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Rituale im Schulalltag: Begrüßung und Unterrichtsstart

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Rituale unterstützen die Unterrichtsstruktur! Diese Checkliste hilft Referendarinnen und Referendaren, die Begrüßungssituation im Unterricht zu meistern. Auch für gestandene Lehrerinnen und Lehrer kann sie eine Anregung sein, um entspannt, aber bestimmt die Begrüßung jeder Klasse zu meistern und mit den Lernenden auf Augenhöhe zu kommunizieren.Die erste Unterrichtsstunde nach den Ferien steht bevor und Sie sind unsicher, wie sie dieses Schuljahr vor die Klasse treten wollen? Diese kurze Checkliste für den Unterrichtsstart hilft, das eigene Verhalten zu planen oder zu reflektieren. Feste Rituale im Unterricht geben den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus Halt und helfen Ihnen, den Schulalltag zu strukturieren. Die Begrüßung sollte nicht unterschätzt werden. Sie ist der Start für Ihre Zusammenarbeit mit den Lernenden und gibt diesen Auskunft darüber, mit wem sie es zu tun haben. Der erste Eindruck zählt also! Wenn Sie vor der ersten Unterrichtsstunde im Referendariat unsicher sind oder als gestandene Lehrkraft ihren Stil erneuern möchten, ist diese Checkliste für eine Begrüßung auf Augenhöhe hilfreich. Weiterführende Hintergrundinformationen und Wissenswertes finden Sie in dem Fachartikel " Leibhaftige Kommunikation I: Warum wir kooperieren ". Und: Nicht allen Lehrnenden fällt es leicht, vor Publikum zu sprechen. Fördern Sie ihre Präsentationskompetenz mit dem " Methoden-Training 'Angsfrei vortragen' ".

  • Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Der Vergleich als Stilmittel

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Mithilfe dieses Arbeitsmaterials lernen die Schülerinnen und Schüler den Vergleich als Stilmittel kennen. Sie wenden das rhetorische Mittel in selbst verfassten Texten sinngestaltend an und lernen im diesbezüglichen Kontext den richtigen Gebrauch der Wörter "als" und "wie". Bereits in der Grundschule können Schülerinnen und Schüler lernen, sprachliche und gestalterische Mittel wie Personifikationen , Metaphern und Vergleiche bewusst einzusetzen. Damit lassen sich eigene Texte anschaulich gestalten. Der Vergleich als Stilmittel betont durch die Gegenüberstellung von meist zwei Dingen oder Personen ihre Unterschiede oder Ähnlichkeiten . So kann detaillierter beschrieben oder lebendiger veranschaulicht werden. Die Wirkung von Vergleichen kann anhand einfacher Beispiele kindgerecht nachvollzogen werden, insbesondere bei Vergleichen zwischen Mensch und Tier oder Mensch und Natur ( "Stark wie ein Bär" ). Durch den Vergleich unterschiedlicher Texte in diesem Arbeitsmaterial erkennen die Schülerinnen und Schüler die präzise Funktion des im Text angewendeten Vergleichs. Nach Vorgaben verfassen die Schülerinnen und Schüler letztlich eigene Texte und wenden das Stilmittel "Vergleich" sinnerfassend an. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen Stilmittel zur Gestaltung schriftsprachlicher Texte kennen und anzuwenden. wenden die Vergleichspartikel "wie" und "als" im Kontext richtig an. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten kooperativ miteinander und profitieren von gegenseitigen Ideen und Vorschlägen.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Primarstufe, Sekundarstufe I

Minkowski-Diagramme mit Derive

Unterrichtseinheit

Dieser Artikel beschreibt, wie der rechnerische und zeichnerische Aufwand für die Erstellung und Interpretation von Minkowski-Diagrammen im Physikunterricht mithilfe des „Rechen- und Zeichenknechtes Computer“ reduziert, somit der inhaltlichen Diskussion mehr Zeit gewidmet und der Umgang mit einem CAS geübt werden kann.Will man Aufgaben zur Relativitätstheorie mithilfe des Minkowski-Diagramms zeichnerisch bearbeiten, so müssen Parallelen gezeichnet und deren Schnittpunkte mit Achsen oder anderen Geraden bestimmt werden. Je nach Sorgfalt sind die damit erzielten Werte brauchbar oder kaum brauchbar. Eine rechnerische Kontrolle ist auf jeden Fall angebracht. Warum überträgt man dann die Arbeit nicht gleich dem Computer?! Die Genauigkeit seiner Zeichnungen ist kalkulierbar, für die rechnerische Kontrolle der Ergebnisse steht er ebenfalls zur Verfügung und gleichzeitig lernen die Schülerinnen und Schüler ihre anderweitig erworbenen mathematischen Kenntnisse oder auch den Umgang mit entsprechender Mathematiksoftware anzuwenden. Ein geeignetes Werkzeug kann zum Beispiel ein Computeralgebrasysteme wie Derive sein.Die hier beschriebene Unterrichtseinheit setzt voraus, dass der Unterricht zur Relativitätstheorie bereits bis hin zu den Minkowski-Diagrammen gediehen ist. Auch eine zeichnerische Umsetzung ist schon durchgeführt worden, so dass die ersten Teile der Unterrichtseinheit aus physikalischer Sicht eine Wiederholung sind. Es wird nicht vorausgesetzt, dass die Schülerinnen und Schüler reichlich Übung im Umgang mit dem Computeralgebrasystem (CAS) Derive haben, obwohl dies nicht schaden könnte. Lehrkräften, die im Umgang mit Derive noch nicht so geübt sind, wird die Erstellung von Minkowski-Diagrammen mithilfe einer Anleitung im PDF-Format Schritt für Schritt erläutert. Die an die Schülerinnen und Schüler gestellten Anforderungen sind auch von einem Grundkurs zu bewältigen. Wenn man den letzten Teil der Unterrichtseinheit mit der Behandlung der Erhaltungssätze sehr ausführlich behandeln möchte, dann benötigt man zu den in der Kurzinformation angegebenen 10-12 Stunden noch etwa vier zusätzliche Unterrichtstunden. Vorgeschlagen wird eine Mischung aus lehrerzentriertem, fragend-entwickelndem und schülerzentriertem Unterricht. Vorschlag für den Unterrichtsverlauf (Teil 1) Typische Probleme der Speziellen Relativitätstheorie (Stunde 1 bis 8) Vorschlag für den Unterrichtsverlauf (Teil 2) Betrachtung der Erhaltungssätze für Impuls und Energie (Stunde 9 und 10 beziehungsweise 9 bis 12) Die Schülerinnen und Schüler sollen das Computeralgebrasystem Derive als universelles mathematisches Werkzeug kennen lernen. mit Derive eine Anleitung für die Erzeugung von Minkowski-Diagrammen entwickeln. Aufgaben aus der Relativitätstheorie sowohl grafisch als auch rechnerisch mit Derive lösen können. die Bedeutung von Minkowski-Diagrammen erkennen. erkennen, dass die Erhaltungssätze der Mechanik in der Relativitätstheorie eine neue Bedeutung bekommen. Thema Minkowski-Diagramme mit Derive Autor Rainer Wonisch Fach Physik Zielgruppe Jahrgangstufe 12 oder 13, Grund- oder Leistungskurs Zeitraum 10-12 Stunden Technische Voraussetzungen Computer mit Beamer (Lehrerdemonstration), Rechner in aus reichender Anzahl für Partner- oder Gruppenarbeit Software Derive Sie erklären am Lehrercomputer (Demonstration per Beamer) die Schritte zur Erzeugung eines Minkowski-Diagramms mit t' - und x' -Achse, aber ohne deren Einteilung. Ich schlage den Wert 0,5 c für die Relativgeschwindigkeit vor, da das Diagramm dabei relativ übersichtlich bleibt. Sie blenden den Beamer aus und fordern die Schülerinnen und Schüler auf, ein solches Diagramm selbst zu erzeugen. Falls es unbedingt nötig ist, geben Sie Hilfestellungen. Ansonsten lassen Sie die Jugendlichen sich selbst helfen. Sie wiederholen zusammen mit den Schülerinnen und Schülern die Erstellung der Achseneinteilung für die t' -Achse. Bei der Umsetzung in die Sprache von Derive geben Sie eine mögliche Lösung an, falls die Schülerinnen und Schüler nicht durch die Erfahrungen aus dem Mathematikunterricht selbst einen brauchbaren Vorschlag machen. Die Jugendlichen erhalten den Auftrag, die Rasterpunkte für die t' -Achse und außerdem für die x' -Achse einzuzeichnen. Wenn alle fertig sind, lassen Sie eine Schülerin oder einen Schüler aus einer Arbeitsgruppe den Lösungsweg seiner Gruppe am Lehrercomputer (Demonstration per Beamer) erklären. Geben Sie den Auftrag, die Gitterlinien für das x-t -System einzuzeichnen. Warten Sie, bis sich der Lösungsweg herumgesprochen hat. Geben Sie den Auftrag, die Gitterlinien für das x'-t' -System einzuzeichnen. Diesmal werden Sie wahrscheinlich nicht warten können, bis sich der Lösungsweg herumgesprochen hat. Helfen Sie bei den Gruppen, deren Ideen am weitesten fortgeschritten sind, und benutzen Sie die Mitglieder dieser Gruppen dann als Multiplikatoren. Sie stellen folgende Aufgabe (siehe auch minkowski_derive_einfuehrung.pdf ): Gegeben seien zwei Inertialsysteme S und S'. S' bewegt sich gegenüber S mit der Geschwindigkeit v = 0,5 c. Aufgabe 1.1 Im System S sind verschiedene Ereignisse gegeben. A (3Ls/1s); B (3Ls/2s); C (3Ls/3s) Bestimme für die Ereignisse A, B, C die Ereigniskoordinaten im System S' zeichnerisch mithilfe eines Minkowski-Diagramms. Beschreibe Deine Vorgehensweise. Während der jetzt folgenden intensiven Diskussionen unter den Schülerinnen und Schülern "verraten" Sie einer Gruppe, dass ein Schieberegler eingesetzt werden kann. Dann warten Sie ab, ob sich diese Möglichkeit herumspricht. Wenn die Jugendlichen diese Möglichkeit schon kennen, wird es etwas weniger spannend sein. Zum Abschluss lassen Sie die verschiedenen Ansätze vortragen. Sie stellen folgende Aufgabe (siehe minkowski_derive_einfuehrung.pdf ): Aufgabe 1.2 Im System S' bewegt sich ein Körper mit der Geschwindigkeit u' = 0,5 c. Wie groß ist seine Geschwindigkeit u im System S? (zeichnerische Lösung) Wenn genügend Lösungen vorhanden sind, lassen Sie eine Gruppe ihre Vorgehensweise erklären. Sie stellen, je nach Situation, entweder für zu Hause oder für den Unterricht die Aufgabe, die wesentlichen Schritte für die Erstellung eines Minkowski-Diagramms mit Derive als Arbeitsanweisung zusammenzustellen. (Ein mögliches Ergebnis finden Sie unter Punkt 10: minkowski_diagramm.dfw beziehungsweise minkowski_derive.pdf ) Sie stellen nun die folgende Aufgabe: Aufgabe 2 Ein Raumschiff mit v = 0,8 c sendet (aus seiner Sicht) jede Sekunde ein Funksignal aus. In welchem zeitlichen Abstand werden diese Signale im System S registriert? Kläre diese Frage zeichnerisch mithilfe eines Minkowski-Diagramms und zusätzlich rechnerisch. Ein allgemeines Aufstöhnen wird die Antwort sein, da Sie in gemeiner Weise eine andere Relativgeschwindigkeit gewählt haben. Sichten Sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern die bei Schritt 9 erstellten Arbeitsanweisungen und verallgemeinern Sie die beste Anweisungsfolge so, dass man mit ihrer Hilfe für jeden Wert von v mit einigen Mausklicks das gewünschte Minkowski-Diagramm erzeugen kann. Eine mögliche Lösung für die Anweisungsfolge mit Kommentaren finden Sie in der Derive-Datei minkowski_diagramm.dfw . Für die Bearbeitung von Aufgabe 2 stellen Sie im Derive-Ausdruck #2 die richtige Geschwindigkeit ein und erzeugen dann mithilfe der Derive-Anweisungen das entsprechende Minkowski-Diagramm. Die Datei kann dann, unter neuem Namen gespeichert, für die weitere Bearbeitung fortgesetzt werden. Für die grafische Lösung von Aufgabe 2 müssen wegen der Unabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit vom Bezugssystem Parallelen zu t = -x durch mindestens zwei Rasterpunkte auf der t' - oder der x' -Achse gezeichnet werden. Die Differenz der Schnittwerte mit der t -Achse ist der gesuchte Zeitunterschied. Die Schülerinnen und Schüler werden vermutlich konkrete Zahlenwerte für die Punkte auf der t' -Achse benutzen. Man kann aber auch allgemein mit den Komponenten der Punkte P arbeiten. Wie man auf die Komponenten eines Vektors zugreifen kann, erläutert der folgende Auszug aus der Derive-Hilfe: "Mit dem Infixoperator SUB kann man ein Element aus einem Vektor oder einer Matrix herausgreifen. Wenn v ein Vektor ist, liefert v SUB n das n-te Element von v. Als Alternative zum Schreiben von SUB in der Eingabezeile, kann dieser Operator durch einen Klick auf das Abwärts-Pfeil-Zeichen auf der Mathematik-Symbolleiste eingegeben werden. Im Algebra-Fenster werden tiefer gestellte Indizes in der Standard-Index-Notation angezeigt. Zum Beispiel wird [a, b, c, d] SUB 2 angezeigt als und weiter vereinfacht zu b." Das Aufstellen der Geradengleichung in Punkt-Richtungs-Form ist der eleganteste Weg. Wenn die Jugendlichen diese Form nicht kennen oder verdrängt haben, müssen Sie einen kurzen mathematischen Einschub machen. Daraus ergibt sich ein Signalabstand von 3 Sekunden. Rechnerisch erhält man die Werte für t , in dem man für x den Wert 0 einsetzt. Entweder für ein Beispiel: oder für eine Folge von Werten: Benutzt wurde in beiden Fällen die Substitution für eine Variable. Sie erreichen diese Möglichkeit über Vereinfachen > Variablen-Substitution . Aufgabe 3 Sie stellen nun die folgende Aufgabe: Gegeben seien die beiden Inertialsysteme S und S' mit der Relativgeschwindigkeit v. Im System S' wird das folgende Experiment durchgeführt: Zwei Körper gleicher Masse bewegen sich mit gleichem Betrag der Geschwindigkeiten aufeinander zu. Zum Zeitpunkt t' = 2 s treffen sie sich völlig unelastisch an der Stelle x' = 0, so dass sie vereint liegen bleiben. Es sei Formuliere für diesen Vorgang den Impulserhaltungssatz im System S'. Formuliere für diesen Vorgang den Impulserhaltungssatz im System S. Versuche auch eine zeichnerische Lösung. Die Schülerinnen und Schüler werden sofort fragen, welchen Wert sie für die Relativgeschwindigkeit v benutzen sollen. Stellen Sie es ihnen einfach frei. Für Ihre eigene Bearbeitung schlage ich v = 0,6 c vor. Es ergibt sich also u' sub~1~~ = 0,6 c ; u' sub~2~~ = 0,6 c . Die Weltlinien beider Körper im System t'-x' werden bis zum Zusammentreffen gezeichnet. Mithilfe der Musteranweisungsfolge (siehe Derive-Datei minkowski_diagramm.dfw ) kann man das entsprechende Minkowski-Diagramm zeichnen. Endpunkt für die beiden Weltlinien soll der Punkt (0,2) auf der t' -Achse sein: Zwei Sekunden vorher war der sich in +x' -Richtung bewegende Körper an einer um 2Ls 0.6 in Richtung der -x' -Achse liegendem Ort gewesen. #14 und mit konkreten Werten #15 beschreiben Ausgangspunkt und Endpunkt im Minkowski-Diagramm: Für den sich in -x' -Richtung bewenden Körper gelten analog die beiden folgenden Ausdrücke: Auch wenn die Schülerinnen und Schüler ohne Ihre Hilfe dieses Ergebnis erzielt haben, werden sie misstrauisch sein, ob es überhaupt richtig sein kann. Dazu sieht es zu ungewohnt aus. Falls Sie es nicht von vorn herein schon gemacht haben sollten, dann führen Sie den Versuch auf einer Fahrbahn (am besten einer Luftkissenbahn) vor und bitten die Jugendlichen, für beide Körper das s-t -Diagramm zu zeichnen. Und zwar in der Form, in der sie früher solche Diagramme gezeichnet haben und zusätzlich mit vertauschten Achsen, wie bei den Minkowski-Diagrammen. Danach wird man den Ergebnissen nicht mehr ganz so misstrauisch gegenüber stehen. Die Geschwindigkeit der beiden Körper im System S kann aus den von Derive berechneten Werten der Anfangs- und Endpunkte der beiden Weltlinien bestimmt werden. Die folgenden Derive-Ausdrücke liefern das Ergebnis: Daraus ergeben sich die Geschwindigkeiten: Für die Geschwindigkeiten im System S' gilt laut Voraussetzungen der Aufgabe Formulierung des Impulssatzes für das System S': Daraus ergibt sich da die beiden Massen auf jeden Fall gleich sind. Formulierung des Impulssatzes für das System S: Setzt man die Zahlen des Beispieles ein, so erhält man: Diese Aussage ist offensichtlich falsch. Fragen Sie die Schülerinnen und Schüler nach Erklärungshypothesen. Mögliche Hypothesen sind: Die berechneten Werte für u sub~1~~ und u sub~2~~ sind falsch. Bei hohen Geschwindigkeiten bleibt die Masse nicht konstant. Der Impulssatz gilt nicht bei hohen Geschwindigkeiten. Alle diese Hypothesen führen zu einer intensiven, weiterführenden Betrachtung: Die erste lässt sich durch Anwendung der Additionsformel für relativistische Geschwindigkeiten kontrollieren. Die zweite Hypothese beruht auf Kenntnissen der Schülerinnen und Schüler, die sie populärwissenschaftlichen Zeitschriften oder Fernsehsendungen entnommen haben. Die dritte Hypothese lässt sich mithilfe der Überlegungen zu Hypothese 2 kontrollieren. Untersuchung von Hypothese 1 Für die Untersuchung der ersten Hypothese erscheint folgende mehrgleisige Vorgehensweise sinnvoll: Die Additionsformel für relativistische Geschwindigkeiten wird gemeinsam im Unterricht aus der Verallgemeinerung des Beispieles der Aufgabe 1.2 hergeleitet. Eine alternative Herleitung aus den Lorentztransformationen wird als Kurzreferat vergeben. Zur Herleitung mithilfe von Derive können Sie die für Aufgabe 1 erstellte Derive-Datei weiter benutzen. Öffnen Sie die Datei und gehen dann wie folgt vor. Zuerst heben Sie die Festlegungen für u' und v auf: Wir wählen wieder t' = 2 s. Man erhält die Weltlinie des sich mit u' bewegenden Körpers durch vektorielle Addition der Weltlinie des Systems t'-x' von 0 bis 2 s und einer Parallelen zur x' -Achse, deren Länge durch die Geschwindigkeit u' bestimmt ist. Bestimmung des Rasterpunktes auf der t'-Achse: Der Ortsvektor zum entsprechenden Punkt auf der x' -Achse muss auf die richtige Länge gebracht werden: Die beiden Ortsvektoren werden addiert: Die Geschwindigkeit u erhält man, indem man die erste Komponente des Vektors ( x -Wert) durch die zweite Komponente ( t -Wert) dividiert: Vereinfacht man diesen Ausdruck, so erhält man die Additionsformel für relativistische Geschwindigkeiten: In Nicht-Derive-Schreibweise erhält man die bekannte Formel: Nachdem auch das Kurzreferat gehalten wurde, kann man mit der Formel die Ergebnisse für u sub~1~~ und u sub~2~~ bestätigen. Damit ist Hypothese 1 zu verwerfen. Untersuchung von Hypothese 2 Zur Überprüfung der zweiten Hypothese lassen Sie die Schülerinnen und Schüler die folgende Internetseite studieren. Dort findet sich eine Bestätigung der Hypothese mit: Untersuchung von Hypothese 3 Verbleibt noch die dritte Hypothese. Lassen Sie die Jugendlichen die Impulse vor und nach dem Stoß unter Berücksichtigung der obigen Formel berechnen. Mit Derive könnte das folgendermaßen aussehen: Offensichtlich stimmt hier irgendetwas nicht. Entweder ist die Rechnung falsch oder der Impulssatz gilt nicht oder er kann so nicht angewendet werden. Wenn Sie kein Buch für die Schülerinnen und Schüler haben, das dieses Problem zu lösen hilft, dann lassen Sie die folgende Seite aus dem Internet bearbeiten. Sie ist sehr übersichtlich und verwendet das auch hier eingesetzte Beispiel. Die Darstellung ist zwar etwas allgemeiner aber dennoch gut verständlich. Zur Kontrolle des Verständnisses kann man dann die Rechung auf das hier vorgestellte Zahlenbeispiel anwenden. Relativistische Energie und Ruheenergie Infos auf der Website des Zentralen Informatikdienstes (Außenstelle Physik) der Uni Wien.

  • Astronomie / Physik
  • Sekundarstufe II

Literarische Spurensuche: Gedichte entdecken mit Geocaching im Park

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel stellt einen ungewöhnlichen Zugang zu Gedichten vor: Bei einem literarischen Spaziergang durch einen Park nutzen die Schülerinnen und Schüler ihr Smartphone, um thematisch passende Gedichte zu typischen Elementen des Parks zu finden. Bei einem literarischen Spaziergang wird die Begegnung mit der realen Welt der Parklandschaft mit Bäumen, Blumen, Tieren und Gewässern mithilfe des Internets erweitert, vertieft sowie mit literarischen Texten von echten sinnlichen Erlebnissen begleitet. Die Lernumgebung Park ist dabei exemplarisch zu verstehen. Ähnliche literarische Spaziergänge lassen sich ohne großen Vorbereitungsaufwand auch durch die Stadt, das Dorf, den Wald, vielleicht sogar über das Schulgelände durchführen. Ein literarischer Spaziergang durch den Park Die Idee zu diesem kleinen Projekt entstand bei einem Sonntagsspaziergang durch den Überlinger Stadtgarten. Beim Anblick des schönen Brunnens mit den drei Wasserschalen fällt mir spontan ein Vers aus einem Gedicht ein: "und jede nimmt und gibt zugleich". Wie heißt noch mal der Titel des Gedichts? Römischer Brunnen oder Römische Fontäne? Und wie lautet der erste Vers? Wer ist der Dichter, der das geschrieben hat? – Über all diese Fragen muss man heute nicht mehr lange nachdenken oder die Gedichtanthologien im Bücherregal durchforsten, denn mit dem Smartphone lassen sie sich in Sekundenschnelle beantworten: Vers oder Titel eintippen oder sprechen, und schon ist das ganze Gedicht da – gut vorgetragen und als Text. Wie schön! Ich betrachte den realen Überlinger Brunnen vor mir, spüre die Feuchtigkeit seiner Wasserfontänen und höre das Gedicht über den römischen Brunnen von C. F. Meyer, das mir über die virtuelle Welt des Internets zeitgleich zugänglich ist. Könnte das Gedicht auch den Überlinger Brunnen meinen? Welche Verse passen, welche eher nicht? Was heißt das eigentlich: "und jede gibt und nimmt zugleich?" Neugierig geworden suche ich im Internet auch noch Bilder des Originalbrunnens in Rom, den der Dichter C. F. Meyer in verschiedenen Fassungen besungen hat. Im Rhythmus der Verse gehe ich weiter und spreche die zwei Strophen des Gedichts immer wieder vor mich hin, bis ich sie auswendig kann. Warum sollten die Schülerinnen und Schüler nicht auch eine solche Erfahrung machen und in der gleichzeitigen Begegnung mit Natur und Literatur berühmte Gedichte kennen und vielleicht sogar lieben lernen? Stadtparks oder -gärten gibt es überall, eine Exkursion dorthin ist mit wenig Aufwand verbunden und mit Smartphones sind die Lernenden sowieso ausgestattet. Dass Lyrik im Deutschunterricht aller Stufen eine wichtige Rolle spielt (aufgrund der Bildungspläne, Lehrbücher, Pflichtthemen des Abiturs) und Leseerfahrungen eine wichtige Grundlage für Interpretationskompetenz sind, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Gedichte in der Schule Gedichte in der Schule – das heißt meist analysieren und interpretieren mit allem, was so dazugehört: Reimschema und Metrum bestimmen, Stilmittel suchen und benennen, Metaphern und Symbole entschlüsseln, den Titel erläutern, den Text in eine literarische Epoche einordnen und so weiter. Die Freude an der Poesie droht dabei auf der Strecke zu bleiben. Auch die Methoden des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts sind überwiegend kognitiv ausgerichtet. Den Titel weglassen, um den Inhalt zu antizipieren, Strophen und Verse rekonstruieren, um den Aufbau zu begreifen, kreatives Schreiben nach Impulsen, zum Beispiel als Parallelgedicht und so weiter – all dies bereichert den Deutschunterricht, spricht aber vor allem die linke Gehirnhälfte und damit das logische Denken, das Sprachvermögen an. Reicht das aus, um nachhaltiges Lernen zu erreichen? Gedichte im Park Nicht nur über den Kopf, sondern über Hand und Herz, Auge und Ohr, Geruchs- und Tastsinn soll das Ziel einer ästhetischen Bildung in der Unterrichtseinheit von Geocaching im Park: ein literarischer Spaziergang durch den Park verfolgt werden. Wie bei einer Rallye oder Schnitzeljagd gehen die Schülerinnen und Schüler beim "Geocaching" zu verschiedenen Stationen im Park, suchen anhand vorgegebener Links Gedichte im Internet, stellen thematisch passende Zeichnungen oder Fotografien her und lösen vielfältige Aufgaben. Dabei arbeiten sie allein, zu zweit oder in Kleingruppen. Der Park bietet nicht nur eine vielgestaltigere und lebendigere Lernumgebung als das Klassenzimmer und die Schule, er ermöglicht den Lernenden auch andere Haltungen, die ein nachhaltiges Lernen fördern. Im Wechsel von Bewegung (Gehen und Stehenbleiben), Blickrichtung (nach oben zu den Baumwipfeln und zum Himmel, nach unten zum Rasen, zu Blumenrabatten, heruntergefallenem Laub und Baumfrüchten, nach vorne, um dem Weg zu folgen und so weiter) sowie Kommunikationspartnern und -formen (verschiedene Mitschülerinnen und Mitschüler, Parkbesucherinnen und Parkbesucher, analoge und digitale Kommunikation) ergeben sich neue Perspektiven auf den "Unterrichtsgegenstand" Lyrik. Die Gedichte werden sozusagen lebendig! Die methodische Umsetzung der Unterrichtseinheit ist denkbar einfach: Die Lehrkraft gibt den Schülerinnen und Schülern die Arbeitsblätter an die Hand, beziehungsweise stellt ihnen diese digital zur Verfügung. Allein, zu zweit oder in Kleingruppen machen sich die Lernenden dann auf den Weg, um die Stationen der Park-Rallye aufzusuchen. Dabei können alle gemäß der Individualisierung und Differenzierung nach eigenem Tempo und individuellen Interessen lernen. Das Smartphone als Lernhelfer Smartphones in der Schule – ein leidiges Thema, das immer wieder für Verunsicherung sorgt. Zwischen Verteufelung (zum Beispiel durch Manfred Spitzer in seinem Buch "Digitale Demenz" von 2003), generellem Verbot (zum Beispiel in Frankreich seit dem Schuljahr 2018/19) und unkritischer Begeisterung verläuft jedoch ein gar nicht so schmaler Grad, auf dem Konzepte des vernünftigen schulischen Umgangs mit diesem Lifestyle-Gadget entwickelt werden können. Da heutige Jugendliche (und, ganz ehrlich: auch die meisten Erwachsenen) auf das Smartphone nicht mehr verzichten wollen und können, gilt es Brücken zu dieser Lebenswelt zu bauen und die mobilen Endgeräte so einzusetzen, dass die Jugendlichen aktiv gefordert werden. Vorschläge für Regeln und eine Nutzungsordnung für mobile Endgeräte in der Schule werden bei Lehrer-online gemacht. Lyrik live – das Smartphone macht es möglich Das Internet öffnet viele Türen zum Wissen der Welt. Auch die Welt der Literatur ist heute nicht nur (fast) jedem, sondern dank mobiler Endgeräte auch überall zugänglich. Mittels Smartphone können die Schülerinnen und Schüler berühmten Naturgedichten sozusagen vor Ort begegnen, und das auf vielen Kanälen: nicht nur lesend und hörend (Rezitationen, oft von professionellen Sprechern), sondern auch sprechend, singend (zum Beispiel Karaoke) und durch Videoclips, Bilder und Fotografien. Bei diesen Begegnungen werden Klang, Rhythmus und Bildlichkeit der Sprache als wesentliche Merkmale von Lyrik sinnlich erfahrbar. Die Lernenden sollen nicht Vokale suchen, zählen und mit Fachbegriffen benennen, sondern Laute und Klänge hören, sprechen und singen; Metaphern und sprachliche Bilder sollen sie nicht markieren und erklären, sondern nach deren Ursprüngen in der Natur suchen und sich – im wörtlichen Sinne – ein Bild dazu machen oder die Bilder anderer betrachten und bewerten. Solche "echten" Erfahrungen mit Natur und Literatur sind nicht nur eine motivierende Erweiterung des Deutschunterrichts. Im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sind sie unerlässlich, um die Gefahren wachsender Umweltzerstörung in einer zunehmend digitalisierten und virtualisierten Welt zu erkennen, einzuschätzen und abzuwenden.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Informationstechnik

Kooperatives Lernen mit Padlet

Fachartikel
5,99 €

Dieser Artikel zum Thema Kooperatives Lernen mit Padlet untersucht die Funktionalität dieses Mind-Mapping-Tools und geht der Frage nach, wie damit konstruktive und kollaborative Lernarrangements in verschiedenen Unterrichtsphasen unterstützt werden können. Kooperatives Lernen Kooperatives Lernen ist eine strukturierte Organisationsform, bei der Schüler und Schülerinnen ihre eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten in den Lernprozess einbringen, Lerninhalte im wechselseitigen Austausch selbstständig erarbeiten und dabei soziale Kompetenzen erwerben (Vesga 2019: Bausteine und Nutzen kooperativer Lernformen ). Um Lernarrangements im kooperativen Sinne aufzubauen, sollten nach Johnson, Johnson und Holubec (2005) bestimmte Kriterien eingehalten werden: Eine positive Abhängigkeit sollte sich unter den Gruppenmitgliedern einstellen und jeder Einzelne beziehungsweise jede Einzelne sollte sich für seinen oder ihren persönlichen Anteil am Gruppenergebnis verantwortlich fühlen. Ferner sollten Lernende Inhalte in direkter Interaktion erarbeiten, über den Lernprozess reflektieren und interpersonale Fähigkeiten entwickeln. Die Umsetzung dieser Bausteine erfordert eine durchdachte Gestaltung von Lernumgebungen, die ein vernetztes Zusammenarbeiten der Schüler und Schülerinnen fördern. Digitale Medien bieten eine sinnvolle Unterstützung an, um solche Lernarrangements zu strukturieren und die Möglichkeiten der direkten Interaktion zu erhöhen. Ein Beispiel für ein digitales Tool zum kooperativen Arbeiten ist Padlet. Padlet Padlet ist ein Mind-Mapping-Tool zur Erstellung von Online-Pinnwänden, auf denen verschiedene Materialien zu einem bestimmten Thema gesammelt, miteinander verbunden und übersichtlich angeordnet werden können. Die Einträge oder Posts, mit denen ein Padlet gefüllt wird, können Informationen in verschiedenen Formaten enthalten, zum Beispiel Texte, hochgeladene Dateien, Bilder, Videos, Links, Screenshots, Zeichnungen, Audios, Verlinkungen zu anderen Padlets und so weiter. Die einzelnen Posts können per Drag-and-Drop beliebig verschoben und miteinander vernetzt werden. Das folgende Bild zeigt, wie ein fertiges Padlet aussehen kann:

  • Fächerübergreifend

Die Nordsee: Urlaub in Deutschland am Meer

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Dieses Arbeitsblatt zur Nordsee bereitet die Kinder auf die Ferien vor und vermittelt spielerisch Wissen über die Gezeiten Ebbe und Flut sowie über das Meer und das Watt als Lebensraum für Würmer, Vögel, Krabben, Robben und Fische. Urlaub in Deutschland in den Sommerferien wird seit Jahren immer beliebter. Die heißen Sommer der letzten Jahre haben dazu geführt, dass immer mehr Familien ihre freie Zeit zum Beispiel an der Nord- oder Ostsee verbringen wollen. Dieses Unterrichtsmaterial informiert die Kinder der Grundschule daher spielerisch über die Nordsee als Lebensraum für viele Tiere und als ein wunderschöner Ort, um Muscheln zu sammeln und im Meer zu baden. Das Arbeitsblatt vermittelt über authentische Fotos und kurze Texte grundlegendes Wissen über die Gezeiten Ebbe und Flut , die Lage der Nordsee sowie die Wassertiefe, bevor die Kinder die neuen Kenntnisse in einen Lückentext einsetzen. Die Lernenden werden so zum Lesen angeregt und verbessern ihre Lesekompetenz spielerisch. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass Würmer, Robben, Vögel, Krabben und Fische in der Nordsee leben und erkennen die synonyme Bedeutung von Meer und See. Insbesondere im Unterricht in Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache kann an dieser Stelle auch auf den Artikel hingewiesen werden. Die Kinder lernen mit diesem Arbeitsblatt Deutschland besser kennen, erweitern ihren Wortschatz und bereiten sich auf die Ferien und den Urlaub vor. Das Unterrichtsmaterial kann deshalb zum Beispiel vor den Sommerferien noch einmal zur Mitarbeit motivieren, um die Lernzeit sinnvoll zu nutzen.

  • Geographie / Jahreszeiten
  • Primarstufe

Martin Walser - ein umstrittener Schriftsteller

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtsreihe wird der Gegenwartsschriftsteller Martin Walser unter die Lupe genommen. Die – beabsichtigten oder ungewollten – Skandale durch seine Veröffentlichungen und seine Reden bieten in vielerlei Hinsicht Anlass, über unsere Sprache, ihre Wirkung, ihre Geschichte und ihre mediale Inszenierung nachzudenken. Martin Walser gilt als streitbarer Schriftsteller, der insbesondere durch seine Friedenspreisrede 1998 und durch die Publicity zu seinem Buch ?Tod eines Kritikers? 2002 in die Schlagzeilen geraten ist. Die Meinungen über ihn sind geteilt und ebenso streitbar wie er selbst: Zeugen seine Äußerungen und literarischen Werke von einem politisch motivierten Antisemitismus oder lässt sich vielmehr eine verkaufsfördernde Marketingstrategie ausmachen, die den Schriftsteller Walser publikumswirksam in Szene setzt? Diese Reihe ermöglicht den Lernenden eine neue Herangehensweise an den Autor, indem sie die medienunterstützte Wirkung auf sein Publikum erfahren und zudem in eine realitätsnahe Reflexion über die Entwicklung und Wirkung von Sprache eintauchen. Der Computer gibt ihnen die Gelegenheit, vom Rezipienten eines literarischen Werkes zu dessen Partizipienten zu werden. Diese Unterrichtsreihe ist eine Art Forschungsprojekt, in dessen Mittelpunkt die Auseinandersetzung mit der Wirkung und medialen Inszenierung von Sprache steht. Durch produktionsorientiertes Arbeiten - insbesondere mit Computer und Internet - haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Bedeutung des Schreibens und die Konsequenzen einer öffentlich gemachten Meinung realitätsnah zu erfahren. Martin Walser im Unterricht Viele Gründe sprechen für die Beschäftigung mit Martin Walser im Rahmen eines handlungs- und ergebnisorientierten Unterrichtsprojekts. Allgemeine Hinweise zur Unterrichtsreihe Diese Seite enthält allgemeine Informationen zur Gestaltung der Unterrichtsreihe und weitere Möglichkeiten zur Anbindung der Thematik. Ablauf der Unterrichtsreihe Hier finden Sie eine Übersicht über die einzelnen Unterrichtsmodule, die nach den jeweiligen Anforderungen der konkreten Unterrichtssituation umgestellt oder angepasst werden können. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler stellen das literarische Schaffen Walsers in einen zeitbezogenen Kontext. fertigen ein Gesellschaftsporträt Deutschlands von 1955 bis zur Gegenwart an. erarbeiten die Friedenspreisrede von Martin Walser und ordnen sie in ihren Kontext ein. erarbeiten Wortfelder und Wortfamilien zu thematisch passenden Begriffen. finden rhetorische Mittel in einem Text, hinterfragen ihre Funktionalität und Wirkung und wenden selbst literarische Gestaltungsmittel an. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten und präsentieren eine PR-Strategie für Walsers Buch "Tod eines Kritikers" in einer Simulation. schreiben selbst eine Rede (als Antwort auf die Walser-Rede). lesen einen längeren Text kursorisch und entwickeln eigene Strukturierungshilfen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler suchen im Internet gezielt nach Informationen. setzen Word als Hilfsmittel bei der Textarbeit. setzen einen längeren Sachtext in einen optisch ansprechenden Hypertext um. verfassen eigene Reden und Stellungnahmen am PC und machen der Klasse zugänglich. kreieren in Word oder FrontPage eine eigene PR-Kampagne für eine Buchveröffentlichung. Erschwerter Zugang Wenn Schülerinnen und Schüler sich mit Martin Walser beschäftigen (müssen), dann meist im Zusammenhang mit der Novelle "Ein fliehendes Pferd". Die Begeisterung für den Menschen und Schriftsteller selbst hält sich in Grenzen, die Beschäftigung mit Walser als Person beschränkt sich oftmals auf ein Referat über seine Biografie, bei dessen Präsentation die Schülerinnen und Schüler bei den Worten "Ich erzähl' euch jetzt mal was über Martin Walser" schon abschalten. Spiegelung des "Durchschnittsmenschen" Gerade der Schriftsteller Walser eignet sich jedoch gut dazu, mit den Schülerinnen und Schülern ein Spiegelbild-Porträt zwischen seinem literarischen Schaffen und der Entwicklung der Gesellschaft aufzustellen. Die Figur des Helmut Halm, die heutigen Lernenden nur ein müdes Gähnen entlockt - keine Spur eines Skandals oder einer Anrüchigkeit - war zu ihrer Zeit sehr umstritten, nahm sie doch den "Otto Normalverbraucher" der 1970er Jahre sehr kritisch und süffisant unter die Lupe. Da half damals auch alles Autobiografische nicht mehr. Diese Spiegelung des Durchschnittsmenschen der Gesellschaft - die auch schon in "Ehen in Phillipsburg" zu erkennen ist - zieht sich durch Walsers Schaffenswerk. Skandale als gesellschaftliches Phänomen Für Schülerinnen und Schüler kann Martin Walser dann spannend werden, wenn sie diese Linie zu Ende zeichnen: Die Friedenspreisrede von 1998, die zu ihrer Zeit für großes Aufsehen sorgte, tat dies, weil die Gesellschaft durch die Holocaust-Mahnmaldebatte, durch die Anschläge von Mölln und Solingen (wieder) eine neue Empfindlichkeit gegenüber dem Thema "Umgang mit der Vergangenheit" entwickelte. Spannendes "Dokument der Langeweile" Der nächste Skandal - hausgemacht oder unbeabsichtigt - ging einher mit dem Erscheinen des Buches "Tod eines Kritikers". Der Wind, den die Presse im Vorfeld um dieses Buch machte - Vorwürfe des Antisemitismus sind noch die harmlosesten, "ein Dokument des Hasses" das gängigere Schlagwort - war nicht annähernd geeignet, die Langeweile, die viele Leserinnen und Leser bei der Lektüre des Buches ergriff, wegzublasen. Aber die Lektüre unter dem Gesichtspunkt, die Vorwürfe gegenüber dem vermeintlichen Inhalt des Buches, zu bestätigen oder zu entkräften, macht auch dieses "Dokument der Langeweile" interessant. Wirkung von Sprache erfahren Gerade die Arbeit mit dem Computer, die Möglichkeit der Veröffentlichung der eigenen Meinung im Internet und die Arbeit mit einem Textverarbeitungsprogramm ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, nicht nur als Rezipienten am Text zu arbeiten, sondern aktiv am Schaffensprozess von Literatur teilzuhaben. Die eigene Meinung erhält eine viel höhere Gewichtung, wenn die Möglichkeit der Veröffentlichung gegeben ist. Gleichzeitig zeigt sie aber auch die Bedeutung des geschriebenen Wortes und die Konsequenzen einer öffentlich gemachten eigenen Meinung, so dass die Schülerinnen und Schüler über diesen medienkundlichen Aspekt die Wirkung von Sprache selbst erfahren. Unabhängiger Einsatz der Module Die vorgestellte Unterrichtsreihe besteht im Wesentlichen aus zwei Modulen. Das erste befasst sich mit der Friedenspreisrede von Martin Walser aus dem Jahr 1998. Diese Rede kann auch abgekoppelt vom nachfolgenden Modul behandelt werden. Sie kann dann nicht nur in der Sekundarstufe II, sondern auch in einer zehnten Klasse eingesetzt werden. Ebenso kann auch die Behandlung des Buches "Tod eines Kritikers" als unabhängiges Modul ohne die Friedenspreisrede behandelt werden. Blick über den Tellerrand Das Interessante an den beiden genannten Modulen ist, dass die Schülerinnen und Schüler einen Autor von mehreren Seiten betrachten können. Sie blicken "über den Tellerrand" eines Werkes, einer politischen Rede hinaus und können wie in einem Forschungsprojekt den Autor mit einem Großteil seines Werkes kennen lernen. Die Schülerinnen und Schüler können zudem sehr selbstständig arbeiten, denn im Netz finden sie zu den unterschiedlichsten Themen gute Informationen. Sie erfahren sich als Partizipienten an einem literarischen Werk, wenn sie selbst die Möglichkeit zur Veröffentlichung erhalten. Offener thematischer Einstieg Der Einstieg in die Thematik wurde hier absichtlich offen gelassen. Alltägliche Geschehnisse, andere Politikerreden, Eröffnungen von Gedenkstätten und Ähnliches ermöglichen einen sehr viel aktuelleren Einstieg in das Thema als eine vorgegebene Struktur. Zudem können auch die Voraussetzungen, die die Schülerinnen und Schüler aus dem bisherigen Unterricht mitbringen, stark variieren. So wählt eine Lehrkraft, die im Vorfeld ein anderes Walser-Buch behandelt hat, einen anderen Einstieg als die Lehrkraft, die im Unterricht "politische Reden" thematisiert. Neben der geschilderten Möglichkeit der Reihengestaltung kann die Thematik noch in anderen Zusammenhängen unterrichtet werden. Projekt: Nachdenken über Deutschland Die Friedenspreisrede von Martin Walser ist ein Bestandteil dieser Reihe und dient als Ausgangspunkt für Überlegungen, wie mit der NS-Vergangenheit angemessen umgegangen werden kann. Neben dieser Rede können beispielsweise die Reden von Martin Hohmann, Auszüge aus der Holocaust-Mahnmal-Debatte und auch Auszüge aus dem Historikerstreit der 1980er Jahre thematisiert werden. Die Zusammenarbeit mit dem Geschichtsunterricht und dem Politik/SoWi-Unterricht bietet sich an. Politische Reden als literarische Gattung Die Friedenspreisrede Martin Walsers wird eingebettet in die Auseinandersetzung mit politischen Reden unterschiedlichster Art als Beispiel für die Rede als literarische Gattung der Darstellung von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Hier bietet sich die Zusammenarbeit mit dem Pädagogik-Unterricht an. Politische Reden: Was macht eine Rede zur "Rede des Jahres"? Das Institut für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen kürt jährlich die "Rede des Jahres". Auf dieser Seite finden sich neben den Texten der jeweiligen Reden auch die Begründungen der Juroren. Sprachwissenschaftlich können die Schülerinnen und Schüler hier erforschen, was eine Rede auszeichnet, wie sie sprachlich und inhaltlich aufgebaut sein sollte, welche Gemeinsamkeiten die Reden des Jahres haben. Die Möglichkeit des Verfassens eigener Reden oder des Erstellens eines Kriterienkatalogs, mit dem Reden beurteilt werden können, bietet sich an. Hiermit kann besonders methodisches Arbeiten geschult und vertieft werden. Uni Tübingen: Walsers "Friedenspreisrede" als Rede des Jahres 1998 Umgang mit der eigenen Vergangenheit in Literatur und Film Die Diskussionen und der Film "Der Untergang" selbst sind Bestandteile dieses Unterrichtsvorhabens, ebenso wie Bücher wie "Die Welle" oder "Jugend ohne Gott". Im Mittelpunkt stehen dabei die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in Deutschland und die Möglichkeiten der literarischen Verarbeitung. Die Zusammenarbeit zum Beispiel mit dem Kunstunterricht (Vergangenheitsbewältigung in der Kunst) ist hier möglich. Literatur im Spiegel der Öffentlichkeit Der Fokus liegt hier auf der Veröffentlichung des Buches "Tod eines Kritikers". Ausgehend von diesem Beispiel werden exemplarisch die Veröffentlichungen verschiedener literarischer Werke sowie die im Vorfeld erschienenen Pressemeinungen betrachtet. Es bietet sich hierbei an, auch auf Mitschnitte beispielsweise des "Literarischen Quartett" zurückzugreifen und die dort erfolgten Buchbesprechungen mit eigenen oder anderen Eindrücken zu vergleichen. Bei Fernsehmitschnitten ist jedoch darauf zu achten, dass es sich nicht um private Aufnahmen handelt (diese sind urheberrechtlich problematisch), sondern diese direkt vom Sender zu beziehen (zum Beispiel: ZDF-Mediathek, Online-Sendungen). Martin Walser - ein umstrittener Schriftsteller Unterrichtsmodule Das Unterrichtskonzept enthält hervorragend aufbereitetes Material und viele Anregungen zur Umsetzung im Unterricht. Vor allem durch die Modulstruktur ist es möglich, die Ideen an die eigene Lerngruppe und deren Bedürfnisse anzupassen. Auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön an Svenja Engemann. Marcel Thimm, 22.05.2007 Der Text der Rede ist sehr lang; als Word-Dokument umfasst er sieben Seiten. Auch eine mögliche Kürzung verringert den Umfang nur um eine Seite, wenn man vermeiden will, mit der Kürzung auch gleichzeitig eine Interpretation vorzunehmen. Dennoch bieten sich mehrere Alternativen der ersten Annäherung an. Martin Walser - Friedenspreisrede 1998 (pdf) Den Text der Rede finden Sie zum Beispiel hier. Variante 1: Gekürzte Fassung Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine gekürzte Fassung. Beispielsweise kann der Teil der Rede gestrichen, der die Inhaftierung Rainer Rupps thematisiert. Diese Kürzung ist problematisch wie jede andere auch. Auf diese Art bleibt das Diskussionswürdige und Streitbare hinsichtlich des Vorwurfs "Antisemitismus" bestehen, worauf sich die Entgegnungen von Bubis, von Dohnanyi und Wiesel beziehen. Selbstverständlich können auch andere Kürzungen vorgenommen werden, etwa die Verweise auf die Literaten des 19. Jahrhunderts. Variante 2: Originalfassung Wenn die Schülerinnen und Schüler mit der Originalrede arbeiten, sollten sie mehrere Tage Zeit zur ersten Bearbeitung und Lektüre haben. Der Arbeitsauftrag könnte dann lauten, die Rede in Sinnabschnitte einzuteilen, thematische ähnliche Abschnitte zusammenzufassen oder zusammenzuschreiben (mithilfe von Word). Variante 3: Auszüge der Rede in Gruppenarbeit und Gruppenpuzzle Eine dritte Variante wäre, den Schülerinnen und Schülern arbeitsteilig bestimmte Abschnitte der Rede an die Hand zu geben. Die Rede kann hierfür in Teilabschnitte untergliedert werden (der Vorschlag enthält sieben Abschnitte). Die Schülerinnen und Schüler erhalten in Gruppen jeweils einen der Abschnitte (mit Titel und Verfasser der Rede) mit dem Arbeitsauftrag, den Inhalt des Abschnittes mit eigenen Worten kurz wiederzugeben und Schlüsselbegriffe/Schlagworte herauszuschreiben. Diese Variante bietet sich auch für weniger leistungsstarke Kurse an, weil die gesamte Rede arbeitsteilig und im Gruppenpuzzle aufgearbeitet werden kann. Die Arbeitsaufträge 6 und 7 sollten erst dann verteilt werden, wenn die Schülerinnen und Schüler selbst erarbeitet haben, dass ihnen Ausschnitte aus derselben Rede vorliegen. Nach der Bearbeitung von Punkt 6 sollten eine oder zwei der Gruppen die von ihnen zusammengesetzte Rede im Plenum präsentieren. Erscheint das zu zeitaufwändig, können die Schülerinnen und Schüler die Redeausschnitte in Word bearbeiten und im Gruppenpuzzle zusammensetzen. Über den PC können dann die Gruppen die bearbeiteten Reden (Reihenfolge, Schlüsselbegriffe) mitlesen und verfolgen. Ein Ziel der Präsentation ist auch hier, dass die Schülerinnen und Schüler im Kurs Schlüsselbegriffe und Schlagworte der Rede erarbeiten. Bei der Durchführung der Reihe in einem Oberstufenkurs wurde deutlich, dass eine Abgrenzung der Begriffe Schlagwort und Schlüsselbegriff sinnvoll ist. Je nachdem, wie diese Begriffe bislang im Unterricht verwendet wurden, ist es sinnvoll, im Vorfeld zu klären, was die Schülerinnen und Schüler unter Schlagwort und Schlüsselbegriff verstehen und entsprechend die Formulierung in der Aufgabenstellung zu ändern. Schlagwort Mit "Schlagwort" verbinden die Schülerinnen und Schüler solche Begriffe, die besonders augenfällig sind, die eine bestimmte Reaktion beim Leser auslösen; sie müssen aber nicht zwangsläufig den Inhalt der Rede widerspiegeln. Schlagworte spiegeln auch oft den Eindruck des Lesenden zum Text wieder, müssen diesem aber nicht direkt entnommen sein. Die Konnotation bei "Schlagwort" ist emotional. Schlüsselbegriff "Schlüsselbegriffe" dagegen werden direkt dem Text, der Rede entnommen, sie dienen der Strukturierung eines Textes. Ihre Benennung erfolgt nach sachlichen Kriterien des Textverständnisses. Assoziationsübungen Die Schülerinnen und Schüler sammeln zunächst ihre Assoziationen zu den Begriffen "Mond" und "Vergangenheit" (zum Beispiel in Form einer Mindmap). Anschließend verfahren sie genauso mit den herausgearbeiteten Schlüsselbegriffen aus der Walser-Rede. Die Übungen "Mond" und "Vergangenheit" können auch gemeinsam mit dem Kurs durchgeführt werden. Als Arbeitsblatt bieten sie sich als mögliche Hausaufgabe an. Wenn Sie die Schülerinnen und Schüler sowohl nach Schlüsselbegriffen als auch nach Schlagworten haben suchen lassen, sollten jetzt auch getrennt voneinander Mindmaps zu den jeweiligen Begriffen erstellt werden. "Mindjet MindManager" ist ein Programm zur schnellen und einfachen Erstellung von Mindmaps am Computer. Über die folgende Adresse besteht die Möglichkeit, das Programm Mindjet MindManager zur Erstellung von Mindmaps für Schulen downzuloaden. Einen Link zur detaillierten Beschreibung des Programms finden Sie auf der Startseite dieses Beitrags unter "Zusatzinformationen". cotec.de: Mindjet MindManager Auf dieser Seite kann eine kostenlose Schullizenz angefordert und anschließend das Programm MindManager heruntergeladen werden. Zum Schreiben anregen Wenn Ihnen die Zeit zur Verfügung steht und die Schülerinnen und Schüler die Motivation zum eigenen Schreiben mitbringen, sollte dieser Schritt in jedem Fall durchgeführt werden. Denn die Schülerinnen und Schüler haben hier die Möglichkeit, vom Rezipienten zum Partizipienten der Rede zu werden. Anderenfalls kann dieser Schritt auch übersprungen werden und die Schülerinnen und Schüler können direkt im Netz nach den Entgegnungen auf die Walser-Rede recherchieren. Schlüsselbegriffe und Konnotationen als Grundlage Als Grundgerüst für das Verfassen einer Gegenrede oder eines offenen Briefes können die Schlüsselbegriffe und Konnotationen dienen, die zuvor von den Schülerinnen und Schülern erarbeitet wurden. Die Beschäftigung mit den Schlüsselbegriffen und den damit verbundenen Konnotationen dürfte bereits zu einigen Diskussionen geführt haben, etwa über die Angemessenheit der Wortwahl oder die emotionale Aufladung einiger Begriffe. Die von den Schülerinnen und Schülern verfassten Texte können von den Mitschülerinnen und Mitschülern gelesen und bearbeitet werden. von den Mitlernenden rezensiert werden. mit den Entgegnungen von Bubis, Wiesel, von Dohnanyi oder anderen verglichen werden. Bestandteile einer Homepage zu Martin Walser werden. im Intranet der Schule veröffentlicht werden. im Internet, beispielsweise über lo-net, veröffentlicht werden. Anschluss an aktuelle Debatten (Fertigstellung des Holocaust-Mahnmals) bieten. Grundlage sein für eine eigene literarische Auseinandersetzung mit dem Thema "Umgang mit der eigenen Geschichte und Vergangenheit". für eine verfremdende Umformung in eine andere literarische Form (Gedicht, Kurzgeschichte, Parabel oder Ähnliches) durch einen anderen Schüler oder eine andere Schülerin herangezogen werden. Dieses Modul bietet auch die Möglichkeit zur Öffnung für fächerverbindendes Arbeiten oder als Vorbereitung auf einen Projekttag/eine Lesung zum Thema. Entgegnungen im Internet recherchieren und als Hypertext verfassen Die Schülerinnen und Schüler recherchieren im Internet Entgegnungen auf die Walser-Rede und erarbeiten die Reden von Bubis und von Dohnanyi sowie den offenen Brief von Wiesel. Anschließend gestalten sie eine der Entgegnungen als Hypertext, um grundlegende Aspekte der Erstellung und Gestaltung von Hypertexten kennen zu lernen. Alternativer Einstieg in die Unterrichtsreihe Dieser Baustein kann auch als Einstieg in die Reihe genutzt werden. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in drei Gruppen unterteilt die Reaktionen von Ellie Wiesel, Klaus von Dohnanyi und Ignatz Bubis und überlegen dann gemeinsam (über Schlüsselbegriffe), welche Rede diesen Entgegnungen zugrunde liegen könnte. Auch hier kann man sie zunächst selbst diese Rede verfassen lassen und ihnen dann den Originaltext von Walser reichen. Im Mittelpunkt steht auch hier die Methode der Wortfeld-Forschung und Bestimmung von Schlüsselbegriffen. Fächerübergreifendes Arbeiten Dieser Baustein kann als Ausgangspunkt genutzt werden, um von Martin Walser zum Thema "Umgang mit der Vergangenheit" überzuleiten und thematisch die Verbindung zum Geschichtsunterricht oder Politikunterricht herzustellen. Die Lernenden recherchieren im Internet Informationen zu Leben und Werk Martin Walsers und verfassen einen entsprechenden Zeitungsartikel oder Hypertext. Alternative zur Bearbeitung der Biografie Wenn Sie bereits eine Lektüre von Martin Walser im Unterricht behandelt haben, erübrigt sich die nochmalige Erarbeitung seiner Biografie. Dieser Baustein kann insofern verändert werden, als Sie dann den zeitgeschichtlichen Kontext der Friedenspreisrede von den Schülerinnen und Schülern erarbeiten lassen können. Einstieg in die Unterrichtsreihe Sie können in die Reihe auch mit diesem Baustein einsteigen und den Schwerpunkt zunächst auf das Buch "Tod eines Kritikers" legen. Dieser Einstieg kann dafür genutzt werden, einen literarischen und gesellschaftskritischen Vergleich mit der gegebenenfalls schon gelesenen Lektüre von Martin Walser herzustellen. Wahl der Lektüre Ferner kann dieser Baustein genutzt werden, um die Schülerinnen und Schüler eine Lektüre von Martin Walser auswählen zu lassen. Die Friedenspreisrede kann optional im Vorfeld als "erster Kontakt" mit Martin Walser genutzt werden. Die Bausteine "Reaktionen auf die Rede" und "Auseinandersetzung mit Leben und Werk Walsers" können auch zusammengefasst und von den Schülerinnen und Schülern in Gruppen arbeitsteilig erarbeitet und dann präsentiert werden. Wenn die Schülerinnen und Schüler Hypertexte erstellen, können sie damit eine eigene Homepage zu Martin Walser einrichten. Sorgfältige Planung Dieser Arbeitsschritt muss sehr sorgsam geplant werden, damit sich das Thema des Unterrichts nicht verschiebt und die Schülerinnen und Schüler allgemein etwas zu "Werbung" erarbeiten. Das AIDA-Prinzip Die Schülerinnen und Schüler sollen ihrer Kampagne das AIDA-Prinzip zugrunde legen. AIDA ist eine Abkürzung für die wichtigsten Aspekte, die eine Werbung enthalten soll: Attention, Interest, Desire, Action. Die folgenden Links mit näheren Erläuterungen zu AIDA finden die Gruppen auch auf ihren Arbeitsblättern. Teleunterricht.de: AIDA-Prinzip Auf dieser Seite finden Sie konkrete Beispiele, mit welchen Mitteln die einzelnen Aspekte von AIDA umgesetzt werden können. Im nächsten Arbeitsschritt recherchieren die Schülerinnen und Schüler im Internet Reaktionen der Presse und der Öffentlichkeit auf das Buch, die sie anschließend in einer Collage zusammenstellen. Sie vergleichen die öffentlichen Reaktionen mit ihrer eigenen PR-Kampagne. Proben der Situation "Talkshow" Eine intensive Vorbereitung des Rollenspiels ist wichtig. Vorbereitung meint hierbei nicht nur die inhaltliche, die durch die Unterrichtsmodule ohnehin erfolgt, sondern vor allem eine methodische. Je nachdem, wie gut die Schülerinnen und Schüler mit der Methode Rollenspiel vertraut sind, ist es notwendig, die nachzuspielende Situation "Talkshow" in Modellen schon kennen gelernt zu haben. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass eine Hausaufgabe "fiktives Interview mit Martin Walser oder Ignatz Bubis" nicht nur vorgelesen, sondern von zwei Schülerinnen oder Schülern vorgespielt wird. Eine Abend-Talkshow ansehen Des Weiteren sollten die Schülerinnen und Schüler zumindest einmal die Hausaufgabe erhalten, sich zu Hause eine Talkshow anzusehen, und zwar eine aus dem Abendprogramm. Abstand ist zu nehmen von den einschlägigen Sendungen auf den privaten Sendern im Nachmittagsprogramm. Vielleicht passt auch das Thema einer Abend-Talkshow (beispielsweise einer Polit-Talkshow) zum Unterrichtsthema. Rollen festlegen Die Prominenten, in deren Rolle die Schülerinnen und Schüler schlüpfen, sollten ihnen in jedem Fall aus dem bisherigen Unterricht bekannt sein. Neben den "beteiligten Akteuren" wie Walser selbst oder Ignatz Bubis können auch diejenigen Personen, die das Buch rezensiert oder die Rede kommentiert haben, als Talkgäste auftreten. Wichtig ist, dass sich die Lehrkraft weit genug im Vorfeld mit den Schülerinnen und Schülern einigt, welche Rollen vorkommen sollen. Vorbereiten auf die jeweilige Rolle Die Schülerinnen und Schüler, die für die Rollen in der Talkshow vorgesehen sind, müssen sich intensiv auf die Rolle vorbereiten, also Hintergrundinformationen über die Person haben und ihre Meinung zu wichtigen Themen kennen. Dies gilt in besonderer Weise für den Moderator oder die Moderatorin. Diese oder dieser hat mit den Fragen an die Gäste dafür zu sorgen, dass konkret zum Thema diskutiert wird und bestimmte Gesprächsregeln befolgt werden. Regeln für die Talkshow festlegen Gerade bei diesem sehr streitbaren Autor ist es wichtig, dass das Rollenspiel nicht in "Klamauk" ausartet. Die Regeln für die Talkshow müssen im Vorfeld festgelegt sein. Es sollte festgelegt werden, wie lange das Rollenspiel dauern soll. ob die Zuschauerinnen und Zuschauer Fragen stellen dürfen. ob die Gäste nur eine bestimmte Redezeit haben. wer die Fragen stellt. wer das Wort erteilt. welche Fragen abzuhandeln sind. Für Atmosphäre sorgen Es sollte die einer Talkshow angemessenen Atmosphäre herrschen. Der Raum sollte schon vor dem Rollenspiel hergerichtet sein, das heißt, Tische und Stühle müssen entsprechend umgestellt sein. Ferner kann - je nach Motivation der Klasse - mit kleinen Accessoires die Atmosphäre etwas authentischer gestaltet werden (Jinglemusik einer Sendung, Jackett für den Moderator oder die Moderatorin und Ähnliches). Beobachtungsaufträge verteilen Die Schülerinnen und Schüler, die nicht an der Talkrunde teilnehmen, erhalten Beobachtungsaufträge, die sich sowohl auf die darstellerische als auch auf die inhaltliche Leistung beziehen. Das Rollenspiel dokumentieren Auf Spielereien wie ein Mikrofon sollte verzichtet werden. Sinnvoll ist aber, das Spiel fotografisch zu dokumentieren. Die Fotos können noch sehr gut weiterverwendet werden, beispielsweise für eine Homepage oder für eine kreative Hausaufgabe (Fotos mit Sprech- und Denkblasen versehen). Rolle der Lehrkraft Die Lehrperson sollte sich ganz aus dem Rollenspiel zurückziehen. Durch eine festgelegte Zeitspanne und die Regeln für die Talkshow ist die Gefahr des Ausartens gering. Wird das Rollenspiel dagegen zu "flach", weil die Inhalte fehlen, ist es besser, das Spiel abzubrechen. Das Rollenspiel muss in jedem Fall ausgewertet werden. Zum einen erfolgt eine methodische Auswertung, bei der zunächst die Akteurinnen und Akteure, dann die Zuschauenden befragt werden, wie sie das Übernehmen einer Rolle/das Spiel insgesamt fanden. Zum anderen wird nach inhaltlichen Kriterien ausgewertet, wobei wichtige Aspekte der bisherigen Unterrichtsstunden nachgefragt und überprüft werden. Mattes, Wolfgang: Methoden für den Unterricht. 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn, Braunschweig 2002 (Schöningh-Verlag).

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe II

Revolte am Ostseestrand – Sekundarstufe I

Kopiervorlage

Das Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe I zum Film "Revolte am Ostseestrand" thematisiert Jugendkultur in der DDR und wie schnell Jugendliche mit der SED-Diktatur in Konflikt geraten konnten, wenn sie von der vorgegebenen Linie abwichen. Im Sommer 1961 wurden an der DDR-Ostseeküste fünf Jugendliche verhaftet. Sie hatten ausgelassen gefeiert, zu Rock'n Roll Musik getanzt und sich nach ihrem Idol Yol Brynner eine Glatze scheren lassen. Der Wirt eines Bierzeltes denunzierte sie an die Volkspolizei. Doch die anderen Camper sehen der Verhaftung nicht tatenlos zu und umstellen die Wache der Volkspolizei, machen ihrem Unmut über die Verhaftung Luft. Die Behörden beenden den "Aufruhr" mit brutalen Mitteln. Die Jugendlichen werden als vom Westen gesteuerte Unruhestifter kriminalisiert und zu langen Haftstrafen verurteilt. Der Film "Revolte am Ostseestrand" lässt die damals Verurteilten zu Wort kommen. Archivmaterial und Wochenschauberichte zeigen die Hintergründe auf. Die DVD kann hier bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für 5 Euro erworben werden. Durch das begleitende Unterrichtsmaterial lernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Zeitzeugeninterviews und setzen sich damit auseinander, wie schnell Jugendliche mit der SED-Diktatur in Konflikt geraten konnten, wenn sie von der vorgegebenen Linie abwichen. Betrachtet wird dabei auch die propagandistische Aufarbeitung der Vorfälle in den DDR-Medien. Diese Unterrichtsmaterialien wurden erstellt von paedigi. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nennen die wichtigsten Merkmale der Jugendkultur in Ost- und Westdeutschland. geben die Ereignisse um die fünf Jugendlichen im Sommer 1961 wieder. beschreiben die Bedeutung von Rock 'n' Roll für die Jugendbewegung und den Konflikt zwischen Jugendlichen und der Elterngeneration. beschreiben in Grundzügen die Rolle und Funktionsweise von Propaganda im Kalten Krieg. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erschließen gezielt Informationen über die Ereignisse im Sommer 1961 aus einem Dokumentarfilm. interpretieren einen Zeitungsartikel aus der Jungen Welt über die Ereignisse und analysieren die Darstellung der Jugendlichen in dem Artikel. erschließen Informationen aus Zeitzeugeninterviews und beantworten damit Fragen zu Jugendkultur, der DDR und den Ereignissen vom Sommer 1961. vergleichen die filmische Aufarbeitung der Ereignisse in der DDR mit dem Dokumentarfilm. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler bewerten die im Film geäußerten Meinungen der Zeitzeugen, analysieren ihre Subjektivität und gehen kritisch mit den verschiedenen Perspektiven um. beurteilen die Darstellung der Ereignisse in den DDR-Medien. beurteilen den Umgang mit Medien und Öffentlichkeit in beiden deutschen Staaten in den 1960er Jahren.

  • Geschichte
  • Sekundarstufe I

Roberta - ein Projekt zur Mädchenförderung

Fachartikel

Dieser Fachartikel stellt das Roberta-Projekt vor, welches unter dem Motto "Mädchen erobern Roboter" bei Mädchen und jungen Frauen mithilfe eines ganz besonderen LEGO-Bausteins Interesse für Technik, Naturwissenschaften und Informatik weckt und das Verständnis für technische Systeme fördert. Im Informatikunterricht der Sekundarstufe I ist es immer wieder eine Herausforderung, Themengebiete zu erarbeiten, die den inhaltlichen Anforderungen des Informatikunterrichts entsprechen, die die Interessen der Lernenden befriedigen, eine handlungsorientierte Auseinandersetzung mit einem theoretischen Problem ermöglichen und sich technisch einfach umsetzen lassen. Roberta, ein Projekt des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- Informationssysteme (IAIS) in Sankt Augustin bei Bonn, bietet diese Möglichkeiten und spricht dabei ganz gezielt Schülerinnen an.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co.

Bruchrechnen nach Maria Montessori: Entwicklung von Grundvorstellungen durch enaktives Handeln

Fachartikel
5,99 €

Der Fachartikel zeigt anlässlich des 150. Geburtstags von Maria Montessori auf, wie an Montessori-Schulen mithilfe gegenständlicher montessorischer Lernmaterialien tragfähige Grundvorstellungen zum Bruchzahlbegriff und den verschiedenen Bruchrechenoperationen durch enaktives Handeln entwickelt werden. Ein zentrales Ziel des Mathematikunterrichts besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler tragfähige Grundvorstellungen ausbilden, damit sie den abstrakten mathematischen Konzepten eine inhaltliche Bedeutung beimessen können (vgl. zum Beispiel vom Hofe 1995; Greefrath et al. 2016). "Die Grundidee beim Aufbau von Grundvorstellungen ist, dass konkrete Handlungen an geeigneten Materialien zu gedanklichen Operationen umgebaut werden" (Wartha und Schulz 2011: 11). Üblich sind Lernformen, die ein derartiges Verinnerlichen von enaktiven Handlungen anstreben, innerhalb der Montessori-Pädagogik. Montessori-pädagogische Lernmaterialien Maria Montessori vertrat die Überzeugung, dass der Weg zur Erkenntnis nur über die Sinneswahrnehmung führen kann. Sie bezeichnete die Hände als "Werkzeug der menschlichen Intelligenz" (Montessori 1984: 24) und entwickelte spezielle Lernmaterialien für Kinderhaus und Grundschule, in denen die Lerninhalte auf ihren "sensumotorischen, konkret fassbaren, be-greifbaren Gehalt" (Hoverath und Knauf 1992: 9) zurückgeführt sind (siehe auch Steinecke 2020c). Montessorische Lernmaterialien zeichnen sich vor allem durch ihre ästhetische und qualitativ hochwertige Beschaffenheit aus und bieten dem Lernenden stets die Gelegenheit, durch enaktives Handeln zur kognitiven Erkenntnis zu gelangen. Insbesondere sind Montessori-Materialien so konzipiert, dass sie immanente Fehlerkontrollen beinhalten, die eine selbständige Evaluation des Lernerfolgs ermöglichen.

  • Mathematik / Rechnen & Logik

Das Dosenpfand – Was lange währt, ist noch nicht gut ...

Unterrichtseinheit

Zum 1. Januar 2003 wurde es eingeführt, und seit Oktober ist die Übergangsfrist vorbei: Bundesweit gilt nun das Dosenpfand. Während die Proteste von Handel und Industrie keinen Erfolg hatten, nimmt jetzt die EU-Kommission das Pfandsystem unter die Lupe. Dieser Artikel zieht eine vorläufige Bilanz.Die politische Diskussion um das Dosenpfand und seine Folgen betrifft Jugendliche ganz direkt: Sie sind es, die am Kiosk oder an der Tankstelle in der Nähe der Schule die meisten Getränkedosen kaufen. In einer Diskussion um das neue Pfandsystem können sie daher auch über ihr eigenes Kaufverhalten berichten.Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die das Pfandsystem für Einweg-Getränkeverpackungen. erkennen umweltpolitisches Pro und wirtschaftspolitisches Contra der Pfandproblematik. vergleichen und beurteilen die verschiedenen Argumentationen. erarbeiten Alternativen, die den verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden. recherchieren im Internet Fakten. lernen den kritischen Umgang mit Foren im Internet. Die Grundidee: Erziehung zum Umweltschutz Die Idee zum Dosenpfand kam schon Anfang der neunziger Jahre dem damaligen Umweltminister Klaus Töpfer (CDU). Sobald der Anteil von Einwegverpackungen zu stark anwüchse, sollte für diese ein Pfandsystem eingeführt werden, um die Umwelt zu entlasten - so seine Überlegungen. In den letzten zehn Jahren verdreifachte sich die Menge an Getränkedosen und Einwegflaschen. Ende der neunziger Jahre sank der Anteil der Mehrwegverpackungen bei Getränken dann unter 72 Prozent. Damit war die in der Verpackungsverordnung festgelegte Quote unterschritten, so dass dem neuen Umweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) nichts anderes übrig blieb, als das Pfand auf Dosen und Einwegverpackungen einzuführen. Chaos bei der Einführung des Dosenpfands Das Chaos bei der Einführung des Dosenpfands im Januar 2003 wurde von den großen Handelskonzernen verursacht. Bis zur letzten Minute versuchten sie damals, das ihnen unliebsame Dosenpfand per Gerichtsverfahren zu verhindern - und hofften vergeblich auf ein Urteil zu ihren Gunsten. Bis Ende Dezember 2002 klagten die Gegner gegen die Pläne des Umweltministers. Und während sie offiziell schon über die Umsetzung verhandelten, strengten sie hinter seinem Rücken noch ein weiteres Eilverfahren gegen das Pfand an. Dabei waren die Pfandgegner zu siegessicher: Als sie wider Erwarten auch den letzten Prozess verloren, war der Handel völlig unvorbereitet auf die neue Regelung. Er hatte nichts unternommen, um eine bundesweit einheitliche Regelung zu finden (wie im Falle der Mehrwegverpackungen). So mussten die verschiedenen Ketten des Einzelhandels selbst sehen, wie sie mit dem Pfand umgehen. Unterschiedliche Strategien Einige Discounter haben die letzten Dosen noch vor dem Jahreswechsel 2002/2003 zu Schleuderpreisen verkauft, um überhaupt keine pfandpflichtigen Produkte mehr im Laden zu haben. Andere Supermärkte führten spezielle Pfandmarken ein, die die Kundinnen und Kunden zur Rückgabe einer Dose oder Kunststoffflasche berechtigen. Wenn die Kunden ihre Dosen dagegen anderswo entsorgen, ist das dem Handel allerdings umso lieber. Denn er muss die gesammelten Dosen aufbewahren und abtransportieren lassen. Was für Supermärkte in der Regel kein Problem ist, bringt Kioskbesitzer schnell in Platznot, wenn sie auf engem Raum auch noch die zurückgegebenen Behälter sammeln müssen. Verwirrende Regelungen Leider verwirrt die Dosenpfand-Regelung die Konsumentinnen und Konsumenten: Während eine Coladose mit 25 Cent Pfand belegt ist, ist eine Dose mit Milchkaffeemix pfandfrei. Die Pfandregelung unterscheidet nämlich zwischen pfandpflichtigen Getränken mit Kohlensäure und bislang pfandfreien "stillen" Getränken. Rücknahme ist Pflicht Ab Oktober 2003 gilt ein bundesweit einheitliches Rücknahmesystem. Flaschen und Dosen werden jetzt mit fälschungssicheren Aufdrucken versehen, so dass die in Deutschland gekauften Dosen und Flaschen in Läden und an speziellen Sammelstellen zurückgegeben werden können. Seit Oktober 2003 muss jeder Laden jede Art von Getränkeverpackung zurücknehmen, die er im Sortiment hat. Dabei ist es egal, wo der Verbraucher das Getränk gekauft hat. Das klingt einfach, doch immer noch gibt es eine Vielzahl von Regelungen. Unterschiedliche Rücknahme-Modelle Zahlreiche Händler haben zunächst ihr Sortiment stark reduziert und führen nun hauptsächlich Getränke in Mehrwegverpackungen. So umgehen sie die lästige Rücknahmepflicht. Andere Händler - darunter auch kleinere Läden, die von der allgemeinen Rücknahmepflicht befreit sind - geben weiterhin Bons aus und nehmen nur gegen Vorlage solcher Bons leere Verpackungen zurück. Die großen Discount-Ketten haben so genannte Insellösungen gefunden: Sie verkaufen nur eigens produzierte Getränke in speziell geformten Flaschen. Deshalb müssen sie auch nur solche Flaschen zurücknehmen. Bedenken der EU-Kommission Ende Oktober 2003 ließ eine Meldung aus Brüssel die Beteiligten am Einwegpfand-Theater aufhorchen: Nun untersucht die Europäische Kommission die deutsche Regelung. Einige ausländische Hersteller hatten sich beschwert, weil sie sich benachteiligt fühlten: Da sie hauptsächlich Einwegverpackungen produzieren (etwa französisches Mineralwasser), würden die Händler ihre Produkte nun nicht mehr führen wollen. Nun ist abzuwarten, was die Europäische Kommission vom deutschen Einwegpfand hält und ob sie den Umweltminister möglicherweise zu Änderungen zwingen kann. Beispiele aus dem Ausland Dass Getränkedosen und andere Einwegverpackungen nicht einfach verboten werden können, zeigt das Beispiel aus Dänemark. Dort hatte die Regierung es völlig untersagt, Getränkedosen aus Aluminium zu verkaufen. Doch die Europäische Union stellte fest, dass ein solches Verbot nicht mit dem EU-Recht vereinbar war. Mit der Wiedereinführung der Dosen führte die Regierung ein Pflichtpfand von etwa 20 Cent ein - was Industrie und Handel ohne größere Probleme akzeptierten. Auch in Schweden gibt es keine Probleme mit dem Pfand: Seit knapp zwanzig Jahren bringen die Schweden Getränkedosen und Einwegflaschen zurück in den Supermarkt. Dort stehen spezielle Automaten, die alle Arten von Dosen annehmen. Das System wirkt: Fast 90 Prozent der schwedischen Getränkedosen finden ihren Weg zurück in den Laden. Mehr Umweltschutz Die Umweltverbände applaudierten bei der Einführung der Pfandregelung: Sie hoffen, dass durch diese Pfandeinführung die Mehrwegquote wieder steigt. Die ersten Statistiken scheinen den Verbänden Recht zu geben. Außerdem sollte die Natur vom Pfand profitieren. Die Hoffnung: Niemand wird eine Dose in die Landschaft werfen, wenn er dafür im nächsten Laden Pfand zurückerhält. Mehraufwand im Handel Der Handel sah vor allem steigende Kosten auf sich zukommen. Das neue System zwinge die Firmen, Automaten zur Rücknahme aufzustellen oder mehr Personal einzustellen. Manche Supermärkte boten bislang ausschließlich Einwegverpackungen an, weil Mehrwegflaschen einen höheren Personalaufwand und größeren Platzbedarf für sie bedeuteten. Diese Firmen fürchteten außerdem Verluste, weil ihre Kundinnen und Kunden das Pfand als Preiserhöhung ansehen könnten. Unterschiedliche Haltungen in der Wirtschaft Natürlich fürchteten die Dosenproduzenten um ihre Aufträge. Sie rechneten damit, dass die Menschen weniger Dosen kaufen würden, und drohten mit Massenentlassungen. Auch die großen Getränkehersteller protestierten gegen das Pfand, weil sie große Einbußen fürchteten. Die kleinen und mittleren Brauereien begrüßten das Pfand dagegen, weil sie schon lange auf Mehrwegsysteme setzen. Wende zu mehr Mehrweg Elf Monate nach Einführung des Pfands hat sich das Bild in Deutschlands Supermärkten grundlegend gewandelt. Der Anteil von Mehrwegverpackungen ist im ersten Halbjahr 2003 wieder auf 59 Prozent gestiegen, ein Plus von etwa neun Prozent. Der Grund: Viele Supermärkte nahmen Einwegverpackungen ganz aus dem Sortiment. Seit Ende der Übergangsfrist im Oktober können sich die Supermärkte nicht mehr auf die Regelung berufen, nur solche Produkte zurückzunehmen, die auch im eigenen Laden gekauft wurden. Getränkedosen sind daher fast völlig aus den Regalen verschwunden. Insbesondere Bierdosen sind kaum noch zu finden: Ihr Anteil fiel von knapp 25 Prozent auf nur noch sechs Prozent. Allerdings ist das keineswegs ein Sieg des Mehrweg-Systems. Von der Alu-Dose zur PET-Flasche? Nach einer Phase des Abwartens steigen die Brauereien in Absprache mit den Discount-Ketten nun auf Einweg-Plastikflaschen um. Die müssen die Märkte zwar auch zurücknehmen, doch ist die Entsorgung von Plastikflaschen offenbar einfacher als die von Dosen. Ein besonderer Vorteil: Jeder Supermarkt oder jeder Getränkehersteller kann die Flaschen nach seinen Vorstellungen formen. So können die Flaschen bei der Rückgabe klar einem Hersteller zugeordnet werden. Auch wenn die deutschen Biertrinker anfangs noch skeptisch auf den Gerstensaft aus Kunststoffflaschen reagieren, rechnen Verpackungshersteller und Brauer fest damit, dass die so genannte PET-Flasche den Platz der Blechdose einnimmt. Pfandpflicht ungewiss Das Schicksal der Pfandpflicht in Deutschland bleibt weiterhin ungewiss. Nachdem die große Mehrheit der Deutschen anfangs überzeugt war, dass ein Pfand auf Einwegverpackungen sinnvoll sei, ist die Akzeptanz nach dem Chaos in den letzten Monaten deutlich gesunken. Das ist sicherlich ein Sieg von Industrie und Handel, die mit einer groß angelegten Kampagne Stimmung gegen das Einwegpfand machen und immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben haben, die Pfandpflicht zu kippen. Einstieg über Bilder Eine kleine Rechercheübung zum Einstieg: Über die Bildersuche bei Google können Fotos und Werbegrafiken gesucht werden, die eine Getränkedose zeigen. Diese haben eine positive oder negative Aussage bezüglich der Existenz von Metalldosen und untermalen so die folgende Diskussion grafisch: Die Bilder werden mit dem Beamer an die Wand geworfen oder in die zu erstellenden Website eingebettet. Recherche der Hintergründe Die Problematik der Getränkedose als Umweltsünde beleuchtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland . Hier können Ihre SchülerInnen Argumente für die Einführung des Pflichtpfandes sammeln. Contra-Argumente liefert die Website verbaende.com . Diskussion im Klassen-Forum Auf der Basis der erstellten Argumente-Listen kann nun eine Diskussion durchgeführt werden - am liebsten natürlich über ein Forum. In einem speziell für diese Diskussion in der Klasse eingerichteten Forum bei lo-net können Pro und Contra diskutiert werden. Arbeit mit authentischen Online-Foren Ausgewählte Beiträge können in die einschlägigen Gesprächsforen im Internet (vgl. Linkliste Dosenpfand ) gepostet werden. Eine Gruppe von SchülerInnen bekommt die Aufgabe, eventuelle Antworten und weitere Postings zu verfolgen und darüber im Unterricht zu berichten. Ergebnissicherung Die Ergebnisse der Diskussion sollten festgehalten werden. Dafür eignet sich eine Website. Diese Ergebnisse können dann mit den Aussagen der TeilnehmerInnen an anderen Foren im Internet (etwa bei politik-digital.de ) verglichen werden.

  • Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
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