funktionsweise verschiedener Schöpfungsteile." (Suerbaum 2001: 90) Als Beispiel für analoges Denken dienen zum Beispiel oft der Körper mit seiner organischen Ordnung und der Staat als 'politischer Körper' ( body politic ); eine beliebte Metapher der elisabethanischen Zeit für Korrespondenzen ist der Spiegel: Die Welt besteht aus Spiegeln und benachbarte Kreaturen spiegeln einander. Eine Störung dieser Ordnung, im Himmel wie auf Erden hat Chaos zur Folge. Hauptstörfaktor ist der Mensch mit seinen Schwächen, denn durch seinen Sündenfall wurde "die Ordnung […] erschüttert und ein Element der Unsicherheit und Unbeständigkeit ( mutability ) in sie hineingetragen." (Suerbaum 2001: 99) Wird die vorgegebene Hierarchie missachtet, kann es zu Störungen in (a) der menschlichen Natur (Psyche), (b) der Natur/des Kosmos und/oder (c) des gesellschaftlichen/politischen/sozialen Lebens kommen. "Die elisabethanische Psychologie geht von einer Hierarchie der Seelenvermögen aus, an deren Spitze die Vernunft steht. Die Sinneseindrücke (impressions, fancies), die den psychischen Mechanismus auslösen, müssen nach dem Durchgang durch die Phantasie (fantasy, imagination) erst der Kontrolle durch die Vernunft (reason, judgement) unterworfen werden, die zwischen gut und böse unterscheidet, ehe es zu einem das Gute begehrenden Willensentschluss (will, persuasion) kommen kann, der auf die Leidenschaften (desires, blood) wirkt und eine zweckmäßige Handlung herbeiführt. Diese Ordnung kann jedoch umgestoßen werden, wenn die Phantasie unter Ausschaltung der Vernunft und des Willens unmittelbar auf die Leidenschaften der Begierde wirkt und von ihnen fehlgeleitete Handlungen herbeiführt." (Franke 2003: 164) Die Natur wurde zu Shakespeares Zeit als Instrument Gottes angesehen, als "a visible expression of God's intentions". (Emunds 1983: 53) Zuwiderhandlung gegen die göttliche Ordnung kommt in kosmischem Chaos zum Ausdruck, wie zum Beispiel durch Gewitter, Umkehrung der Rangordnung unter den Tieren oder aufkommende Dunkelheit am Tage. Ebenso kann auch die gesellschaftliche Ordnung aus den Fugen geraten, was sich in politischen Unruhen oder Kriegen äußert.

  • Englisch

Erwachsenwerden in Umbruchszeiten: ein E-Magazin

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Das multimediale, interaktive E-Magazin "Erwachsenwerden in Umbruchszeiten" bietet einen fundierten Überblick über die historischen Ereignisse und Lebenswelten junger Erwachsener in den 1980er- und 1990er-Jahren in Deutschland, Polen und Russland. Die im E-Magazin eingebundenen Elemente ermöglichen eine spannende, gegenwartsorientierte Umsetzung des Themas im Unterricht. Beschreibung Wie war es in den 1980er- und 1990er-Jahren, jung zu sein? Was bewegte Jugendliche von damals? Ähnlich wie Jugendliche bei "Fridays for Future" heute, haben auch in den 1980er- und 1990er-Jahren viele junge Menschen gegen Entscheidungen in der Erwachsenenwelt und der Politik rebelliert und protestiert: für ein Ende des Kalten Krieges und gegen die Nutzung der Atomkraft 1986, für einen demokratischen Wandel und gegen die Zerstörung der Umwelt. Wofür traten Jugendliche damals ein? Was hat sie bewegt? Und wie haben sie sich organisiert ohne Smartphone, Internet oder soziale Netzwerke? Das E-Magazin "Erwachsenwerden in Umbruchzeiten" beleuchtet die Erfahrungswelten Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland, Polen und Russland der 1980er- und 1990er-Jahre. Auf 28 Seiten erhalten Schülerinnen und Schüler einen Überblick zu den historischen und politischen Entwicklungen dieser beiden Jahrzehnte, die weitreichende Auswirkungen für unsere Gegenwart hatten: die Solidarność, friedliche Revolutionen in Europa, Mauerfall, der Zerfall der Sowjetunion, die Einigung Europas und die Verbreitung des Internets. Multimediale Inhalte, Film-, Ton- und Bildmaterialien sind unmittelbar im E-Magazin verknüpft und laden Schülerinnen und Schüler zum Entdecken ein. Das E-Magazin ist Teil des neuen Themendossiers "Erwachsenwerden in Umbruchszeiten" . Inhalte des E-Magazins Leben im Europa der 1980er-Jahre: Zwischen Anpassung und Aufbruch? Leben im Europa der 1990er-Jahre: Herausforderungen und Chancen Europa blickt zurück: Die Vergangenheit im hier und jetzt Europas Jugend – getrennt und doch vereint Kompetenztest Einsatzmöglichkeiten Das E-Magazin ist für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II konzipiert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Fach Geschichte. Aber auch Gesellschaftslehre, Sozialkunde sowie Politik und Wirtschaft bieten Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Thema. Zudem erschließen methodisch-variable und differenzierte Aufgaben die Materialien und bieten weiterführende Denkanstöße für die Erarbeitung im Unterricht. Es steht kostenfrei auf Lehrer-Online zur Verfügung und kann für den eigenen Unterricht rechtssicher verwendet werden.

  • Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Klimawandel: Mögliche Folgen der globalen Erwärmung

Fachartikel

Dieser Fachartikel zum Thema Klimawandel liefert Hintergrundinformationen und Recherchetipps zu den möglichen Folgen der globalen Erwärmung. Bereits seit mehreren Jahren warnen Klimaforscher eindringlich vor den möglichen Folgen der globalen Erwärmung – doch bislang stießen ihre Warnungen bei vielen Politikern auf taube Ohren. Nun schlagen die Experten abermals Alarm, gleichzeitig wird Al Gore auf seinen Veranstaltungen zum Klimaschutz wie ein Popstar gefeiert. Der Anfang Februar 2007 in Paris vorgestellte vierte Klimabericht des "Intergovernmental Panel on Climate Change" (IPCC - "Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaveränderungen"), eine vom UN-Umweltprogramm (UNEP) und der World Meteorological Organization (WMO) gegründete Einrichtung, enthält düstere Szenarien für die Zukunft. Nur durch einschneidende Maßnahmen könne man das Schlimmste noch verhindern, so der Bericht. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass die Temperaturen bis zum Jahr 2100 wahrscheinlich mehr als doppelt so schnell steigen werden wie im vergangenen Jahrhundert. Der Meeresspiegel werde bis dahin zwischen 19 und 59 Zentimeter steigen. Auf den Seiten können die Lernenden Hintergründe zu den Themen Klimawandel, Treibhauseffekt, EU-Klimaschutzziele und CO2-Grenzwerte recherchieren. Je nach Schwerpunktsetzung bei den Themen sollten die Schülerinnen und Schüler die Internetressourcen ergänzend einsetzen. Ursache Mensch Die Gründe für den Klimawandel liegen im Handeln des Menschen, der somit auch zum Akteur für einen umfassenden Klimaschutz werden muss. Energiepolitische Strategie der EU Zu Beginn des Jahres 2007 hat die EU-Kommission ihre Vorschläge für den Klimaschutz in den verschiedenen Bereichen unterbreitet. CO2-Ausstoß bei Automobilen Die verschiedenen Positionen und Interessen beim Klimaschutz verdeutlicht die Debatte um die Reduzierung der CO2-Emissionen in der Autoindustrie. Ergebnisse des EU-Gipfels Im März 2007 fand der EU-Gipfel statt. Unter der deutschen Ratspräsidentschaft wurden einige Ziele zum Klimaschutz vereinbart. Vermittelte Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler können den Treibhauseffekt beschreiben und erläutern (optimal in Verbindung mit dem Biologie-Unterricht). stellen die verschiedenen Positionen von Interessensverbänden und Politikern zur Debatte um die CO2-Grenzwerte gegenüber und diskutieren sie. vergleichen die Emissionen von Treibhausgasen nach Gruppen und Ländern und beleuchten Hintergründe dazu. arbeiten virtuelle Szenarien zum Thema durch (siehe Internetadressen). bewerten die Vorschläge der EU zum Klimaschutz kritisch. nutzen das Internet als Informations- und Recherchemedium.

  • Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft / Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt

Demografie im Wandel – Zukunft des Sozialstaates

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Die Arbeitsblätter für das Fach Politik / Wirtschaft der Klasse 11 führen in den Themenkomplex Generationengerechtigkeit ein und setzen dabei einen Schwerpunkt auf den demografischen Wandel. Dieser wird im Zusammenhang mit dem Solidaritätsprinzip des Sozialstaats problemorientiert behandelt, wobei die Schülerinnen und Schüler sich mit möglichen Reformideen auseinandersetzen. Generationengerechtigkeit ist ein zentrales Thema in Politik und Gesellschaft. Der demografische Wandel verändert das Zusammenleben und stellt das Solidaritätsprinzip des Sozialstaats auf die Probe. Immer mehr Menschen gehen in Rente, während weniger jüngere Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten. Daraus ergeben sich Fragen nach fairer Lastenverteilung, sozialer Sicherung und gemeinsamen Zukunftsaussichten für alle Generationen. Die beiden Arbeitsblätter greifen diese Herausforderungen problemorientiert am Beispiel des Handwerks auf und fördern die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Dimensionen von Generationengerechtigkeit. Arbeitsblatt 1 führt in das Thema ein: Mithilfe eines Erklärvideos und einer interaktiven Bevölkerungspyramide analysieren die Schülerinnen und Schüler die Folgen des demografischen Wandels und lernen verschiedene Aspekte von Generationengerechtigkeit kennen. Das Solidaritätsprinzip sowie die Rolle des Handwerks werden exemplarisch aufgezeigt. Die Aufgaben leiten von der Beschreibung über die Analyse bis hin zur Diskussion gemeinsamer Verantwortung aller Generationen. Arbeitsblatt 2 vertieft die Fragestellung: Im Fokus stehen politische und gesellschaftliche Reformideen, um die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfest zu machen. Ein Beispiel bildet die Debatte um eine "Sozialabgabenbremse", wie sie der Zentralverband des Deutschen Handwerks vorgeschlagen hat. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Chancen und Risiken solcher Vorschläge auseinander und entwickeln in Gruppen eigene Reformideen, die in einer Abschlussdiskussion reflektiert werden. Die Materialien verbinden lebensnahe Problemstellungen mit fachspezifischen Begriffen wie Sozialstaat, soziale Sicherung, Solidaritätsprinzip oder Arbeitswelt im Wandel. So fördern die Materialien nicht nur fachliches Wissen, sondern auch methodische Kompetenzen wie Problemlösungsfähigkeit, selbstständige Urteilsbildung und Anwendung in praktischen Kontexten. Ausgangspunkt ist das Prinzip der Problemorientierung: Anhand aktueller Entwicklungen wie dem demografischen Wandel oder den Veränderungen in der Arbeitswelt – exemplarisch verdeutlicht am Handwerk als Berufsstand – wird eine offene Fragestellung aufgeworfen, die die Schülerinnen und Schüler im Verlauf der Einheit durch Analyse, Diskussion und eigene Lösungsansätze bearbeiten. Das Handwerk fungiert hierbei als Impulsgeber : Es liefert konkrete Anknüpfungspunkte, etwa durch seine Beiträge zur Ausbildung, zur Stabilität der Sozialkassen oder zur Gestaltung nachhaltiger Lebens- und Arbeitsbedingungen. Dadurch wird exemplarisch sichtbar, wie gesellschaftliche Probleme praktisch bearbeitet werden können.

  • Politik / SoWi
  • Sekundarstufe II

"Was soll ich denn machen?" – Frauen in der DDR

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Das Arbeitsblatt thematisiert das Frauenbild in der DDR und den Widerspruch zwischen ideologischem Anspruch und der Realität. Ein großer Unterschied zwischen den beiden deutschen Staaten bestand in der Rollenauffassung der Frau. Während die Bundesrepublik eine traditionelle Vorstellung vertrat, forcierte die DDR verstärkt die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Das Bild der Frau als Hauptverantwortliche für Haushalt und Kinder bestand aber auch in der DDR weiterhin. Dies führte zu einer Doppelbelastung der Frauen in der DDR. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten unter anderem das Idealbild der Frau in der DDR und die Gründe für die Doppelbelastung. In einer vertiefenden Aufgabe setzen sie sich konkret mit den staatlichen Förderungsmaßnahmen zur Gleichstellung von Frau und Mann auseinander. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erklären den Begriff "Gleichstellungspolitik". beschreiben das Rollenverständnis der Frau in der DDR. nennen die Ursachen für die Doppelbelastung der Frauen in der DDR. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erschließen aus Textquellen selbständig das Idealbild der Frau in der DDR. interpretieren zentrale Aussagen aus einem Quellentext über die Doppelbelastung einer Frau in der DDR. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler nehmen Stellung zu Maßnahmen der Gleichstellungspolitik. vergleichen die Doppelbelastung der Frauen in der DDR mit der heutigen Situation und formulieren mögliche Lösungsansätze.

  • Geschichte
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
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