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Rassismus verlernen: wie Schule dazu beitragen kann!

Fachartikel
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Dieser Fachartikel zum Thema Rassismus nimmt Bezug auf seine Entstehungsgeschichte, greift aktuelles Zeitgeschehen auf und stellt die schulische Relevanz des Themas heraus. Gleichzeitig werden Möglichkeiten zur antirassistischen Bildungsarbeit vorgestellt. Rassismus, der das gesellschaftliche Zusammenleben weltweit ganz entscheidend prägt, ist ein komplexes und brisantes Thema. Rassismus ist kein aktuelles Zeitphänomen, sondern hat eine jahrhundertelange und blutige Vorgeschichte. Diese Tatsache kommt gegenwärtig in der weltweiten Black Lives Matter-Protestbewegung, die in den USA im Jahr 2013 nach dem Freispruch eines Wachtmanns nach der Tötung eines Schwarzen Jugendlichen begann, offen zur Sprache: auch in Deutschland. (Schwarz als Selbstbezeichnung wird im Folgenden großgeschrieben, um zu verdeutlichen, dass es sich um ein konstruiertes Zuordnungsmuster handelt und keine reelle "Eigenschaft", die auf die Farbe der Haut zurückzuführen ist. Vgl. Ogette: 2020). Rassismus verstehen Die Entstehungsgeschichte des Rassismus ist untrennbar mit dem transatlantischen Sklavenhandel und dem europäischen Kolonialismus verbunden. Zur Herrschaftssicherung der beiden Ausbeutungs- und Unterdrückungssysteme entwarfen europäische Kolonialtheoretiker ein verhängnisvolles Konzept, das sich über die Jahrhunderte zu einer weltweit vorherrschenden Ideologie entwickeln sollte: das koloniale Rassenkonzept. Das Konzept basiert auf einer diffusen Theorie, in deren Mittelpunkt der fatale, wenngleich zweckmäßige Irrglaube an die Existenz menschlicher "Rassen" steht. Jedem dieser theoretischen Konstrukte wurden spezifische Eigenschaften und unterschiedliche Wertigkeiten zugeordnet. Mit diesem kolonialen "Kunstgriff" gelang es den sogenannten Universalgelehrten, die Menschheit in vermeintlich höher- oder minderwertige "Rassen" einzuteilen. Dieser "Kunstgriff" gipfelte letztendlich in einer Hautfarbenhierarchie mit gegensätzlichen Polen und Identitätszuweisungen: Die weiße Hautfarbe wurde ausschließlich mit positiven und die schwarze Hautfarbe mit negativen menschlichen Eigenschaften besetzt. Die Hautfarbe wurde zum Spiegel und Indiz von Macht und Machtlosigkeit, um die Privilegierung und Marginalisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen zu etablieren und nachhaltig zu sichern. Die Aktualität der kolonialen Hautfarbensymbolik manifestiert sich bis heute, denn der Zugang zu gesellschaftlichen Privilegien und Machtpositionen bestimmt bis auf wenige Ausnahmen immer noch die "richtige" Hautfarbe. Und das nicht nur in weißen Mehrheitsgesellschaften. Ein kurzer, aber sehr eindringlicher Reim, der in den USA zum populären Kulturgut gehört, verdeutlich dies sehr präzise: If you’re white You’re allright If you’re brown Stay around But if you’re black Get Back! ( Song von Big Bill Broonzy: Black, Brown and White ) Rassismus enttarnen Obwohl der Begriff der "Rasse" mittlerweile wissenschaftlich, insbesondere durch die Genetik widerlegt wurde, ist das Wort nicht nur im deutschen Sprachgebrauch, sondern auch im menschlichen Bewusstsein als prägendes Denkmuster fest verankert. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Rassismus, der als koloniales Relikt und effizientes Werkzeug zur Sicherung der weißen Vorherrschaft bis heute weltweit seine zerstörerische gesellschaftliche Wirkung entfaltet. Mehrere Wissenschaftler der Universität Jena verfassten im Jahr 2019 im Hinblick auf diese Problematik die "Jenaer Erklärung" mit dem Aufruf, das Wort "Rasse" aus dem Sprachgebrauch zu streichen: "Der Nichtgebrauch des Begriffes Rasse sollte heute und zukünftig zur wissenschaftlichen Redlichkeit gehören. […] Die Verknüpfung von Merkmalen wie der Hautfarbe mit Eigenschaften oder gar angeblich genetisch fixierten Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensweisen, wie sie in der Blütezeit des anthropologischen Rassismus verwendet wurden, ist inzwischen eindeutig widerlegt. Diese Argumentation heute noch als angeblich wissenschaftlich zu verwenden, ist falsch und niederträchtig." (Fischer, Hoßfeld, Krause und Richter) Fazit: Es gibt keine Rasse, aber Rassismus. Dennoch ist der Begriff "Rasse" weiterhin im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vorhanden. Damit ist er als Türöffner für rassistisches Gedankengut in allen Institutionen vorhanden. Auch in der Schule. SOS Rassismus – was tun? Viele Schulen in Deutschland tragen schon den Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage . Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber auch irreführend, weil es keine Schule ohne Rassismus gibt. Wenn die Antirassismusarbeit ernsthaft ins Schulprogramm integriert werden soll, muss sie zu einer andauernden moralischen Verpflichtung werden. Auf die Titelverleihung müssen Taten und insbesondere Sanktionen gegen rassistische Übergriffe folgen. Das erfordert, dass sich die gesamte Schulgemeinschaft aktiv und engagiert gegen Diskriminierung und Ausgrenzung stellt: im Klassenraum, im Lehrerzimmer und auf dem Pausenhof. Als bildungs- und gesellschaftspolitischer Inhalt sollte das Thema Rassismus ins Zentrum sowohl der Kernlehrpläne als auch der schulinternen Lehrpläne rücken und dementsprechend im Unterricht Beachtung finden. Kaum zu glauben: aufgrund der thematischen Komplexität und ideologischen Verbreitung ist das Thema für alle Fächer relevant. Insbesondere sind hier die Fächer Geschichte, Biologie und Religion gefordert. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei auf die historischen und vielfältigen Ausdrucksformen Schwarzen Widerstands gegen Sklaverei, Kolonialismus und Rassismus gerichtet werden. Rassismus als Thema in Schule und Unterricht Informieren Sie sich (mehr) über das Thema Rassismus. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt dazu auf ihrem empfehlenswerten Internetportal umfassendes und anschauliches Material zur Verfügung. Dort gibt es auch sehr gute Informationen über verwandte Themen, wie zum Beispiel Transatlantischer Sklavenhandel, Kolonialismus, Black America oder Schwarze Deutsche. Bieten Sie den Schülerinnen und Schülern im Unterricht Möglichkeiten zum Perspektivwechsel, sei es durch die freiwillige Rückmeldung von Schülerinnen und Schülern und nutzen Sie die Werke Schwarzer Kulturschaffender aus afrikanischen Ländern und der internationalen Schwarzen Diaspora. Filme, Literatur und Musik helfen auch dabei, das komplexe und sensible Thema kinder- und jugendgerecht zu vermitteln. Zum Beispiel der Oscar nominierte Dokumentarfilm "I'm Not Your Negro" von Raoul Peck aus dem Jahr 2017, der auf dem Text des afroamerikanischen Schriftstellers und Aktivisten James Baldwin basiert. In dem Film werden am Beispiel der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung die rassistischen Verhältnisse in den USA kritisch beleuchtet. Geben Sie den Schülerinnen und Schülern Raum und Zeit für ein persönliches Feedback und Beispiele, wie sie sich gegen Rassismus engagieren können. Greifen Sie im Unterricht aktuelle Vorkommnisse und Beispiele wie die Black Lives Matter-Bewegung oder Rassismus im Sport auf. Thematisieren Sie die Debatte zur Verwendung des Begriffs "Rasse" im Grundgesetz. Zeigen Sie Flagge gegen politische Strömungen, die rassistisches Gedankengut verbreiten. Holen Sie sich Unterstützung und laden Schwarze Antirassismus-Trainerinnen und -Trainer in die Schule ein: Wo eindeutig gegen Rassismus Position bezogen wird, werden es auch andere Formen menschenfeindlicher Ideologien schwerer haben! Literaturverzeichnis Fischer, Martin, Uwe Hoßfeld, Johannes Krause und Stefan Richter. "Jenaer Erklärung". Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Friedrich-Schiller-Universität Jena . Online . Ogette, Tupoka (2020). Exit Racism. Münster: Unrast Verlag. Weiterführende Literatur Samson, Marita (Autorin), Checkpoint Afrika e. V. (Herausgeber). Global Heroes – Heldinnen und Helden aus Afrika. Vorbilder aus Afrika machen Schule. München. GRIN Verlag .

  • Politik / WiSo / SoWi / Geschichte / Früher & Heute / Religion / Ethik

Cartoon der Woche: Neandertaler Politiker

Cartoon

Unser heutiger Cartoon gewährt einen Einblick in das Bildungssystem der Neandertaler: Steinzeitliche Bildungspolitik stand schon damals auf der Tagesordnung. ;-)

  • Fächerübergreifend

Zeitzeugeninterview - Kurt Winter: "Nachkriegsgeneration"

Video

In seinem Zeitzeugeninterview erzählt Kurt Winter von den Schwierigkeiten der NS-Aufarbeitung in der eigenen Familie. Kurt Winters Vater nahm als Fallschirmjägeroffizier am zweiten Weltkrieg teil. Nach dem Ende des Krieges stellt Kurt Winter seinem Vater kritische Fragen. Die Lernenden erfahren, dass eine Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in vielen Familien nicht stattfand und die Einschätzungen über die NS-Zeit stark voneinander abweichen konnten. Das Video-Interview eignet sich gut als Ausgangsmaterial für eigene Unterrichtsentwürfe und kann in verschiedenen methodisch-didaktischen Kontexten verwendet werden. Dabei sollte vorbereitend auf die Quellengattung "Zeitzeugen" eingegangen und geklärt werden welche Vor- und Nachteile mit dieser speziellen Quellenart verbunden sein können. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erklären den Begriff "Nachkriegsgeneration". nennen Ursachen für den unterschiedlichen familiären Umgang mit der NS-Vergangenheit. erlangen einen Einblick in die gesellschaftlichen und politischen Lebensumstände kurz nach Kriegsende. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erschließen gezielt Informationen aus einem Zeitzeugeninterview über den Umgang mit der NS-Vergangenheit in den Familien. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler vollziehen Motive, Bedürfnisse und Interessen von betroffenen Personen und Personengruppen nach (Fremdverstehen). setzen sich kritisch mit den Aussagen des Zeitzeugen auseinander und berücksichtigen die Subjektivität der Aussagen. Durch das Zeitzeugeninterview erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie Jugendliche die NS-Aufarbeitungskultur nach dem Krieg wahrnahmen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Fluchtmotive vor dem Mauerbau 1961

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Seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR siedelten viele Menschen aus dem Osten in den Westen über. Was waren ihre Beweggründe? Eine Flucht aus der DDR war bis zum Mauerbau 1961 über Berlin möglich. Die Gründe für eine Flucht aus der DDR waren vielfältig. Anhand von Flüchtlingsprotokollen aus dem West-Berliner Notaufnahmelager in Marienfelde erarbeiten die Schülerinnen und Schüler die Gründe, aus denen die Menschen die DDR bereits vor dem Bau der Mauer verließen. Darüber hinaus werden die Lernenden dazu angehalten, Profile der Geflüchteten zu erstellen, um sich so die Fluchtmotive genauer nachvollziehen zu können. Das Material eignet sich insbesondere zum Einstieg in das Thema "Flucht aus der DDR". Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erschließen die Motive von Menschen, die sie zu einer Flucht aus der DDR veranlasst haben. erfahren, dass es verschiedene Motive für eine Flucht gab und setzen sich mit diesen intensiver auseinander. differenzieren zwischen den politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Fluchtmotiven. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entnehmen Kriterien geleitet Informationen aus Texten. stellen ihre Arbeitsergebnisse angemessen dar. organisieren ihre Arbeitsprozesse selbstständig. lernen Diskussionen argumentativ und rational zu führen. schulen im Rahmen von Diskussionen die eigene Ausdrucksfähigkeit und aktives Zuhören. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler beurteilen kriteriengeleitet Argumente aus historischen Deutungen. deuten historische Sachverhalte kritisch. beziehen Quellen in angemessener Weise mit in die eigene Argumentation ein.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Demokratie und politisches System der BRD: Klausur mit Lösungen und Bewertungsschema

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Dieses Klausurpaket zum Thema "Demokratie und politisches System in der BRD" enthält Aufgabenstellungen mit Bearbeitungshinweisen, eine Musterlösung sowie eine Punkteverteilung mit Benotungsvorgaben.Die Klausur bezieht sich auf folgende Fachinhalte: Verfassungsprinzipien der Bundesrepublik Deutschland Konzept der repräsentativen Demokratie am Beispiel der Bundesrepublik Deutschland Konzept der direkten Demokratie mit sachlicher Beurteilung von Vor- und Nachteilen Prinzip des Föderalismus in der Bundesrepublik Deutschland und die daraus folgenden Konsequenzen für die Gesetzgebung Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten vier Aufgaben mit unterschiedlichen Anforderungsstufen: Sie nennen zentrale Begriffe und erklären diese, erläutern komplexe Zusammenhänge und formulieren ein begründetes Sachurteil. Die Bearbeitungszeit beträgt maximal 45 Minuten. Aus dem Schwierigkeitsgrad und dem Umfang der Antwort ergibt sich die Höhe der erreichbaren Punktzahl bei den einzelnen Aufgaben. Insgesamt können 100 Punkte vergeben werden. Die Benotung erfolgt auf der Grundlage gängiger Bewertungsvorgaben. Fachkompetenz Zur Bearbeitung der Aufgaben kennen die Schülerinnen und Schüler die Verfassungsprinzipien der Bundesrepublik Deutschland und ihre jeweilige Bedeutung: Demokratie, Rechtsstaat, Bundesstaat und Sozialstaat. das Konzept und die Funktionsweise einer repräsentativen Demokratie. das Konzept der direkten Demokratie und die damit verbundenen Vor- und Nachteile. das Prinzip des Föderalismus, die Umsetzung im Staatsaufbau der Bundesrepublik Deutschland sowie die daraus folgenden Konsequenzen für die Gesetzgebung: ausschließliche Gesetzgebung des Bundes, ausschließliche Gesetzgebung der Länder und konkurrierende Gesetzgebung.

  • Politik / WiSo / SoWi / Geschichte / Früher & Heute
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II

Sichtbarer Fortschritt – der Aufbau der Infrastruktur nach der Wende.

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Das Arbeitsblatt thematisiert die ökologischen und infrastrukturellen Probleme der DDR und die positive Entwicklung nach der Wiedervereinigung. Für die Bevölkerung der DDR werden die Umweltbelastungen, wie die starke Luftverschmutzung durch Braunkohlekraftwerke, zunehmend spürbar. Deshalb wurde das Tabuthema Umwelt von Bürgerrechtlern in den 1980er-Jahren aufgegriffen. Eine der bekanntesten Aktionen war die Umweltbibliothek im Keller der Ostberliner Zionskirche, die in den "Umweltblättern" von der Regierung unterdrückte Informationen veröffentlichte und sich dabei nicht nur zu Veränderungen für die Umwelt, sondern auch zu gesellschaftlichen und politischen Themen aufrief. Bis zum Jahr 1990 war sie einer der bedeutendsten Treffpunkte der Umwelt-, Friedens- und Dritte-Welt-Bewegung der DDR. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten anhand von Karikaturen, Sachtexten und Quellen, warum das Thema Umwelt in der DDR vernachlässigt wurde und wie sich dies auch auf den Städtebau und das Wohnen auswirkte. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kennen die ökologische und infrastrukturelle Situation der DDR in den 1980er Jahren. kennen die Bedeutung der Umweltbewegung für die Friedliche Revolution in der DDR. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entnehmen gezielt Informationen aus Sachtexten und Karikaturen. analysieren Textquellen und erarbeiten so die ökologischen und strukturellen Probleme der DDR und die Reaktionen verschiedener Seiten auf diese Probleme. analysieren Karikaturen und Witze, die sich mit dem Thema Umwelt und Infrastruktur in der DDR befassen. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler erörtern, ob Umweltschutz Luxus oder eine grundlegende gesellschaftliche Aufgabe ist.

  • Geschichte
  • Sekundarstufe I

Vom Zettelfalten zur ersten freien Wahl in der DDR

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Dieses Arbeitsblatt thematisiert das undemokratische Wahlsystem in der DDR und die Veränderungen, die das neu eingeführte Wahlgesetz 1900 mit sich brachte. Am 18. März 1990 fand zum ersten Mal eine freie und geheime Volkskammerwahl in der DDR statt. Die Parteien traten dabei mit unterschiedlichen Vorstellungen für die Zukunft der DDR und ihr Verhältnis zur Bundesrepublik an. Durch die Auseinandersetzung mit diesen Vorstellungen erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass die Wiedervereinigung nur eine von mehreren Ideen war, die in der Wendezeit diskutiert wurde. Das Arbeitsblatt lässt die Schülerinnen und Schüler die Veränderungen des Wahlsystems der DDR und die wichtigsten demokratischen Grundprinzipien erarbeiten, bevor sie sich mit den Vorstellungen der Parteien auseinandersetzen. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler benennen die Merkmale einer Demokratie. kennen das Wahlsystem in der DDR und seine Reform, die zur ersten demokratischen Wahl in der DDR führte. kennen die unterschiedlichen Positionen der Parteien zur Zukunft der DDR. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entnehmen gezielt Informationen aus einem Sachtext über das Wahlsystem der DDR und seine Reformierung. recherchieren eigenständig die Positionen der Parteien, die zur Volkskammerwahl im März 1990 antraten. vergleichen die unterschiedlichen Positionen der Parteien miteinander. erstellen ein eigenes Wahlplakat. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler beurteilen, wie demokratisch die Wahlen vor der Reform von 1990 in der DDR waren. reflektieren eigene politische Wünsche und Forderungen.

  • Geschichte
  • Sekundarstufe I

Zeitzeugeninterview: Catharina Mäge über die Berliner Mauer

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In diesem Zeitzeugeninterview erzählt Catarina Mäge, wie sie das Leben in der Sektorengrenze in Berlin wahrnahm. Der Bau der Mauer am 13.08.1961 teilte nicht nur eine Stadt in zwei unterschiedliche politische Systeme, sondern trennte viele Familien über Jahrzehnte. Catarina Mäge lebte damals in der Nähe der Sektorengrenze und wurde Zeugin zahlreicher dramatischer Fluchtversuche. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Konsequenzen der Bau der Mauer für Catarina und ihre Familie hatte. Das Video-Interview eignet sich gut als Ausgangsmaterial für eigene Unterrichtsentwürfe und kann in verschiedenen methodisch-didaktischen Kontexten verwendet werden. Dabei sollte vorbereitend auf die Quellengattung "Zeitzeugen" eingegangen und geklärt werden, welche Vor- und Nachteile mit dieser speziellen Quellenart verbunden sein können. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beschreiben, was das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) war und welche Funktion es in der DDR ausübte. nennen Maßnahmen, die Catharina Mäge und ihre Familie für eine erfolgreiche Flucht trafen. erkennen, welche Bedeutung der Bau der Mauer für die Fluchtvorbereitung von Catharina Mäge hatte. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erschließen gezielt Informationen aus einem Zeitzeugeninterview über die Fluchtgründe und Fluchtherausforderungen am Beispiel der Zeitzeugin Catharina Mäge. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich kritisch mit den Aussagen des Zeitzeugen auseinander und berücksichtigen die Subjektivität der Aussagen.

  • Geschichte
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Einheit International

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Dieses Arbeitsblatt widmet sich der Bedeutung des vereinten Deutschlands für Europa und thematisiert die Verhandlungen zum Vier-Plus-Zwei-Vertrag. Die Zustimmung der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs im Zwei-Plus-Vier-Vertrag, die am 12. September 1990 den Staatsvertrag in Moskau unterzeichneten, bereitete außenpolitisch den Weg zur Einheit vor. Die Befürchtung vieler europäischer Staaten, dass die Einigung Deutschlands die Stabilität in Europa gefährden könnte, wiesen die Regierungsvertreter Deutschlands in den Verhandlungen ab, die daran appellierten, den Prozess der Einheit als Herausforderung zu sehen, mit der auch die Chance auf eine Einigung Europas eingeht. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich anhand von Sachtexten und Quellen mit den Verhandlungen und den verschiedenen Positionen der europäischen Staaten zur Deutschen Einheit auseinander und diskutieren über den Stellenwert Deutschlands in Europa. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kennen die Bedeutung und die wichtigsten Inhalte des Zwei-Plus-Vier-Vertrags. können die zentralen Bedenken der europäischen Staaten und der Siegermächte in Bezug auf ein wiedervereinigtes Deutschland benennen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entnehmen gezielt Informationen aus Sachtexten und Quellentexten über den Zwei-Plus-Vier-Vertrag. erarbeiten die Vorstellung Helmut Kohls von der Wiedervereinigung und der Einigung Europas aus einem Zeitungsartikel. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler diskutieren die Aussage über die EU "Einheit in Vielfalt" und ziehen Verbindungen zum deutsch-deutschen Einigungsprozess.

  • Geschichte
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Die Kirchen zwischen Widerstand und Anpassung

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In diesem Arbeitsmaterial werden mittels zweier Dokumentarfilme die Stellung der Kirchen in der DDR und ihre wichtige Rolle für die Oppositionsbewegung thematisiert.Kirchen standen in der DDR als ideologische Gegner der SED-Führung gegenüber. Zwar garantierte die Verfassung formal Glaubensfreiheit, jedoch zeugen die Proteste gegen die staatlichen Einschränkungen und für Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit von einem angespannten Verhältnis der beiden Instanzen. Anhand eines Aufsatzes der Bundeszentrale für politische Bildung erarbeiten die Schülerinnen und Schüler die Stellung der Kirche in der DDR und als Freiraum für die Friedensbewegung. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler geben die Einstellung der SED zu Kirchen und Religion wieder. erklären die staatlichen Einschränkungen der Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit. beschreiben die Methoden der SED-Führung, die Religion zu kontrollieren. nennen Gründe, wieso die Kirchen in der DDR wichtige Freiräume für die Oppositionsgruppen darstellten. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erschließen aus dem Aufsatz gezielt Informationen über die Rolle der Kirchen in der DDR und das Vorgehen des MfS gegen die Kirchen. erschließen die Methoden, mit denen das MfS und die DDR Behörden gegen die Oppositionsgruppen in den Kirchen vorgehen. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler erörtern und reflektieren kritisch die Ideologie der DDR-Führung und das Verhältnis zu Kirchen und Religion allgemein. bewerten die Rolle der Kirchen für die Opposition der DDR.

  • Geschichte
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
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