Unterrichtsmaterialien zum Thema "Fotografie"

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Anouilh: Antigone

Unterrichtseinheit

Jean Anouilh, ein Dichter der Moderne, hat die antike Tragödie des Sophokles neu gestaltet. Es bietet sich daher an, in einem Vergleich der beiden Versionen desselben Stoffes die jeweils typischen Merkmale der Epoche herauszuarbeiten.Die Einheit geht davon aus, dass das Drama Sophokles: Antigone bereits im Unterricht behandelt wurde. Inhaltliche Überschneidungen wurden nach Möglichkeit vermieden, lassen sich manchmal jedoch nicht umgehen. Wenn mit Anouilhs Version ohne vorherige Behandlung des sophokleischen Textes gearbeitet wird, kann auf Teile der Unterrichtseinheit zu jener Version zurückgegriffen werden. Der Dramenfassung Anouilhs lassen sich noch viele weitere Aspekte abgewinnen. Die vorliegende Unterrichtseinheit strebt jedoch keine vollständige Behandlung an, sondern gibt Anregungen, mit deren Hilfe zu weiteren Untersuchungen und unterrichtlichen Bearbeitungen übergeleitet werden kann.Neben dem inhaltlichen Ziel, dass die Lernenden Stoff und dramatischen Aufbau des Werkes kennen und analysieren lernen, verfolgt diese Unterrichtseinheit auch Ziele aus dem Bereich der Medienkompetenz. So werden die Schülerinnen und Schüler hier dazu angeleitet, in Dateien am PC mit einem Textverarbeitungsprogramm zu arbeiten. Zudem sollen sie zu den Themen der Kurzvorträge im Internet nach Informationen suchen und die Vorträge gegebenenfalls auch multimedial aufbereiten. Ablauf der Unterrichtseinheit Für jede Phase der Unterrichtsreihe zu Anouilhs Antigone finden Sie hier eine Unterseite mit dem jeweiligen Unterrichtsmaterial zum Herunterladen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Ursprung und Wiederaufgreifen des Tragödienstoffs kennen lernen. durch Gegenwartsbezüge ein tieferes Verständnis des Inhalts erlangen. Kurzvorträge zu Teilthemen und -aspekten mithilfe von Computer und Internet vorbereiten und halten. in einer Datei Aufgaben mithilfe eines Textverarbeitungsprogramms bearbeiten. Personen und mythische Voraussetzungen Das Vorwissen wird aktiviert, bevor die Schülerinnen und Schüler im Netz nach Hintergründen recherchieren. Antigone und Amme In dieser Stunde arbeiten die Lernenden sehr stark am Text und erfahren Näheres über die Aufgaben der Amme. Analyse der Gespräche (Seiten 18 bis 30) Anhand des dramatischen Textes und eines Schaubilds erschließen sich die Lernenden den Aufbau eines Dramas. Analyse des Konflikts (Seiten 34 bis 52) Die Schülerinnen und Schüler werden mithilfe eines Arbeitsblatts und eines Textes aus dem Internet für die juristische Dimension des Konflikts sensibilisiert. Elemente des Dramatischen In dieser Stunde sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit einigen Besonderheiten dramatischer Texte auseinander setzen. Tragik Nach der Klärung einschlägiger Begrifflichkeiten erarbeiten die Schülerinnen und Schüler die Katastrophe anhand einer Aufgabendatei. Antigone - eine moderne Heldin? In dieser Stunde definieren die Lernenden den Begriff "Held" mithilfe eines Brainstormings, durch eine bildliche Darstellung und anhand des Textes. Jean Anouilh und weitere Bearbeitungen Die Unterrichtsreihe wird durch Kurzvorträge der Schülerinnen und Schüler abgeschlossen. Anouils Dramenstoff lebt von einer mythologischen Geschichte, die seit 2.500 Jahren die Menschen fasziniert. Um den dramatischen Konflikt verstehen zu können, ist es notwendig, die beteiligten Personen und ihre Geschichte zu kennen. Daran kann sich die Frage anschließen, ob und, wenn ja, warum der antike Mythos bis heute nichts von seiner Aussagekraft eingebüßt hat. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Personen des Dramas Zu Beginn der Stunde sind die Seiten 7 bis 9 zu lesen, in denen der Sprecher einen Prolog vorträgt. Die Funktionen der wichtigsten Personen des Dramas werden anschließend in einer Tabelle erfasst (Arbeitsblatt beziehungsweise Arbeitsdatei 1). Mythos von Ödipus In einem gelenkten Unterrichtsgespräch wird das Vorwissen über König Ödipus erfragt. Daran anschließend soll der Mythos von Ödipus im Internet recherchiert und zu einem tabellarischen Lebenslauf des Ödipus umgestaltet werden. Hausaufgabe: Labdakidensage Als Hausaufgabe soll der Stoff der sogenannten Labdakidensage gelesen werden. In der ersten Szene (Seiten 9 bis 13) wird im Gespräch zwischen Antigone und der Amme die tragische Spannung aufgebaut. Diese Szene übernimmt die Aufgabe der Exposition. Allerdings wird hier Spannung in zweifacher Hinsicht erzeugt. Die Amme versteht Antigone nicht. Sie glaubt, ihr Geliebter, den sie nachts besucht, sei ein Liebhaber, ohne an ihren geliebten Bruder zu denken. Der Zuschauer, der eine andere Perspektive als die Amme hat, ahnt, dass Antigones Problem viel tiefer geht. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Einstieg über Bild... Zunächst ist zu klären, welche Funktion der heute seltene Beruf der Amme hatte. Dazu könnte auf der Seite der Staatlichen Museen zu Berlin das Gemälde "Die Amme" von Frans Hals betrachtet werden. ...Text... In dem kurzen erklärenden Text wird die gesellschaftliche Beziehung zwischen Kind und Amme erhellt: "Gegen 1620 malte er [Frans Hals] die ungefähr zweijährige und aus einer Juristenfamilie stammende Catharina. Ihr Geltungsanspruch wird durch die aufwendig mit Spitzen besetzte Brokatkleidung unterstrichen, die in starkem Kontrast zu der bescheidenen Aufmachung der Amme steht." Die Aufgaben der Amme Hier wird deutlich, dass die Amme nach der ursprünglichen Aufgabe, das Kind zu stillen, als Erzieherin und Aufsichtsperson dafür verantwortlich ist, Gefahren von dem ihr anvertrauten Kind abzuwenden. Es gehört zum Klischee der Amme, dass diese teils von der Verantwortung überfordert ist, teils schuldhaft ihre Pflicht vergisst. In späteren Jahren wird die Amme zur Vertrauten, die, obwohl sozial untergeordnet, ihrem Schützling Dinge vorhalten darf, von denen andere Bediente schweigen müssen. So auch die Amme in Anouilhs Antigone. Nun sollen die Schülerinnen und Schüler das vorbereitete Arbeitsblatt beziehungsweise die Arbeitsdatei 2 bearbeiten. Die Kenntnis der Lektüre wird dabei vorausgesetzt. In der Szene auf den Seiten 18 bis 24 spricht Antigone nacheinander mit drei verschiedenen Partnern. Dabei erfährt sie, dass sie nicht ernst genommen, missverstanden und allein gelassen wird. Während diese Szene noch zur Beschreibung der Ausgangslage gehört, steigt die Handlung in der darauffolgenden Szene an: Der Wächter berichtet Kreon von der Übertretung seines Gebots. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Die Spannungskurven dieser beiden Szenen werden in einem Diagramm verglichen. Dabei sollen die unterschiedlichen Gefühle der Personen als handlungstreibende Elemente eingetragen werden (Arbeitsblatt beziehungsweise Arbeitsdatei 3). Spannungskurve Da das moderne Drama keine Aufteilung in Akte mit bestimmter Funktion im Handlungsgefüge aufweist, kann diskutiert werden, ob die beiden Szenen in einem traditionellen Drama den Übergang vom 1. zum 2. Akt markieren würden. Als Diskussionsanregung kann die Abbildung des Aufbaus eines klassischen Dramas dienen. Grosse-Literatur.de: Dramenaufbau Eine ähnliche Skizze liefert diese Website. In der Szene auf den Seiten 34 bis 52 gewinnt der Konflikt Gestalt. In der Argumentation zwischen Antigone und Kreon geht es um verschiedene Rechtsauffassungen, die jeweils von unterschiedlichen Werten getragen werden: Religion, Familie, Staat, Macht. Schließlich kann Antigone als frühe Vertreterin dessen bezeichnet werden, was man heute mit Frauenrechtlerin oder Feministin meint. Dabei geht es nicht um Rechte für Frauen, sondern um das Recht der Frau, ihre Sicht der Dinge zu vertreten und gegen alle widrigen Umstände zu behaupten. Mit der amerikanischen Rhetorikerin und Feministin Judith Butler wird die Frage nach dem sittlichen Recht im Drama neu formuliert. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Inhalt der Szene Zunächst wird der Inhalt der Szene Seiten 34 bis 52 mithilfe der Tabelle auf dem Arbeitsblatt beziehungsweise in der Datei des Arbeitsblatts 4 gesichert. Neben dem auftretenden Chor gehören Mitspieler, Boten, Sprecher und nicht zuletzt die Zuschauer zum Schauspiel. Ihre Funktion soll mit wechselnden Aufgaben an Hand kurzer Texte beleuchtet und diskutiert werden. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Methodisch ist dabei so vorzugehen, dass die Schülerinnen und Schüler zunächst eine Aufgabe auf dem Arbeitsblatt oder in der Datei bearbeiten, dann werden Lösungsvorschläge diskutiert. Auf diese Weise werden auch zurückhaltende Schülerinnen und Schüler ins Gespräch einbezogen. Das Verständnis fördern über eine szenische Interpretation Da ein Drama nicht allein aus dem Lesetext besteht, bietet es sich an, bestimmte Szenen nachzustellen. Dabei kann es nicht darum gehen, unnötigen Naturalismus oder dramaturgische Perfektion anzustreben, vielmehr soll verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler durch Körperhaltung, Mimik, Gestik und sparsam, aber kreativ verwendete Requisiten Ausdruck verliehen werden. Im antiken Drama entsprang die Tragik oft einem unausweichlichen Schicksal, nicht selten von den Göttern verhängt. Aristoteles hat in seiner Poetik weitere Definitionen der Tragödie festgehalten. Auf ihn berufen sich Dramatiker lange Zeit und nehmen die antike Form der Tragik als Vorbild für ihre Werke bis in die Neuzeit. Geplanter Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Begriffsklärung Tragik und das Wesen der Tragödie können kaum an einem Unterrichtsbeispiel allein erschöpfend erläutert werden. Es bietet sich allerdings an, einige Begriffe im Zusammenhang mit Tragik von Schülerinnen und Schülern vorbereiten zu lassen, damit sie im Unterrichtsgespräch mit klaren Definitionen und Fachbegriffen arbeiten können. Solche Begriffe sind zum Beispiel: phobos eleos katharsis katastrophe Fallhöhe hamartia Wahrscheinlichkeit Fabel Einheit der Handlung Ergänzende Internetrecherche Definitionen und Beispiele zu diesen Begriffen lassen sich unter anderem mithilfe der folgenden Internet-Quelle finden. Wikipedia: Tragödie Im Anschluss an eine kurze Diskussion über den Begriff "Tragik" werden die Aufgaben auf dem Arbeitsblatt beziehungsweise in der Arbeitsdatei bearbeitet. Die Frage nach der Hauptfigur in der modernen Tragödie kann einen Einblick in das Wesen der modernen Dramatik liefern. Ziel ist dabei zu zeigen, dass die Hauptfigur eben kein "Held" im klassischen Sinne ist, sondern eher eine Figur mit tragischen Zügen. Daher ist der Begriff Held in der modernen Literatur eigentlich unangemessen. Besser wäre vom Protagonisten, der Haupt- oder Titelfigur zu sprechen. Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten Einstieg über ein Bild Zunächst ist abzuklären, welche Merkmale ein "klassischer" Held hat. Anhand einer motivierenden Abbildung, die auf Folie gedruckt und projiziert oder als Datei auf dem Bildschirm oder per Beamer betrachtet wird, werden typische Eigenschaften des "Helden" im Brainstorming gesammelt. Heldische Eigenschaften Solche Eigenschaften sind zum Beispiel: Ein Held ist furchtlos und tapfer. Ein Held verspürt keine Angst. Ein Held kämpft unter Umständen mit Gewalt für seine Ziele. Ein Held setzt sich selbstlos für andere ein. Ein Held ist Vorbild für andere. Ein Held vollbringt kühne Taten. Ein Held trägt ein außergewöhnliches Schicksal. Ein Held gibt niemals auf. Ein Held handelt kompromisslos. Ein Held verdient das Vertrauen der anderen. Ein Held trägt überwiegend männliche Züge. Textarbeit In einer Arbeitsphase werden Belege im Text für die gefundenen Merkmale gesucht und nachgewiesen. Dabei stellt sich heraus, dass Antigone das Bild des klassischen Helden variiert. Für einige Merkmale lassen sich keine Textbelege finden. Die Schülerinnen und Schüler bewerten dies als Einfluss der Moderne auf das Bild des "Helden": Sie ist eine Frau, die gewaltlos, aber unnachgiebig ihr mitmenschliches Ziel verfolgt, dem gefallenen Bruder die letzte Ehre zu geben. Heldenposen nachstellen Das Bild des Helden hängt nicht zuletzt mit der Haltung zusammen, die ein klassischer Held einnimmt. Ausgehend von der zu Beginn der Stunde gezeigten Grafik nehmen einzelne Schülerinnen und Schüler eine Heldenpose ein. Schülerinnen versuchen, demgegenüber eine der möglichen Körperhaltungen Antigones einzunehmen. Beispiele für die unterschiedlichen Haltungen werden im Bild (digitales Foto) festgehalten und diskutiert. Auf diese Weise kann aus dem Ansatz des szenischen Lernens heraus die Bedeutung des Helden im klassischen und modernen Drama noch besser verinnerlicht werden. Jean Anouilh ist nicht der einzige moderne Autor, der sich des antiken Sagenstoffes von Antigone angenommen hat. Bis in die jüngste Zeit hinein hat die Figur Antigones immer wieder Autoren angeregt, den Stoff neu darzustellen oder zu variieren. Am Ende einer Unterrichtseinheit zu Anouilhs Antigone soll daher ein Ausblick auf die anderen Bearbeitungen gewagt werden. Außerdem sind hier einige Informationen nachzutragen, die bisher nicht von Interesse waren. Geplanter Zeitbedarf: Etwa 45 Minuten In Kleingruppen- oder Partnerarbeit werden zunächst Informationen über den behandelten Autor gesammelt und vorgetragen. Nach dem Vortrag über Jean Anouilh, der die Behandlung seiner Antigone-Version abschließt, soll der "Stammbaum" der Antigone-Bearbeitungen einen Überblick über die weiteren möglichen Kurzvorträge geben. Die Punkte 3 bis 8 lassen sich leicht mit Hilfe des Stammbaums, der als Grafik mittels Videobeamer projiziert wird, einordnen. Biographie 1. Zur Biographie Jean Anouilhs Stammbaum 2. Stammbaum mit Antigone-Bearbeitungen Kurze Werkvorstellungen 3. Friedrich Hölderlin: Antigonae. Übersetzung nach Sophokles (1797-1804) 4. Johann Baptist Mayrhofer: Antigone und Ödip. Lied (1817-21) 5. Bertolt Brecht: Antigone des Sophokles. (1947) 6. Elisabeth Langgässer: Die getreue Antigone. Kurzgeschichte (1947) 7. Helmut Richter: Antigone anno jetzt. Sonett (1963) 8. Rolf Hochhuth: Die Berliner Antigone. Novelle (1965)

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