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Solidarität – Motor des Volksaufstands in der DDR?

Kopiervorlage

Hier finden sie die Arbeitsblätter der Unterrichtseinheit "Solidarität – Motor des Volksaufstands in der DDR?", die Teil des Themenmoduls "Wir wollen freie Menschen sein – der 17. Juni 1953" des digitalen Lehrwerks "Deutsch-deutsche Geschichte" (Lehrer-Online) ist. Hier finden sie die Arbeitsblätter der Unterrichtseinheit "Solidarität - Motor des Volksaufstands in der DDR?" , die Teil des Themenmoduls "Wir wollen freie Menschen sein – der 17. Juni 1953" des digitalen Lehrwerks "Deutsch-deutsche Geschichte" (Lehrer-Online) ist. Übersicht Arbeitsmaterialien Alle Arbeitsblätter stehen auch in einer Version in Einfacher Sprache bereit. Arbeitsblatt 1 "Was ist Solidarität" : Das Arbeitsblatt stellt Aufgaben bereit, in denen die Schülerinnen und Schüler mithilfe einer Online-Recherche den Begriff "Solidarität" erarbeiten. Arbeitsblatt 2 "Heraus zur Demonstration, übt Solidarität!" : In diesem Arbeitsblatt finden sich verschiedene zeitgenössische Quellen zum Volksaufstand. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Zusammensetzung und Verbreitung der Aufständischen und welche Rolle Solidarität hierbei spielte. Arbeitsblatt 3 "Folgen des Volksaufstands" : Das Arbeitsblatt stellt einen Darstellungstext zur Niederschlagung und Folgen des Volksaufstands bereit. Mithilfe des Materials arbeiten die Schülerinnen und Schüler heraus, warum der Widerstand trotz der großen Solidarität nicht den ersehnten Wandel brachte. Interaktive Übungen "Solidarität – Motor des Aufstands" : In diesen interaktiven Übungen sichern die Schülerinnen und Schüler ihr erarbeitetes Wissen selbstständig. Arbeitsblatt 4 "Diskussion" : Das vierte Arbeitsblatt beinhaltet eine optionale Zusatzaufgabe. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren, welche Formen echte Solidarität im digitalen Zeitalter annehmen kann.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Wie zeigt sich Homo- und Transphobie?

Kopiervorlage

In dieser Unterrichtseinheit geht es um homo- und transphobe Alltagserfahrungen und ihre Folgen für die Betroffenen.Homo- und transphobe Einstellungen sind fester Bestandteil rechter und radikal-religiöser Ideologien. Allerdings sind sie nicht auf diese Milieus beschränkt, sondern reichen weit in die Mitte der Gesamtgesellschaft hinein. In diesem Modul beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Konstruktion von Geschlechtsvorstellungen und Sexualität und reflektieren diese anhand von Geschichten über Jugendliche, die als lesbisch, schwul oder transgender ausgegrenzt wurden. Ein Schwerpunkt liegt hier auf dem Prinzip biographischen Lernens. Die Lebensgeschichte einer Jugendlichen, die in diesem Modul im Zentrum steht, funktioniert als Türöffner, um sich mit tiefergehenden Fragestellungen auseinandersetzen zu können. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen die Wirkungsweisen und Mechanismen von Homo- und Transphobie kennen. setzen sich kritisch mit Geschlechterrollen auseinander. werden bestärkt, eine eigene Position gegenüber Normenkonstruktionen im Kontext sexueller Identität einzunehmen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten Informationen aus Videos anhand konkreter Beobachtungsaufträge. denken sich mögliche Titel für ein Video aus und diskutieren die Vorschläge. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen durch biographische Geschichten die Probleme von Jugendlichen kennen, die alltäglich Homo- und Transphobie erleben müssen.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Genau lesen im Deutsch-Unterricht: Goethes "Ganymed"

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zu Goethes "Ganymed" erarbeiten die Lernenden das Gedicht anhand eines literaturdidaktischen Modells, das darauf abzielt, literarische Texte zunächst "genau" und auf die Reaktionen der Leserinnen und Leser hörend zu lesen, um sie im Folgenden in ihrem historischen Kontext sowie im Kontext ihrer Rezeption zu analysieren. Die Materialien zeigen exemplarisch, wie im Unterricht von den Irritationen, Fragen und Hypothesen der Schülerinnen und Schüler ausgegangen werden kann. Im Zentrum der Behandlung des Textes steht die Frage, warum ein Gedicht wohl den Titel "Ganymed" trägt, in dem ein lyrisches Ich seine vom Frühling ausgelösten möglicherweise sexuellen Erregungszustände schildert, die am Ende scheinbar in einer Begegnung mit einer Vaterfigur ihre Erfüllung und Abfuhr finden. Um diese Frage zu klären soll der Gedichttext zunächst textimmanent analysiert, dann im Kontext weiterer Texte und abschließend bezogen auf andere Interpretationen gelesen werden, um die in einer textimmanten "genau lesenden" Analyse erarbeiteten Deutungsergebnisse zu kontrastieren und gegebenenfalls zu erweitern. Lesen Sie hier den Fachartikel "Goethes "Ganymed" genau lesen" . Die Methode des genauen Lesens Lesen Sie hier den Fachartikel über das literaturdidaktische Modell des "genauen Lesens" (Chirollo/Schröder, 2017) Exemplarisches Arbeiten an einer Kernfrage, über die Uneinigkeit herrscht "Warum trägt ein Gedicht wohl den Titel "Ganymed", in dem ein lyrisches Ich seine vom Frühling ausgelösten möglicherweise sexuellen Erregungszustände schildert, die am Ende scheinbar in einer Begegnung mit einer Vaterfigur ihre Erfüllung und Abfuhr finden?" So lautet die auf eine befremdliche Leseerfahrung bezogene zentrale Fragestellung, die von Lesenden häufig so oder ähnlich in einem literarischen Gespräch zum Gedicht gestellt wird und über die auch in der fachwissenschaftlichen Rezeption des Gedichts Uneinigkeit herrscht. 1. Schritt: Literarisches Gespräch und textimmanente Analyse Bei einer auf die oben genannten Frage bezogenen textimmanenten Analyse durch genaues Lesen kann zunächst erarbeitet werden, dass Ganymed durch eine bedeutungsstiftende Kohärenz geprägt ist, die wie folgt beschrieben werden kann: Innere und äußere Natur erweisen sich für das lyrische Ich als sich gegenseitig bedingende Quellen eines als hoch intensiv erlebten Erregungszustandes. Als reale Naturphänomene wirken Frühlingssonne, Blume, Gras, Nachtigall. Die von ihnen im lyrischen Ich erregte Libido findet kein Liebesobjekt, mit dem es in der irdischen Realität eine erfüllende Beziehung eingehen könnte. Am Ende des unerfüllten Erregungszustandes entflieht das lyrische Ich aus diesem Zustand, indem es gen Himmel, also fort aus der irdischen Realität zieht und dort zunächst Wolken, dann einen Vater und gottgleiche Figur findet, die als Ersatz an die Stelle greifbarer realer Objekte tritt und an Stelle dieser erotisiert wird. Das Gedicht endet, indem es das lyrische Ich in einer sich anbahnenden erotischen Vereinigung mit der Vaterfigur zeigt. Es erlebt sich ihm im Schoße (!) der Wolken in einer harmonischen, gegenseitigen Bewegung (aufwärts-abwärts, umfangend-umfangen) anzunähern, denn es heißt "an deinen Busen", nicht "an deinem". Die Annäherung ist noch nicht vollzogen. Diese für uns Leserinnen und Leser irritierende Konstellation empfindet das lyrische Ich als Erfüllung. Eine Bezugnahme zum Mythos erfolgt erkennbar im Titel der Hymne. 2. Schritt: Kontextbezogene Analyse Diese Erkenntnis kann durch eine kontextbezogene Lektüre des Gedichts abgesichert und erweitert werden: Im Kontext des antiken Ganymed-Mythos gelesen ist deutlich zu erkennen und dies zerstreut letzte Zweifel am sexuellen Inhalt der vom lyrischen Ich artikulierten Sehnsüchte, dass es sich beim Sprecher wohl um den Ganymed des Mythos handelt, um einen jungen Mann, der sexuellen Begierden weckte und den ihn begehrenden Göttinnen und Göttern homo- und heterosexuelle Lustbefriedigung bot. Während bei Goethe das lyrische Ich in einer dialogischen Auseinandersetzung mit der Natur sich erotisiert und sich dabei "aus freien Stücken", vom Ruf einer Nachtigall, am ehesten wohl zu verstehen als Projektion seiner Sehnsucht oder seines Begehrens, erregt dem Himmel zuwendet (Drux 1996, 118), wird Ganymed im Mythos von Zeus bzw. Jupiter entdeckt, begehrt, entführt und sexualisiert. Im sozialhistorischen Kontext gelesen erweist sich, dass Goethe in Ganymed den "unlösbaren Widerspruch zwischen Persönlichkeitsentwicklung und bürgerlicher Gesellschaft" (Lukács 1939, 25) artikuliert. Die bürgerliche Aufklärung verlangt den Individuen Verzicht und Triebkontrolle ab, die diese durch die Flucht in die Natur nur unzureichend kompensieren können. In Ganymed zeigt sich so die Grenze der Persönlichkeitsentwicklung in der frühen bürgerlichen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts. 3. Schritt: Rezeptionsbezogene Analyse Erstaunlicherweise herrscht in der Fachwissenschaft große Uneinigkeit über das Gedicht. Der Vergleich der im Unterricht durch ein genaues Lesen des Gedichts erarbeiteten Erkenntnisse mit den Deutungen von drei Literaturwissenschaftlern kann aufzeigen, dass die Bedeutungsoffenheit literarischer Texte Grenzen hat. Es gibt (fachwissenschaftliche) Deutungen, die durch das genaue Lesen eines Textes deutlich nachweisbar als falsch und textfern bezeichnet werden können. 4. Schritt: Klärung der Frage, was Literatur leisten kann Die Lernenden versuchen abschließend, Antworten auf die Frage zu formulieren, was Literatur ist und was sie kann. In Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen die Einsicht in die Vorläufigkeit ihrer Verstehensentwürfe zur kontinuierlichen Überarbeitung ihrer Hypothesen, indem sie im Einstieg die Uneindeutigkeit oder Fragwürdigkeit ihrer Hypothesen erkennen sowie dabei Verstehensbarrieren identifizieren und sie zum Anlass eines textnahen Lesens nehmen. formulieren eigenständig ein Textverständnis, in das sie persönliche Leseerfahrungen und alternative Lesarten des Textes einbeziehen, und begründen, indem sie Schlussfolgerungen aus der Analyse herleiten, darstellen und begründen. beziehen in ihre Erörterung der in literarischen Werken enthaltenen Herausforderungen und Fremdheitserfahrungen geistes-, kultur- und sozialgeschichtliche Entwicklungen ein. ermitteln Zusammenhänge zwischen literarischen Texten und stellen Bezüge zu weiteren Kontexten her. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beziehen Kenntnisse wissenschaftlicher Sekundärtexte, philosophischer Schriften und historischer Abhandlungen in die Kontextualisierung literarischer Werke ein. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen die in literarischen Werken enthaltenen Herausforderungen und Fremdheitserfahrungen kritisch zu eigenen Wertvorstellungen, Welt- und Selbstkonzepten in Beziehung, indem sie die Diskrepanz zwischen fiktionaler Realität und eigener Erwartung und eigenem moralischen Maßstab als Kluft erkennen, die Aufschluss sowohl über eine fremde als auch die eigene Welt gibt. Chirollo, Natalie / Schröder, Achim (2017): Literarisches Verstehen durch "genaues Lesen": ein Drei-Phasen-Modell zur Planung von Literaturunterricht. Online Drux, Rudolf u.a. (1996): Ganymed, in: Witte, Bernd/ Otto, Regine (Hg.): Goethe Handbuch, Stuttgart, Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 115-118. Hessisches Kultusministerium (2016): Kerncurriculum Gymnasiale Oberstufe. Deutsch. Wiesbaden. Lukács, Georg (1939): Die Leiden des jungen Werther. Zuerst erschienen in Geschichte des Realismus, in: ders., Faust und Faustus, Hamburg 1971. Tepe, Peter/ Rauter, Jürgen/ Semlow, Tanja (2017): Regeln und Empfehlungen für die kognitive Textarbeit. Online

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe II

Winterforscher: Experimentieren! Präsentieren!

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit werden die Schülerinnen und Schüler zu "Winterforschern" und werden an das Durchführen von Versuchen herangeführt. Der Visualiser spielt dabei als Projektionsmedium eine zentrale Rolle.Der Visualiser vereinfacht das Präsentieren und bietet schon in den Eingangsklassen der Grundschule viele Möglichkeiten der unterstützenden Einbindung in den Unterricht. In dieser Unterrichtseinheit wird er zunächst für die Erstellung einer Mindmap genutzt, in der die Kinder vorhandenes Wissen dokumentieren und ergänzen. Das Projekt stellt zudem einen Einstieg in das Durchführen von Versuchen dar. Die Experimente werden von den Schülerinnen und Schülern weitgehend selbstständig in kleinen Gruppen durchgeführt. Um die Ergebnisse zu besprechen, zu vergleichen und auszuwerten, präsentiert jeweils eine Gruppe ihre Versuchsdokumentation mit dem Visualiser. Präsentieren und experimentieren Die neuen Richtlinien für Nordrhein-Westfalen fordern am Ende des 4. Schuljahres verschiedene Kompetenzen. Zu diesen Kompetenzen gehört das Präsentieren mit unterschiedlichen Medien. Ein weiterer Schwerpunkt der Richtlinien und Lehrpläne ist im individuellen und selbstständigen Lernen zu finden. Experimentieren und Präsentieren helfen, diese Kompetenzen schon im ersten und zweiten Schuljahr anzubahnen, insbesondere auch dadurch, dass dem Experimentieren und damit dem individuellen Lernen im Rahmen von Offenen Lernumgebungen entsprechende Freiräume eingeräumt werden. Forschen als Voraussetzung für Lernen Dies führt wiederum dazu, dass Schülerinnen und Schüler lernen, selbstständig Wissen zu erweitern und aufzubauen. Sie werden so zum Handeln ermutigt, Grundlage für lebenslanges und selbstständiges Lernen. Die folgende Unterrichtseinheit ist so gewählt, weil Experimentieren und Forschen eine grundsätzliche Voraussetzung für Lernen überhaupt ist, und Präsentieren am Schluss eines Experiments oder des Forschens steht. Ablauf des Unterrichts Die Kinder erstellen eine Mindmap rund um das Thema Winter. Anschließend führen sie Winter-Experimente durch und präsentieren ihre Ergebnisse mit dem Visualiser. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erreichen in den Fächern Sachunterricht, Deutsch und Kunst Fächerspezifische Kompetenzen . Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler zeigen mit dem Visualiser einen Versuchsaufbau und präsentieren einen Versuch. stellen mit dem Visualiser ihre Arbeits- und Versuchsergebnisse vor. sammeln Informationen mithilfe des Visualisers als Mindmap. sammeln und nutzen mitilfe von Material aus dem Internet Informationen. entnehmen Informationen aus Lexika und Büchern. entwickeln Fragestellungen zum Thema und erstellen eine Kartei. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler einigen sich auf Regeln für das Durchführen von Versuchen. strukturieren ihren Arbeitsprozess in einer Gruppe und einigen sich über die Aufgabenverteilung . diskutieren mit Partnern Versuchsergebnisse und werten sie aus. führen eine gemeinsame Präsentation ihrer Arbeitsergebnisse durch und einigen sich vorher über den Ablauf. helfen und unterstützensich gegenseitig. gehen auf den Bedarf und die Bedürfnisse von anderen Kinder ein. Die Schülerinnen und Schüler lernen Besonderheiten des Winters kennen. lernen die Bedeutung von Wasser und Wärme für Menschen, Tiere und Pflanzen kennen. setzen sich mit wintergerechter Kleidung auseinander. erarbeiten Vor- und Nachteile der Winterzeit. erkunden die Lebensbedingungen von Tieren im Winter. ordnen Bilder, Bezeichnungen und Beschreibungen von Tieren zu. lernen Unterschiede zwischen Winterschlaf, Winterruhe, Winterstarre und winteraktiven Tieren erarbeiten und entsprechende Tiere kennen. Die Schülerinnen und Schüler notieren Vorwissen in Form einer Mindmap. verschriftlichen Geschichten zum Thema Winter. lernen fachsprachliche Begriffe (anzünden, erlöschen, Sauerstoff, Volumen) nutzen. beobachten Vorgänge und erklären sie mit eigenen Worten. halten Beobachtungen und Erklärungen durch Zeichnungen und Texte fest. erstellen einfache Tabellen und vergleichen sie. legen Wörtersammlungen zum Thema an. lernen die fachsprachlichen Begriffe für die Aggregatzustände von Wasser nutzen. Die Schülerinnen und Schüler malen unter Berücksichtigung der Besonderheiten der Jahreszeit ein passendes Bild. Experimente Experimente sind gekennzeichnet durch eine hinführende Fragestellung oder Vermutung der Kinder. Im weiteren Verlauf müssen sie versuchen, diese Fragestellung und deren Beantwortung oder die Vermutung durch selbstständiges Experimentieren oder Forschen zu beantworten und zu belegen. Um die aufgeworfene Frage beantworten zu können, muss zuerst von den Kindern entschieden werden, was sie tun müssen, um die Frage zu beantworten, die Vermutung zu überprüfen und was sie zur Beantwortung dieser Fragen benötigen und wie sie dabei vorgehen wollen. Im weiteren Verlauf des Experiments erfolgt eine Ausführung nach den vorher festgelegten Kriterien, die im Anschluss an einen Versuch verändert werden können, sodass eine weitere Überprüfung stattfinden kann. Der Versuch wird beobachtet und dokumentiert, damit im Anschluss daran die gestellte Frage beantwortet werden kann. Versuche Im Gegensatz zu Experimenten sind Versuche eine Vorstufe zum Experimentieren, denn den Schülerinnen und Schülern werden die erforderlichen Schritte zum Durchführen des Versuchs noch vorgegeben. Zuerst liest das Kind, was es tun soll, um anschließend eine Vermutung dessen zu formulieren, was passiert. Im Anschluss wird der Versuch durchgeführt und auf die eigene Vermutung hin überprüft, um dann eine Erklärung zu formulieren. Hier fehlt das selbstständige Tun des Kindes, denn durch die vorgegebene Fragestellung ist keine eigenständige Problemlösung möglich. Besonders wichtig ist dieses Vorgehen allerdings, damit der Ablauf eines Versuchs eingeübt werden kann, was wiederum Grundlage für das Experimentieren ist. Je nach Vorwissen in der Klasse kann der Unterricht mit einer MindMap begonnen werden, in der vorhandenes Wissen dokumentiert und ergänzt wird. Bereits während des Erstellens der MindMap kann der Visualiser genutzt werden. Für Grundschulkinder ist es sicherlich einfacher, auf ein Blatt Papier zu schreiben, als an der Tafel einen Eintrag zu hinterlassen. Der Visualiser bietet zudem die Möglichkeit, eine MindMap auf Linienpapier anzufertigen, was für Grundschülerinnen und -schüler aufgrund dieser Hilfslinien eine Erleichterung und bei der Aufteilung des Blatts behilflich ist. wintergemäße Kleidung Verhalten von Tieren im Winter Reflektion eigener Einstellung zum Winter Winterwörter Wintergeschichten Wintersportarten MindMaps Jedes Kind fertigt eine MindMap zum Thema an und stellt seine Arbeit mittels des Visualisers vor. Im Anschluss an diese Präsentationen kann eine gemeinsame MindMap erstellt werden, die zur Grundlage der weiteren Arbeit wird. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass jedes Kind eine Frage aufschreibt, die Fragen gesammelt und anschließend in einer Kartei der Klasse wieder zur Verfügung gestellt werden. Arbeitsaufträge Die Aufträge (Arbeitsblatt 1), aus denen die Kinder später ihren Auftrag auswählen, werden auf (farbiges) Papier gedruckt, laminiert und für alle sichtbar in der Klasse aufgehängt. Schwierige Aufgaben können dann für alle Kinder besprochen werden. Hierzu bietet sich der Visualiser an, der, ähnlich einem Epidiaskop, die Fragekarte für alle an der Wand sichtbar macht. Themenmappe Alle durchgeführten Aufträge werden von den Kindern auf normales, liniertes Papier geschrieben (Vorteil: man benötigt keine Kopien) und bei der Präsentation mithilfe des Visualiser an die Wand projiziert. Die so entstandenen Blätter werden gesammelt und in einer Themenmappe zusammengefasst oder in einem Heft der Klasse wieder zur Verfügung gestellt. Grundsätzliche Regeln Zunächst werden grundsätzliche Regeln zum Experimentieren mit den Kindern gemeinsam erarbeitet. Die Notwendigkeit von "Vermutung", "Durchführung/Beobachtung" und "Erklärung" bei Versuchen sowie Dokumentationsmöglichkeiten werden besprochen. Die Versuche (Arbeitsblatt 2 und 3) werden von den Kindern weitgehend selbstständig in kleinen Gruppen von maximal vier Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Eis-Versuche Parallel dazu betätigen sie sich als "Winter-Forscher" und werden an das Durchführen von Versuchen herangeführt. Als Einstiegsversuch beschäftigen sie sich mit dem Schmelzen und Verdunsten von Eis beziehungsweise Wasser. Der Versuch wird mithilfe des Visualisers gemeinsam durchgeführt. In diesem Zusammenhang werden die Fachbegriffe Gefrierpunkt, Siedepunkt und Wasserkreislauf behandelt. Bei den weiteren Eisversuchen steht im Vordergrund, dass die Kinder lernen, eine Versuchsanleitung zu befolgen. Sie sollen die Grundregeln des Experimentierens (vermuten, beobachten, erklären) beachten und üben. Feuer-Versuche Die Feuer-Versuche (Arbeitsblatt 4 und 5) beschäftigen sich mit einem anderen naturwissenschaftlichen Phänomen. Sie wurden in die Unterrichtseinheit aufgenommen, da in der Winter- und Weihnachtszeit häufig Kerzen benutzt werden und auch für den Einstiegsversuch Feuer benötigt wird. Durch die Versuche sollen die Kinder zum einen den fachgerechten Umgang mit Streichhölzern und Kerzen lernen. Zum anderen sollen sie durch die Versuche "Kerze" und "Zusatzversuch" Kerze die Notwendigkeit von Sauerstoff für den Brennvorgang von Kerzen erfahren. Insgesamt wurden einfache Versuche gewählt, um den Kindern erste Erfahrungen mit Versuchen zu ermöglichen, bei denen sie durch Beobachtung und Einbringen ihres Vorwissens zur richtigen Erklärung für das Beobachtete kommen können. Ergebnispräsentation Jeweils eine Gruppe präsentiert ihre Versuchsdokumentation am Visualiser. Die Erfahrungen und Ergebnisse - auch der anderen Kinder mit diesem Versuch - werden gemeinsam besprochen. Reflektiert wird auch, inwiefern die Regeln eingehalten wurden und wie die Arbeit in den Gruppen abgelaufen ist.

  • Technik / Sache & Technik / Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Spezieller Förderbedarf, Berufliche Bildung

Lineare Funktionen: Pixel auf Abwegen

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zu linearen Funktionen setzen sich die Lernenden mit dem mathematischen Funktionsbegriff auseinander und wenden ihn in einer anschaulichen Fragestellung aus der Fernerkundung an. Dabei erarbeiten sie Möglichkeiten zur Korrektur verzerrter Scannerbilder mithilfe einer linearen Funktion. Die Materialien sind auf Deutsch und auf Englisch verfügbar und somit auch im englisch-bilingualen Unterricht einsetzbar.Zentrales Element dieser Lerneinheit zu linearen Funktionen ist das Beispiel eines Flugzeugs, das für Scanneraufnahmen über eine Landschaft fliegt und durch eine Windböe vom geraden Kurs abkommt. Die dadurch auf dem Scannerbild entstandene Verzerrung können die Schülerinnen und Schüler durch eine Funktion korrigieren. Zusätzlich zum Verständnis der mathematischen Inhalte lernen die Schülerinnen und Schüler auch Aspekte der Fernerkundung kennen. Das Projekt "Fernerkundung in Schulen" (FIS) des Geographischen Institutes der Universität Bonn beschäftigt sich mit den Möglichkeiten zur Einbindung des vielfältigen Wirtschafts- und Forschungszweiges der Satellitenfernerkundung in den naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufen I und II. Dabei entstehen neben klassischen Materialien auch Anwendungen für den computergestützten Unterricht.Ziel der Unterrichtseinheit ist es, Aufgaben und die Mechanismen einfacher linearer Funktionen zu verstehen. Durch die praktische Anwendung sollen mögliche Verständnisbarrieren frühzeitig überwunden werden und den Lernenden ein klarer Bezug der mathematischen Inhalte zu realen Situationen aufgezeigt werden, in diesem Fall zur rechnerischen Entzerrung von Scannerbildern. Schülerinnen und Schüler sollen mithilfe des Moduls das Verständnis für den Sinn und die Charakteristik von einfachen Funktionen festigen, bevor es lehrplangemäß zur Vertiefung dieser Thematik kommt. Es ist jedoch denkbar, Themen wie den Aufbau einer Funktionsgleichung oder die Herleitung einer Funktionsgleichung aus zwei Punkten eines Graphen an das Modul anzulehnen und sich im regulären Unterricht sukzessive die Werkzeuge zur Lösung des Moduls zu erarbeiten. Die mathematische Auseinandersetzung mit dem Funktionsbegriff ist zentrale Aufgabe des Moduls. Zusätzlich lernen die Schülerinnen und Schüler Aspekte der Fernerkundung kennen. Einführung in das Computermodul Das interaktive Modul "Lineare Funktionen: Pixel auf Abwegen" gliedert sich in ein Startmenü, eine Einleitung und den in drei Bereiche unterteilten Aufgabenteil. Aufgabenteil im Computermodul Hier wird der Aufgabenteil mit den drei Bereichen Analyse, Funktion und Entzerrung des interaktiven Moduls "Lineare Funktionen: Pixel auf Abwegen" genauer beschrieben. Die Schülerinnen und Schüler können die Entstehung von Scannerbildern nachvollziehen. stellen einen klaren Bezug zwischen den mathematischen Inhalten und der realen Situation her. kennen die Struktur eines digitalen Bildes und können sie auf die Problemstellung übertragen. formulieren die Anforderung an eine Funktion, welche für die Lösung der Problemstellung notwendig ist. verstehen den Sinn und die Arbeitsweise von Funktionen anhand des zu entzerrenden Bildes. Nach der Weiterleitung in diesen Bereich sind in der linken Navigationsleiste drei Felder zu erkennen, über welche die Bereiche 1, 2 und 3 frei anwählbar sind. Im Aufgabenteil sollen die Schülerinnen und Schüler den Kern des Problems der Driftverzerrung erfassen und können nun interaktiv arbeiten. Bereich 1: Analyse Hier stehen den Lernenden zwei Bilder zur Verfügung. Ein unverzerrtes Vergleichsbild und das verzerrte Bild, welches im Laufe der Vorgeschichte entstanden ist. Aufgabe ist es die Unterschiede in den Bildern genau zu definieren. Dabei hilft ihnen ein Tool, mit dessen Hilfe sie in beiden Bildern einen Bildausschnitt vergrößern können. Der Button "Aufgaben" öffnet ein Feld mit den drei innerhalb dieses Bereichs zu lösenden Aufgabenstellungen. Im linken Bereich ist ein Schema abgebildet, welches alle für die Lösung der Aufgaben relevanten Angaben enthält (Abbildung 3, bitte auf den Platzhalter klicken). Ziel ist es, eine Aussage über die Anzahl der Bildspalten treffen zu können, um die die erste und die letzte Bildzeile im verzerrten Bild versetzt sind. Dazu muss der Betrag in Meter, um den das Flugzeug am Ende der Aufnahme abgewichen ist, in Pixel umgerechnet werden. Der Betrag in Bildspalten y, um den die erste, also oberste Bildzeile x versetzt ist, wird als Punkt A in das Graphenmodul auf der rechten Seite eingegeben. Punkt B setzt sich aus dem Versatz der letzten, also untersten, Bildzeile x2 um die Anzahl der Bildspalten y2 zusammen. Bei den Berechnungen wird eine Genauigkeit von zwei Nachkommastellen als ausreichend betrachtet. Dieser Bereich dient der Überprüfung der aufgestellten Funktion. Sie kann unten links in die Felder eingetragen werden. Der Button "Bild entzerren" versetzt die Bildzeilen des verzerrten Bildes entsprechend der eingegebenen Funktion. Die richtige Funktionsgleichung führt auch zum richtigen Ergebnis. Zur Überprüfung ist links noch einmal das verzerrte Bild dargestellt. Der Button mit den entgegengesetzten Pfeilen bietet die Möglichkeit, das unverzerrte Kontrollbild einzublenden. In diesem Bereich kann zum besseren Verständnis der Vorgänge auch experimentiert werden. Grundsätzlich führt eine erhöhte Steigung des durch die Funktionsgleichung beschriebenen Graphen zu einer stärkeren Verzerrung. Der y-Achsenabschnitt beschreibt einen Versatz des Bildes in positive oder negative Richtung. Das Programm beachtet dabei nur diskrete Werte. Kommastellen werden gerundet. So findet die Verschiebung nur in ganzen Pixelwerten statt. Stunde 1 Stundenziel: Der fernerkundliche Hintergrund soll verstanden werden und die Überleitung zur mathematischen Fragestellung durchgeführt werden. Feinziele (FZ): FZ 1: Die Schülerinnen und Schüler sollen die Entstehung von Scannerbildern nachvollziehen können. FZ 2: Die Schülerinnen und Schüler sollen die Struktur eines digitalen Bildes kennen und auf die Problemstellung übertragen können. FZ 3: Die Schülerinnen und Schüler sollen die Anforderung an eine Funktion formulieren, welche für die Lösung der Problemstellung notwendig ist. Phase Inhalt Sozial- / Aktionsform Medien / Dateien Einführung Erläuterungen zur Fernerkundung; Abbildungen zur Entstehung von Scannerbildern; Verdeutlichung über den Startbildschirm des Computermoduls Unterrichtsgespräch Folien 1 und 2; Computer und Beamer; Startbildschirm des Computermoduls Problematisierung Einführung der Problemstellung Gruppenarbeit Computer, Punkt "Einführung" im Computermodul Erarbeitung Schülerinnen und Schüler verdeutlichen sich die Verzerrung anhand der Aufgabenstellungen im Bereich "Analyse". Gruppenarbeit Computer, Punkt "Analyse" im Computermodul Bündelung Zusammenfassen der Erkenntnisse Unterrichtsgespräch Computer und Beamer, Punkt "Analyse" im Computermodul Stunde 2 Stundenziel: Eine lineare Funktion soll aufgestellt werden, mit deren Hilfe das verzerrte Bild entzerrt werden kann. Feinziele (FZ): FZ 1: Die Schülerinnen und Schüler sollen denn Sinn und die Arbeitsweise von Funktionen anhand des zu entzerrenden Bildes verstehen. Phase Inhalt Sozial- / Aktionsform Medien / Dateien Einführung Wiederholung der am Ende der letzten Stunde formulierten Anforderung an die Funktion Unterrichtsgespräch Computer und Beamer, Punkt "Analyse" im Computermodul Problematisierung 1. Es ist noch nicht bekannt, um wie viele Pixel die Bildreihen maximal verschoben sind. 2. Die Funktion selber ist noch nicht bekannt. 3. Die Funktion muss auf das Bild angewendet werden. Gruppenarbeit Computer, Punkt "Funktion" im Computermodul Erarbeitung Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich anhand der Aufgabenstellungen im Bereich "Funktion" die Funktion und testen sie im Bereich "Entzerrung". Gruppenarbeit Computer, Punkte "Funktion" und "Entzerrung" im Computermodul Bündelung Zusammenfassen der Erkenntnisse, auch durch die Möglichkeit mithilfe beliebiger Funktionen das Bild zu verzerren Unterrichtsgespräch Computer und Beamer, Punkt "Entzerrung" im Computermodul Um den Kern der Problematik im Modul erfassen zu können, ist eine kurze Erklärung notwendig, denn die hier behandelte Verzerrung ist nur charakteristisch für Scannerbilder. Die Beispiele aus den Hintergrundinformationen und vor allem die interaktive Animation am Anfang des Moduls sollen hier behilflich sein. Folie 1 zeigt klar den Unterschied zwischen einem normalen Luftbild und einem Scannerbild auf. Um zu verdeutlichen, wo die Vorteile eines Scannerbildes liegen, kann Folie 2 gezeigt werden. Die Unterrichtseinheit "Lineare Funktionen: Pixel auf Abwegen" bedient sich der Möglichkeiten des Computers, um die Thematik durch Animation und Interaktion nachhaltig zu vermitteln. Darüber hinaus ist die durchgeführte Bildkorrektur nur mithilfe eines Rechners durchführbar. Ein Umstand, der den Schülerinnen und Schülern das Medium Computer nicht als reines Informations- und Unterhaltungsgerät, sondern auch als Werkzeug näher bringt. Das Modul ist ohne weiteren Installationsaufwand lauffähig. Es wird durch Ausführen der Datei "FIS_Pixel auf Abwegen.exe" gestartet. Dazu ist ein Adobe Flash Player notwendig. Der erste Bereich des Computermoduls "Lineare Funktionen: Pixel auf Abwegen" wird nach dem Start automatisch geladen. Die Animation verdeutlicht die Arbeitsweise eines flugzeuggestützten Scanners. Das Flugzeug scannt dabei eine Landoberfläche ab, gleichzeitig wird auf der rechten Seite der gescannte Bildbereich Reihe für Reihe, der aktuellen Flugzeugposition entsprechend, aufgebaut. Abbildung 1 verdeutlicht dies (Platzhalter bitte anklicken). Die mittig angeordneten Pfeile dienen der Beeinflussung des Flugverhaltens. Das gescannte Bild reagiert dabei auf die ausgelösten Manöver und die entstandene Verzerrung wird angezeigt. Wird eine Seitwärtsbewegung ausgelöst, erscheint ein Button. Ein Klick auf den Button "Driftverzerrung bearbeiten" leitet über zum nächsten Menüpunkt. Zur Anpassung der Animation an geringere Rechnerleistung kann die Qualität mithilfe des Buttons im oberen linken Fensterbereich angepasst werden. Der zweite Bereich bietet eine animierte Einführung, in der ein Flugzeug über eine Landschaft fliegt. Abbildung 2 gibt einen Eindruck dieser Animation (bitte auf den Platzhalter klicken). Eine semi-fiktionale Geschichte erzählt kurz, wie es zur Situation der Driftverzerrung gekommen ist, die es auf mathematischem Weg zu lösen gilt. Die "Weiter"-und "Zurück"-Buttons navigieren durch die beiden Abschnitte dieses Bereichs und leiten zum dritten Bereich, dem Aufgabenteil, weiter.

  • Mathematik / Rechnen & Logik / Geographie / Jahreszeiten / Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co.
  • Sekundarstufe I

Globales Lernen: Aids bedroht Jugendliche weltweit

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Bedrohung durch Aids" bietet Arbeitsvorschläge und Projektideen, wie sich das Thema Aids unter einer ebenso globalen wie differenzierten Perspektive in den Unterricht einbinden lässt. "Jugendliche unterschätzen die Gefahr von Aids" - Schlagzeilen wie diese weisen auf die große Sorglosigkeit und Unwissenheit deutscher Schülerinnen und Schüler beim Thema Aids hin. Trotz verschiedener Kampagnen, frei zugänglicher Informationen und allgegenwärtiger witziger Kondomwerbung ist Aids für die meisten Jugendlichen bei uns kein Thema: "Eine HIV-Infektion, das passiert mir doch nicht!" Darin unterschieden sie sich nicht von Gleichaltrigen in Osteuropa, Afrika oder in Asien. Wenn Aids Alltag ist Was bei uns ein riskantes Verhalten ist, wird zur tödlichen Gefahr in den Ländern, in denen 20 bis 50 Prozent der jungen Leuten das HI-Virus in sich tragen. In Südafrika kennt jeder einen Aids-Infizierten, am Wochenende ist man auf einer Beerdigung und fast jede Familie hat bereits Waisenkinder aus der Verwandtschaft aufgenommen - Aidswaisen. Die Jugendlichen dort müssen sich dem Problem HIV-Infektion stellen, wenn sie überleben wollen. Und auch uns kann es nicht gleichgültig sein, wenn sich alle sechs Sekunden jemand auf der Welt mit dem Aids-Virus ansteckt. Selbstständig recherchieren und präsentieren Der Artikel liefert Anregungen, wie das Thema Aids im Unterricht oder in Projekten aufgegriffen werden kann. Neben Methoden der Informationsrecherche werden dabei kreative Methoden der Ergebnispräsentation (Wandzeitung, Umfrage, ...) vermittelt. Durch selbstständiges Lernen in Kleingruppen sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Sozial- und Planungskompetenzen ausbauen. Aids im Unterricht Die Ideen dieser Unterrichtsanregung zum Thema Aids wollen eine Brücke schlagen zwischen den Jugendlichen hier und den Jugendlichen in Afrika. Das südliche Afrika dient dabei als Beispiel für eine der weltweit am stärksten betroffenen Regionen. Die modular konzipierten Projektvorschläge bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln im Unterricht eingesetzt und abgewandelt werden. Im Zentrum stehen die Fragen Was hat Aids mit mir zu tun? Warum ist Aids zu einer weltweiten Katastrophe geworden, wieso betrifft es einige Länder stärker als uns? Wie kann man als Kind oder Jugendlicher überhaupt für die Zukunft planen, wenn der Aids-Tod zum Alltag gehört? Was ist der beste Schutz vor Aids: Enthaltsamkeit, Kondome oder andere Mittel? Ablauf der Unterrichtseinheit "Aids bedroht Jugendliche weltweit" Die folgenden Seiten geben Aufschluss über die Durchführung der Unterrichtseinheit "Aids bedroht Jugendliche weltweit". Das Thema Aids im Unterricht Informationen zum Grundlagenteil und zu den einzelnen Unterrichtsmodulen. Ideen für den Einstieg Fallbeispiel, Zeitungsanalyse oder Kartenabfrage - Ideen für die Einführung des Themas. Themenschwerpunkte der Arbeitsgruppen Die Arbeitsvorschläge für die einzelnen Gruppen können modular eingesetzt und variiert werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen wesentliche Fakten über Aids, die Infektionswege und Schutzmöglichkeiten kennen. werden sich der Ausmaße des Problems HIV/Aids weltweit bewusst und erkennen, dass Mädchen und Frauen weltweit am meisten von Aids betroffen sind. gewinnen Einblicke in die Alltagsprobleme von Kindern und Jugendlichen, die in einem Land im südlichen Afrika leben und von Aids besonders betroffen sind. setzen sich mit den verschiedenen Präventionsmöglichkeiten und den ihnen zu Grunde liegenden Wertentscheidungen auseinander. erkennen, dass Aids nicht nur ein Problem von "Randgruppen" ist. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen das Internet als Medium zur Recherche ein. lernen Online-Ausgaben von Tageszeitungen und Fernsehsendern kennen und nutzen ihre Archive. vergleichen Medienberichte zum UNAIDS-Bericht und zum Welt-Aids-Tag. Politik, Biologie, Geographie oder Religion/Ethik In den Lehrplänen der unterschiedlichen Schulformen im Bereich der Sekundarstufe I gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte zum Thema Aids. Sowohl in Geografie (Probleme eines Entwicklungslandes), in Religion (Auseinandersetzung mit Sterben und Tod), Sozialkunde/Gemeinschaftskunde (Verantwortung für Mitmenschen), Ethik (Lebensgestaltung und Verantwortung) als auch in Biologie (Sexualkunde) hat das Thema seinen Platz. Fächerverbindender Unterricht oder Projektarbeit Die Auseinandersetzung mit Aids hat eine weltweite soziale und gesellschaftliche Dimension. Außerdem ist Aids ein Thema, das jeden Einzelnen persönlich betreffen kann - zum Beispiel bei der Partnerwahl. Aids ist daher kein einfaches Thema für den Unterricht. Über reine biologische Fakten hinaus geht es dabei um ethische Werte wie Verantwortung, Selbstbestimmung, Solidarität und um weltanschauliche Grundeinstellungen im Umgang mit Sexualität. Wegen dieser Vielschichtigkeit eignet sich das Thema gut für einen fächerübergreifenden Unterricht, für Projekttage oder Aktionswochen. Es ist aber selbstverständlich möglich, Aspekte der Unterrichtseinheit im fachgebundenen Unterricht zu behandeln - zum Beispiel in den Sozialwissenschaften oder in Religion. Basiswissen zu Aids Die verschiedenen Projektvorschläge zum Thema Aids gehen auf unterschiedliche Aspekte ein und ergänzen sich, sind allerdings auch einzeln im Unterricht einsetzbar. Ein biologisches Basiswissen zu Aids ist in der Klasse jedoch erforderlich, damit nicht "aus dem hohlen Bauch" heraus über Prävention oder Behandlungsmöglichkeiten gesprochen wird. Dieses Basiswissen kann im Rahmen einer der Projektgruppen erarbeitet werden, die nötigen Hinweise dazu finden sich im Projektvorschlag 1. Vielleicht ist dieses Grundlagenwissen jedoch bereits im Biologieunterricht oder einer Projektwoche erarbeitet worden und muss nur kurz aktualisiert werden. Bevor die Klasse oder die Arbeitsgruppen sich den anderen Projektthemen widmen, können Sachinformationen über Aids auch kurz vorangestellt werden: Per Referat von einer Arbeitsgruppe/einem Klassenmitglied, die/das sich sachkundig gemacht hat. Durch eine "klassische" Hausaufgabe der Einzelnen, deren Ergebnissen in der Klasse zusammengetragen werden. Von der Lehrkraft im Rahmen eines kurzen Vortrags. Unterrichtsschwerpunkt: Südliches Afrika Auch wenn die Aids-Pandemie ein Problem von globalem Ausmaß ist, ist es sinnvoll, an einem Ort genau hinzuschauen, um die Lage der Menschen an einem konkreten Beispiel kennen zu lernen und zu verstehen. Die Lösungsansätze, die die Betroffenen entwickelt haben, sehen in Osteuropa anders aus als in den Ländern Asiens oder Afrikas oder als bei uns. Aids betrifft alle Teile einer Gesellschaft. Lösungen können daher nur aus dieser Gesellschaft kommen und nicht von Experten am Tisch in irgendeiner westlichen Metropole entwickelt werden. Die folgenden Beispiele stammen deshalb vorwiegend aus Süd- und Zentralafrika, Regionen, die besonders stark von Aids betroffen sind. Global, aber differenziert betrachten Im Sinne des globalen Lernens ist es wichtig, ein differenziertes Bild der Ursachen und Auswirkungen von Aids zu entwickeln und die eigenen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen. All zu leicht werden in der Aids-Berichterstattung Katastrophenszenarien entwickelt, die zu Abwehrreaktionen statt zu kritischer Auseinandersetzung und Solidarität führen. Mitbedacht werden müssen bei diesem Thema auch die Vorurteile, die aus Afrika ohnehin einen "Katastrophenkontinent" machen. Es wäre fatal, wenn das Ausmaß der Aids-Infektion nun zu einem weiteren Mosaikstein in diesem Bild würde, anstatt die Ursachen differenziert zu sehen und die beachtlichen Anstrengungen der afrikanischen Gemeinschaften zu würdigen, mit den anstehenden Problemen weiter zu leben. Schließlich unternehmen dort Nachbarschaftsgruppen, Aktionskreise oder Kirchengemeinden alles, um das soziale Zusammenleben und die Zukunft ihrer Gemeinschaft aufrechtzuerhalten. Internet bietet Aktualität und Bezug zur Lebenswelt Die Aids-Problematik entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter. Der Bezug zur Aktualität und die Hinweise auf die Arbeit von Initiativen und Organisationen können Jugendlichen den Bezug zu ihrer Lebenswelt verdeutlichen. Die verschiedenen Projektgruppen greifen daher auf Materialien und Berichte im Internet zurück. Dabei sollten sie einzelne Arbeitsblätter und Hintergrundinformationen, Statistiken oder Zeichnungen in neuen Zusammenhängen befragen. Genaue Angaben über die verantwortlichen Organisationen helfen Ihnen bei der Einordnung der Informationen. Insgesamt sollen sie lernen, die Angaben verschiedener Internetquellen zu vergleichen und Zielsetzungen zu erkennen. Ein persönlicher Bericht aus Deutschland Irene Müller erfuhr nach der Geburt ihres zweiten Kindes, dass sie HIV-positiv ist. Sie lebte von dem Vater ihrer Kinder getrennt und ihr neuer Partner hatte ihr seine Infektion verschwiegen. In der Broschüre "Aids hat viele Gesichter" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) berichtet sie in einem Interview über ihr Leben mit der Infektion in einer süddeutschen Kleinstadt. 1996 starb sie an den Folgen ihrer Krankheit. Synchrone oder diachrone Vergleiche der Berichterstattung Zur Zeit der großen Weltaidskonferenzen (2002 in Durban, 2004 in Bangkok) häuften sich die Artikel über das Ausmaß der Aids-Pandemie und das Ausbleiben einer adäquaten Hilfe. Anlässlich des Weltaidstages am 1.Dezember 2004 wird in den Medien sicher wieder über Aids in der Welt berichtet. Im Unterricht bietet sich eine synchrone oder diachrone Untersuchung der Berichterstattung an: Haben sich die Schlagzeilen und Themenschwerpunkte in der Aids-Berichterstattung in den vergangenen Jahren geändert? Wie berichten verschiedene Zeitungen über ein Ereignis wie den UNAids-Bericht 2004? Welche Schlagzeilen gibt es, welche Bilder, was wird in den Mittelpunkt gestellt? Im Anhang finden Sie einige ausgewählte Berichte zum UNAids-Bericht 2004. Ältere Zeitungsartikel können die Schülerinnen und Schüler im Online-Archiv der jeweiligen Tageszeitungen und Zeitschriften oder über Suchmaschinen recherchieren. Brainstorming oder Schreibgespräch Zum Einstieg in das Thema sind auch Methoden der Moderationstechnik wie eine Kartenabfrage zu Aspekten wie "Bei Aids denke ich an..." oder "Aids in Afrika ist...". Eine weitere Möglichkeit ist das "stumme Schreibgespräch". Eingangsstatements könnten dabei Aussagen sein wie "Aids ist die schlimmste Krankheit, von der die Menschen betroffen sind" oder das provozierende Statement "Über Aids mache ich mir keine großen Sorgen". Wer die Schülerinnen und Schüler direkt beim Einstieg zu individuellen Stellungnahmen bewegen möchte, sollte allerdings bedenken, dass je nach "Klassenklima" oder Gruppendynamik bei einigen Jugendlichen Hemmschwellen vorhanden sind. Dieser persönliche Zugang zum Thema setzt sicherlich ein gutes Verhältnis zwischen den Jugendlichen und der Lehrkraft, aber auch innerhalb der Klasse, voraus. Gruppe 1: Aids, das passiert mir doch nicht Gruppe 2: Aids bedroht Kinder und Jugendliche in aller Welt Gruppe 3: Alltag mit Aids – Jugendliche im südlichen Afrika Gruppe 4: Strategien der Aidsprävention aus der Sicht von Jugendlichen Internetadressen für die Informationsrecherche gibt es auf allen Arbeitsblättern und in der Rubrik "Externe Links" auf der Startseite des Artikels. Nicht nur Randgruppen sind betroffen Aids ist nicht nur ein Problem von Randgruppen, von Drogenabhängigen, Prostituierten oder so genannten "homosexuellen Abenteurern" - jeder Jugendliche muss damit rechnen, sich zu infizieren, wenn er oder sie sich nicht schützt. Der Weltaidstag 2004 hat die Situation von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt gestellt - und damit sind nicht nur diejenigen in Afrika oder Asien gemeint. Die Projektgruppe zu diesem Themenschwerpunkt informiert sich per Internet-Recherche über folgende Fragen: Was bedeuten die Begriffe Aids und HIV? Seit wann gibt es Aids? Wie stark ist Aids in der Welt verbreitet? Wie wird Aids übertragen? Wie wirkt eine Infektion mit dem HI-Virus im Körper? Welche Medikamente helfen Aids-Infizierten? Gibt es ein Heilmittel gegen Aids? Was kann ich im Kontakt mit HIV-Infizierten alles tun, ohne Angst vor Ansteckung? Präsentation der recherchierten Informationen Die Gruppe kann eine Wandzeitung mit selbst gezeichneten Comics und kurzen Statements zu Aids erstellen. In einem weiterführenden Schritt ist eine Umfrage zum Thema Aids möglich. Die Gruppe erarbeitet dafür einen kurzen Fragebogen, zum Beispiel mit dem Multiple choice-Verfahren, bei dem richtige und falsche Antworten vorgeben sind. Die Umfrage wird auf dem Schulhof oder in der Innenstadt durchgeführt. Das kann mit einem seriös aussehenden Fragebogen geschehen, aber auch witzig aufgemacht, mit richtigen und absurden Antworten - je nach Entscheidung der Arbeitsgruppe. Die Umfrageergebnisse werden dann per Wandzeitung oder in einem Beitrag auf der Schulhomepage präsentiert. Aids breitet sich weiter aus Die Zahl der HIV-Infektionen hat 2004 weltweit einen neuen Höchststand erreicht. Nach einer Studie der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit fast 40 Millionen Menschen mit dem Aids-Virus. Allein 2004 starben mehr als drei Millionen Menschen an der Krankheit, heißt es in dem Bericht. Krisenregion Nummer eins ist nach wie vor das südliche Afrika. Aber auch in Asien und Osteuropa steigt die Zahl der Infektionen dramatisch - und auch in Deutschland gibt es Aids. Die Verbreitung der Krankheit in den Regionen der Welt unterscheidet sich jedoch stark. In Deutschland waren Ende 2003 rund 43.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert, also circa 0,05 Prozent der Bevölkerung, in Burundi ist jeder Fünfte HI-positiv ( 20 Prozent der Bevölkerung), in Botswana sogar jeder Dritte (33 Prozent der Bevölkerung). Ein Trend ist dabei deutlich zu erkennen: Fast die Hälfte der HIV-Infizierten weltweit sind nach Angaben der UNO inzwischen Frauen. Konkrete Beispiele vergleichen Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der unterschiedlichen Verbreitung von Aids in der Welt auseinander setzen. Sie sollen die Probleme der einzelnen Länder bei der Bekämpfung der Pandemie erkennen und die einzelnen Strategien diskutieren. Es ist sinnvoll, diese Fragen an konkreten Beispielländern zu recherchieren. Auch wenn das südliche Afrika das weltweit am stärksten betroffene Gebiet ist, gilt es zwischen der Politik und den Maßnahmen der einzelnen Länder zu unterscheiden, um den Jugendlichen ein differenziertes Bild zu vermitteln. Präsentation der recherchierten Informationen Die Zahlen zu Aids sind so erschreckend, dass es einer kreativen Umsetzung bedarf, damit wir sie überhaupt wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise Pflastersteine auf dem Schulhof mit Kreide bemalen: Von hundert Steinen werden 33, also jeder Dritte rot bemalt - so hoch ist die Zahl der HIV-Infizierten in Botswana. Oder sie können eine Collage aus Köpfen erstellen, in der jede Dritte Person nur als dunkler Umriss zu erkennen ist. Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es eine tickende Uhr die anzeigt, wie häufig sich weltweit ein Mensch mit Aids ansteckt. Vielleicht fallen Ihnen und der Arbeitsgruppe noch weitere Möglichkeiten einer kreativen Umsetzung der Statistiken ein. Weg von anonymen Zahlen Zahlen sagen nur wenig darüber aus, wie Kinder und Jugendliche mit der Bedrohung durch Aids leben, zum Beispiel im südlichen Afrika, dem Gebiet mit den weltweit höchsten Aids-Raten. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in dieser Arbeitsgruppe mit persönlichen Berichten und Lebensbeschreibungen von Kindern auseinander, die Eltern, Geschwister oder Freunde durch Aids verloren haben oder selbst mit Aids leben. Neben Materialien von Hilfsorganisationen wie dem Kinderaidsfonds oder Unicef bieten sich Jugendromane zum Thema an. "Das Rätsel des Feuers" von Henning Mankell oder "Township Blues" von Lutz van Dijk sind zwei empfehlenswerte Beispiele zu diesem Thema (mehr Informationen dazu unter "Unterrichtsmaterialien" in der Rubrik Zusatzinformationen auf der Startseite des Artikels). Verschiedene Arbeitsgruppen werten je eine der genannten unterschiedlichen Quellen aus. Folgende Aspekte stehen dabei im Vordergrund: Was bedeutet es für Kinder, wenn die Eltern oder Geschwister an Aids sterben? Welche Träume und Zukunftspläne haben diese Jugendlichen? Welches sind die Hauptprobleme, was Wohnen, Schule oder Ernährung angeht? Wo setzen Projekte von Hilfswerken an? Präsentation der recherchierten Informationen Die Möglichkeiten, die Ergebnisse der gesamten Klasse oder der Schulöffentlichkeit zu präsentieren, sind vielfältig. Sie reichen vom kreativen oder journalistischen Schreiben bis hin zur Wandzeitung. Eine Möglichkeit der Aufarbeitung ist es, selbst Kurzgeschichten über einen der porträtierten Jugendlichen zu schreiben. Die Arbeitsgruppe kann mit ausgewählten Geschichten eine Lesung veranstalten (auf einem Aktionstag). Ein Artikel in der Schülerzeitung ist für die Leser interessant, wenn dabei eines der von Aids betroffenen Kinder aus dem südlichen Afrika vorgestellt wird und die Erfahrungen der Arbeitsgruppe in der Auseinandersetzung mit Aids ein Thema sind. Im Rahmen einer Schreibwerkstatt können die Schülerinnen und Schüler eine eigene Geschichte schreiben. "Was ist mir wichtig im Leben?" "Was wäre, wenn jemand aus meiner Familie /meinem Freundeskreis sich infizieren würde?" Gibt es eine offene Atmosphäre in der Arbeitsgruppe, so sind Gespräche möglich: Was würde es für ein Kind in Deutschland bedeuten, wenn beide Eltern sterben? Was wäre gleich, was anders als in Afrika? Eine eher kognitive Art der Aufarbeitung steht im Vordergrund, wenn die Gruppe eine Wandzeitung mit einer Dokumentation über die Probleme und Lösungsmöglichkeiten rund um Aids in den Ländern des südlichen Afrika erstellt. Unterschiedliche Weltbilder Keiner muss Aids bekommen, der Schutz ist ganz einfach: "Man muss nur keinen Sex haben", sagen die Einen. "Man muss nur Kondome benutzen - Safer Sex ist angesagt!", sagen die Anderen. Und trotzdem steigt die Zahl der Jugendlichen, die sich infizieren. Weltweit! Wie muss eine erfolgreiche Aidsprävention aussehen? Unterschiedliche Organisationen engagieren sich im weltweiten Kampf gegen Aids: kirchliche Gruppen, Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO), UNAIDS, die Aidshilfe... Sie haben nicht nur verschiedene Arbeitsschwerpunkte, sondern vertreten auch unterschiedliche Strategien in der Prävention. Die Auseinandersetzung mit diesen, auch weltanschaulich bedingten Unterschieden ist Teil dieser Gruppenarbeit. Abstinenz ... Die kirchlichen - katholische wie evangelische - Hilfswerke engagieren sich in der Aidsprävention auf der Grundlage der "ABC-Strategie". Dabei steht A für Abstinenz, B für "be faithfull"- also Treue zum Partner und C für "condom" (für diejenigen, die den christlichen Lebensstil nicht schaffen). Der Schwerpunkt der Kampagne liegt darin, den jungen Leuten Mut zum "Nein" zu machen, zum Recht, über ihren Körper zu verfügen. In Tansania wurde dazu die "Flotte der Hoffnung" entwickelt, auf die sich viele Materialien des Kinderaidsfonds beziehen. Besonders pointiert stellt Bischof Hubert Bucher von Bethlehem (Südafrika) in einem Hirtenbrief klar, dass "sicherer Sex" durch Kondome seiner Meinung nach ein Mythos ist, der zur raschen Verbreitung von Aids beiträgt. ... oder Safer Sex? Diese Meinung, die von etlichen afrikanischen Bischöfen geteilt wird, ist eine pointierte Gegenposition zur Safer Sex Kampagne, so wie sie von der Aidshilfe oder der BzgA unterstützt wird. UNICEF Namibia unterstützt dagegen zwei Kampagnen "My future is my choice" und "Take control". Die Schülerinnen und Schüler sollen die unterschiedlichen Strategien der Aids-Bekämpfung, ihre Wirksamkeit und ihre Wirkung auf Jugendliche diskutieren. Präsentation der recherchierten Informationen Die Klasse kann sich aufteilen und über die verschiedenen Strategien der Prävention informieren. Danach wird eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Eventuell können einige Schülerinnen und Schüler im Rollenspiel die Positionen verschiedener Organisationen vertreten, während das Publikum kritisch nachfragt. Denkbar ist auch eine Collage zur Safer Sex Kampagne. Mit der Digitalkamera werden dafür Plakate, Kondom-Automaten oder -Läden aufgenommen. Eine weitere Möglichkeit sind Gesprächskreise (eventuell getrennt nach Jungen und Mädchen) zum Thema "My future is my choice". Sie verbinden die eigenen Erfahrungen der Jugendlichen mit den Informationen über Aids-Kampagnen in den Ländern des südlichen Afrika. Henning Mankell: Das Rätsel des Feuers Eine Erzählung von Sofia aus Mosambik, die damit konfrontiert wird, dass ihre Schwester Rosa sich mit AIDS infiziert. Das Buch gibt einen guten Einblick in das Denken und Handeln von Jugendlichen in einem afrikanischen Dorf, von ihren Träumen und Sorgen, der ersten Liebe und den Folgen, die AIDS für diese Gemeinschaft hat. (Jugendroman, ab 12 Jahre, Oetinger Verlag, 216 Seiten, 10,90 €) Lutz van Dijk: Township Blues Aids, Gewalt und Armut prägen die Lebensbedingungen von Jugendlichen in südafrikanischen Townships. Mit Respekt und Wärme erzählt dieses Jugendbuch von der 14-jährigen Thina, die nach einer Vergewaltigung durch andere Jugendliche HIV positiv ist und ihrem Freund Thabang, dessen Mutter gerade an Aids gestorben ist. (Jugendroman, ab 14 Jahre, Bertelsmann TB, München 2003, 5,90 €; kostenlos zu beziehen bei der Landeszentrale für politische Bildung NRW)

  • Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Primarstufe, Sekundarstufe I

Die Wanze: Produktive Lektüre eines Insektenkrimis

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit sollen die Schülerinnen und Schüler der frühen Sekundarstufe I auf verschiedenen Ebenen Zugang zu einem fantastischen Jugendbuch und zu der Geschichte aus dem Reich der Insekten finden. Die methodische Vielfalt bei der Erarbeitung des Insektenkrimis stellt die Lernenden durch den Einsatz unterschiedlicher Medien sowohl vor kognitive und affektive als auch vor kreative Herausforderungen. Eventuell ergibt sich die Möglichkeit des fächerübergreifenden Arbeitens mit den Fächern Biologie und Kunst. "Kreatives Lesen" Zahlreiche gestaltende Schreibaufgaben begleiten in dieser Unterrichtseinheit den Lektüreprozess. Nach der Textrezeption erfolgt eine weitere produktive Auseinandersetzung mit dem Text durch plastisches Gestalten. Die geformten szenischen Modelle sollen abschließend fotografiert und digital bearbeitet werden. Eventuell: Sachtexte ergänzend einsetzen Da der Protagonist ein Insekt ist und mit einer Vielzahl anderer Insekten in Kontakt tritt, deren Verhalten zum Teil recht genau beschrieben wird, bietet es sich an, über die Rezeption von Sachtexten einige biologische Kenntnisse zu vermitteln. Das Buch - Inhalt und Einordnung Anhand einer Detektivgeschichte aus dem Garten schärfen die Lernenden ihren Blick für Individualismus und Solidarität. Ablauf der Unterrichtseinheit Für die drei zentralen Phasen der unterrichtlichen Bearbeitung der Lektüre werden Arbeitsblätter angeboten. Fächerübergreifender Ansatz mit dem Kunstunterricht Handelnd kreativ werden die Schülerinnen und Schüler beim Nachbauen zentraler Szenen. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Ganzschrift lesen und deren inhaltliche Besonderheiten erfassen. kreativ-gestalterische Zugänge, unter anderem mit dem Computer, erproben und die Wirkung der unterschiedlichen Gestaltungsweisen bewerten. im Internet Informationen zum Sachgebiet Insekten recherchieren. Arbeitsergebnisse präsentieren. fachübergreifendes Arbeiten einüben. Thema Produktive Lektüre eines Insektenkrimis Autorin Dr. Ina Brendel-Perpina Fach Deutsch Zielgruppe Klasse 5 bis 7 Referenzniveau DaF Referenzniveau B - Selbstständige Sprachverwendung Zeitraum etwa 3 Wochen auch möglich: fächerübergreifende Projektarbeit Technische Voraussetzungen Internetzugang, Microsoft Paint oder andere Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung Buchausgabe Paul Shipton: Die Wanze. Ein Insektenkrimi. Aus dem Englischen von Andreas Steinhöfel. Frankfurt/M. 1997. ISBN 3596802385 Der verschwundene Ohrwurm Detektiv Wanze Muldoon, ein Käfer aus dem Garten und gleichzeitig der Ich-Erzähler des Romans, soll den Fall eines verschwundenen Ohrwurms lösen. Dabei kommt er einer geheimen Verschwörung zwischen einzelnen Ameisen aus dem Ameisennest und den Wespen auf die Spur. Muldoon ahnt, dass die als Individualisten denunzierten Ameisen nur ein Vorwand sind, um ihn in die Irre zu führen. Ziel der Verschwörung ist der Sturz der Ameisenkönigin; zusammen mit dem Wespenstock soll eine neue Herrschaft über den Garten errichtet werden. Das Ermittlerteam klärt auf Nur mithilfe zahlreicher anderer Krabbler wie der zuckersüchtigen Stubenfliege Jake oder der rasenden Reporterin Wilma kann Detektiv Muldoon den unzähligen Gefahren, die seine Ermittlungen begleiten, trotzen und sich schließlich dem Kampf im Ameisenhaufen stellen, um die eigentliche Königin zu schützen. Der Friede im Garten wird somit am Ende wieder hergestellt. Altersgemäße Sprache Die Altersangabe ab acht Jahren entspricht dem tatsächlichen Anspruch dieses Buches nur bedingt, empfehlenswert erscheint das Buch durchaus noch für Zehn- bis Zwölfjährige. Die insgesamt spannende Handlung (ein Insektenkrimi!) und der flotte, etwas schnoddrige Ton, mit dem Wanze Muldoon ihre Erlebnisse erzählt, tragen zur leichten Lesbarkeit bei. Lesen ist nicht nur Mädchensache Mit seinem Inhalt kann das Buch auch den Leseinteressen von Jungen entgegenkommen und zum Lesen anregen. Da aber nur einzelne Stellen einen wirklich dramatischen Verlauf nehmen, besticht das Buch vor allem durch die ironische Selbstdarstellung des Protagonisten und durch dessen gewitztes Vorgehen als Detektiv. Gerade die Perspektive aus der Sicht eines Insekts wirkt verfremdend und hinterlässt einen umso nachhaltigeren Leseeindruck. Komplexität einfach vermittelt Die Lesenden lernen die ihnen eigentlich vertraute Welt eines Gartens als ausschließlichen Handlungsort einer Detektivgeschichte kennen, was zu einem völlig neuen Blickwinkel und aufgrund der Pointiertheit der Darstellung vielfach auch zu komischer Wirkung führt. Daneben werden Themen wie Individualismus und Solidarität (bezogen auf die Tierwelt) aufgegriffen, deren Verständnis und Reflexion eine gewisse Fähigkeit zur Abstraktion bei den Schülerinnen und Schülern voraussetzen. Internetrecherche Zum Thema Insekten soll nach der Bestandsaufnahme des Vorwissens der Schülerinnen und Schüler eine durch vorgegebene Internetadressen zielgerichtete Recherche durchgeführt werden (Arbeitsblatt 1). Präsentation Die Recherche sollte als Gruppenarbeit mit sechs Gruppen stattfinden, wobei jede Gruppe sich mit einem Insekt näher befasst und so verschiedene Expertengruppen entstehen. Die allgemeinen Merkmale müssen alle Lernenden bearbeiten. Die Informationen und ausgewerteten Inhalte werden anschließend im Schülervortrag präsentiert. Erzählkerne und Fantasiegeschichte Obwohl die Schülerinnen und Schüler grundsätzlich an der Auswahl der Lektüre beteiligt sein sollten und ihnen damit der Inhalt des Buches bereits knapp bekannt ist, sollte die Phase der Antizipation vor der eigentlichen Textlektüre erfolgen, um durch das Vorausgestalten eine gespannte Erwartungshaltung und damit eine höhere Lesemotivation zu schaffen. Dies geschieht durch geeignete Erzählkerne (Arbeitsblatt 2). Vorausgesetzt werden muss an dieser Stelle die Kenntnis der Erzählform Fantasiegeschichte. Suchanzeige und Tagebuch Wenn die Lektüre zu Hause erfolgen soll, müssen die Schülerinnen und Schüler dafür mindestens zwei Wochen Zeit bekommen. Didaktisch sinnvoller ist eine begleitende Lektüre in Abschnitten (Kapitel 1-2, 3-5, 6-9, 10-13,14-17, 18-20), da die Arbeitsaufträge zur Textproduktion direkt an das Gelesene anknüpfen (Arbeitsblatt 3). Perspektiven und Textsorten Die eigenen Textproduktionen sollen eine Auseinandersetzung mit dem Lektüretext bewirken, sowohl als Identifikation als auch als Ablösung. Dazu müssen die Schülerinnen und Schüler einzelne Szenen oder Figuren ausgestalten, Alternativen entwerfen und den unterschiedlichen Situations- und Adressatenbezug verschiedener Schreibformen beachten. Szenen im Schuhkarton Die Schülerinnen und Schüler sammeln Szenen aus dem Buch, die ein besonderes Spannungsmoment enthalten und sich visuell gut darstellen lassen. In Anlehnung an das Konzept "Museum im Schuhkarton" gestalten die Kleingruppen Szenenmodelle. Die ausgewählten Szenen werden in verschiedenen Schuhkartons nachgebaut. Aufgrund der Gartenthematik sollen neben Knetmasse (oder auch andere plastische Mittel) für die Insekten vor allem Naturmaterialien für die Kulisse eingesetzt werden. Digitale Fotos der Schuhkarton-Szenen In einem zweiten Schritt soll der Schuhkarton nun fotografiert werden. Durch eine Bildbearbeitung mit einem einfachen Grafikprogramm lässt sich ein neues Titelbild des Buches gestalten. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten gemeinsam das Foto des Kartons ihrer Gruppe, liefern aber dann eigenständige Titelbilder. Beispielarbeit Schauen Sie sich diese exemplarische Schülerarbeit doch einmal genauer an - das Bild wird auf Mausklick vergrößert dargestellt. Zielgerichtete Kreativität Bei dieser Bildbearbeitung experimentieren die Lernenden mit der Kombination aus Schrift und Bild, schreiben, zeichnen oder malen in das Bild, verfremden und überprüfen gemeinsam die entstandene Wirkung und vergleichen diese mit dem vorgegebenen Titelbild des Fischer Taschenbuchverlags (Arbeitsblatt 4). Rückbezug zum Deutschunterricht Die digitalen Fotografien können zusammen mit den in der Phase der Textproduktion erstellten Texten auf einer Website publiziert werden. Verbreitung der Ergebnisse Die digitalen Bilder stellen Ergebnisse der Lektürearbeit dar und sollten über den Klassenverband hinaus eine größere Öffentlichkeit erlangen. Auf den Homepages vieler Schulen findet sich Platz für eine solche Präsentation. PowerPoint-Präsentation oder Ausstellung Vorstellbar ist auch, aus allen Bildern und einigen kurzen Texten oder Titeln eine animierte PowerPoint-Präsentation zu erstellen, welche zu Elternabenden, zum Schulfest oder zu ähnlichen Anlässen vorgeführt werden kann. Die Szenenmodelle im Schuhkarton könnten für eine Ausstellung ihren Platz in der Schulbibliothek finden.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Kunst / Kultur
  • Sekundarstufe I

Unterrichtsmaterial Windenergie: "Ramons Regenschirm"

Unterrichtseinheit

Dieses Grundschul-Unterrichtsmaterial für den Sachunterricht beschäftigt sich mit den Themen Wind und Windenergie. Wind enthält viel Energie, deren Wirkung Kinder leicht sehen und spüren können - besonders im Herbst. Deutlich wird das zum Beispiel mit einem Regenschirm. Wenn Wind und Regen gleichzeitig auftreten, wird es schwierig, trocken zu bleiben. Das Lernspiel "Ramons Regenschirm" thematisiert die Energie des Windes. Ramon möchte ein paar Kekse zu Freunden im Garten bringen. Damit er und die Kekse nicht nass werden, braucht er einen Regenschirm. Und er muss ihn richtig halten. Denn wenn gleichzeitig der Wind weht, kommt der Regen von der Seite. Mit zunehmender Schwierigkeitsstufe werden die Wetterverhältnisse immer turbulenter. Ständig ändern sich Windstärke und Windrichtung. Die Kinder können das Lernspiel zum Thema Wind zwar ohne fachliche Vorkenntnisse nutzen und Erfahrungen sammeln, sie lernen jedoch mehr, wenn Sie die Kinder dabei begleiten. Vor dem Spielen sollten die Vorerfahrungen der Kinder thematisiert werden. Im Anschluss an das Spiel können Sie die Themen Wind und Windenergie in verschiedener Weise vertiefen. Das Lernspiel "Ramons Regenschirm" im Unterricht Die Kinder helfen Ramon, den Weg durch den Garten möglichst trocken zu überstehen, indem sie seinen Schirm dem Wind entgegen halten. Die Energie echter Luft erforschen Das virtuelle Ausprobieren kann gut mit Forschungsaktivitäten abseits des Computers kombiniert werden, zum Beispiel mit einem echten Regenschirm. Die pädagogischen Leitlinien der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" Begleiten und unterstützen Sie die Kinder in ihrer natürlichen Neugier auf Phänomene aus ihrem Alltag. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass die Energie bewegter Luft Auswirkung auf die Umgebung hat. lernen, dass unterschiedliche Regenschirme unterschiedlich gut schützen. lernen, dass Gegenstände und Körper mehr oder weniger stromlinienförmig gebaut sein können. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler treffen Vereinbarungen über die Nutzung der zur Verfügung stehenden Computer. Erlebnisse mit dem Regenschirm Jedes Kind hat bereits Erfahrung mit Regen gemacht. Viele wahrscheinlich auch schon mit einem Regenschirm. Was passiert, wenn es nicht nur regnet, sondern auch der Wind weht? In welche Richtung muss der Schirm gehalten werden? Ist den Kindern schon einmal ein Schirm abgeknickt oder weggeflogen, weil der Wind zu stark war? Film "Sturmsichere Regenschirme" Zur Einstimmung auf das Thema kann auch der Film "Sturmsichere Regenschirme" des MDR gezeigt werden. Film des MDR: "Sturmsichere Regenschirme" (5:00 Minuten) Dieses unterhaltsame Video zeigt den MDR-Reporter Camilo Rodriguez, wie er mithilfe einer großen Windmaschine zwei verschiedene Schirme auf ihre Tauglichkeit bei Sturm testet. Zugang zum Lernspiel Das Lernspiel "Ramons Regenschirm" ist integriert in eine interaktive Forscherwelt, die die Kinder zu eigenständigen Entdeckungsreisen animiert. Die Figuren Juli und Tim begleiten sie dabei. Zum Spiel gelangt man über verschiedene Zugänge: Es gibt unten den Reiter "Spielen und Wissen", über den man zu einem Auswahlmenü verschiedener Spiele und Wissenstexte kommt. Dort findet sich auch ein Zugang zu Ramons Regenschirm. Darüber hinaus gibt es im Garten der kleinen Forscher eine Grafik mit Ramon und seinen Regenschirmen (Abbildung 1, zum Vergrößern bitte anklicken). Technische Hinweise Für die Nutzung der Lernspiele muss Adobe Animation installiert sein. Aufgrund der grafischen Benutzeroberfläche kann es beim erstmaligen Öffnen der Seite zu einer längeren Ladezeit kommen. Die Dauer hängt von Ihrer Internetverbindung ab. Ist die Seite einmal geladen, ist die Navigation einfach und schnell möglich. Einführende Geschichte Wie jedes Lernspiel auf www.meine-forscherwelt.de , beginnt auch Ramons Regenschirm mit einer Geschichte, deren Inhalt im Spiel aufgegriffen und weitergeführt wird. Das Intro kann auch übersprungen werden. Schirm auswählen Vor jedem der vier Levels muss einer von drei Schirmen ausgewählt werden. Aufgrund der Größe und Form sind die Schirme unterschiedlich gut geeignet. Die Aufgabe ist mit dem braunen Schirm am einfachsten zu lösen, weil er durch seine spezielle, windschnittige Form am einfachsten zu halten ist und auch bei Sturm noch gut schützt. Im Garten unterwegs Mit dem Klick auf "Start" läuft Ramon automatisch los. Der Mauszeiger bestimmt, in welche Richtung sich der Schirm neigt. Je weiter die Maus vom Schirm entfernt ist, desto stärker kippt der Schirm. Die Farbe des Mauszeigers (grün, gelb oder rot) gibt einen Hinweis, ob Ausrichtung und Neigung gut gewählt sind. Da sich der Wind ändert, muss immer wieder nachgestellt werden. Mit steigendem Level werden die Wetterverhältnisse widriger. Das oberste Level ist nur mit dem speziell geformten Sturmschirm zu schaffen. Dokumente zum Ausdrucken Wer mag, kann sich nach Abschluss von Schwierigkeitsstufe 4 eine Urkunde ausdrucken und damit belegen, dass sie oder er das Lernspiel "Ramons Regenschirm" erfolgreich beendet hat. Meinung der Kinder Sammeln und diskutieren Sie die Erfahrungen der Kinder mit "Ramons Regenschirm". Bis zu welchem Level sind sie gekommen und wie haben sie das geschafft? Haben sie die Unterschiede der Schirme entdeckt? Warum wohl gibt es die? Stromlinien stellen den Wind dar Die Kinder können sich anhand der hier dargestellten Grafik mit der besonderen Form des braunen Schirms beschäftigen. In Anlehnung an die Stromlinien bei dem Flugzeugflügel können sie entsprechende Linien bei dem Regenschirm einzeichnen. Die Grafik "ramons-regenschirm.pdf" steht den Kindern als ausdruckbares Dokument zur Verfügung, wenn sie Level 4 geschafft haben. Für besonders wissbegierige Kinder stehen auf der Kinder-Website weiterführende Lesetexte zur Verfügung. Sie sind aus dem Hilfe-Bereich des Spiels über den Link "Wissen" zugänglich. Oder über den Knopf "Spielen & Wissen" am unteren Rand des Bildschirms. Regenschirm im Wind Wenn Regen und Wind gleichzeitig auftreten, wird es schwierig, den Schirm zu halten. Vor allem, wenn die Windrichtung ständig wechselt. Luft bremst Wenn man schnell Fahrrad fährt, flattern die Haare, das T-Shirt? auch wenn es eigentlich windstill ist. Warum? Wie stark ist der Wind? Wind ist nicht gleich Wind. Er kann aus verschiedenen Himmelsrichtungen kommen und unterschiedlich schnell sein. Sturm im Labor Um mehr über Luftwirbel, Luftströme und Luftwiderstand zu erfahren, nutzen die Forscherinnen und Forscher Windkanäle. Flieg mein Drache Damit ein Drachen fliegen kann, muss Wind wehen. Doch wie muss der Drachen gehalten werden, damit er sich nach oben bewegt? Überlegen Sie gemeinsam mit den Kindern, was passiert, wenn sie durch den Wind laufen und dabei einen Schirm halten. Erwarten die Kinder einen Unterschied, wenn sie den Schirm vor sich halten oder hinter sich herziehen? Spielt die Schirmgröße, -farbe oder -form eine Rolle? Sammeln Sie die Vermutungen, lassen sie die Kinder alles ausprobieren und besprechen Sie die Ergebnisse. Regen aus dem Pflanzensprüher Praktische Erfahrungen können auch durch das Experimentieren mit einfachen Haushaltsgegenständen gewonnen werden, zum Beispiel mit Spülschwämmchen, Steckschaum für Blumen, Schaschlikspießen, Getränkekartons und Pflanzensprühern. Der Pflanzensprüher simuliert Regen. Welche Ideen haben die Kinder, um den Spülschwamm oder ein Stück Steckschaum vor Regen zu schützen? Die Kinder könnten zum Beispiel mithilfe des Schaschlikspießes und einem runden Stück Karton einen Regenschirm bauen. Getränkekarton bietet sich an, weil er wasserfest beschichtet ist. Sicherlich haben die Kinder noch andere Ideen, den simulierten Regen abzuhalten. Die Waage zeigt, wie gut der Schirm funktioniert Wie gut der Schirm funktioniert, kann durch eine feine Waage gemessen werden. Je mehr Wasser auf dem Spülschwamm landet, desto größer ist der Gewichtsunterschied zwischen vorher (trocken) und nachher (Regen aus dem Pflanzensprüher). Um Wind zu simulieren, können Kinder den Sprühnebel anpusten. Wie kann der Schwamm noch geschützt werden? Strömende Luft bewegt Platzieren Sie ein Papierkügelchen oder ein Teelicht auf einem leeren Tisch. Durch kräftiges Pusten oder mit einem Fön richten die Kinder einen Luftzug auf den Gegenstand. Was geschieht? Die Mädchen und Jungen können weitere Kügelchen oder Teelichter auf dem Tisch anordnen (zum Beispiel in einem Kreis). Durch Pusten oder mit dem Fön wird nun ganz gerade von vorn geblasen. Welche Gegenstände werden so vom Luftzug erreicht, welche nicht? Bewegte Luft umfließt Gegenstände Im dritten Schritt werden nun verschiedene Hindernisse vor den Kügelchen oder Teelichtern aufgebaut. Was passiert, wenn man zum Beispiel eine Glasflasche (mit rundem Querschnitt) in den Luftzug stellt? Passiert das gleiche, wenn man beispielsweise einen Getränkekarton davor stellt? Welche Hindernisse möchten die Kinder außerdem überprüfen? Lassen Sie die Mädchen und Jungen die Abstände zwischen Fön und dem jeweiligen Hindernis verändern. Probieren Sie auch verschiedene Positionen von Fön beziehungsweise Karton und den Papierkügelchen oder Teelichtern aus. Naturwissenschaftliche und technische Phänomene sind Teil der Erfahrungswelt von Kindern: Morgens klingelt der Wecker, die Zahncreme schäumt beim Zähneputzen, das Radio spielt Musik, der heiße Kakao dampft in der Tasse, auf dem Weg zur Schule werden blühende Blumen beobachtet, die gestern noch geschlossen waren. Kinder wollen ihre Welt im wahrsten Sinne des Wortes "begreifen" und mehr über Naturphänomene erfahren. Diese vielfältigen Anlässe im Alltag der Kinder lassen sich auch für die pädagogische Arbeit nutzen. Die Fragen der Kinder spielen deshalb beim Forschen und Experimentieren eine zentrale Rolle. Die Bildungsinitiative "Haus der kleinen Forscher" möchte vor allem Lernfreude und Problemlösekompetenzen fördern. Dabei sollen Kinder gerade nicht nach Erwachsenenverständnis "richtige" Erklärungen für bestimmte Phänomene lernen und diese auf Abruf wiedergeben können. Vielmehr möchte die Stiftung Pädagoginnen und Pädagogen Möglichkeiten an die Hand geben, um die Kinder bei einem forschenden Entdeckungsprozess zu begleiten. Dazu gehören unter anderem das Beobachten, Vergleichen und Kategorisieren, das sich Kinder zunutze machen, um die Welt um sich herum zu erkunden. Die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" hat folgendes Bild vom Kind. Es prägt das pädagogische Handeln und beinhaltet die Vorstellung darüber, auf welche Weise Kinder lernen: Kinder sind reich an Vorwissen und Kompetenzen. Kinder wollen von sich aus lernen. Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung aktiv mit. Jedes Kind unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit und Individualität von anderen Kindern. Kinder haben Rechte. Bildung als sozialer Prozess Bildung ist ein sozialer Prozess. Kinder lernen im Austausch mit und von anderen, durch Anregung, durch individuelle Erkundung und durch gemeinsame Reflexion. Kinder lernen nicht nur von Erwachsenen, sondern auch mit und durch Zusammenarbeit mit anderen Kindern. Der pädagogische Ansatz der Stiftung ist von den zwei pädagogischen Leitlinien Ko-Konstruktion und Metakognition geprägt. Ko-Konstruktion Ko-Konstruktion bedeutet, dass Kinder durch die Zusammenarbeit mit anderen lernen. Lernprozesse sollten grundsätzlich von Kindern und pädagogischen Fachkräften gemeinsam "konstruiert" werden. Metakognition Während der gemeinsamen Gestaltung von Bildungsprozessen kann mit den Kindern thematisiert werden, dass sie lernen, was sie lernen und wie sie lernen. Dies geschieht über die Auseinandersetzung mit den eigenen kognitiven Prozessen (Gedanken, Meinungen, Einstellungen und so weiter), also das Wissen einer lernenden Person über ihr Wissen, ihre neugewonnenen Erkenntnisse und den Weg dorthin. An das Vorwissen der Kinder anknüpfen Die pädagogischen Fachkräfte bekommen eine Vorstellung von den Vorerfahrungen und Gedankengängen der Kinder, wenn sie ihnen genau zuhören, sie beobachten und nach ihren eigenen Vermutungen fragen. Mit den Kindern sprechen Die pädagogischen Fachkräfte unterstützen die Kinder durch Dialoge, den nächsten geistigen Entwicklungsschritt zu machen. Nicht erklären, sondern (hinter-)fragen! Die Kinder zum Nachdenken anregen Wenn Kinder einmal vermeintlich "falsche" Konzepte heranziehen, zum Beispiel "Der Strom ist schwarz", dann wird daraus ersichtlich, wo das Kind gerade steht. Aufgabe ist es, Kinder bei geeigneter Gelegenheit darauf aufmerksam zu machen, dass es zum Beispiel auch weiße Kabel gibt. Die pädagogische Fachkraft bringt die Kinder auf diese Weise dazu, selbst eine neue Theorie zu entwickeln. Kindern (Frei-)Raum zum Forschen geben Auf der Internetseite der Stiftung finden Sie unter "Forschen - Pädagogik - Pädagogischer Ansatz" Tipps zur Gestaltung von Forscherräumen in der Kita, welche auch auf Grundschulen übertragbar sind. Die gemeinnützige Stiftung "Haus der kleinen Forscher" unterstützt seit 2006 pädagogische Fachkräfte dabei, den Forschergeist von Mädchen und Jungen qualifiziert zu begleiten. Die Bildungsinitiative startete zunächst mit dem Fokus auf Kindern im Kindergartenalter. Seit 2011 können auch Horte und Grundschulen beim "Haus der kleinen Forscher" mitmachen. Die pädagogischen Leitlinien gelten für beide Zielgruppen. Die Themen und Phänomene, die die Kinder interessieren, bleiben ähnlich oder dieselben - egal ob Kita-Kind, Grundschul-Kind oder große Forscherin. Allerdings nimmt die Komplexität der Inhalte zu, um sie an die Kompetenzen und das höhere Vorwissen der sechs- bis zehnjährigen Kinder anzupassen. Ältere Kinder haben eine andere Verständnisebene - aus Staunen soll Verstehen werden. In den Workshops der Stiftung erleben Pädagoginnen und Pädagogen in Horten, Grundschulen und in der Ganztagsbetreuung, wie viel Spaß Naturwissenschaften machen können und dass man zum Forschen kein Labor braucht. Die Stiftung richtet ihr Angebot an Bildungseinrichtungen mit Ganztagsangeboten, wie Grundschulen und Horte. Das Angebot ist für die Lernbegleitung von sechs- bis zehnjährigen Kindern im außerunterrichtlichen Bereich konzipiert und orientiert sich inhaltlich an den Bildungs- und Lehrplänen der Bundesländer. Fortbildungsangebote der Bildungsinitiative Alle Teilnehmer erhalten umfangreiche Unterlagen zur Pädagogik, zum NaWi-Hintergrund sowie Vorschläge und Ideen für die Umsetzung.

  • Technik / Sache & Technik / Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Der Wandel historischer Weltbilder

Unterrichtseinheit

Die Lernenden recherchieren im Internet zum Themenbereich der kopernikanischen Wende sowie zum babylonischen Weltbild und zu Leben und Werk Johannes Keplers. Ihre Ergebnisse präsentieren sie ihren Mitschülerinnen und Mitschülern im Rahmen des Unterrichts oder – falls das Projekt größer aufgezogen werden soll – der Öffentlichkeit. Weltbild - Bild der Welt - sich ein Bild von der Welt machen. Dies ist ein Prozess, den der Mensch seit der Antike vollzieht. Grundlage hierfür waren seit jeher Natur- und insbesondere Himmelsbeobachtungen, die auf unterschiedlichste Art und Weise interpretiert wurden. Da ist es nicht verwunderlich, dass im Internationalen Jahr der Astronomie (IYA2009) auch diese großen Fragen in den Fokus rücken. Betrachtet man historische Weltbilder und deren Wandel im Laufe der Jahrhunderte, so beinhalten diese sowohl naturwissenschaftliche Aspekte als auch historische, religiöse und philosophische Fragestellungen. Somit ist die Bearbeitung dieses Themas im Unterricht eine gute Möglichkeit, fächerverbindend und projektorientiert zu arbeiten. Der vorliegende Unterrichtsentwurf kann sowohl im regulären Unterricht als auch (leicht abgewandelt) im Rahmen von Projekttagen mit anschließenden öffentlichen Präsentationen (zum Beispiel Tag der offenen Tür) durchgeführt werden. Der Beitrag beschreibt zunächst die Projektdurchführung im Unterricht. Für die Organisation einer - möglicherweise öffentlichen - Ausstellung im Rahmen von Projekttagen sind im Wesentlichen nur einige Punkte bei der Präsentation zu beachten, auf die im Folgenden auch hingewiesen wird. Hinweise zu Themenvergabe und Ergebnispräsentation Die Themen eigenen sich sehr gut für eine Binnendifferenzierung. Die Präsentationsform wird von den technischen Möglichkeiten und der Art der Ausstellung bestimmt. Die Schülerinnen und Schüler sollen arbeitsteilig zum Wandel historischer Weltbilder und deren Bedeutung für die jeweilige Zeit im Internet (und gegebenenfalls weiteren Quellen) recherchieren. ihre Rechercheergebnisse filtern. ihre Arbeitsergebnisse zusammenfassen und Wechselwirkungen aufzeigen. ihre Arbeitsergebnisse zusammenhängend darstellen und präsentieren (PowerPoint-Präsentationen oder Plakate) Das hier zum Download zur Verfügung gestellte Dokument "weltbilder_ergebnisse.pdf" enthält Texte von Schülerinnen und Schüler Kopernikus-Gymnasium in Wissen (Rheinland-Pfalz) zu den Themen Geozentrisches und Heliozentrisches Weltbild, Nikolaus Kopernikus und "Was Immanuel Kant bei Nikolaus Kopernikus fand". Lehrpersonen können diese Texte bei der Einarbeitung in die Thematik sehr hilfreich sein. Lehrerhandreichung - Der Wandel historischer Weltbilder Damit Ihre Schülerinnen und Schüler die Informationen auch selbst erarbeiten, stellen wir die Datei nur im Bereich "Mein LO" zur Verfügung. Nachdem die Lerngruppe auf das Thema "Wandel historischer Weltbilder" eingestimmt ist, wird sie in fünf bis sieben Arbeitgruppen unterteilt, die sich mit den folgenden Themen beschäftigen (einige Linkvorschläge für die Recherche finden Sie unter Links und Literatur zum Thema ): Das babylonische Weltbild (1) Das geozentrische Weltbild (2) Das heliozentrische Weltbild (3) Nikolaus Kopernikus (Leben und Werk) (4) Die kopernikanische Wende in der Philosophie (ohne Immanuel Kant) (5) Was Immanuel Kant bei Nikolaus Kopernikus fand (Kopernikanische Wende) (6) Johannes Kepler (Leben und Werk) (7) Verteilung der Themen Bei der Vergabe der Themen ist zu beachten, dass der Bereich der kopernikanischen Wende (Themen 2 bis 6) eine relativ geschlossene Einheit bildet. Die Themengebiete "Das babylonische Weltbild" (1) und "Johannes Kepler"(7) sind hiervon relativ unabhängig, so dass auf diese am ehesten verzichtet werden kann, falls nur fünf oder sechs Gruppen gebildet werden sollen. Plant man dagegen eine größere Ausstellung, können die Themen durch weitere Biographien ergänzt werden (zum Beispiel Galileo Galilei, Albert Einstein). Differenzierung Bei der Gruppenzusammenstellung und Themenvergabe ist darauf zu achten, dass die Arbeitsaufträge unterschiedlich anspruchsvoll sind. So haben auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler bei geeigneter Themenauswahl (Themen mit höherem biographischem Anteil) die Möglichkeit, ansprechende Ergebnisse zu liefern. Die Rechercheaufgaben "Die kopernikanische Wende in der Philosophie" (5) und "Was Immanuel Kant bei Nikolaus Kopernikus fand" (6) basieren zum Großteil auf der Lektüre philosophischer Artikel. Sie sollten deshalb nur an leistungsstarke und/oder philosophisch interessierte Schülerinnen und Schüler vergeben werden. Anschauliche Darstellungen in selbstverfassten Texten Um vielschichtige Rechercheergebnisse zu erzielen, die auf mehreren Quellen basieren, sollten die Schülerinnen und Schüler etwa zwei Schulstunden zur Verfügung haben, um Informationen zu sammeln. Anschließend benötigen die Arbeitsgruppen zwei bis drei Stunden Zeit, um die herausgearbeiteten Informationen hinsichtlich ihrer Bedeutung für das jeweilige Thema zu gewichten und in selbstverfassten Texten beziehungsweise Wirkungsgefügen zu verarbeiten. (Per "copy & paste" zusammengewürfelte Plakattexte können durch stichprobenartige Google-Suchen schnell entlarvt werden.) Dabei soll es das Ziel jeder Arbeitsgruppe sein, eine anschauliche Darstellung ihres Themenschwerpunkts zu erstellen. Dies kann sowohl in Form von PowerPoint-Präsentationen als auch in Form von Plakaten erfolgen. PowerPoint-Präsentation: Falls die technische Ausstattung der Schule es zulässt und ein Lernziel der Unterrichtseinheit die Softwarenutzung sein soll, ist als Arbeitsergebnis eine PowerPoint-Präsentation zu bevorzugen. Nach Abschluss der Gruppenarbeit werden die einzelnen Arbeitsergebnisse präsentiert. Dies erfolgt, indem die einzelnen Gruppen dem Plenum ihre jeweilige Präsentation zeigen und erläutern. Somit entsteht eine Art Gruppenpuzzle. Plakat -Präsentation Sind die technischen Vorraussetzungen für PowerPoint-Präsentationen an der Schule nicht gegeben oder soll das Endergebnis der Gruppenarbeit eine öffentliche Ausstellung (zum Beispiel im Eingangsbereich der Schule, bei Schul- oder Stadtfesten beziehungsweise bei nichtschulischen Kooperationspartnern) sein, so ist die Plakatvariante zu bevorzugen. Zunächst erfolgt auch hier eine klassen- beziehungsweise kursinterne Präsentation. Hierzu bietet es sich an, die Plakate im Klassenraum zu verteilen und wie bei einer Ausstellung gemeinsam einen Rundgang zu machen. Dabei erläutert die jeweilige Gruppe an ihrem Plakat die wesentlichen Ergebnisse ihrer Arbeit. Das hier zum Download zur Verfügung gestellte Dokument "weltbilder_ergebnisse.pdf" enthält Texte von Schülerinnen und Schüler Kopernikus-Gymnasium in Wissen (Rheinland-Pfalz) zu den Themen Geozentrisches und Heliozentrisches Weltbild, Nikolaus Kopernikus und "Was Immanuel Kant bei Nikolaus Kopernikus fand". Lehrpersonen können diese Texte bei der Einarbeitung in die Thematik sehr hilfreich sein. Lehrerhandreichung - Der Wandel historischer Weltbilder Damit Ihre Schülerinnen und Schüler die Informationen auch selbst erarbeiten, stellen wir die Datei nur im Bereich "Mein LO" zur Verfügung. Aufgaben und Preise für das Publikum Wird die Form der Plakatpräsentation im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung gewählt, ist es außerdem empfehlenswert, dass jede Gruppe ein oder zwei Fragen entwickelt, die mithilfe ihres Plakats in einem Wort oder mit einer Satzgruppe beantwortet werden können. Stellt man die Fragen aller Gruppen anschließend zu einem Fragebogen zusammen, entsteht ein Quiz, mit dem man die Besucher der Ausstellung "zwingen" kann, die oft "textlastig" wirkenden Plakate genauer zu studieren. (Im Vorfeld sollten die Lernenden allerdings darauf hingewiesen werden, ihr Poster mit passenden Fotos oder Grafiken zu "beleben".) Der Anreiz, vor allem für jüngere Besucherinnen und Besucher, erhöht sich, wenn man für richtig ausgefüllte Fragebögen Urkunden oder kleine Sachpreise bereithält. Wegen des höheren Aufwandes (ein Quiz und Urkunden entwerfen, Preise besorgen) eignet sich diese Präsentationsvariante besonders für Projekttage mit einem sich anschließenden "Tag der offen Tür". Herlferich, Christoph Geschichte der Philosophie, DTV, München 2005, Seite 136-146 Kant, Immanuel Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können; In: Kritik der praktischen Vernunft und andere kritische Schriften, Könemann Verlagsgesellschaft mbH, Köln 1995, Seite 7-170 Kopernikus, Nikolaus Über die Kreisbewegung der Himmelskörper, In: Denken, das de Welt verändert - Teil 1, Herder Verlag, Freiburg 1991, Seite 156-175 Kepler, Johannes Weltharmonik, In: Denken, das de Welt verändert - Teil 1, Herder Verlag, Freiburg 1991, Seite 249-266

  • Physik / Astronomie / Geschichte / Früher & Heute / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe II

Asterix multilingual

Unterrichtseinheit
14,99 €

Wer kennt sie nicht, die berühmten Gallier, die den Römern das Fürchten beibringen? Seit Jahrzehnten begeistern Comics und Filme um Asterix und Obelix die ganze Welt. Auch die Nutzung diverser internationaler Websites mit aktuellen News können ein Highlight für einen fächerübergreifenden abwechslungsreichen Unterricht in Latein in Kooperation mit den modernen Fremdsprachen sein. Die Einheit richtet sich an die Sekundarstufe I/II und kann ergänzend zur Caesar-Lektüre in Klasse 10/11 eingesetzt werden. Waren die Asterix-Originale noch in französischer Sprache verfasst, so führte der Siegeszug der von René Goscinny und Albert Uderzo erfundenen Abenteuer zur Übertragung der Comics in heute mehr als 120 Sprachen und Dialekte. Neben den modernen Fremdsprachen kam dabei auch das Lateinische für einige Asterix-Bände zum Einsatz. Aufgrund der vielsprachigen Verfügbarkeit der Comics, aber auch wegen des enthaltenen realienkundlichen Fundus rund um Römer und Gallier sowie diverser anachronistischer Anspielungen bietet sich eine sinnvolle Integration multilingualer Asterix-Versionen in den modernen Lateinunterricht geradezu an. Als römisch-gallische Kriege werden eine Reihe kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen dem Römischen Reich und einigen keltischen Stämmen um 400 v. Chr. bezeichnet, die die Römer auch Gallier nannten. Die Gallier drangen von Norden nach Italien ein und versuchten mehrfach, die Stadt Rom zu erobern. Nach einigen Jahrhunderten Konflikten blieben die Römer siegreich und eroberten zunächst ehemalig keltische Gebiete in Oberitalien und schließlich Gallien im heutigen Frankreich, Belgien , Luxemburg und Teilen der westlichen Schweiz . Die sicher berühmtesten Kelten existieren heutzutage lediglich auf Papier oder virtuell in Film und Internet: Asterix und Obelix und alle anderen Bewohner eines tapferen kleinen Dorfes gehören dazu. Sie sind die Protagonisten in den von Albert Uderzo und René Goscinny , ab Band 35 dann von Jean Yves Ferri und Didier Conrad, ab Band 40 zusammen mit Fabrice Fabcaro als Texter ( Die weiße Iris ) kreierten französischen Asterix-Comics, die sich in der ganzen Welt mehr als 400 Millionen Mal verkauften. Nichtsdestotrotz betreiben renommierte Altertumsforscher immer wieder Quellenforschung, weil die Comicserie auf überraschende Art und Weise auf historisch belegbaren Fakten wurzelt . Die charakteristische Konstellation der Asterix-Bände ist fiktiv und historisch keinesfalls allumfassend belegt. Schließlich sind die Comichelden der Idee ihrer beiden Schöpfer entsprungen, dass nicht das komplette Gallien von Julius Cäsar okkupiert worden war. Das geniale Künstlerpaar schuf vielmehr im 1961er Startheft "Asterix der Gallier" ein keltisches Dörfchen auf dem heutigen Gebiet der Bretagne (Aremorica) , das sich im ständigen erbitterten Widerstand zum feindlichen Rom befand. Ihrer künstlerischen Freiheit verdanken wir, dass die Historie der Kelten hier mit Spaß genau andersherum erzählt wird, als sie in den "Commentarii de bello Gallico" des Gaius Julius Caesar nachzulesen ist. Eine multimediale, interdisziplinäre Unterrichtseinheit beziehungsweise ein derartiges Projekt rund um Asterix & Co eröffnen diverse Akzentsetzungen, die dem multilingualen historischen geographischen oder sportlichen Aspekt (Asterix Olympius verfilmen ) Rechnung tragen. Sprachliche Synergien gepaart mit Geschichts- und Geographiewissen auf der Basis medialer Kompetenz können so im Sinne einer innovativen Fachdidaktik im Fach Latein eine sehr belebende Bereicherung in der Spracherlernung sowie bei der Caesar-Übergangslektüre darstellen. Die Gewinn bringende Verknüpfung klassischer und moderner Sprachen gelingt aufgrund der hervorragenden Quellenlage und des ungebrochenen Schülerinnen- und Schülerinteresses an den Asterix-Abenteuern in hervorragender Weise. Zudem können bei der Integration der Asterix-Medien in den Lateinunterricht historische Kenntnisse rund um die Römer, Gallier, Griechen etc. auch auf unkonventionelle Weise überprüft, erweitert und gefestigt werden. Die einzelnen je nach Lernniveau individuell modifizierbaren Unterrichtsbausteine sind in beliebiger Reihenfolge konkretisierbar. Multilinguale Textvergleiche Die Standardeinleitungen der Asterix-Comics bzw. die Kurzcharakteristiken der Protagonisten zu Beginn jedes Comic-Bandes sind idealer Ausgangspunkt zur Erstellung multilingualer Arbeitsblätter. Die Internet-Recherche, die Nutzung diverser online-Wörterbücher und die Kreation optisch ansprechender Steckbriefe ermöglichen hierbei auch eine multilinguale didaktische Variante. Ausgehend von der lateinischen Fassung erarbeiten Lernende der Sekundarstufe I je nach eigenen Sprachkenntnissen eine französische, englische, spanische etc. Fassung (vergleiche den Erfahrungsbericht Asterix Olympius verfilmen mit Arbeitsmaterial auf Lehrer-Online). Asterix Internet-Rallye Die oft amüsanten Namen der Gestalten der Asterix-Comics und -Filme , die international in mannigfacher Variation zu beobachten sind, regen zur einer vor allem für jüngere Lernende spannenden Internet-Rallye an. Mit detektivischem Spürsinn gilt es, z. B. die lateinischen, spanischen, rätoromanischen, ja Esperanto-Entsprechungen zu den bekannten Benennungen der deutschen Fassung aufzuspüren. Als fakultative Arbeitsanweisung bietet sich zudem bei Wörtern lateinischer Herkunft die Frage nach der Etymologie und damit der Bedeutung der Namen an (zum Beispiel Cantorix – cantare = singen). Das häufige Suffix – ix (gallisch "rix"= König) sollte dabei als typisch gallische Wortendung, die auch bei der Caesar-Lektüre begegnet (z. B. Vercingetor ix , Orgetor ix ) thematisiert werden. (A 3: Asterix und Co international) Mit Asterix auf virtuelle Reise gehen Kaum ein anderer Comic-Held hat dank des Einfallsreichtums seiner Erfinder so viele Reisen unternommen wie Asterix. Abgesehen von seinem Heimatland Gallien hat er u. a. auch Spanien, die Schweiz, Britannien, Griechenland, den Orient und sogar Amerika aufgesucht. Virtuell können diese Abenteuer durch Arbeitsblätter (zum Beispiel Römerspuren in Britannien Latein/Englisch , oder Tour de France/ Iter Gallicum Latein-Französisch ) lebendig werden. Multilingua-Sprichwort-Mix Die in den Asterix-Comics häufig vorkommenden Sprichwörter werden multilingualen Entsprechungen in einem Arbeitsblatt zugeordnet. Dadurch wird die Sprachkompetenz im Lateinischen, aber auch zu romanischen und der englischen Sprache sowie Esperanto erweitert. Asterix-Quiz Deutsch, Latein oder multilingual Ein Asterix-Quiz kann zudem eine interessante Bereicherung des Lateinunterrichts sein. In der deutschen, englischen, französischen oder auch lateinischen Version eröffnet sich so eine weitere didaktische Facette der Behandlung der Thematik unter multilingualem Aspekt. Sie stößt bei Lernenden auf großes Interesse, fördert den Lerneifer und erweitert spielerisch das Wissen rund um Asterix & Co. Asterix-Homepage (pagina domestica Asterigis) Die Erstellung einer Homepage zur Asterix-Thematik ist eine zeitintensive lohnende Unterrichtsalternative, die am Ende einer entsprechenden Unterrichtseinheit der Ergebnissicherung dienen beziehungsweise als Projekt fächer- und klassenübergreifend durchgeführt werden kann. In arbeitsteiliger Gruppenarbeit können unter anderem folgende inhaltliche Schwerpunkte realisiert werden: Vorstellung der Asterix-Erfinder Goscinny und Uderzo (beziehungsweise deren Nachfolger) sowie der wichtigsten Comic-Gestalten in Deutsch/Latein Multilingualer Textvergleich ausgewählter Passagen eines Bandes Präsentieren von internationalen Asterix-Rezepten zum Nachmachen Bildergalerie mit selbstkreierten Zeichnungen Kurzes lateinisches oder multilinguales Asterix-Hörspiel beziehungsweise Asterix-Video Erstellen eines Asterix-Newsletters (epistula Asterigis) Konzeption eines Gästebuches (liber amicorum). Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass die Abenteuer von Asterix & Co weltweit in über 120 Sprachen und Dialekte übertragen wurden. sollen die international divergierende Nomenklatur den Comic-Helden zuordnen und erklären können. ihre geographischen und historischen Kenntnisse rund um Römer und Gallier spielerisch festigen und erweitern. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen den historischen Hintergrund der Asterix-Comics durch Internetrecherche kennenlernen. die Standard-Comic-Einleitung und die internationalen Bezeichnungen (eventuell auch die Charakterisierungen, siehe Asterix Olympius verfilmen ) der Hauptfiguren multilingual dank ihrer Lateinkenntnisse und Internet-Wörterbüchern vergleichen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler in einem Projekt eine eigene multilinguale Asterix-Homepage in Paar- beziehungsweise Gruppenarbeit erstellen. eventuell auf der Basis eines Asterix-Bandes ein lateinisches, bi- oder multilinguales Hörspiel- oder Filmskript verfassen und praktisch umsetzen.

  • Latein / Französisch / Englisch / Spanisch / Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Flächenland – Unterricht gegen eindimensionales Denken

Unterrichtseinheit

In diesem fächerübergreifenden Unterrichtsprojekt gewinnen die Schülerinnen und Schüler anhand der Parabel "Flächenland" von Edwin A. Abbott grundlegende physikalische und ethisch-moralische Erkenntnisse. Das Buch kann zur Erhellung einiger fundamentaler Zusammenhänge beitragen.Kennen Sie Flächenland? Führen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler in die zweidimensionale Welt eines kleinen Quadrates und lassen Sie sie einiges über Raum und Zeit, über Dimensionen und über ein- und mehrdimensionales Denken in einer ganz besonderen Gesellschaft entdecken. Die Flächenland-Parabel von Edwin A. Abbott (1838-1926), eine Gesellschaftssatire aus dem viktorianischen England, dient in der hier vorgestellten Unterrichtseinheit als Basis für grundlegende physikalische und ethisch-moralische Erkenntnisse. Sie kann zur Erhellung einiger fundamentaler Zusammenhänge beitragen. "Flächenland" bietet sich dabei für fächerübergreifende Unterrichtsprojekte an. Unterrichtsverlauf und Arbeitsmaterialien Die Unterrichtseinheit ist modular aufgebaut, Sie können also beliebig Module weglassen, austauschen oder auch erweitern. Dennoch wird auf den folgenden Seiten ein Unterrichtsverlauf beschrieben, der als Vorschlag zu verstehen ist. Dabei findet ein allmählicher Übergang von dem rein physikalisch-mathematischen Verständnis der Dimensionen zu den sozialkritischen und ethischen Aspekten im Zusammenhang mit eindimensionalem Denken statt. Was ist Flächenland? Für alle, die den Roman noch nicht kennen: Eine Kurzfassung der Story und worum es in der Parabel eigentlich geht. Allgemeine Hinweise, Modul 1 bis 3 Der thematische Einstieg erfolgt über ein Experiment oder die Betrachtung von Stereogrammen. Die Schülerinnen und Schüler lernen den Roman kennen, zeichen und betrachten verschiedendimensionale Formen und klären den Begriff der "Dimension". Modul 4 bis 8 Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit den Verständnisschwierigkeiten zwischen der Kugel und dem Quadrat, der Rolle der Frauen in Flächenland und der politischen Dimension von Vorurteilen. Schließlich schreiben sie eine eigene Geschichte. Fächerverbindender Unterricht - Beispiel Mathematik Der Flächenland-Roman bietet sich auf vielfältige Weise für fächerverbindende Ansätze an. Wie schön (und humorvoll) diese im Fach Religion/Ethik durchgeführte Unterrichtseinheit mit der Behandlung der mathematischen Inhalte des Romans verzahnt werden kann, zeigt der folgende Beitrag aus dem Fachportal Mathematik. Die dort vorgestellte Lernumgebung kann zum Beispiel zwischen den Modulen 3 (Dimensionen) und 4 (Das Quadrat begegnet der Kugel) zum Einsatz kommen. Eine Reise ins "Flächenland" mit GEONExT Interaktive Applets, die mit der dynamischen Geometriesoftware GEONExT erzeugt wurden, veranschaulichen Schülerinnen und Schülern den mathematischen Hintergrund von Textpassagen aus dem Roman "Flächenland". Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren und verstehen das Prinzip der Dimensionen. definieren den Begriff "Dimension" im physikalisch-mathematischen und im philosophisch-ethischen Sinne. können die (teilweise gefahrvolle) Situation eines "freien" Denkers innerhalb einer engstirnigen Gesellschaft nachvollziehen. lernen das Entdecken neuer Perspektiven und einer neuen, ungewohnten Weltsicht als innovativ und wichtig für den Erkenntnisfortschritt einer Gesellschaft kennen. erkennen Zusammenhänge zwischen eindimensionalem Denken und Vorurteilen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Internet als Medium zur gezielten Recherche. lernen mit der Zeichenfunktion von Word (oder mit einer Geometriesoftware) umgehen. stellen eigene Beiträge ins Internet und diskutieren in einem Forum die Beiträge der Mitschülerinnen und Mitschüler. Der Roman "Flächenland" ("Flatland - A romance of many dimensions") des Briten Edwin A. Abbott erschien 1884 in England. Er zählt längst zu den Klassikern der Science-Fiction-Literatur, ist aber eigentlich eine geometrische Humoreske, ein in viele Richtungen lesbares und interpretierbares Gedankenexperiment, das als Gesellschaftssatire und als Plädoyer für die Freiheit des Denkens verstanden werden kann. Die Erzählung thematisiert die Situation des Denkers, der eine neue, riskante Sicht auf die Welt wagt - in einer Gesellschaft, die diese Perspektive (noch) nicht nachvollziehen kann und will. Physikalisch gesehen kann der Roman auch als Gleichnis für die Entdeckung der für uns schwer vorstellbaren "Raumzeit" dienen. Die Parabel von Flächenland zeigt, dass es Dimensionen gibt, die wir zwar nicht wahrnehmen oder anschaulich verstehen, die aber dennoch existieren können. Ein altes Quadrat, Bewohner der fiktiven 2D-Welt "Flächenland", erzählt von seinem zweidimensionalen Land, in dem Dreiecke, Vierecke und Kreise leben, die bestimmte, genau definierte und geordnete Funktionen und Kompetenzen haben, und von dem Besuch einer Kugel aus der 3D-Welt. Diese zunächst unerklärliche Erscheinung löst bei den einfachen Bewohnern von Flächenland Verwirrung und Panik aus. Dem cleveren und neugierigen Quadrat gelingt jedoch die Kommunikation mit der Kugel, es macht Reisen in das eindimensionale "Linienland" und das dreidimensionale "Raumland" und begreift das Prinzip der Dimensionen. Zurück in der Heimat versucht das Quadrat, von seinen Erlebnissen und Erkenntnissen zu berichten, wird aber von den Priestern, die das Wissen über die Existenz der dritten Dimension dem Volk vorenthalten wollen, bedroht und von deren Justizgewalt ins Gefängnis gebracht. Der Roman "Flächenland" (1884) von Edwin A. Abbott Infos zum Inhalt des Romans auf der Website der Humboldt-Gesellschaft. Flatland - A romance of many dimensions Die englischsprachige Ausgabe des Romans mit Illustrationen des Autors im Internet. Einige Punkte der Unterrichtseinheit setzen im Zusammenhang mit dem Thema Dimensionen einen recht hohen Abstraktionsgrad und auch ein gewisses geometrisches Grundverständnis voraus. Daher wird in diesen Modulen methodisch und inhaltlich zwischen jüngeren (Klasse 6 und 7) und älteren Schülerinnen und Schülern (Klasse 8 bis 10) unterschieden. Die Arbeitsblätter werden in diesen Fällen in zwei Varianten angeboten. Verschiedendimensionales auf dem Schulhof Besonders für jüngere Schülerinnen und Schüler ist es sicher sinnvoll und motivierend, den Unterschied zwischen ein- und mehrdimensionalen Verhältnissen physisch-räumlich zu erfahren. Deshalb schlagen wir hier einen praktischen Versuch auf dem Schulhof vor, der schnell und einfach zu realisieren ist und - ganz im Sinne eines beweglichen Verstandes - ein wenig Bewegung in den Unterricht bringt. Die Klasse wird dazu in vier Gruppen aufgeteilt, die jeweils die Eigenschaften von "Punkt-, Linien, Flächen- und Raumland" erfahren sollen. Arbeit mit Stereogrammen Eine andere Möglichkeit für den Einstieg in das Thema Dimensionen bieten die 3D-Effekte von Stereogrammen, mit deren Hilfe Schülerinnen und Schüler anschaulich erleben und verstehen können, was sich ändert, wenn sich an einem ganz bestimmten Punkt eine dritte Dimension öffnet und eine andere "Welt" zeigt. Die Stereogramme können einzeln oder zu zweit am Bildschirm betrachtet werden. Als Alternative bietet sich aber auch die Projektion ausgewählter Stereogramme per Beamer an. Dabei kann dem Ganzen noch eine sportliche Note gegeben werden: "Wer erkennt als erster das verborgene 3D-Bild?" Anhand von Texten aus dem Internet lernen die Schülerinnen und Schüler Flächenland kennen. Die Internetseiten geben einen Überblick über den Inhalt des Romans und führen direkt in die zweidimensionale Welt des Romanhelden, eines Quadrates, und seiner Mitbewohner ein. Hier geht es um die Lektüre der Kapitel 15 ("Einen Fremden aus Raumland betreffend") und 16 ("Wie der Fremde vergeblich versucht, mit Worten die Geheimnisse von Raumland zu enthüllen") aus der Erzählung "Flächenland" und die Umsetzung des Gelesenen in ein kurzes Rollenspiel. Dabei soll das Verständnis für die konsequent logische Argumentation der Kugel (der das zweidimensionale Quadrat aber nur theoretisch folgen kann) sichergestellt werden. Der vierten - für Nicht-Physiker und Nicht-Mathematiker schwer vorstellbaren - Dimension ist zur Vertiefung im Rahmen der Unterrichtseinheit ein eigenes Modul gewidmet, obwohl das Prinzip bereits in Modul 4 deutlich wurde. Der Transfertext aus "Alice im Wunderland" bietet an dieser Stelle Anknüpfungspunkte für den Deutschunterricht. Das 4. Romankapitel lautet "Über die Frauen". Da diese in Flächenland die Form gerader Linien haben, erscheinen sie von vorne als Punkt, sind also praktisch unsichtbar. Für die Flächenländer stellen sie daher eine große Gefahr dar - Frontalzusammenstöße mit ihnen enden tödlich. Die Frauen unterliegen deshalb "zum Schutze der Bürger" einer besonderen Gesetzgebung, die sie diskriminiert, mit tödlichen Strafen bedroht und ihnen ein normales, gleichberechtigtes Leben unmöglich macht. Der satirische Charakter der Erzählung ist in diesem Kapitel nicht zu übersehen. Die Parallelen zum fundamentalistisch verstandenen Islam sind offensichtlich, dennoch sollten die Schülerinnen und Schüler vor platten Gleichsetzungen gewarnt und zu vielfältigen Interpretationen der Parabel ermuntert werden (zumal Abbot zu seiner Zeit sicher eine etwas andere Perspektive hatte). In einer offenen Debatte könnten diverse Diskriminierungen und Randgruppenprobleme unserer heutigen Gesellschaft angesprochen werden, was zu Modul 7 überleiten könnte. Dieses Modul basiert auf einem relativ langen Text auf der Website von Martin Blumentritt zum Thema Die politische Dimension von Vorurteilen . Es ist deshalb nur für ältere Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I (Klasse 8 bis 10) geeignet. Es empfiehlt sich gegebenenfalls, auf ein Detailverständnis des gesamten Textes zu verzichten und sich nach einer Globallektüre auf den ersten Teil zu konzentrieren, der dann mit den üblichen textanalytischen Verfahren erschlossen werden kann. Hier wird vorgeschlagen, mit Schlüsselwörtern zu arbeiten und ein Strukturskizze anzufertigen. Dafür könnte ein MindMap-Programm benutzt werden. Als kreative Aufgabe im Sinne einer Transferleistung soll von den Schülerinnen und Schülern ein eigener Text mit einer Situation entworfen werden, die mit derjenigen von Flächenland vergleichbar ist. Auch hier gibt es wieder Arbeitsblattvarianten für den Einsatz in Klasse 6 und 7 beziehungsweise Klasse 8 bis 10, wobei bei den älteren Schülerinnen und Schülern schon ein gewisses gesellschaftspolitisches Bewusstsein vorausgesetzt wird. Um die Schreibmotivation zu erhöhen, könnten die Texte im Internet veröffentlicht werden, zum Beispiel im Webspace eines virtuellen Klassenraums im Lehrer-Online-Netzwerk (lo-net). Mithilfe eines Homepagegenerators ist dies problemlos ohne HTML-Kenntnisse möglich. Im Forum des virtuellen Klassenraums können die Texte der Mitschülerinnen und Schüler kommentiert und diskutiert werden.

  • Religion / Ethik / Mathematik / Rechnen & Logik / Physik / Astronomie
  • Sekundarstufe I
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