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Lineare Funktionen – die Funktionsmaschine

Unterrichtseinheit

In der Unterrichtseinheit "Lineare Funktionen" machen die Schülerinnen und Schüler mithilfe des mathematischen Modells der Funktionsmaschine ihre erste Bekanntschaft mit dem Funktionsbegriff. Im weiteren Verlauf der Unterrichtseinheit wird die lineare Funktion als solche anschaulich und ausführlich mit vielen interaktiven Übungen untersucht. Da der Funktionsbegriff in der weiteren Schullaufbahn der Lernenden einen hohen Stellenwert einnehmen wird, ist es von herausragender Bedeutung frühzeitig fundierte Grundlagen zu schaffen. Deshalb beginnt die Unterrichtseinheit mit dem Modell der Funktionsmaschine (Schmuckbild links bitte anklicken). Die hier vorgestellten interaktiven Übungen der Arbeitsblätter können entweder nach der Behandlung des Themas im Unterricht zur selbstständigen Schülertätigkeit angeboten (eine Unterrichtsstunde pro Arbeitsblatt mit Vorbesprechung und Auswertung) oder bereits für die Erarbeitung des Themas "Lineare Funktionen" verwendet werden. Dabei empfiehlt sich der Einsatz eines Beamers, wenn die Lernenden die Arbeit mit interaktiven Arbeitsblättern noch nicht gewohnt sind. Die Unterrichtseinheit dient der Erarbeitung des Funktionsbegriffs. Da sehr viele Schülerinnen und Schüler Schwierigkeiten haben, den Funktionsbegriff zu verinnerlichen, wird gerade auf die anschauliche Darstellung der Funktion als Maschine, die Zahlen verändert, Wert gelegt. Das Modell der Funktionsmaschine hat sich in der Mathematik-Didaktik als sehr anschaulich und einprägsam für die Lernenden erwiesen. Die auf dem ersten Arbeitsblatt verwendete Animation soll einen Beitrag zur weiteren Erhöhung dieser Anschaulichkeit leisten. Damit die Animation richtig angezeigt wird, muss ein Flash-Player für den Browser installiert sein und interaktive Webinhalte müssen zugelassen werden. Einsatz der Materialien Hinweise zum Einsatz der Arbeitsblätter, Links zu den Onlinematerialien und Screenshots. Die Schülerinnen und Schüler verinnerlichen anhand der Funktionsmaschine den Funktionsbegriff. kennen Zuordnungsvorschriften linearer Funktionen und wenden diese an. formulieren Zuordnungsvorschriften der Form y=mx+n. beherrschen das Ablesen von linearen Funktionen aus dem Koordinatensystem. beherrschen das Eintragen von linearen Funktionen in ein Koordinatensystem. erkennen Achsenabschnitte als Hilfsmittel zur Darstellung linearer Funktionen. lernen das grafische Lösen linearer Gleichungssysteme kennen. Das erste Online-Arbeitsblatt (funktionsmaschine.html) demonstriert den Schülerinnen und Schülern anhand einer Funktionsmaschine anschaulich, was hinter dem Begriff "Funktion" steckt und vermittelt erste Grundlagen der Begrifflichkeit (Argument, Funktionswert, … ). Alle Arbeitsblätter dieser Unterrichtseinheit stehen online zur Verfügung, können aber auch im Downloadbereich auf der Startseite des Artikels als ZIP-Ordner heruntergeladen werden. Das zweite Arbeitsblatt (funktionsmaschine_II.html) soll den Lernenden mithilfe des Modells der Funktionsmaschine erste Schritte beim Erkennen und Nachvollziehen von Zuordnungsvorschriften ermöglichen. Nach der Erarbeitung des Begriffs "lineare Funktion" kann anhand von Arbeitsblatt 3 (lineare_funktionen_I.html) mit dem Erkennen vorgegebener linearer Funktionen fortgefahren werden. Dabei erhöht sich der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben sowie die Anforderungen bei der Beantwortung der Fragen. Das Einzeichnen von linearen Funktionen anhand der Achsenabschnitte wird bei der Bearbeitung von Arbeitsblatt 4 verlangt (lineare_funktionen_II.html). Dabei begegnen die Schülerinnen und Schüler erneut dem interaktiven Koordinatensystem, das ihnen bereits aus den Unterrichtseinheiten zur direkten und indirekten Proportionalität bekannt sein könnte (Unterrichtseinheiten Direkte Proportionalität und Indirekte Proportionalität des Autors im Fachportal Mathematik). Das fünfte Arbeitsblatt (lineare_funktionen_III.html) dient der abschließenden Untersuchung zusammenhängender linearer Funktionen. Ziel ist es, Schnittpunkte linearer Funktionen zu bestimmen - als Grundlage für das grafische Lösen linearer Gleichungssysteme.

  • Mathematik / Rechnen & Logik
  • Sekundarstufe I

Der Deutsche Bundestag

Unterrichtseinheit

Bedeutung und Arbeit des Deutschen Bundestages berühren zentrale Themen der politischen Bildung. Insbesondere Demokratieverständnis, Wahlrecht und Wahlsystem sowie die Gesetzgebung sind zentrale Themenfelder, die in dieser überblicksartig gestalteten Einheit behandelt werden sollen. Der Deutsche Bundestag informiert mit drei großen Internetportalen über seine vielfältige Arbeit. Neben dem Portal " www.bundestag.de " hält der Bundestag mit " www.mitmischen.de " und " www.kuppelkucker.de " auch zwei Angebote speziell für Jugendliche und Kinder bereit, in welchen auch die Möglichkeiten des aktiven Mitwirkens eröffnet wird. Diese flexibel einsetzbare Unterrichtseinheit soll grundlegende Kenntnisse zum Deutschen Bundestag vermitteln und aktuelle parlamentarische Themen jugendgerecht aufbereiten. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler auch zur aktiven Recherche auf den Jugendseiten des Bundestages www.mitmischen.de angeregt. Die Unterrichtseinheit ist dabei so gestaltet, dass Lehrkräfte auch in einer einzelnen (Vertretungs-)Stunde relevante Inhalte rund um den Deutschen Bundestag mit ihren Schülerinnen und Schülern erarbeiten können. Die aktuell geltenden nationalen Bildungsstandards für den Politikunterricht sowie die Leitfäden zur Demokratiebildung der Bundesländer fordern die Ausbildung von politischer Urteilsfähigkeit, politischer Handlungsfähigkeit und methodischer Fähigkeiten. Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, ihre Bürgerrolle wahrzunehmen und politische und gesellschaftliche Prozesse aktiv mitzugestalten. Die Aufgaben dieser Einheit sind so gestaltet, dass die Lehrkraft als Moderatorin schülerinterner Arbeiten und Diskussionen im Hintergrund bleiben kann. Die Gesprächsleitung in Plenumsphasen kann – je nach Vorkenntnissen und sonstiger Unterrichtskonzeption – an vielen Stellen von den Lernenden selbst übernommen werden. 1 – Aufgaben den Bundestages Zu den wichtigsten Aufgaben des Deutschen Bundestages zählt, dass er über Gesetze entscheidet und diese verabschiedet. Dies erfahren die Lernen in Teil 1 dieser Unterrichtseinheit. 2 – Die Abgeordneten In Teil 2 recherchieren die Lernenden, wie die alltägliche Arbeit der Abgeordneten in und außerhalb der sogenannten Sitzungswochen aussieht. 3 – Die Wahl der Abgeordneten Wie funktioniert das mit den Stimmen genau? Teil 3 ermuntert die Schülerinnen und Schüler, die Regeln der Bundestagswahl zu recherchieren. 4 – Die Gremien des Bundestags Die Gremien des Bundestages sind das zentrale Thema des vierten Teils dieser Unterrichtseinheit. 5 – Wahl des Bundeskanzlers / der Bundeskanzlerin Die Wahl des Regierungschefs ist eine wichtige Aufgabe des Deutschen Bundestages. Teil 5 hat diese Wahl zu Thema. 6 – Weg der Gesetzgebung Der Deutsche Bundestag ist der Ort der Gesetzgebung. In Teil 6 erarbeiten die Schülerinnen und Schüler den Gesetzgebungsprozess. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erläutern die Aufgaben des Deutschen Bundestages. lernen Wahl und Aufgaben der Abgeordneten kennen. kennen die Gremien des Deutschen Bundestages sowie ihre Aufgaben. erarbeiten zentrale Informationen zur Wahl des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin. vollziehen den Weg der Gesetzgebung nach. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen interaktive Online-Angebote. sammeln durch Internetrecherchen auf den Jugendseiten des Bundestages ( www.mitmischen.de ) gezielt Informationen. verwenden Web 2.0 Tools wie Wiki oder Blog zur Ergebnissicherung. Der Deutsche Bundestag ist der zentrale Ort der politischen Auseinandersetzung. Als eines von fünf ständigen Verfassungsorganen erfüllt das Parlament, neben vielen weiteren, vier zentrale Aufgaben: Entscheidung über Gesetze Verabschiedung des Bundeshaushaltes Kontrolle der Regierung Wahl der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers Den Schülerinnen und Schülern wird zum Einstieg die folgende Frage gestellt: Was ist der Bundestag? Die erwarteten Antworten reichen dabei von "architektonischen Aspekten" über politisch-inhaltliche Antworten bis hin zu korrekten Definitionen. Diese Aspekte werden gesammelt und sortiert für alle sichtbar notiert. Hier kann eine Filterung im Hintergrund durch die Lehrkraft erfolgen. Die Lernenden werden, den gesammelten Aspekten folgend, in fünf bis sieben Kleingruppen aufgeteilt, die sich online über jeweils einen Aspekt des Aufgabenspektrums des Bundestages informieren. Ergebnissicherung Ihre Ergebnisse halten die Lernenden auf einer Folie in einem Präsentationsprogramm fest. In Form von Mini-Referaten tauschen die Schülerinnen und Schüler ihr neu erworbenes Wissen aus. Zudem sollen sie ein Glossar der politischen Fachbegriffe erstellen, denen sie im Verlauf der Beschäftigung mit dem Deutschen Bundestag begegnen werden. Dies kann auch mithilfe eines Wikis erfolgen, auf das alle Lernenden zugreifen können, etwa in einem virtuellen Klassenraum. Nachhaltige Ergebnisnutzung Das erstellte Glossar kann auch im Rahmen der Behandlung von anderen politischen Themen genutzt und erweitert werden. Durch die aktive Beschäftigung mit den Inhalten wird sichergestellt, dass sich die Lernenden die Begriffe besser merken können. Als Hausaufgabe werden die Gruppenthemen neu verteilt, und die Lernenden recherchieren frei im Netz zu den jeweils neuen Themenfeldern. In der Folgestunde werden zu Beginn neue Erkenntnisse ausgetauscht sowie die Ergebnisse in Textform zum Download, etwa über eine gemeinsame Dateiablage oder die Schulhomepage, für alle Lernende verfügbar gemacht. Hintergrund Der Deutsche Bundestag vertritt den Willen des Volkes, deswegen werden die Abgeordneten auch als Volksvertreter bezeichnet. Die Abgeordneten im Bundestag sind auf Bundesebene die einzigen Personen, die von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt werden. Was macht ein Abgeordneter? Die Lernenden benennen zunächst verschiedene Vorurteile, die sie allgemein im Zusammenhang mit der Arbeit der Bundestagsabgeordneten schon einmal gehört haben. Zu erwarten sind dabei auch Antworten dergestalt, dass die Abgeordneten zu wenig arbeiten und zu viel verdienen würden. Es muss auch mit Antworten dahingehend gerechnet werden, dass die Abgeordneten oft nicht wüssten, was die Bürgerinnen und Bürger wirklich bewegt und sie sich meist um unwichtige Dinge kümmerten. Im Anschluss an diese Gedankensammlung benennen die Schülerinnen und Schüler konkrete Aufgaben der Abgeordneten und schätzen ab, wie hoch die monatliche Summe ist, die ein Abgeordneter für seine Arbeit erhält. Nun recherchieren die Lernenden (in Kleingruppen) die grundlegenden Fakten rund um die Aufgaben der Abgeordneten des Deutschen Bundestages im Internet. Ergebnissicherung Die Schülerinnen und Schüler greifen die zum Einstieg gesammelten Gedanken und gegebenenfalls die aufgezählten Vorurteile auf und reflektieren diese vor dem Hintergrund der durch die Recherche auf mitmischen.de gesammelten Informationen. Dies kann in tabellarischer oder in Textform geschehen. Abschließend bewerten sie, inwiefern die Vorurteile durch die realen Gegebenheiten und durch den Vergleich mit der privaten Wirtschaft widerlegt werden. Zudem wird das Glossar (Wiki) um neue Einträge ergänzt sowie gegebenenfalls überarbeitet und erweitert. Zur Konkretisierung der im Rahmen dieser Einheit erarbeiteten Aufgaben eines Abgeordneten suchen die Lernenden im Internet zunächst nach Websites, Blogs und/oder Twitter-Feets von Bundestagsabgeordneten. Anschließen erarbeiten sie, gegebenenfalls in Kleingruppen, auf Basis der dort abrufbaren Informationen ein Kurzporträt der recherchierten Person und skizzieren einen konkreten Arbeitstag als Mini-Präsentation. Darüber hinaus können die Ergebnisse als Einträge in einem Blog der Klasse aufbereitet und dort von den anderen Lernenden kommentiert werden. Hintergrund Bei der Bundestagswahl haben die Wähler nicht eine, sondern zwei Stimmen. Es gibt die Erststimme und die Zweitstimme. Aber wofür sind überhaupt zwei Stimmen notwendig? Und wie läuft eine Wahl ab? Das Grundgesetz schreibt in Artikel 38 vor, dass die Abgeordneten in "allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl" gewählt werden sollen. Diese zentrale Aussage stellt die Lehrkraft ohne weitere Erläuterung in den Raum, etwa als Tafelanschrieb oder per Beamer oder Whiteboard. Zum Einstieg in die weiterführende Beschäftigung mit dem Thema diskutieren die Lernenden nun, was unter dieser grundgesetzlichen Vorgabe eigentlich zu verstehen ist. Daraufhin wird im Plenum zusammengetragen, was den Schülerinnen und Schülern über die Wahl der Bundestagsabgeordneten bereits bekannt ist. Dieses Vorwissen wird dabei an Flipchart, Tafel oder Board fixiert sowie gleichzeitig strukturiert. Anhand der bei mitmischen.de abrufbaren Informationen können die Lernenden die im Plenum zusammengetragenen Informationen anschließend in Partnerarbeit beziehungsweise in themenspezifischen Kleingruppen verifizieren und dabei gegebenenfalls korrigieren. Ergebnissicherung Zunächst skizzieren die Lernenden die Grundzüge der Bundestagswahl schriftlich oder als Schaubild und ergänzen das zuvor erstellte Glossar um die zentralen Begriffe, die im Gespräch genannt wurden. Anschließend vergleichen die Schülerinnen und Schüler ihr Vorwissen damit und reflektieren die dabei aufgetretenen Differenzen. Zur weiteren Vertiefung können sich die Lernenden in Einzelarbeit mit bisher nicht genannten wichtigen Aspekten des Wahlsystems, etwa dem System der Erst- und Zweitstimme, der Fünf-Prozent-Hürde oder den Überhangmandaten, beschäftigen und diese kritisch analysieren. Zudem können sie schriftlich ausarbeiten, inwieweit neue Formen der Bürgerbeteiligung jenseits der Wahl des Deutschen Bundestages denkbar wären, und ihre Arbeitsergebnisse in der Folgestunde im Plenum mit den Vor- und Nachteilen diskutieren. Alternativ kann die Diskussion auch im Rahmen eines Forums innerhalb einer virtuellen Klasse stattfinden. Hintergrund Das Plenum des Deutschen Bundestages kennt jeder: Hier kommen die Abgeordneten zusammen, um zu debattieren und über Gesetze abzustimmen. Ein Großteil der parlamentarischen Arbeit wird aber in anderen Gremien geleistet. Eine zentrale Rolle spielen die Ausschüsse, und im besonderen Blickpunkt stehen oftmals die Untersuchungsausschüsse. Direkten Bürgerkontakt hat der Petitionsausschuss. Die Lehrkraft konfrontiert die Schülerinnen und Schüler mit den Namen der zentralen Bundestagsgremien jenseits des Plenums, die auf A4-Zettel gedruckt sind: Präsidium, Bundestagspräsident, Ältestenrat, Ausschüsse, Untersuchungsausschüsse, Enquete-Kommissionen, Petitionsausschuss und Wehrbeauftragter. Diese Begriffe werden nun auf Kleingruppen verteilt, und diese überlegen jeweils, was sich hinter diesen Gremien verbirgt, welche Aufgaben sie haben und welche Personen darin arbeiten. Ihre Überlegungen notieren sie auf dem zuvor verteilten Wort-Blatt. Im Plenumsgespräch werden die Arbeitsergebnisse vorgestellt und durch einzelne Lernende in Stichpunkten an der Tafel (oder via Beamer oder Whiteboard) festgehalten. Die Gruppen recherchieren bei mitmischen.de und vergleichen die Rechercheergebnisse mit den zuvor erarbeiteten Überlegungen. Ergebnissicherung Die anfangs vorgestellten Gremien werden nun, wieder in Gruppenarbeit, als Begriffe schriftlich fixiert und anschließend in das Glossar (Wiki) übertragen. Vertiefend kann man nun aktuelle politische Vorgänge aufgreifen, etwa die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, und sich anhand dieser intensiver mit einzelnen Bundestagsgremien beschäftigen. Die Schülerinnen und Schüler schauen sich zunächst den auch auf mitmischen.de abrufbaren Videoclip über die Ausschüsse des Deutschen Bundestages an. Anschließend informieren sie sich in Kleingruppen auf der Website bundestag.de weitergehend über die verschiedenen Ausschüsse und stellen jeweils einen - nämlich den von ihnen begründet favorisierten - Ausschuss exemplarisch vor. Hintergrund Auch wenn es im Wahlkampf manchmal anders scheint: Der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin wird in Deutschland nicht direkt durch das Volk, sondern durch die Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewählt. Neben der Gesetzgebung und der Kontrolle der Regierungsarbeit ist die Kanzlerwahl eine wichtige Aufgabe, die für jeden neuen Bundestag zu Beginn der Wahlperiode ansteht. Die Schülerinnen und Schüler schauen sich den auf mitmischen.de abrufbaren Artikel über die Bundestagswahl und das Zustandekommen der Kanzlerwahl an. Anschließend besprechen die Lernenden im Plenum, wie die Wahl abgelaufen ist und welche Rolle der Amtseid dabei spielt. Die Abgeordneten des Bundestages wählen also die Bundeskanzlerin oder den Bundeskanzler, doch kann sie oder er von diesen auch wieder abgewählt werden? Diese Frage stellt die Lehrkraft im Plenum zur Diskussion, und die Lernenden überlegen, wie dies funktionieren könnte. Abschließend recherchieren die Lernenden bei mitmischen.de, welche Bedingungen bei der Abwahl eines Bundeskanzlers oder einer Kanzlerin im Rahmen eines sogenannten konstruktiven Misstrauensvotum erfüllt sein müssen. Ergebnissicherung Die Schülerinnen und Schüler schreiben jeweils einen kurzen Blogbeitrag dazu, welche Informationen sie dem Artikel entnommen haben. Die Beiträge können direkt veröffentlicht oder zur späteren Publikation gesammelt werden. Zudem halten die Lernenden in Form einer Präsentation oder eines Schaubildes fest, wie ein konstruktives Misstrauensvotum zur Abwahl eines Bundeskanzlers abläuft, und ergänzen darüber hinaus das Glossar um die neuen Begriffe. Zur weiteren Vertiefung recherchieren die Lernenden im Internet, wie viele konstruktive Misstrauensvoten es in der Geschichte der Bundesrepublik bislang gegeben hat und wie diese ausgegangen sind. Die Recherche-Ergebnisse werden tabellarisch aufbereitet. Hintergrund Der Deutsche Bundestag ist der Ort der Gesetzgebung. Die Abgeordneten entscheiden im Plenum darüber, welche Gesetze in Kraft treten und für uns alle verbindlich sein sollen. Gesetzesentwürfe werden dabei im Bundestag in mehreren Stationen geprüft, diskutiert und sehr oft überarbeitet, bevor sie verabschiedet werden. Wie kommt ein Gesetz überhaupt zustande? Mit dieser Frage werden die Lernenden zum Einstieg in die Bearbeitung des Themas konfrontiert. Die Lehrkraft benennt über Karteikarten oder einen Anschrieb an Tafel oder Board zunächst die politischen Akteure, die neben dem Bundestag in diesem Prozess beteiligt sind: Bundesregierung, Bundesrat und Bundespräsident. Nun überlegen die Lernenden im Plenum, wie der Bundestag beziehungsweise seine Gremien sowie die anderen Akteure zusammenarbeiten, damit ein Gesetz schließlich in Kraft treten kann. Ein Schüler oder eine Schülerin moderiert diese Phase. Die Lehrkraft hält die in dem Plenumsgespräch genannten Begriffe und Stationen im Hintergrund fest (Tafel, Beamer, Whiteboard), ordnet und ergänzt diese gegebenenfalls. Schließlich recherchieren die Lernenden bei mitmischen.de die weiteren Details zu den Gremien oder Stationen, die in die Erarbeitung von Gesetzen involviert sind. "Wir geben uns ein Gesetz" Der Weg der Gesetzgebung wird abschließend grafisch zusammengefasst und die verschiedenen Begriffe in das Glossar aufgenommen. In einem (stark verkürzten) Rollenspiel kann zudem der grundsätzliche Ablauf der Gesetzgebung nachvollziehbar gemacht werden: Zunächst verteilen sich die die Lernenden auf die verschiedenen Akteure (Bundesregierung, Bundestag und Ausschüsse, Bundesrat, Bundespräsident). Die Bundesregierung startet nun eine Gesetzesinitiative und schlägt ein Gesetz vor, etwa die Einführung einer Geldstrafe bei häufigem Zuspätkommen. Dieses muss nun die verschiedenen Stationen passieren und wird dabei immer wieder verändert, bevor es schließlich dem Bundespräsident zur Unterschrift vorgelegt oder vom Bundestag beziehungsweise dem Bundesrat abgelehnt wird. Das nächste Thema Die Gruppen, bei denen das "Gesetz" noch nicht zur Diskussion angekommen ist oder die es bereits bearbeitet haben, haben den Auftrag, sich zu überlegen, welchen Gesetzvorschlag sie als nächstes anstoßen würden. Das Thema notieren Sie abschließend plakativ auf Papier. Die Lernenden sollen sich auf mitmischen.de über aktuelle Gesetzgebungsverfahren informieren und jeweils den aktuellen Stand skizzieren. Dabei sollen sie vor allem darstellen, an welcher Stelle sich das Gesetz gerade befindet und welche Stationen noch ausstehen. Freiwillige formulieren und begründen ergänzend ihre Meinung zu diesem Gesetz.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Les traités de Rome - mehrsprachig Europa erkennen

Unterrichtseinheit
14,99 €

Die Unterrichtseinheit für das Fach Französisch der Klassenstufe 8-12 nutzt die historischen Römischen Verträge als Brücke, um den Lernenden die faszinierende Welt der romanischen Mehrsprachigkeit zu eröffnen. Auf der Basis vorhandener Französischkenntnisse erschließen sich die Lernenden selbstständig italienische und spanische Originaltexte des EWG-Vertrags und vergleichen sprachliche Phänomene. So erleben sie die Brückenfunktion des Französischen hautnah, trainieren wertvolle Transferpotenziale und werden nachhaltig für das Erlernen weiterer romanischer Sprachen motiviert. Mehrsprachigkeit ist im modernen Europa weit mehr als ein schulisches Bildungsziel – sie ist eine grundlegende Notwendigkeit für die internationale Verständigung und den beruflichen Erfolg. Dem Französischen kommt dabei nach dem Englischen eine entscheidende Brückenfunktion zu. Auf dem Fundament ihrer Französischkenntnisse können Schülerinnen und Schüler weitere romanische Sprachen wie Spanisch oder Italienisch wesentlich schneller und einfacher erlernen. Diese Unterrichtseinheit nutzt den historischen Anlass der Römischen Verträge, um Ihren Lernenden einen lebendigen Einblick in die europäische Mehrsprachigkeit zu geben. Die Schülerinnen und Schüler entdecken die Transferpotenziale ihrer ersten romanischen Fremdsprache und werden motiviert, sich neuen Sprachen eigenständig zu öffnen. In nur zwei Unterrichtsstunden erarbeiten sie sich auf Basis ihres Französisch-Wissens die Kernpunkte der italienischen oder spanischen Fassung des EWG-Vertrags und erleben so ein direktes sprachliches Erfolgserlebnis. Flexibler Einsatz durch modulare Arbeitsblätter Die Unterrichtseinheit ist so konzipiert, dass die beiden vorliegenden Arbeitsblätter komplementär als zweistündige Reihe oder völlig unabhängig voneinander als Einzelstunden eingesetzt werden können. In der ersten Phase (Arbeitsblatt 1) wählen die Schülerinnen und Schüler eigenständig, ob sie mit der italienischen oder der spanischen Version der offiziellen Website des Europäischen Parlaments arbeiten möchten. Sie erschließen die historischen Inhalte der Römischen Verträge von 1957 direkt aus dem fremdsprachigen Originaldokument und beantworten gezielte Fragen auf Französisch. So wird das Leseverstehen in einer noch nicht gelernten Sprache aktiv erprobt. In der zweiten Phase (Arbeitsblatt 2) steht der systematische Sprachvergleich im Mittelpunkt. Die Lernenden vergleichen ausgewählte Vokabeln, Artikel, Verben und Adverbien im Dreischritt Französisch–Italienisch–Spanisch. Durch diese kontrastive Analyse erkennen sie Transferpotenziale, schärfen aber auch ihren Blick für typische Interferenzrisiken (falsche Freunde). Am Ende reflektieren sie in einer persönlichen Einschätzung, wie leicht ihnen der Transfer gefallen ist und welche der beiden Sprachen ihr Interesse für die Zukunft weckt. Methodischer Mehrwert: Interkomprehension im Unterricht Das methodische Prinzip dieser Einheit basiert auf der romanischen Interkomprehension. Statt Vokabeln isoliert zu pauken, nutzen die Lernenden ihr vorhandenes französisches Struktur- und Wortschatzwissen als kognitives Werkzeug. Sie lernen, Ähnlichkeiten in Grammatik und Lexik systematisch zu dekodieren. Das stärkt nicht nur das sprachliche Selbstbewusstsein, sondern vermittelt eine universelle Methodenkompetenz für das lebenslange Sprachenlernen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erlangen Einblicke in das offizielle Online-Informationsangebot der EU. erwerben Grundkenntnisse über die Römischen Verträge. werden für die weitere, idealerweise lebenslange Beschäftigung mit verschiedenen romanischen Sprachen auf der Grundlage des Französischen motiviert. Language(s) awareness Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein Bewusstsein für die Sprachenvielfalt Europas. gewinnen ein Bewusstsein über die Bedeutung und Einblicke in die Möglichkeiten von Interkomprehension (Leseverstehen). bauen ein Bewusstsein über die Bedeutung des Französischen als Ausgangssprache für eine romanische Mehrsprachigkeit auf. stellen Reflexionen über den eigenen Umgang mit (Fremd-)Sprachen an. Vorentlastung Im Vorfeld sollten Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler über Europa aktiviert und Grundzüge der europäischen Einigungsgeschichte etwa im Unterrichtsgespräch erarbeitet werden. Je nach Lernstadium und Vertrautheit der Lerngruppe mit dem europäischen Einigungsprozess können dabei grundlegende Lexeme in Erinnerung gerufen oder eingeführt werden (wie le traité, entrer en vigueur, la communauté, le marché commun). Einbindung eigener Erfahrungen Anschließend sollten Reflexionen über die sprachliche Situation in Europa angestellt werden: Hier könnten mehrsprachige Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen. Es sollte auf die geradezu unzähligen Sprachenpaare bei der Übersetzung offizieller Dokumente innerhalb der EU hingewiesen und an die drei großen Sprachenfamilien der EU - romanisch, germanisch, slawisch - erinnert werden. Eventuell können gerade romanophone Schülerinnen und Schüler oder solche mit slawischer Muttersprache auf ihre interkomprehensive Kompetenz innerhalb der jeweiligen Sprachenfamilie angesprochen werden, und so kann zur Aufgabenstellung übergeleitet werden. Les traités de Rome: les débuts de l´Union Européenne (1957) Nun wird Arbeitsblatt 1 ausgegeben oder online zur Verfügung gestellt. Einleitung und Aufgabenstellungen werden besprochen. Dabei wird auf die Hilfestellungen des Arbeitsblattes hingewiesen, die angeben, in welchem Abschnitt des online zu konsultierenden Textes die Antwort auf eine Frage zu finden ist. Die Verträge Bei dem auszuwertenden Text handelt es sich aus didaktischen Gründen nicht um den Originaltext der Verträge (dessen Einsatz wäre bei ausgeprägterem Hintergrundwissen und größerer Sprachkompetenz zum Beispiel in einem Leistungskurs zu erwägen), sondern um eine von der EU zur Verfügung gestellte kurze (etwa vier Bildschirm-Seiten) Einführung in Bedeutung, Inhalte und Struktur vor allem des EWG-Vertrages. Auseinandersetzung mit fremden Sprachen Die Fragen, die insbesondere auf das suchende Lesen (scanning) in einer bisher noch nicht erlernten Fremdsprache abzielen, können in Einzel- oder Partnerarbeit bearbeitet werden. Die Schülerinnen und Schüler können frei wählen, ob sie das Dokument in seiner italienischen oder seiner spanischen Fassung aufrufen wollen. Die Antworten sollen in französischer Sprache notiert werden. Hilfestellung in bekannten Sprachen Man kann den Lernenden erlauben, sie sogar darauf hinweisen, dass sie punktuell auch die französische Version des Dokumentes zur Formulierung der Antworten heranziehen, eventuell sogar die deutsche Version zur Verständnissicherung konsultieren können. Gerade in schwächeren Lerngruppen wäre alternativ auch möglich, die Antworten auf Italienisch oder Spanisch notieren zu lassen und sie erst während der Besprechung im Plenum ins Französische zu übersetzen. Ein "Missbrauch" dieser unterstützenden Möglichkeiten konnte bei der wiederholten Durchführung der Unterrichtseinheit nicht festgestellt werden. Ende der ersten Stunde Anschließend werden die Fragen im Plenum besprochen und anhand der einzelnen Punkte die Bedeutung der Römischen Verträge vertieft. Im Regelfall nimmt diese Einheit eine Unterrichtsstunde in Anspruch. Les traités de Rome: travail sur la langue française, italienne et espagnole Der zweite Teil des Unterrichtsmodells mit Arbeitsblatt 2 hat eine exemplarische Bewusstmachung des mehrsprachigen Verstehensprozesses zum Ziel. Auch hierfür ist eine Unterrichtssunde vorzusehen. Begegnung mit vermeintlich unbekannten Sprachen Nun werden neben dem Französischen das Italienische und das Spanische einbezogen. Anhand bestimmter, recht eng gefasster Abschnitte des bereits in der vorausgegangenen Stunde untersuchten Dokuments sollen verschiedene sprachliche Erscheinungen erfasst werden: zum einen die Lexik, zum anderen ausgewählte Aspekte der Morphologie (bestimmter Artikel, Infinitive der Verben, abgeleitete Adverbien). Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler die Entsprechungen vorgegebener französischer Wörter nicht nur in beiden Sprachen finden und notieren. Sie sollen zudem jeweils auch vermerken, ob ihnen das Wiedererkennen in der jeweiligen Fremdsprache - ausgehend vom Französischen - eher leicht oder schwer gefallen ist. Gleichzeitig reflektieren sie, inwieweit der Erkennungsprozess ihrer Ansicht nach von ihren Französischkenntnissen beeinflusst war. Das Französische als sprachlicher Fundus Am Ende werden die Schülerinnen und Schüler über ihre Einschätzung des Einflusses von Französischkenntnissen auf ihre Arbeit mit anderen, bisher nicht erlernten romanischen Sprachen befragt: « Finalement, travailler sur l'italien et l'espagnol à partir du français pour moi est plutôt facile / difficile. » Die eigene Meinung zu den neu kennen gelernten Sprachen Schließlich werden sie um Stellungnahme zu ihrem affektiven Bezug zu den beiden Sprachen gebeten: « Entre l'italien et l'espagnol, la langue qui me plaît les plus, c'est ... ». Ausblick auf die zukünftige Sprach-Vita Folglich sind bei der abschließenden Besprechung nicht nur die richtigen Lösungen festzuhalten, sondern auch die angewandten Verstehensstrategien, die Beurteilung von Transferpotential und Interferenzrisiken. Zudem sind motivationale Aspekte bezüglich der weiteren Beschäftigung mit romanischen Sprachen zu diskutieren.

  • Französisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Vorurteile: Die eigene Voreingenommenheit erkennen

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Vorurteile setzt am Erkennen der eigenen Voreingenommenheit an. Niemand kann von sich behaupten, die Welt vollkommen vorurteilsfrei wahrzunehmen. Doch die Spannbreite der Vorurteile ist weit und reicht von eher harmlosen Verallgemeinerungen bis hin zu strafbaren Diskriminierungen. Tagtäglich begegnen uns Vorurteile und Stereotype, die durch Medien, Freunde oder Erfahrungen geschürt werden. Diese zu identifizieren, fällt den meisten Menschen leicht - sofern es sich um die Vorurteile anderer gegenüber der eigenen Person handelt. Eigene Vorurteile zu benennen, fällt dagegen wesentlich schwerer. Ein Transfer auf individuelle Einstellungen ist wahrscheinlicher, wenn zunächst ein Bewusstsein für die eigenen Vorurteile geschaffen werden kann. Eine exemplarische Benennung, Klassifizierung und Widerlegung von Vorurteilen soll sich somit an vorhandenen Einstellungen orientieren. Die Unterrichtseinheit ist so angelegt, dass die Schülerinnen und Schüler nach einem Rollenspiel ("Jugendgericht") ihre Einstellungen und Verhaltensweisen in der Rolle verbalisieren und erst dann mit dem Thema "Vorurteile" konfrontiert werden. Auf diese Weise agieren die Lernenden während der simulierten Aktion unbefangen. Nach einer Auswertung sind vielfältige Folgestunden möglich. Hier werden beispielhaft zwei aufbauende Einheiten zu den Themen "Vorurteile und Medien" sowie "Vorurteile gegenüber ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern" skizziert. Simulation: Das Jugendgericht Es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler zunächst nicht über das Thema "Vorurteile" informiert sind, denn nur so wird eine authentische Interaktion möglich. Die Beobachtenden werden vor Beginn des Spiels entsprechend aufgeklärt, mit dem Hinweis, den Akteurinnen und Akteuren nicht die Beobachtungsschwerpunkte zu nennen. Nach der Verhandlung des Jugendgerichts sollten zunächst die Akteure schildern, warum sie zu bestimmten Entscheidungen gekommen sind. Hierbei ist auch zu beachten, dass der oder die "Angeklagte" selbst entscheidet, ob er oder sie "schuldig" ist und dies mit einer kurzen Situationsdarstellung vor Beginn der Verhandlung schriftlich fixiert und der Lehrkraft übergibt. Folgeunterricht 1: "Vorurteile und Medien" In dieser Unterrichtseinheit ist der bewusste Einsatz von Vorurteilen wichtig. Die Schülerinnen und Schüler sollen Vorurteile dazu einsetzen, die Leserin oder den Leser einer Zeitschrift zu manipulieren und von einer Meinung zu überzeugen. Dabei muss es sich nicht um die eigene Meinung handeln, vielmehr können und sollen die Schülerinnen und Schüler "Fantasiemeinungen" vertreten. Alternativ kann auch die Lehrkraft einen entsprechenden Artikel verfassen und diesen von den Schülerinnen und Schüler analysieren lassen. Folgeunterricht 2: "Vorurteile gegenüber ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern" Diese Unterrichtseinheit ist besonders offen und erfordert von der Lehrkraft hohe Flexibilität und den sicheren Umgang mit rechtsradikalem und ausländerfeindlichem Gedankengut. Als gemeinsame Ergebnissicherung sollte ein zusammenfassendes Informationsblatt erstellt werden, in dem die Resultate der Partnerarbeiten versammelt werden. Unterrichtsablauf und Einsatz der Materialien Auf dieser Unterseite finden Sie detaillierte Hinweise zum Unterricht und die Arbeitsmaterialien. Die Schülerinnen und Schüler erkennen und hinterfragen eigene Vorurteile. nennen mögliche Ursachen von Vorurteilen. entwickeln Strategien gegen Vorurteile. erstellen einen Zeitungsartikel mithilfe eines Textverarbeitungsprogramms. recherchieren im Internet Fakten zu ausgewählten Vorurteilen, um diese zu widerlegen. Einstieg Nach der Fallschilderung (Verdacht auf Diebstahl) werden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, die Konsequenzen für Armin H. im Falle einer Verurteilung zu schildern. Es erfolgt der Hinweis, dass die Klasse "über sein Schicksal" entscheiden wird: Die Durchführung des "Jugendgerichtes" wird angekündigt. Erarbeitungsphase Die Rollenspielkarten sind teilweise sehr ausführlich. Insbesondere die Vorbereitungen des Richters, des Staats- und des Rechtsanwalts sind umfangreich. Es bietet sich an, mehrere Richter (Richter plus zwei Beisitzer) sowie zwei Staats- und Rechtsanwälte einzusetzen. Die Rollenspielkarten sollten auf die jeweilige Region (Schulort) angepasst werden. Nicht in einer Rolle befindliche Schülerinnen und Schüler sollten zur Entwicklung der Rollen beitragen. Zur Vereinfachung und Eindeutigkeit sind Namensschilder sinnvoll. Durchführung: Verhandlung im Jugendgericht Die Durchführung der Verhandlung ist bewusst offen. Es entwickelt sich schnell eine Eigendynamik, die nach Möglichkeit nicht durch die Lehrkraft unterbrochen werden sollte. Die Beobachter erhalten den Auftrag, während der Verhandlung eine oder mehrere Personen genau zu beobachten und auf deren mögliche Vorurteile zu achten. Hierzu sollten die Beobachter separat und nicht im Beisein der Akteure eingewiesen werden. "Vorurteile und Medien" Zu diesem Zeitpunkt sind alle Schülerinnen und Schüler darüber informiert, dass es sich um das Thema "Vorurteile" handelt. Ziel dieser Sequenz ist es nun, dass die Lernenden in der ersten Phase ganz bewusst Vorurteile einsetzen sollen, um Meinungen zu "reproduzieren": Hierbei handelt es sich um bewusste Manipulation, die auch in den Medien teilweise vorzufinden ist. Im Anschluss sollen eben diese Manipulationen identifiziert werden. Besondere Bedeutung ist der gemeinsamen Auswertung zuzuschreiben: Die Schülerinnen und Schüler sollen hierbei ein Bewusstsein über die alltägliche Beeinflussung durch Medien entwickeln, um entsprechenden Informationen mit einer kritischen Vorsicht zu begegnen. "Vorurteile gegenüber ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern" Ziel dieser (alternativ einzusetzenden) Einheit ist es, die Schülerinnen und Schüler mit ihren eigenen Vorurteilen gegenüber ausländischen Mitbürgern zu konfrontieren und sie aufzufordern, diese zu widerlegen. Wichtig ist, dass die Lehrkraft mit den "gängigen" Vorurteilen vertraut ist und gegebenenfalls entsprechend reagieren kann. Weiterhin sollte unbedingt der Hinweis erfolgen, dass "Quellen" grundsätzlich auf deren Seriosität hinterfragt werden müssen. Es bietet sich an, zunächst mittels Kartenabfrage unterschiedliche Vorurteile zu sammeln und anschließend einzeln auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

  • Politik / WiSo / SoWi / Pädagogik
  • Sekundarstufe II

Globales Lernen: Aids bedroht Jugendliche weltweit

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Bedrohung durch Aids" bietet Arbeitsvorschläge und Projektideen, wie sich das Thema Aids unter einer ebenso globalen wie differenzierten Perspektive in den Unterricht einbinden lässt. "Jugendliche unterschätzen die Gefahr von Aids" - Schlagzeilen wie diese weisen auf die große Sorglosigkeit und Unwissenheit deutscher Schülerinnen und Schüler beim Thema Aids hin. Trotz verschiedener Kampagnen, frei zugänglicher Informationen und allgegenwärtiger witziger Kondomwerbung ist Aids für die meisten Jugendlichen bei uns kein Thema: "Eine HIV-Infektion, das passiert mir doch nicht!" Darin unterschieden sie sich nicht von Gleichaltrigen in Osteuropa, Afrika oder in Asien. Wenn Aids Alltag ist Was bei uns ein riskantes Verhalten ist, wird zur tödlichen Gefahr in den Ländern, in denen 20 bis 50 Prozent der jungen Leuten das HI-Virus in sich tragen. In Südafrika kennt jeder einen Aids-Infizierten, am Wochenende ist man auf einer Beerdigung und fast jede Familie hat bereits Waisenkinder aus der Verwandtschaft aufgenommen - Aidswaisen. Die Jugendlichen dort müssen sich dem Problem HIV-Infektion stellen, wenn sie überleben wollen. Und auch uns kann es nicht gleichgültig sein, wenn sich alle sechs Sekunden jemand auf der Welt mit dem Aids-Virus ansteckt. Selbstständig recherchieren und präsentieren Der Artikel liefert Anregungen, wie das Thema Aids im Unterricht oder in Projekten aufgegriffen werden kann. Neben Methoden der Informationsrecherche werden dabei kreative Methoden der Ergebnispräsentation (Wandzeitung, Umfrage, ...) vermittelt. Durch selbstständiges Lernen in Kleingruppen sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Sozial- und Planungskompetenzen ausbauen. Aids im Unterricht Die Ideen dieser Unterrichtsanregung zum Thema Aids wollen eine Brücke schlagen zwischen den Jugendlichen hier und den Jugendlichen in Afrika. Das südliche Afrika dient dabei als Beispiel für eine der weltweit am stärksten betroffenen Regionen. Die modular konzipierten Projektvorschläge bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln im Unterricht eingesetzt und abgewandelt werden. Im Zentrum stehen die Fragen Was hat Aids mit mir zu tun? Warum ist Aids zu einer weltweiten Katastrophe geworden, wieso betrifft es einige Länder stärker als uns? Wie kann man als Kind oder Jugendlicher überhaupt für die Zukunft planen, wenn der Aids-Tod zum Alltag gehört? Was ist der beste Schutz vor Aids: Enthaltsamkeit, Kondome oder andere Mittel? Ablauf der Unterrichtseinheit "Aids bedroht Jugendliche weltweit" Die folgenden Seiten geben Aufschluss über die Durchführung der Unterrichtseinheit "Aids bedroht Jugendliche weltweit". Das Thema Aids im Unterricht Informationen zum Grundlagenteil und zu den einzelnen Unterrichtsmodulen. Ideen für den Einstieg Fallbeispiel, Zeitungsanalyse oder Kartenabfrage - Ideen für die Einführung des Themas. Themenschwerpunkte der Arbeitsgruppen Die Arbeitsvorschläge für die einzelnen Gruppen können modular eingesetzt und variiert werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen wesentliche Fakten über Aids, die Infektionswege und Schutzmöglichkeiten kennen. werden sich der Ausmaße des Problems HIV/Aids weltweit bewusst und erkennen, dass Mädchen und Frauen weltweit am meisten von Aids betroffen sind. gewinnen Einblicke in die Alltagsprobleme von Kindern und Jugendlichen, die in einem Land im südlichen Afrika leben und von Aids besonders betroffen sind. setzen sich mit den verschiedenen Präventionsmöglichkeiten und den ihnen zu Grunde liegenden Wertentscheidungen auseinander. erkennen, dass Aids nicht nur ein Problem von "Randgruppen" ist. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen das Internet als Medium zur Recherche ein. lernen Online-Ausgaben von Tageszeitungen und Fernsehsendern kennen und nutzen ihre Archive. vergleichen Medienberichte zum UNAIDS-Bericht und zum Welt-Aids-Tag. Politik, Biologie, Geographie oder Religion/Ethik In den Lehrplänen der unterschiedlichen Schulformen im Bereich der Sekundarstufe I gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte zum Thema Aids. Sowohl in Geografie (Probleme eines Entwicklungslandes), in Religion (Auseinandersetzung mit Sterben und Tod), Sozialkunde/Gemeinschaftskunde (Verantwortung für Mitmenschen), Ethik (Lebensgestaltung und Verantwortung) als auch in Biologie (Sexualkunde) hat das Thema seinen Platz. Fächerverbindender Unterricht oder Projektarbeit Die Auseinandersetzung mit Aids hat eine weltweite soziale und gesellschaftliche Dimension. Außerdem ist Aids ein Thema, das jeden Einzelnen persönlich betreffen kann - zum Beispiel bei der Partnerwahl. Aids ist daher kein einfaches Thema für den Unterricht. Über reine biologische Fakten hinaus geht es dabei um ethische Werte wie Verantwortung, Selbstbestimmung, Solidarität und um weltanschauliche Grundeinstellungen im Umgang mit Sexualität. Wegen dieser Vielschichtigkeit eignet sich das Thema gut für einen fächerübergreifenden Unterricht, für Projekttage oder Aktionswochen. Es ist aber selbstverständlich möglich, Aspekte der Unterrichtseinheit im fachgebundenen Unterricht zu behandeln - zum Beispiel in den Sozialwissenschaften oder in Religion. Basiswissen zu Aids Die verschiedenen Projektvorschläge zum Thema Aids gehen auf unterschiedliche Aspekte ein und ergänzen sich, sind allerdings auch einzeln im Unterricht einsetzbar. Ein biologisches Basiswissen zu Aids ist in der Klasse jedoch erforderlich, damit nicht "aus dem hohlen Bauch" heraus über Prävention oder Behandlungsmöglichkeiten gesprochen wird. Dieses Basiswissen kann im Rahmen einer der Projektgruppen erarbeitet werden, die nötigen Hinweise dazu finden sich im Projektvorschlag 1. Vielleicht ist dieses Grundlagenwissen jedoch bereits im Biologieunterricht oder einer Projektwoche erarbeitet worden und muss nur kurz aktualisiert werden. Bevor die Klasse oder die Arbeitsgruppen sich den anderen Projektthemen widmen, können Sachinformationen über Aids auch kurz vorangestellt werden: Per Referat von einer Arbeitsgruppe/einem Klassenmitglied, die/das sich sachkundig gemacht hat. Durch eine "klassische" Hausaufgabe der Einzelnen, deren Ergebnissen in der Klasse zusammengetragen werden. Von der Lehrkraft im Rahmen eines kurzen Vortrags. Unterrichtsschwerpunkt: Südliches Afrika Auch wenn die Aids-Pandemie ein Problem von globalem Ausmaß ist, ist es sinnvoll, an einem Ort genau hinzuschauen, um die Lage der Menschen an einem konkreten Beispiel kennen zu lernen und zu verstehen. Die Lösungsansätze, die die Betroffenen entwickelt haben, sehen in Osteuropa anders aus als in den Ländern Asiens oder Afrikas oder als bei uns. Aids betrifft alle Teile einer Gesellschaft. Lösungen können daher nur aus dieser Gesellschaft kommen und nicht von Experten am Tisch in irgendeiner westlichen Metropole entwickelt werden. Die folgenden Beispiele stammen deshalb vorwiegend aus Süd- und Zentralafrika, Regionen, die besonders stark von Aids betroffen sind. Global, aber differenziert betrachten Im Sinne des globalen Lernens ist es wichtig, ein differenziertes Bild der Ursachen und Auswirkungen von Aids zu entwickeln und die eigenen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen. All zu leicht werden in der Aids-Berichterstattung Katastrophenszenarien entwickelt, die zu Abwehrreaktionen statt zu kritischer Auseinandersetzung und Solidarität führen. Mitbedacht werden müssen bei diesem Thema auch die Vorurteile, die aus Afrika ohnehin einen "Katastrophenkontinent" machen. Es wäre fatal, wenn das Ausmaß der Aids-Infektion nun zu einem weiteren Mosaikstein in diesem Bild würde, anstatt die Ursachen differenziert zu sehen und die beachtlichen Anstrengungen der afrikanischen Gemeinschaften zu würdigen, mit den anstehenden Problemen weiter zu leben. Schließlich unternehmen dort Nachbarschaftsgruppen, Aktionskreise oder Kirchengemeinden alles, um das soziale Zusammenleben und die Zukunft ihrer Gemeinschaft aufrechtzuerhalten. Internet bietet Aktualität und Bezug zur Lebenswelt Die Aids-Problematik entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter. Der Bezug zur Aktualität und die Hinweise auf die Arbeit von Initiativen und Organisationen können Jugendlichen den Bezug zu ihrer Lebenswelt verdeutlichen. Die verschiedenen Projektgruppen greifen daher auf Materialien und Berichte im Internet zurück. Dabei sollten sie einzelne Arbeitsblätter und Hintergrundinformationen, Statistiken oder Zeichnungen in neuen Zusammenhängen befragen. Genaue Angaben über die verantwortlichen Organisationen helfen Ihnen bei der Einordnung der Informationen. Insgesamt sollen sie lernen, die Angaben verschiedener Internetquellen zu vergleichen und Zielsetzungen zu erkennen. Ein persönlicher Bericht aus Deutschland Irene Müller erfuhr nach der Geburt ihres zweiten Kindes, dass sie HIV-positiv ist. Sie lebte von dem Vater ihrer Kinder getrennt und ihr neuer Partner hatte ihr seine Infektion verschwiegen. In der Broschüre "Aids hat viele Gesichter" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) berichtet sie in einem Interview über ihr Leben mit der Infektion in einer süddeutschen Kleinstadt. 1996 starb sie an den Folgen ihrer Krankheit. Synchrone oder diachrone Vergleiche der Berichterstattung Zur Zeit der großen Weltaidskonferenzen (2002 in Durban, 2004 in Bangkok) häuften sich die Artikel über das Ausmaß der Aids-Pandemie und das Ausbleiben einer adäquaten Hilfe. Anlässlich des Weltaidstages am 1.Dezember 2004 wird in den Medien sicher wieder über Aids in der Welt berichtet. Im Unterricht bietet sich eine synchrone oder diachrone Untersuchung der Berichterstattung an: Haben sich die Schlagzeilen und Themenschwerpunkte in der Aids-Berichterstattung in den vergangenen Jahren geändert? Wie berichten verschiedene Zeitungen über ein Ereignis wie den UNAids-Bericht 2004? Welche Schlagzeilen gibt es, welche Bilder, was wird in den Mittelpunkt gestellt? Im Anhang finden Sie einige ausgewählte Berichte zum UNAids-Bericht 2004. Ältere Zeitungsartikel können die Schülerinnen und Schüler im Online-Archiv der jeweiligen Tageszeitungen und Zeitschriften oder über Suchmaschinen recherchieren. Brainstorming oder Schreibgespräch Zum Einstieg in das Thema sind auch Methoden der Moderationstechnik wie eine Kartenabfrage zu Aspekten wie "Bei Aids denke ich an..." oder "Aids in Afrika ist...". Eine weitere Möglichkeit ist das "stumme Schreibgespräch". Eingangsstatements könnten dabei Aussagen sein wie "Aids ist die schlimmste Krankheit, von der die Menschen betroffen sind" oder das provozierende Statement "Über Aids mache ich mir keine großen Sorgen". Wer die Schülerinnen und Schüler direkt beim Einstieg zu individuellen Stellungnahmen bewegen möchte, sollte allerdings bedenken, dass je nach "Klassenklima" oder Gruppendynamik bei einigen Jugendlichen Hemmschwellen vorhanden sind. Dieser persönliche Zugang zum Thema setzt sicherlich ein gutes Verhältnis zwischen den Jugendlichen und der Lehrkraft, aber auch innerhalb der Klasse, voraus. Gruppe 1: Aids, das passiert mir doch nicht Gruppe 2: Aids bedroht Kinder und Jugendliche in aller Welt Gruppe 3: Alltag mit Aids – Jugendliche im südlichen Afrika Gruppe 4: Strategien der Aidsprävention aus der Sicht von Jugendlichen Internetadressen für die Informationsrecherche gibt es auf allen Arbeitsblättern und in der Rubrik "Externe Links" auf der Startseite des Artikels. Nicht nur Randgruppen sind betroffen Aids ist nicht nur ein Problem von Randgruppen, von Drogenabhängigen, Prostituierten oder so genannten "homosexuellen Abenteurern" - jeder Jugendliche muss damit rechnen, sich zu infizieren, wenn er oder sie sich nicht schützt. Der Weltaidstag 2004 hat die Situation von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt gestellt - und damit sind nicht nur diejenigen in Afrika oder Asien gemeint. Die Projektgruppe zu diesem Themenschwerpunkt informiert sich per Internet-Recherche über folgende Fragen: Was bedeuten die Begriffe Aids und HIV? Seit wann gibt es Aids? Wie stark ist Aids in der Welt verbreitet? Wie wird Aids übertragen? Wie wirkt eine Infektion mit dem HI-Virus im Körper? Welche Medikamente helfen Aids-Infizierten? Gibt es ein Heilmittel gegen Aids? Was kann ich im Kontakt mit HIV-Infizierten alles tun, ohne Angst vor Ansteckung? Präsentation der recherchierten Informationen Die Gruppe kann eine Wandzeitung mit selbst gezeichneten Comics und kurzen Statements zu Aids erstellen. In einem weiterführenden Schritt ist eine Umfrage zum Thema Aids möglich. Die Gruppe erarbeitet dafür einen kurzen Fragebogen, zum Beispiel mit dem Multiple choice-Verfahren, bei dem richtige und falsche Antworten vorgeben sind. Die Umfrage wird auf dem Schulhof oder in der Innenstadt durchgeführt. Das kann mit einem seriös aussehenden Fragebogen geschehen, aber auch witzig aufgemacht, mit richtigen und absurden Antworten - je nach Entscheidung der Arbeitsgruppe. Die Umfrageergebnisse werden dann per Wandzeitung oder in einem Beitrag auf der Schulhomepage präsentiert. Aids breitet sich weiter aus Die Zahl der HIV-Infektionen hat 2004 weltweit einen neuen Höchststand erreicht. Nach einer Studie der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit fast 40 Millionen Menschen mit dem Aids-Virus. Allein 2004 starben mehr als drei Millionen Menschen an der Krankheit, heißt es in dem Bericht. Krisenregion Nummer eins ist nach wie vor das südliche Afrika. Aber auch in Asien und Osteuropa steigt die Zahl der Infektionen dramatisch - und auch in Deutschland gibt es Aids. Die Verbreitung der Krankheit in den Regionen der Welt unterscheidet sich jedoch stark. In Deutschland waren Ende 2003 rund 43.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert, also circa 0,05 Prozent der Bevölkerung, in Burundi ist jeder Fünfte HI-positiv ( 20 Prozent der Bevölkerung), in Botswana sogar jeder Dritte (33 Prozent der Bevölkerung). Ein Trend ist dabei deutlich zu erkennen: Fast die Hälfte der HIV-Infizierten weltweit sind nach Angaben der UNO inzwischen Frauen. Konkrete Beispiele vergleichen Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der unterschiedlichen Verbreitung von Aids in der Welt auseinander setzen. Sie sollen die Probleme der einzelnen Länder bei der Bekämpfung der Pandemie erkennen und die einzelnen Strategien diskutieren. Es ist sinnvoll, diese Fragen an konkreten Beispielländern zu recherchieren. Auch wenn das südliche Afrika das weltweit am stärksten betroffene Gebiet ist, gilt es zwischen der Politik und den Maßnahmen der einzelnen Länder zu unterscheiden, um den Jugendlichen ein differenziertes Bild zu vermitteln. Präsentation der recherchierten Informationen Die Zahlen zu Aids sind so erschreckend, dass es einer kreativen Umsetzung bedarf, damit wir sie überhaupt wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise Pflastersteine auf dem Schulhof mit Kreide bemalen: Von hundert Steinen werden 33, also jeder Dritte rot bemalt - so hoch ist die Zahl der HIV-Infizierten in Botswana. Oder sie können eine Collage aus Köpfen erstellen, in der jede Dritte Person nur als dunkler Umriss zu erkennen ist. Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es eine tickende Uhr die anzeigt, wie häufig sich weltweit ein Mensch mit Aids ansteckt. Vielleicht fallen Ihnen und der Arbeitsgruppe noch weitere Möglichkeiten einer kreativen Umsetzung der Statistiken ein. Weg von anonymen Zahlen Zahlen sagen nur wenig darüber aus, wie Kinder und Jugendliche mit der Bedrohung durch Aids leben, zum Beispiel im südlichen Afrika, dem Gebiet mit den weltweit höchsten Aids-Raten. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in dieser Arbeitsgruppe mit persönlichen Berichten und Lebensbeschreibungen von Kindern auseinander, die Eltern, Geschwister oder Freunde durch Aids verloren haben oder selbst mit Aids leben. Neben Materialien von Hilfsorganisationen wie dem Kinderaidsfonds oder Unicef bieten sich Jugendromane zum Thema an. "Das Rätsel des Feuers" von Henning Mankell oder "Township Blues" von Lutz van Dijk sind zwei empfehlenswerte Beispiele zu diesem Thema (mehr Informationen dazu unter "Unterrichtsmaterialien" in der Rubrik Zusatzinformationen auf der Startseite des Artikels). Verschiedene Arbeitsgruppen werten je eine der genannten unterschiedlichen Quellen aus. Folgende Aspekte stehen dabei im Vordergrund: Was bedeutet es für Kinder, wenn die Eltern oder Geschwister an Aids sterben? Welche Träume und Zukunftspläne haben diese Jugendlichen? Welches sind die Hauptprobleme, was Wohnen, Schule oder Ernährung angeht? Wo setzen Projekte von Hilfswerken an? Präsentation der recherchierten Informationen Die Möglichkeiten, die Ergebnisse der gesamten Klasse oder der Schulöffentlichkeit zu präsentieren, sind vielfältig. Sie reichen vom kreativen oder journalistischen Schreiben bis hin zur Wandzeitung. Eine Möglichkeit der Aufarbeitung ist es, selbst Kurzgeschichten über einen der porträtierten Jugendlichen zu schreiben. Die Arbeitsgruppe kann mit ausgewählten Geschichten eine Lesung veranstalten (auf einem Aktionstag). Ein Artikel in der Schülerzeitung ist für die Leser interessant, wenn dabei eines der von Aids betroffenen Kinder aus dem südlichen Afrika vorgestellt wird und die Erfahrungen der Arbeitsgruppe in der Auseinandersetzung mit Aids ein Thema sind. Im Rahmen einer Schreibwerkstatt können die Schülerinnen und Schüler eine eigene Geschichte schreiben. "Was ist mir wichtig im Leben?" "Was wäre, wenn jemand aus meiner Familie /meinem Freundeskreis sich infizieren würde?" Gibt es eine offene Atmosphäre in der Arbeitsgruppe, so sind Gespräche möglich: Was würde es für ein Kind in Deutschland bedeuten, wenn beide Eltern sterben? Was wäre gleich, was anders als in Afrika? Eine eher kognitive Art der Aufarbeitung steht im Vordergrund, wenn die Gruppe eine Wandzeitung mit einer Dokumentation über die Probleme und Lösungsmöglichkeiten rund um Aids in den Ländern des südlichen Afrika erstellt. Unterschiedliche Weltbilder Keiner muss Aids bekommen, der Schutz ist ganz einfach: "Man muss nur keinen Sex haben", sagen die Einen. "Man muss nur Kondome benutzen - Safer Sex ist angesagt!", sagen die Anderen. Und trotzdem steigt die Zahl der Jugendlichen, die sich infizieren. Weltweit! Wie muss eine erfolgreiche Aidsprävention aussehen? Unterschiedliche Organisationen engagieren sich im weltweiten Kampf gegen Aids: kirchliche Gruppen, Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO), UNAIDS, die Aidshilfe... Sie haben nicht nur verschiedene Arbeitsschwerpunkte, sondern vertreten auch unterschiedliche Strategien in der Prävention. Die Auseinandersetzung mit diesen, auch weltanschaulich bedingten Unterschieden ist Teil dieser Gruppenarbeit. Abstinenz ... Die kirchlichen - katholische wie evangelische - Hilfswerke engagieren sich in der Aidsprävention auf der Grundlage der "ABC-Strategie". Dabei steht A für Abstinenz, B für "be faithfull"- also Treue zum Partner und C für "condom" (für diejenigen, die den christlichen Lebensstil nicht schaffen). Der Schwerpunkt der Kampagne liegt darin, den jungen Leuten Mut zum "Nein" zu machen, zum Recht, über ihren Körper zu verfügen. In Tansania wurde dazu die "Flotte der Hoffnung" entwickelt, auf die sich viele Materialien des Kinderaidsfonds beziehen. Besonders pointiert stellt Bischof Hubert Bucher von Bethlehem (Südafrika) in einem Hirtenbrief klar, dass "sicherer Sex" durch Kondome seiner Meinung nach ein Mythos ist, der zur raschen Verbreitung von Aids beiträgt. ... oder Safer Sex? Diese Meinung, die von etlichen afrikanischen Bischöfen geteilt wird, ist eine pointierte Gegenposition zur Safer Sex Kampagne, so wie sie von der Aidshilfe oder der BzgA unterstützt wird. UNICEF Namibia unterstützt dagegen zwei Kampagnen "My future is my choice" und "Take control". Die Schülerinnen und Schüler sollen die unterschiedlichen Strategien der Aids-Bekämpfung, ihre Wirksamkeit und ihre Wirkung auf Jugendliche diskutieren. Präsentation der recherchierten Informationen Die Klasse kann sich aufteilen und über die verschiedenen Strategien der Prävention informieren. Danach wird eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Eventuell können einige Schülerinnen und Schüler im Rollenspiel die Positionen verschiedener Organisationen vertreten, während das Publikum kritisch nachfragt. Denkbar ist auch eine Collage zur Safer Sex Kampagne. Mit der Digitalkamera werden dafür Plakate, Kondom-Automaten oder -Läden aufgenommen. Eine weitere Möglichkeit sind Gesprächskreise (eventuell getrennt nach Jungen und Mädchen) zum Thema "My future is my choice". Sie verbinden die eigenen Erfahrungen der Jugendlichen mit den Informationen über Aids-Kampagnen in den Ländern des südlichen Afrika. Henning Mankell: Das Rätsel des Feuers Eine Erzählung von Sofia aus Mosambik, die damit konfrontiert wird, dass ihre Schwester Rosa sich mit AIDS infiziert. Das Buch gibt einen guten Einblick in das Denken und Handeln von Jugendlichen in einem afrikanischen Dorf, von ihren Träumen und Sorgen, der ersten Liebe und den Folgen, die AIDS für diese Gemeinschaft hat. (Jugendroman, ab 12 Jahre, Oetinger Verlag, 216 Seiten, 10,90 €) Lutz van Dijk: Township Blues Aids, Gewalt und Armut prägen die Lebensbedingungen von Jugendlichen in südafrikanischen Townships. Mit Respekt und Wärme erzählt dieses Jugendbuch von der 14-jährigen Thina, die nach einer Vergewaltigung durch andere Jugendliche HIV positiv ist und ihrem Freund Thabang, dessen Mutter gerade an Aids gestorben ist. (Jugendroman, ab 14 Jahre, Bertelsmann TB, München 2003, 5,90 €; kostenlos zu beziehen bei der Landeszentrale für politische Bildung NRW)

  • Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Primarstufe, Sekundarstufe I

Kirch-Insolvenz: Warum der Kanzler eingreift

Unterrichtseinheit

Der Medienunternehmer Leo Kirch ist pleite. Sein Unternehmen hat er durch riskante Spekulationen in den Konkurs getrieben. Banken und Politiker, allen voran Gerhard Schröder, bemühen sich nun um eine „nationale Lösung“ des Falls. Die größte deutsche Wirtschaftspleite der Nachkriegsgeschichte ist zum Wahlkampfthema geworden. Der Mediengroßunternehmer Leo Kirch hatte monatelang um das Überleben seines mächtigen Imperiums gekämpft, doch am 8. April 2002 musste er die Insolvenz von KirchMedia anmelden. Mit immer neuen Krediten hatte Leo Kirch jahrelang das Wachstum seines Unternehmens "auf Pump" finanziert und wurde dabei von den Banken großzügig unterstützt. Allein die halbstaatliche Bayerische Landesbank gab dem hoch pokernden Unternehmer insgesamt 2,2 Milliarden Euro Kredit. Die Finanzkrise Kirchs, der schon des öfteren finanzielle Probleme hatte, war noch nie so schwer wie jetzt. Angesichts von rund 7 Milliarden Euro Schulden, entscheidet nun der Insolvenzverwalter, ob der Konzern weitergeführt, zerschlagen oder an neue Investoren veräußert wird, um die Verbindlichkeiten der Kreditgeber zu befriedigen. Fortsetzung Die Schülerinnen und Schüler sollen den Basistext gliedern und sinnvolle Überschriften finden. die wichtigsten Aussagen des Textes herausarbeiten und in Themengebiete gliedern. mithilfe von Online-Lexika unbekannte Begriffe kennen lernen und in eigene Worte fassen. sich ausführlich mit den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft auseinander setzen und daraufhin die Eingriffe der Bundesregierung in Insolvenzfälle beurteilen. sich mit AnsprechpartnerInnen der beteiligten Gruppen in Kontakt setzen. einen Zeitungskommentar zum Eingreifen von PolitikerInnen in Insolvenzfälle wie Holzmann und Kirch schreiben. Der Mediengroßunternehmer Leo Kirch hatte monatelang um das Überleben seines mächtigen Imperiums gekämpft, doch am 8. April 2002 musste er die Insolvenz von KirchMedia anmelden. Mit immer neuen Krediten hatte Leo Kirch jahrelang das Wachstum seines Unternehmens "auf Pump" finanziert und wurde dabei von den Banken großzügig unterstützt. Allein die halbstaatliche Bayerische Landesbank gab dem hoch pokernden Unternehmer insgesamt 2,2 Milliarden Euro Kredit. Die Finanzkrise Kirchs, der schon des öfteren finanzielle Probleme hatte, war noch nie so schwer wie jetzt. Angesichts von rund 7 Milliarden Euro Schulden, entscheidet nun der Insolvenzverwalter, ob der Konzern weitergeführt, zerschlagen oder an neue Investoren veräußert wird, um die Verbindlichkeiten der Kreditgeber zu befriedigen. Fortsetzung des Basisartikels Die Pleite der KirchMedia AG ist ein Beispiel für die weitreichende Verquickung von Medien, Politik und Wirtschaft in Deutschland. Gleichzeitig ist sie ein Paradebeispiel für das Agieren von Politikern aus reinen Imagegründen, ohne sich an den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft zu orientieren. Durch die Auseinandersetzung mit dem Basisartikel "Kirch-Insolvenz: Warum der Kanzler eingreift" sollen die SchülerInnen lernen, nicht kritiklos begeistert über das Retten von Arbeitsplätzen durch PolitikerInnen zu sein, sondern deren Beweggründe zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung über die Konsequenzen eins solchen Verhaltens zu bilden. Katrin Schaumann ist Mitarbeiterin von politik-digital Fortsetzung Döpfner beruft sich dabei auf vertragliche Abmachungen, gegen die Kirch jedoch Einspruch erhoben hat. Auch der australische Medienunternehmer, Rupert Murdoch, der seine Chancen zum Einstieg in den deutschen Medienmarkt gewittert hat, drohte daraufhin Kirch, sein Geld aus dem defizitäre Bezahlfernsehen Premiere World abzuziehen. Mitschuld der Banken Dem angeschlagenen Unternehmer versagten zuletzt auch die Banken ihre Loyalität. Rolf Breuer, der Chef der Deutschen Bank, brach ein Tabu und zweifelte die Kreditwürdigkeit seines Kunden, der Kirch-Gruppe, öffentlich an. Dies war allerdings ohnehin kein Geheimnis mehr, ist der Medienmulti doch bei fast allen namhaften deutschen Banken verschuldet: bei der Deutschen Bank, der Dresdner Bank, der Commerzbank, der HypoVereinsbank und der DG Bank. Auch die bayerische Landesbank, in deren Aufsichtsrat Mitglieder der Landesregierung sitzen, hatte Kirch bisher in seinen riskanten Wachstumsplänen mit Milliardenkrediten unterstützt und versagt ihm jetzt weitere Zugeständnisse. Für Kanzlerkandidat Stoiber ist es gegenwärtig heikel, sich noch weiter in den Fall zu verstricken. Die Banken ziehen sich nun von dem Unternehmer zurück, dem sie durch ihre bereitwillig zur Verfügung gestellten Kredite erst die Möglichkeit eröffneten, sein riesiges Imperium aufzubauen. Deutsche Medienlandschaft Die Pleite des Unternehmens wird weit reichende Auswirkungen auf die deutsche Medienlandschaft haben. Die Kirchgruppe zählte mit den Sendern Pro Sieben, Sat.1, Kabel 1, N24 und dem Pay-TV Premiere World neben den öffentlich rechtlichen Sendern (ARD, ZDF und die Landesrundfunkanstalten) und der dem Bertelsmann Konzern angehörenden RTL-Gruppe zu den tragenden Säulen der deutschen Fernsehlandschaft. Es wird demnach nicht nur um Geld und Arbeitsplätze gehen, sondern auch um Macht und Einfluss auf die öffentliche Meinung, da Kirchs Medienimperium auch 40 Prozent am Springer-Verlag (Bildzeitung) hält. Fortsetzung II Ein Motiv des Kanzlers dürfte sein, dass die Rettung eines großen Unternehmens medienwirksam inszeniert werden kann und ihm im Wahljahr Pluspunkte einbringt. Doch ist eine Intervention im Falle Kirch noch umstrittener als bei der Rettung des Baukonzerns Holzmann 1999, wo Schröder mit einer Bürgschaft des Bundes die Arbeitsplätze sicherte und seine Popularität schlagartig steigern konnte. Marktwirtschaft Ob der Staat bei großen Unternehmen, die vor dem Konkurs stehen, eingreifen sollte, ist jedoch umstritten, denn erstens werden in der Marktwirtschaft Firmenpleiten als notwendiges Übel angesehen, um den Markt zu reinigen und zweitens sollte der Staat in der Theorie der Sozialen Marktwirtschaft vielmehr die Rahmenbedingungen setzen und garantieren, als in den Wettbewerb einzugreifen. Dass der Eingriff weder für das Unternehmen noch für die Arbeitnehmer etwas gebracht hat, zeigt nun die Tatsache, dass Holzmann letztlich doch Konkurs anmelden musste. Dieses Scheitern war nach Darstellung des Präsidenten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, absehbar. Schon 1999 sei klar gewesen, dass die Intervention des Bundeskanzlers ein Strohfeuer sein würde. Ihn rege vor allem «die enorme Ungleichbehandlung» auf. Im Jahr vor der Pleite Holzmanns seien mehr als 6000 mittelständische Baubetriebe mit mehr als 150 000 Beschäftigten in Konkurs gegangen, um die sich niemand gekümmert habe. Vielfältige Gründe Da im Wahlkampf vor allem die Wirtschaftskompetenz der Kandidaten eine wichtige Rolle spielt, hat sich Gerhard Schröder nun doch für eine "nationale Lösung" zur Erhaltung des Konzerns und der Arbeitsplätze eingesetzt. Dies bringt ihm als Helfer in der Krise einerseits einen Imagegewinn gegenüber seinem Kontrahenten Stoiber, dem eine Mitverantwortung an der Kirch-Pleite vorgeworfen wird. Anderseits würde Schröder mit dem Erhalt des Münchner Medienkonzerns dem Bayerischen Ministerpräsiden aus der Patsche helfen. Doch sind die Arbeitsplätze und vermeintliche Wirtschaftskompetenz wirklich die einzigen Gründe für ein Eingreifen der Politik? Vielmehr stellt der Einstieg des konservativen australisch-amerikanischen Medienmoguls Rupert Murdoch in die deutsche Medienlandschaft, in den Augen vieler Politiker eine große Gefahr dar, da Kirch nicht nur Fernsehsender, sondern auch 40 Prozent am Springer-Verlag besitzt. Der Verlag ist mit Presseorganen wie der "Bild-Zeitung" oder der "Welt" im Meinungsbildungsprozess innerhalb Deutschlands zu mächtig, als dass es führenden Politikern egal sein könnte, ob ein ultrakonservativer Unternehmer dort die Finger im Spiel hat. Murdoch, der international operiert und der unter anderem den britischen Pay-TV-Sender BSkyB (British Sky Broadcasting) kontrolliert, hat beispielsweise in Großbritannien zuletzt den linken Premierminister Tony Blair durch seine Kampagnen und Meinungsmache in Bedrängnis gebracht. Medien und Politik Ist aber ein derartiges Eingreifen der Politik, das nicht zuletzt der eigenen Machtsicherung dient, legal? Und sind solche legendären Rettungsaktionen wie bei Philipp Holzmann nicht letztendlich Formen von symbolischer Politik, die nur auf die Außenwirkung setzten und der eigenen Popularität dienen sollen? An der Rolle der bayerischen Landesregierung, die Kirch immer wieder unterstützt hat, zeigt sich, dass die Politik ohnehin in den Fall verstrickt ist. Die Verquickung von Medien und Politik in der Bundesrepublik wird nicht nur an der Karriere Leo Kirchs besonders deutlich, dessen Aufstieg eng mit Namen konservativer Politiker wie Franz-Josef Strauss oder Helmut Kohl verbunden ist, die den Medienunternehmer stets gefördert haben. Ebenso sind die Vertreter von Staatsorganen und Parteien in den Gremien des öffentlich-rechtlichen Medien, den Rundfunkräten, präsent und vertreten dort auch parteipolitische Interessen. Deshalb forderte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Clement kürzlich in DIE ZEIT eine Reform des öffentlich-rechtliche Rundfunks, bei der sich vor allem die Politiker aus den Gremien zurückziehen sollen. Gliedern Sie den Text und finden Sie sinnvolle Überschriften für die einzelnen Kapitel. (In dem Basistext für die SchülerInnen wurden Absätze und Überschriften deshalb weggelassen) Arbeiten Sie die wichtigsten Aussagen aus dem Text und gliedern Sie diese in Themenbereiche, die Sie vertiefen möchten. Informieren Sie sich in dem Online-Börsenlexikon über die Bedeutung von Insolvenz, Intervention, Soziale Marktwirtschaft etc. Besuchen Sie die Website "Chancen für alle" und informieren sich dort ausführlicher über die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft. Erarbeiten Sie aus dem Text Motive für das Eingreifen der PoltikerInnen in die Wirtschaft und stellen Sie eine Liste ihrer Motive zusammen. Wie beurteilen Sie nach dem Besuch der Website "Chancen für alle" und dem vorliegenden Artikel die Eingriffe von PolitikerInnen in Insolvenzfälle wie Holzmann und Kirch? Schreiben Sie eine Stellungnahme zu dem Verhalten und senden Sie diese an verschiedene Parteien, aber auch an den Verband der Mittelständischen Unternehmer, die KirchMedia AG und die Holzmann AG. Werten Sie die Antworten aus und formulieren Sie einen Zeitungskommentar zum Eingreifen von PoltikerInnen in Insolvenzfälle wie Holzmann und Kirch. Gliedern Sie den Text und finden Sie sinnvolle Überschriften für die einzelnen Kapitel. (In dem Basistext für die SchülerInnen wurden Absätze und Überschriften deshalb weggelassen) Arbeiten Sie die wichtigsten Aussagen aus dem Text und gliedern Sie diese in Themenbereiche, die Sie vertiefen möchten. Informieren Sie sich in dem Online-Börsenlexikon über die Bedeutung von Insolvenz, Intervention, Soziale Marktwirtschaft etc. Besuchen Sie die Website "Chancen für alle" und informieren sich dort ausführlicher über die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft. Erarbeiten Sie aus dem Text Motive für das Eingreifen der PoltikerInnen in die Wirtschaft und stellen Sie eine Liste ihrer Motive zusammen. Wie beurteilen Sie nach dem Besuch der Website "Chancen für alle" und dem vorliegenden Artikel die Eingriffe von PolitikerInnen in Insolvenzfälle wie Holzmann und Kirch? Schreiben Sie eine Stellungnahme zu dem Verhalten und senden Sie diese an verschiedene Parteien, aber auch an den Verband der Mittelständischen Unternehmer, die KirchMedia AG und die Holzmann AG. Werten Sie die Antworten aus und formulieren Sie einen Zeitungskommentar zum Eingreifen von PoltikerInnen in Insolvenzfälle wie Holzmann und Kirch.

  • Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Landwirtschaft heute – ihre Bedeutung und Herausforderungen

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Landwirtschaft heute" erfahren die Schülerinnen und Schüler, was unter dem Begriff Landwirtschaft zu verstehen ist, welche Bedeutung die Landwirtschaft hat und welche Herausforderungen daraus entstehen. Auch ein Ausblick darauf, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen könnte, wird gegeben. Als Teil des Themendossiers "Bestäubervielfalt und Landwirtschaft" liegt der inhaltliche Schwerpunkt der Unterrichtseinheit auf dem Anbau pflanzlicher Produkte.Die Unterrichtseinheit "Landwirtschaft heute - ihre Bedeutung und Herausforderungen" ist Teil des Themendossiers Bestäubervielfalt und Landwirtschaft . Sie nimmt die gegenwärtige und zukünftige Bedeutung von Landwirtschaft in den Blick und beschreibt Herausforderungen, die sich für die Landwirtschaft durch eine wachsende Weltbevölkerung ergeben: Die Landwirtschaft steht vor der Aufgabe, auf begrenzten Anbauflächen auch in den kommenden Jahrzehnten ausreichend Lebensmittel für eine wachsende Weltbevölkerung zu produzieren. Effiziente Bestäubung von landwirtschaftlichen Kulturpflanzen und innovative Pflanzenschutz-Technologien helfen dabei, Ernteerträge zu verbessern. Die weiteren Unterrichtseinheiten des Themendossiers enthalten Unterrichtsvorschläge und -materialien zu den Themen Bienen und Biodiversität sowie Bienengesundheit: Honigbienen und Wildbienen . Das Ziel der Unterrichtseinheiten im Themendossier ist es, Schülerinnen und Schülern die Bedürfnisse von und Gefahren für Bienen und andere Bestäuber näherzubringen, ihnen zu vermitteln, was zur Unterstützung der Bestäubergesundheit getan werden kann und ihnen die Anforderungen und Herausforderungen der modernen Landwirtschaft aufzuzeigen. Differenzierung An einigen Stellen im Ablaufplan und in den Arbeitsblättern werden Alternativen genannt, sodass die Lehrkraft oder die Schülerinnen und Schüler selbst über die Aufgabe entscheiden können – je nach Leistungsniveau, Interesse und fokussierten Lernzielen. Zusätzlich zu den bereitgestellten Internetseiten werden insbesondere für jüngere Klassenstufen Begriffserläuterungen bereitgestellt, um das Verständnis zu erleichtern. Bei den Internet-Recherchen werden die Schülerinnen und Schüler zudem angeleitet, indem die Aufgaben jeweils eine Auswahl an Links zum entsprechenden Thema enthalten. Diese sind teilweise unterschiedlich anspruchsvoll und dementsprechend durch einen Stern (leichter) oder zwei Sterne (schwieriger) gekennzeichnet. Während der intensiven Arbeit und Auseinandersetzung mit den Internet-Quellen sollten die Schülerinnen und Schüler immer wieder dazu angeleitet werden, die Inhalte, die Herkunft und die Absichten der Quellen kritisch zu hinterfragen und zu reflektieren. Ablauf der Unterrichtseinheit "Landwirtschaft heute" Über diese Link gelangen Sie zu einem detaillierten didaktisch-methodisch kommentierten Ablaufplan der Unterrichtseinheit "Landwirtschaft heute - ihre Bedeutung und Herausforderungen". Fachkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler erfahren, was man unter dem Begriff "Landwirtschaft" versteht und welchen Stellenwert die Landwirtschaft hat. befassen sich mit der Thematik einer wachsenden Bevölkerung und der Herausforderung eines steigernden Bedarfs an benötigten Lebensmitteln in einer globalisierten Welt. erarbeiten sich, welche Hilfsmittel für eine funktionierende Landwirtschaft notwendig sind. wissen, was ökologische und konventionelle Landwirtschaft ist, wie diese sich voneinander unterscheiden und welche Form der Landwirtschaft in Deutschland derzeit eher vorherrscht. erarbeiten sich Informationen zu Pflanzenschutzmitteln und ihrer Rolle in der Landwirtschaft. erfahren, welche Regulierungen in Deutschland und der EU hinsichtlich Pflanzenschutzmitteln gelten. wägen in einer Diskussion ab, wie die Landwirtschaft aus welchen Gründen in der Zukunft überwiegend gestaltet werden sollte, um nachhaltig zu sein. Medien- und Methodenkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit Partnerinnen beziehungsweise Partnern oder in Kleingruppen konstruktiv und ergebnisorientiert zusammen. sind in der Lage, ihre Standpunkte in einer Diskussion zu vertreten und zu begründen und achten dabei auf die notwendigen Gesprächsnormen. nutzen das Internet, um sich Informationen selbständig zu erarbeiten. Soziale und personale Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler stärken ihr Selbstkonzept durch den Austausch in Partner- oder Gruppenarbeit. erweitern ihre Team- und Kooperationsfähigkeit durch die intensive kooperierende Partner- oder Gruppenarbeit. gewinnen an Sozialkompetenz, indem sie Informationen gemeinsam erarbeiten und austauschen. In der Einstiegsphase aktivieren die Schülerinnen und Schüler ihr Vorwissen zum Thema Landwirtschaft und/oder befassen sich kurz mit dem Stellenwert der Landwirtschaft in der Gesellschaft, wobei sie Internetquellen bereits erstmals kritisch beleuchten. Diese Phase findet im Plenum statt. Erarbeitung I: Bedeutung der Landwirtschaft und Anforderungen In der darauffolgenden Erarbeitungsphase beschäftigen die Schülerinnen und Schüler sich als Grundlage für die Weiterarbeit kurz mit der Thematik einer wachsenden Weltbevölkerung und der Herausforderung eines steigernden Bedarfs an benötigten Lebensmitteln in einer globalisierten Welt, bevor sie in Einzel- oder Partnerarbeit herausarbeiten, welche Hilfsmittel für eine funktionierende Landwirtschaft erforderlich sind. Erarbeitung II: Stationenlernen zu Formen der Landwirtschaft, Erfordernissen und EU-Richtlinien Weiterführend arbeiten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit einem Partner beziehungsweise einer Partnerin an drei verschiedenen Stationen zu a) verschiedenen Formen der Landwirtschaft, b) Erfordernissen und c) rechtlichen Vorgaben. Die Stationen werden – zum besseren Verständnis – in einer vorgegebenen Reihenfolge, aber zeitlich individuell bearbeitet. Während der Stationenarbeit nutzen die Schülerinnen und Schüler das Internet und bereitgestellte Quellen, um sich Informationen zu erarbeiten, diese kritisch zu reflektieren und anschließend Aufgaben dazu zu bearbeiten. Zwischensicherung Die Ergebnisse werden nach der Stationenarbeit gemeinsam an der Tafel festgehalten. Zwischensicherungen in Form von Plenumsgesprächen, Tafelanschriften oder ausgelegten Lösungsvorschlägen sind möglich. Als weitere Option können die Schülerinnen und Schüler arbeitsteilig Plakate erstellen, um die Informationen festzuhalten und für alle durch das anschließende Vorstellen und Aufhängen sichtbar zu machen. Erarbeitung III: Zukunft der Landwirtschaft Nach der Sicherung und Besprechung der Ergebnisse sollen die Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung der erarbeiteten Aspekte zum ganzheitlichen Denken angeregt werden: Sie reflektieren, welche Landwirtschaftsformen in der Zukunft wichtig sein werden und wie Landwirtschaft nachhaltig gestaltet werden kann – auf Basis aller vorhandenen Optionen. Sicherung Für jüngere Schülerinnen und Schüler bietet es sich an, Vor- und Nachteile herauszuarbeiten, diese zu diskutieren und anschließend einen Zeitungsartikel, ein Rollenspiel, ein Interview oder Ähnliches zu erstellen. Eine weitere Option ist das Erstellen von Werbe-Plakaten zur Landwirtschaft der Zukunft. Als Vorbereitung dieser Zukunftsprognose dienen das Internet sowie Vorgaben zu Aspekten, welche mit in die Überlegungen einbezogen werden sollten. Festigung: Diskussion Die anschließend geführte Diskussion mit der Fishbowl-Methode oder einer klassischen Diskussionsrunde lässt Spielraum für begründete Meinungsäußerungen unter Nutzung von Fachwissen. Die Ergebnisse werden schriftlich fixiert. Als Festigung wird je nach Klassenstufe in Einzelarbeit ein Zeitungsartikel, ein Brief, eine Erörterung oder eine andere Textsorte verfasst.

  • Geographie / Jahreszeiten / Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Was ist Wahrheit?

Unterrichtseinheit
14,99 €

In der Unterrichtseinheit "Was ist Wahrheit?" nähern sich die Lernenden dem Wahrheitsbegriff in Zeiten von Sozialen Netzwerken, Fake News und Photoshop. Vor dem Hintergrund der Humeschen Erkenntnistheorie erarbeiten sie die Rolle der Medien beim Konstruieren gesellschaftlicher Realität. "Was ist Wahrheit?" ist in Zeiten von Fake News und Photoshop eine aktuell berechtigte, wenn auch nicht ganz neue Frage. Die Wahrheiten seiner Zeit, die das Massenmedium Kirche verbreitete, griff seinerzeit der Schotte David Hume heftig an und forderte ein streng empirisches Instrumentarium zur Klärung von Wahrheitskriterien. Was er hinterließ, war der Beginn der Humanwissenschaften. Diese Unterrichtseinheit widmet sich ausführlich der Humeschen Erkenntnistheorie, dem Sensualismus. Die Kernbegriffe seiner Philosophie sind nachvollziehbar dargestellt und mit Übungen, die den Schülerinnen und Schülern den Transfer erleichtern, versehen. Eine Gemeinschaftsübung vertieft das Gelernte und ein Artikel über die Gesellschaft "bildende" Funktion von Journalismus verweist auf die schon von Hume festgestellten Elemente von "Realität" als emotional bedingte und rational begründete Gemeinschaftskonstitutiva. Das Thema "Was ist Wahrheit?" im Unterricht Erkenntnis- und Wahrheitstheorien werden im Unterricht der Sekundarstufe oft vorausgesetzt. Für den Ethikunterricht oder das Fach Philosophie besteht die Relevanz darin, von Hume ausgehend, Probleme von Wahrheit und Erkenntnis einmal grundsätzlich anzugehen und Humes Denken als Basis der Humanwissenschaften zu erkennen. Mit Humes Sensualismus, der mit diesem Unterrichtsmaterial erarbeitet wird, können die Lernenden weitere Erkenntnis- und Wahrheitstheorien leichter verstehen. Der aktuelle Bezug zu Fake News und Bildbearbeitung in den Medien motiviert die Lernenden und regt zum kritischen Umgang mit Texten und sozialen Netzwerken an. Vorkenntnisse Grundkenntnisse über Themen wie Induktion, Deduktion und Syllogismen helfen beim Verständnis, sind jedoch zur Erarbeitung des Wahrheitsbegriffs für diese Unterrichtseinheit nicht zwingend erforderlich. Didaktische Analyse Mit diesem Material kann erkannt werden, dass "Wahrheit" ein begriffliches Konstrukt ist und dass diese unter empirischen Aspekten von Wahrscheinlichkeit und Glaube zu unterscheiden ist, während letzterer im Alltag handlungsbestimmend ist. Konstruktionsgesetze und Wahrnehmungsfilter unterliegen grundlegenden Interessen, nach Hume, dem "Lebenswillen". Das Erkennen dieser Aspekte macht deutlich, wie menschliche Verletzlichkeit "sichere" Begriffe konstituiert. Die Urteile in Bezug auf Außen-und Innenwelt, die sich für eine reglementierende Hierarchie bewähren, werden von dieser in der Regel als "Wahrheit" identifiziert. Die Gefährdung des Einzelnen angesichts sich verändernder Lebensverhältnisse wie auch die persönliche Gefahr, die Skepsis und Kritik in Bezug auf gültige Wahrheiten mit sich bringen können, können verunsichern. "Wahrheit" als konsensuelles Produkt verstanden, zeigt dem Einzelnen Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten, die aus Ohnmachtsgefühlen resultieren könnten. Methodische Analyse Das gemeinsame Reflektieren auf verschiedenen Ebenen verbindet die Schülerinnen und Schüler, sodass die dadurch gewonnene Distanz gegenüber Verallgemeinerungen zum Diskurs statt zu Spaltung führen kann. Zusätzlich zu den Arbeitsblättern kann eine Powerpoint-Präsentation begleitend eingesetzt werden und beim Verständnis helfen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen einen empiristisch-sensualistischen sowie einen konstruktivistischen "Wahrheitsbegriff" kennen. erarbeiten, dass keine Wahrheit den Einzelnen von seiner Verantwortung entbindet. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren gezielt im Internet. lassen sich auf eine nonverbale Methode ein. arbeiten kompetent "analog". Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kooperieren in Kleingruppen und gestalten ein Gespräch im Interview. erhöhen im Lernprozess ihre Frustrationstoleranz. Brosow, Frank (2011): "Hume", Stuttgart. Hüther, Gerald (2018): "Die neurobiologischen Grundlagen unserer Würde" (DVD), Auditorium Netzwerk. Kulenkampff, Jens (1997): "David Hume - Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand", Oldenburg. Roth, Gerhard (2003): "Fühlen, Denken, Handeln", Berlin. Watzlawick/Krieg (2008): "Das Auge des Betrachters", Heidelberg.

  • Religion / Ethik
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II, Sekundarstufe I, Erwachsenenbildung

Deutsch in Willkommensklassen: Zeitformen

Unterrichtseinheit
14,99 €

Diese Unterrichtseinheit ist für den Einsatz in internationalen "Willkommensklassen" an weiterführenden Schulen bestimmt. Durch die Arbeit mit den Materialien lernen Jugendliche mit Migrationshintergrund die Zeitformen in der deutschen Sprache, ihre Anwendungsbereiche und die Regeln zur Bildung der jeweiligen Tempora. Notwendige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Durchführung der Unterrichtseinheit sind eine grundlegende Lesekompetenz und ein Basis-Wortschatz. Erfahrungsgemäß lässt sich der Unterricht in "Willkommensklassen" nicht so präzise planen wie in Lerngruppen des regulären Schulsystems, wo die Schülerinnen und Schüler über ähnliche Vorkenntnisse und Lernvoraussetzungen verfügen. Internationale Klassen sind dagegen meist viel heterogener , da die Schülerschaft aus unterschiedlichen Kulturen, Werte- und Bildungssystemen stammt. Dies erfordert eine pädagogische, didaktische und methodische Flexibilität der Lehrkraft. Durchführung der Unterrichtseinheit im DaF-Unterricht Planen Sie für die Durchführung der Unterrichtseinheit circa sechs Schulstunden ein: Material 1 bezieht sich auf die vergleichsweise "einfachen" Zeitformen Präsens und Präteritum; es ist aber umfangreicher als die folgenden Materialien und eignet sich daher für eine Doppelstunde. Material 2 (Perfekt), Material 3 (Plusquamperfekt) und Material 4 (Futur I und Futur II) lassen sich ebenso wie Material 5 (Abschlussübungen zu allen Zeitformen) in Einzelstunden einsetzen. Die Reihenfolge der Materialien 2, 3 und 4 können Sie bei Bedarf ändern. Material 1 enthält einen zweiseitigen, zusammenhängenden Text mit einfachen und kurzen Sätzen in der Zeitform Präsens . Die Schülerinnen und Schüler erkennen zunächst die Zeitform, markieren dann die Verben und übertragen schließlich den Text in die Zeitform Präteritum . Material 2 und Material 3 bieten Lückentexte, in denen die Zeitformen Perfekt beziehungsweise Plusquamperfekt korrekt einzutragen sind. Material 4 stellt Textbausteine zur Verfügung, aus denen die Lernenden komplette Sätze in den Zeitformen Futur I und Futur II bilden. Material 5 dient zur Wiederholung und Festigung: Die Schülerinnen und Schüler bestimmen die Zeitformen vorgegebener Sätze und übertragen diese in andere Tempora. Alle Zeitformen der deutschen Sprache werden zu Beginn der Materialien, deren Gegenstand sie sind, kurz definiert. Zudem erhalten die Lernenden zu den "schwierigeren" Zeitformen Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II jeweils ein Orientierungsbeispiel. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Schülerinnen und Schüler den jeweiligen Arbeitsauftrag verstehen. Erfahrungsgemäß ist es empfehlenswert, die Lernenden individuell über die Arbeitsform entscheiden zu lassen: Manche Jugendliche wollen und können am besten allein arbeiten, andere bevorzugen Paar- oder Gruppenarbeit. Hinweise für die Auswertungsphase Lassen Sie die Arbeitsergebnisse von möglichst vielen Schülerinnen und Schülern laut vorlesen. Korrigieren Sie mögliche Fehler gemeinsam mit den Lernenden. Optimieren Sie die Aussprache. Klären Sie unbekannte Wörter. Halten Sie wichtige Vokabeln – parallel zur Besprechung – in einer Vokabelliste fest und notieren Sie zu allen Nomen den entsprechenden Artikel. Überprüfen Sie die Arbeitsergebnisse in den Heften der Schülerinnen und Schüler. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entwickeln grundlegende Kompetenzen im Umgang mit den Zeitformen der deutschen Sprache: Sie kennen die Zeitformen Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II sowie deren Funktionen im Sprachgebrauch. Sie können die genannten Zeitformen in verschiedenen Sinnzusammenhängen korrekt bilden. Sie sind in der Lage, Sätze in andere Zeitformen zu übertragen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler übernehmen im Fall von Paar- und Gruppenarbeit Verantwortung für das Teamergebnis. halten sich an feste Gesprächsregeln und kommunizieren fair miteinander. präsentieren Arbeitsergebnisse im Plenum.

  • DaF / DaZ
  • Sekundarstufe I

Weblog – Internet-Tagebuch

Unterrichtseinheit

In dieser Einheit wird die Einrichtung eines Weblogs vorgestellt. Mit dem Weblog können die Kinder ihre Erlebnisse in der Schule für Eltern und Freunde dokumentieren. Das Internet wird dadurch als direktes Kommunikationsmedium genutzt. Ein Weblog oder Blog (ein Kunstwort aus Web und Logbuch) ist ein Internet-Tagebuch, in dem bequem über ein Formular Geschichten, Artikel, Bilder und mehr veröffentlicht werden können. Weblog-Systeme sind Content-Management-Systeme, die ein einfaches Einfügen neuer sowie die Veränderung bestehender Inhalte auch für Nutzerinnen und Nutzer ermöglichen, die über keine oder nur geringe Webdesign-Kenntnisse verfügen. Die Nutzung der meisten Weblog-Plattformen ist kostenfrei. Die gestalterische Anpassung an die persönlichen Vorlieben lässt sich mithilfe von vorgefertigten Designs, sogenannten Templates, vornehmen. Alternativ kann auch ein eigenes Design entworfen werden. Ein Anbieter für Schülerinnen und Schüler ist digi.reporter . Etwas umfassender ist WordPress . Die Schülerinnen und Schüler werden zum Schreiben motiviert, da sie wissen, dass ihre Tagesberiche auch tatsächlich gelesen werden. Interaktivität entsteht dabei vor allem durch die Kommentarfunktion. Möglich sind Inhalte über Erlebnisse oder Projekte, die eventuell sogar um Bildmaterial ergänzt werden können. Auch kreative Texte und Aufsätze können veröffentlicht werden. Schulkinder, Lehrkräfte und Eltern profitieren gleichermaßen von diesem neuen Kommunikationsweg. Anlegen eines Weblog-Accounts Der Einstieg und die Vorbereitung sind bei einem Weblog-Projekt zuallererst Lehrersache: Sie müssen sich in das Thema einarbeiten und eine geeignete Weblog-Plattform finden. Das Einrichten eines Nutzer-Accounts ist dabei genauso einfach und unkompliziert wie das Anlegen eines E-Mail-Accounts. Nachdem Sie den Blog eingerichtet und zusammen mit den Schülerinnen und Schülern einige Probeeinträge veröffentlicht haben, sollten Sie das Projekt den Eltern vorstellen. Wichtig! Sie benötigen die Einverständniserklärung der Eltern, wenn Sie Fotos der Kinder in den Weblog einbinden möchten. Achten Sie weiterhin darauf, dass keine persönlichen Daten der Schülerinnen und Schüler (zum Beispiel Anschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummern) im Blog veröffentlicht werden. Möglichkeiten zur Integration des Weblogs in den Schulalltag Jeden Tag schreiben andere Schülerinnen und Schüler einen Eintrag zur jeweiligen Unterrichtsreihe. Zu bestimmten Projekten oder Ereignissen werden Texte veröffentlicht oder Informationen von den Lehrkräften vorgegeben. Weitere Tipps zur Projektarbeit Suchen Sie sich zum Beispiel über die E-Pals-Webseite eine Partnerklasse, die ebenfalls bloggt. Auf diese Weise bekommen die Schülerinnen und Schüler Anregungen und Kommentare von Klassen aus einer anderen Schule, vielleicht sogar aus einem anderen Land! Es bietet sich an, einige computererfahrene Kinder in die Arbeitsweise einzuführen, so dass diese im weiteren Verlauf den anderen Schülerinnen und Schülern helfend zur Seite stehen können. Ein Weblog lebt davon, dass die Beiträge gelesen und kommentiert werden. Diese Funktionen erhöhen und erhalten die Motivation. Sie sollten daher von Beginn an versuchen, einen festen Leserstamm aufzubauen. Der kann nicht nur aus Eltern, sondern auch aus interessierten Verwandten, Bekannten oder Freunden der Kinder bestehen. Die Schülerinnen und Schüler schreiben eine Begebenheit verständlich auf. führen den Weblog selbstständig. lernen, einen Text ohne handschriftliche Vorlage am Computer einzugeben. lernen, wie ein einfaches Eingabeformular gehandhabt wird.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Technik / Sache & Technik
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Spezieller Förderbedarf, Berufliche Bildung

Unser Wetter-Weblog

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit beobachten und vergleichen die Schülerinnen und Schüler Wettererscheinungen und werten diese aus. In einem selbst erstellten Wetter-Weblog berichten sie über ihre Ergebnisse. Im Rahmen dieser Unterrichtsanregung arbeiten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam an einem Weblog-Projekt. Durch die Auswertung von Wetterdaten (zum Beispiel Temperaturkurven) erwerben sie mathematische Kenntnisse. Am Ende des Monats vergleichen sie ihre Ergebnisse mit den "offiziellen". Ein Weblog wird von der Schulklasse angelegt und geführt, in dem der Projektverlauf und die Ergebnisse dokumentiert werden. Ein Weblog (auch Blog genannt) bietet den Schülerinnen und Schülern eine einfach zu bedienende Kommunikationsplattform, auf der sie ihre Unterrichtsprodukte relativ einfach veröffentlichen können. Somit können auch Eltern oder Freunde Einblicke in die Arbeit der Kinder erhalten. Ein Weblog (Kunstwort aus Web und Logbuch) ist ein Internet-Tagebuch, in dem bequem über ein Formular Geschichten, Artikel und Bilder veröffentlicht werden können. Weblog-Systeme sind Content-Management-Systeme, die ein einfaches Einfügen neuer Inhalte sowie die Veränderung bestehender Inhalte auch für Nutzerinnen und Nutzer ermöglichen, die über keine oder nur geringe Computerkenntnisse verfügen. Die gestalterische Anpassung an die persönlichen Vorlieben lässt sich bei vielen Weblogs mithilfe von Templates, also Vorlagen, vornehmen. Bei den meisten Anbietern gibt es vorgefertigte Designs. Alternativ kann ein eigenes Design entworfen werden. Der Weblog kann beispielsweise mit dem Online-Redaktionssystem digi.reporter umgesetzt werden. Technik und Werkzeuge Zunächst meldet die Lehrkraft ein Weblog an oder installiert die Blog-Software auf dem Schulserver. Wenn die Internetadresse des Weblogs bekannt ist, sollte diese in die Favoritenliste der Schüler-Computer eingefügt werden. Dann können die Kinder problemlos und ohne Zeitaufwand die Weblog-Seite wiederfinden. Abschließend wird die Anleitungen zum Wetter-Weblog und Tabellenkalkulationsprogramm (siehe Downloads) in ausreichender Anzahl für die Schülerinnen und Schüler ausgedruckt oder kopiert. Die Schülerinnen und Schüler benötigen Thermometer zur Temperaturaufzeichnung. Zeitplan Zu Beginn des Projektes ist es sinnvoll, einen Plan zu erstellen, aus dem hervorgeht, welche Schülerinnen und Schüler an welchem Tag für die Messung der Wetterdaten verantwortlich sind und wer die Auswertung der Ergebnisse für eine bestimmte Woche übernimmt. In Keingruppen können Daten an verschiedenen Orten gesammelt werden. Möglich sind hier zum Beispiel die Temperaturen im Klassenraum, auf dem Pausenhof, im Wald oder bei einigen Lernenden daheim. Somit ergibt sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Daten und Diagrammen, die anschließend verglichen werden können. Daten-Raster Nach Abschluss der Vorbereitungen leitet die Lehrkraft die Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der Messung der Wetterdaten an. Als Daten können nicht nur Temperaturen, sondern auch Niederschlag und Luftfeuchtigkeit dienen. Zur Aufzeichnung der Daten wird ein Protokoll-Raster durch die Lehrkraft vorgegeben und gemeinsam mit den Lernenden erarbeitet. Erstellung und Veröffentlichung von Diagrammen Daten werden häufig mit Diagrammen dargestellt. Es bietet sich an, dass Schülerinnen und Schüler schon früh mit der Darstellung und Erstellung von Diagrammen in Berührung kommen und sie somit zu sensibilisieren. Ausgehend von den Daten einer Woche erstellen die Lernenden unter Zuhilfenahme der Anleitung ein Diagramm. Alternativ können die Schülerinnen und Schüler auch ein Wetterfoto machen und dazu eine Wetterbeschreibung mit Daten anfertigen. Im Anschluss werden die Diagramme im Weblog veröffentlicht. Die Schülerinnen und Schüler erheben, verarbeiten und stellen Daten aus der unmittelbaren Lebenswirklichkeit dar. können mit einem Tabellenkalkulationsprogramm umgehen. beobachten Wettererscheinungen. führen einen Weblog. erstellen eine eigen Webseite zur Veröffentlichung des Weblogs. lesen Daten aus einem einfachen (Säulen-) Diagramm ab.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co.
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung, Spezieller Förderbedarf

Datenschutz: Telekom-Affäre, BKA-Gesetz, Daten-Striptease

Unterrichtseinheit

In den letzten Wochen rückten die Themen Datenschutz und -sicherheit immer wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Dieser Basis-Artikel liefert Ihren Schülerinnen und Schülern nützliche Informationen und regt zu weiteren Recherchen an.Dieses Mal waren es nicht nur staatliche Maßnahmen oder Gesetzesvorhaben wie das umstrittene BKA-Gesetz, die die Datenschützer auf die Barrikaden riefen: Insbesondere die Abhöraffäre bei der Telekom ließ viele Experten daran zweifeln, ob personenbezogene Daten bei privaten Unternehmen ausreichend geschützt werden. Doch auch der freiwillige und unbekümmerte Daten-Striptease vieler Menschen in den sogenannten sozialen Netzwerken, also Webangeboten wie StudiVZ, beunruhigt die Datenschützer.Die Schülerinnen und Schüler sollen die Hintergründe der Diskussionen rund um Datenschutz und Datensicherheit verstehen. zum bewussten Umgang mit den eigenen Daten angeregt werden. eigene Angaben im Netz überdenken. Informationen, die sie für Diskussionen benötigen, online recherchieren. sich aktiv an der Diskussion zum BKA-Gesetz beteiligen. Thema Datenschutz 2008: Telekom-Affäre, BKA-Gesetz und freiwilliger Daten-Striptease Autor Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften, IKT Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 8 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung 2 bis 6 Stunden Medien je ein Computer mit Internetzugang für zwei Schülerinnen und Schüler Dieser Beitrag widmet sich auf den Unterseiten bestimmten Teilaspekten des Themas. Diese einzelnen Seiten können Sie nutzen, um den Lernenden Texte zu diesen Teilaspekten zur Verfügung zu stellen. Zudem bieten die Unterseiten Anregungen zur weiteren thematischen Recherche. Die Telekom-Affäre Ausgelöst wurde die aktuelle Diskussion durch Bekanntwerden der Tatsache, dass die Deutsche Telekom Telefon-Verbindungsdaten ausgewertet hat. Das BKA-Gesetz Diese Seite widmet sich der aktuellen Erweiterung des BKA-Gesetzes, das die Online-Durchsuchung regeln soll. StudiVZ und Co.: Öffentlicher Daten-Striptease Viele Jugendliche geben im Netz alles von sich selbst preis. Sie sollen durch diesen Text und entsprechende Recherchen zum kritischen Umgang sensibilisiert werden. Spähoperationen "Clipper" und "Rheingold" Ende Mai 2008 deckte "Der Spiegel" auf, dass die Deutsche Telekom in den Jahren 2005 und 2006 heimlich die Telefon-Verbindungsdaten ihrer Manager ausgewertet hat, um undichte Stellen in Vorstand und Aufsichtsrat aufzuspüren. Das Nachrichtenmagazin berichtete in seiner Ausgabe vom 26. Mai 2008, Ziel der Spähoperationen "Clipper", "Rheingold" und einiger anderer "Nebenprojekte" sei "die Auswertung mehrerer hunderttausend Festnetz- und Mobilfunk-Verbindungsdatensätze der wichtigsten über die Telekom berichtenden deutschen Journalisten und deren privaten Kontaktpersonen" gewesen. Vorstandschef René Obermann bestätigt Vorgang Der Vorstandvorsitzende der Deutschen Telekom, René Obermann, bestätigte, dass der Spiegel-Bericht der Wahrheit entspricht. In einer Pressemitteilung betonte er, dass keine Gespräche abgehört wurden - lediglich die Verbindungsdaten, also Angaben zu Uhrzeit, Länge und Teilnehmern von Gesprächen, seien rechtswidrig genutzt worden. "Ich bin über die Vorwürfe zutiefst erschüttert. Wir nehmen den Vorgang sehr ernst. Wir haben die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und werden sie bei ihren Bemühungen um eine lückenlose Aufklärung unterstützen", sagte René Obermann. Neue Vorwürfe: Affäre weitet sich aus Doch damit nicht genug, "Der Spiegel" berichtete in den folgenden Tagen, dass die Telekom im Jahr 2005 eine Detektei beauftragt haben soll, einen Spion in die Redaktion des Wirtschaftsmagazins "Capital" einzuschleusen. Der "Financial Times Deutschland" liegen eigene Recherchen vor, nach denen die Telekom schon im Jahr 2000 den damaligen Chefreporter der Zeitung, Tasso Enzweiler, bespitzelt haben soll. Und zu allem Überfluss berichtet die "Wirtschaftswoche" am 20. Juni 2008, dass frühere Topmanager verdächtigt werden, Mitte der 1990er Jahre vermeintliche Hacker illegal abgehört zu haben. Aufklärung gefordert Politiker aller Parteien fordern eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge. Auch der Bundestag beschäftigte sich am 4. Juni 2008 in einer Plenardebatte mit dem Thema. Dr. Jürgen Gehb, rechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, betonte, dass die möglicherweise massiven Gesetzesverstöße keinen Anlass geben, sie auch nur annähernd zu entschuldigen oder sogar zu rechtfertigen. Allerdings bestehe aus seiner Sicht auch kein Anlass zu hektischer Betriebsamkeit. "Dies ist nicht die Stunde des Gesetzgebers, sondern die Stunde der Strafverfolgungsbehörden", sagt Gehb. Deswegen sei es völlig fehl am Platz, nach weiteren Gesetzen zu rufen. Angriff auf die Menschenwürde und Verfassungsbruch Gisela Piltz, Innen- und Kommunalpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, mahnte, dass Datenmissbrauch kein Kavaliersdelikt sei: "Es ist ein Angriff auf die Menschenwürde, aus der sich das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung ableitet." Sie fühlte sich ganz persönlich an Stasimethoden erinnert, "und das nicht nur, weil dort offensichtlich Stasimitarbeiter eingesetzt waren". Petra Pau, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, warnt, dass der Begriff "Affäre" den Sachverhalt verharmlose: "Nach Lage der Dinge geht es nämlich um Verfassungsbruch, und zwar mit Vorsatz und mindestens dreifach: Persönlichkeitsrechte wurden ausgehebelt, das Post- und Fernmeldegeheimnis wurde gebrochen, und die Pressefreiheit wurde attackiert." Dennoch sei der Telekom-Skandal ein Glücksfall. Denn er könne erhellen, "welche Gefahren lauern, wenn wir dem Datenschutz nicht endlich den Stellenwert einräumen, der ihm zukommt," so Pau. Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Was verbirgt sich hinter den Spähoperationen "Clipper" und "Rheingold"? Welche Daten wurden anscheinend missbraucht? Sucht nach weiteren Hintergründen und aktuellen Entwicklungen im Internet. Wie positionieren sich die verschiedenen Parteien? Skizziert die Standpunkte von CDU/CSU, FDP sowie der Linkspartei anhand des Basistexts und recherchiert die Positionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Diskutiert die These: Die Telekom-Affäre hat der gesamten Branche massiv geschadet und das Vertrauen der Kunden nachhaltig erschüttert. Mehr Befugnisse für das Bundeskriminalamt Das "Gesetz über das Bundeskriminalamt und die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in kriminalpolizeilichen Angelegenheiten", kurz: BKA-Gesetz, sorgt bereits seit einiger Zeit für hitzige Debatten. Denn Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will die Regelungen grundlegend reformieren und dabei dem Bundeskriminalamt (BKA) Befugnisse einräumen, die, so Kritiker, üblicherweise nur Geheimdiensten zustehen. Staat will fremde Festplatten heimlich überwachen Anfang Juni 2008 hat die Bundesregierung einen Entwurf verabschiedete, mit dem sich nun der Bundestag befassten muss. In der öffentlichen Diskussion steht insbesondere die sogenannte Online-Durchsuchung. Darunter versteht man, dass die Sicherheitsbehörden verdeckt auf den Computer einer verdächtigen Personen zugreifen und diesen dann online durchsuchen bzw. überwachen. Der neue Artikel 20k regelt diesen "verdeckten Eingriff in informationstechnische Systeme". Schäuble: Keine neuen Befugnisse für das BKA Im Rahmen der ersten Lesung des BKA-Gesetzes am 20. Juni 2008 betonte der Innenminister, dass Deutschland und Europa in das Fadenkreuz des Netzwerks des internationalen Terrorismus gerückt seien. Daher habe der Bundestag und Bundesrat im Jahr 2006 beschlossen, dem Bundeskriminalamt für die Abwehr der Gefahren des internationalen Terrorismus auch eine polizeiliche Gefahrenabwehrbefugnis zu übertragen. Dies werde durch die Neuregelung des BKA-Gesetzes nun umgesetzt. Das BKA erhalte keine neuen Befugnisse, vielmehr werde ihm nur neue Aufgaben übertragen, die bisher ausschließlich die Polizeien der Länder besaßen. "Wenn man dem Bundeskriminalamt die Aufgabe polizeilicher Gefahrenabwehr überträgt, dann muss man ihm dafür natürlich auch die gesetzlichen Instrumente zur Verfügung stellen, über die die Länderpolizeien seit 50 Jahren verfügen", so Schäuble. Opposition: Polizei wird Bundessache Wolfgang Wieland, Sprecher für Innere Sicherheit der grünen Fraktion, kritisierte, dass die Neuregelung ein Bundeskriminalamt schaffe, das alles könne, was auch das Bundesamt für Verfassungsschutz kann, aber keinerlei parlamentarischer Kontrolle unterliege: "Man bringt hier eine Monsterbehörde auf den Weg." Die Kompetenzen, die die Länderpolizeien in Ausnahmefällen zum Teil haben, sollen jetzt die "tägliche Arbeit des BKA werden". Das verändere die Polizeiarbeit grundsätzlich: "Polizei wird nicht mehr Ländersache, sondern Bundessache sein. Das schafft eine völlig neue Qualität von Polizeiarbeit", so Wieland. Ex-Innenminister will eventuell vor Bundesverfassungsgericht ziehen Gerhart Baum (FDP), ehemaliger Innenminister, hat bereits angekündigt, die Verfassungsmäßigkeit des BKA-Gesetzes überprüfen zu lassen, wenn der Bundestag die Regierungsvorlage unverändert verabschiedet. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte er, dass insbesondere die Regelungen zum Schutz des Kernbereichs privater Lebensgestaltung unzureichend seien. Im Gesetz sei auch nicht ausgeschlossen, "dass die Online-Durchsuchung erfolgt, wenn klare Anhaltspunkte gegeben sind, dass sie den privaten Bereich ausschließlich betrifft", so Baum. Zudem gebe es "noch eine Fülle anderer Punkte", beispielsweise vermische der Gesetzentwurf die Kompetenz zwischen Bund und Ländern, "so dass am Ende nicht mehr ganz klar ist, wer eigentlich zuständig ist." Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat davor gewarnt, die Zweifel an wesentlichen Inhalten des BKA-Gesetzes zu ignorieren und es ohne Änderungen durchzusetzen. Einzelne Bestimmungen müssten verändert werden, wenn man nicht erneut beim Bundesverfassungsgericht scheitern wolle. Der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt erinnerte in einer Pressemitteilung daran, dass in den letzten Jahren mehr als ein Dutzend Sicherheitsgesetze vom Verfassungsgericht entweder korrigiert oder vollständig für nichtig erklärt wurden. Es sei zwar grundsätzlich richtig, auch dem BKA Kompetenzen zur Abwehr von Gefahren im Bereich der Terrorismusbekämpfung zu geben. "Aber der Schutz der Bürgerrechte hat im Zweifel Vorrang, deshalb müssen alle Vorschriften höchsten Ansprüchen genügen", so Wendt. Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Was ist eine "Online-Durchsuchung"? Recherchiert den neuen Artikel 20k des BKA-Gesetzes im Internet und stellt seine Kernpunkte zusammen. Mit welchen Argumenten verteidigt Innenminister Schäuble das BKA-Gesetz? Findet ihr sie schlüssig? Warum will Gerhart Baum eventuell gegen die Neuregelung klagen? Schaut euch sein Interview mit dem Deutschlandfunk genau an und fasst seine anderen Bedenken in eigenen Worten zusammen. Nutzer protestieren Im Dezember 2007 traten einige StudiVZ-Nutzer in einen virtuellen Streik: Sie protestierten gegen neue "Allgemeine Geschäftsbedingungen" (AGB), die der neue Eigentümer des Angebots, die Holtzbrinck-Gruppe, den Nutzern aufzwängen wollte. Nur wer sich den neuen Bedingungen beuge und ihnen bis zum 9. Januar 2008 zustimme, könne die Plattform weiter nutzen, hieß es. Geldquelle personalisierte Werbung Kern der Änderungen war, dass man die Nutzer mit personalisierten Werbeangeboten versorgen - auch per SMS und Instant Messenger - und damit Geld verdienen wollte. Eine Weitergabe oder gar ein Verkauf der bei StudiVZ hinterlegten persönlichen Daten an Dritte sei aber nicht beabsichtigt, versicherte Unternehmenssprecher Dirk Hensen. Allerdings kam StudiVZ den Kritikern ein Stück entgegen und überarbeitete die AGB nochmals - jedoch blieb der Grundsatz erhalten, dass man seine Nutzerdaten für personalisierte Werbung zur Verfügung stellen muss. Arbeitgeber suchen nach persönlichen Infos über Bewerber Generell sollte man im Internet keine persönlichen Daten preis geben. Spätestens wenn man sich um einen Job bewirbt, kann sich ein allzu sorgloser Umgang bitter rächen: Denn immer mehr Arbeitgeber suchen im Internet nach Informationen über ihre Job-Bewerber. Eine bereits Ende 2006 durchgeführte Befragung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) und der "Wirtschaftswoche" unter 300 Entscheidungsträgern aus Personalberatungsgesellschaften ergab, dass damals 28 Prozent diese Möglichkeit genutzt haben. BDU-Sprecher Klaus Reiners: "Das reicht vom ganz normalen Googeln bis zur gezielten Suche in Karrierenetzwerken wie Xing oder in Blogs." Was im Netz steht, wird verwendet - in alle Ewigkeit Auch andere schöpfen aus diesen Quellen. So haben die BILD-Blog-Macher zwei Fälle dokumentiert, in denen Reporter der BILD-Zeitung Informationen und Bilder von verschiedenen Webseiten, unter anderem StudiVZ, genommen und diese in Artikeln verwendet haben. Dabei haben sie keinerlei Rücksicht auf Urheber- und Persönlichkeitsrechte genommen. Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, warnte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung zudem davor, dass das Netz nichts vergesse: "Was einmal drin steht, bleibt auch dort, selbst wenn es an der ursprünglichen Stelle gelöscht wird." Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Wogegen haben einige StudiVZ-Nutzer Ende 2007 protestiert? Warum haben sie sich so aufgeregt? In welchen "sozialen Netzwerken" seid ihr Mitglied? Kennt ihr die Datenschutzregeln? Sucht im Internet nach eurem Namen - welche Informationen könnt ihr über euch (oder eventuell eure Namensvetter) finden?

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II, Sekundarstufe I
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