Unterrichtsmaterialien zum Thema "Textproduktion"

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Web-Reportagen

Unterrichtseinheit

In diesem Unterrichtsprojekt erstellen Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen gemeinsam so genannte Web-Reportagen auf Basis eines Wikis.Web-Reportagen bieten interessante Unterschiede gegenüber herkömmlichen: Zum einen sind sie multimedial. Darüber hinaus sind sie interaktiv, da sie einen grundsätzlich anderen Zugang zu den Informationen bieten. Durch das Verfassen von Web-Reportagen auf Basis von Web 2.0-Technologie, genauer in Wikis, wird diese Interaktivität noch deutlich gesteigert: Wer die Seite aufruft, kann Aspekte ergänzen, hinzufügen oder kritisch hinterfragen, alle werden von bloßen Rezipienten zu Mit-Autoren. Arbeitsweise Die Darstellung dieses Projekts hat einige bewusst gewählte Leerstellen, die sich daraus ergeben, dass kein festes Oberthema vorgegeben ist, das mithilfe dieses Projekts erarbeitet wird. Letztlich soll diese Darstellung aber unter anderem auch als Methode verstanden werden, mit der Schülerinnen und Schüler sich einen Sachverhalt eigenständig und intensiv erarbeiten. Vielschichtige Zielsetzungen Die Schülerinnen und Schüler lernen auf jeden Fall die Reportage als Textform und die Web-Reportage als Sonderform kennen Ablauf der Unterrichtseinheit Die Web-Reportage im Deutschunterricht In dieser Stunde wird die Reportage als journalistische Darstellungsform präsentiert. Außerdem erfahren die Schülerinnen und Schüler mehr über die Vorteile der Textpublikation im Web. Warum Wiki? Hier werden den Schülerinnen und Schülern die Schwerpunkte der Arbeit mit den Wikis vorgestellt. Kooperatives Lernen und Selbständigkeit Beim kooperativen Lernen kennen die Schülerinnen und Schüler zwei Ebenen der Verantwortung lernen - Verantwortung der gesamten Gruppe und die individuelle Verantwortung. Überarbeitungsphase und Aufbau eines Wissensnetzwerkes In dieser Unterrichtsphase nehmen die Lernenden Arbeitsergebnisse ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler wahr, geben ihre Kommentare ab und verlinken gegenseitig ihre Web-Reportagen. Die Lehrerrolle Die Lehrkraft bleibt kaum ohne Aufgaben. Inhaltliche sowie technische Unterstützung liegen bei Ihnen. Bewertung Hier werden einige Tipps gegeben, wie man am besten die Leistungen der Lernenden bewerten kann. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Gestaltungsmerkmale einer Reportage allgemein sowie die Besonderheiten einer Webreportage kennen lernen. stilistische Merkmale einer Reportage erarbeiten und anwenden. sich intensiv mit einem (Teilbereich von einem) Thema auseinandersetzen und eigenständig hierzu Informationen sammeln, ordnen, reorganisieren und darstellen. eigenständig journalistische Texte verfassen. über das Wissensnetzwerk mit den anderen Reportagen weitere Aspekte des gewählten Oberthemas kennen lernen und durch die Verlinkung mit dem eigenen in Verbindung bringen und damit gleichzeitig auch ihr Wissen vernetzen oder integrieren. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen selbständig Informationen zu einem vorher abgesteckten Thema beschaffen, sortieren, reorganisieren und darstellen. eigene Textbausteine verfassen und diese sinnvoll miteinander verknüpfen. das Verfassen von nichtlinearen Texten, auch unter Einbezug von Mulitmediaelementen, erlernen. sich einen Sachverhalt selbstständig in Gruppenarbeit erarbeiten. Informationen in Absprache mit der Gruppe zusammenfassend mithilfe geeigneter Medien darstellen. Informationen aus einem Video-Lehrgang isolieren und anwenden. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen den Umgang mit einem Wiki kennen lernen. dabei Grundlagen einer Programmiersprache erlernen. ein eigenes Wiki erstellen. den Umgang mit Audio-, Video- und Bildbearbeitungssoftware erlernen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen in gegenseitiger Absprache Verantwortung für einen bestimmten Bereich der Arbeit übernehmen. dabei Verantwortung für die Gruppe übernehmen. die Notwendigkeit der Kooperation für ein gutes Ergebnis einsehen. ein Gespür für den Anteil der eigenen Leistung am Endergebnis entwickeln. Thema Web-Reportagen. Kooperatives Arbeiten an und mit Wikis Autor Karsten Wenner Fach Deutsch Zielgruppe höhere Sekundarstufe, Oberstufe Zeitraum 3-5 Wochen Medien Computer, digitale Fotokamera, digitale Videokamera, Audioaufnahmegeräte, Bearbeitungssoftware, Videotutorial zur Verwendung von Wikis Technische Voraussetzungen Internetzugang Verlaufsplan Verlaufsplan Reportage als schulische Textform Die Reportage scheint im Hinblick auf die Schule eine der interessantesten journalistischen Textformen zu sein. Sie fördert neben den für das Erstellen eines Berichts nötigen Komptenzen, wie etwa das Sammeln, Ordnen, Verknüpfen oder die sachgerechte Wiedergabe von Informationen, auch textgestalterische Fertigkeiten. Wer eine Reportage verfasst, muss es verstehen, einen roten Faden zu halten, den Leser durch textliche Raffinessen (zum Beispiel den häufigen Wechsel von Perspektiven, durch den "subjektiven Blick") bei der Stange zu halten und einen Sachverhalt so gut es geht erfahrbar machen. Multimedialität Dies allein auf textlicher Ebene zu schaffen, mag für den einen oder die andere an Überforderung grenzen, die Web-Reportage hält aber durch ihre Multimedialität viele verschiedene Gestaltungselemente bereit, die viele Wege aufzeigen, den Sachverhalt umfassend erfahrbar zu machen. Durch die grundsätzlich in der Möglichkeit der Auswahl unterschiedlicher Bausteine angelegte Interaktivität der Web-Reportage kann jeder und jede einen individuellen Zugang finden. Durch Hypertextualität erhält der Text (im Sinne des erweiterten Textbegriffs die Multimediaelemente einschließend) eine Tiefenstruktur. Pädagogisch-didaktische Implikationen Dieser große Pool an Gestaltungsmöglichkeiten ist auch aus pädagogisch-didaktischer Sicht interessant, bietet er doch die Möglichkeit der genuinen Binnendifferenzierung, da jede Schülerin oder jeder Schüler automatisch die gestalterischen Schwerpunkte setzt, die den persönlichen Interessen- und Fertigkeitslagen entsprechen. Trotzdem bleibt der Text immer zentrales Gestaltungsmittel, das heißt eine reine Video- oder Audioreportage entspricht nicht den Ansprüchen einer Web-Reportage, die gerade die Multimedialität ausmacht. Damit besteht auch keine Gefährdung der textbezogenen Lernziele. Motivation Auch nicht zu leugnen ist natürlich der hohe Motivationswert bei der Arbeit am Computer sowie der Gestaltung von Video- und Audioelementen. Auch für Schülerinnen und Schüler, die motiviert sind, auf der Textebene zu arbeiten, bietet die Web-Reportage nicht weniger Gestaltungsmöglichkeiten als eine herkömmliche Print-Reportage. Nutzen auch für andere Fächer Unabhängig von den vielen Fertigkeiten, die Schülerinnen und Schüler durch das Verfassen der Web-Reportagen erwerben können, erschließen sie sich gleichzeitig auch ein bestimmtes Themenfeld durch die inhaltliche Gestaltung der jeweiligen Reportage. Damit wird diese "Methode" im weitesten Sinne auch für andere Fächer interessant, gerade auch im Hinblick auf den Aufbau eines Wissensnetzwerkes (siehe Abschnitt "Überarbeitungsphase"). Grundsätzlich ist auch zu überlegen, die Web-Reportagen mithilfe eines Author-Programmes als Website gestalten zu lassen. Auch in diesem Falle würden die Schülerinnen und Schüler wichtige Fertigkeiten erlangen, die ihnen im weiteren Leben zur Verfügung ständen. Das Wiki hat aber gegenüber dem Erstellen einer Website einige Vorteile, die im Folgenden aufgeführt werden sollen. Einheitlichkeit Das Wiki ist bei all seinen Möglichkeiten vor allen Dingen auf das Darstellen von Information, weniger auf die mehr oder weniger "künstlerische" Gestaltung der Seiten ausgerichtet. Das heißt auch, dass für die Schülerinnen und Schüler der Fokus eindeutig auf den Informationen liegt, da ihnen bei der Ausgestaltung ihrer Seiten (natürlich bis auf die Vernetzungsoption) kaum grafische Möglichkeiten geboten werden. Interaktivität und Flexibilität Das Wiki erlaubt es dem User, jederzeit und von jedem Computer aus die Seiten zu bearbeiten. Auch Authoring-Programme bieten grundsätzlich diese Möglichkeit, der User ist aber immer darauf angewiesen, dass auf dem jeweiligen Rechner das entsprechende Authoring-Programm vorhanden ist. Man muss jede Seite, die man ändern will, zunächst herunterladen, ändern und wieder hochladen. Die Änderungen sind nur sehr schwer nachvollziehbar, auch ist der Quellcode nicht oder nur sehr viel schwieriger nachvollziehbar, da er in der Regel automatisch im Hintergrund erstellt wird. Ortsunabhängigkeit Beim Wiki hingegen ist der Quellcode, also die Rohform der Seite, allgegenwärtig, jeder der Mitwirkenden an einer Seite kennt sich darin aus, muss sich auch darin auskennen, damit er Änderungen vornehmen kann. Man kann ohne das Vorhandensein irgendeines Programms jederzeit von jedem Rechner mit Internetzugang aus Änderungen an einer Seite vornehmen. Grobe Fehler, die dazu führen, dass eine Seite gar nicht funktioniert, sind nicht möglich. Nicht zuletzt ermöglicht dieser Umstand auch das Arbeiten von zu Hause, was einen strafferen Zeitplan möglich macht. Modularität In der Projektbeschreibung taucht immer wieder der Begriff Modul auf. Ein Modul ist letztlich ein Baustein einer Web-Reportage, diese wird aus vielen untereinander vernetzten Bausteinen zusammengesetzt. Ein Baustein kann ein Text, eine Audiodatei, eine komplette neue Seite, oder auch einfach nur ein Bild sein. Wichtig ist dabei das Verständnis, dass eine Web-Reportage eine Komposition der unterschiedlichen Module ist. In dem Begriff Komposition liegt, dass diese Module nicht unverbunden nebeneinander stehen können, sondern es gerade auf eine sinnvolle Vernetzung dieser einzelnen Bausteine ankommt, die zwar keinen roten Faden im linearen, aber doch im ‚kunstvoll verknoteten' Sinn bildet. Versionskontrolle Keine Änderung geht je verloren. Das Wiki speichert automatisch jede Version einer Seite ab, so dass man immer wieder zu ursprünglicheren Fassungen einer Seite zurückkehren kann, auch wenn man aus Versehen alles gelöscht hat. Leichtere Vernetzung Wird ein interner Link angegeben, wird diese Seite bei Aufrufen des Links automatisch erstellt. Damit ist ein "Verheddern" des Netzwerks mit vielen toten Links nicht möglich. Ortsunabhängig und leicht erreichbar Die Schülerinnen und Schüler arbeiten beim gemeinschaftlichen erstellen einer Web-Reportage arbeitsteilig zusammen. Sie greifen auf die selben Dateien zur Ergebniserstellung zu. So können die Lernenden sowohl zeitgleich im Klassenverband als auch zeitversetzt am gemeinsamen Ergebnis arbeiten. lo-net² als Arbeitsplattform Wenn die Lern- und Arbeitsplattform lo-net² von Lehrer-Online zum Einsatz kommt, können ergänzend zu der gemeinsamen Arbeit am Wiki auch Sammel-Ordner und Info-Dokumente geteilt werden. Hier können sie die Lernenden auch schnell und unkompliziert über Quickmessages oder E-Mails besprechen. Begriffserklärung Der Begriff "kooperatives Lernen" wurde von dem kanadischen Lernforscher Norm Green geprägt. Eine der entscheidenden Unterschiede des kooperativen Lernens gegenüber einer "normalen" Gruppenarbeit ist die Tatsache, dass jedem Gruppenmitglied zu jeder Phase der gemeinsamen Arbeit deutlich sein muss, dass er persönlich entscheidend dafür verantwortlich ist, dass am Ende die Arbeit erfolgreich abgeschlossen wird. Green spricht hierbei von "positiver Abhängigkeit". Gruppenzusammensetzung Damit diese positive Abhängigkeit erreicht wird, ist bei der Gruppenzusammensetzung darauf zu achten, dass insgesamt ein möglichst förderliches soziales Klima in der jeweiligen Gruppe herrscht. Unter dieser Prämisse ist sorgfältig zu prüfen, welche Schülerinnen und Schüler sinnvoll miteinander arbeiten können, eine Gruppenzuteilung durch die Lehrkraft sollte kritisch beurteilt und gegen eine freiwillige Gruppenzuordnung abgewogen werden. Gruppengröße Die Gruppengröße ist grundsätzlich variabel. Je nach Umfang der zu erstellenden Reportage können drei, vier oder fünf Lernende miteinander arbeiten, auch eine Partnerarbeit ist grundsätzlich denkbar. Allerdings sollte bei größeren Gruppen darauf geachtet werden, dass für alle Lernenden genügend Aufgabenbereiche gegeben sind. Abhängigkeit Entscheidend für die "positive Abhängigkeit" ist, dass jedes Mitglied einer Gruppe einen klar definierten, vorher gemeinsam vereinbarten Arbeitsbereich inne hat. Dieser kann inhaltlich definiert sein, aber auch bestimmte Fertigkeiten betreffen. Ideal ist es auf jeden Fall, wenn sozusagen "keiner ohne den anderen kann", also tatsächlich Abhängigkeiten entstehen. So könnte beispielsweise ein Mitglied für die Planung eines Interviews zuständig sein, ein anderes für die Aufnahme und den Schnitt oder die Nachbearbeitung des Filmmaterials, ein drittes für das Bereitstellen und Einbinden des Films in die Reportage. So ist das gesamte Modul "Interview" nur in gegenseitiger Unterstützung erfolgreich zu erstellen. Entscheidend für die Einsicht in den unmittelbaren Zusammenhang zwischen der eigenen Leistung und dem Erfolg ist ein Höchstmaß an Selbstständigkeit. So wird den Schülerinnen und Schülern von vorneherein deutlich, dass es ganz und gar in ihren eigenen Händen liegt, ob ihr Projekt erfolgreich verläuft. Unterstützend können einige einfache Planungshilfen wie ein Gruppenkalender und eine Aufgaben-Checkliste bereitgestellt werden. Damit bestimmt die Gruppe nicht nur die Inhalte der Reportage selbst, sie ist auch für die Einteilung der Arbeitszeit selbst verantwortlich. Gegenseitige Verlinkung Die Überarbeitungsphase, genauer gesagt, das Vernetzen der einzelnen Reportagen, ist vor allen Dingen sinnvoll, wenn zuvor ein gemeinsames Oberthema vereinbart wurde. Die Schülerinnen und Schüler durchforsten die Web-Reportagen der anderen mit dem Auftrag zu schauen, an welcher Stelle sie eventuell Anknüpfungspunkte zu ihrer eigenen Reportage setzen könnten. Nach Absprache mit den jeweiligen Autoren der anderen Web-Reportage können sie dann an diese Stelle einen Link und unter Umständen noch einen erläuternden Kommentar setzen. Wahrnehmen der Arbeitsergebnisse der anderen Als wünschenswerter Nebeneffekt ergibt sich damit zum einen die Möglichkeit, eventuelle Fehler korrigieren zu können, vor allen Dingen aber auch, dass jede Schülerin und jeder Schüler einer Lerngruppe sämtliche Informationen von allen Gruppen zumindest zur Kenntnis genommen hat und so bezüglich des Oberthemas die Möglichkeit hat, sich ein breites Wissensspektrum zu erarbeiten. Verlinkung verschiedener Wiki-Reportagen Sollten Sie das Projekt Web-Reportagen oder Abwandlungen hiervon öfter mit unterschiedlichen Lerngruppen zu unterschiedlichen Themen durchführen, kann sich Stück für Stück ein ständig wachsendes Wissensnetzwerk entwickeln; sollten auch Koleginnen und Kollegen ähnliche Projekte durchführen, wäre die Reichweite dieses Netzwerkes sogar noch deutlich größer. Vielleicht besteht sogar die Möglichkeit, die Wiki-Software in ihre Schulwebsite einzubinden, dann könnte sie gleichsam Wissensnetzwerk als auch Plattform für die Präsentation von Unterrichtsergebnissen sein. Weltweite Vernetzung Unter Umständen ist auch denkbar, Links auf passende auch fremdsprachige Seiten von Wikipedia zu setzen, damit wäre die Einbindung in ein wirklich globales Wissensnetzwerk, ganz im Sinne des Web 2.0 geschehen. Keine Sorge, Sie werden keine Langeweile haben! Ihre "Hauptaufgabenfelder" werden während dieser Sequenz erfahrungsgemäß in den folgenden Bereichen angesiedelt sein. Diese mögen zum Teil zunächst trivial anmuten, letztlich sind es aber gerade diese trivialen Dinge, die unseren sorgfältig geplanten Unterricht immer mal wieder rund zum Teil heftig ins Straucheln bringen. Das Schöne bei offenen und selbständigen Arbeitsformen ist aber, dass sie annähernd die ganze Stunde Zeit haben, sich diesen so wichtigen Kleinigkeiten zu widmen, ohne dass andere Aspekte leiden müssen. Beobachtung Sie erhalten als mehr oder weniger unbeteiligter Beobachter die Möglichkeit, einzelne Lernende oder auch Schülergruppen in Ihrer Arbeit mittel- bis langfristig zu beobachten. So können Sie zum einen in den richtigen Augenblicken eingreifen, zum anderen haben Sie aber auch die Möglichkeit, eine Menge Daten für die SoMi-Note zu sammeln. Unterstützung bei inhaltlichen Fragen Bei aller Eigenständigkeit wünschen sich die Schülergruppen doch hin und wieder eine Entscheidungshilfe von einer "Autorität". Die offene Arbeitsform bietet die Möglichkeit, die Überlegungen der Schülerinnen und Schüler genau in Erfahrung zu bringen und sie sogar gemeinsam mit ihnen zu erörtern. Durch Moderation begleiten Sie die Schülerinnen und Schüler dabei, selbst eine Antwort auf Ihre Frage zu finden. Technischer Support Zunächst einmal wissen wahrscheinlich alle aus leidiger Erfahrung: Computer machen was sie wollen, vor allen Dingen immer genau dann, wenn's gerade nicht passt. Zudem bietet das Wiki zwar eine recht simple Möglichkeit, Webseiten zu erstellen, das Problem besteht aber darin, dass das falsche Eingeben nur eines Zeichens eine ganze Tabelle zum "Einsturz" bringen kann. Sie werden also aller Wahrscheinlichkeit nach immer wieder Zeit damit verbringen, gemeinsam mit den Lehrnenden nach der elektronischen Nadel im Heuhaufen zu suchen. Kreative Leistungen zu bewerten, ist immer eine heikle Angelegenheit, und das Verfassen einer Web-Reportage ist auf jeden Fall eine kreative Leistung. Ein Weg aus dem Dilemma ist die ständige Präsenz von Gestaltungsvorgaben oder Kriterien, die sozusagen den Rahmen für die gestalterische Arbeit bilden. Da die Schülerinnen und Schüler in der vorbereitenden Aufgabe letztlich selbst einen Kriterienkatalog erstellen, sollten ihnen die Kriterien für eine gelungene Web-Reportage eigentlich, sofern sie diese Aufgabe gewissenhaft erfüllt haben (was über das Wiki jederzeit von jedem Computer mit Internetzugang aus überprüfbar ist!) recht klar sein. Nicht zuletzt wird durch das Aufgreifen dieser eindeutig aus der Web-Seite des Bayerischen Rundfunks abzuleitenden Kriterien die Rechtfertigung der Note eindeutig erleichtert und für die Schülerinnen und Schüler die Notenfindung deutlich nachvollziehbarer. Bewertung kooperativer Gruppenarbeit Natürlich ist auch zu überlegen, nicht nur eine Gruppennote zu geben, sondern auch die Leistungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler in der Gruppe einzeln zu bewerten. Allerdings ist gerade auch das Wissen darum, dass jedes Mitglied der Gruppe gleichermaßen an der Endnote beteiligt ist, ein entscheidender Pfeiler des kooperativen Lernens. Ansonsten droht schnell die Gefahr, dass doch jeder wieder 'sein eigenes Süppchen kocht' und das Kooperative an der Arbeit, die Erfahrung, dass man gemeinsam deutlich besser an ein Ziel gelangen kann als alleine, verloren geht und damit ein zentrales soziales Lernziel verpasst wird. Es kann und wird vorkommen, dass alle einer Gruppe in Streit geraten, da nicht die gleiche Vorstellung von einer adäquaten Endnote haben. Sollten diese Meinungsverschiedenheiten aber nicht allzu heftig ausfallen, können sie, gerade unter sinnvoller Moderation, durchaus auch fruchtbar sein. Kooperation versus Individualität Wie schafft man trotz des Leitgedankens der Kooperativität aber trotzdem eine annähernde Individualisierung? Eine Möglichkeit ist folgende Methode: Die Web-Reportage einer Gruppe A wird mit der gemeinsamen Gruppenzensur ‚gut', also mit 11 Punkten bewertet. Die Gruppe wird aus fünf Schülerinnen und Schüler gebildet, zunächst hat jeder die 11 Punkte, addiert ergeben sich daraus 55 Punkte. Nun können die Schülerinnen und Schüler gemeinsam überlegen und diskutieren, wie eine gerechte Verteilung dieser 55 Punkte auszusehen hat, wer sich vielleicht stärker als andere, welcher sich weniger eingebracht hat. Sie haben als Lehrkraft auf Basis ihrer Beobachtungen natürlich immer die Möglichkeit, den Beschluss einer Gruppe anzuzweifeln und ihm sozusagen nicht stattzugeben. Schülerin und Schüler A "Leistungsträger" - 13 Punkte Schülerin und Schüler B gut mitgemacht - 11 Punkte Schülerin und Schüler C Problemkind - 8 Punkte Schülerin und Schüler D oft gefehlt, sonst sehr gut - 8 Punkte Schülerin und Schüler E "fleißig, fleißig" - 12 Punkte

  • Deutsch
  • Sekundarstufe II

eTwinning: Zeitungsprojekt "Geschichte und Gegenwart"

Unterrichtseinheit

Tschechische und deutsche Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 14 Jahren entdecken virtuell und real ihre gemeinsame Geschichte. Gemeinsamkeiten und Unterschiede halten sie in Bildern, Berichten und Filmen fest. Aus dem gesammelten Material entstehen sukzessive eine gemeinsame Zeitung und Website oder DVD.Die Volksschule Erkersreuth/Selb-Plößberg und die tschechische Schule Základní škola Aš in Asch liegen in einer geschichtlich, kulturell und wirtschaftlich eng miteinander verbundenen Grenzregion. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der geschichtlichen Entwicklung bieten eine Vielzahl von Themen, um voneinander zu lernen, Vorurteile abzubauen und Fremdsprachenkenntnisse praktisch zu fördern. Themen der Fächer Deutsch, Englisch, Geschichte und Informatik wurden in dem beschriebenen Projekt verbunden. Die Anregungen zur Planung und Durchführung des Projekts sind unabhängig von den erarbeiteten Inhalten und lassen sich auf andere binationale Projekte übertragen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Blick In Bayern gehört Volkerverständigung zum Curriculum. Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 14 Jahren befassen sich daher mit Themen der Geschichte ihrer Region. Dazu recherchieren sie gemeinsam in deutsch-tschechischen Teams, tauschen die Ergebnisse untereinander aus und diskutieren diese. Sie halten ihre Eindrücke in Bildern, Berichten und Filmen fest und gewinnen schrittweise ein lebendiges Bild von den Gemeinsamkeiten und Unterschieden auf beiden Seiten der Grenze. Reale Begegnungen sind wichtig Die Arbeit in gemischten Teams und reale Begegnungen, wie zum Beispiel Radtouren und Schulfeste, fördern die kommunikativen und sozialen Fähigkeiten der Jugendlichen. Das Ergebnis ihrer partnerschaftlichen Arbeit mündet in eine gemeinsame Zeitung und Website. So lassen sich erste journalistische Erfahrungen sammeln und der Umgang mit Medien trainieren. Mögliche Themen und Unterrichtsbeispiele Anregungen zur Durchführung eines binationalen Projekts und mögliche Unterrichtsthemen Unterrichtsideen Beispielaufgaben für die fächerverbindende Umsetzung des Projekts in der Praxis Fachbezogene Lernziele Die Schülerinnen und Schüler sollen die Geschichte und Geographie der ausgewählten Regionen um ihren Heimatort und im Nachbarland kennen lernen. sich als Nachbarn verstehen (Erziehung zur Völkerverständigung ist Teil des Curriculums). Englisch- und Deutschkenntnisse praktisch einsetzen und weiterentwickeln. redaktionelles Arbeiten lernen, um eine gemeinsame Zeitung zu entwickeln. Ziele im Bereich der Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Kommunikation per E-Mail erlernen und trainieren. Computerprogramme zur Erstellung und zur Redaktion von Webseiten kennen lernen und einsetzen. Bilder bearbeiten und Filme schneiden. Titel Geschichte und Gegenwart des Ascher Landes Thema regionale Geschichte; Erstellung einer gemeinsamem Zeitung und Website Autoren Manfred Schilm und Bettina Zeidler Fächer Deutsch, Englisch, Geschichte und Informatik Zielgruppe Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 14 Jahren Zeitraum variabel je nach Umfang und Vertiefung des Projekts; Projekt wird kontinuierlich weitergeführt Technische Voraussetzungen mehrere multimediafähige Computer oder Medienecken mit Internetzugang in der Klasse beziehungsweise im Computerraum Eingesetzte Medien Software zur Textbearbeitung und Websiteerstellung, Hard- und Software zur Erstellung und Bearbeitung von Bildern und Filmen Bettina Zeidler ist Bildungsberaterin und -managerin und arbeitet für öffentliche Organisationen, Unternehmen und Schulen. Für einen reibungslosen Ablauf des Projektes ist es von Vorteil, folgende Punkte zu beachten: Gemeinsame Aktivitäten in gemischten Gruppen erleichtern die Kontaktaufnahme. Eine klare Absprache zwischen den Lehrerinnen und Lehrern vereinfacht die Zusammenarbeit. Nutzen Sie das Interesse der lokalen Medien und werben Sie für die Unterstützung des Projektes. Die Schülerinnen und Schüler können mit ihrer Motivation gut einbezogen werden, indem sie selbstständig Klassenfahrten im Rahmen des Projekts planen. Dazu gehört zum Beispiel, Betriebe anzuschreiben, Kosten zu kalkulieren, Unterkünfte zu recherchieren und Bahnverbindungen zu suchen. Die Schülerinnen und Schüler stellen sich gemeinsam mithilfe einer PowerPoint-Präsentation und/oder per E-Mail vor. recherchieren in Thementeams nach geschichtlichen Materialien; sie sichten dazu Filme, Fotos, Chroniken, Zeitungstexte und Heimatbücher und stellen Bezüge zur Gegenwart her. machen selbst Fotos von der Grenzregion und vergleichen diese mit altem Photomaterial. halten ihre Ergebnisse fest beziehungsweise fassen diese kurz zusammen. tauschen ihre Erkenntnisse per E-Mail aus und nutzen dabei ihre Fremdsprachenkenntnisse beziehungsweise bauen sie aus (Englisch und Deutsch). interviewen Zeitzeugen, darunter Großeltern und Eltern. verarbeiten die Fotos elektronisch, drehen Filme und schreiben Berichte erstellen gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern eine Website oder eine multimediale CD-ROM beziehungsweise DVD. erstellen eine gemeinsame Zeitung und Website in Deutsch und Tschechisch. pflegen ihre gemeinsame Website und integrieren weitere Themen wie Kultur, Sport, Alltag der Jugendlichen. Im Deutschunterricht Die Schülerinnen und Schüler recherchieren im Stadtarchiv, im Zeitungsarchiv oder in Museen der Region nach geschichtlichen Materialien. interviewen Zeitzeugen (zum Beispiel Großeltern, Eltern). diskutieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede. schreiben Artikel und Berichte. Im Englischunterricht Die Schülerinnen und Schüler stellen sich vor und bereiten Texte für eine PowerPoint-Präsentation in Englisch vor. diskutieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Im Informatikunterricht Die Schülerinnen und Schüler richten sich eigene E-Mail-Adressen ein. lernen den Umgang mit einer Kommunikationsplattform kennen, um Materialien mit ihrer tschechischen Partnerschule auszutauschen. tauschen sich regelmäßig mit ihrer tschechischen Partnerschule per E-Mail aus. verarbeiten selbst erstellte oder gescannte Fotos elektronisch und drehen Filme. erstellen eine Website oder multimediale CD-ROM beziehungsweise DVD. Im Geschichtsunterricht Die Schülerinnen und Schüler unternehmen gemeinsame Radexkursionen in der Grenzregion und halten ihre Entdeckungen in Fotos fest. sie vergleichen geschichtliches und aktuelles Material (Filme, Fotos, Chroniken, Zeitungstexte, Heimatbücher) und stellen Bezüge zur Gegenwart her.

  • Deutsch  / Geschichte
  • Sekundarstufe I

Kreativ-Workshop Kafka

Unterrichtseinheit

Franz Kafka steht wie kaum ein anderer Autor für einen individuellen, schwer in gängigen Mustern zu beschreibenden Schreibstil, der eine Distanz zum Erwartungs- und Erfahrungshorizont Jugendlicher aufweist. Diese Distanz ist Aufgabe und Chance zugleich.Die auf zehn Stunden angelegte Unterrichtseinheit dient der Heranführung von Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Oberstufe an das Schreiben Franz Kafkas. Die Lernenden üben sich in verschiedenen kreativ-produktiven Verfahren zu kurzen Texten Kafkas, um schließlich einen eigenen ?kafkaesken? Text zu produzieren, welcher auf einer Internetplattform präsentiert und diskutiert wird. Der Einsatz einer Internetplattform bietet hierbei nicht nur die Möglichkeit, die Texte zu präsentieren und zu diskutieren. Zudem kann sie als Forum für eine anhaltende Kommunikation zum Thema genutzt werden. Ferner können die Ergebnisse anderen Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zur Verfügung gestellt werden - der Rahmen des Klassenverbands wird hierdurch gelockert. Heranführung an den Autor Franz Kafka Die Schülerinnen und Schüler nähern sich schrittweise über eigene Schreibversuche den Merkmalen "kafkaesken" Schreibens. Die anfängliche Distanz wird dabei durch kreative Aufgaben überbrückt, zugleich tritt Kafkas Stil über Differenzerfahrungen zu den eigenen Texten deutlicher hervor. Bei der Produktion eines eigenen "kafkaesken" Textes geht es nicht um eine Kopie Kafkas, sondern um die Entwicklung einer Sensibilität für Kafkas Schreibweise. Diese soll die Grundlage für eine weitergehende Beschäftigung mit dem Autor bilden. Ablauf der Unterrichtseinheit 1. und 2. Stunde: Begegnungen und Merkmale Kafkas Stils Die erste Begegnung mit dem Autor kann befremdlich wirken, sie stellt aber Beziehungen zu Kafka und seinem Werk her. 3. und 4. Stunde: Textuelle Handlungsebenen Der innere Monolog steht im Kern der Betrachtungen dieser beiden Stunden. 5. bis 7. Stunde: Vom Stil-Merkmal zum eigenen Text Über die Kenntnis einschlägiger Merkmale in Kafkas Schreibstil gelangen die Lernenden zum Schreiben eines eigenen kafka-ähnlichen Textes. 8. bis 10. Stunde: Digitale Ergebnissicherung Die per Hand geschriebenen Texte werden digitalisiert und über eine Website öffentlich präsentiert. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen einen eigenen kurzen Text im Stile Kafkas zur Präsentation und Diskussion erstellen und im Internet präsentieren. den eigenen Schreibprozess reflektieren und etwaige Probleme benennen. Medien- und Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Grundkenntnisse in der Textverarbeitung mit MS-Word beziehungsweise OpenOffice erwerben. die Arbeit mit einer Internetplattform (Moodle oder lo-net²) kennen lernen und die Plattform als themenbezogenes Kommunikationsforum aktiv und konstruktiv nutzen. Thema Kreativ-Workshop Kafka Autor Jérôme Malow Fach Deutsch Zielgruppe Gymnasiale Oberstufe (Klasse 10-12) Referenzniveau DaF ab Referenzniveau B - Selbstständige Sprachverwendung Zeitraum 10 Unterrichtsstunden Medien MS-Word oder OpenOffice Technische Voraussetzungen Moodle- oder lo-net²-Zugang der Schule Verlaufsplan Verlaufsplan Einstieg Die Lehrkraft informiert über Thema, Methode und Leitziel der Einheit. Die Schülerinnen und Schüler begegnen dem Begriff "kafkaesk" und seiner Implikationen anhand der Präsentation (eines Screenshots) der Internetseite www.kafkaesk.de und des DUDEN-Eintrags "kafkaesk" in DUDEN, Band 5: Fremdwörterbuch. Erarbeitung Schülerinnen und Schüler erhalten den ersten Teil der kurzen Parabel "Ein Kommentar" / "Gib's auf"! Ergebnissicherung Die Schülerinnen und Schüler tragen ihre Ergebnisse vor. Sie vergleichen ihre Versionen mit dem Originalschluss von Kafka und erkennen erste Merkmale kafkaesken Schreibens ("dunkle" Atmosphäre, Motiv "Uhr", Offenheit von Zeit, Raum und Schluss). Einstieg Die Schülerinnen und Schüler rekapitulieren ein wichtiges Merkmal Kafkas Schreibens, das Motiv Uhr/Zeit, anhand einer bildlichen Darstellung von Salvador Dalí. moma.org: „Die zerrinnende Zeit“ Dalís Gemälde „Die zerrinnende Zeit“ wird den Lernenden als Impuls genutzt. Erarbeitung Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten weitere allgemeine Merkmale anhand von fünf Zitaten Kafkas zu seinem Schreiben aus seinen Tagebüchern oder Briefen. Vertiefung Die Lernenden schreiben einen Tagebucheintrag zum Anfang Ein Bild meiner Existenz gibt … und mithilfe der Angabe zweier Leitwörter (Stange, Ebene). Ergebnissicherung Die Schülerinnen und Schüler tragen ihre Vorschläge vor. Sie erkennen beim Vergleich mit dem Original ein weiteres Merkmal kafkaesken Schreibens (Darstellung innerer Vorgänge durch äußere Begebenheiten). Einstieg Die Schülerinnen und Schüler lesen Kafkas Text "Heimkehr" gemeinsam und benennen im Unterrichtsgespräch Gemeinsamkeiten mit "Ein Kommentar"/"Gib's auf". Erarbeitung Die Lernenden versuchen anschließend in Partnerarbeit, innere und äußere Handlung zu unterscheiden. Ergebnissicherung Die Schülerinnen und Schüler tragen die Ergebnisse der Teamarbeit vor und erkennen die Durchdringung von inneren und äußeren Abläufen. Vertiefung Zur Vertiefung fertigen die Schülerinnen und Schüler allein eine Skizze zur Position des "Ichs" aus der Vogelperspektive an (zwei Lernende an der Tafel) und erfahren hierbei die angelegte Widersprüchlichkeit des Textes. Einstieg, Erarbeitung und Ergebnissicherung Die Schülerinnen und Schüler rekapitulieren im Unterrichtsgespräch den Kernbefund der letzten Stunde (Durchdringung innerer und äußerer Handlung). Anhand eines Informationstextes erarbeiten sie die wichtigsten Aspekte des inneren Monologs und der erlebten Rede, sammeln und fixieren diese. Vertiefung Die Schülerinnen und Schüler schreiben einen inneren Monolog zu einem Bildimpuls (Foto von Felice Bauer). In Schülervortrag und Unterrichtsgespräch vergleichen und sichern sie die erzielten Ergebnisse. Erarbeitung Nach einer Wiederholung der bisherigen Erkenntnisse erstellen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen je eine Übersichtsfolie zu den ermittelten Merkmalen kafkaesken Schreibens. Ergebnissicherung Die Lehrkraft sammelt die Ergebnisse der Gruppenarbeit ein und erstellt zur nächsten Stunde eine Zusammenfassung. Vorbereitung des Schreibauftrags Die Schülerinnen und Schüler schreiben Assoziationen zu einer von vier auf Folie präsentierten Skizzen Kafkas auf Kartons und heften diese an die Tafel ("Ideenbörse"). Die Besprechung der "Ideenbörse" schließt sich an: Dazu sammelt die Lehrkraft die Kartons am Ende der Stunde ein und fügt die "Ideenbörse" zur Zusammenfassung hinzu. Einstieg/Erarbeitung Nach einer kurzen Einstiegsphase (Ergebnis-Präsentation der Zusammenfassung der letzten Stunde) beginnen die Schülerinnen und Schüler mit dem Verfassen eines eigenen kafkaesken Textes zu einer Skizze ihrer Wahl. Einstieg und Erarbeitung Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren Schreibprozess und benennen Schwierigkeiten. Diese können als Antwort auf die Frage: "Kafka kopieren wollen, heißt…" formuliert werden. Je eine Schülerin oder ein Schüler pro Skizze trägt den eignenen Text vor. Vertiefung Die Schülerinnen und Schüler betätigen sich als Lektoren und schreiben eine Kritik zu einem anonymen Text eines Mitschülers oder einer Mitschülerin ("Schreibkonferenz"). Anschließend wenden sie sich wieder ihren eigenen Texten zu und gleichen diese zu Hause mit den kritischen Anmerkungen ab. Erarbeitung/Ergebnissicherung Die Schülerinnen und Schüler tippen ihre Texte am PC und lernen und festigen hierbei Grundaspekte der Textverarbeitung (Zeilennummerierung, Schriftart). Sie senden ihre Texte per E-Mail an die Lehrkraft, die die Texte zu Hause auf die Internetplattform stellt. So behält die Lehrperson den Überblick über Quantität und Qualität der eingereichten Manuskripte. Abschluss Die Lehrkraft erläutert Möglichkeiten der Internetplattform (Informations-, Austausch- und Diskussionsforum) und legt eventuell fehlende Zugänge für die Schülerinnen und Schüler an. Lernende und Lehrende arbeiten gemeinsam auf der Internetplattform und bereiten die selbst erstellten Texte als Website auf.

  • Deutsch
  • Sekundarstufe II

Unterrichtsmaterial "Pyramiden, Mumien & Co."

Unterrichtseinheit

Mit dem Internet begeben sich die Schülerinnen und Schüler auf eine Entdeckungsreise ins alte Ägypten. An verschiedenen Lernstationen informieren sie sich über Pyramiden, Mumien, Hieroglyphen und die Arbeit von ÄgyptologInnen."Ägypten - Geschenk des Nils" nennt Herodot das immer noch geheimnisumwobene Land, das die Menschen seit Generationen fasziniert. Im Internet gibt es eine Vielzahl von ansprechenden, multimedial aufbereiteten Informationsseiten zum Alten Ägypten, die hervorragend im Geschichtsunterricht genutzt werden können. Diese Unterrichteinheit vermittelt an Lernstationen Informationen zu einzelnen thematischen Schwerpunkten. Je nach Zeitplanung kann sie aber auch als themendifferenzierte, arbeitsteilige Gruppenarbeit oder als fächerverbindendes Projekt durchgeführt werden.Die Unterrichtseinheit ist konzipiert als Lernen an Stationen. Die historischen Sehenswürdigkeiten der Nilreise sollten den Anfang, die Arbeit der Ägyptologinnen und Ägyptologen das Ende der Unterrichtseinheit bilden. Alle anderen Themen können in freiher Reihenfolge bearbeitet werden. Auf die Zusatztipps sollten die Schülerinnen und Schüler erst eingehen, wenn sie den normalen Aufgabenkatalog bearbeitet haben. Das Spiel mit Hieroglyphen bietet sich ebenfalls als Zusatzangebot für schnelle Schülerinnen und Schüler an. Die Vorlagen der Arbeitsblätter können von jeder Lehrkraft individuell bearbeitet werden, so dass sie Pflicht-, Wahl-, und Zusatzaufgaben für ihre Klasse selbst definieren kann. Steht nicht so viel Zeit zur Verfügung, kann die modular aufgebaute Unterrichteinheit als themendifferenzierte, arbeitsteilige Gruppenarbeit durchgeführt werden. Aus der Einheit kann auch ein fächerverbindendes Projekt entstehen. Lernstationen "Pyramiden, Mumien & Co." Die Lernstationen enthalten Rechercheaufgaben zu den historischen Stätten am Nil, zu Pyramiden, Mumien, Hieroglyphen und zur Arbeit der Ägyptologinnen und Ägyptologen heute. Inhaltliche Ziele Die Schülerinnen und Schüler sollen sich über unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte zum Thema "Das Alte Ägypten" informieren. Informationen aus dem Internet filtern und erläutern. die Einsatzmöglichkeiten moderner Technik bei der Erforschung des Alten Ägyptens erkennen. Ziele aus dem Bereich der Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Nutzungsmöglichkeiten des Internets im Geschichtsunterricht erkennen. Informationen auf verschiedenen Internetseiten recherchieren. E-Mails mit ungeklärten Fragen an Ägyptologinnen und Ägyptologen schreiben. Platz für individuelle Interessen: Themendifferenzierung Wenn die Zeit knapp ist, ist eine themendifferenzierte Vorgehensweise in Gruppen zum Einstieg in das Thema Ägypten oder zur Festigung eines Unterthemas denkbar. Je nach Interessensgebiet wählen die SchülerInnen dann aus, ob sie sich auf eine virtuelle Nilreise begeben oder mit Pyramiden, Mumien oder Hieroglyphen beschäftigen wollen. Für die Kontaktaufnahme zu ÄgyptolgInnen können einzelne SchülerInnen verantwortlich sein, die ein Unterthema bearbeiten und außerdem die Fragen der Klasse sammeln. Mit Hilfe der Lehrkraft formulieren sie die Fragen in einer E-Mail und stellen die Antworten dann zum Abschluss der Reihe der ganzen Klasse vor. Für jedes Unterthema sollten circa zwei Stunden eingeplant werden. Je nach Leistungsstand der Klasse kann ein Unterthema innerhalb einer Gruppe auch arbeitsteilig bearbeitet werden. Sollte eine Gruppe ein Arbeitsblatt schneller bearbeitet haben, gibt es Zusatztipps oder die Möglichkeit, auf Aufgaben zu einem anderen Thema zu verweisen. Ob die Ergebnisskontrolle im Plenum oder individuell in Gruppen erfolgt, bleibt der Entscheidung der Lehrkraft überlassen. Lernen an Stationen Steht mehr Zeit zur Verfügung, kann die Reihe als Lernen an Stationen durchgeführt werden. Jedes Unterthema ist dann eine Lernstation. Die historischen Sehenswürdigkeiten der Nilreise sollten den Anfang, die Arbeit der Ägyptologen das Ende der Unterrichtseinheit bilden. Alle anderen Themen können in freiher Reihenfolge bearbeitet werden. Auf die Zusatztipps sollten die SchülerInnen erst eingehen, wenn sie sich den normalen Aufgabenkatalog bearbeitet haben. Auch das Spiel mit Hieroglyphen bietet sich als Zusatzangebot für schnelle SchülerInnen an. Die Vorlagen der Arbeitsblätter können von jeder Lehrkraft individuell bearbeitet werden, so dass sie Pflicht-, Wahl-, und Zusatzaufgaben selbst definieren kann. Fächerverbindendes Projekt Auch die fächerverbindende Arbeit mit Erdkunde und Deutsch ist möglich, wenngleich der Schwerpunkt der Unterrichtseinheit im Fach Geschichte liegt. Im Erdkundeunterricht bietet es sich an, im Anschluss an eine virtuelle Nilreise auf das Leben und Arbeiten am Nil einzugehen. Auch ein Exkurs zur Bedeutung des Tourismus für das heutige Ägypten ist möglich. Im Deutschunterricht können die SchülerInnen die Hieroglyphen-Sprache untersuchen, mit dem lateinischen Alphabet vergleichen und E-Mails an die ÄgyptologInnen formulieren und senden. Die Arbeit mit Informationsangeboten im Internet ist ein zentrales Element der Unterrichtseinheit. Die Unterthemen wurden abhängig von den vorhandenen Internetressourcen zusammengestellt. Dadurch fehlt beispielsweise das Thema "Leben der Menschen am Nil". Bei diesem Aspekt können Schülerinnen und Schüler besser auf Informationen aus dem Schulbuch oder gegebenenfalls auf eine Bücherkiste zurückgreifen. Die Themenschwerpunkte der Lernstationen Per Mausklick durch Ägypten: Eine virtuelle Nil-Reise (Einstiegsstation) Pyramiden-Rundgang im Internet Virtuelle Mumie Hieroglyphen am Computer Ägyptologinnen und Ägyptologen am PC (Schlussstation) Das Internet wird von vielen Personen für Reisevorbereitungen genutzt. Auf dem Server Ägypten-Online gibt es neben Reiseinformationen vielfältige Informationen zur Geschichte und Kultur des Landes. Besucherinnen und Besucher können sich auf eine virtuelle Nilreise begeben. Dabei klicken sie auf einer Karte verschiedene Bereiche an oder wählen Orte aus einer Liste aus. Sie können auch eine komplette Tour durch Ägypten mitmachen, um bekannte Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. Beim Anklicken werden die Fotos und Bilder vergrößert. Schülerinnen und Schüler, die diese virtuelle Nil-Rundreise unternehmen, lernen die bedeutendsten Bauwerke des Alten Ägyptens kennen. Pyramiden - Häuser für die Ewigkeit. Vor allem die besonderen Umstände beim Bau der Pyramiden und die Erforschung der Grabkammern sind sehr beliebte Themen im Geschichtsunterricht. Rundgänge durch die Pyramiden und Tempel des alten Ägyptens anhand von QuickTime-Darstellungen mit einer 360-Grad-Rundschau bietet der englische Server NOVA in eindrucksvoller Form. Wenn die Schülerinnen und Schüler die Arbeitsvorlage bearbeiten wollen, sollten sie sich jedoch besser mit den angegebenen deutschen Internetadressen beschäftigen. Sie lernen dabei die Architektur und den Bau der Pyramiden kennen. Am Beispiel des Grabes von Tutenchamun wird ein Einblick in die Entdeckungsgeschichte der Pyramiden gegeben. Der Computer hat auch vor der Mumienforschung nicht halt gemacht. Das Institut für Mathematik und Datenverarbeitung in der Medizin (IMDM) der Universität Hamburg hat hierzu sehr eindrucksvolle Bilder und Kurzfilme ins Netz gestellt. Das vielfach ausgezeichnete Projekt stellt unterschiedliche Aspekte zum Thema "Mumien im alten Ägypten" in einer Form dar, die für Schülerinnen und Schüler verständlich und motivierend zugleich ist. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich die Inhalte der Präsentation in zwei Schritten aneignen. Die Rubrik "Rekonstruktionen" beschreibt mit vielen Bildern mehrere Schnitte durch den Mumienkopf, die mit Erläuterungen zur Vorgehensweise bei der Mumifizierung ergänzt werden. Einige QuickTime-Filme zeigen den Kopf der "virtuellen Mumie" aus verschiedenen Perspektiven. Er kann außerdem gedreht werden. Schülerinnen und Schüler, die sich mit diesem Internetangebot auseinandersetzen, können die Vorgehensweise bei der Mumifizierung im Alten Ägypten nachvollziehen. Gleichzeitig lernen sie die Nutzungsmöglichkeiten des Computers im Bereich der Geschichtsforschung kennen. Bei diesem Thema bietet es sich außerdem an, ethische Überlegungen zum Thema Mumien in Museen anzustellen. "Geheimschriften" wie die Hieroglyphen üben auf jüngere Schülerinnen und Schüler eine besondere Faszination aus. Zum Thema "Hieroglyphen" gibt es im Internet viele "Liebhaberseiten" von privaten Anbietern, die sehr informativ und umfassend sind. Die Schülerinnen und Schüler können sich hier über die Geschichte der Entschlüsselung informieren. Das Internet hält viele "spielerische" Angebote bereit. Es ist möglich, die Zeichen als Schriftdatei auf den Computer zu laden, in die Textverarbeitung einzufügen und ganze Namen oder Wörter online "übersetzen" zu lassen. Schülerinnen und Schüler lernen in dieser Untereinheit die Besonderheiten der ägyptischen Schriftzeichen kennen und können sie selbst - handschriftlich oder per Computer - anwenden. Die Schülerinnen und Schüler haben bei den vorherigen Unterthemen bereits Beispiele für die Nutzung des Computers in Ägyptologie und Archäologie kennen gelernt. Bei diesem Thema bietet sich zusätzlich ein E-Mail-Austausch mit Fachleuten an. Die Schülerinnen und Schüler haben gerade im Rahmen des projektorientierten Unterrichts weiterführende Fragen, die nicht immer von der Lehrkraft beantwortet werden können. Ägyptologinnen und Ägyptologen sind mit eigenen Homepages im Internet vertreten und können daher leicht über E-Mail kontaktiert werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen in dieser Untereinheit die Nutzungsmöglichkeiten des Computers in der historischen Forschung kennen. Sie formulieren weiterführende Fragen zu den verschiedenen Unterrichtseinheiten und lernen, mit Fachleuten zu kommunizieren. Für die Kontaktaufnahme zu Ägyptologinnen und Ägyptologen können auch nur einzelne Personen verantwortlich sein, die die Fragen der Klasse sammeln, mit Hilfe der Lehrkraft eine E-Mail schreiben und die Antworten dann zum Abschluss der Reihe der ganzen Klasse vorstellen.

  • Deutsch  / Geschichte  / Kunst
  • Sekundarstufe I, Primarstufe

Unterrichtsmaterial: Wie frühstückt die Welt?

Unterrichtseinheit

In diesem Unterrichtsprojekt "Wie frühstückt die Welt?" zum Thema Ernährung hinterfragen die Lernenden mithilfe einer Umfrage ihre eigenen Frühstücksgewohnheiten und lernen, was ein gesundes Frühstück ausmacht.Mit einer Fragebogenaktion ermitteln die Kinder die Frühstücksgewohnheiten ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Gleichzeitig sammeln sie Informationen über das Frühstück in anderen Ländern. Sie testen verschiedene Frühstücksempfehlungen und stellen gemeinsam ein Müsli her. Alle Rezepte werden in einem Kochbuch zusammengestellt und weitere Arbeitsergebnisse im Internet präsentiert. Zum Abschluss der Reihe gibt es ein internationales Frühstücksfest mit Eltern, Freunden, Bekannten und Verwandten.Das Unterrichtsprojekt greift eine Alltagserfahrung der Kinder auf: das tägliche Frühstück. Sie sollen Problembewusstsein für die Bedeutung eines gesunden Frühstücks entwickeln. Zentrale Lernziele sind dabei selbstgesteuertes Lernen und die Erweiterung der Kompetenzen im Umgang mit verschiedenen Medien. Arbeitsteilig erarbeiten verschiedene Gruppen unterschiedliche Aspekte des Themas. Um ihre Ergebnisse abschließend auf einer eigenen Internetseite zu präsentieren, müssen sie kooperieren und sich austauschen. Anknüpfen an Alltagserfahrungen Ernährungsfragen sind nur dann sinnvoll mit Kindern im Grundschulalter zu bearbeiten, wenn sie eine Chance zur Einflussnahme haben. Das Thema Frühstück ist deshalb besonders gut geeignet. Die Schülerinnen und Schüler gehen von ihren persönlichen Erlebnissen und Einflussmöglichkeiten aus. Ihre Perspektive weitet sich, indem sie andere Klassen befragen und schließlich morgentliche Ernährungsgewohnheiten in der Welt untersuchen. Im Laufe der Unterrichtsreihe entwickeln sie sich so zu "Frühstücksexperten". Anbindung an den Lehrplan Sowohl im Fach Deutsch als auch im Sach- und Kunstunterricht lässt sich beim Thema "Wie frühstückt die Welt?" problemlos der Bezug zum Lehrplan herstellen. Im Fach Deutsch steht der Handlungsbereich "Sich informieren und sachbezogen verständigen" im Vordergrund. Informationen zu sammeln, zu ordnen und weiterzugeben ist ebenfalls Lernfeld des Sachunterrichts. Hinzu kommen die Planung der Informationsbeschaffung (Fragebogen), des Abschlussprojektes (internationales Frühstücksfest) und das eigenständige Unterscheiden und Vergleichen von Ergebnissen. Der Themenbereich "Essen und Trinken" ist im Rahmenplan für das Fach Kunst ebenfalls vorgesehen. Die Schülerinnen und Schüler können Werbeplakate für ein gesundes Frühstück und Einladungen für das Abschlussfrühstück kreativ gestalten. Das Projekt "Wie frühstückt die Welt?" ist Teil des SEMIK-Projektes (Systematische Einbeziehung von Medien, Informations- und Kommunikationstechnologien in Lehr- und Lernprozesse). Es wurde als einer der besten Beiträge ausgezeichnet. Die Schülerinnen und Schüler erkennen den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit. prüfen eigene Frühstücksgewohnheiten kritisch. sammeln Rezepte, führen sie aus und schätzen ihren Wert für die Ernährung ein. erkunden die Frühstücksgewohnheiten anderer Länder und schätzen diese ein. planen und organisieren ein Frühstücksfest mit Gästen. dokumentieren ihre Arbeitsergebnisse im Internet.

  • Ich und meine Welt  / Sache und Technik
  • Primarstufe

Vandalismus: Scherben – Splitter – Schmierereien

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit lernen die Schülerinnen und Schüler am Beispiel eines stets aktuellen und jugendnahen Themas - Vandalismus -, wie man professionell eine Reportage durchführt und anschließend die Ergebnisse multimedial darstellt."Ich find's cool", sagt der eine, "so eine Sauerei", schimpft die andere, und "schon wieder etwas zu reparieren" stellt der Mitarbeiter der Stadtverwaltung freudlos fest. Vandalismus ist ein weltweites Problem, seit es Menschen gibt. Dabei handelt es sich um echte Straftatbestände, die zumeist von Jugendlichen und jungen Erwachsenen begangen werden. Doch wo sind die "Tatorte" in unserem Schulort? Eine multimediale Reportage enthüllt, wie Betroffene fühlen, was Expertinnen und Experten raten und welche Vorschläge die Schülerinnen und Schüler selber zum Vorgehen gegen Vandalismus haben. Alternativ kann auch eine Zeitungsseite erstellt werden.Die Schülerinnen und Schüler lernen in dieser Sequenz, wie man professionell eine Reportage durchführt und anschließend die Ergebnisse anschaulich darstellt, sodass man möglichst viele Leserinnen und Leser mit dem Inhalt sachlich informiert, aber auch berührt und zum Nachdenken anregt. Dabei trainieren die Jugendlichen nicht nur den Umgang mit modernen Medien, sondern lernen auch die spezielle Situation bezüglich Vandalismus in ihrer Heimatstadt kennen, führen vielfältige Gespräche mit Expertinnen und Experten und erarbeiten im Laufe des Projekts alle Grundlagen, um sich selber einen fundierten Standpunkt zu dieser Problematik zu erarbeiten. Hintergrundinformationen Hier erfahren Sie Wissenswertes über die Rahmenbedingungen des Projekts und lesen, worauf man bei den Vorbereitungen und der Durchführung achten sollte. Ablauf der Unterrichtseinheit Die Jugendlichen erstellen in Teams eine multimediale Reportage zum Thema Vandalismus in ihrem Schulort, die als Mediator-Show auf CD-ROM präsentiert wird. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Brennpunkt-Tatorte für Vandalismus in ihrer Schulgemeinde ermitteln und fotografieren. den Begriff "Vandalismus" erklären können. Fragenkataloge für die gewählten Expertinnen und Experten vorbereiten. eine Befragung durchführen und die Ergebnisse dokumentieren. ihre Gruppenergebnisse in die Computeranwendung einarbeiten. ihren eigenen Standpunkt und Vorschläge zum Vorgehen gegen Vandalismus formulieren können. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Motive fachgerecht und von verschiedenen Seiten fotografieren. Fotos auf den Computer übertragen und in einem Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeiten. mithilfe einer Autorensoftware (Mediator) eine multimediale Reportage erstellen. mit einem Textverarbeitungsprogramm arbeiten. ein MindMap-Programm einsetzen. mit einem Zeichenprogramm Zeichnungen, Animationen und ein Cover erstellen. im Internet recherchieren und E-Mails schreiben. mit einem Musikprogramm eine eigene Hintergrundmusik komponieren. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen eigenverantwortlich die Bilddokumentation erstellen. ihre Arbeit zeitlich so planen und erledigen, dass der vorgegebene Zeitrahmen eingehalten wird. in der Gruppe die Arbeit selbst organisieren und Ergebnisse geordnet in die CD-ROM einarbeiten. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen in unterschiedlichen Teams zusammen arbeiten. sich gegenseitig unterstützen und helfen sowie Hilfe einfordern, wo sie nötig ist. mit den Fachleuten einen freundlichen, interessierten und aufgeschlossenen Umgang üben und pflegen. Thema Vandalismus: Scherben - Splitter - Schmierereien Autorin Heidi Haaf Fächer WZG (Welt-Zeit-Gesellschaft), Politik, Deutsch, Informatik Zielgruppe ab Klasse 8 alle Schularten, erprobt mit einer neunten Hauptschule-Klasse Zeitraum circa 21 bis 23 Stunden: WZG 14 bis 16 Stunden, Deutsch 6 Stunden, Informatik 3 Stunden Fachliche Vorraussetzungen Allgemeine Erfahrungen im Umgang mit dem Computer, Grundkenntnisse in der Bildbearbeitung, Textverarbeitung und Autorensoftware hilfreich Technische Voraussetzungen Rechner in ausreichender Zahl mit Bildbearbeitungsprogramm (zum Beispiel Corel Photopaint), Autorensoftware (zum Beispiel Mediator), MindMap-Programm, Internetzugang, Musik-Software (zum Beispiel von Magix), GIF-Animationsprogramm (zum Beispiel Gif-Animator) Vorkenntnisse vorhanden Das Projektthema Vandalismus benötigt nur wenig Anschub, es zündet bei Jugendlichen sozusagen von selbst. In lebhaften Gesprächen enthüllen die Schülerinnen und Schüler ein Vorwissen und eine Sachkenntnis über die Brennpunktstellen in ihrem Heimatort, das manche Lehrkraft in Staunen versetzen könnte. Schnell wird man feststellen, dass sich die Schülerinnen und Schüler genau an diesen Stellen oft aufhalten und wissen, "was dort abgeht". Und nun dürfen sie einmal darüber berichten! Diese Chance lässt sich kaum einer entgehen. Besonders Mutige geben sogar zu, dass sie diesbezüglich auch schon einmal aktiv waren ... Selbstständigkeit fördern Aufgrund dieser Vorkenntnisse eignet sich das Projekt in besonderer Weise, um die Selbstständigkeit der Jugendlichen zu fördern. Man kann sie problemlos allein auf eine Fotoreportage oder zu Umfragen von Betroffenen schicken. Es ist für diese Altersklasse geradezu reizvoll, Dinge zu fotografieren, die man normalerweise nicht fotografiert, es hat einen Hauch von etwas "Verbotenem". Ihre Foto-Ausbeute zeigen alle später mit Vergnügen in der Klasse und trainieren so nebenbei das Präsentieren. Positive Erfahrungen Ähnlich positive Erfahrungen wird man bei der Einbeziehung der meisten Expertinnen und Experten machen. Viele von ihnen sind geradezu begeistert, dass sich eine Schulklasse des leidigen Themas Vandalismus einmal annimmt und darüber nachdenkt, was man gegen sinnlose Zerstörungen machen kann. So wurde in diesem Beispiel an einem Vormittag der Schulbus-Unternehmer angerufen, und drei Stunden später stand er bereits vor der Schulklasse mit aufgeschlitzten Sitzen, abgeschabten Haltegriffen und kleinen Geschenken für die gegen solche Zerstörungen engagierten Schülerinnen und Schülern. Dieses Erlebnis hat sie nachhaltig beeindruckt. Fragenkatalog vorab zuschicken Ein Busunternehmer kann problemlos spontan auf alle Fragen der Schülerinnen und Schüler antworten, doch die meisten Expertinnen und Experten sind dankbar, wenn man Ihnen den Fragenkatalog der jeweiligen Gruppe vorab per E-Mail zuschickt, sodass sie sich vorbereiten können. Nachdem alle Vorarbeiten abgeschlossen sind (Fotos in Ordnern gesammelt, Fragebögen beantwortet), bespricht die Lehrkraft den grundsätzlichen Aufbau einer Reportage und gibt Tipps für eine ansprechende Umsetzung. So ist es zum Beispiel gut möglich, alle Tatorte in gleicher Weise in die Mediator-Show einzubringen, doch bei den Interviews würde ein immer gleicher Stil die Leser langweilen. Hier ist die Klasse gefordert, Vorschläge für alternative Darstellungen zu machen, die den Zeitrahmen nicht sprengen. Die Klasse als Team Bei der freien Projektarbeit ist die Klasse ein Team, bei dem jede Schülerin und jeder Schüler ihre oder seine speziellen Fähigkeiten bestmöglich zur Verfügung stellt, sodass das gemeinsam gesteckte Ziel schnell und mit hoher Qualität erreicht wird. Eine goldene Regel dabei ist: "Jeder hilft jedem und keiner steht dumm rum." Diese freie Aufgabenverteilung hat auch zur Folge, dass manche Aufgaben nur von wenigen oder gar von nur einer oder einem Jugendlichen übernommen werden, beispielsweise das Erstellen der Hintergrundmusik oder der Sprachschnitt. Die Lernziele werden also nicht von allen gleichermaßen erreicht. Steht ausreichend Zeit für eine Vertiefung des Projekts zur Verfügung, so können weitere Expertinnen, Experten oder Betroffene befragt werden, zum Beispiel ein Hausmeister oder eine Jugendsozialarbeiterin. kann die Klasse eine Erkundung vornehmen (beispielsweise zum Betriebshof des Schulbus-Unternehmers und zum Jugendrichter zu einer Gerichtsverhandlung). kann ein Vergleich mit der Nachbarstadt stattfinden. kann ein Artikel über die Projektergebnisse an die örtliche Presse geschickt werden. kann ein Bericht auf der Schulhomepage veröffentlicht werden. kann die Klasse eine andere Schule am Ort mit ihrer Mediator-Show informieren. Steht zu wenig Zeit für die ausführliche Bearbeitung des Projekts zur Verfügung, so kann das Projekt auf zwei Tatorte und zwei Expertinnen oder Experten reduziert werden. führt man das Projekt nur am Tatort der eigenen Schule durch. kann die Lehrkraft das hier vorgestellte Beispiel (Mediator-Show) verstärkt zur Anregung, Information und Ergänzung des Unterrichts einsetzen und nicht erst zum Schluss. Alternativ zur multimedialen Mediator-Show kann die Reportage auch ganz klassisch für eine Veröffentlichung in der örtlichen Presse erstellt werden. In diesem Fall bietet es sich an, mit einem Zeitungsreporter Kontakt aufzunehmen und eventuell eine Betriebserkundung in die Redaktion der Zeitung zu unternehmen. Kennenlernen des Projektthemas Die Lehrkraft informiert die Klasse über das neue Projektthema "Eine multimediale Reportage zum Thema Vandalismus in unserem Schulort". Dabei nutzt sie zur Veranschaulichung die Möglichkeiten vor Ort. Klassengespräch Die Jugendlichen äußern sich spontan zum Thema, sammeln Vorwissen und Erfahrungen. In Gruppen bearbeiten die Schülerinnen und Schüler die folgenden drei Fragen schriftlich: "Welche Orte, Treffpunkte und Plätze fallen euch ein, an denen man Spuren von Vandalismus in unserem Schulort findet?" "Stellt Vermutungen an, wer fremde Sachen beschädigt und warum." "Überlegt, welche Schäden für wen entstehen und wer dafür aufkommen muss." Zusatz für schnelle Gruppen: "Wie könnte man aus eurer Sicht diese Beschädigungen und Zerstörungen verhindern?" Während der Gruppenarbeit bereitet die Lehrkraft die Überschriften für die Stellwand vor. Ergebnisse vorstellen Die einzelnen Gruppen stellen ihre Ergebnisse vor. Dabei schreiben ausgewählte Jugendliche die einzelnen Antworten auf Kärtchen, sodass diese im Anschluss an einer Stellwand befestigt werden können und so einen Überblick über die Vermutungen der Klasse ergeben. Planen des weiteren Vorgehens Für die Fotoreportage werden vier Brennpunkt-Tatorte ausgewählt. Die Klasse bildet vier Gruppen, jede Gruppe übernimmt einen Tatort. Die Jugendlichen sprechen sich ab, wer wann fotografiert (siehe Hausaufgabe). Sie erhalten Tipps, worauf man beim Fotografieren achten sollte. Im Plenum wird überlegt, welche Expertinnen und Experten zur Sachlage befragt werden könnten. In diesem Beispiel wurden folgende fünf gewählt: der Schulbusunternehmer, die Jugendpolizei, die Stadtverwaltung, eine Jugendrichterin und ein Versicherungskaufmann. Internetrecherche In Partnerarbeit recherchieren die Schülerinnen und Schüler zur Herkunft und Bedeutung des Wortes Vandalismus. Ergebnisse werden schriftlich festgehalten oder Quellentext zur späteren Verwendung einmal ausgedruckt. Zusatz Die Expertinnen und Experten können von einzelnen Schülerinnen oder Schülern noch in der Unterrichtszeit angerufen und um Mitarbeit gebeten werden. Die vier Gruppen erhalten eine Woche Zeit, um ihren Tatort mit der Digitalkamera zu fotografieren. Sie bringen ihre Fotografien mit in die Schule und überspielen die Bilder in einen speziellen Ordner im Schulnetzwerk oder auf der Lernplattform der Schule. In der Zwischenzeit nimmt die Lehrkraft mit allen Expertinnen und Experten Kontakt auf und vereinbart mit ihnen Besuche in der Schule oder bittet um die Erlaubnis, einen Fragebogen senden zu dürfen. Präsentation der Bilder Aus jeder Gruppe präsentieren ein bis zwei Jugendliche die Aufnahmen vom gewählten Tatort. Dabei kann im Plenum schon besprochen werden, welches Bild unbedingt in die Mediator-Show muss oder welche Bilder sich für das Layout und für das Cover eignen. Einschätzung der Situation Im Lehrer-Schüler-Gespräch versucht die Klasse, die Situation einzuschätzen: Wo ist es am schlimmsten, wer ist am meisten betroffen, wo könnte man mit Anwohnern und Betroffenen reden? Gibt es Ideen, wie man die Beschädigungen verhindern könnte? Einzelne Schülerinnen und Schüler, die passende Gesprächspartner finden, um die Aufgabe übernehmen zu können, recherchieren, indem sie ein Interview mit einem oder einer Betroffenen durchführen. Es können auch Passanten vor Ort befragt werden. Zur Veranschaulichung nehmen die Interviewer einzelne Bilder des Tatorts mit. Dabei stehen zwei Fragen im Mittelpunkt: Was stört Sie am meisten? Welche Vorschläge haben Sie zum Vorgehen gegen Vandalismus hier an diesem Ort? Fragebogen erstellen Die Klasse erarbeitet gemeinsam einen Fragebogen für den Experten, der zuerst in den Unterricht kommt. Eine geübte Schülerin oder ein Schüler tippt gleich mit (Beamerprojektion). Die Fragen sollten anschließend noch in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht werden. Gruppenarbeit Die Klasse bildet so viele Gruppen, wie es weitere Expertinnen und Experten gibt und bereitet in der Gruppe einen speziellen Fragebogen für den jeweiligen Experten vor. Wenn genügend Zeit bleibt, werden die Fragen gleich getippt und ausgedruckt. Ansonsten nimmt jemand aus der Gruppe die Fragen mit nach Hause und tippt sie dort ab. Die Expertin oder der Experte besucht die Klasse im Unterricht und wird anhand des vorbereiteten Fragebogens befragt. Spontane Fragen werden mit aufgenommen. Die Antworten werden dokumentiert. Die restlichen Expertinnen und Experten werden befragt. Dies kann in der Schule, bei den Experten am Arbeitsplatz oder per E-Mail oder Post geschehen und muss individuell organisiert werden. In vorliegenden Fall waren die Polizisten und der Versicherungskaufmann in der Schule, die anderen antworteten per E-Mail. Einige Antworten sollte man mit dem Mikrofon aufnehmen, um später auch Hörbeiträge zu haben. MindMap zur CD-ROM-Struktur Am Laptop/Beamer entwickeln die Schülerinnen und Schüler gemeinsam eine Struktur für ihre CD-ROM, die neben den eigentlichen Inhalten auch eine Einführungs-, Ende- und Autorenseite beinhaltet. Eine Spielseite kann mit eingeplant werden. Gruppenarbeit In Kleingruppen überlegen die Jugendlichen, wie man das Layout der CD-ROM gestalten könnte und bringen ihre Ideen im Plenum ein. Partnerarbeit Am Computer oder am Arbeitsplatz entwickeln die Schülerinnen und Schüler in Partnerarbeit einige der Ideen. Dabei kann sich eine Gruppe auch schon mit der Gestaltung des gemeinsam durchgeführten Interviews beschäftigen. In dieser freien Projektarbeitsphase organisieren sich die Schülerinnen und Schüler meist selbst. Durch die Vorarbeit ist jede und jeder für einen Tatort und für einen der Experten verantwortlich. Wenn nötig, trifft sich die Klasse zu Absprachen und zur Ideenfindung. Dabei erfüllt die gesamte Klasse als Team folgende Aufgaben: Layout erstellen mit Vorgaben für die Unterseiten Texte schreiben Bilder bearbeiten Diashows einarbeiten Zeichnungen erstellen Sprache aufnehmen und schneiden Inhalte animieren Spiel erfinden und programmieren Unterseiten in die Hauptshow kopieren Verschaltungen programmieren Rolle der Lehrkraft Die Lehrerin oder der Lehrer berät, kontrolliert, vermittelt und ermöglicht, dass die speziellen Begabungen einzelner zum Einsatz kommen, beispielsweise bei der Anfertigung von Zeichnungen. Im Klassenverband findet eine Diskussion statt: Was kann man gegen Vandalismus tun? Wie kann man vorbeugen? Was könnte man konkret in unserem Schulort verbessern? Die Ergebnisse werden festgehalten. Die Jugendlichen überlegen, wie sie ihre Ergebnisse anschaulich in die CD-ROM einarbeiten können. Die Klasse arbeitet in variablen Gruppen. Einige bauen die Diskussionsergebnisse in die CD-ROM ein, andere beschäftigen sich mit der Gestaltung eines Covers und dem Inlaytext. Wer Zeit hat, beginnt bereits mit der Vorbereitung des Autorenkapitels. In Einzelarbeit schreiben alle Schülerinnen und Schüler eine persönliche Stellungnahme zum Projektthema und -ablauf. Dabei soll einfließen, ob sie jetzt anders über die Sachlage denken als vorher. Sie formulieren auch ihre persönlichen Vorschläge für Maßnahmen zur Verbesserung der Lage und ihre Vermutungen für die Entwicklung in der Zukunft. Einige Freiwillige lesen ihren Text vor. Die Klasse kann Stellung dazu nehmen. In Partnerarbeit testen die Schülerinnen und Schüler die CD-ROM systematisch. Alle Fehler werden notiert und am Ende verbessert. Jede Gruppe bedankt sich bei "ihrem" Experten und formuliert einen Brief an ihn. Alle erhalten auch eine CD-ROM zur Erinnerung an das Projekt. Zum Abschluss der Einheit präsentiert die Lehrkraft die im Rahmen des hier vorgestellten Projekts entstandene Vandalismusshow. So kann die Klasse die Tatorte, die Expertenmeinungen, die eigene Einschätzung und die Vorschläge der Jugendlichen mit ihren eigenen Ergebnissen vergleichen.

  • Politik / WiSo / SoWi / Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I

Märchen: Lesekompetenz trainieren mit kreativen Übungen

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Märchen" trainieren die Schülerinnen und Schüler ihre Lesekompetenz. Märchentexte motivieren viele Kindern zum Lesen. Mit kreativen, internetbasierten Übungen lassen sich gleichzeitig das sinnentnehmende Lesen und der Umgang mit einem Autorenprogramm üben.Wer eine interessante Lektüre mit spielerischen Elementen verbindet, schafft eine gute Basis, seine Klasse für Übungs- und Lernphasen zu motivieren. In dieser Unterrichtseinheit lesen die Schülerinnen und Schüler ein Märchen zum Einstieg und überprüfen ihr Textverständnis mit einer Hot Potatoes-Übung. Anschließend entwerfen sie eigene Rätsel zu verschiedenen Märchentexten - und trainieren ganz nebenbei das sinnentnehmende Lesen, das Schreiben von kurzen Texten, aber auch den Umgang mit einem Autorenprogramm. Die Besonderheit: Mit den arbeitsteilig erstellten Rätseln üben anschließend die Mitschüler.Der hessische Lehrplan für das Fach Deutsch in der Klassenstufe 5 sieht verbindlich vor, die Schülerinnen und Schüler mit neuen Medien vertraut zu machen. Sie sollen lernen, am Computer Texte zu schreiben und zu überarbeiten. Gerade im Deutschunterricht, besonders in den Bereichen Lese- und Schreibkompetenz, bietet der computergestützte Unterricht viel Potenzial: Der Umgang mit neuen Medien erleichtert den selbst organisierten, individuellen Lernprozess mit individuellem Lerntempo. Übungen am Computer münden zudem in überprüfbare Ergebnisse und geben den Schülerinnen und Schülern eine gezielte Rückmeldung. In der Klassenstufe 5 reicht es allerdings aus, Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer zu vermitteln, so dass die Klasse die benötigten Programme (in diesem Fall Word und Hot Potatoes) selbstständig bedienen kann. Informationen zu Hot Potatoes Für interaktive Übungen wie Kreuzworträtsel ist das Autorenprogramm ideal. Anmerkungen zur Unterrichtsplanung der Unterrichtseinheit "Märchen" Hier finden Sie allgemeine Informationen zur Unterrichtsplanung und zur Lerngruppe. Kreative Übungen zur Unterrichtseinheit "Märchen" Nach einem ersten Beispiel erstellt die Klasse eigene Rätselübungen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben das sinnentnehmende Lesen. überprüfen ihre Lesekompetenz anhand von Kreuzworträtsel-Übungen. entwickeln Fragestellungen zu einem ausgewählten Märchen und erstellen daraus eigene Rätsel-Übungen. schreiben eigene Märchen am PC, überarbeiten diese und fassen sie in einem Klassenmärchenbuch zusammen (fakultativ zum Abschluss der Sequenz). Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen Grundfunktionen der Freeware "Hot Potatoes" kennen und üben den Umgang mit dem Programm. entwerfen eigene Hot Potatoes-Übungen und setzen diese mit dem Programm um. lernen Funktionen des Textverarbeitungsprogramms "Word" kennen und schreiben kreativ eigene Texte am PC. Hot Potatoes ist ein Autorenprogramm mit sechs unterschiedlichen Modulen zur Erstellung interaktiver webbasierter Übungen. Das Programm benötigt den Netscape Navigator oder Internet Explorer für Windows oder Macintosh. Hot Potatoes wird als Freeware für nicht-kommerzielle Unterrichtsanwendungen von Half-Baked-Software angeboten. Man muss sich allerdings registrieren lassen und erhält eine Registriernummer. Im Menu "Hilfe" kann diese Registriernummer eingetragen werden. Das Programm ist schnell erlernt - es sind keinerlei Programmierkenntnisse nötig. Auch Schülerinnen und Schüler können eigenständig mit dem Programm arbeiten. Verschiedene Aufgabentypen Das Programm erstellt die Übungen automatisch als Web-Seiten. Die graphische und sprachliche Gestaltung der Übungsseiten lassen sich je nach Fach und Altersstufe der Lerngruppe variieren. Eingefügt werden können auch ein Timer, Begleittexte, Grafiken, Sound- und Videodateien und vieles mehr. Insgesamt stehen sechs Module zur Verfügung: JQuiz: Quizfragen JMix: Schüttel-Übungen: Vertauschung von Satzteilen / Wörtern / Buchstaben JCross: Kreuzworträtsel JMatch: Zuordnung von Texten, Bildern oder Sounds zu dazugehörenden Lösungen JCloze: Lückentextübungen Masher: Zusammenstellung von Hot Potatoes Übungen zu einer Einheit Informationen zum Download Der Download ist problemlos unter der unten genannten Adresse möglich. Klicken Sie dabei auf der Hot-Potatoes-Homepage das "Register" an und machen Sie die verlangten Angaben. Binnen weniger Sekunden erhalten Sie dann per E-Mail den Registrierungscode. Zum Registrieren ist es erforderlich, nach der Installation eines der Hot Potatoes-Programme zu starten, im Menü "Hilfe" auf Registrieren zu klicken und den von Halfbaked erhaltenen Benutzernamen und das Kennwort einzugeben. Nur dann sind alle Funktionen uneingeschränkt nutzbar. Die einzelnen Schritte können Sie auch auf dem folgenden Info-Blatt (siehe Download) nachlesen. web.uvic.ca/hrd/hotpot/ Hier geht es zum Programm-Download (circa 10 MB) auf der Hot Potatoes Homepage. Textsorte "Märchen" ist bekannt Die Schülerinnen und Schüler haben die Textsorte "Märchen" im Vorfeld dieser Einheit bereits kennen gelernt, Handlungsstruktur und Märchenmotive untersucht und analysiert sowie ein Märchen szenisch dargestellt. In dieser Unterrichtseinheit sollen sie ausgehend von einem exemplarischen Beispiel den Computer als Medium und Werkzeug kennen lernen und produktiv mit ihm umgehen. Dazu bietet neben dem eigenständigen Schreiben mit einem Textverarbeitungsprogramm die kostenlose Software "Hot Potatoes" gute Voraussetzungen. Sie ist einfach zu bedienen und ermöglicht ein eigenverantwortliches Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Die kreative Phase, in der eigene Übungen erstellt und ein eigenes Märchen geschrieben wird, soll dann mit einem realen Produkt abschließen. Binnendifferenzierung Innerhalb der Klasse, in der die Unterrichtseinheit durchgeführt wurde, waren große Leistungsunterschiede festzustellen. Es bot sich daher an, den Unterricht differenziert zu gestalten und am jeweiligen Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler auszurichten. Die interaktiven Übungen am Computer sind hierfür aus den bereits genannten Gründen gut geeignet. Texte und Rätsel variieren im Umfang Durch den unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad der Märchen und den selbst zu wählenden Umfang des Kreuzworträtsels konnten alle Mitglieder der Klasse nach ihrem individuellen Lerntempo und Lernvermögen arbeiten. Durch die Aussicht, dass die Mitschüler im Anschluss die selbst produzierte Übung bearbeiten sollten, waren sie zusätzlich motiviert und haben mehr auf Sorgfalt geachtet als bei herkömmlichen Übungen. Partnerarbeit Die Methode der Partnerarbeit bot sich für die Lerngruppe aus zwei Gründen an: Zum einen gab es nicht für jede Person einen eigenen Computer, so dass ohnehin einige Schüler zu zweit arbeiten müssten. Zum anderen waren die Schülerinnen und Schüler durchweg noch sehr ungeübt im Umgang mit dem PC (Computerunterricht wird ihnen erst ab Klassenstufe 7 erteilt) und konnten sich so besser gegenseitig unterstützen. Generell kamen sie mit den Funktionsweisen des Programms "Hot Potatoes" aber gut zurecht und alle Zweiergruppen konnten ihre Aufgabe technisch gut bewältigen. Individuelle Korrekturphasen Auffallend war, dass die Schülerinnen und Schüler beim Erstellen der Übungen und beim Schreiben ihres Märchens große Probleme mit Rechtschreibung, Zeichensetzung und dem richtigen Formulieren von Fragen hatten - ein allgemeines Problem dieser Klasse. Um die Motivation nicht zu dämpfen, fand die Korrekturphase der Rätsel nicht im Klassenverband, sondern individuell mit jeder Zweiergruppe statt. Sie verteilte sich auf mehrere Stunden. Sternentaler per PowerPoint Am Anfang der Stunde steht ein Bild zum Märchen "Sterntaler", das als stummer Impuls per Beamer gezeigt wird. Es dient als Einstimmung und Motivation auf das Märchen, das anschließend abschnittsweise ebenfalls über Beamer präsentiert und von den Schülerinnen und Schülern vorgelesen wird. Die Klasse übt dabei das betonte Vorlesen(Dauer des Einstiegs: circa zehn Minuten). Märchentexte mit ähnlicher Länge, aber unterschiedlich komplexer Handlung Anschließend sollen die Schülerinnen und Schüler in Partnerarbeit eine ähnliche Übung für ihre Mitschüler erstellen. Dazu finden sie in ihrem Ordner ein kurzes Märchen. Jedes Schülerpaar erhält ein Märchen, so dass insgesamt zehn Märchentexte entsprechend bearbeitet werden. Alle sind möglichst kurz (zwischen 150 und 250 Wörter), so dass die Bearbeitung möglichst in einer Stunde abgeschlossen werden kann. Zur Auswahl stehen "Der goldene Schlüssel", "Rätselmärchen", "Die Wassernixe", "Der undankbare Sohn", "Der süße Brei", "Der alte Großvater und der Enkel", "Die drei Faulen" (alle von den Brüdern Grimm), die russischen Volksmärchen "Das Häschen Prahlhans" Die Verteilung der Texte auf die einzelnen Schülerpaare kann differenziert durch die Lehrkraft erfolgen und sollte sich dann am Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler orientieren. Während der Inhalt des Märchens "Das Rübchen" zum Beispiel relativ einfach erfasst werden kann, ist die Handlung in "Die drei Wünsche" oder in der "Wassernixe" deutlich komplexer. Ausgewählte Märchen Alle Märchentexte als Arbeitsblätter finden Sie auf dieser Unterseite im Überblick. Die Klasse entwirft eigene Rätsel Anschließend sollen die Teams zu ihrem Märchen ein Hot-Potatoes-Kreuzworträtsel erstellen, das ihre Mitschüler später bearbeiten. Alle Anweisungen finden sie noch einmal auf einem Arbeitsblatt (siehe Download). Auch wenn der Klasse im Vorfeld bereits die Grundfunktionen des Programms erklärt wurden, ist nicht davon auszugehen, dass alle problemlos damit umgehen können. Vielmehr kann es in der Anfangsphase notwendig sein, dass die Lehrkraft verstärkt Hilfestellungen gibt. Diese Arbeitsphase ist höchst differenziert angelegt. Flexible Zeiteinteilung ermöglichen Sobald ein Schülerpaar mit der Bearbeitung fertig ist, wird das "Produkt" eingesammelt und den anderen Schülern zur Bearbeitung zur Verfügung gestellt. Sollte ein Paar erheblich schneller als die anderen fertig werden, kann es zusätzlich eine allgemeine Übung (ein mit Hot-Potatoes erstellter Lückentext, siehe Download) zur Bearbeitung erhalten. Sollten einige Schülerinnen und Schüler die Aufgabe nicht in der eingeplanten Zeit von circa 20 Minuten beenden, können sie in der Folgestunde weiter daran arbeiten. In jedem Fall sollten am Ende der Stunde mögliche Probleme und Schwierigkeiten kurz reflektiert werden. Ein Beispiel für eine Schülerarbeit, ein Rätsel zum Märchen "Die Wassernixe", finden Sie zur Ansicht (siehe Download-Datei). Märchensammlung entsteht Als Erweiterung und Sicherung ist zum Abschluss der Sequenz eine Übung zum kreativen Schreiben möglich. Nachdem die Schülerinnen und Schüler verschiedene Hot-Potatoes-Übungen erstellt und bearbeitet haben, können sie in Partnerarbeit ein eigenes Märchen erfinden und ihren Text am PC schreiben. Typische Elemente des Märchens sollen sie dabei aktiv in einen eigenen Text einarbeiten, wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind. Als Orientierung dienen die gelesenen Märchentexte, an deren Länge sich die Schülerinnen und Schüler ungefähr orientieren sollten. Die Lerngruppe, in der diese Unterrichtseinheit durchgeführt wurde, war bei dieser Übung hoch motiviert und hat über das übliche Maß hinaus gearbeitet. Die einzelnen Textdateien wurden ausgedruckt, vervielfältigt und jeweils in einem Ordner zusammengestellt, so dass die Klasse stolz ihr eigenes "Märchenbuch" aufschlagen konnte. Alle Texte im Word-Format können Sie bearbeiten und bei Bedarf individuell an Ihre Lerngruppe anpassen. Auf der Startseite der Unterrichtseinheit finden Sie die gesamten Arbeitsmaterialien komprimiert als Download-Datei.

  • Deutsch
  • Sekundarstufe I, Primarstufe

Streitbilder – Alte Meister neu entdeckt

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Streitbilder – Alte Meister neu entdeckt" beschäftigt sich mit der Analyse eines Streitbilds und der Darstellung eigener Bilder.Jan Steens Bild aus dem Jahr 1664/65 zeigt ein "Standbild" eines Streits beim Kartenspiel. Zu sehen sind zwei wegen einer Nichtigkeit "bis auf's Messer" verfeindete Gegner, beruhigend einwirkende Frauen und Mädchen, Schaulustige, Provokateure, und viele weitere Details. Streitereien beim Spielen gehören zum Pausen- und Lebensalltag vieler Schülerinnen und Schüler. Das Thema wird ästhetisch mithilfe verschiedener Medien erkundet. Die Heranführung an das Bild Steens erfolgt in mehreren Teilschritten. Die Schülerinnen und Schüler lernen, den Handlungszusammenhang auf Steens Bild zu erkennen und beschreiben ihn. Sie setzen sich produktiv mit dem Bildinhalt auseinander (Nachstellen von Bildposen, Anfertigen von Sprechblasen, Fragen beantworten...). Sie übertragen dargestellte Szenen und reflektieren sie hinsichtlich eigener Erfahrungen. Streitbilder werde in Szenen (Rollenspielen) werden. Mit dem Smartphone werden Standbilder fotografiert. Dazu stellen die Schülerinnen und Schüler geeignete Szenen nach. Der Unterricht kann an Lernstationen und im Rahmen der Wochenplanarbeit stattfinden. Hinzu kommen Gespräche im Klassenverband. Können digitale Medien dabei helfen, alte Meister neu zu entdecken? Im Zentrum der Arbeit steht ein Bild von Jan Steen aus der Berliner Gemäldegalerie: "Streit beim Kartenspiel" (1664/65). Die Entstehung von Streit und die Dynamik von Konflikten soll sprachlich und mit ästhetischen Verfahren analysiert werden. Das Unterrichtsvorhaben startet mit einem antizipierenden Rollenspiel, zu dem sich am besten zwei Lehrkräfte verabreden. Bei einem Kartenspiel wird gemogelt: Es kommt zum Streit, der in einem Standbild - einer "eingefrorenen" Ohrfeige - endet. Eine vorher eingeweihte Schülerin oder ein eingeweihter Schüler fotografiert das Standbild mit einer Kamera oder dem Smartphone. In einer anschließenden Gruppenarbeit werden die Kinder aufgefordert, eigene Streitszenen in Rollenspielen zu erfinden und in einem aussagekräftigen Standbild enden zu lassen. Diese Standbilder werden ebenfalls digital fotografiert, ausgedruckt und im Klassenraum ausgestellt. Zu beachten ist hierbei, dass zuvor eine Einverständniserklärung der Eltern eingeholt werden muss, wenn die Lernenden fotografiert werden. Das Bild wird Stück für Stück aufgedeckt, die "Subbilder" werden ausführlich besprochen. Zu Beginn der Stunde wird ein Stuhlhalbkreis gewählt, der es den Kindern ermöglicht, das im Unterrichtsgespräch langsam aufgedeckte Bild gemeinsam anzusehen und miteinander zu besprechen. Daran schließen sich Lernstationen an: Sprech- und Denkblasen fordern die Schülerinnen und Schüler zum Aufschreiben vermuteter Gedanken und Emotionen der Protagonisten auf. Der Lückentext überprüft das gemeinsam erarbeitete Bildverständnis. Das Nachstellen des Bildes und Fotografieren mit der Digitalkamera zwingt die Schülerinnen und Schüler zu einer sehr genauen Beobachtung des Bildes. Das Einnehmen der Körperhaltung vermittelt etwas von der emotionalen Qualität der Posen. Die Skizze mit der Figur mit Messer fordert Schülerinnen und Schüler auf, einen neuen Kontext für die gezeigte Pose zu erfinden. Eigene Erfahrungen, Befürchtungen, Wünsche und anderes mehr können hier einfließen. Eine Skizze ermöglicht das Überprüfen, Verändern und Verwerfen von Bildideen. In der Auswertung im Stuhlhalbkreis sollen ausgewählte Ergebnisse gezeigt und besprochen werden. Schwierigkeiten werden thematisiert und damit die Qualität des Lernzirkels aus Sicht der Lernenden evaluiert. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen Handlungszusammenhänge auf dem Bild von Jan Steen. setzen sich produktiv mit dem Bildinhalt auseinander (Bildposen nachstellen, Sprechblasen anfertigen, Fragen beantworten und so weiter) Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler machen ihre ersten Erfahrungen im Umgang mit dem Computer und dem Smartphone oder vertiefen ihre Kompetenzen dazu. nutzen das Smartphone oder eine Kamera zur Bildnachstellung und Bildanalyse. setzen das Internet zur Recherche und Ergebnispräsentation ein.

  • Kunst / Kultur
  • Primarstufe

Projekt "Handy-Führerschein"

Unterrichtseinheit

Das Handy hält inzwischen schon in der Grundschule Einzug ins Klassenzimmer. Kinder frühzeitig im verantwortlichen Umgang mit diesem mittlerweile allgegenwärtigen Medium zu schulen, ist Ziel dieses Unterrichtsprojekts.Mobile Kommunikation ist eine Schlüsseltechnologie, die unseren Alltag laufend verändert. Gerade in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen hat das Handy mittlerweile eine wichtige Funktion: Es beeinflusst, wie man miteinander kommuniziert, sich in der Freizeit zusammen findet und auch das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe. Für den Unterricht bedeutet das: Lehrerinnen und Lehrer können das Medium nutzen, um Schülerinnen und Schüler schon im Grundschulalter für bestimmte Lerninhalte zu motivieren. Gleichzeitig kann mit anschaulichen Themen verdeutlicht werden, welche Möglichkeiten und Risiken mobile Kommunikation hat. Die so vermittelte Medienkompetenz soll frühzeitig zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Handy führen. Zielsetzung des Projekts Nach Ablauf des Projekts sollen die Schulkinder in der Lage sein, mobile Kommunikation zu verstehen, für sich sinnvoll und verantwortungsvoll zu nutzen und sich über die damit verbundenen gesellschaftlichen Anforderungen, Chancen, aber auch Risiken klar zu werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen aus ihrer Perspektive und aus ihren Bedürfnissen heraus an die Themen und Inhalte herangeführt werden, so dass ihre Medienrealität, ihr Medienalltag und ihre Medienerfahrungen für den Unterricht genutzt werden können. Organisation und Ablauf Insgesamt besteht das Projekt aus sechs Modulen: Fünf fachbezogene Unterrichtssequenzen vermitteln Inhalte rund um den Mobilfunk, darauf aufbauend werden in einer abschließenden, sechsten Unterrichtssequenz mittels Fragebogen Wissen und Ergebnisse gesichert und in Form eines "Handy-Führerscheins" dokumentiert. Die verschiedenen Unterrichtsmodule können zielgerichtet in einzelnen Fächern stundenweise bearbeitet werden. Auch ein umfangreicheres fächerübergreifendes Projekt ist denkbar. Handynutzung im Unterricht Diese Unterrichtseinheit kann ohne den Einsatz von echten Handys durchgeführt werden, denn mit den selbst gebastelten Handys aus dem Modul "Bedienungsanleitung" lassen sich alle Lerninhalte vermitteln (Ausnahme: Unterrichtssequenz "Mobilfunk-Übertragung"). Lehrkräfte können sich aber auch für den Einsatz der eigenen Handys der Kinder - sofern vorhanden - entscheiden, wodurch diese den Umgang mit dem Medium unmittelbar und unter Anleitung erlernen können. In diesem Fall fallen jedoch Kosten an! Lehrende sollten daher nach eigenem Ermessen und nach Absprache mit den Eltern entscheiden. Bedienungsanleitung Bei der Gestaltung eines eigenen Papp-Handys lernen die Schülerinnen und Schüler die wichtigsten Begriffe und Funktionen eines Handys kennen. Mobilfunk-Übertragung Durch handlungsorientierte Versuche gewinnen die Mädchen und Jungen erste Erkenntnisse zur Mobilfunk-Übertragung. Spielregeln im Umgang mit dem Handy Die Schulkinder lernen einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Handy im öffentlichen Raum, in Notfallsituationen und in Bezug auf die eigene Gesundheit. Handykosten Die Kinder lernen die Kosten mobiler Kommunikation in unterschiedlichen Situationen und bei verschiedenartigen Anwendungen kennen. SMS schreiben Die Mädchen und Jungen lernen die besonderen Eigenschaften der Kommunikation per SMS kennen und vergleichen diese mit anderen Kommunikationsformen. Lernzielkontrolle und Projektabschluss Mittels Multiple-Choice-Test werden die Erkenntnisse und das Wissen zum Handy und zur mobilen Kommunikation abgefragt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die besonderen Eigenschaften der Kommunikationsform SMS kennen lernen und mit anderen Kommunikationsanlässen und -formen vergleichen. sich mit gesundheitlichen Aspekten des Mobilfunks auseinandersetzen. die Kosten mobiler Kommunikation in unterschiedlichen Situationen und bei verschiedenartigen Anwendungen (Telefonat, SMS) kennen lernen. das Gelernte in einer Handy-Führerschein-Prüfung dokumentieren. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die technischen Grundlagen der mobilen Kommunikation verstehen. ein Mobilfunkgerät bedienen können und die Basis-Funktionen eines Handys verstehen lernen. Erkenntnisse gewinnen, die zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Handy führen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in der Gruppe auseinandersetzen und das Medium Handy als Kommunikations-Instrument einschätzen lernen. Das Basteln eines Handys eignet sich als Einstieg in das Thema "mobile Kommunikation". Vermittelt werden sollen hierbei die Grundvoraussetzungen für das Telefonieren mit einem Handy: Die Kinder lernen die wichtigsten Komponenten eines Mobilfunkgeräts kennen, die man zum Telefonieren braucht und die zur Mobilfunkübertragung unbedingt notwendig sind. Durch das gebastelte Handy erhalten die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Zugang zu einem Mobilfunkgerät und können so die technischen Begriffe in einer kreativen Umsetzung lernen. Mittels der Bastelvorlage können die Schülerinnen und Schüler sich ihr eigenes Handy gestalten - dabei lernen sie die wichtigsten Begriffe kennen. Als Bastelmaterial werden Pappe, Schere, Kleber und Buntstifte benötigt. Mit dem Papp-Handy können anschließend im Rollenspiel auch Gesprächsituationen und Kommunikationsanlässe geübt werden. Funkwelle und Funkzelle Handys brauchen zur Übertragung von Information keine Leitungen, sondern ein Mobilfunknetz. Zwei Begriffe sind von besonderer Bedeutung: Funkwelle und Funkzelle. Informationen werden per Funkwellen übertragen (physikalisch-elektromagnetische Welle), solange das Handy in einer Funkzelle ist. Das Wichtige an einer Funkzelle ist, dass sich in jeder eine Basisstation befindet, die die Funkwellen in digitale Signale übersetzt. Das Mobilfunknetz Zentrale eines Mobilfunknetzes ist die Vermittlungsstelle: Hier werden Informationen zwischen zwei Handys oder von Handys in das Festnetz vermittelt. Ein Handy kann also nur dann empfangen und senden, wenn es sich in einem Mobilfunknetz befindet - dies ist an der Balkenanzeige im Display jedes Handys abzulesen. Hat ein Handy keine Verbindung zu einem Mobilfunknetz, beispielsweise in einem Funkloch, so wird dies auf dem Display des Handys angezeigt. Wie verändert sich des Balken-Symbol auf dem Display des Handys an unterschiedlichen Orten? Was passiert, wenn sich an einem Ort, an dem das Handy nicht funktioniert, ein zweites Handy in unmittelbarer Nähe befindet? Holzkiste, Kunststoffdose oder Metallkasten - in welchem Behältnis klingelt das Handy, wenn man es anruft? Zum Gesamtverständnis wird mittels Arbeitsblatt anschaulich erklärt, welche Komponenten bei der mobilen Kommunikation per Handy notwendig sind. Begriffe wie Basisstation, Vermittlungsstelle, Funkwelle und Funkzelle werden in einen Zusammenhang gestellt. Mobilfunk-Übertragung Durch diese anschaulichen Versuchen erkennen die Schülerinnen und Schüler, dass ein Handy für die Übertragung von Informationen "etwas" benötigt. Dadurch wird die Neugier geweckt herauszufinden, wie die Mobilfunk-Übertragung funktioniert. Die Kinder können für ihre Versuche zu Expeditionen durch das Schulhaus angeregt werden, auch eine gemeinsame Exkursion in die Umgebung ist denkbar. Abschließend erfolgt die Dokumentation der Experimente in kurzen Versuchsprotokollen. Erfahrungsaustausch im Gesprächskreis Im Anschluss können die jeweiligen Teams ihre Erfahrungen den anderen Schulkindern der Klasse berichten. Im Gespräch werden Vermutungen oder Fragen diskutiert und zusammen mit der Lehrerin oder dem Lehrer geklärt. Auf einem Plakat oder mit einer Wandzeitung stellen die Schulkinder ihre Ergebnisse aus: Die aufgesuchten Orte werden mit einem Balkensymbol versehen, um so das Versuchsergebnis zu präsentieren. Eine Exkursion außerhalb der Schule lässt sich sogar mit Fotos dokumentieren, die zu den Arbeitsergebnissen gestellt werden können. Auf der Website "Polly und Fred" können die Kinder Übungsszenen eines Handykurses nachspielen. Sie entdecken dabei gemeinsam mit den Comicfiguren Polly und Fred die wichtigsten Funktionen eines Handys - so auch, wie eine Mobilfunk-Übertragung funktioniert. Die Website ergänzt die dazu gehörende Lernsoftware "Handy-Kurs mit Polly und Fred" . Polly und Fred Auf der Website zur Lernsoftware „Handy-Kurs mit Polly und Fred“ können Kinder Teile der Übungsszenen von der CD-ROM nachspielen. Zum Thema SAR-Wert Beim mobilen Telefonieren wirken hochfrequente elektromagnetische Felder (Funkwellen) auf den Körper ein. Die Energie dieser Felder wird im Gewebe absorbiert und in Wärme umgewandelt. Es gibt eine Maßeinheit, um die Absorption elektromagnetischer Felder im Körpergewebe zu messen, dies ist die Spezifische Absorptionsrate (SAR-Wert). Zum Schutz der Gesundheit wurde gesetzlich ein maximal erlaubter SAR-Grenzwert für Mobiltelefone festgelegt: Zwei Watt pro Kilogramm Körpergewebe. Wie hilft das Handy im Notfall? Wichtig ist neben dem nationalen Polizeinotruf 110 auch die Nummer 112, der internationale Notruf. Der Notruf 112 funktioniert in den Mobilfunknetzen weltweit. Er alarmiert Feuerwehr und Rettungsdienst. Man kann den Notruf von jedem Handy gebührenfrei absetzen, sogar ohne eingelegte SIM-Karte oder PIN-Code. Einzige Voraussetzung ist, dass das Handy eingeschaltet ist und Netzempfang hat. Wichtig ist darüber hinaus, den eigenen Standort benennen zu können. Rollenspiel Das Nachspielen bestimmter Situationen aus der Lebenswelt der Kinder schafft ein Bewusstsein dafür, wann man in der Öffentlichkeit das Handy benutzt, es besser ausstellt oder überhaupt nicht verwenden darf. Dies dient dem Beachten von Handy-Verboten, aber auch dem Erlernen von Rücksichtnahme Anderen gegenüber beim Telefonieren im öffentlichen Raum. Bilder malen Die Schülerinnen und Schüler entwerfen eigene Bilder, in denen sie bestimmte Situationen bezeichnen. Möglich ist auch das Entwerfen eines Plakats mit dem Handy-Verbotsschild, das im Gesprächskreis als Anstoß dienen kann. Gesprächskreis Die Mädchen und Jungen erzählen sich gegenseitig, wo sie ein Handy-Verbotsschild schon gesehen haben. Im Stuhlkreis diskutieren die Kinder über Situationen, in denen sie sich selbst vom Klingeln eines Handys gestört fühlen würden. Eine Notfallsitualion durchspielen Mit dem Papp-Handy üben die Schülerinnen und Schüler, wie man im Notfall Hilfe herbei telefoniert. Im Rahmen eines Rollenspiels überlegen sie sich eine Notfall-Situation, in der das Handy zum Einsatz kommen kann. Genaue Ortsangabe Die Lehrkraft weist die Kinder darauf hin, dass Hilfe nur bei einer genauen Ortsangabe erfolgen kann. Denn in Deutschland werden zwar mehr als die Hälfte aller Notrufe - über zehn Millionen pro Jahr - per Mobiltelefon getätigt. Aber nur jeder dritte Anrufer kennt den eigenen, genauen Standort. Keine Scherze! Außerdem sollte den Kindern erklärt werden, dass ein Notruf nicht "einfach nur zum Spaß" abgesetzt werden darf und dass man dafür strafrechtlich verfolgt werden kann. Betrifft dies Kinder, müssen die Eltern sich gegebenenfalls für die Vernachlässigung der Aufsichtspflicht verantworten. Grundwissen zum SAR-Wert Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, dass das Handy beim Senden und Empfangen etwas "leisten" muss und dafür Funkwellen benötigt werden, die im Körper geringe Mengen von Wärme erzeugen. Die Lehrkraft erklärt, dass der SAR-Wert eines Handys Auskunft darüber gibt, wie hoch diese Erwärmung sein kann. Tipps für den Umgang mit dem Handy In Kleingruppen erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Empfehlungen zum gesundheitsbewussten Umgang mit dem Handy, zum Beispiel: Auf einen guten Empfang achten: Dann telefonieren, wenn möglichst viele Balken im Display angezeigt werden. Möglichst kurz sprechen. Eine Freisprechanlage nutzen. Eine SMS schicken statt zu telefonieren. Anschließend tragen die Teams ihre Ergebnisse der ganzen Klasse vor. Interviews oder Umfrage Die Kinder können zu diesem Thema ("Was muss man beachten, um gesundheitsbewusst mit dem Handy zu telefonieren?") in Teams eine kleine Umfrage starten. Auf dem Schulhof (Befragung älterer Schülerinnen und Schüler mit Handys), zu Hause im Familienkreis oder auf der Straße sammeln sie Meinungen und tragen sie anschließend in der Klasse vor. Empfehlungen der deutschen Jugendämter zum Taschengeld: 2 bis 5 Jahre: 0,5 Euro wöchentlich maximal 6 bis 7 Jahre: 1,5 Euro wöchentlich, maximal 2 Euro 8 bis 9 Jahre: 2 Euro wöchentlich, maximal 2,5 Euro 10 bis 12 Jahre: 10 Euro monatlich 13 bis 15 Jahre: 20 Euro monatlich Rollenspiel Zur Verdeutlichung können die Beträge mit Spielgeld veranschaulicht werden. Zu Hause fragen Eine Übung zur Eigenrecherche besteht darin, die Kinder zu Hause nachfragen zu lassen, was ältere Geschwister oder Freunde an Kosten für ihre mobile Kommunikation aufwenden. Im Unterricht werden diese Kosten dann in Beziehung zu Beträgen gesetzt, die die Schülerinnen und Schüler kennen, wie beispielsweise Kosten für ein Comic-Heft, den Eintritt ins Schwimmbad oder einen Schokoriegel. Die Ergebnisse der Interviews zu Hause diskutieren die Kinder anschließend im Stuhlkreis. Mögliche Fragen sind: "Wie groß oder wie klein sind die Beträge?" "Findet ihr die Kosten fürs Telefonieren mit dem Handy hoch oder nicht so hoch?" "Was kann man tun, um diese Kosten im Griff zu behalten?" Die Kinder können zu diesem Thema in Teams eine kleine Umfrage starten: Im Klassenzimmer untereinander, auf dem Schulhof (Befragung älterer Schülerinnen und Schüler mit Handys) oder sogar auf der Straße. Mögliche Fragen sind: "Wie viel Taschengeld sollte man für das Handy ausgeben? "Haben Sie das Gefühl, Ihre Handykosten sind zu hoch?" "Wie kann man die Ausgaben kontrollieren?" Das Portal "Die Internauten" bietet unter anderem kindgerecht aufgearbeitete Informationen zum Thema "Kinder und Mobilfunk". Die Website ist ein Angebot der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM), des Deutschen Kinderhilfswerks und MSN Deutschland. Die Internauten Besonders das interaktive Comic-Spiel „Einsatz gegen das Handy-Monster“ sensibilisiert Kinder für Kosten rund ums Handy. Per Handy kann man Textnachrichten (SMS: Short Message Service) verschicken - mit einer Länge von 160 Zeichen. Die formalen Bestandteile eines Briefes finden sich auch in einer SMS wieder: Anrede, Mitteilung, Grußwort und Unterschrift. Im Unterschied zum Brief ist bei einer SMS der Informationsträger jedoch ausschließlich die digital übertragene und auf dem Mini-Display eines Handys lesbare Schrift. Eine persönliche Note - wie Handschrift oder Papier beim Brief oder der Tonfall bei einem Telefonat - fehlt bei der SMS. Trotzdem bietet die SMS mittlerweile eine eigene, unverwechselbare Textsorte, die wegen ihrer starken Verkürzung mehr enthält, als zunächst sichtbar erscheint. Sie ist daher auch für den Deutschunterricht zunehmend interessant. Schreiben üben Durch das Schreiben kurzer SMS-Texte lernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit schriftlichen Mitteilungen und die Bestandteile eines "Briefs" (einer Nachricht) kennen. Rollenspiele Kommunikationsanlässe wie "etwas erzählen, eine Nachricht übermitteln, sich verabreden, Fragen stellen, Antworten geben, plaudern, anderen nahe sein" können auch Anlässe für eine SMS sein. Dies lässt sich im Rollenspiel, eventuell mit den gebastelten Papp-Handys, im Unterricht gut erarbeiten. Variante: Abkürzungen Die Kinder können sich Alternativen zu üblichen Grußworten (Begrüßung und Verabschiedung) ausdenken. Auch die Verwendung von Abkürzungen wie "LG" für "Liebe Grüße" oder ein Smiley für "Freude" kann geübt werden. Dialoge führen Im simulierten "Hin-und-her-Schicken" von SMS üben die Mädchen und Jungen, einen Dialog zu führen. Die Zeitverzögerung beim Schreiben ist hierbei durchaus hilfreich, da man sich dadurch darüber klar werden kann, was man sagen will und wie man Inhalte strukturiert. In Partner- oder Gruppenarbeit schreiben die Schülerinnen und Schüler jeweils Briefe, SMS oder E-Mails (am Computer - je nach Ausstattung an der Schule). Die Kinder berichten den anderen Teams, welche Erfahrungen sie mit der jeweiligen Kommunikationsform gemacht haben (Kürze des Textes, Versandform und -zeit, notwendige Voraussetzungen, Spaßfaktor et cetera). Die im Projektverlauf entstandenen Arbeitsergebnisse (Papp-Handy, Arbeitsblätter, Skizzen et cetera) sind die fachlichen Grundlagen für den Handy-Führerschein. Zum Erlangen des Handy-Führerscheins werden einzelne Inhalte abgefragt, die zuvor in den fünf fachbezogenen Unterrichtsmodulen gelernt wurden. Der Handy-Führerschein ist somit die zusammenführende Ergebnissicherung des Projekts. Die Schülerinnen und Schüler sichern sich selbst durch das Beantworten einfacher Fragen einen Nachweis ihrer Medienkompetenz in Sachen Handy. Multiple-Choice-Fragebogen Mittels Fragebogen beantworten die Kinder im Multiple-Choice-Verfahren jeweils eine Frage zu den vorangegangenen fünf Unterrichtsmodulen. Der Fragebogen kann in ausgedruckter Form als Test bearbeitet oder online am Computer ausgefüllt werden. Online werden die Fragen am Ende des Tests ausgewertet, für die analoge Auswertung gibt es ein Lösungsblatt für Lehrkräfte. Ein persönlich gestaltetes Dokument Nach "erfolgreicher Prüfung" erhalten die Schülerinnen und Schüler ihren Handy-Führerschein: Sie tragen selbst ihren Namen ein und können den Führerschein persönlich gestalten. Der Handy-Führerschein dokumentiert sichtbar ihre neu erworbenes Wissen. Eine eigene Projekt-Website erstellen Eine Klasse, die das Projekt "Handy-Führerschein" durchlaufen hat, kann gemeinsam mit ihrer Lehrkraft ihre Arbeitsbeispiele und -ergebnisse mit einer eigenen Website im Internet präsentieren. Ganz einfach geht das mit dem Homepage-Generator Primolo von Schulen ans Netz e. V. Für die Schülerinnen und Schüler ist dies eine gute Möglichkeit, sich dem Medium Internet anzunähern und ihre Projektergebnisse anderen zugänglich zu machen. Bilder der selbst gebastelten "Traum-Handys" Fotos und Texte der Umfragen und Interviews Ergebnisse der Handy-Experimente Foto-Dokumentation einer nachgespielten Notfallsituation oder anderer Rollenspiele Einzelne Handy-Führerscheine der Schülerinnen und Schüler Bredenkötter, Jens; Ring, Martin (2004): Benny Blu Handy - Telefone und Funklöcher. Regensburg: Kinderleicht Wissen Schubert, Ulli (2003): Leselöwen Handygeschichten. Bindlach: Loewe

  • Computer, Internet & Co.  / Sache und Technik
  • Primarstufe

Comics zu Reisen und Kulturen erstellen: Viaje a un falso lugar

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Themenbereich Landeskunde und interkulturelles Lernen entwickeln die Lernenden ein kleines Drehbuch für eine Foto-Geschichte, erstellen selbst die digitalen Bilder und die spanischen Dialoge, um so einen eigenen Foto-Roman zu erstellen.In der Unterrichtseinheit "Comics zu Reisen und Kulturen erstellen: Viaje a un falso lugar" erstellen die Schülerinnen und Schüler einen Comic mit eigener Handlung, neuen Fotos und Effekten. So setzen sich die Lernenden über die Gestaltung von Bildern und Texten mit der Fremdsprache Spanisch auseinander. Eine solche kreative Unterrichtssequenz eignet sich hervorragend, um interkulturell-landeskundliche Themenfelder handlungsorientiert abzuschließen.Die Schülerinnen und Schüler befassen sich in dem Projekt "Comics zu Reisen und Kulturen erstellen: Viaje a un falso lugar" mit den im Lehrplan für Spanisch vorgegebenen Inhalten und geforderten Kompetenzen. Durch die gewählten Thematiken (Reise, andere Kulturen, sich mit Menschen anderer Kulturen treffen) erreicht die Einheit eine große Motivation bei den Schülerinnen und Schülern und der Bearbeitung der verschiedenen Medienbereiche. Einstieg in das Comic-Projekt Das Comic-Projekt "Viaje a un falso lugar" kann zum Abschluss einer Unterrichtseinheit zu "Reisen, andere Länder, andere Kulturen" durchgeführt werden. Die Arbeitsphasen Nach einer Annäherung an die Textsorte des Comics und ihre zentralen Elemente werden die Lernenden kreativ tätig und erstellen eigene Comics zum Thema "Reisen und Kulturen: Viaje a un falso lugar". Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler bauen ihre Sprachkompetenzen in den folgenden Bereichen aus: Alltagsleben (Hobby, Sport, Reise), soziales Umfeld (Begegnungen mit anderen Menschen, Kommunikation untereinander) und Medien (Fotografie, Bildbearbeitungsprogramme). lernen den Aufbau von Foto-Geschichten kennen (Entwicklung von Spannung). Methoden- und Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen Mediengeräte. visualisieren und präsentieren Inhalte. gestalten mit Medien und reflektieren die Entwicklung der eigenen Medienkompetenz. nutzen die bei der Internetrecherche in Online-Wörterbüchern gewonnenen Erkenntnisse. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler tauschen sich über Arbeiten aus den Gruppen aus (kommunikative Kompetenzen). teilen Ideen in der Gruppe (Team-Kompetenzen und Team-Entwicklung). finden Lösungen, wenn sich Ideen nicht so wie gedacht verwirklichen lassen (Problemlöse-Kompetenz). Aktive Ergebnissicherung Am Ende einer Unterrichtseinheit zum Thema "Reisen und Kulturen" sollten die Schülerinnen und Schüler zum Selbermachen angeregt werden und das so im Unterricht Erlernte aktiv einbringen und anwenden. Sie sollten zu dem durchgenommenen landeskundlichen und interkulturellen Thema etwas schreiben aber auch kreativ mit diesem umgehen. Auffällig ist, dass Schülerinnen und Schüler immer dann, wenn sie Foto-Romane, Comics oder Mangas lesen, ganz eifrig bei der Sache sind. Im Projekt "Viaje a un falso lugar" werden die Elemente Foto-Roman, Comic und das bearbeitete Themenfeld des Reisens und der Kulturen daher inklusive eines kreativen Medieneinsatzes miteinander sinnvoll verknüpft. Die Schülerinnen und Schüler bekommen so die Möglichkeit, ihre "eigene" themenbezogene Geschichte zu gestalten. Kreative Arbeit Der Einsatz von digitaler Kamera und Computer verleiht dem Projekt einen kreativen Sockel geben und bildet den Ausgangspunkt zu einem schülereigenen spanischen Fotoroman zum Thema Reisen und Kulturen. Um zum einen den materiellen Aufwand möglichst gering zu halten und zum anderen die Arbeit in Gruppen zu fördern, arbeiten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen von vier bis sechs Personen. Kamera und Medien Vor der Einheit sollten die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit der Kamera geschult werden. Leitfragen dafür sind: Wie mache ich gute Fotos? Wie nutze ich Licht und Schatten? Wann ist ein Foto über- oder unterbelichtet? Wörterbuch-Arbeit Die Arbeit mit dem Wörterbuch ist in den meisten Fällen aus dem Anfangsunterricht Spanisch bekannt. Während des Projektes "Viaje a un falso lugar" können die Schülerinnen und Schüler sowohl mit einem Print-Wörterbuch als auch mit einem Online-Wörterbuch arbeiten. Dabei ist es ihnen freigestellt, wann und wie oft sie welches benutzten. Die Software "Comic life" Das Programm "Comic life" ist sehr einfach zu bedienen und schnell einsetzbar. Dennoch ist es für den späteren Ablauf sehr wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler vorab in das Programm eingeführt werden. Damit es nicht so eintönig ist, können vor der ersten Stunde Fotos von den Schülerinnen und Schülern im Klassenraum gemacht, in das Programm eingearbeitet und mit lustigen Sprechblasen versehen werden. In der anschließenden Präsentation im Klassenraum können diese um Dialoge ergänzt und so zu einem kurzen Comic ausgebaut werden. So haben die Schülerinnen und Schüler das Programm gesehen, mit ihm gearbeitet und sind für die kommenden Stunden motiviert. Motivation Die Schülerinnen und Schüler werden mithilfe einer Foto-Geschichte, die digitalisiert ist und über den Beamer präsentiert wird, auf die Unterrichtseinheit eingestimmt (dazu kann beispielsweise ein spanischer Foto-Roman digitalisiert werden). Zudem liegen während der Arbeit einige Exemplare zur Ideensammlung aus. In dieser Phase können die Schülerinnen und Schüler schon Ideen nennen und sich gegenseitig zur anschließenden Gruppenphase motivieren. Die Lehrkraft geht bei der Ideenfindung noch einmal auf das vorher behandelte Thema ein. Ideensammlung und erste Schritte Die Schülerinnen und Schüler sammeln Ideen (aus dem Lehrwerk, Arbeitsblättern, Jugendmagazinen) für ihre eigenen Comics und erhalten zusätzlich durch das Arbeitsblatt 1 Vorschläge, wie man die Geschichte über das zu bearbeitende Thema am besten aufbauen kann. So sollen vor allem Elemente wie Aufbau, Stimmung, Spannung, roter Faden und Schluss in die Planung miteinbezogen werden. Dazu skizzieren die Lernenden den Ablauf vor. Das kann je nach künstlerischen Begabung, Mut und Zeit grafisch oder schriftlich erfolgen. Austausch Nach Abschluss der Planung stellen die Schülerinnen und Schüler kurz ihre Ideen im Plenum vor. Hier können strittige Motive (wie eine etwa Kuss-Szene) oder technisch schwer umsetzbare Motive (zum Beispiel eine Aufnahme vom Schuldach) vorab besprochen werden. Dies gewährleistet einen reibungslosen Ablauf der Foto-Arbeit. Dialoge Mithilfe der Skizzen beginnen die Gruppen, Dialoge für die anschließenden Foto-Aufnahmen zu erstellen. Sie erstellen Stück für Stück die Dialoge der einzelnen Seiten und somit den Verlauf ihres Comics. In dieser Phase kann noch genauer auf die sprachlichen oder allgemeinen Probleme der Schülerinnen und Schüler eingegangen werden. Fotos Nachdem die Gruppen ihre Drehbücher erstellt haben, beginnen sie mit den Foto-Aufnahmen in der Klasse oder auf dem Schulgelände. Erst im nächsten Schritt werden die Fotos auf die Computer überspielt und in das Programm "Comic Life" eingefügt. Da die Gruppen nicht alle gleichzeitig in den Klassenraum kommen, bleibt genug Zeit für individuelle Hilfestellungen. Nach der Erstellung des Ablaufes werden gemeinsam die Sprechblasen und die weiteren comic-relevanten Objekte eingefügt oder editiert. Sie "hauchen" dem Comic erstes Leben ein. Nun werden die spanischen Dialoge für den Comic eingetragen. Nach Beendigung der Arbeit werden diese von Lernenden und Lehrkraft Korrektur gelesen und zum Drucken freigegeben. Nach dem Druck können die Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Fotoromane binden und legen im Anschluss diese der Lehrkraft zur abschließenden Bewertung vor. Zum Abschluss werden die einzelnen Gruppenarbeiten im Plenum mit dem Beamer vorgeführt. Eine andere Möglichkeit ist es, eine "Comic-Stunde" einzuplanen und diese in der Bibliothek oder im Schülercafé durchzuführen. Das gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die Comics der anderen Gruppen in einem schönen Rahmen zu würdigen.

  • Spanisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Textrevision als Endphase des Schreibprozesses

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit für die Textüberarbeitung werden die Möglichkeiten der Textrevision als Endphase des Schreibprozesses am Beispiel konkreter Leistungsüberprüfungen aufgezeigt, die sich durch die digitale Textverarbeitung ergeben.In der modernen Aufsatzdidaktik nimmt die Phase der Textrevision von Schüleraufsätzen eine immer größere Rolle ein. Nach dem Prozess der Planung und des eigentlichen Formulierens bieten die Voraussetzungen der digitalen Textverarbeitung neue Möglichkeiten der Textüberarbeitung. Wichtigstes Lernziel dieser Unterrichtseinheit ist die Erkenntnis der Lernenden, dass ein Schreibprozess immer aus den drei Phasen der Planung, Formulierung und Revision bestehen muss und dass man hermeneutisch auf sie zurückgreifen sollte. Am Beispiel von zunächst einfacher strukturierten Bewertungsbögen bis hin zur "Königsdisziplin" in Abiturprüfungen, dem Vergleich, werden Kriterien von Korrekturen entwickelt, beurteilt und erprobt.Diese Unterrichtseinheit legt einen Schwerpunkt auf die Textrevision als dritte Phase des Schreibprozesses, schließt jedoch durch Rückgriffe auf das Formulieren und notwendiges Vorwissen auch die ersten beiden Phasen des Schreibens, Planung und Formulierung, ein. Ablauf des Unterrichts: 1. und 2. Stunde Die Schülerinnen und Schüler lernen die Methode der elektronischen Textrevision kennen und bewerten einen Schüleraufsatz anhand eines vorgegebenen Rasters. Ablauf des Unterrichts: 3. bis 7. Stunde Die Lernenden hinterfragen objektiv vorgegebene Bewertungsschemata für Klausuren kritisch, erstellen einen eigenen Bewertungsbogen und wenden diesen an. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren und erweitern ihre methodischen Fähigkeiten der Textrevision, indem sie sich in Theorie und Anwendung mit der letzten Phase des Schreibprozesses auseinandersetzen. lesen fremde Schüleraufsätze "mit dem Bleistift", indem sie die ihnen bisher bekannten Verfahren der Textmarkierung anwenden. bewerten fremde Schüleraufsätze, indem sie vorgegebene Bewertungsschemata inhaltlich füllen. bewerten fremde Schüleraufsätze, indem sie Kriterien der Bewertung (Inhalt, Aufbau, Sprache) selbst definieren und auf die Korrektur anwenden. bewerten fremde Schüleraufsätze, indem sie vorgegebene Bewertungsbögen kritisch hinterfragen. überarbeiten fremde Schüleraufsätze, indem sie auf Grundlage der Bewertungskriterien und ihres fachlichen Vorwissens die Texte revidieren. Lesen "mit dem Bleistift" Die Unterrichtssequenz beginnt mit einem fertigen Schüleraufsatz (Arbeitsblatt 1), der die Analyse und Interpretation der Kurzgeschichte "Einen Schnaps trinken" von Rolf Schneider beinhaltet. Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Aufsatz als Kopie mit dem Hinweis, dass es sich um einen originalen Schüleraufsatz handelt, der nun im Plenum "mit dem Bleistift" gelesen werden soll. Das bedeutet, dass die Lernenden Schlagwörter, mögliche Fragen, Hinweise zu falscher Orthografie et cetera auf dem Arbeitsblatt notieren, ohne die originale Kurzgeschichte und die dazu passende Aufgabenstellung zu kennen. Entwicklung einer Arbeitshypothese Nach einer kurzen Spontanphase sollen die Lernenden aus dieser Textbegegnung eine Arbeitshypothese zum Thema Textrevision entwickeln, indem sie inhaltliche und sprachliche Fragen an den Schüleraufsatz zusammenstellen. Ein möglicher Lehrerimpuls hierzu ist der Hinweis auf die Überschrift des Textes: "Fassung 1: Originaler Schüleraufsatz nach der ersten Formulierung". Überleitend zur Erarbeitungsphase sollen die Schülerinnen und Schüler nun ihre Wege des Schreibprozesses von Aufsätzen definieren. Hierzu können die Lernenden ein passendes lineares Tafelbild erstellen. Vertiefung und Auswertung Diese Assoziationen werden anschließend anhand wissenschaftlicher Ausführungen zum Modell des Schreibprozesses vertieft und gegebenenfalls revidiert (Arbeitsblatt 2). Das entsprechend erweiterte Tafelbild wird zur schriftlichen Sicherung von den Schülerinnen und Schülern in ihre Hefte übernommen. In einer Auswertungsphase tauschen sich die Lernenden zu einer Beschreibung ihrer individuellen methodischen Stärken und Schwächen bei der Bewältigung eines Schreibprozesses aus. Hausaufgabe: Analyse einer Textrevision Als Hausaufgabe analysieren die Schülerinnen und Schüler Arbeitsblatt 3 als Beispiel zur ersten Textrevision von Seiten einer Lehrkraft. Wichtig ist zu betonen, dass es sich bei dieser Revision nicht um "die einzig richtige Lösung", sondern wiederum um ein originales Dokument aus dem Deutschunterricht einer elften Jahrgangsstufe handelt. Die Lernenden sollen zu Hause die Lehrerkorrekturen kritisch reflektieren und eventuell ergänzen oder streichen. Als Hintergrundwissen benötigen sie dazu die originale Kurzgeschichte "Einen Schnaps tinken" von Rolf Schneider (siehe "Links und Literatur zum Thema") sowie gegebenenfalls Hinweise zum Aufbau der Analyse und Interpretation einer Kurzgeschichte. "Änderungen nachverfolgen" mit Word In der darauf folgenden Unterrichtsstunde wird zunächst vom Lehrerrechner aus die Methode der elektronischen Textrevision mit dem Textverarbeitungsprogramm Word erläutert: Funktion aktivieren Über die Option "Extras" in der Menüleiste gibt es den Befehl "Änderungen nachverfolgen", der aktiviert oder deaktiviert werden kann. Verschieden Farben Bei aktivierter Funktion erscheinen Änderungsvorschläge in einer ersten Farbe markiert im Text, der am Rand in Form von Legenden die Arten der Änderungen ausweist. Macht eine zweite Person neue Änderungsvorschläge, wechselt das Programm in eine zweite Farbe. Änderungsfunktion deaktivieren Erhält der originale Schreiber seine Arbeit korrigiert zurück und deaktiviert die Änderungsfunktion, kann er durch Anklicken der Legenden mit der rechten Maustaste die Änderungsvorschläge akzeptieren oder ablehnen. Änderungen akzeptieren Bei Akzeptanz verschwindet die Markierung (am einfachsten nachzuvollziehen durch das Verschwinden der senkrechten Striche am linken Textrand und / oder der Legenden am rechten Textrand). Änderungen verwerfen Werden die Änderungen abgelehnt - was absolut legitim sein kann, da ein Schreiber "seinen Text" noch wiedererkennen und akzeptieren können muss - wird das ursprüngliche Schriftbild an dieser Stelle des Änderungsvorschlags wiederhergestellt. Änderungsfunktion erproben Die Schülerinnen und Schüler erhalten nun Gelegenheit, diese Funktionen selbst an dem vorkorrigierten Text zu erproben, indem sie ihre weiteren Änderungen als Korrekturvorschlag ergänzen und eventuell erste Änderungen streichen (auch dies wird dann als neue Änderungen kenntlich gemacht). Revision und Vergleich Im Anschluss sollen die Lernenden die Änderungsfunktion deaktivieren und den Aufsatz durch Akzeptieren oder Ablehnen der Korrekturhinweise revidieren sowie mit der Originalkorrektur (Arbeitsblatt 4) vergleichen. In leistungsstarken Kursen könnte sich hieran eine Methodenreflexion über die bisherigen Erkenntnisse der Unterrichtssequenz anschließen. Hausaufgabe: Bewertungsraster von Aufsätzen Als Hausaufgabe sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einstieg in das Bewertungsraster von Aufsätzen erhalten. Hierzu steht ihnen mit Arbeitsblatt 5 ein einfach gestalteter Bewertungsbogen zur Verfügung, der in Kursen, die solche Schemata noch nicht kennen, kurz durchgesprochen werden sollte. Da der revidierte Aufsatz als gut bis sehr gut zu bewerten sein dürfte, dient diese Übung eher dem Training von Bewertungsschemata überhaupt als einer inhaltlichen und sprachlichen Korrektur zur Notengebung. Kritische Hinterfragung des Bewertungsschemas Auch dieses Bewertungsschema kann und soll im Kurs kritisch hinterfragt und gegebenenfalls abgewandelt werden. Die Arbeit, einen Bewertungsbogen auf Grundlage des unterrichtlichen Hintergrundwissens und des möglichen Erwartungshorizontes zu "durchschauen", wird im Anschluss in einer weiteren Unterrichtsstunde, idealerweise einer Doppelstunde, geübt. Hierzu erhalten die Schülerinnen und Schüler eine Beispielklausur mit wiederum mehr als guter Gesamtleistung, die sie nun selbst bewerten sollen, als seien sie Lehrkräfte (Arbeitsblatt 6). Hinweise zur Aufgabenstellung Im Original wurde auch diese Klausur in Jahrgangsstufe 11 geschrieben, das epische Theater Brechts wird jedoch häufig bereits in Jahrgangsstufe 10 thematisiert. Kurse und Klassen, die das Thema gar nicht oder nicht (mehr) so gut kennen, finden Hintergrundinformationen zu Dichter und Werk in den "Links und Literatur zum Thema". Arbeitsblatt 6 zeigt noch einmal das originale Aufgabenblatt. Gemäß den Aufgabenstellungen im gleichen Dokument sollen die Schülerinnen und Schüler zunächst die Aufgabenstellung genauer betrachten und im Plenum mögliche methodische und inhaltliche Anforderungen zusammentragen. Anschließend erfolgt eine erste Korrektur der Klausur, die mit einer Notengebung und Begründung schließt. Vertiefung Leistungsstarke Kurse könnten, in Analogie zum Bewertungsschema der Analyse und Interpretation der Kurzgeschichte, anschließend ein Bewertungsschema zur Klausurbewertung von Dramenszenen erstellen, das sie, in Absprache mit den Erwartungen der Lehrkraft, als Grundlage zur Klausurvorbereitung nutzen können. Hausaufgabe (fakultativ) Eine Hausaufgabe wird nicht zwingend vorgegeben; sollte das Stundenziel aus Zeitgründen nicht erreicht werden können, da die Schülerinnen und Schüler beispielsweise noch kein Hintergrundwissen zu Drama und Dichter besitzen, müsste die letzte Auswertungsphase in eine Hausaufgabe gegeben werden. Ansonsten findet an dieser Stelle ein inhaltlicher Schnitt statt, da in der darauf folgenden (Doppel-)Stunde noch die Gattung der Lyrik besprochen werden soll. Vergleichende Gedichtinterpretation Barockgedichte sind verpflichtendes Thema des Zentralabiturs in Nordrhein-Westfalen 2009 / 2010 für die Leistungskurse Deutsch. Das hier vorgestellte Werk von Martin Opitz ("Einer Jungfrauen Klage über nahendes Alter", siehe Arbeitsblatt 9) ist recht bekannt und bietet sich daher zur exemplarischen Behandlung an. Die besondere Schwierigkeit liegt in dem Vergleich zu einem Sachtext, auf dessen Grundlage das Gedicht interpretiert werden soll. Hierzu stellen sich besondere Anforderungen im Hinblick auf den Aufbau eines Schüleraufsatzes. Untersuchung eines weiteren Schüleraufsatzes Erneut wird, auch aus Gründen der didaktischen Reduktion, ein guter Beispielaufsatz vorgegeben (Arbeitsblatt 10), den die Schülerinnen und Schüler nachdem Lesen und Sammeln erster Eindrücke zum Gedicht vor allem hinsichtlich des Aufbaus untersuchen sollen. Ein Fokus kann durch Lehrerimpulse auf die Überleitungen und verknüpfenden Satzüberleitungen gelegt werden, bei denen der Vergleichsaspekt besonders deutlich wird. Bewertungsschema für Klausuren Anschließend erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Bewertungsschema für Klausuren mit vergleichendem Aspekt (Arbeitsblatt 13), das sich an den offiziellen Vorgaben zum Zentralabitur bei solchen Themen orientiert. Die Lehrkraft erläutert, wie die Anforderungsbereiche I, II und III (Wiedergabe von Kenntnissen - Anwenden von Kenntnissen - Problemlösen und Werten) im Verhältnis zueinander zu bewerten sind (siehe Punkteverteilung) und worin der Schwerpunkt der Leistung zu sehen ist. Bewertung der Klausur durch die Lernenden Im Rückgriff auf die eigenen Assoziationen und die guten Leistungen der Beispielklausur füllen die Lernenden die Bewertungstabelle für dieses Gedicht am Computer und bewerten anschließend die Klausur. Sollten die Schülerinnen und Schüler auch zu Barockgedichten kein oder nur ein geringes Vorwissen besitzen, kann das Zusatzmaterial (siehe "Links und Literatur zum Thema" zur Hilfe genommen werden. Objektiv vorgegebene Bewertungsschemata Vorgeschlagen wird nun, die selbst erstellten Bewertungsbögen einmal innerhalb der Klasse oder des Kurses auszutauschen, um die Schülerinnen Schüler zu zwingen, nach diesem vorgegebenen Bewertungsbogen zu korrigieren. Die anschließende Auswertung und Rückmeldung an die Lehrkraft wird dieser die zukünftige Arbeit erleichtern, wenn die Lernenden merken, wie schwer es sein kann, bei lückenhaft erscheinenden Bewertungsbögen dennoch intuitiv angemessen erscheinende Noten geben zu wollen. Vertiefende Internetrecherche Steht noch Unterrichtszeit zur Verfügung, kann sich eine Internetrecherche nach den Vorgaben und Bewertungsbeispielen der zentralen Abiturprüfungen des eigenen Bundeslandes anschließen. Brecht, Bertolt: Mutter Courage und ihre Kinder. Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg. Suhrkamp 2007. Seite 68-72 Schneider, Rolf: Einen Schnaps trinken. In: Arbeitstexte für den Unterricht. Deutsche Kurzgeschichten II. 11.-13. Schuljahr. Herausgegeben von Günter Lange. Reclam 1989. Seite 43-51

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