Tipp der Redaktion

Dilemma-Diskussion: Demokratieerziehung im Unterricht

Schülerinnen und Schüler diskutieren in einer Gruppe
Tipp der Redaktion

Dilemma-Diskussion: Demokratieerziehung im Unterricht

Hier entdecken Schülerinnen und Schüler, wie Moral und Demokratie zusammenhängen. Sie stärken ihre Argumentationsfähigkeit und erarbeiten wichtige Kompetenzen für eine demokratische Gesellschaft.

Tipp der Redaktion

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Sophie Scholl
Tipp der Redaktion

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

In dieser Einheit wird das Thema "Sophie Scholl und die Weiße Rose" anhand des Social-Media-Projektes @ichbinsophiescholl neu aufbereitet.

Tipp der Redaktion

Lernende zum Lesen motivieren

Schülerin liest Zeitung
Tipp der Redaktion

Lernende zum Lesen motivieren

In diesem Fachartikel zum Thema Leseförderung geht es darum, wie Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler unterstützen können, die wenig oder ungern lesen.

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Instrumente im Zusammenspiel

Bild von Instrumenten
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Instrumente im Zusammenspiel

In diesem Material wird mithilfe eines Überblickvideos und eines interaktiven Arbeitsblatts das Thema "Instrumente im Zusammenspiel" bearbeitet.

  • Schulstufe2
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Arbeitszeitregelung

Unterrichtseinheit

"Fünf Minuten vor der Zeit ist die wahre Pünktlichkeit..." So zumindest sehen es gerne die meisten Arbeitgeber. Die Frage nach der Arbeitszeit beinhaltet gleichzeitig auch die Frage nach den veränderten Bedingungen des Arbeitens - und diesen Fragen wird in der folgenden Einheit nachgegangen.Das Thema der Gestaltung von Arbeitszeit ist den Schülerinnen und Schülern sehr präsent und hat einen hohen Gegenwartsbezug. Die Motivation der Lernenden, dieses Thema im Unterricht zu behandeln, ist in der Regel recht hoch. In dieser Unterrichtseinheit werden ausgewählte Bereiche der Gleitzeit als flexible Gestaltungsformen der Arbeitszeit im Gruppenmix erarbeitet. Eine gelenkte Internetrecherche und die Reflexion der Informationsbeschaffung über das Internet sind methodische Vorgehensweisen.Die Schülerinnen und Schüler finden die Gruppeneinteilung nach Farben bereits zu Beginn vor. In der Mitte des Raumes stehen vier Gruppentische mit farblicher Markierung und Nummern von eins bis vier für die arbeitsteiligen Schülergruppen. Die Computerarbeitsplätze befinden sich außen. Unterrichtsablauf Der Ablauf der Unterrichtsstunde wird detailliert unter Einbindung der Arbeitsmaterialien erläutert. Didaktische Überlegungen Hier werden didaktische Überlegungen zu Themenauswahl und Einbindung in den Unterricht dargestellt. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Gleitzeit begrifflich fassen und grundlegende Formen und Gestaltungsmöglichkeiten der Gleitzeit kennen lernen. Inhalte aus dem Internet erfassen und Wissen vermitteln. Arbeitsaufträge gemeinsam und zielgerichtet bearbeiten. ihr Vorgehen gemeinsam abstimmen, sich austauschen und gegenseitig helfen. ihre Präsentierfähigkeit verbessern. Thema Gleitzeit als flexible Gestaltungsform der Arbeitszeit Autor Anja Zielitzki Fach Bürowirtschaft, WiSo Zielgruppe kaufmännische Berufsschule (Bürokaufleute) Zeitraum 1 Unterrichtsstunde Technische Voraussetzungen vier Computer, für jede Schülergruppe einen; Internetzugang Planung Arbeitszeitregelung Arbeitskreis Dr. Kugler (2001): Spezielle Wirtschaftslehre für Büroberufe. 1. Auflage, Verlag Europa Lehrmittel Bovet, G., Huwendiek, V. (Hrsg., 2004): Leitfaden Schulpraxis. 4. komplett überarbeitete Auflage, Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG, Berlin Mattes, W. (2005): Methoden für den Unterricht. Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH, Braunschweig, Paderborn, Darmstadt, S. 37 Der Einstieg erfolgt über eine szenische Darstellung anhand von Textkarten. Die Situation wird von einem(r) Schüler/-in als Sprecher dargestellt. Zwei weitere Schüler/-innen übernehmen die Darstellung zweier Auszubildender. Die beiden unterhalten sich über Stau und über die Problematik der festgelegten Arbeitsanfangszeit. Die Situation passt aktuell in die Lebenswelt der Auszubildenden. Die Schülerinnen und Schüler sind aktiv beteiligt. Sie sollen die Problematik erkennen und die Möglichkeiten der Gleitzeit zur Änderung der Situation aufzeigen. Die Lehrkraft informiert über den weiteren Verlauf. Jede Gruppe erhält einen Arbeitsauftrag zu einem der vier Themen: Begriff Ursprung - Bedeutung einfache Gleitzeit qualifizierte Gleitzeit Die jeweilige Gruppe recherchiert zu ihrem Thema im Internet unter der im Arbeitsauftrag angegebenen Internetadresse. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten eigenständig mit Informationen aus dem Internet und bewerten diese. Sie sind durch den Wechsel von den Gruppentischen zu den Computerarbeitsplätzen und die gemeinsame Arbeit sowohl mit dem Arbeitsauftrag als auch mit dem Internet aktiv gefordert. Während der Recherche wird die Einteilung für den Gruppenmix und der neue Arbeitsauftrag von der Lehrkraft verteilt. Jeder Tisch erhält eine Karte mit dem jeweiligen Gruppenmix (beispielsweise der blaue Tisch erhält die blaue Karte mit der entsprechenden Einteilung, in welche Gruppe der/die einzelne Schüler/-in wechselt) sowie für jeden Schüler und jede Schülerin einen Arbeitsauftrag. Die Lehrkraft gibt die Anweisung zum Mix. Es erfolgt der Gruppenmix. Die Lernenden suchen eigenständig ihre neue Gruppe auf. Gruppe eins findet sich beispielsweise an Tisch eins ein. Die neuen Gruppen bearbeiten den neuen Arbeitsauftrag. Hierbei handelt es sich um einen arbeitsgleichen Auftrag. Die Lernenden tauschen zunächst ihre Informationen zu den vier Themen aus. Es ist eine hohe Kommunikation und Teamfähigkeit erforderlich. Sie beantworten gemeinsam alle vier Fragen in der vorgegebenen Tabelle auf ihrem Arbeitsblatt. Jede Gruppe bereitet eine Frage für die anschließende Präsentation auf einem Folienschnipsel vor. Die Einteilung, wer welche Frage beantwortet, kann von der Lehrkraft vorgenommen oder mit den Gruppen abgestimmt werden. Die Präsentatoren der einzelnen Gruppen stellen nacheinander am OHP, beziehungsweise Beamer, das Ergebnis zu ihrer Frage vor. Die Schülerinnen und Schüler der anderen Gruppen können ihre eigenen Ergebnisse auf dem Arbeitsauftrag in der Spalte Ergänzungen vervollständigen. Die Schülerinnen und Schüler haben als Auszubildende im kaufmännischen Bereich den Einstieg in den Berufsalltag vollzogen. Sie erleben, dass Gestaltung von Arbeitszeit eine Struktur des Arbeitstages vorgibt. Bei einer zukünftigen möglichen Einführung alternativer Arbeitszeitregelungen im derzeitigen Ausbildungsunternehmen oder bei einem späteren Wechsel in ein anderes Unternehmen, verfügen die Auszubildenden über notwendiges Wissen zur Gleitzeit als flexible Gestaltungsform der Arbeitszeit. Aus der Vielzahl von flexiblen Gestaltungsformen der Arbeitszeit wird für die heutige Stunde die Gleitzeit ausgewählt. Zur Erarbeitung dient eine adäquate, gut verständliche, quantitativ passende und mit Beispielen unterlegte Internetadresse. Auf komplexe mitbestimmungsrechtliche, tarifpolitische Komponenten sowie Arbeitszeitkonten wurde verzichtet. Die Informationen zu den Einzelthemen sind verschieden lang und vom Niveau unterschiedlich. Daher bietet sich eine Binnendifferenzierung gut an. Die Gruppen können entsprechend eingeteilt werden. Beispielsweise werden anfänglich die starken Schülerinnen und Schüler in eine Gruppe gesetzt und bearbeiten einen umfangreicheren Thementeil. Anschließend werden sie mit den lernschwächeren Schülerinnen und Schülern gemixt. Ihre Infomaterialien zu dem Thema "Arbeitszeitregelung" und "Die perfekte Bewerbung" sind wirklich sehr sehr hilfreich für mich gewesen - wobei die Arbeitszeitregelung möchte ich nach den Weihnachtsferien, bzw. Anfang nächsten Jahres, noch in diesem Halbjahr mit meinen Klassen erarbeiten - vielen Dank!!! Ach so, ich unterrichte an einer Berufsschule 11. und 12. Klassen der Fremdsprachenassistenten. Mfg, C. Berger

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Edvard Grieg multimedial

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit wurde im Rahmen des norwegisch-deutschen Projektes "Edvard Grieg in der Schule" in der 6. und 7. Klasse erprobt. Deutsche Schülerinnen und Schüler erhalten hier einen mehrkanaligen Zugang zur norwegischen Kultur und vor allem zur Musik des Komponisten Edvard Grieg. Ausgangspunkt dieser Einheit für den Musikunterricht ist die Erkenntnis, dass sich Hör-Gewohnheiten ändern. Lernende verfügen nicht mehr über dieselben Hör-Erfahrungen wie frühere Generationen. Wir müssen heute von mehrkanaligen Rezeptionsgewohnheiten ausgehen, bei denen das Musikhören stark an visuelle Wahrnehmungen gekoppelt ist. So sollen die Lernenden hier Musik in mehrkanalige Realisierungsformen bringen. Mehrkanalige Rezeptionsgewohnheiten In den letzten Jahren ist immer deutlicher geworden, dass wir bei unseren Schülerinnen und Schülern nicht mehr von Hör-Erfahrungen im eigentlichen Sinne ausgehen können. Musik wird entweder im Hintergrund kaum beachtet wahrgenommen oder aber mehrkanalig rezipiert, das heißt das Hören ist zumeist gekoppelt an visuelle Wahrnehmungen (Werbung, Videoclips). Es muss daher eher von mehrkanaligen Rezeptionsgewohnheiten ausgegangen werden. Technische Geräte wie Fernseher und Computer sind dabei aus dem Alltagsleben unserer Schülerinnen und Schüler nicht mehr wegzudenken. Zeitplanung Die Arbeiten lassen sich sowohl im normalen wöchentlichen Musikunterricht durchführen als auch während einer Projektwoche. Bei Durchführung im normalen Unterricht empfiehlt es sich, zu Beginn der Arbeit mit den Rechnern eine Doppelstunde zu organisieren. So können Probleme gebündelt gelöst und Handgriffe ausreichend eingeübt werden. Empfehlenswert ist aber auf jeden Fall die Durchführung während einer Projektwoche. Voraussetzungen, Tipps & Tricks für die Praxis Für einen reibungslosen Ablauf des Projektes ist es von Vorteil, einige zentrale Punkte zu beachten. Ablauf der Unterrichtseinheit Die Schritte der medial unterstützten Unterrichtssequenz werden hier vorgestellt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen sich im genauen Hören üben. die Struktur eines Musikstückes erfassen und beschreiben. die Stimmungen in einem Musikstück beschreiben. Informationen zur Person Edvard Grieg aufnehmen und verarbeiten. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Offenheit für Neues und Ungewohntes entwickeln. den Computer als Hilfsmittel nutzen und dabei lernen Anwendungen zu starten und zu beenden. Dateien zu laden und zu speichern. Texte zu gestalten. Gestaltungsmöglichkeiten der Software selbstständig zu erproben. Arbeitsergebnisse und Zwischenergebnisse präsentieren und dabei Kritik üben und annehmen lernen. Thema Edvard Grieg multimedial Autorin Christa Ehrig Fach Musik/IKT Zielgruppe 6./7. Jahrgang aller Schulformen Zeitraum Ca. 6 Wochen Technische Voraussetzungen Ausreichende Anzahl von portablen CD-Spielern mit Kopfhörern; PCs/Notebooks (im Idealfall 1 Gerät pro Person); Präsentationssoftware (hier: Mediator) Medien Ausgewählte Musikstücke E. Griegs, CD-Player, Materialien zum Schreiben, Zeichnen, Malen, OHP, Folien, Notebooks/PCs mit Beamer, evtl. Scanner Internet-Rallye Die Adresse für die Internet-Rallye kann bei der Autorin erfragt werden. Die Rallye muss zur Benutzung freigeschaltet werden. Die Schülerinnen und Schüler haben kaum Kenntnisse über oder Hör-Erfahrungen mit nicht-populärer Musik. Sie haben im Musikunterricht bereits mit Lernsoftware am PC gearbeitet, aber noch keine Erfahrung im Umgang mit Multimedia-Software. Sie haben im Musikunterricht schon das Arbeiten in Gruppen geübt. Es ist ein großer Raum mit guter Musikanlage für den Unterricht vorhanden. Es stehen mehrere portable CD-Spieler zur Verfügung. Es sind Computer beziehungsweise Notebooks in ausreichender Anzahl vorhanden. Die Schule verfügt über geeignete Software (Microsoft Powerpoint, Magix Musicmaker, Matchware Mediator als Demoversion); in diesem Projekt wurde mit dem Matchware Mediator 6 Pro gearbeitet. Entscheidend ist, dass die Lehrkraft die eingesetzte Software wirklich beherrscht - nur dann können "Programmierfehler" der Schülerinnen und Schüler aufgespürt und korrigiert werden. Raumfrage Es sollten Räumlichkeiten für Gruppenarbeit verfügbar sein. CD-Spieler Es sollten mehrere portable CD-Spieler zur Verfügung stehen. Wahl der Musikstücke Die gewählten Musikstücke sollten stimmungsmäßig deutlich voneinander abgesetzte Formteile aufweisen. Empfehlungen: Zug der Zwerge, Norwegischer Tanz Nr. 2, Norwegisch, Volksweise aus den "Lyrischen Stücken", In der Königshalle aus "Sigurd Jorsalfar" Alternativ können sie lautmalerischen Charakter haben. Empfehlungen: Borghilds Traum aus "Sigurd Jorsalfar", In der Halle des Bergkönigs, Peer Gynts Heimkehr aus "Peer-Gynt-Suite" Länge der Musikstücke Die Dauer der Musikstücke sollte drei Minuten nicht überschreiten. Projektwoche Ideal ist es, die Arbeit in einer Projektwoche unter Einbezug weiterer Lehrkräfte durchzuführen. Fächerverbindende Ansätze bieten sich für Kunst und Geografie an. Landschaft Eindrücke norwegischer Landschaften werden mittels Notebook und Beamer präsentiert. Vorwissen über Norwegen, norwegische Märchen sowie Märchen- und Fabelwesen wird bereitgestellt. Musik Ausgewählte Musikbeispiele werden vorgestellt, Höreindrücke in Einzelarbeit gesammelt und auf farbigen Kärtchen zu jedem Musikstück/Formteil eines Stückes notiert und in gemeinsamer Diskussion abgeglichen. Zu den notierten Begriffen werden kurze Geschichten erzählt, die zum Höreindruck der Stücke passen. Arbeitsaufträge Im Mittelteil der Unterrichtsreihe arbeiten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen zusammen. Ein Blatt mit Arbeitsaufträgen begleitet sie bei der Arbeit. Elfchen zur Musik schreiben Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Auftrag, in (Vierer-)Gruppen zu einem der Stücke (passend zu den Formteilen) Elfchen zu erfinden und Bilder zu recherchieren, zu zeichnen oder zu malen. Gruppenarbeit mit Meta-Rollen Für die Arbeit in den Kleingruppen werden den Schülerinnen und Schülern weitergehende Gruppenfunktionen zugewiesen. Zwischenpräsentation Die Elfchen werden zunächst auf Folie geschrieben und in einer ersten Zwischenpräsentation in Zusammenhang mit dem gewählten Musikstück am Overheadprojektor präsentiert. Hier besteht die Möglichkeit zu Kritik und Verbesserungsvorschlägen. Text und Musik zusammenführen Nach einer Einführung in die verwendete Präsentationssoftware (hier: Matchware Mediator) erfolgt die Umsetzung am Computer. Die Texte sind so einzugeben, dass sie mit Effekten versehen und zu verschiedenen Zeiten ein- und ausgeblendet werden können, Bilder müssen eingescannt und in die Präsentation geladen werden. Die gewählte Musik sollte im MP3-Format zum Import in das Projekt zur Verfügung stehen. Ergänzende Recherche Nach Fertigstellung der Präsentationen erstellen die Schülerinnen und Schüler ihre persönliche Edvard-Grieg-Seite für ihre eigene Sammel-Mappe. Dafür stehen zur Internetrecherche bestimmte Links zur Verfügung. Grieg-Links für die Webrecherche Auf der Website der Autorin finden Sie Linktipps rund um den Komponisten sowie ein Edvard Grieg-Kreuzworträtsel. Grieg-Internet-Rallye und vorstellen der Ergebnisse Abschluss der Arbeit ist eine Grieg-Internet-Rallye und natürlich die Präsentation der erstellten Projekte (je nach Möglichkeiten klassenintern, auf einem Elternabend, einem Schulfest). Die Adresse für die Internet-Rallye kann bei der Autorin erfragt werden. Die Rallye muss zur Benutzung freigeschaltet werden.

  • Musik
  • Sekundarstufe I

Tabellenkalkulation

Unterrichtseinheit

Mit der ersten Tabellenkalkulation VisiCalc für den Apple II begann 1979 der Siegeszug des Personalcomputers. Tabellenkalkulationen sind sehr mächtige Werkzeuge, die nicht nur mit Zahlen rechnen und Texte verarbeiten, sondern auch Daten verwalten und visualisieren können. Die Einsatzfelder für den Unterricht reichen von der Schulverwaltung über den kaufmännischen Unterricht bis hin zum naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Mit Tabellenkalkulationen kann man Notenlisten aufstellen und berechnen, Stundenpläne erstellen, Rechnungen schreiben, Buchbestände verwalten, Daten präsentieren, einfache Formeln berechnen oder komplizierte Auswertungen vornehmen. Wenn das Tabellenblatt einmal vorbereitet ist, lässt sich dies alles sehr schnell und ohne mathematischen oder programmiertechnischen Ballast umsetzen. Für viele dieser Aufgaben gibt es Spezialprogramme, die leichter bedienbar und auf ihrem Gebiet leistungsfähiger sind, aber auch Geld und Einarbeitungszeit kosten. Dagegen sind Tabellenkalkulationen vielseitiger, leicht erlernbar und gleichzeitig in ihren Grundfunktionen ausgereift, ihre Kenntnis ist somit langfristig nützlich. Welche Tabellenkalkulation man verwendet, spielt für Schulen keine große Rolle, da sich die großen Programme in ihren Grundfunktionen kaum unterscheiden. Dabei stellen Tabellenkalkulationen kaum Ansprüche an die Hardware und sind für alle Betriebssysteme kostenlos verfügbar, zum Beispiel OpenCalc als Teil von OpenOffice. Zellen und Bezüge Eine Tabellenkalkulation besteht aus tabellenförmig angeordneten Zellen. Jede Zelle hat eine eindeutige Adresse, zum Beispiel C5 . Der Inhalt einer Zelle kann aus Zahlen, Text oder Funktionen (Formeln) bestehen. Eine Zahl ist pro Zelle einsetzbar, wobei diese sich vielfältig präsentieren, zum Beispiel als Datum oder Zeit. Die Texte können ähnlich wie in einer Textverarbeitung formatiert werden, wenn auch mit Einschränkungen. Funktionen verarbeiten die Inhalte (Texte oder Zahlen) aus anderen Zellen. Es werden zahlreiche mathematische, logische und textliche Funktionen angeboten, die beliebig kombiniert werden können und so jede Auswertung ermöglichen. Die Schreibweise der Funktionen lehnt sich an die manuell gewohnte Schreibweise an und wird durch Assistenten unterstützt. Sie ist leicht erlernbar. Rechnungen und Darstellung Die Berechnungen erfolgen automatisch. Sobald ein Eingangswert geändert wird, passen sich alle abhängigen Ergebnisse sofort an. Alle Zahlen und Rechenergebnisse können in verschiedenen Diagrammtypen visualisiert werden. Auch die Diagramme reagieren sofort auf Änderung der Daten. Allzweckprogramm Über die Zellen können weitere Elemente gelegt werden, zum Beispiel Diagramme, Bilder, Zeichnungen, Flussdiagramme, ClipArts, WordArts, Formeln aus dem Formeleditor, Java-Applets et cetera. Die Entwicklung der "großen" Tabellenkalkulationen tendiert zu Allzweckprogrammen. Aktuelle Versionen können schon Musik- und Filmdateien einbinden und abspielen. Auf den folgenden drei Unterseiten werden die verschiedenen Möglichkeiten des Einsatzes der Tabellenkalkulation im Unterricht dargestellt. Zu den einzelnen Bereichen und Funktionen werden Beispiele aus der Unterrichtspraxis benannt und verlinkt. Merkmale und Unterrichtseinsatz (1) Inhalt: Kombination von Zahlen, Texten und Daten; Tabellenstruktur; Funktionen Merkmale und Unterrichtseinsatz (2) Inhalt: Vorbereitete Tabellenblätter; Serienweise und iterative Berechnungen durch Kopieren von Funktionen Merkmale und Unterrichtseinsatz (3) Inhalt: Diagramme; Tabellenblätter als Standard; Plakate drucken; Weitere Funktionen Unterrichtseinheiten Hier finden Sie eine Übersicht der Unterrichtseinheiten aus den verschiedenen Portalen bei Lehrer-Online zum Einsatz von Tabellenkalkulationen. Das Wort Tabellenkalkulation deutet auf Rechnen mit Zahlen und Datenbanken hin. Tabellenkalkulationen können aber auch Texte verarbeiten und Daten visualisieren. Keine dieser Fähigkeiten ist so ausgeprägt wie auf diese Funktionalitäten spezialisierte Programme, aber für viele Zwecke und Anwendungen ausreichend. Wenn eine Kombination der Fähigkeiten gefragt ist, die an Textverarbeitung oder Datenbank keine hohen Ansprüche stellt, oder Berechnungen im Spiel sind, ist in aller Regel eine Tabellenkalkulation zu bevorzugen. So entfallen auch der Einarbeitungsaufwand und die Kosten für mehrere spezielle Programme. Rechnungen: Mit einer Tabellenkalkulation können Sie Briefkopf und Rechnungstext schreiben, Preise aus einer Preisliste übernehmen und Bruttopreise, umsatzabhängige Rabatte oder Rechnungsbeträge errechnen und zuletzt alles ausdrucken. Klassenverwaltung: Legen Sie eine Klassenliste in einer Tabellenkalkulation an. Daraus können Sie automatisch Listen für Noten, Sammelbestellungen, Schülerzusatzversicherungen oder ähnliches erstellen. In die Notenliste müssen Sie nur noch Noten und die Gewichtungsfaktoren eingeben, die Durchschnitte ermittelt die Tabellenkalkulation. Sie können auch die zu den Verrechnungspunkten gehörigen Notenpunkte aus einer anderen Tabelle heraussuchen. Mit ihrer tabellarischen Struktur sind Tabellenkalkulationen wie geschaffen für alle Formen von Tabellen, Listen, Formularen oder ähnliches (siehe Abbildung 1). Dabei ist man nicht an das strenge rechteckige Raster gebunden, sondern kann es durch Zusammenfassen von Zellen verbergen. Gegenüber Tabellen in Textverarbeitungen sind Tabellenkalkulationen unproblematischer zu handhaben und in ihrer Größe kaum beschränkt. Sie können Daten aus anderen Tabellen übernehmen, nummerieren, sortieren, Zellen inhaltsabhängig automatisch einfärben oder aussortieren, Verrechnungspunkte in Notenpunkte ummünzen, Postleitzahlen mit dem Ortsnamen ergänzen und die Daten auswerten beziehungsweise weiter verarbeiten. Dabei sind die Ausdrucke von Tabellenkalkulationen nicht auf die Blattgröße des Druckers beschränkt. Stundenpläne, Raumbelegungspläne, Klassenlisten, Notenlisten Bestandslisten, Preislisten Kalender Formulare Mit Funktionen oder Formeln sind hier Anweisungen zur Verarbeitung von Zahlen und Texten gemeint, die eine Tabellenkalkulation verstehen kann. Sie sind nicht zu verwechseln mit Formeln, die mit einem Formeleditor für den Ausdruck gesetzt werden. Solche Formeln kann man zwar auch in eine Tabellenkalkulation einbinden, aber sie können von ihr nicht gelesen werden. Gängige Tabellenkalkulationen bieten ein umfangreiches Repertoire an Funktionen zur Verarbeitung von Zahlen, Texten und Daten zur Verfügung. Dazu gehören: Betriebswirtschaftliche und naturwissenschaftlich-mathematische Formeln (zum Beispiel Zins, Abschreibung, Winkelfunktionen, Matrizenrechnung, Statistik) Logische Entscheidungen (zum Beispiel wenn .. dann .. sonst ..): Viele Funktionen von Tabellenkalkulationen machen ihre Tätigkeit von Bedingungen abhängig, denn nur so können Auswertungen wirklich flexibel sein. Funktionen zur Manipulation von Texten: Während eine Textverarbeitung eigentlich nur das Aussehen eines Textes verändert, behandelt eine Tabellenkalkulation Texte als Zeichenketten, die zerstückelt und zusammengesetzt werden können. Für ein Sprachübersetzungsprogramm wird es nicht reichen, aber eine Anrede an das Geschlecht des Adressaten anzupassen, ist möglich. Funktionen von Datum und Zeit: Tabellenkalkulationen können auch mit Datum und Zeit rechnen. Dies kann für eine Lohnabrechnung genutzt werden. Funktionen zum Anlegen und Auslesen von Datenbanken. Wenn eine Funktion nicht vorhanden ist, kann sie aus den vorhandenen Funktionen kombiniert werden. Der Komplexität der Kombinationen sind kaum Grenzen gesetzt. Alle Funktionen können Eingabewerte aus anderen Zellen verarbeiten. Wird ein Eingabewert geändert, passen sich die Ergebnisse aller abhängigen Funktionen sofort an (Abbildung 2 bitte anklicken). Das gilt auch für die Diagramme, die Ein- und Ausgangswerte grafisch darstellen. Man kann also Tabellenblätter erstellen, in denen sehr komplexe Auswertungen sofort nach Eintrag der Eingangsdaten erfolgen. Wenn diese Tabellenblätter vorbereitet sind, können die Schülerinnen und Schüler ohne umfangreiche Mathe- und Programmierkenntnisse sehr einfach und schnell viele Auswertungen vornehmen. Die Tabellenblätter lassen sich so schützen, dass Lernende keine Formeln löschen können. Notenlisten mit Berechnung der Durchschnittsnote: Dabei ist es auch möglich, die Noten zu gewichten, die schlechteste Note aus der Wertung zu nehmen oder ähnliches. Statistik: Auswertung normalverteilter Messreihen nach allen denkbaren Gesichtspunkten. Eine Stärke von Tabellenkalkulation sind gleich bleibende Berechnungen mit wechselnden Eingangsdaten. Neben der händischen Änderung der Eingangsdaten kann man Formeln auch leicht kopieren. Je nach Art der Adressierung können die Eingangsdaten aus feststehenden oder fortlaufenden Zellen entnommen werden. Die fortlaufenden Zellen können einer Tabelle entstammen, zum Beispiel einer Preisliste oder Zahlenreihe, die man automatisch erzeugt. Man kann auch iterative Verfahren durchführen, indem man die Ergebnisse der jeweils letzten Formel als Eingangswert für die neue Formel verwendet. (Abbildung 3 bitte anklicken, Animation zur Darstellung eines Funktionsverlaufs) Kopierte Formeln mit Eingangswerten aus Zahlenreihen kann man verwenden, um viele Punkte eines Funktionsverlaufes zu berechnen und anschließend grafisch darzustellen. Kopierte Formeln mit Eingangswerten aus Tabellen sind geeignet, um Bruttopreise zu einer langen Liste von Nettopreisen zu berechnen. Mit iterativen Formeln kann man Zinseszinsen berechnen, Nullstellen ermitteln, Populationsdynamiken simulieren, Differentialgleichungen näherungsweise lösen oder ähnliches. Die iterative Zinseszinsberechnung mit sehr einfachen Formeln öffnet dem Lernenden das Tor zur Welt der numerischen Mathematik und ermöglicht neue Ansätze im Unterricht. Mit Tabellenkalkulationen können Daten auch visualisiert werden. Geboten werden vor allem die in geschäftlichen Bereichen üblichen Darstellungen. Säulen (zum Beispiel für Histogramme oder Paretodiagramme) Balken (zum Beispiel für Gantt-Diagramme) Linien Kreise (zum Beispiel für Tortendiagramme) Punkte (zum Beispiel für Streudiagramme) Netze (zum Beispiel für Radarbilder) 6.2. Graphen und Funktionsverläufe XY-Wertepaare können als Punkte oder als Linienzüge dargestellt werden. Da die Wertepaare schnell durch Kopieren einer Funktion erzeugt werden können, eignen sich Tabellenkalkulationen gut, um Funktionsverläufe darzustellen. Mit XY-Wertepaaren und Linienzügen können mit etwas Aufwand viele weitere grafische Darstellungen erzeugt werden, zum Beispiel: Spannungs-Dehnungs-Diagramme Zustandsdiagramme von Zweistofflegierungen grafische Lösungen von Statikaufgaben T,s-Diagramm von Wasser Die Vorteile von Tabellen sind so offensichtlich, dass viele Programme Daten als Tabellenblätter im- und exportieren können oder sogar in Tabellenblättern verwalten. Hier wird meistens das Format von MS-Excel verwendet, weil es den größten Verbreitungsgrad hat. MS-Outlook kann seine Adressdaten als Tabellenblatt exportieren. Das CAD-Programm Inventor von Autodesk kann Konstruktionsdaten in Excel-Tabellen verwalten. So ist es möglich, eine Konstruktion, die einmal erstellt wurde, durch Änderung der Maße innerhalb der Excel-Tabelle in verschieden Baugrößen zu konstruieren. Wenn große Tabellen ausgedruckt werden, teilen Tabellenkalkulationen die Tabellen in für den Drucker handliche Größen. Das klappt nicht nur mit Tabellen, sondern unter anderem auch mit eingefügten Bildern. Man kann also mit gewöhnlichen Druckern große Plakate erzeugen, die man allerdings zusammenkleben muss. Wem dies alles noch nicht genügt, dem stellen die gängigen Tabellenkalkulationen noch zusätzliche Hilfen in Form von Zirkelbezügen, Szenarien, Mehrfachbezügen, Pivottabellen und nicht zuletzt vielseitige Makrosprachen zur Verfügung.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co.
  • Sekundarstufe II

Wie sicher ist die Rente?

Unterrichtseinheit

Das Thema Rente ist sehr komplex, sodass sich der Artikel auf die politischen Entscheidungen und Rahmenbedingungen konzentriert. Der Rentensimulator bietet eine gute Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler die Einflussfaktoren kennen zu lernen. Die gesetzliche Rentenversicherung steckt seit Jahren in der Krise. Die Zahl der Rentner steigt beständig, die Zahl der versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse sinkt dagegen. Die Folge ist, dass immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner finanzieren und beide Seiten Abstriche in Kauf nehmen. Während die heutigen Arbeitnehmer immer höhere Beiträge zur Rentenversicherung zahlen und zukünftig eine wesentlich geringere Rente bekommen werden, haben die heutigen Rentner in den letzten Jahren auf eine Erhöhung ihrer Bezüge verzichten müssen. Auch wenn der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) während seiner 16jährigen Amtszeit (1982-1998) immer wieder beteuerte, die "Rente ist sicher", haben inzwischen Politiker aller Parteien erkannt, dass diese Aussage nicht der Realität entspricht. Die Schülerinnen und Schüler sollen das System der Rentenversicherung nachvollziehen können. die Einflussfaktoren zur Rente benennen und erläutern. die historische Entwicklung chronologisch aufzeichnen und erklären. Prognosen für die Zukunft der Rente formulieren. verschiedene Modelle (Beispiele) für die Berechnung der Rente erstellen. Informationen über das Internet recherchieren und diese kritisch bewerten. Thema Wie sicher ist die Rente? Autor Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 8 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung 2-6 Stunden Medien je ein Computer mit Internetnutzung für 2 Schülerinnen und Schüler Auf den folgenden Unterseiten werden historische Entwicklungen, Krisen der Rente und zukünftige Prognosen beschrieben. Die Entscheidungen politisch Verantwortlicher werden dargestellt und verschiedene Einflussfaktoren benannt. Die Unterseiten enthalten jeweils Recherchelinks zu den Themenbereichen. Historische Entwicklung Die Rentenversicherung hat in der historischen Betrachtung seit ihrer Entstehung schon einige Höhen und Krisen erlebt. Die Rente in der Krise Vom Beginn der Krise über aktuelle Tendenzen bis hin zu den Prognosen für die Zukunft werden Hintergründe erläutert. Großindustrielles Zeitalter Die gesetzliche Rentenversicherung ist heute eines der wichtigsten solidarisch finanzierten Versicherungssysteme in der Bundesrepublik Deutschland. Doch die Versicherung entstand bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Damals befand sich die Gesellschaft im Umbruch. Das Zeitalter der Großindustrie begann und die Arbeiter litten unter den schlechten sozialen Bedingungen. Lange Arbeitszeiten, hohe Unfallraten und niedrige Löhne führten dazu, dass sozialdemokratische und sozialistische Ideen in der Arbeiterschaft immer populärer wurden und Kaiser Wilhelm I. um seine Macht fürchtete. Schutz der Arbeiter Daher folgte er einem Rat von Otto von Bismarck, dem damaligen Reichskanzler, und regte in einer Botschaft zur Eröffnung des deutschen Reichstages am 17. November 1881 an, verschiedene Gesetze zum Schutz der Arbeiter gegen Krankheit, Unfall, Invalidität und Alter zu beschließen. Die Rentenversicherung war die dritte Sozialversicherung im Deutschen Reich. 1883 beschloss man die Krankenversicherung, 1884 die gesetzliche Unfallversicherung. Übrigens zahlten schon damals Arbeitnehmer und -geber jeweils die Hälfte der Beiträge. Rente ab 71 Die Verabschiedung des "Gesetzes zur Alters- und Invaliditätsversicherung" am 22. Mai 1889 durch den Reichstag war die letzte Sozialversicherung der Bismarck'schen Sozialgesetzgebung. Zum 1. Januar 1891 trat das Gesetz in Kraft. Damals bekamen Arbeiter ab dem 71. Lebensjahr, das allerdings nur wenige erreichten, eine Rente. Auch bekamen Arbeiter seitdem eine Invalidenrente bei Erwerbsunfähigkeit. 1911 folgte eine erste grundlegende Reform. Die Hinterbliebenenrente wurde eingeführt und die Angestellten in die Rentenversicherung miteinbezogen. Krise durch Inflation Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der darauf folgenden Hyperinflation geriet die gesetzliche Rentenversicherung in eine tiefe Krise. Das System finanzierte sich damals aus den angesparten Rücklagen der Versicherten (Kapitaldeckung), doch die Inflation entwertete diese Reserven weitgehend. So verringerte sich das Reinvermögen der Deutschen Rentenbank von 2,12 Mrd. Reichsmark im Jahre 1914 auf nur noch 14,6 Prozent im Jahr 1924. Ressourcenvernichtung durch Rüstungsausgaben Also begann der Staat, die Renten teilweise aus den eingehenden Beiträgen zu finanzieren und mit Steuergeldern die Lücken zu füllen. Dennoch mussten die Leistungen, insbesondere nach der Weltwirtschaftskrise (1930-1932), massiv gekürzt werden. Die gesetzliche Rentenversicherung allein reichte bei weitem nicht mehr aus und war kaum mehr als ein kleines Zubrot. Die Nationalsozialisten haben die Sozialsysteme weiter geplündert und Gelder zweckentfremdet, insbesondere um Rüstungsausgaben zu finanzieren. Umlagefinanzierung Als der Zweite Weltkrieg endete, stand Deutschland vor einem Trümmerhaufen - auch was die gesetzliche Rentenversicherung betraf. Mangels Alternativen behielt man das alte Finanzierungssystem zunächst bei. Die Rentenzahlungen blieben gering und wurden mangels Rücklagen bis zu 50 Prozent aus Steuergeldern finanziert. Doch im Jahr 1957 kam die System-Wende. Anstatt Rücklagen zu bilden, hat der Staat von den Mitgliedern der gesetzlichen Rentenversicherung anfangs 15 Prozent des Bruttolohnes abgezwackt und den damaligen Rentnern sofort ausbezahlt. Das System der so genannten Umlagefinanzierung war geboren. Generationenvertrag Die Regierung unter Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) konnte deshalb die Renten sofort drastisch erhöhen. Das neue System erlaubte es zudem, die Entwicklung der Rentenhöhe dynamisch an die Entwicklung der Bruttolöhne zu koppeln. Allerdings hat der Staat seitdem keine Rücklagen mehr gebildet. Das Umlagesystem basiert also darauf, dass jede Generation mit ihren Beiträgen nicht mehr die eigenen Alterseinkünfte finanziert, sondern die Generation der Großeltern und Eltern - ein Vertrag zwischen den Generationen. Faktor Geburtenrate Die Rentenreform von 1957 basierte auf den Ideen von Professor Wilfrid Schreiber, die der Bund Katholischer Unternehmer unter dem Titel "Existenzsicherheit in der industriellen Gesellschaft" 1955 herausgegeben hat. Allerdings hat die damalige Regierung seine Vorschläge nur unvollständig umgesetzt. Schreiber war sich dessen bewusst, dass das Umlagesystem nur dann funktionieren kann, wenn genügend Kinder geboren werden und das System diese Voraussetzung auch berücksichtigt. Deswegen wollte er eine Kinderrente, das heißt mehr Geld für Rentner mit Kindern, einführen, und kinderlose Arbeitnehmer sollten ab dem 35. Lebensjahr den doppelten Beitrag zur Rentenversicherung zahlen. Bundeskanzler Adenauer verzichtete allerdings auf solche Komponenten. Angesichts der seit Jahren sinkenden Geburtenraten und des daraus resultierenden Ungleichgewichts zwischen Beitragszahler und Rentner, zeigt sich heute, dass dies ein Fehler war. Anstieg des Beitrags Bis Anfang der 1990er Jahre schien das System gut zu funktionieren. Zwar stieg der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung von 17 (1972) auf 19 Prozent (1986) des Bruttolohnes, vor allem weil man flexible Altersgrenzen eingeführt und mehr Menschen ins System einbezogen hat. Doch dann geriet die gesetzliche Rentenversicherung zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Deutsche Einheit - Finanzierung der Ostrenten Eine wichtige Ursache liegt in der Deutschen Einheit begründet. Nach dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zur Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Jahr 1990 hat die Bundesregierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) die Rentenversicherung auf die neuen Bundesländer übertragen. Da es in der DDR allerdings offiziell keine Arbeitslosigkeit gab und den Rentnern somit viele anrechenbare "Beitragsjahre" anerkannt wurden, bekamen die Ost-Rentner vergleichsweise hohe Rentenzahlungen. Allerdings brach zeitgleich die Wirtschaft in Ostdeutschland zusammen und die Arbeitslosigkeit schnellte in die Höhe. Im Osten Deutschlands konnte die Bevölkerung also nur relativ geringe Rentenbeiträge abführen, während die Rentner relativ hohe Bezüge bekamen. Demographischer Wandel Außerdem passierte das, was Schreiber in seinem Konzept befürchtet und deswegen entsprechend berücksichtigt hatte. Weil immer weniger Kinder geboren wurden (seit 1970 kamen in Deutschland auf 1.000 Einwohner konstant weniger als 700 Geburten) und die Lebenserwartung stetig stieg, geriet das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenempfängern ins Ungleichgewicht. Verschärft wurde die Situation der gesetzlichen Rentenversicherung dadurch, dass die Arbeitslosigkeit nach der Einheit drastisch stieg und sich mittlerweile auf einem hohen Niveau stabilisiert hat. Zögern trotz hoher Dringlichkeit Anfang der 1990er Jahre wurde den politisch Verantwortlichen klar, dass sie umsteuern mussten. Allerdings wagte sich die Regierung Kohl zunächst nicht, der Bevölkerung reinen Wein einzuschenken. Wie eingangs erwähnt, versprach der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm bis zuletzt, dass die Rente sicher sei und ausreichen werde, um den Ruhestand genießen zu können. Doch nun ging es mit den Renten bergab, wenn zunächst auch schleichend. Zuerst hat die Regierung Kohl beschlossen, sich bei den Rentenerhöhungen nicht mehr am Bruttolohn zu orientieren, sondern den Nettolohn als Bezugsgröße zu verwenden. Außerdem war es bis dato leicht möglich, wesentlich früher als mit 65 Jahren in Rente zu gehen und dabei nur geringe Abschläge in Kauf nehmen zu müssen. Früher in Rente zu gehen, war nun mit finanziellen Einbußen verbunden. Für jeden Monat, den man früher gehen wollte, mussten 3,6 Prozent Abschlag gezahlt werden. Einführung des demographischen Faktors Das wichtigste Vorhaben der Regierung Kohl zur Konsolidierung der gesetzlichen Rente war die Einführung des so genannten demografischen Faktors. Damit wollte man die längere Lebensdauer bei der Berechnung der Rente berücksichtigen. Durch ihn sollte das statistische Rentenniveau - das Verhältnis zwischen Nettorente und Nettolohn - von damals etwa 70 Prozent auf 64 Prozent im Jahr 2030 sinken. Allerdings hat die im Herbst 1998 gewählte rot-grüne Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) diese Maßnahme, die sie im Wahlkampf scharf kritisiert hat, nach ihrem Amtsantritt wieder rückgängig gemacht. Ein Schritt zurück, drei nach vorne Doch bald musste auch die neue Bundesregierung die bittere Renten-Realität erkennen. Wenige Jahre nachdem sie den von der Regierung Kohl vorgesehenen demografischen Faktor abgeschafft hatte, führte die rot-grüne Bundesregierung ihn wieder ein - und musste weitere Einschnitte vornehmen. Denn vor allem die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit beeinträchtigte die Rentenkasse dauerhaft. Private Altersvorsorge Im Mai 2001 beschloss der Bundestag daher eine neue Rentenreform und veränderte die Rentenformel. Kernstück war die Einführung der so genannten Riester-Rente, einer staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, in die jeder Versicherte selbst einzahlen kann. Sie soll die Absenkung des statistischen Rentenniveaus durch die beschlossene Änderung der Rentenformel ausgleichen. Außerdem strich man die Berufsunfähigkeitsrenten und ersetzte sie durch abgespeckte Erwerbsminderungsrenten. Auch die Witwenrente wurde gekürzt. Diese Privatvorsorge wurde in mehreren Schritten aufgebaut. Um die maximale staatliche Förderung zu erhalten, muss der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin seit dem Jahr 2006 drei und ab 2008 vier Prozent seines Brutto-Jahreseinkommens angelegen. Der Sparbetrag setzt sich zusammen aus einem Eigenanteil und staatlichen Zulagen. Ab 2008 beträgt die Grundzulage für jeden Versicherten 154,- Euro. Je Kind schießt der Staat 185,- Euro hinzu. Den Eigenanteil können die Rentenversicherten zudem von der Steuer absetzen. Der Staat fördert alle Sparformen, die von einer speziellen Stelle überprüft und zugelassen wurden. Es gelten allerdings eine Reihe von Bedingungen, so dürfen die Leistungen nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres ausgezahlt werden. Außerdem muss die Auszahlung in Form einer Rentenzahlung oder als Auszahlungsplan erfolgen. Eine Einmalzahlung ist nicht möglich. Neben der Einführung der privaten Riester-Rente wollte die Regierung Schröder noch einen dritten, nicht-staatlichen, Bereich stärken: die Betriebsrenten. Daher hat sie den Anspruch auf die so genannte Entgeltumwandlung eingeführt. Jeder Arbeitnehmer kann nun einen Teil seines Gehalts "umwandeln". Der Arbeitgeber zahlt diesen Betrag stattdessen in eine betriebliche Altersversorgung ein. Außerdem kann man dafür auch staatliche Zulagen oder Steuerermäßigungen nach der Riester-Rente in Anspruch nehmen. Weitere Reformen Doch damit war die Regierung Schröder noch nicht am Ende ihrer Reformpläne. Bereits im Jahr 2004 folgten weitere, noch einschneidendere, Änderungen. Die wichtigste Neuerung ist, dass die Rentenformel zur Berechnung der Rentenhöhe um einen so genannten Nachhaltigkeitsfaktor ergänzt wurde. Zwar orientiert sich die Anpassung der Renten weiterhin an der Entwicklung der Bruttolöhne - allerdings korrigiert um die Entwicklung des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung sowie zur kapitalgedeckten Altersvorsorge und korrigiert um den so genannten Nachhaltigkeitsfaktor. Nachhaltigkeitsfaktor Dieser Faktor berücksichtigt die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnern zu Beitragszahlern zueinander. Steigt die Zahl der Rentner pro 100 Beitragszahler, wird die Rentenanpassung gemindert. Sinkt die Zahl der Rentner im Verhältnis zu den Beitragszahlern, werden die Renten stärker erhöht. Auch das bereits mehrfach beschnittene Rentenniveau sinkt durch den Nachhaltigkeitsfaktor weiter. Es wird von 53 Prozent (2004) auf 46 Prozent im Jahr 2020 und auf 43 Prozent im Jahr 2030 sinken. Gleichzeitig sollen die Beiträge der Arbeitnehmer, derzeit 19,5 Prozent des Bruttolohnes, stabilisiert werden. Ziel ist, den Beitragssatz bis zum Jahr 2020 nicht über 20 Prozent beziehungsweise bis 2030 nicht über 22 Prozent steigen zu lassen. Prognose für die nächsten 15 Jahre Auch die seit dem Herbst 2005 amtierende Bundesregierung hat weitere Veränderungen bereits im Auge. Arbeits- und Sozialminister Franz Müntefering hat bei der Vorstellung des aktuellen Rentenversicherungsberichts im März 2006 öffentlich zugegeben, dass die gesetzliche Rente bis zum Jahr 2030 so stark sinken wird, dass sie nicht mehr für ein auskömmliches Leben ausreicht. Der Bericht gibt einen Überblick über die wichtigsten Rentenpläne der Regierung und eine Prognose für die Entwicklung des Rentensystems in den kommenden 15 Jahren. Eine Modellrechnung Wer als Durchschnittsverdiener (Bruttoverdienst von 2.464 Euro/Monat) im Jahr 2019 in Rente geht, kann laut Rentenbericht mit einer "Standardrente" von rund 1.400 Euro brutto rechnen - allerdings nur dann, wenn er 45 Jahre lang Beiträge gezahlt hat. In weiteren Modellrechnungen ergibt sich eine Bruttostandardrente von 1.176 Euro für das laufende Jahr (2006). Angesichts der geplanten Nullrunden für 2007 und 2008 verändert sich der Wert zunächst nicht und steigt dann auf 1.180 Euro. Im Jahr 2014 soll er mit 1.263 Euro kaum spürbar darüber liegen. Dabei ist die Inflation nicht berücksichtigt, so dass die reale Kaufkraft der zukünftigen Rentner noch deutlich geringer ausfallen wird als heute. Erhöhung des Eintrittsalters Bereits beschlossen hat die Bundesregierung das gesetzliche Renteneintrittsalter allmählich von 65 auf 67 Jahre zu erhöhen. Die Anpassung soll im Jahr 2012 beginnen, dann wird das Eintrittsalter jedes Jahr um einen Monat nach hinten verschoben. Von 2024 an folgen Zwei-Monats-Schritte. Allerdings arbeiten derzeit nur rund ein Drittel der männlichen Arbeitnehmer bis zum 65. Lebensjahr. Daher will die Bundesregierung durch eine "Initiative 50 plus" die Beschäftigung älterer Menschen verbessern.

  • Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Kinderalltag in Deutschland - heute und früher

Unterrichtseinheit

In diesem Unterrichtsentwurf zum Thema "Kinderalltag in Deutschland" sollen die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Lebenssituation reflektieren und mit der anderer Kinder in Beziehung setzen. Wie leben Kinder in Deutschland? Was ist heute anders als in früheren Zeiten? Welche Alltagssorgen haben Jungen und Mädchen, welche Spiele spielen sie, was ist ihnen wichtig? Ob ich ein Junge oder ein Mädchen bin, heute lebe oder vor fünfzig Jahren, hier wohne oder in einem afrikanischen Land, all das hat entscheidende Auswirkungen auf meinen Alltag. Internetquellen mit Berichten aus früheren Zeiten werden zur Auseinandersetzung mit dieser Frage herangezogen, die Schülerinnen und Schüler erhalten Anregungen und Arbeitshinweise zur Gestaltung eines Interviews mit älteren Menschen und zur Analyse der heutigen Lebensbedingungen von Kindern. Dabei geht es darum, den eigenen Alltag zu beschreiben und die Rahmenbedingungen dieses Alltags zu reflektieren. Im Mittelpunkt des Unterrichtsprojekts steht die kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Informationsquellen, vor allem der Internetrecherche, zum Thema Kinderalltag früher und heute. Das Thema eignet sich als fächerübergreifendes Projekt zum Beispiel in Kombination mit Religion, Geschichte und Deutsch. Die Schwerpunkte des Zugangs zum Thema können variieren. Allgemeine Hinweise zur Projektarbeit Auf dieser Seite finden Sie allgemeine Informationen zu wichtigen Aspekten für die Projektarbeit. Themen zur Erarbeitung Die Themenvorschläge und Arbeitsaufträge können je nach Schwerpunktsetzung, Lerngruppe und Stundenumfang variiert werden. Gender-Analyse nach der 3-R-Methode Für die realistische Betrachtung der unterschiedlichen Lebensbedingungen von Jungen und Mädchen ist die 3-R-Methode der Gender-Analyse hilfreich. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nehmen den eigenen Alltag bewusst wahr. reflektieren die verschiedenen Lebensbedingungen von Kindern in Deutschland. betrachten die unterschiedlichen Jungen- und Mädchenwelten. erforschen den Kinderalltag in früheren Zeiten. erfahren am Beispiel der Nachkriegszeit den Einfluss von äußeren Rahmenbedingungen auf das Leben von Kindern. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen das Internet als Medium zur Recherche ein. lernen Möglichkeiten des Internet-Projektes LeMO/kollektives Gedächtnis kennen. Das Thema Kinderalltag eignet sich gut für eine Projektwoche, vor allem, wenn verschiedene Aspekte miteinander verknüpft werden: Kinderalltag in Deutschland Mein persönlicher Alltag Typisch Junge - typisch Mädchen Kinderalltag in früheren Zeiten Kinderalltag in Afrika (oder anderen Ländern/Kontinenten) Ideal wäre es, fächerverbindend mit Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Geschichte, Politik oder Deutsch zu arbeiten und eine gemeinsame Präsentation der Ergebnisse am Ende der Projektarbeit zu planen. Natürlich ist es auch möglich, einzelne Arbeitsblätter auszuwählen und im Fachunterricht in Sozialwissenschaften, Politik oder Religion/Ethik einzusetzen. Im Sinne des Globalen Lernens weitet es den Horizont der Schülerinnen und Schüler, wenn Sie die Auseinandersetzung mit dem Alltag von Kindern in anderen Teilen der Welt in dieses Thema integrieren. Im Zusammenhang mit der vorliegenden Unterrichtseinheit wurde eine Unterrichtseinheit zum Thema "Kinderalltag in Afrika" konzipiert, die viele Anregungen für die weiterführende Bearbeitung bietet. Kinderalltag in Afrika Diese Einheit ist ebenfalls von Frau Riepe und ähnlich modular aufgebaut. Internetrecherche Was wird im Internet über den Alltag von Kindern berichtet? In welchen Zusammenhängen und Problemstellungen wird berichtet? Google (oder andere Suchmaschinen wie fragFINN) zeichnen einen überraschenden Ausschnitt aus dem Kinderalltag. Die Artikel reizen zum Nachfragen und Weiterrecherchieren (auch in den Internetarchiven der großen Zeitungen). Wie passen die Berichte zum eigenen Alltag Ihrer Schülerinnen und Schüler? Zur Annäherung an diese Frage lernen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Methoden kennen: Interviews mit Erwachsenen Ein Interview-Leitfaden und Handlungsanweisungen zur Durchführung von Interviews sollen dazu anregen, verschiedene Menschen nach ihrer Kindheit zu fragen. Das können die Eltern sein, Nachbarn oder Bekannte der Familie. Die Genderaspekte werden in den Fragen explizit berücksichtigt und sind ein wichtiger Punkt bei der Auswertung der Gespräche. Bei der Befragung der Personen soll immer auch die Perspektive des anderen Geschlechts erschlossen werden. Frauen berichten zum Beispiel von ihrer Kindheit und erzählen gleichzeitig was ihre von denen der Jungen unterschieden hat. Ein alter Bilderbogen mit Kinderspielen vor hundert Jahren Anhand der Zeichnungen eines alten Bilderbogens werden Jungen- und Mädchenspiele analysiert. Die Ergebnisse sind ein guter Einstieg für die Frage nach den heutigen Spielen von Jungen und Mädchen und der Sensibilisierung für die damit verbundenen gesellschaftlichen Zuschreibungen. Ein Brief nach Westafrika Wie sieht eigentlich mein Alltag aus? Schule, Familie, Wohnung, Freunde - mein Zimmer, Freizeitaktivitäten, Engagement im Verein, Haustiere - mein Tagesablauf, meine Träume und Probleme? "Bei mir ist alles ganz normal, was gibt es da schon zu erzählen ..." Wer sich vorstellt, das alles einem fremden Jungen oder Mädchen zu schreiben, findet die Frage nach dem eigenen Alltag gar nicht mehr banal. Anonymisierte Briefe Ein Gespräch über die unterschiedlichen Lebensverhältnisse der Kinder in der Klasse erfordert eine sensible Gesprächsführung, um niemanden bloßzustellen. Die Arbeit mit anonymisierten Briefen kann in diesem Zusammenhang Schutz bieten und trotzdem die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Leben von Kindern in Deutschland beleuchten. Berichte von Jungen und Mädchen aus Afrika Die Texte von Sidi Touré und Fatoumata Diallo können ein Einstieg sein, um unterschiedliche Lebenssituationen in den Blick zu bekommen. Sie sind auch Bestandteil des Unterrichtsentwurfs zum Kinderalltag in Afrika. Hier sollen sie in Beziehung gesetzt werden zu den eigenen Briefen der Schülerinnen und Schüler. Die Berichte stammen aus den Unterrichtmaterialien "Sag mir, wie ist Afrika? - Didaktisches Material für die Grundschule", erschienen im Peter Hammer Verlag. Bei der Betrachtung der unterschiedlichen Lebensbedingungen von Jungen und Mädchen kann die Beleuchtung nach der 3-R-Methode (Repräsentation, Ressourcen und Realität) der Gender-Analyse hilfreich sein. In dieser Unterrichtseinheit steht der qualitative Aspekt, nämlich die Analyse der Realität, im Vordergrund. 3-R-Methode Weiterführende Informationen als PDF-Download zur Gender-Analyse mit der 3-R-Methode finden Sie im Themenschwerpunkt "Genderaspekte im Unterricht". Die Auseinandersetzung mit dem Alltags von Kindern schließt den Blick auf den Genderaspekt als Querschnittsthema mit ein: Was ist anders, wenn ich ein Junge beziehungsweise ein Mädchen bin? Welche Spiele haben Jungen und Mädchen früher gespielt? Gab es unterschiedliche Geschlechterrollen? Wie ist das Rollenverhältnis heute? Wie wird in Geschichtsbüchern aus früheren Zeiten berichtet? Ist das Verhältnis der Berichte über Jungen und Mädchen gleich verteilt? Auch in den Arbeitsblättern wird der Blick auf die Unterschiede gelenkt wie sie früher und heute bestehen. Beim Interview der Schülerinnen und Schüler mit älteren Menschen soll bei den Fragen auf unterschiedliche Rollenbilder eingegangen werden. Wie erzählen Frauen über die Geschichte der Männer und wie die Männer über die Geschichte der Frauen? Die Personen sollten auch gefragt werden, was sich aus Ihrer Sicht bezüglich der Rollenverhältnisse heute verändert hat? In der Klasse werden diese Aussagen mit den Schülerinnen und Schülern reflektiert und mit Darstellungen zum Beispiel in Geschichtsbüchern oder Filmen verglichen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Australian wildlife

Unterrichtseinheit

Landeskundliche Aspekte zu vermitteln ist ein wichtiger Teilbereich des Englischunterrichts in der Grundschule. Der Kontinent Australien bietet mit seiner außergewöhnlichen Tierwelt einen besonderen Anreiz für fremdsprachliches Lernen.Dank der isolierten geografischen Lage haben sich in Australien etliche Tierarten erhalten, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt - ein guter Anlass, um mit Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe die Tierwelt Europas, Afrikas und Australiens vergleichend zu betrachten. Beim Sammeln von Tiernamen und Tierbildern werden auch englischsprachige Internetseiten als Recherchequelle genutzt. Dabei erweitern die Kinder ihre Sprach- und Medienkompetenz. Abschließend gestalten die Schülerinnen und Schüler ein Wandbild in Form einer Fotocollage, das auf den Umrissen des australischen Kontinents landestypische Tierarten, ihre englischen Namen und die wichtigsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes zeigt.Das Thema ist für ein viertes Schuljahr geeignet. Die Kinder sollen schon einige Tiernamen kennen, diese in kurzen Sätzen beschreiben können und wissen, wie man eine bestimmte Internetseite aufruft. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Gruppen selbstständig an verschiedenen Aufgaben. Die Ergebnisse werden zusammengetragen und zu einer Fotocollage verarbeitet. Unterrichtsverlauf Hier finden Sie Hinweise zu den einzelnen Arbeitsschritten und können die verwendeten Arbeitsmaterialien einzeln anklicken und speichern. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Namen australischer Tiere kennen lernen (beispielsweise kangaroo, wallaby, wombat, dingo, koala, platypus, echidna, kookaburra). den Tierbildern die entsprechenden Wortkarten zuordnen. die Namen der Tiere lesen und schreiben. einige Sehenswürdigkeiten Australiens kennen lernen (zum Beispiel Ayers Rock und Opera House). eine Collage zum Thema in Gruppenarbeit anfertigen. eventuell einen Tiersteckbrief erstellen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen mit einem Textverarbeitungsprogramm einen englischen Text schreiben. im Internet eine kleine englischsprachige Geschichte aufrufen und anhören. sich im Internet über die australische Tierwelt informieren. Bilder und Malvorlagen von Tieren im Internet suchen und ausdrucken. die Microsoft Clip Gallery kennen lernen. Thema Australian wildlife Autorin Irene Overlack Fach Englisch in der Grundschule Zielgruppe Klasse 4 Zeitraum 3 - 4 Stunden Technische Voraussetzungen Computer/Medienecke mit Internetanschluss in der Klasse/im Computerraum; Drucker Konkrete Aufgaben für die Kleingruppen Von dieser gemeinsamen Ausgangsbasis aus arbeiten die Kinder in Gruppen weiter. Für die Teams stehen insgesamt sechs verschiedene Arbeitsaufträge zur Verfügung (Arbeitsblatt "australian_wildlife_arbeitsauftraege_ab01.pdf"), die je nach Gruppenzahl auch doppelt vergeben werden können. Einige Gruppen erhalten ergänzende Arbeitsblätter mit weiteren Aufgabenstellungen. Ziel ist die Gestaltung eines Wandbilds, auf dem Tiere und wichtige Sehenswürdigkeiten Australiens und deren englische Bezeichnungen zu sehen sind. Gruppe 1 Gruppe 1 hört und liest im Internet die Geschichte von Barnaby Bear in Australien. Danach wird der Lückentext (Arbeitsblatt "australian_wildlife_barnaby_ab02.pdf") ausgefüllt. Gruppe 2 und 3 Gruppe 2 informiert sich auf der Internetseite ozshots über australische Tiere und trägt einige Namen in ein Arbeitsblatt ein (Arbeitsblatt "australian_wildlife_names_ab03.pdf"). Anschließend werden mit den Tiernamen in einem Textverarbeitungsprogramm wordcards für die Collage erstellt. Gruppe 3 erhält denselben Arbeitsauftrag wie Gruppe 2, informiert sich aber auf einer anderen Internetseite, der Seite enchantedlearning . Gruppe 4 Gruppe 4 druckt Malvorlagen von bestimmten Tieren aus, die ebenfalls auf der Website enchantedlearning zu finden sind. Gruppe 5 Gruppe 5 lädt einige kleine Puzzles mit australischen Tieren aus der Homepage activityvillage auf den Computer und versucht diese zu lösen. Gruppe 6 Gruppe 6 sucht mithilfe der Bildersuche von google einige Sehenswürdigkeiten Australiens und druckt sie aus. Die Bilder werden in die Collage integriert. Absprachen zur Arbeitsteilung Die Schüler und Schülerinnen einer Gruppe sprechen ihre Arbeitsteilung ab, da je nach Gruppengröße nicht alle Kinder gleichzeitig am Computer arbeiten können. Das arbeitsteilige Verfahren hat den Vorteil, dass die Arbeiten zügig vorangehen. Alle Kinder sind beschäftigt. Bildersuche im Internet Die Arbeit im Internet hat einen hohen Motivationscharakter. Die meisten Kinder wissen, wie man sich ins Internet einwählt und eine Seite aufruft. Auch die Druckfunktion ist bekannt. Neu war für die Kinder die Funktion "Bilder", die alle Suchmaschinen anbieten. Hier ist die Hilfe der Lehrkraft gefragt. Nach dem Abschluss der Arbeiten im Internet und mit dem Textverarbeitungsprogramm werden alle Teile (Fotos, Tierbilder, Wortkarten) als Fotocollage auf den Umriss des australischen Kontinents geklebt. Dabei erläutert jede Gruppe ihren Anteil der Arbeit. Das Gesamtwerk wird beurteilt. Je nach Zeit und Lernstand der Schülerinnen und Schüler können noch Tiersteckbriefe erstellt werden. Die Microsoft Clipart Gallery bietet viele australische Tiere als Farb- oder Schwarz-Weiß-Zeichnungen zur Auswahl. Die Kinder lernen, wie man ein solches Bild auf ein Arbeitsblatt einfügt (Arbeitsblatt "australian_wildlife_clipgallery_ab04.pdf"). Sie können dann entweder den Lückentext am Computer ausfüllen (Arbeitsblatt "australian_wildlife_kangaroo_ab05.pdf") oder das Blatt zum Ausfüllen ausdrucken (Arbeitsblatt "australian_wildlife_beispiel_ab06.pdf").

  • Englisch
  • Primarstufe, Sekundarstufe II

Wissensspiel für den EDV-Unterricht

Unterrichtseinheit

Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie sowie der elektronischen Datenverarbeitung in den Gesundheitsberufen schreitet immer mehr voran. Ein motivierendes und sehr effektives Mittel der Lernerfolgskontrolle ist die "Magische Wand".Diese spielerische Methode dient der Wiederholung, Überprüfung und Festigung der Themeninhalte der elektronischen Datenverarbeitung für die Gesundheitsberufe. Die Schülerinnen und Schüler aus diesem Bereich (Arzthelferinnen, Zahnmedizinische Fachangestellte und andere) lernen durch dieses Quiz eine neue Art der Stoffwiederholung kennen, die ihnen Spaß am Lernen vermitteln soll. Der Schwerpunkt der Stunde liegt auf der Wiederholung und Übung der bisherigen Lerninhalte zur EDV als Vorbereitung auf die anstehende Klassenarbeit.Der hier vorgestellten Unterrichtsstunde ging die Behandlung folgender Inhalte voran: Einteilung der Hardware nach dem EVA-Prinzip Einteilung der Software in Betriebssysteme, Anwendungsprogramme, Branchensoftware Internet und E-Mail Office, DIN-Richtlinien, Word, Excel Unterrichtsablauf Auf dieser Seite finden Sie die Beschreibung des Unterrichtsverlaufs mit den dazugehörigen Arbeitsmaterialien. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr theoretisches Wissen zur elektronischen Datenverarbeitung und Kommunikation wiederholen und vertiefen. überprüfen, ob sie die für die Klassenarbeit relevanten Inhalte beherrschen. durch die gemeinsame Beantwortung der Fragen ihr Sozialverhalten durch die Vorgabe beziehungsweise Einhaltung der Spielregeln üben und gemeinsam eine Lösungsentscheidung treffen. das Spiel "Magische Wand" als Methode des Lernens kennen lernen. Thema Wissenspiel für den EDV-Unterricht - im Gesundheitsbereich Autor Josef Schwickert Fach EDV / Kommunikation Zielgruppe Berufsschülerinnen und Berufsschüler im Gesundheitsbereich (Arzthelferinnen, Zahnmedizinische Fachangestellte) Zeitumfang 1 Unterrichtsstunde Technische Voraussetzungen 1 Lehrer-PC, bzw. Laptop mit Beamer Die Aufgaben und Fragen sind so konstruiert, dass sie innerhalb einer Unterrichtsstunde bearbeitet werden können. Die Gruppeneinteilung sollte durch die Lehrperson vor dieser Unterrichtsstunde erfolgen, damit eine gleichmäßige Leistungsstärke der Gruppen sichergestellt wird. Alternativ kann dies auch zufällig mithilfe eines Kartenspiels erfolgen. Als Vorbereitung auf das Wissensspiel werden die Spielregeln und der Arbeitsauftrag besprochen. Die Themengebiete des Wissensspiels spiegeln die Inhalte der letzten Unterrichtsstunden wieder. Es spielen zwei Gruppen gegeneinander. Jedes Gruppenmitglied muss mindestens einmal eine Frage beantworten. Bestimmen sie deshalb im Vorhinein die Reihenfolge der Gruppensprecher. Die erste Gruppe wählt eine Frage (nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad) aus - für die Beantwortung der Frage beraten sich die Gruppenmitglieder kurz miteinander - der Gruppensprecher gibt für seine Gruppe die Antwort. Die erste Antwort gilt! Ist die Antwort richtig, erhält die Gruppe die entsprechende Punktzahl (wird in € angegeben). Ist die Antwort falsch, bekommt die Gruppe keine Punkte und die andere Gruppe erhält die Möglichkeit, die Frage zu beantworten. Die Lernenden haben selbst die Möglichkeit zu bestimmen um welchen Punktwert gespielt werden soll. Zum einen soll die Spannung der Spielsituation bis zum Ende erhalten bleiben, zum anderen werden dadurch gruppendynamische Prozesse aufgrund der Entscheidungsfindung gefördert. Während die beiden Schülergruppen im Rahmen eines Wettbewerbs gegeneinander antreten, wird das Spiel von der Lehrperson geleitet. Die beiden Gruppen wechseln sich mit der Beantwortung der Fragen ab. Dabei wird die Bearbeitung der Aufgaben aber in beiden Gruppen gleichzeitig erfolgen, so dass zum einen bei einer Falschantwort die andere Gruppe die Möglichkeit hat, die Aufgabe zu lösen; zum anderen wird somit auch für die andere Gruppe der Übungscharakter sichergestellt. Der Punktgewinn und -verlust wird in Excel für jede Gruppe separat festgehalten. Der Spielstand errechnet sich aus den hinterlegten Excel-Formeln automatisch und ist für alle Spielteilnehmer ersichtlich. Nach Spielablauf wird die Siegergruppe ermittelt und der Beobachtungsbogen analysiert. Nach Beendigung des Wissensspiels werden in einer Wiederholungsphase alle nicht beantworteten Fragen aus dem gesammelten Themenspeicher gemeinsam gelöst. Zusätzlich werden die Fragen und Musterlösungen zur Sicherung ausgeteilt. In der Reflexion sollen die Lernenden dann beurteilen, ob sie die Form der "Magischen Wand" für eine geeignete Methode halten, um Inhalte zu wiederholen.

  • Orga / Bürowirtschaft
  • Sekundarstufe II

Martin Walser - ein umstrittener Schriftsteller

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtsreihe wird der Gegenwartsschriftsteller Martin Walser unter die Lupe genommen. Die – beabsichtigten oder ungewollten – Skandale durch seine Veröffentlichungen und seine Reden bieten in vielerlei Hinsicht Anlass, über unsere Sprache, ihre Wirkung, ihre Geschichte und ihre mediale Inszenierung nachzudenken. Martin Walser gilt als streitbarer Schriftsteller, der insbesondere durch seine Friedenspreisrede 1998 und durch die Publicity zu seinem Buch ?Tod eines Kritikers? 2002 in die Schlagzeilen geraten ist. Die Meinungen über ihn sind geteilt und ebenso streitbar wie er selbst: Zeugen seine Äußerungen und literarischen Werke von einem politisch motivierten Antisemitismus oder lässt sich vielmehr eine verkaufsfördernde Marketingstrategie ausmachen, die den Schriftsteller Walser publikumswirksam in Szene setzt? Diese Reihe ermöglicht den Lernenden eine neue Herangehensweise an den Autor, indem sie die medienunterstützte Wirkung auf sein Publikum erfahren und zudem in eine realitätsnahe Reflexion über die Entwicklung und Wirkung von Sprache eintauchen. Der Computer gibt ihnen die Gelegenheit, vom Rezipienten eines literarischen Werkes zu dessen Partizipienten zu werden. Diese Unterrichtsreihe ist eine Art Forschungsprojekt, in dessen Mittelpunkt die Auseinandersetzung mit der Wirkung und medialen Inszenierung von Sprache steht. Durch produktionsorientiertes Arbeiten - insbesondere mit Computer und Internet - haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Bedeutung des Schreibens und die Konsequenzen einer öffentlich gemachten Meinung realitätsnah zu erfahren. Martin Walser im Unterricht Viele Gründe sprechen für die Beschäftigung mit Martin Walser im Rahmen eines handlungs- und ergebnisorientierten Unterrichtsprojekts. Allgemeine Hinweise zur Unterrichtsreihe Diese Seite enthält allgemeine Informationen zur Gestaltung der Unterrichtsreihe und weitere Möglichkeiten zur Anbindung der Thematik. Ablauf der Unterrichtsreihe Hier finden Sie eine Übersicht über die einzelnen Unterrichtsmodule, die nach den jeweiligen Anforderungen der konkreten Unterrichtssituation umgestellt oder angepasst werden können. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler stellen das literarische Schaffen Walsers in einen zeitbezogenen Kontext. fertigen ein Gesellschaftsporträt Deutschlands von 1955 bis zur Gegenwart an. erarbeiten die Friedenspreisrede von Martin Walser und ordnen sie in ihren Kontext ein. erarbeiten Wortfelder und Wortfamilien zu thematisch passenden Begriffen. finden rhetorische Mittel in einem Text, hinterfragen ihre Funktionalität und Wirkung und wenden selbst literarische Gestaltungsmittel an. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten und präsentieren eine PR-Strategie für Walsers Buch "Tod eines Kritikers" in einer Simulation. schreiben selbst eine Rede (als Antwort auf die Walser-Rede). lesen einen längeren Text kursorisch und entwickeln eigene Strukturierungshilfen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler suchen im Internet gezielt nach Informationen. setzen Word als Hilfsmittel bei der Textarbeit. setzen einen längeren Sachtext in einen optisch ansprechenden Hypertext um. verfassen eigene Reden und Stellungnahmen am PC und machen der Klasse zugänglich. kreieren in Word oder FrontPage eine eigene PR-Kampagne für eine Buchveröffentlichung. Erschwerter Zugang Wenn Schülerinnen und Schüler sich mit Martin Walser beschäftigen (müssen), dann meist im Zusammenhang mit der Novelle "Ein fliehendes Pferd". Die Begeisterung für den Menschen und Schriftsteller selbst hält sich in Grenzen, die Beschäftigung mit Walser als Person beschränkt sich oftmals auf ein Referat über seine Biografie, bei dessen Präsentation die Schülerinnen und Schüler bei den Worten "Ich erzähl' euch jetzt mal was über Martin Walser" schon abschalten. Spiegelung des "Durchschnittsmenschen" Gerade der Schriftsteller Walser eignet sich jedoch gut dazu, mit den Schülerinnen und Schülern ein Spiegelbild-Porträt zwischen seinem literarischen Schaffen und der Entwicklung der Gesellschaft aufzustellen. Die Figur des Helmut Halm, die heutigen Lernenden nur ein müdes Gähnen entlockt - keine Spur eines Skandals oder einer Anrüchigkeit - war zu ihrer Zeit sehr umstritten, nahm sie doch den "Otto Normalverbraucher" der 1970er Jahre sehr kritisch und süffisant unter die Lupe. Da half damals auch alles Autobiografische nicht mehr. Diese Spiegelung des Durchschnittsmenschen der Gesellschaft - die auch schon in "Ehen in Phillipsburg" zu erkennen ist - zieht sich durch Walsers Schaffenswerk. Skandale als gesellschaftliches Phänomen Für Schülerinnen und Schüler kann Martin Walser dann spannend werden, wenn sie diese Linie zu Ende zeichnen: Die Friedenspreisrede von 1998, die zu ihrer Zeit für großes Aufsehen sorgte, tat dies, weil die Gesellschaft durch die Holocaust-Mahnmaldebatte, durch die Anschläge von Mölln und Solingen (wieder) eine neue Empfindlichkeit gegenüber dem Thema "Umgang mit der Vergangenheit" entwickelte. Spannendes "Dokument der Langeweile" Der nächste Skandal - hausgemacht oder unbeabsichtigt - ging einher mit dem Erscheinen des Buches "Tod eines Kritikers". Der Wind, den die Presse im Vorfeld um dieses Buch machte - Vorwürfe des Antisemitismus sind noch die harmlosesten, "ein Dokument des Hasses" das gängigere Schlagwort - war nicht annähernd geeignet, die Langeweile, die viele Leserinnen und Leser bei der Lektüre des Buches ergriff, wegzublasen. Aber die Lektüre unter dem Gesichtspunkt, die Vorwürfe gegenüber dem vermeintlichen Inhalt des Buches, zu bestätigen oder zu entkräften, macht auch dieses "Dokument der Langeweile" interessant. Wirkung von Sprache erfahren Gerade die Arbeit mit dem Computer, die Möglichkeit der Veröffentlichung der eigenen Meinung im Internet und die Arbeit mit einem Textverarbeitungsprogramm ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, nicht nur als Rezipienten am Text zu arbeiten, sondern aktiv am Schaffensprozess von Literatur teilzuhaben. Die eigene Meinung erhält eine viel höhere Gewichtung, wenn die Möglichkeit der Veröffentlichung gegeben ist. Gleichzeitig zeigt sie aber auch die Bedeutung des geschriebenen Wortes und die Konsequenzen einer öffentlich gemachten eigenen Meinung, so dass die Schülerinnen und Schüler über diesen medienkundlichen Aspekt die Wirkung von Sprache selbst erfahren. Unabhängiger Einsatz der Module Die vorgestellte Unterrichtsreihe besteht im Wesentlichen aus zwei Modulen. Das erste befasst sich mit der Friedenspreisrede von Martin Walser aus dem Jahr 1998. Diese Rede kann auch abgekoppelt vom nachfolgenden Modul behandelt werden. Sie kann dann nicht nur in der Sekundarstufe II, sondern auch in einer zehnten Klasse eingesetzt werden. Ebenso kann auch die Behandlung des Buches "Tod eines Kritikers" als unabhängiges Modul ohne die Friedenspreisrede behandelt werden. Blick über den Tellerrand Das Interessante an den beiden genannten Modulen ist, dass die Schülerinnen und Schüler einen Autor von mehreren Seiten betrachten können. Sie blicken "über den Tellerrand" eines Werkes, einer politischen Rede hinaus und können wie in einem Forschungsprojekt den Autor mit einem Großteil seines Werkes kennen lernen. Die Schülerinnen und Schüler können zudem sehr selbstständig arbeiten, denn im Netz finden sie zu den unterschiedlichsten Themen gute Informationen. Sie erfahren sich als Partizipienten an einem literarischen Werk, wenn sie selbst die Möglichkeit zur Veröffentlichung erhalten. Offener thematischer Einstieg Der Einstieg in die Thematik wurde hier absichtlich offen gelassen. Alltägliche Geschehnisse, andere Politikerreden, Eröffnungen von Gedenkstätten und Ähnliches ermöglichen einen sehr viel aktuelleren Einstieg in das Thema als eine vorgegebene Struktur. Zudem können auch die Voraussetzungen, die die Schülerinnen und Schüler aus dem bisherigen Unterricht mitbringen, stark variieren. So wählt eine Lehrkraft, die im Vorfeld ein anderes Walser-Buch behandelt hat, einen anderen Einstieg als die Lehrkraft, die im Unterricht "politische Reden" thematisiert. Neben der geschilderten Möglichkeit der Reihengestaltung kann die Thematik noch in anderen Zusammenhängen unterrichtet werden. Projekt: Nachdenken über Deutschland Die Friedenspreisrede von Martin Walser ist ein Bestandteil dieser Reihe und dient als Ausgangspunkt für Überlegungen, wie mit der NS-Vergangenheit angemessen umgegangen werden kann. Neben dieser Rede können beispielsweise die Reden von Martin Hohmann, Auszüge aus der Holocaust-Mahnmal-Debatte und auch Auszüge aus dem Historikerstreit der 1980er Jahre thematisiert werden. Die Zusammenarbeit mit dem Geschichtsunterricht und dem Politik/SoWi-Unterricht bietet sich an. Politische Reden als literarische Gattung Die Friedenspreisrede Martin Walsers wird eingebettet in die Auseinandersetzung mit politischen Reden unterschiedlichster Art als Beispiel für die Rede als literarische Gattung der Darstellung von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Hier bietet sich die Zusammenarbeit mit dem Pädagogik-Unterricht an. Politische Reden: Was macht eine Rede zur "Rede des Jahres"? Das Institut für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen kürt jährlich die "Rede des Jahres". Auf dieser Seite finden sich neben den Texten der jeweiligen Reden auch die Begründungen der Juroren. Sprachwissenschaftlich können die Schülerinnen und Schüler hier erforschen, was eine Rede auszeichnet, wie sie sprachlich und inhaltlich aufgebaut sein sollte, welche Gemeinsamkeiten die Reden des Jahres haben. Die Möglichkeit des Verfassens eigener Reden oder des Erstellens eines Kriterienkatalogs, mit dem Reden beurteilt werden können, bietet sich an. Hiermit kann besonders methodisches Arbeiten geschult und vertieft werden. Uni Tübingen: Walsers "Friedenspreisrede" als Rede des Jahres 1998 Umgang mit der eigenen Vergangenheit in Literatur und Film Die Diskussionen und der Film "Der Untergang" selbst sind Bestandteile dieses Unterrichtsvorhabens, ebenso wie Bücher wie "Die Welle" oder "Jugend ohne Gott". Im Mittelpunkt stehen dabei die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in Deutschland und die Möglichkeiten der literarischen Verarbeitung. Die Zusammenarbeit zum Beispiel mit dem Kunstunterricht (Vergangenheitsbewältigung in der Kunst) ist hier möglich. Literatur im Spiegel der Öffentlichkeit Der Fokus liegt hier auf der Veröffentlichung des Buches "Tod eines Kritikers". Ausgehend von diesem Beispiel werden exemplarisch die Veröffentlichungen verschiedener literarischer Werke sowie die im Vorfeld erschienenen Pressemeinungen betrachtet. Es bietet sich hierbei an, auch auf Mitschnitte beispielsweise des "Literarischen Quartett" zurückzugreifen und die dort erfolgten Buchbesprechungen mit eigenen oder anderen Eindrücken zu vergleichen. Bei Fernsehmitschnitten ist jedoch darauf zu achten, dass es sich nicht um private Aufnahmen handelt (diese sind urheberrechtlich problematisch), sondern diese direkt vom Sender zu beziehen (zum Beispiel: ZDF-Mediathek, Online-Sendungen). Martin Walser - ein umstrittener Schriftsteller Unterrichtsmodule Das Unterrichtskonzept enthält hervorragend aufbereitetes Material und viele Anregungen zur Umsetzung im Unterricht. Vor allem durch die Modulstruktur ist es möglich, die Ideen an die eigene Lerngruppe und deren Bedürfnisse anzupassen. Auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön an Svenja Engemann. Marcel Thimm, 22.05.2007 Der Text der Rede ist sehr lang; als Word-Dokument umfasst er sieben Seiten. Auch eine mögliche Kürzung verringert den Umfang nur um eine Seite, wenn man vermeiden will, mit der Kürzung auch gleichzeitig eine Interpretation vorzunehmen. Dennoch bieten sich mehrere Alternativen der ersten Annäherung an. Martin Walser - Friedenspreisrede 1998 (pdf) Den Text der Rede finden Sie zum Beispiel hier. Variante 1: Gekürzte Fassung Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine gekürzte Fassung. Beispielsweise kann der Teil der Rede gestrichen, der die Inhaftierung Rainer Rupps thematisiert. Diese Kürzung ist problematisch wie jede andere auch. Auf diese Art bleibt das Diskussionswürdige und Streitbare hinsichtlich des Vorwurfs "Antisemitismus" bestehen, worauf sich die Entgegnungen von Bubis, von Dohnanyi und Wiesel beziehen. Selbstverständlich können auch andere Kürzungen vorgenommen werden, etwa die Verweise auf die Literaten des 19. Jahrhunderts. Variante 2: Originalfassung Wenn die Schülerinnen und Schüler mit der Originalrede arbeiten, sollten sie mehrere Tage Zeit zur ersten Bearbeitung und Lektüre haben. Der Arbeitsauftrag könnte dann lauten, die Rede in Sinnabschnitte einzuteilen, thematische ähnliche Abschnitte zusammenzufassen oder zusammenzuschreiben (mithilfe von Word). Variante 3: Auszüge der Rede in Gruppenarbeit und Gruppenpuzzle Eine dritte Variante wäre, den Schülerinnen und Schülern arbeitsteilig bestimmte Abschnitte der Rede an die Hand zu geben. Die Rede kann hierfür in Teilabschnitte untergliedert werden (der Vorschlag enthält sieben Abschnitte). Die Schülerinnen und Schüler erhalten in Gruppen jeweils einen der Abschnitte (mit Titel und Verfasser der Rede) mit dem Arbeitsauftrag, den Inhalt des Abschnittes mit eigenen Worten kurz wiederzugeben und Schlüsselbegriffe/Schlagworte herauszuschreiben. Diese Variante bietet sich auch für weniger leistungsstarke Kurse an, weil die gesamte Rede arbeitsteilig und im Gruppenpuzzle aufgearbeitet werden kann. Die Arbeitsaufträge 6 und 7 sollten erst dann verteilt werden, wenn die Schülerinnen und Schüler selbst erarbeitet haben, dass ihnen Ausschnitte aus derselben Rede vorliegen. Nach der Bearbeitung von Punkt 6 sollten eine oder zwei der Gruppen die von ihnen zusammengesetzte Rede im Plenum präsentieren. Erscheint das zu zeitaufwändig, können die Schülerinnen und Schüler die Redeausschnitte in Word bearbeiten und im Gruppenpuzzle zusammensetzen. Über den PC können dann die Gruppen die bearbeiteten Reden (Reihenfolge, Schlüsselbegriffe) mitlesen und verfolgen. Ein Ziel der Präsentation ist auch hier, dass die Schülerinnen und Schüler im Kurs Schlüsselbegriffe und Schlagworte der Rede erarbeiten. Bei der Durchführung der Reihe in einem Oberstufenkurs wurde deutlich, dass eine Abgrenzung der Begriffe Schlagwort und Schlüsselbegriff sinnvoll ist. Je nachdem, wie diese Begriffe bislang im Unterricht verwendet wurden, ist es sinnvoll, im Vorfeld zu klären, was die Schülerinnen und Schüler unter Schlagwort und Schlüsselbegriff verstehen und entsprechend die Formulierung in der Aufgabenstellung zu ändern. Schlagwort Mit "Schlagwort" verbinden die Schülerinnen und Schüler solche Begriffe, die besonders augenfällig sind, die eine bestimmte Reaktion beim Leser auslösen; sie müssen aber nicht zwangsläufig den Inhalt der Rede widerspiegeln. Schlagworte spiegeln auch oft den Eindruck des Lesenden zum Text wieder, müssen diesem aber nicht direkt entnommen sein. Die Konnotation bei "Schlagwort" ist emotional. Schlüsselbegriff "Schlüsselbegriffe" dagegen werden direkt dem Text, der Rede entnommen, sie dienen der Strukturierung eines Textes. Ihre Benennung erfolgt nach sachlichen Kriterien des Textverständnisses. Assoziationsübungen Die Schülerinnen und Schüler sammeln zunächst ihre Assoziationen zu den Begriffen "Mond" und "Vergangenheit" (zum Beispiel in Form einer Mindmap). Anschließend verfahren sie genauso mit den herausgearbeiteten Schlüsselbegriffen aus der Walser-Rede. Die Übungen "Mond" und "Vergangenheit" können auch gemeinsam mit dem Kurs durchgeführt werden. Als Arbeitsblatt bieten sie sich als mögliche Hausaufgabe an. Wenn Sie die Schülerinnen und Schüler sowohl nach Schlüsselbegriffen als auch nach Schlagworten haben suchen lassen, sollten jetzt auch getrennt voneinander Mindmaps zu den jeweiligen Begriffen erstellt werden. "Mindjet MindManager" ist ein Programm zur schnellen und einfachen Erstellung von Mindmaps am Computer. Über die folgende Adresse besteht die Möglichkeit, das Programm Mindjet MindManager zur Erstellung von Mindmaps für Schulen downzuloaden. Einen Link zur detaillierten Beschreibung des Programms finden Sie auf der Startseite dieses Beitrags unter "Zusatzinformationen". cotec.de: Mindjet MindManager Auf dieser Seite kann eine kostenlose Schullizenz angefordert und anschließend das Programm MindManager heruntergeladen werden. Zum Schreiben anregen Wenn Ihnen die Zeit zur Verfügung steht und die Schülerinnen und Schüler die Motivation zum eigenen Schreiben mitbringen, sollte dieser Schritt in jedem Fall durchgeführt werden. Denn die Schülerinnen und Schüler haben hier die Möglichkeit, vom Rezipienten zum Partizipienten der Rede zu werden. Anderenfalls kann dieser Schritt auch übersprungen werden und die Schülerinnen und Schüler können direkt im Netz nach den Entgegnungen auf die Walser-Rede recherchieren. Schlüsselbegriffe und Konnotationen als Grundlage Als Grundgerüst für das Verfassen einer Gegenrede oder eines offenen Briefes können die Schlüsselbegriffe und Konnotationen dienen, die zuvor von den Schülerinnen und Schülern erarbeitet wurden. Die Beschäftigung mit den Schlüsselbegriffen und den damit verbundenen Konnotationen dürfte bereits zu einigen Diskussionen geführt haben, etwa über die Angemessenheit der Wortwahl oder die emotionale Aufladung einiger Begriffe. Die von den Schülerinnen und Schülern verfassten Texte können von den Mitschülerinnen und Mitschülern gelesen und bearbeitet werden. von den Mitlernenden rezensiert werden. mit den Entgegnungen von Bubis, Wiesel, von Dohnanyi oder anderen verglichen werden. Bestandteile einer Homepage zu Martin Walser werden. im Intranet der Schule veröffentlicht werden. im Internet, beispielsweise über lo-net, veröffentlicht werden. Anschluss an aktuelle Debatten (Fertigstellung des Holocaust-Mahnmals) bieten. Grundlage sein für eine eigene literarische Auseinandersetzung mit dem Thema "Umgang mit der eigenen Geschichte und Vergangenheit". für eine verfremdende Umformung in eine andere literarische Form (Gedicht, Kurzgeschichte, Parabel oder Ähnliches) durch einen anderen Schüler oder eine andere Schülerin herangezogen werden. Dieses Modul bietet auch die Möglichkeit zur Öffnung für fächerverbindendes Arbeiten oder als Vorbereitung auf einen Projekttag/eine Lesung zum Thema. Entgegnungen im Internet recherchieren und als Hypertext verfassen Die Schülerinnen und Schüler recherchieren im Internet Entgegnungen auf die Walser-Rede und erarbeiten die Reden von Bubis und von Dohnanyi sowie den offenen Brief von Wiesel. Anschließend gestalten sie eine der Entgegnungen als Hypertext, um grundlegende Aspekte der Erstellung und Gestaltung von Hypertexten kennen zu lernen. Alternativer Einstieg in die Unterrichtsreihe Dieser Baustein kann auch als Einstieg in die Reihe genutzt werden. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in drei Gruppen unterteilt die Reaktionen von Ellie Wiesel, Klaus von Dohnanyi und Ignatz Bubis und überlegen dann gemeinsam (über Schlüsselbegriffe), welche Rede diesen Entgegnungen zugrunde liegen könnte. Auch hier kann man sie zunächst selbst diese Rede verfassen lassen und ihnen dann den Originaltext von Walser reichen. Im Mittelpunkt steht auch hier die Methode der Wortfeld-Forschung und Bestimmung von Schlüsselbegriffen. Fächerübergreifendes Arbeiten Dieser Baustein kann als Ausgangspunkt genutzt werden, um von Martin Walser zum Thema "Umgang mit der Vergangenheit" überzuleiten und thematisch die Verbindung zum Geschichtsunterricht oder Politikunterricht herzustellen. Die Lernenden recherchieren im Internet Informationen zu Leben und Werk Martin Walsers und verfassen einen entsprechenden Zeitungsartikel oder Hypertext. Alternative zur Bearbeitung der Biografie Wenn Sie bereits eine Lektüre von Martin Walser im Unterricht behandelt haben, erübrigt sich die nochmalige Erarbeitung seiner Biografie. Dieser Baustein kann insofern verändert werden, als Sie dann den zeitgeschichtlichen Kontext der Friedenspreisrede von den Schülerinnen und Schülern erarbeiten lassen können. Einstieg in die Unterrichtsreihe Sie können in die Reihe auch mit diesem Baustein einsteigen und den Schwerpunkt zunächst auf das Buch "Tod eines Kritikers" legen. Dieser Einstieg kann dafür genutzt werden, einen literarischen und gesellschaftskritischen Vergleich mit der gegebenenfalls schon gelesenen Lektüre von Martin Walser herzustellen. Wahl der Lektüre Ferner kann dieser Baustein genutzt werden, um die Schülerinnen und Schüler eine Lektüre von Martin Walser auswählen zu lassen. Die Friedenspreisrede kann optional im Vorfeld als "erster Kontakt" mit Martin Walser genutzt werden. Die Bausteine "Reaktionen auf die Rede" und "Auseinandersetzung mit Leben und Werk Walsers" können auch zusammengefasst und von den Schülerinnen und Schülern in Gruppen arbeitsteilig erarbeitet und dann präsentiert werden. Wenn die Schülerinnen und Schüler Hypertexte erstellen, können sie damit eine eigene Homepage zu Martin Walser einrichten. Sorgfältige Planung Dieser Arbeitsschritt muss sehr sorgsam geplant werden, damit sich das Thema des Unterrichts nicht verschiebt und die Schülerinnen und Schüler allgemein etwas zu "Werbung" erarbeiten. Das AIDA-Prinzip Die Schülerinnen und Schüler sollen ihrer Kampagne das AIDA-Prinzip zugrunde legen. AIDA ist eine Abkürzung für die wichtigsten Aspekte, die eine Werbung enthalten soll: Attention, Interest, Desire, Action. Die folgenden Links mit näheren Erläuterungen zu AIDA finden die Gruppen auch auf ihren Arbeitsblättern. Teleunterricht.de: AIDA-Prinzip Auf dieser Seite finden Sie konkrete Beispiele, mit welchen Mitteln die einzelnen Aspekte von AIDA umgesetzt werden können. Im nächsten Arbeitsschritt recherchieren die Schülerinnen und Schüler im Internet Reaktionen der Presse und der Öffentlichkeit auf das Buch, die sie anschließend in einer Collage zusammenstellen. Sie vergleichen die öffentlichen Reaktionen mit ihrer eigenen PR-Kampagne. Proben der Situation "Talkshow" Eine intensive Vorbereitung des Rollenspiels ist wichtig. Vorbereitung meint hierbei nicht nur die inhaltliche, die durch die Unterrichtsmodule ohnehin erfolgt, sondern vor allem eine methodische. Je nachdem, wie gut die Schülerinnen und Schüler mit der Methode Rollenspiel vertraut sind, ist es notwendig, die nachzuspielende Situation "Talkshow" in Modellen schon kennen gelernt zu haben. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass eine Hausaufgabe "fiktives Interview mit Martin Walser oder Ignatz Bubis" nicht nur vorgelesen, sondern von zwei Schülerinnen oder Schülern vorgespielt wird. Eine Abend-Talkshow ansehen Des Weiteren sollten die Schülerinnen und Schüler zumindest einmal die Hausaufgabe erhalten, sich zu Hause eine Talkshow anzusehen, und zwar eine aus dem Abendprogramm. Abstand ist zu nehmen von den einschlägigen Sendungen auf den privaten Sendern im Nachmittagsprogramm. Vielleicht passt auch das Thema einer Abend-Talkshow (beispielsweise einer Polit-Talkshow) zum Unterrichtsthema. Rollen festlegen Die Prominenten, in deren Rolle die Schülerinnen und Schüler schlüpfen, sollten ihnen in jedem Fall aus dem bisherigen Unterricht bekannt sein. Neben den "beteiligten Akteuren" wie Walser selbst oder Ignatz Bubis können auch diejenigen Personen, die das Buch rezensiert oder die Rede kommentiert haben, als Talkgäste auftreten. Wichtig ist, dass sich die Lehrkraft weit genug im Vorfeld mit den Schülerinnen und Schülern einigt, welche Rollen vorkommen sollen. Vorbereiten auf die jeweilige Rolle Die Schülerinnen und Schüler, die für die Rollen in der Talkshow vorgesehen sind, müssen sich intensiv auf die Rolle vorbereiten, also Hintergrundinformationen über die Person haben und ihre Meinung zu wichtigen Themen kennen. Dies gilt in besonderer Weise für den Moderator oder die Moderatorin. Diese oder dieser hat mit den Fragen an die Gäste dafür zu sorgen, dass konkret zum Thema diskutiert wird und bestimmte Gesprächsregeln befolgt werden. Regeln für die Talkshow festlegen Gerade bei diesem sehr streitbaren Autor ist es wichtig, dass das Rollenspiel nicht in "Klamauk" ausartet. Die Regeln für die Talkshow müssen im Vorfeld festgelegt sein. Es sollte festgelegt werden, wie lange das Rollenspiel dauern soll. ob die Zuschauerinnen und Zuschauer Fragen stellen dürfen. ob die Gäste nur eine bestimmte Redezeit haben. wer die Fragen stellt. wer das Wort erteilt. welche Fragen abzuhandeln sind. Für Atmosphäre sorgen Es sollte die einer Talkshow angemessenen Atmosphäre herrschen. Der Raum sollte schon vor dem Rollenspiel hergerichtet sein, das heißt, Tische und Stühle müssen entsprechend umgestellt sein. Ferner kann - je nach Motivation der Klasse - mit kleinen Accessoires die Atmosphäre etwas authentischer gestaltet werden (Jinglemusik einer Sendung, Jackett für den Moderator oder die Moderatorin und Ähnliches). Beobachtungsaufträge verteilen Die Schülerinnen und Schüler, die nicht an der Talkrunde teilnehmen, erhalten Beobachtungsaufträge, die sich sowohl auf die darstellerische als auch auf die inhaltliche Leistung beziehen. Das Rollenspiel dokumentieren Auf Spielereien wie ein Mikrofon sollte verzichtet werden. Sinnvoll ist aber, das Spiel fotografisch zu dokumentieren. Die Fotos können noch sehr gut weiterverwendet werden, beispielsweise für eine Homepage oder für eine kreative Hausaufgabe (Fotos mit Sprech- und Denkblasen versehen). Rolle der Lehrkraft Die Lehrperson sollte sich ganz aus dem Rollenspiel zurückziehen. Durch eine festgelegte Zeitspanne und die Regeln für die Talkshow ist die Gefahr des Ausartens gering. Wird das Rollenspiel dagegen zu "flach", weil die Inhalte fehlen, ist es besser, das Spiel abzubrechen. Das Rollenspiel muss in jedem Fall ausgewertet werden. Zum einen erfolgt eine methodische Auswertung, bei der zunächst die Akteurinnen und Akteure, dann die Zuschauenden befragt werden, wie sie das Übernehmen einer Rolle/das Spiel insgesamt fanden. Zum anderen wird nach inhaltlichen Kriterien ausgewertet, wobei wichtige Aspekte der bisherigen Unterrichtsstunden nachgefragt und überprüft werden. Mattes, Wolfgang: Methoden für den Unterricht. 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn, Braunschweig 2002 (Schöningh-Verlag).

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe II

Manipulation mit Diagrammen

Unterrichtseinheit

"Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast"! Dieses berühmte Zitat stammt von Winston Churchill und findet im Zusammenhang mit Manipulationen von Statistiken oft Verwendung. Was sich dahinter verbergen könnte, möchte diese Einheit den Lernenden näher bringen. Schülerinnen und Schülern sind Diagramme aus Printmedien, Fernsehen und aus dem Internet bekannt. Allerdings ist dies nur eine oberflächliche Vertrautheit. Die Möglichkeiten der Manipulation von Diagrammen wird nicht bewusst wahrgenommen. Um die Wahrnehmung zu schärfen, wird in dieser Einheit die Auswertung der Umsatzentwicklung von zwei Fast-Food-Unternehmen betrachtet. Es soll verdeutlicht werden, wie erstellte Diagramme verändert werden können, insbesondere was durch die Veränderung der Skalierung bewirkt wird. Die Unterrichtseinheit dient dazu, die vorab erworbenen Kenntnisse im Bereich der Tabellenkalkulation und der Erstellung von Diagrammen zu erweitern und auf eine kaufmännische Problemstellung anzuwenden. Die Schülerinnen und Schüler sollten Vorkenntnisse bei der Erstellung von Tabellen und in Bezug auf Diagrammtypen haben. Unterrichtsablauf Der Ablauf der Unterrichtsstunde wird detailliert unter Einbindung der Arbeitsmaterialien erläutert. Didaktische Überlegungen Hier werden didaktische Überlegungen zu Themenauswahl und Einbindung in den Unterricht dargestellt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen den Informationsbedarf und mögliche Informationsquellen nennen. eine Achsenskalierung durchführen. Strategien zur Verhinderung irreführender Veränderungen der Größenachse entwickeln. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Informationen zur Umsatzentwicklung zweier Fast-Food Ketten aus dem Internet auswerten. die gewonnenen Informationen in einem Diagramm darstellen. ihren Mitschülern die Ergebnisse ihrer Arbeit erklären. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in Partner- und Gruppenarbeit üben. in der Gruppe eine gemeinsame Entscheidung für ein Partnerunternehmen treffen. Thema Manipulation mit Diagrammen Autor Andreas Otte Fach Wirtschaftsinformatik Zielgruppe kaufmännische Berufsschule, Höhere Handelsschule, Wirtschaftsgymnasium Zeitraum 1 Unterrichtsstunde Technische Voraussetzungen ein Computer für je zwei Schülerinnen und Schüler, Tabellenkalkulations- und Präsentationsprogramme, Beamer, OHP Planung Manipulation mit Diagrammen Kamphaus, Antonius: Excel 2002. Lernen durch Üben - ein handlungsorientiertes Unterrichtswerk, Darmstadt 2002. Als Einstieg werden vier Power-Point-Folien verwendet. Auf diesen wird die Entscheidungssituation eines Diskothekenbesitzers dargestellt: Er sucht ein Partnerunternehmen für den Verkauf von Fastfood. Diese Situation soll die Schülerinnen und Schüler aufgrund des Lebensweltbezugs motivieren. Zudem wird in der Stunde das Vorwissen im Bereich der kaufmännischen Problemstellungen aktiviert. Anhand der dargestellten Situation erhalten die Lernenden die Gelegenheit, in der Phase der Problemerkenntnis in einem Unterrichtsgespräch eigene Vorkenntnisse zu Kriterien bei der Auswahl der Lieferanten zu nennen. Sie benennen die benötigten Informationen und machen Vorschläge zu möglichen Informationsquellen. In der Phase der Arbeitsplanung informiert die Lehrkraft über den geplanten Verlauf der Stunde. In der Informationsphase werten die Schülerinnen und Schüler in arbeitsteiliger Partnerarbeit Informationen aus dem Internet zu der Umsatzentwicklung der beiden Fastfood-Unternehmen (McDonald´s, Burger King) aus. Die Klasse arbeitet mit authentischen, didaktisch nicht aufbereiteten Quellen aus dem Internet. Zugleich wird den Schülerinnen und Schülern Wikipedia als Rechercheinstrument nahe gebracht. In der Produktionsphase erstellen die Lernenden anhand der Informationen aus dem Internet in arbeitsteiliger Partnerarbeit eine Excel-Tabelle und ein dazuzugehöriges Diagramm. Die Aufgabenstellung entnehmen die Schülerinnen und Schüler einer vorbereiteten Excel-Datei. Durch die Partnerarbeit wird eine hohe Aktivität auch der zurückhaltenden Schülerinnen und Schüler erreicht. Die Lernenden verändern anschließend die Größenachse des Diagramms entsprechend der Aufgabenstellung. Dabei ist vermutlich nur wenigen unmittelbar bewusst, welche Auswirkung die Veränderung der Größenachse auf die Aussagekraft des Diagramms hat. In der Entscheidungsphase finden sich je zwei Schülerpaare mit unterschiedlichen Ausgangsunternehmen zu einer Gruppe zusammen. Sie stellen sich gegenseitig ihre Arbeitsergebnisse vor. Dazu nutzen sie ihre Schülerrechner. Anschließend treffen sie in der Gruppe eine gemeinsame Entscheidung für einen Lieferanten. Mittels farbiger Karten signalisieren die Schülerinnen und Schüler in der Austauschphase für welchen Lieferanten sich das Modellunternehmen entscheiden soll. Es ist aufgrund der manipulierten Diagramme zu erwarten, dass sich die Lernenden für das falsche Unternehmen (McDonald´s) entscheiden werden. In der Konfrontationsphase werden die Diagramme von zwei Schülerpaaren mit unterschiedlichen Unternehmen mittels Beamer und Overheadprojektor nebeneinander an die Wand projiziert. Nun sollen sie ihre Entscheidung begründen. Sie sollen erkennen, dass ihre Entscheidung durch die unterschiedliche Skalierung in eine falsche Richtung geleitet wurde. Des Weiteren machen sie Vorschläge wie eine solche Irreführung vermieden werden kann. In der Umsetzungsphase wenden die Schülerinnen und Schüler ihre Gestaltungsvorschläge auf ihre eigenen Tabellen an. Sie überdenken ihre Entscheidung unter Berücksichtigung der Umsatzentwicklung des anderen Unternehmens. Das Thema "Manipulation mit Diagrammen" hat für die Schülerinnen und Schüler keinen bewussten Gegenwartsbezug. Sie sind zwar häufig mit beeinflussend gestalteten Diagrammen konfrontiert, doch ist ihnen dies nicht bewusst. Hier soll die Unterrichtsstunde einen Beitrag zur kritischen Mediennutzung leisten. In Bezug auf die Berufsausbildung kommt dem Thema eine starke Zukunftsrelevanz zu. Es ist im Rahmen der Berufsausbildung notwendig, dass die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind Diagramme kritisch zu hinterfragen. Anhand der Manipulation der Größenachse wird den Schülerinnen und Schülern exemplarisch verdeutlicht, dass Diagramme nicht "objektiv" sind, sondern immer auch einen Gestaltungsspielraum eröffnen. In der Folgestunde werden beeinflussende Wirkungen der grafischen Gestaltung von Diagrammen beleuchtet. Die Erarbeitung erfolgt anhand des neu eingeführten, schülernahen Modellunternehmens "G-fly". Die Manipulation mit Diagrammen ist ein abstraktes Thema. Daher sollen ihre Auswirkungen für die Schülerinnen und Schüler durch die methodische Aufbereitung der Thematik in der Stunde anschaulich gestaltet werden. Das Thema Manipulation mit Diagrammen wird in der vorliegenden Stunde auf die Veränderung der Größenachse reduziert. Manipulationen der Zeitachse und die Auswir-kungen einer logarithmischen Skalierung werden nicht thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler zeigen Interesse an den Themen der Unterrichtsstunde. Dies ist unter anderem auf die dank des Diagrammassistenten schnell erzielbaren ansehnlichen Handlungsprodukte zurückzuführen. Auch das neu eingeführte Modellunternehmen wirkt sich aufgrund seiner Nähe zur Lebenswelt der Lernenden förderlich auf das Schülerinteresse aus.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co.
  • Sekundarstufe II

Die perfekte Bewerbung

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Themenbereich Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Bewerbungstraining bietet von der Stärkenanalyse über die Stellensuche hin zur fertigen Bewerbungsmappe übersichtliche Materialien zum Einsatz im Unterricht. Ein methodischer Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung der Selbstlernkompetenzen.Das Thema Bewerbung verfolgt Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte seit der achten Klasse - oft ohne wirklich zufriedenstellende Ergebnisse. An beruflichen Schulen wird es in nahezu jedem Bildungsgang im Deutschunterricht wieder aufgegriffen, wobei dort die besondere Schwierigkeit besteht, mit völlig unterschiedlichen Vorkenntnissen der Schülerinnen und Schüler umzugehen, um die Motivation bei diesem wichtigen Vorhaben zu erhalten. Deshalb wählt diese Unterrichtsreihe den Weg, die Schülerinnen und Schüler mit gut ausgearbeiteten Unterrichtsmaterialien weitgehend selbstständig arbeiten zu lassen.Im Mittelpunkt der Unterrichtsreihe "Die perfekte Bewerbung" steht eine möglichst selbstständige Erarbeitung dessen, was nötig ist, um eine "perfekte" Bewerbungsmappe zu erstellen. Dazu werden den Schülerinnen und Schülern Materialien an die Hand gegeben, die sich selbst erklären. Die Lernenden bestimmen ihr Arbeitstempo weitgehend autonom, da sie die Menge ihrer Hausaufgaben steuern. Der Lehrkraft kommt eine beratende und unterstützende Rolle zu. Ablauf der Unterrichtseinheit "Die perfekte Bewerbung" Die Materialien der Unterrichtseinheit "Die perfekte Bewerbung" sind so aufgebaut, dass die Lernenden sich die Aufgabenstellungen selbst erarbeiten können. Die Lehrkraft unterstützt und begleitet. Über diesen Link gelangen Sie zu einem detaillierten Ablaufplan der Unterrichtseinheit. Die Schülerinnen und Schüler werden sich über ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten klar. analysieren Stellenanzeigen und verfassen individuell abgestimmte Anschreiben. nutzen das Internet als Recherchemedium, um Informationen zu Berufen und freien Ausbildungsstellen zu finden. erstellen eigene Bewerbungsmappen, die sie als Grundlage für reale Bewerbungsvorhaben nutzen können. Die Lehrkraft gibt einen kurzen Einstieg in das Thema "Bewerbung". Sie verteilt die Unterlagen und setzt eine Frist zur Abgabe der ausgefüllten Arbeitsblätter und der fertigen Bewerbungsmappen. Die Frist hängt davon ab, wie viele Unterrichtsstunden in wie vielen Fächern zur Verfügung stehen; insgesamt werden circa 12 Stunden benötigt. Realitätsnähe und praktischer Nutzen Damit das Unterrichtsvorhaben "Die perfekte Bewerbung" einen unmittelbaren Nutzen für die Schülerinnen und Schüler hat, suchen sie eine Stellenanzeige, auf die sie sich bewerben wollen. Damit die Schülerinnen und Schüler das Angebot auf Dauer nutzen können, werden die Bewerbungsunterlagen nicht nur in ausgedruckter Form zur Verfügung gestellt, sondern sollen auch digital gespeichert werden, damit die Schülerinnen und Schüler eine wiederverwendbare Grundlage für weitere Bewerbungen haben. Rolle der Lehrkraft Während die Schülerinnen und Schüler an ihren Aufgaben arbeiten, hat die Lehrkraft rein helfende Funktion. Sie beantwortet Fragen, verweist auf Nachschlagewerke und begleitet den Medieneinsatz. An diese Arbeitsphase kann sich eine Klassenarbeit anschließen, in der zum Beispiel eine Bewerbung und ein Lebenslauf für eine fiktive, aber genau beschriebene Person verfasst werden. Arbeitsblätter Im Download auf der Startseite der Unterrichtseinheit "Die perfekte Bewerbung" finden Sie die Aufgaben- und Lösungsblätter auch im PDF-Format. Die folgenden RTF-Dokumente können auch verändert werden. Fächeraufgabe Angelegt ist die Reihe als eine Kooperation mit dem Fach Infowirtschaft 2. Dort wird die richtige Form - besonders des Anschreibens - vermittelt. Im Deutschunterricht steht die inhaltliche und sprachliche Seite im Vordergrund. Sehr gute und umfangreiche Unterlagen - ich habe sie über ca. 8 Doppelstunden eingesetzt. Eingebaut habe ich dabei auch ein Rollenspiel am Telefon für eine Anfrage nach einem Praktikumsplatz im Unternehmen. Vielen Dank! Gruß, C. Berger danke für die gut strukturierte, informativ gestaltete arbeitsmappe!! konnte sie im unterricht mit meinen schülerInnen( 4.klasse hauptschule/österreich) ganz toll einsetzen ;-))) susanne Schade, dass so viel Arbeit in eine nicht zeitgemäße Unterrichtseinheit gesteckt wurde. Das Wort "Anlagen" zu unterstreichen und mit Doppelpunkt zu schreiben, war schon in der DIN 5008 von 11.75 falsch. Es ist sehr mühsam, fehlerhaftes Wissen der Schülerinnen und Schüler zu revidieren. Mit freundlichen Grüßen L. Scheel Einfach klasse, wie Sie das Thema für SchülerInnen umgesetzt haben. Handlungsorientierung, Selbsttätiges Lernen, Lernerfolgskontrolle, Ansprechen vieler Sinne, alles vorhanden. Besonders gut gefällt mir der Gedanke des Wechsel der Perspektive: Die Schüler sollen sich in Personalverantwortliche, die Berufsanfänger auswählen hineindenken. Und in diesem Zusammenhang muß ich Ihnen einfach sagen, dass ich keinen Kollegen und keine Kollegin kenne, der das mit der DIN-Norm auf die Goldwaage legen würde. So eine Rückmeldung finde ich ohne Gesamtwürdigung Ihres Konzepts einfach ärgerlich und hat mich zu meiner Rückmeldung bewegt. Als Tipp am Rande kann ich es aktzeptieren. Freundliche Grüße aus der freien Wirtschaft, die Ihre Schüler so gern abnimmt. Sigrid Bischof

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II

Warm Up - Cool Down

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit werden abwechslungsreiche und schülergerechte Formen des Aufwärmens und Einstimmens gezeigt.Jede Sportstunde beginnt mit einer Aufwärmphase, damit sich der Organismus von Ruhe auf Belastung umstellen kann. Ziel des Sportunterrichts ist nicht nur die körperliche Erwärmung und motorische Aktivierung. Die Schülerinnen und Schüler sollen zu einem individuell angemessenen Aufwärmen befähigt werden und den Sinn dieser Einstimmungsphase verstehen.In dieser Unterrichtsanregung werden Materialien vorgestellt, welche die physiologischen und pädagogischen Aspekte des Auf- und Abwärmens im Sportunterricht verdeutlichen. Dabei werden vielfältige Anregungen zur Gestaltung von abwechslungsreichen Aufwärmphasen gegeben, die auch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten in großen Klassen ermöglichen. Umfangreiche Materialen zum sinnvollen Einsatz von Aufwärmspielen und zum sportartspezifischen Aufwärmen ergänzen das Angebot. Besonders umstritten ist zurzeit die Bedeutung des Dehnens/Stretchings. Wissenschaftliche Untersuchungen stellen zunehmend die positiven Wirkungen beim Auf- und Abwärmen in Frage und zeigen, wann Stretching sinnvoll ist und wann nicht.Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Bedeutung des Auf- und Abwärmens bei sportlichen Belastungen auseinander. arbeiten eigenständig anhand von Aufgabenstellungen und interaktiven Arbeitsblättern am Computer (Internet). arbeiten selbstständig mit den im Internet abrufbaren Materialien und bringen ihre neu erworbenen Kenntnisse in den praktischen Sportunterricht ein. entwickeln eigene und abwechslungsreiche Warm up- und Cool down-Programme mithilfe der angebotenen Materialien.

  • Sport
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Energieversorgung

Unterrichtseinheit

Für die deutschen Gaskunden begann das Jahr mit einem Paukenschlag. Nachdem die Preise bereits in den letzten Jahren kräftig gestiegen waren, sorgte die Zuspitzung des so genannten Gaskonflikts zwischen Russland und der Ukraine in den ersten Januartagen des Jahres 2006 für ein kurzzeitiges Absacken der russischen Gaslieferungen.Obwohl die deutschen Energieversorger beteuerten, dass genug Reserven vorhanden seien, zeigten sich die Endverbraucher verunsichert und befürchteten eine neue Preisspirale nach oben. Glücklicherweise konnten sich die Ukraine und Russland nach wenigen Tagen einigen und die Lieferungen nach Deutschland und Westeuropa normalisierten sich. Allerdings hat dieser Konflikt Verbrauchern und Politikern deutlich vor Augen geführt, dass Deutschland - wie auch andere europäische Länder - nicht nur von den Öllieferungen aus aller Welt abhängig ist, auch andere Rohstoffe müssen die heimischen Energieversorger teuer importieren.Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit den globalen Zusammenhängen der Energieversorgung auseinandersetzen. verschiedene Daten über Energiequellen kennen lernen und den Energieverbrauch reflektieren. Unterschiede zwischen fossilen Brennstoffen und regenerativen Energiequellen herausarbeiten. Entwicklungen für die Zukunft beschreiben und alternative Energieträger vorstellen. politische Abhängigkeiten anhand von Energieimporten und -exporten weltweit und für die EU darstellen. Begrifflichkeiten definieren und statistische Erhebungen interpretieren. Informationen über das Internet recherchieren und Texte bearbeiten. Thema Energieversorgung Autor Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 9 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung 2-6 Stunden Medien je ein Computer mit Internetnutzung für 2 Schülerinnen und Schüler Auf den folgenden Unterseiten werden globale und nationale Zusammenhänge der Energieversorgung dargestellt. Die einzelnen Energiequellen werden statistisch beleuchtet und die Entwicklungen für eine alternative Energieversorgung dargestellt. Die Unterseiten enthalten jeweils Recherchelinks zu den Themenbereichen. Globale Zusammenhänge und Abhängigkeiten Die globalen Zusammenhänge von Energieversorgung und Energiepolitik sind sehr komplex. Sie müssen für die Klasse reduziert dargestellt werden. Daten zu den Energiequellen Informationen und Zahlen zu den einzelnen Energiequellen helfen bei der Einordnung derzeitig globaler Abhängigkeiten und zukünftiger Entwicklungen. Energiezufuhr und -verbrauch in Deutschland Da Deutschland nur über wenige Ressourcen verfügt, müssen wir einen Großteil unseres Energieverbrauchs über Rohstoffimporte decken. Energiepolitische Tendenzen Der Staat steuert mit Investitionen und Gesetzen die Entwicklungen für die Energieversorgung der Zukunft. Engere Kooperation in Energiefragen Die Europäische Union reagierte auf den "Gaskonflikt" und die Energieminister diskutierten über mögliche Konsequenzen. Am Ende einigte man sich, dass die EU in Energiefragen künftig enger kooperieren will. Die Kommission will ein so genanntes Grünbuch erarbeiten, in dem sie die wichtigen Fragen identifiziert und damit auf europäischer Ebene eine Debatte über die grundlegenden politischen Ziele im Bereich der Energiepolitik in Gang setzen will. "Die EU braucht eine klare und gemeinsame Politik für die Energieversorgung", bilanzierte der für die Energiepolitik zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs. Energieimporte der EU am Beispiel Erdöl Denn fast alle EU-Länder sind von Energie-/Rohstoffimporten abhängig. Am Beispiel Erdöl, dem nach Angaben des "World Energy Council" (WEC) weltweit wichtigsten Energieträger, zeigt sich das besonders deutlich: lediglich Norwegen, Großbritannien, die Niederlande und Dänemark verfügen über ausreichend Erdölvorräte in der Nordsee, so dass sie das "Schwarze Gold" exportieren können - auch nach Deutschland. Die Bundesrepublik kann den eigenen Jahresbedarf an Rohöl nur zu drei Prozent, das sind rund 3,7 Mio. Tonnen Erdöl, aus eigenen Vorkommen gewinnen - den Rest müssen wir in aller Welt einkaufen. Entwicklungen der letzten Jahre Dabei hat sich der Anstieg des Weltenergieverbrauchs in den letzten Jahren verlangsamt. Er stieg nach Angaben des WEC zwischen 1970 und 1980 um 32,5 Prozent (2,9 Prozent/Jahr), zwischen 1980 und 1990 um 22,6 Prozent (2,1 Prozent/Jahr) und von 1990 bis 2004 um 25,9 Prozent (1,7 Prozent/Jahr). Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass nach dem Fall des Eisernen Vorhangs (1989) in den Ländern des ehemaligen Ostblocks aufgrund des wirtschaftlichen Umbruchs ein starker Rückgang des Energieverbrauchs zu verzeichnen war. Wohlstand = hoher Energieverbrauch Grundsätzlich nehme in den reichen Regionen der Energieverbrauch nur noch schwach zu. Als Gründe nennt der WEC, dass die Bevölkerung hier kaum noch wachse, Bedürfnisse mit hohem Energieaufwand, etwa Mobilität und Heizwärme, weitgehend gesättigt seien und energieintensive Industrien gegenüber der Dienstleistungsbranche an Gewicht verlieren. Ganz anders sehe es dagegen in den Schwellen- und Entwicklungsländern aus. Sie sind "energiehungrig", da sie beim Wohlstand nur durch rasch wachsenden Energieverbrauch aufholen können. Zukünftige Entwicklungen und Folgen für die EU Der Energieverbrauch werde in den kommenden Jahrzehnten weltweit weiter wachsen. Im Jahr 2030 benötigten die Menschen rund 50 Prozent mehr Energie, vor allem Öl, Gas und Kohle, prognostiziert die Internationale Energie Agentur (IEA) in ihrer Studie "Welt-Energie-Ausblick 2005". Zwar werde es keinen Mangel an fossilen Brennstoffen geben, doch die Abhängigkeit von den großen Erdöl- und Erdgas-Produzenten, das heißt den OPEC-Staaten und Russland, werde sich noch verschärfen. Die Europäische Union (EU) müsse 2030 voraussichtlich doppelt so viel Energie importieren wie heute. Regenerative Energien noch nicht bedeutsam Grundsätzlich muss man zwischen den verschiedenen Energieträgern unterscheiden. Derzeit wird der überwiegende Teil der benötigten Energie aus den so genannten fossilen Brennstoffen, also Erdöl, Kohle und Gas, gewonnen. Nach Angaben des WEC entfielen 88 Prozent der kommerziellen Weltenergieerzeugung im Jahr 2004 auf diese drei Rohstoffe. Rund sechs Prozent stellt die Kernenergie, die verschiedenen regenerativen Energieträger erreichen ebenfalls etwa sechs Prozent. Endliche Vorräte Der ständig steigende Energiebedarf wird derzeit also fast vollständig durch die Verbrennung der fossilen Brennstoffe gedeckt. Allerdings sind diese Ressourcen endlich, das heißt irgendwann werden wir die Vorräte verbraucht haben. Wann dies der Fall sein wird, ist unter den Experten allerdings heftig umstritten. Umgekehrte Vorzeichen Im Jahr 2004 wurden weltweit fast 3,9 Mrd. Tonnen Erdöl gefördert, bilanziert das österreichische Nationalkomitee des WEC auf seiner Internetseite. Erdöl ist der wichtigste Energieträger, allerdings sind die Vorkommen ungleich verteilt. Während der Verbrauch in Europa, Nordamerika sowie den Industrieländern Asiens um einiges höher ist als die Förderung, sieht es im Nahen Osten, in Südamerika und in Afrika genau umgekehrt aus. Verteilung auf die Kontinente Saudi Arabien ist der wichtigste Erdölförderstaat. Das Land am Persischen Golf hat 2004 rund 506 Mio. Tonnen Erdöl aus dem Boden gepumpt, das entspricht einem Anteil von 13,1 Prozent an der weltweiten Förderung. Russland folgt mit knapp 459 Mio. (11,9 Prozent). Insgesamt entfielen 2004 auf den Nahen Osten 30,7 Prozent der weltweiten Ölförderung, auf Europa (einschließlich der GUS-Staaten) 22,0 Prozent, auf Nordamerika 17,3 Prozent, auf Afrika 11,4 Prozent, auf Asien 9,8 Prozent sowie auf Mittel- und Südamerika 8,8 Prozent. Primärenergieverbrauch - was ist das? Die Weltförderung betrug 2004 rund 2,7 Mrd. Tonnen Öleinheiten (OE). Die Kohle kommt beim weltweiten Primärenergieverbrauch an zweiter Stelle. Im Jahr 2004 hatte sie einen Anteil von 27,2 Prozent. Bei der Stromerzeugung war Kohle mit einem Anteil von 38 Prozent sogar der wichtigste Rohstoff, so das WEC. Der Primärenergieverbrauch zeigt, wie viel Energie eine Volkswirtschaft in einer bestimmten Zeiteinspanne, meist ein Jahr, insgesamt verbraucht und gelagert hat. Weltweite Kohlelieferanten Die wichtigsten Kohleproduzenten waren 2004 China mit 989,8 Mio. Tonnen OE und die USA mit 567,2 Mio. Tonnen OE, gefolgt von Australien, Indien, Südafrika und Russland. Diese sechs Länder erzeugten 2004 nach Angaben des WEC etwas über 80 Prozent der Welt-Kohleförderung. Das WEC hat errechnet, dass die weltweiten Kohlereserven noch rund 164 Jahre reichen - wenn sich der Verbrauch auf dem Niveau von 2004 stabilisiert. Erdgasförderung weltweit Erdgas erfreut sich in den letzten Jahren stetig wachsender Beliebtheit und so stieg die weltweite Fördermenge im Jahr 2004 auf den historisch höchsten Wert von 2.691,6 Mrd. Kubikmeter. Auch hier spielt Russland eine wichtige Rolle. Mit 589,1 Mrd. Kubikmeter nimmt es, knapp gefolgt von den USA (542,9 Mrd. Kubikmeter), die Spitzenposition ein. Insgesamt entfielen im Jahr 2004 auf Europa und die GUS-Staaten 39,1 Prozent der weltweiten Erdgasförderung, auf Nordamerika 28,3 Prozent, auf Asien 12,0 Prozent, auf den Nahen Osten 10,4 Prozent, auf Afrika 5,4 Prozent sowie auf Mittel- und Südamerika 4,8 Prozent, fasst das WEC zusammen. Reserven bis 2019 aufgebraucht? Allerdings hat die massiv steigende Förderung zur Folge, dass bis heute insgesamt rund 70.000 Mrd. Kubikmeter Erdgas gewonnen wurden, das entspricht 30 Prozent der bisher entdeckten Reserven weltweit. Das WEC hat errechnet, dass die Gasvorräte noch rund 67 Jahre reichen. Allerdings wird im Jahr 2019 die Hälfte der bisher entdeckten Welt-Reserven vernichtet sein, setzt man eine gleichbleibende Jahresförderung, keine Entdeckung von neuen Lagerstätten und keine verbesserten Produktionsmethoden/-technologien voraus, warnt das WEC. Hohe Abbaukosten Auch für die Energiegewinnung durch Atomkraft benötigt man einen nur begrenzt vorhandenen Rohstoff: Uran. Die derzeit bekannten Reserven, bei denen die Abbaukosten bis zu 80 US-Dollar je Kilogramm Uran (80 Dollar/kg U) betragen, belaufen sich nach Angaben des WEC auf 3,54 Mio. Tonnen. Die Lagerstätten, die mit Kosten von bis zu 130 Dollar je Kilogramm Uran (130 $/kg U) abgebaut werden können, beziffert das WEC mit 4,59 Mio. Tonnen. Starke Konzentration der Reserven Die Reserven dürften rund 120 Jahre ausreichen, um die Atommeiler weltweit mit Uran zu versorgen. Insgesamt haben die Kernkraftkraftwerke eine Gesamtleistung von 362 Gigawatt (GW) produziert und dabei 56.108 Tonnen Uran verbraucht. 39.311 Tonnen stammten dabei aus der Bergwerksproduktion, so das WEC. Auch die Uranvorkommen sind nur auf wenige Ländern konzentriert. Die bis 80 Dollar/kg U abbaubaren Reserven liegen zu etwa 93 Prozent in zehn Ländern. Die Spitzengruppe bildet Australien (28 Prozent), gefolgt von Kasachstan (18 Prozent), Kanada (12 Prozent) und Südafrika (8 Prozent) - allein hier sind also etwa zwei Drittel der weltweiten Reserven konzentriert. Strom aus Wasserkraft Die Wasserkraft, so der WCE, ist die mit Abstand wichtigste regenerative Energiequelle. Das theoretische Wasserkraftpotenzial der Erde wird mit 39.608 Terawattstunden pro Jahr (TWh/a) geschätzt, davon stuft das WCE 14.356 TWh/a als "technisch nutzbares Potenzial" ein. Im Jahr 2004 wurden in Wasserkraftwerken mit einer Leistung von insgesamt 750 GW rund 2.809 TWh elektrische Energie erzeugt, mehr als 50 Prozent produzierten Anlagen in Kanada, den USA, Brasilien, China und Russland. An der Welt-Primärenergieversorgung hatte die Wasserkraft im Jahr 2004 einen Anteil von 6,2 Prozent. Bei der Erzeugung von Strom nimmt sie weltweit mit etwa 20 Prozent sogar die dritte Stelle nach Kohle und Öl/Gas ein. Wind und Sonne birgt Potenziale Windenergie spielt im Vergleich zur Wasserkraft weltweit betrachtet noch keine besonders große Rolle; allerdings ist dies ein Bereich, wo Europa in den letzten Jahren massiv investiert hat und bei der Nutzung eine Führungsposition erreichen konnte. Nach Angaben des WCE waren Ende 2004 weltweit etwa 47.317 Megawatt (MW) in Windkraftanlagen installiert. Allein etwa 34.205 MW, etwa 72 Prozent, entfielen dabei auf EU-Länder. Innerhalb der Europäischen Union waren Ende 2004 allein 16.629 MW in Deutschland installiert, gefolgt von Spanien (8.263 MW) und Dänemark (3.117 MW). Die anderen erneuerbaren Energien, etwa Solarenergie, sind derzeit noch von geringerer Bedeutung, wenngleich große Perspektiven und Entwicklungspotenziale vorausgesagt werden. Der deutsche Erdölbedarf, vor allem für Strom und Treibstoffe, wurde im Jahr 2004 nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zu 33,7 Prozent (ca. 37,1 Mio. Tonnen) aus Russland gedeckt - es ist damit mit Abstand der größte Lieferant in Erdöl-Bereich. Dahinter folgt Norwegen mit 19,8 Prozent (ca. 21,8 Mio. Tonnen), Großbritannien mit 11,8 Prozent (ca. 12,9 Mio. Tonnen) und Libyen mit 11,6 Prozent (ca.12,9 Mio. Tonnen). Diese Zahlen zeigen, dass Deutschland einen Großteil seines Bedarfs am "Schwarzen Gold" aus der näheren Umgebung speist, nur 7,8 Prozent des Bedarfs (ca. 8,6 Mio. Tonnen) kam aus dem Nahen Osten. Insgesamt importierte Deutschland rund 110 Mio. Tonnen Rohöl im Jahr 2004. Der Anteil am Primarenergieverbrauch betrug damit im Jahr 2004 36,4 Prozent. Beim fossilen Brennstoff Steinkohle sah es noch bis Anfang der 1990er Jahre etwas anders aus. Im Jahr 1990 wurden in Deutschland insgesamt rund 85,7 Mio. Tonnen Steinkohle verbraucht, 66,5 Mio. Tonnen konnten im Inland gefördert und nur ein kleiner Teil musste importiert werden. Heute hat sich die Lage gewandelt. Im Jahr 2004 mussten wir fast 39,3 Mio. Tonnen Steinkohle aus anderen Ländern einkaufen, in Deutschland wurden lediglich rund 25,9 Mio. Tonnen abgebaut. Den Bedarf an Braunkohle kann Deutschland allerdings fast vollständig aus eigenen Vorkommen befriedigen. 2004 betrug die Förderung an Rohbraunkohle fast 182 Mio. Tonnen, lediglich 17.000 Tonnen wurden importiert, so das BMWi. Am Primärenergieverbrauch im Jahr 2004 hat damit die Steinkohle einen Anteil von 13,5 Prozent, die Braunkohle kommt auf 11,4 Prozent. Beim Erdgas war Deutschland, ähnlich wie beim Erdöl, schon immer von Importen abhängig, allerdings ist diese Abhängigkeit in den letzten Jahren stetig gewachsen. Während 1990 Gas für rund 573 Mrd. Kilowattstunden (k/Wh) im Ausland eingekauft wurde, stieg das Volumen im Jahr 2004 auf circa 942 Mrd. k/Wh, so das BMWi. Damit wurden rund 84 Prozent des Aufkommens nach Angaben des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft im Jahr 2004 importiert. Besonders wichtiger Lieferant ist Russland. Größere Erdgaslieferanten sind außerdem Norwegen mit 24 Prozent und die Niederlande mit 19 Prozent Anteil am deutschen Verbrauch. Auf Großbritannien, Dänemark und weitere Länder entfallen sechs Prozent. Aus dem Inland stammen 16 Prozent des Erdgases, das vor allem in Niedersachsen gefördert wird. Erdgas war zu 22,4 Prozent am Primärenergieverbrauch im Jahr 2004 beteiligt. Die verschiedenen deutschen Atomkraftwerke erzeugten im Jahr 2004 insgesamt 167,1 Mrd. Kilowattstunden (KWh). Das entspricht einem Anteil von 27,5 Prozent an der deutschen Stromerzeugung und 12,6 Prozent am Primärenergieverbrauch. Die verschiedenen regenerativen Energien können den deutschen Bedarf derzeit nur zu einem verschwindend geringen Teil decken. Im Jahr 2004 hatten alle erneuerbaren Energieträger einen Anteil von 3,6 Prozent am gesamten Primärenergieverbrauch. Allerdings betrug dieser Anteil im Jahr 1990 gerade einmal 1,9 Prozent, wie die Statistik des BMWi aufzeigt. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Die "Energiedaten" sind eine Sammlung aktueller Daten zur Energieversorgung aus zuverlässigen heimischen und internationalen Quellen. Alternatvie zu fossilen Brennstoffen In den letzten Jahren setzte sich in Politik und Wirtschaft langsam die Erkenntnis durch, dass die fossilen Brennstoffe irgendwann verbraucht sind und fossile Energieträger aufgrund der stetig steigenden Nachfrage immer teurer werden. Daher hat die neue Bundesregierung im Koalitionsvertrag unter anderem das Ziel festgeschrieben, den Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2010 auf 4,2 Prozent und bis 2020 auf zehn Prozent zu erhöhen. Ihr Anteil am Stromverbrauch soll bis 2010 auf 12,5 Prozent und bis 2020 auf mindestens 20 Prozent steigen. Gesetzliche Grundlagen Dazu hatte bereits die alte Regierung, neben der Vergütung von ins Netz eingespeistem Strom aus erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), verschiedene Förderprogramme ins Leben gerufen. Zwar will die schwarz-rote Bundesregierung das EEG in seiner Grundstruktur fortführen, zugleich aber die wirtschaftliche Effizienz der einzelnen Vergütungen bis 2007 überprüfen. Vom Stand-by-Gerät bis zur Industrieanlage In der Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden, Geräten, Fahrzeugen, Kraftwerken und Industrieanlagen sieht die Bundesregierung ein "riesiges Potenzial" zur wirtschaftlichen Energieeinsparung. Sie will daher unter anderem die Energieeffizienz der Volkswirtschaft konsequent steigern, um bis 2020 eine Verdopplung der Energieproduktivität gegenüber 1990 zu erreichen. Förderprogramme und Forschungsinvestitionen Im Rahmen einer Innovationsinitiative "Energie für Deutschland" will die Regierung die Ausgaben für die Energieforschung schrittweise verstärken. Davon sollen erneuerbare Energien und Biomasse, Effizienztechnologien bei der Nachfrage, zentrale und dezentrale Effizienztechnologien bei der Energieerzeugung und ein nationales Innovationsprogramm zu Wasserstofftechnologien (einschließlich Brennstoffzellen) gefördert werden. Doch um den von Rot-Grün beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft scheint sich ein grundlegender Konflikt anzubahnen. Angesichts des steigenden Energiebedarfs und der immer höheren Energiekosten wurden in der Union Stimmen laut, die ein "Umdenken" der Sozialdemokraten und eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken fordern.

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