• Schulstufe
  • Klassenstufe
  • Schulform
  • Fach
  • Materialtyp
  • Quelle3
Sortierung nach Datum / Relevanz
Kacheln     Liste

Unterrichtsmaterial Steuerpolitik

Unterrichtseinheit

Dieses Unterrichtsmaterial ermöglicht Schülerinnen und Schülern eine kontroverse Auseinandersetzung mit der Frage, ob Steuersenkungen eine positive Wirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung haben können. Zugleich eröffnet sie einen Blick auf die Funktion von steuerpolitischen Forderungen für das politische System. Steuerpolitik steht stetig wiederkehrend im Fokus der politischen Debatten um die richtige Wirtschaftspolitik. Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Regierungen der letzten Jahrzehnte versucht, durch Steuersenkungen auf Löhne, Einkommen und Vermögen Impulse für Wachstum und Beschäftigung zu setzen. Im Gegenzug dazu wurden die indirekten Steuern auf den Konsum erhöht. Auf der Ebene der politischen Auseinandersetzung scheint es zu Steuersenkungen keine Alternative zu geben. Strittig ist höchstens der Zeitpunkt für Steuersenkungen. Ihre positiven Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft scheinen a priori festzustehen. Es wird unhinterfragt davon ausgegangen, dass die private Wirtschaft besser mit Geld umgehen könne als der Statt, dass der Verzicht auf Steuereinnahmen aus Arbeits- und Kapiteleinkommen Investitionen ankurbeln und das Angebot an Arbeit und Arbeitsplätzen zum Wohle aller vergrößern würde. Erstaunlicherweise zeigt ein Blick auf die wirtschaftswissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang von Steuerpolitik und wirtschaftlicher Entwicklung, dass die Behauptung einer positiven Wirkung von Steuersenkungen auf das Wachstum und auf den Arbeitsmarkt wissenschaftlich keineswegs unumstritten ist. Vielmehr gibt es eine der angebotstheoretischen Perspektive entgegengesetzte Sichtweise, die die Sinnhaftigkeit der oben beschriebene Steuersenkungspolitik in Frage stellt. Damit stellt sich die Frage, wieso trotz des ungelösten wissenschaftlichen Streits im Diskurs der großen politischen Parteien der Steuerpolitik eine solch große Bedeutung zugemessen wird. Durchführung der Unterrichtseinheit zum Thema Steuerpolitik Die Lernenden erarbeiten die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Thema "Steuern senken: ja oder nein" und beziehen begründet Stellung für oder gegen Steuersenkungen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen aus Fachtexten Argumente für und gegen eine Politik der Steuersenkungen auf Einkommen und Löhne herausarbeiten und in Kleingruppen präsentieren. unterschiedliche Beurteilungen von Argumenten, die zur Legitimation von Steuersenkungen verwendet werden (Laffer-Kurve, Trickle-Down-Effekt), kennenlernen. kontroverse wirtschaftswissenschaftliche Bewertungen der Effekte von Steuersenkungen kennenlernen. in einer Podiumsdiskussion die Argumente im Rahmen eines Streitgespräches anwenden und auf ihre Überzeugungskraft prüfen. in einem Auswertungsgespräch die Stichhaltigkeit der Forderung nach Steuersenkungen kritisch reflektieren und durch Leitfragen strukturiert analysieren. beurteilen, welche der Argumente sie aus welchen Gründen stichhaltig finden. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Informationen zur Thematik aus einem Text entnehmen, wesentliche Aussagen verstehen und in eigenen Texten wiedergeben können. das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen, indem sie zu selbstständig ausgewählten Schwerpunkten Informationen recherchieren. ihren eigenen Lernfortschritt reflektieren, diagnostizieren und bewusst steuern. Thema Steuern erhöhen oder Steuern senken: Was kann die Steuerpolitik wirklich leisten? Autor Dr. Achim Schröder Fächer Politik und Wirtschaft Zielgruppe Sekundarstufe II Zeitrahmen 5-7 Stunden Technische Voraussetzungen je ein Computer mit Internetzugang für ein Lernteam von zwei bis drei Personen Technische Vorkenntnisse Vorkenntnisse im Umgang mit dem Computer und der Recherche mit Suchmaschinen Thematik und Ziel Arbeitsblatt M1 macht die Thematik und das Ziel der Unterrichtseinheit transparent. Im Rahmen der Bearbeitung von Aufgabe 1 diskutieren die Schülerinnen und Schüler in Partnerarbeit ihre spontane Meinung zu der Fragestellung und werden sich ihrer (vorläufigen) Einstellungen zum Thema bewusst. Einstiegsevaluation Nach dieser ersten schülerorientierten Einstiegsphase bearbeiten die Lernenden Aufgabe 2 (M1) und bewerten in Einzelarbeit ihre Sachkenntnis vor der Bearbeitung der inhaltlichen Aufgaben. Am Ende der Einheit wird die erste Einschätzung der Sachkenntnis mit einer zweiten abschließenden verglichen und die Reflexion über den eigenen Lernprozess angeregt. Problematisierung Die Schülerinnen und Schüler lesen die Lernaufgabe und lernen so die einzelnen Arbeitsschritte und den Arbeitsplan (M1 - 2) kennen. Offene Fragen können noch geklärt werden. In der darauf folgenden Arbeitsphase werden die Lernenden so befähigt, sich die Sachinformationen selbstständig und zielgerichtet zu erarbeiten. Die Lehrkraft kann den Lernprozess beobachten, diagnostizieren und fördernd eingreifen, weil sie den Arbeitsablauf nicht mehr steuern muss. Die Lernenden erarbeiten die ihnen zugeteilte oder von ihnen gewählt Position zum Themenkomplex "Steuern senken: ja oder nein" (siehe M2 bis M4), die sie dann in einem weiteren Schritt ihren Mitschülerinnen und -schülern vermitteln sollen. Phase1 Die Schülerinnen und Schüler tauschen sich in Expertengruppen über ihre Positionen aus und erstellen ein Lernplakat, das in Phase 2 benutzt werden wird. Phase 2 Die Lernenden wechseln von einer Expertengruppe in eine andere. In dieser Gruppe präsentieren sie sich gegenseitig die Positionen. Sie lesen die Positionspapiere der anderen Schülerinnen und Schüler und notieren Fragen, die sie während der Podiumsdiskussion stellen wollen. Um gut auf die folgende Podiumsdiskussion vorbereitet zu sein, lesen die Schülerinnen und Schüler auch die anderen Texte (M2 bis M4) und festigen damit ihre Fachkompetenz. Dabei verwenden sie die Übersichtsdarstellung des Arbeitsplans. Tafelbilder An der Tafel werden die Positionen der Wissenschaftler noch einmal in Stichworten gesichert (siehe TB 1 bis 3). So wird sichergestellt, dass die Positionen auch richtig verstanden worden sind. Podiumsdiskussion Die Diskussion wird durchgeführt, und aus dem Publikum werden die vorbereiteten Fragen an das Podium gestellt. Rollendistanzierung und Metareflexion Mithilfe von Leitfragen wird das Podiumsgespräch ausgewertet. Zunächst erfolgt eine Rollendistanzierung (Wie haben Sie sich bei der Argumentation in ihrer Rolle gefühlt? Was ist ihnen leicht, was schwer gefallen?) und eine Metareflexion über den Arbeitsprozess (Was ist gut gelungen? Was sollte das nächste Mal verbessert oder verändert werden?). Inhaltliche Auswertung Anschließend erst erfolgt die inhaltliche Auswertung mithilfe von Leitfragen (siehe TB4). Die Rollendistanzierung ist notwendig, damit die Schülerinnen und Schüler aus ihren Rollen treten können und alle Positionen wieder distanziert kritisch diskutieren können. Am Ende der Auswertungsphase beziehen alle Lernenden begründet Stellung zu der Ausgangsfrage. Die Lernenden erarbeiten die Thesen eines Textes und beziehen begründet Position zu den Thesen.

  • Wirtschaft / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Entstehung und Zugweg eines Hurrikans

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Hurrikans lernen die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Animationen und Satellitenfilmen die Entstehung eines Hurrikans und den Zugweg der tropischen Wirbelstürme über die Nordhemisphäre kennen.Hurrikane kommen in den Rahmenrichtlinien für den Unterricht der Sekundarstufe I nicht vor. Dennoch werden die Wirbelstürme im Zusammenhang mit der Behandlung der USA im Unterricht meist angeschnitten, wenn auch selten vertiefend behandelt. Während der "Hurrikan-Saison" erlangt das Thema durch die großen Verwüstungen einzelner Stürme jedoch regelmäßig eine hohe Medienpräsenz. Dann lohnt es sich, das große Interesse der Schülerinnen und Schülern an den Naturkatastrophen und ihren Folgen im Unterricht aufzugreifen und die Natur der Wirbelstürme einmal genauer zu betrachten. Die hier vorgestellte Unterrichtseinheit entstand vor dem Hintergrund des Hurrikans Katrina, der Ende August 2005 insbesondere den US Bundesstaat Louisiana heimgesucht und dabei New Orleans und andere Städte verwüstet hat. Die Schülerinnen und Schüler lernen mithilfe von Flash-Animationen die Entstehung eines Hurrikans kennen, arbeiten mit dem kostenfreien NASA-Programm "World Wind" und erstellen selbst eine kleine GIF-Animation zum Zugweg eines Hurrikans. Vorbereitung und Verlauf der Unterrichtseinheit Informationen zur Nutzung des NASA-Programms "World Wind" sowie von GIF-Animatoren Die Schülerinnen und Schüler können die Entstehung eines Hurrikans beschreiben und erklären. kennen die Entstehungsgebiete der Hurrikans. beschreiben am Beispiel des Hurrikans Jeanne (September 2004) den Zugweg eines Wirbelsturms. können mithilfe von Satellitenbildern eine Animation zum Zugweg eines Hurrikans selbstständig erstellen. diskutieren vor dem Hintergrund der Verwüstung von New Orleans mögliche Zivilschutzmaßnahmen. erörtern die Bedeutung der Klimaerwärmung für die Wahrscheinlichkeit der Entstehung starker Hurrikane. Das NASA-Programm "World Wind" Auf allen Schülerrechnern wird die kostenlose NASA-Software "World Wind" verfügbar gemacht. Ausführliche Informationen zur Arbeit mit "World Wind" finden Sie auf der Homepage des Programms. Es dient in dieser Unterrichtseinheit dazu, Bilder des Hurrikans Jeanne auf dem NASA-Server zu finden, zu betrachten und auf dem eigenen Rechner zu speichern, um sie dann mithilfe des GIF-Animators zu einem "eigenen" kleinen Trickfilm zusammen zu bauen. World Wind Hier können Sie die NASA-Software kostenlos herunterladen. Außerdem finden Sie hier FAQs und weitere Infos zur Handhabung der Software. Satellitenbilder "World Wind" sollte im Unterricht nur benutzt werden, wenn eine DSL-Leitung zur Verfügung steht (große Datenmenge!). GIF-Animatoren Für Einsatz im Unterricht stehen verschiedene GIF-Animatoren als Freeware oder Shareware zur Verfügung, beispielsweise Ulead GIF Animator Lite, Microsoft GIF-Animator oder GIF Movie Gear 2. Einstieg in das Thema Die Berichterstattung über die katastrophalen Folgen von Katrina bot genug Stoff für den Einstieg in die Thematik. Bilder und Berichte über die verheerenden Schäden und das Leiden der Menschen aus dem Katastrophengebiet sowie die Sorge um den weltweiten Klimawandel führten schnell zu der Frage, wie "so ein Hurrikane eigentlich entsteht". Animation zur Entstehung eines Hurrikans Die gesamte Unterrichtseinheit fand im Computerraum statt. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiteten die Aufgabenstellungen des Online-Arbeitsblattes in Partnerarbeit und wurden aufgefordert, ihre Ergebnisse schriftlich im Heft zu fixieren. Die Animation "So entsteht ein Wirbelsturm" der ZDF Mediathek ist auf dem Online-Arbeitsblatt verlinkt. Die Schülerinnen und Schüler lernen mithilfe der Flash-Animation die Bedingungen für die Entstehung, die Dynamik und die Zugwege der Wirbelstürme kennen. Das ZDF-Video "Wie entsteht ein Hurrikan" enthält weitere Informationen, zum Beispiel zu dem Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und zunehmender Hurrikangefahr, und kann als Zusatzmaterial verwendet werden (Projektion per Beamer). Nutzung des NASA-Programms "World Wind" Um mit dem NASA-Programm Satellitenbilder vom Zugweg des Hurrikans Jeanne betrachten oder herunterladen zu können, benötigt man wegen der große Datenmengen einen Internetzugang mit DSL-Leitung. Die Schülerinnen und Schüler müssen dazu den Web Mapping Server (WMS-Browser) benutzen. Die Bilder von Jeanne finden sich dann auf dem NASA SVS Image Server. Falls die Lernenden mit "World Wind" noch nicht gearbeitet haben, erhalten Sie per Beamer eine Einweisung in die Programmfunktionen. Erstellung einer eigenen Animation Der Umgang mit dem jeweils verwendeten GIF-Animator wird den Schülerinnen und Schülern zu Beginn kurz erläutert, falls keine Vorkenntnisse vorhanden sind. Danach erstellen sie in Partnerarbeit eine eigene kleine Animation, die die Zugbahn des Hurrikans darstellt. Der Umgang mit dem GIF-Animator (hier der Microsoft GIF-Animator) verlief im Wesentlichen reibungslos. Die fertigen Animationen können in einer Cloud-Anwendung wie Dropbox gespeichert werden, auf die die Schülerinnen und Schüler Zugriff haben. Eine Alternative: Nutzung fertiger Animationen Statt der Nutzung von "World Wind" und der Erstellung "eigener" Animationen kann im Unterricht natürlich auch auf "gebrauchsfertige" Satellitenbildfilme aus dem Internet zurückgegriffen werden. Hier einige Beispiele: NASA Scientific Visualization Studio: Hurricane Frances Progression Animationen und Satellitenbilder zum Zugweg von Frances von der Küste Brasiliens bis nach Florida (September 2004); QuickTime Player erforderlich Satellitengeographie im Unterricht: Hurrikan Andrew Die Animation zeigt den Hurrikan Andrew (1992) im infraroten Licht, so dass man auch die Nachtsituationen verfolgen kann; Windows Media Player erforderlich. Diskussion Aufgrund der dramatischen Bilder und Berichte zur Situation in New Orleans diskutieren und bewerten die Schülerinnen und Schüler mögliche Vorbereitungs- und Schutzmaßnahmen (Frühwarnsysteme, Dämme, Evakuierungsmöglichkeiten und -pläne, Krisenmanagement, … ). Vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung kann auch der Zusammenhang zwischen einer erhöhten Temperatur der Meere und der Wahrscheinlichkeit der Entstehung starker Wirbelstürme erörtert werden.

  • Geographie / Jahreszeiten
  • Sekundarstufe I

Rechnen in Restklassen

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Rechnen in Restklassen stellen die Schülerinnen und Schüler nach einer Einführung Multiplikationstafeln modulo n auf und färben diese ein – sowohl von Hand als auch mithilfe einer programmierten Excel-Tabelle. Anhand der Farbmuster der Tabellen lassen sich spielerisch Strukturen der Multiplikationstafeln entdecken und analysieren. Erkenntnisse über Besonderheiten der zu n teilerfremden Reste führen hin auf das reduzierte Restsystem und die Eulersche phi-Funktion. In einer Fortsetzung der Unterrichtsreihe können später auch Potenzen modulo n in analoger Weise mit gefärbten Tabellen untersucht werden. In der Unterrichtseinheit "Rechnen in Restklassen" arbeiten die Schülerinnen und Schüler überwiegend in Kleingruppen. Wichtigstes Medium sind die hier bereitgestellten Arbeitsblätter, die zur Diskussion und Sicherung der Ergebnisse auch als Folien vorliegen sollten. Um die Vorwegnahme von Ergebnissen zu vermeiden, dürfen nicht alle in einer Datei enthaltene Arbeitsblätter gleichzeitig ausgegeben werden. Die zentralen Teile 2 und 3 dieser Unterrichtsreihe wurden für eine Arbeitsgemeinschaft begabter Schülerinnen und Schüler der Klassen 7-8 konzipiert. Der vorbereitende Teil 1 wurde in derselben Lerngruppe bereits in Klasse 5 behandelt. Hinweise zum Unterrichtsverlauf und Materialien Die Einheit besteht aus drei Teilen: (1) Einführung in Restklassen, (2) Multiplikationstafeln modulo n und ihre Symmetrien, (3) Werteverteilung von a x mod n, lineare Kongruenzen, phi-Funktion. Die Schülerinnen und Schüler kennen grundlegende Begriffe und Rechenregeln für das Rechnen in Restklassen und wenden sie an. stellen Multiplikationstafeln für Restklassen auf und beschreiben deren Strukturen, zum Beispiel Symmetrien, mithilfe von Einfärbungen erkunden und für andere verständlich. beschreiben Symmetrien von quadratischen Matrizen ("Tabellen") formal. entwickeln Argumentationen und elementare zahlentheoretische Beweise. erkunden die Werteverteilung von a x mod n (bei festem a und n) mithilfe der eingefärbten Multiplikationstafeln, beschreiben sie und beweisen die Aussagen formal. lösen lineare Kongruenzen. bestimmen Multiplikationstafeln für das reduzierte Restsystem erzeugen und phi(n) für kleine n. Begriffe und Regeln für das Rechnen in Restklassen Im ersten Teil der Unterrichtsreihe (zwei Zeitstunden) lernen die Schülerinnen und Schüler in Analogie zur Unterscheidung von geraden und ungeraden Zahlen die Begriffe "Restklasse", "Modul", "Kongruenz" sowie elementare Regeln für das Rechnen in Restklassen anhand von Arbeitsblättern kennen (restklassen_1.pdf; im Download-Paket der Startseite befinden sich neben den PDFs auch alle Dateien im editierbaren RTF-Format). Einfärbung der Multiplikationstafeln von Hand Im zweiten Teil (zwei bis drei Zeitstunden) stellen die Lernenden zunächst selbst Multiplikationstafeln modulo n auf. In einem weiteren Arbeitsblatt (alle Arbeitsblätter siehe restklassen_2.pdf) färben sie die bereits fertig ausgedruckten Multiplikationstafeln bis n = 12 von Hand ein (gleiche Reste - gleiche Farben). Dadurch wird der Blick auf die Struktur der Tabellen gelenkt und eine spielerische Analyse ihrer Eigenschaften eingeleitet, die durch ein Arbeitsblatt zur formalen Beschreibung der Symmetrieeigenschaften vertieft wird. Durch die Einfärbung der Multiplikationstafeln von Hand haben die Schülerinnen und Schüler Zeit und sind gehalten, sich eingehend mit den Tafeln und ihrer Struktur zu beschäftigen. Einige interessante Schülerbeobachtungen aus diesem Teil der Unterrichtsreihe sind dokumentiert (restklassen_2_schuelerbeitraege.pdf). Automatische Einfärbung mit Excel Erst nach der händischen Arbeit mit den Tabellen kommt die Excel-Datei (produkte_in_restklassen.xls) zum Einsatz, um bei der systematischen Erforschung schnell zwischen verschiedenen, auch größeren, Moduln wechseln zu können. Bei Eingabe des Moduls erfolgt die Einfärbung automatisch. Bei kleinen Lerngruppen reicht es, die Datei auf einem Rechner mit angeschlossenem Beamer auszuführen und den jeweils gewünschten Modul auf Zuruf einzugeben. Ergänzend dazu erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Arbeitsblatt mit fertig eingefärbten Tafeln bis n = 10. Besser ist es jedoch (vor allem in Teil 3), wenn die Schülerinnen und Schüler eigene Rechner benutzen und verschiedene Moduln selbst eingeben können. Fortführung der Untersuchung der Multiplikationstafeln Im dritten Teil (zwei bis drei Zeitstunden) wird die systematische Untersuchung der Multiplikationstafeln fortgesetzt. Die zugehörigen Arbeitsblätter (restklassen_3.pdf) enthalten engere Fragestellungen, die auf die Anzahl und die Verteilung der in einer Tabellenzeile auftretenden Farben beziehungsweise Reste in Abhängigkeit von der Zeilennummer abzielen, also auf die Werteverteilung von a x mod n bei festem a und n. Dabei ist insbesondere der Fall ggT(a,n) = 1 von Interesse. Die Antworten werden mithilfe der Excel-Datei (produkte_in_restklassen.xls) zunächst empirisch gefunden und dann bewiesen. Lineare Kongruenzen, reduziertes Restsystem, phi-Funktion Die Ergebnisse führen auf die Lösung von linearen Kongruenzen, das reduzierte Restsystem und die Eulersche phi-Funktion, die aber im hier dargestellten Rahmen nur ansatzweise behandelt wird. Die praktischen Anwendungen in Form von "handfesten" Rechenaufgaben (lineare Kongruenzen) wurden von den Schülerinnen und Schülern dankbar angenommen. Bei der Bestimmung von phi(n) leistet die Excel-Datei wieder gute Dienste, da man mit der Tastenkombination Strg+R zum reduzierten Restsystem übergehen kann. Auch hier gilt: Computer nicht zu früh einsetzen! Beobachtungen und Beweise Die intendierten Beobachtungen und die zugehörigen Beweise werden hier ebenfalls zum Download angeboten (restklassen_3_beobachtungen.pdf). Die Beweise können in dieser Form auch der Lerngruppe zum Nacharbeiten zur Verfügung gestellt werden, zumal unter Umständen nicht alle im Unterricht vollständig ausgeführt werden können.

  • Mathematik / Rechnen & Logik
  • Sekundarstufe I

Barack Obama: Hoffnungsträger für Millionen

Unterrichtseinheit

Seit dem 20. Januar 2009, nach Washingtoner Zeit um zwölf Uhr mittags, ist Barack Obama nun im Amt. Millionen Menschen waren live vor Ort dabei, Milliarden verfolgten die Inauguration des neuen US-Präsidenten vor den TV-Bildschirmen in aller Welt. Die Hoffnungen, die auf Obama ruhen, sind groß.In seiner Antrittsrede machte er den US-Bürgerinnen und -Bürgern deutlich, dass die Lage ernst sei und er harte Entscheidungen zu treffen habe, um die USA auf ein "neues Zeitalter" vorzubereiten. Doch davon ließen sich die Menschen vor dem Kapitol nicht entmutigen und feierten den frisch ernannten 44. US-Präsidenten trotz der eisigen Temperaturen euphorisch. Mit den hier zusammengestellten Informationen, Linktipps und Rechercheaufträgen sind Ihre Schülerinnen und Schüler im Nachhinein fast live dabei. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen das Protokoll der Amtseinführung und die Inhalte der Antrittsrede des 44. Präsidenten der USA kennen lernen. mehr über inhaltliche Erwartungen der USA an die Regierungszeit Obamas erfahren. zum Themenkomplex Guantánamo recherchieren und von dessen internationaler Brisanz erfahren. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Informationen, die sie für Diskussionen benötigen, online recherchieren. zu Annahmen oder Vermutungen, die sich in Diskussionen ergeben, online recherchieren. Thema Barack Obama: Hoffnungsträger für Millionen Autor Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 8 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung 2 bis 6 Stunden Medien je ein Computer mit Internetzugang für zwei Schülerinnen und Schüler Dieser Beitrag widmet sich auf den Unterseiten bestimmten Teilaspekten des Themas. Diese einzelnen Seiten können Sie nutzen, um den Lernenden Texte zu diesen Teilaspekten zur Verfügung zu stellen. Zudem bieten die Unterseiten Anregungen zur weiteren thematischen Recherche. Amtsantritt und Ausblick Barack Obama wurde in das Amt des 44. US-Präsidenten eingeführt. In diesem Teil der Sequenz werden sein Amtsantritt und seine Inaugurations-Rede zum Thema. Obamas erste Amtshandlungen Bereits wenige Stunden nach seinem Amtsantritt setzte Obama die ersten Ankündigungen und Wahlkampfversprechen in die Realität um. Amtseid wurde wiederholt Auf den Stufen des Kapitols legte Obama mit einigen Minuten Verspätung den von der US-Verfassung vorgeschriebenen Amtseid ab. Anfangs war er anscheinend etwas nervös, denn er setzte bereits mit den ersten Worten an, bevor der Oberste Richter John Roberts den Beginn der Eidesformel vollständig vorsagen konnte. Davon ließ sich Roberts augenscheinlich irritieren, so dass er die aus 35 Worten bestehenden Formel nicht vollkommen korrekt wiedergab und Obama sie falsch wiederholte. Doch da die US-Verfassung den genauen Wortlaut vorschreibt, wiederholte Obama sicherheitshalber den Amtseid am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus. Amerika wird die Krise bewältigen Nach dieser kleinen Panne hielt Obama seine mit Spannung erwartete Antrittsrede. Er rief den amerikanischen Bürgerinnen und Bürgern in Erinnerung, dass sich ihr Land im Krieg "gegen ein weitreichendes Netzwerk von Gewalt und Hass" befinde. Die US-Wirtschaft sei stark geschwächt, "eine Folge der Gier und der Verantwortungslosigkeit einiger, aber auch weil wir gemeinsam versagt haben, harte Entscheidungen zu treffen und die Nation auf ein neues Zeitalter vorzubereiten." Die Herausforderungen seien "ernst, und es gibt viele davon". Sie seien auch nicht leicht oder in kurzer Zeit zu bewältigen. "Aber, Amerika, du musst wissen: Sie werden bewältigt." Subtile Abrechnung mit der Bush-Politik Barrack Obama kritisierte in seiner Rede auch die Politik seines Amtsvorgängers. Allerdings verzichtete er dabei auf allzu drastische Worte, sondern wählte seine Formulierungen mit Bedacht. Beispielsweise kündigte er an, alternative Energiequellen stärker als bisher zu nutzen: "Wir werden die Kraft von Sonne, Wind und Boden nutzen, um unsere Autos zu fahren und Fabriken mit Strom zu versorgen." George W. Bush hatte sich in der Vergangenheit kaum um diesen Bereich gekümmert und noch in den letzten Wochen im Amt einige Verfügungen erlassen, die verschiedene Umweltregelungen lockern und insbesondere die Öl- und Kohleindustrie begünstigen. Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte gewährleisten Der neue US-Präsident bricht auch insofern mit George W. Bush, als er den Bürgerrechten, die sein Amtsvorgänger durch den nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erlassenen "Patriot Act" kontinuierlich abgebaut hat, wieder größere Bedeutung beimessen wird: "Es ist falsch, dass wir uns zwischen unserer Sicherheit und unseren Idealen entscheiden müssten." Denn die Gründungsväter haben, "bedroht von für uns unvorstellbaren Gefahren", eine Charta entworfen, um die Rechtsstaatlichkeit und die Menschenrechte zu gewährleisten. "Diese Ideale bringen immer noch Licht in die Welt, und wir werden sie nicht aus Berechnung aufgeben", betonte Obama. Aufruf zur internationalen Zusammenarbeit Außerdem will er wieder stärker mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten. Frühere Generationen hätten "Faschismus und Kommunismus nicht nur mit Raketen und Panzern besiegt, sondern mit starken Allianzen und ausdauernden Überzeugungen. Sie wussten, dass unsere Macht alleine uns nicht schützen kann, genauso wenig, wie sie uns erlaubt, zu tun, was wir wollen." Obama kündigte explizit an, zusammen "mit alten Freunden und früheren Feinden" daran zu arbeiten, "die atomare Bedrohung zu reduzieren und die Gefahr der Klimaerwärmung zurückzudrängen". George W. Bush hatte lange Zeit bestritten, dass der Klimawandel ein Problem ist, und sich auch geweigert, das Kyoto-Protokoll zu unterzeichnen. Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Recherchiert, wie die Medien über die fehlerhafte Vereidigung berichten. Warum war es wichtig, dass Obama den Amtseid korrekt ablegt? Lest euch die Antrittsrede genau durch und analysiert sie. Welche Probleme spricht Obama an und wie will er sie lösen, welche rhetorischen Mittel verwendet er und inwiefern greift er auf historische Texte zurück? Habt ihr euch die Amtseinführung im Fernsehen angeschaut? Wenn ja, was waren eure Eindrücke? Könnt ihr nachvollziehen, warum viele US-Bürger große Erwartungen an Barack Obama haben? Guantánamo-Verfahren zunächst bis Mai 2009 ausgesetzt Zunächst stoppte der neue Präsident sämtliche noch nicht in Kraft getretenen Verfügungen seines Amtsvorgängers. Dies ist allerdings ein übliches Vorgehen bei einem Präsidentenwechsel. Außerdem ließ er sämtliche Terrorismus-Verfahren im berüchtigten Gefangenenlager Guantánamo Bay zunächst auf Eis legen. Obama wies die Ankläger an, bei den zuständigen Militär-Sondergerichten eine vorläufige Aussetzung für 120 Tage zu beantragen, wie US-Medien berichteten. Dies solle "im Interesse der Gerechtigkeit" erfolgen, heißt es in dem Antrag des Verteidigungsministeriums. Damit machte der neue Präsident den ersten Schritt, um das umstrittene Gefangenenlager endgültig zu schließen. Das Ende von Guantánamo Bay Kurz darauf, an seinem zweiten Arbeitstags, ordnete Obama dessen Schließung innerhalb eines Jahres an. Bis dahin müssen Militär und Geheimdienste sämtliche Prozesse gegen Terrorverdächtige abschließen und die Gefangenen in ihre Heimatländer zurückgeschickt, freigelassen, in Drittländer oder eine andere US-Haftanstalt überstellt werden. Obama beauftragte Außenministerin Hillary Clinton, mit allen beteiligten Ländern zu verhandeln, um entsprechende Lösungen zu finden. CIA-Gefängnisse werden geschlossen und Foltermethoden verboten Obama hat sich auch mit den umstrittenen Aktivitäten des US-Geheimdienstes CIA befasst und angeordnet, die sogenannten CIA-Geheimgefängnisse, deren Existenz die CIA und die Bush-Administration nie zugegeben hatte, ebenfalls zu schließen. Zudem hat der neue US-Präsident dem Geheimdienst für die Zukunft jede Form von Folter verboten. Diplomatische Initiative im Nahen Osten Am zweiten Tag seiner Amtszeit hat Barack Obama weitere wichtige außenpolitische Entscheidungen getroffen: So ernannte er George Mitchell, einen ehemaligen Senator und Vermittler im Nordirland-Konflikt, zum Nahost-Sonderbeauftragen und kündigte eine offensive Friedensdiplomatie in der Krisenregion an. "Es wird die Politik meiner Regierung sein, sich aktiv und offensiv für einen dauerhaften Frieden zwischen Israel und den Palästinensern sowie zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn einzusetzen", sagte Obama bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Hillary Clinton. Abzug aus dem Irak wird vorbereitet Zudem hat Obama konkrete Schritte unternommen, um die US-Armee aus dem Irak abzuziehen - so wie er es im Wahlkampf versprochen hatte. "Ich habe die Militärführung aufgefordert, zusätzliche Pläne auszuarbeiten, die für den verantwortungsvollen militärischen Abzug erforderlich sind", heißt es in einer Erklärung. Obamas Sprecher Robert Gibbs hatte laut Süddeutsche Online zuvor gesagt, es werde "um die Ausarbeitung von Plänen zum Rückzug der Kampftruppen innerhalb von 16 Monaten" gehen. Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Sucht im Internet nach weiteren Informationen über Obamas erste Amtshandlungen und stellt sie in einer Übersicht zusammen. Überlegt, warum er gerade in diesen Bereichen so schnell aktiv wurde. Was hat es mit diesen CIA-Geheimgefängnissen auf sich? Diskutiert, wie mit den aus Guantánamo Bay freigelassenen Gefangenen umgegangen werden soll. Sollte Deutschland vielleicht einige von ihnen aufnehmen?

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Echar un vistazo a Cataluña: una investigación por Internet

Unterrichtseinheit

Katalonien ist eine der am häufigsten behandelten Regionen Spaniens. Dies hängt mit kulturellen und historischen Gegebenheiten zusammen: dem Modernismo, vertreten durch Gaudí in Barcelona, der Malerei Dalís oder den aktuellen politischen Veränderungen durch das neue Autonomie-Statut. Katalonien ist somit nicht von ungefähr Teil der Obligatorik des Zentralabiturs 2007 und 2008 in NRW.Die Internetrecherche zu Cataluña ist als thematische Einführung für etwa vier Doppelstunden konzipiert. Erfahrungsgemäß sind die Vorkenntnissen zu Katalonien sehr verschieden. Sie reichen vom Faktenwissen über Ferienerlebnisse bis hin zu einer groben geografischen oder rein fußballerischen Einordnung. Diese Internetrecherche soll vorhandene Kenntnisse integrieren und über erste gemeinsame Einblicke eine Ausgangsbasis für die weitere Kursarbeit schaffen. Neben der inhaltlichen Erarbeitung stehen sprachlich-methodisch der Ausbau der Präsentationstechniken sowie die Förderung der Lesestrategien im Vordergrund: Denn Internetrecherchen - seien sie nun Teil des Unterrichts oder privater Natur - erfordern den gezielten Einsatz von Techniken des schnellen Querlesens und des ausführlicheren Lesens und Verarbeitens von Detailinformationen, um beim Surfen nicht baden zu gehen. Die Vorteile einer Internetrecherche zur Einführung in die Thematik Kataloniens liegen auf der Hand: Ein reichhaltiges Angebot an spanischsprachigen Internetinformationen und schneller Zugriff auf aktuellste Informationen sind gegeben. Der Ausbau sprachlicher und methodischer Kompetenzen sowie Methodenreflexion, Kooperation, Selbsttätigkeit und Selbststeuerung durch die Schülerinnen und Schüler werden erreicht. Lehrplanbezug und Obligatorik des Zentralabiturs in NRW Abgesehen von der allgemeinen Relevanz und Brisanz Kataloniens für den Spanischunterricht fordern Lehrplan und Zentralabitur in NRW die Behandlung als Thema. Besondere didaktisch-methodische Schwerpunkte Neben dem Erwerb und der Anwendung von inhaltlichem und sprachlichem Wissen zu Katalonien werden besondere didaktisch-methodische Schwerpunkte verfolgt. Expertenpuzzle Die Methode des Expertenpuzzles gestaltet den kooperativen und kommunikativen Rahmen dieser Mikroeinheit. Begleitung und Auswertung der Gruppenarbeit Bei der Arbeit in den Gruppen stellt sich die Frage nach der Arbeitssprache und nach dem Maß der Hilfestellungen durch die Lehrperson. Beides wird abschließend evaluiert. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen grundlegende Kenntnisse über die Comunidad Autónoma de Cataluña erwerben. ihre erworbenen Kenntnisse sachlich adäquat im Kommentar zu einen Gedicht von Goytisolo anwenden. den thematischen Grund- und Aufbauwortschatz für eine spezifischere Kommunikation über Cataluña erweitern und im Austausch anwenden. ihre Kompetenzen in der Kooperation ausbauen. ihre Kompetenzen in der Präsentation und in der Retroalimentación erweitern, anwenden und festigen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Lesestrategien beim Suchen, Sichten und Lesen der für die Recherche relevanten Internetseiten gezielt anwenden und ausbauen. ihre Suchstrategien mithilfe prägnanter spanischer Suchbegriffe erweitern. Einblicke in Comunidad Autónoma Die Internetrecherche zu Katalonien vermittelt exemplarisch erste Einblicke in eine der wichtigen Comunidades Autónomas in Spanien. Zentral untersucht werden historische und kulturelle Gegebenheiten, die politische Situation, insbesondere die Frage nach dem Selbstverständnis der Katalanen, das sich in der Diskussion um das Autonomie-Statut widerspiegelt. Die historische Vertiefung ist erforderlich, um aktuelle Zusammenhänge nachvollziehen zu können. In diesem Kontext deckt die Internetrecherche fachlich und methodisch die Obligatorik des Lehrplans NRW (1999:17-23) und auch anderer Lehrpläne in folgenden Punkten ab: Ausbau der Sprachkompetenz nach dem Referenzrahmen (A2/B1) mit besonderer Fokussierung der Lesekompetenz sowie des monologischen und dialogischen Sprechens Spanien im 20. und 21. Jahrhundert Auseinandersetzung mit sprachlicher und kultureller Pluralität Explizit analytischer Umgang mit Texten Selbständige Erarbeitung komplexer Themen Erwerb sozialer und kooperativer Lernfähigkeiten Weitere Ziele werden bedient Darüber hinaus entspricht das Projekt den Zielen des Spanischunterrichts insofern, als es die Medienkompetenz entfaltet, den sachgerechten und kritischen Umgang mit Texten und Medien sowie selbstbestimmtes und kooperatives Lernen fördert (1999:7f.). Katalonien ist Teil der Obligatorik des Zentralabiturs 2007 und 2008 für den neubeginnenden Spanischkurs ab 11 in NRW, und zwar unter der Rubrik "La diversidad cultural, política y lingüística en España": La lengua como elemento unificador El bilingüismo castellano-catalán y sus reflejos en la sociedad con miras al pasado Vielschichtiger Kompetenzausbau Die methodisch-sozialen Schwerpunkte sind zum einen der Ausbau der Lesekompetenz und die damit einhergehende Reflexion der Verwendung von Lesestrategien. Zum anderen wird die Förderung von klasseninterner Kooperation unterstützt. Auch der Ausbau der Präsentationstechniken (monologisches und dialogisches Sprechen) wird erreicht. Dies sind demzufolge zugleich die Aspekte des Evaluationsbogens, mit dessen Hilfe der Lernprozess ausgewertet werden soll. Gelenkte Aufgabenstellung Die Recherche selbst ist als relativ offene Aufgabenstellung angelegt, in der die Schülerinnen und Schüler einen thematischen, organisatorischen und zeitlichen Rahmen gesetzt bekommen. Dieser erweist sich erfahrungsgemäß als sinnvoll und hilfreich für die Schülerinnen und Schüler des zweiten Lernjahres, damit sie sich sprachlich-situativ bewegen können und nicht überfordert werden. Hilfestellungen für die freie Arbeit Die enlaces sowie orientierende Stichworte geben Anregungen für die Recherche, die je nach Interesse natürlich darüber hinaus gehen kann. Neben der Lenkung bieten sich den Schülerinnen und Schülern viele Möglichkeiten, selbständig zu agieren, eigene Entscheidungen zu treffen und den Lernprozess gemeinsam zu gestalten. Die zeitlichen Angaben sind insofern eher als Orientierung zu betrachten. Insgesamt handelt es sich folglich um eine komplexe Aufgabenstellung, die erforderliche Lenkung und Hilfen bietet. Neue Formen des Lesens entdecken Der Lesekompetenz kommt bei der spät einsetzenden Fremdsprache eine zentrale Bedeutung zu. Im Rahmen der spiralcurricularen Gestaltung der Lernjahre bedarf es nach der Einführung einer fortwährenden Begleitung der Lesekompetenzen, insbesondere auch um im Spanischunterricht erworbene Strategien zu festigen und nicht in die alten Muster des Wort-für-Wort-Verstehens zurückzufallen. Scanning und Skimming Hier bietet sich eine Recherche im Internet in besonderer Weise an, denn aufgrund der Fülle an Informationen stellen Schülerinnen und Schüler schnell fest, dass für eine thematische Orientierung Scanning (Suche nach einer bestimmten Information oder einem Begriff) und Skimming (globale Sichtung einer Internetseite, um festzustellen, ob sie brauchbar ist) geeignet sind, nicht aber detailliertes Lesen. Diese Erfahrung ist es wert, reflektiert zu werden, damit sie auf andere Lesekontexte übertragen werden kann. Lesestrategien anwenden und bewusstmachen Die Intention dieser Internetrecherche bezüglich der Lesekompetenz ist, dass die Schülerinnen und Schüler bei der Sichtung der vorgeschlagenen Links sowie auf weiteren Internetseiten gezielt geeignete Lesestrategien anwenden und ihnen dabei die Unterschiede zwischen den beiden Lesestrategien nochmals vergegenwärtigt und bewusst gemacht werden. Zudem kann das Scanning im Internet durch die jeweilige Suchfunktion des Browsers (etwa mit der Tasten-Kombination Strg+F) unterstützt werden. Ergänzend zu diesen beiden Strategien des globalen Lesens kommt in der Auswertung der als essentiell und besonders informativ erachteten Seiten das detaillierte Lesen zum Tragen. Allerdings bleibt auch hier weiterhin globales Lesen erforderlich, wenn es um die Eingrenzung besonders relevanter Abschnitte geht. Hilfen für das detaillierte Erschließen Für das detaillierte Erschließen einzelner Abschnitte bieten sich als Hilfen sowohl Online-Wörterbücher als auch, falls größere Verständnisschwierigkeiten auftreten sollten, Online-Übersetzungen an, die zur Zeit noch den im Sinne der Mehrsprachigkeit durchaus begrüßenswerten Umweg über das Englische erforderlich machen. Die oben downloadbare Aufgabendatei liefert die Links zu den Hilfe-Werkzeugen. Das Expertenpuzzle ist eine schnelle, effektive Methode, um sich gemeinsam einen informativen Überblick über ein Thema zu verschaffen. Ein immenser Vorteil für den Sprachunterricht ist im hohen Sprachumsatz zu sehen, der in der Phase des Austauschs in den Stammgruppen gegeben ist. Bildung und Organisation der Stammgruppen Die Stammgruppen setzen sich mit der Recherche auseinander und entsenden Mitglieder in die Expertengruppen für die thematischen Schwerpunkte. Recherche von Spezialwissen in Expertengruppen Experten befassen sich zunächst in der Recherche vertiefend mit ihrem thematischen Schwerpunkt und bereiten eine Präsentation für den Austausch in den Stammgruppen vor. Austausch des Spezialwissens in den Stammgruppen Die von den Experten gewonnenen und anschaulich aufbereiteten Ergebnisse werden in thematisch gemischt zusammengesetzten Kleingruppen ausgetauscht, so dass ein hoher Sprachumsatz erfolgt. Alle Schülerinnen und Schüler sind gefordert, nach dem Prinzip des "Lernens durch Lehren" ihre Ergebnisse vorzustellen und somit ihre Präsentationstechniken in Kleingruppen anzuwenden und auszubauen. Der Schwerpunkt dieser Phase liegt somit auf der Reproduktion und dem Verstehen zur kooperativen Erlangung eines Grundwissens über Cataluña. Anwendung und Transfer Darüber hinaus enthält diese Phase ein Element des problemorientierten Transfers. Die Schülerinnen und Schüler vernetzen ihre Kenntnisse und wenden ihr gemeinsam zusammengetragenes Wissen an, um sich kritisch mit dem in dem Fragment aus der "Novísima oda a Barcelona" von José Agustín Goytisolo geäußerten Standpunkt auseinanderzusetzen. Vier Themen - vier Experten Die Organisation des Expertenpuzzles erfolgt in der Internetrecherche Cataluña ausgehend von den vier Teilthemen, die von den Experten vorbereitet werden und die in allen Stammgruppen vertreten sein sollten. Die Stammgruppen müssten folglich mindestens vier Teilnehmerinnen oder Teilnehmer enthalten, die sie in die Expertenteams entsenden. Flexible Gestaltung bei größeren Gruppen Es hängt von der jeweiligen Kursgröße ab, wie viele Stammgruppen gebildet werden können; in jedem Fall muss es sich um ein Vielfaches von vier handeln. Sollte dies nicht gerade aufgehen, können die Stammgruppen vergrößert werden und in diesem Falle zwei Experten für eines der Teilthemen entsenden. Dies erweist sich oft durchaus als Vorteil, wenn leistungsschwächere und leistungsstärkere Mitglieder der Stammgruppen auf diese Weise ein Expertenteam bilden können. Alternative: Experten aus dem Plenum Bei geringem Zeitkontingent besteht eine Alternative darin, direkt aus dem Plenum heraus die Expertengruppen zu bilden und danach die Stammgruppen zusammenzusetzen - hier muss man allerdings gut rechnen und bedenken, dass alle Expertengruppen die gleiche Anzahl an Mitgliedern haben sollten und dass eventuelle Zweierteams aus leistungsstarken und leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern als ein Mitglied zählen können. Informationsselektion Die Expertenteams reduzieren gemeinsam den Informationspool auf relevante Informationen und erstellen eine Präsentation mit einer Vorlage in der von ihnen gewählten Form. An dieser Stelle erhalten die Teams die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, da der Inhalt, also die zusammengestellten Informationen Vorrang, haben. Informationen aufbereiten Verfügen die Lernenden über gute Kenntnisse im Umgang mit einem Textverarbeitungsprogramm, können sie die Vorlage digital erstellen. Von Präsentationen mit PowerPoint oder als Homepage würde ich abraten, da es den zeitlichen Rahmen wahrscheinlich sprengen würde. Eine gute konventionelle Möglichkeiten bieten Folien oder Kopiervorlagen. Bezüglich der Präsentation empfiehlt es sich, je nach Lerngruppe Zeit für eine Probe, ein gegenseitiges Vortragen im Expertenteam oder auch mit einem Feedback durch die Lehrkraft, vorzusehen. Parallel: Vokabellisten erstellen Um die Kommunikation in den Stammgruppen zu erleichtern und um einen Beitrag zur Spracharbeit zu leisten, sollte das neue thematische Vokabular parallel zusammengestellt werden. Nach dem Expertenpuzzle besteht die Möglichkeit, das Vokabular aus allen Teilgruppen zusammenzutragen. Lernen durch Lehren Nach dem Prinzip "Lernen durch Lehren" werden die Informationen ausgetauscht. Die Experten übernehmen bei dem Vortrag ihrer Ergebnisse die Rolle der Lehrenden. Die Zuhörenden nehmen die Informationen als Lernende auf, stellen Rückfragen und geben eine Rückmeldung zum Vortrag. Das gemeinsame Klären von Rückfragen sowie die Retroalimentación sind Teil des Austauschs. Als Hilfestellung können sie den apoyo-Bogen nutzen. Kein Auswendiglernen oder Abschreiben Die Stammgruppenphase klingt unproblematisch; sie ist es jedoch nicht, sondern will gut überlegt sein. Denn ein didaktischer Stolperstein ergibt sich häufig dann, wenn die Anlage der Phase für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zum gegenseitigen, "kooperativen" Diktat bietet. Diesem Problem soll in der vorliegenden Unterrichtseinheit durch die anschließende Kommentierung der oda bilingüe mit dem Titel "Novísima oda a Barcelona" von Goytisolo begegnet werden. Informationen zur Interpretation nutzen Auf diese Weise besteht für die Stammgruppen eine inhärente Motivation, sich intensiv über alle Teilthemen auszutauschen, um zur oda bilingüe Stellung nehmen zu können. Zugleich findet in dieser Weiterverarbeitung des präsentierten und aufgenommenen Wissens, auch im Sinne der Nachhaltigkeit, eine Vernetzung statt. Es wird allerdings nicht erwartet, dass die Gruppen eine detaillierte Analyse des Fragments aus der "Novísima oda a Barcelona" vornehmen, sondern diese dient vielmehr als Diskussionsanlass über das Erarbeitete. Textalternativen Für die Weiterverarbeitung sind natürlich je nach Interesse und Fokus viele andere Texte denkbar, wie etwa weitere literarische Texte, andere Texte auf katalanisch oder aktuelle Pressemitteilungen. Die Aufgabenstellung der Gruppenarbeit ist so bemessen, dass sie eine komplexe Problemstellung enthält und von den Gruppen zu bewältigen ist. Selbstorganisation und Selbständigkeit Zur Förderung der Kooperationsfähigkeit sollen die Gruppen die Gelegenheit zu einer möglichst hohen Selbstorganisation und Selbständigkeit des Arbeitsprozesses erhalten. Die empirischen Erkenntnisse der Nürnberger Projektgruppe , die ich in meiner Praxis bestätigt gefunden habe, belegen, dass eine größtmögliche Zurückhaltung seitens der Lehrkraft in besonderer Weise förderlich für den Arbeitsprozess der Gruppen ist. Hilfestellung im Hintergrund Jede Interventionen seitens der Lehrkraft hat eine Neuorganisation durch die Gruppe zur Folge: Hinweise müssen aufgegriffen und verarbeitet werden. Da dies für die Gruppen zeitaufwändig ist, sollte stets überlegt werden, ob eine Intervention erforderlich ist, oder ob die Gruppen ihr Problem nicht selbst lösen können. Meist gelingt ihnen dies, und falls sie dennoch Schwierigkeiten haben sollten, besteht für die Gruppen die Möglichkeit, die Lehrkraft anzusprechen. Peer correction geht vor Lehrerkorrektur Im Zusammenhang mit der Spracharbeit kann zunächst auf die peer correction gesetzt und darüber hinaus ein zusätzliches Korrekturangebot je nach Leistungsvermögen der einzelnen Gruppen oder Lerngruppen gemacht werden. Dies erweist sich im Zusammenhang mit den Präsentationen als sinnvoll. Auch können die Präsentationen, sollen sie vorher geübt werden, vor der Lehrerin oder dem Lehrer vorgetragen werden. Spanisch als Arbeitssprache bei der Recherche: kein ausdrückliches Muss Der Fokus der Arbeit in den Expertengruppen liegt zunächst auf der Lesekompetenz. Insofern ist es in dieser ersten Phase verständlich, wenn die Schülerinnen und Schüler das Spanische als Arbeitssprache nicht konsequent einhalten. Meiner Ansicht nach würde die Lernsituation unter Umständen zu komplex geraten, würde man auf Spanisch als Arbeitssprache bestehen. Präsentationsplanung mit Spanisch als Arbeitssprache Anders sieht die Situation in der nachfolgenden Erstellung der Präsentationen aus. Hier ergibt sich aus der inhaltlichen und sprachlichen Vorbereitung heraus ein themenzentrierter Austausch. Das Spanische als Arbeitssprache ergibt sich somit quasi automatisch aus der Vorbereitung. Zudem ist eine Metakommunikation nur gelegentlich erforderlich. Gleichwohl sollten die Gruppen den Gebrauch des Spanischen kontrollieren und die ihnen bekannten Redemittel des español en clase verwenden. Reflexionen über das Spanische als Arbeitssprache Dass die Verwendung des Spanischen als Arbeitssprache in der Partner- oder Gruppenarbeit nicht ohne eine ständige Reflexion gelingt, wissen alle erfahrenen Kolleginnen und Kollegen. Da ich die Rolle eines "watchdog" für sehr unglücklich und nicht sinnvoll halte, erhalten die einzelnen Gruppen in meinem Unterricht für gewöhnlich Zeit für eine kurze Phase, um zu überlegen, wann es ihnen gut gelungen ist, Spanisch zu sprechen, an welchen Punkten es Schwierigkeiten gab und welche Maßnahmen oder Hilfen sie sich für die Verbesserung vorstellen können. Die Auswertung der Gruppenarbeit wird anhand von zwei (maximal drei) unterschiedlichen Positionen durchgeführt. Es ist zu erwarten, dass die Gruppen im Kommentar auf Folgendes Bezug nehmen: Verwendung der zwei Sprachen Kataloniens Historische und politische Veränderungen in der Franco-Diktatur und nach Francos Tod Selbstverständnis der Katalanen: Toleranz und Offenheit gegenüber Immigranten Rechercheergebnisse als Diskussionsansätze Die Aspekte werden die Gruppen wahrscheinlich unterschiedlich werten und gewichten. Sollten die Ergebnisse sich sehr ähneln, kann dies für die Diskussion ebenso fruchtbar sein. Wichtig ist, dass die Stichhaltigkeit der Aussagen auf der Grundlage des erworbenen Wissens diskutiert wird. Fachdiskussion und Ausblick An dieser Stelle können die Kommentare der übrigen Gruppen zur "oda bilingüe" in die Diskussion einbezogen werden. Weiterhin können offene Fragen besprochen und daraus eventuell neue Fragestellungen für den Folgeunterricht entwickelt werden. Abschluss der Einheit: die Evaluation Die Aspekte der Evaluation sind analog zu den Lernzielen der Unterrichtseinheit zu sehen. Der dementsprechend entwickelte Evaluationsbogen soll die Reflexion gezielt lenken und den Ausgangspunkt für das Evaluationsgespräch bilden. Dies bildet das entscheidende Element der Evaluation insofern, als es hier darum geht, Konsequenzen für die weitere Arbeit zu ziehen. Weitergehende Evaluationsergebnisse Neben der Förderung der Methodenbewusstheit, der Reflexion der Kompetenzen in der Internetnutzung, der internetbezogenen Lesestrategien, der Eigentätigkeit und der Kooperationsfähigkeit kann hier weiterer Lernbedarf ermittelt werden. Gleichzeitig erfolgt eine Retroalimentación seitens der Lerngruppe zur Internetrecherche, die Hinweise für die Durchführung weiterer Internetrecherchen ergeben kann. Schließlich bietet sich Raum für die Reflexion der Verwendung des Spanischen als Arbeitssprache in der Gruppenarbeit sowie im Zusammenhang mit der Internetnutzung, um diese mit der Lerngruppe konsequent weiterzuentwickeln.

  • Spanisch
  • Sekundarstufe II

Büchner: Woyzeck

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zu Georg Büchners Drama "Woyzeck" erleichtern Methoden der kreativen Textanalyse und die Online-Recherche zu Autor und Werk das Textverständnis.Georg Büchners "Woyzeck" ist ein Text, der Schülerinnen und Schülern trotz seiner Kürze ungeheuer sperrig erscheint. Nicht selten lautet der einzige Kommentar nach dem ersten Lesen: "Was soll denn das? Ich versteh' kein Wort!" Gleichzeitig ist es ein Text, der herausfordert, zur Auseinandersetzung reizt und bei dem alle Kursmitglieder die Möglichkeit haben, allmählich ein eingehendes Textverständnis zu entwickeln, wenn sie den Text analysieren und ihr Wissen über den zeitgenössischen Hintergrund und die Gattung Drama einbeziehen. Kognitiver und emotionaler Zugang Im Mittelpunkt der Unterrichtsreihe steht die möglichst selbstständige Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem Drama. Dabei geht es sowohl um die Erarbeitung wesentlicher Inhalte und Konstellationen im Text als auch um seine Einordnung in den historischen Kontext. Um eine Annäherung an das Stück zu erleichtern, kommen verstärkt produktionsorientierte Verfahren zum Einsatz, die neben der rein kognitiven Auseinandersetzung einen emotionalen Zugang ermöglichen. Digitale Medien nutzen Dem Internet kommt dabei als Recherchemedium eine wichtige Rolle zu. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Fähigkeit erweitern, sich zielgerichtet zu informieren. Diese Recherche geschieht teils vorstrukturiert, teils frei. Des Weiteren nutzt der Kurs das im Internet vorhandene Angebot frei zugänglicher Textsammlungen, um eine "Neuausgabe" des Dramas (per Textpuzzle) zu erstellen. Personenkonstellationen im Drama Textarbeit mit Regieanweisungen und Rollenbiographien Büchner und seine Zeit Textanalyse unter Einbeziehung der historischen und biographischen Hintergründe Ursachenforschung: Mord und Motiv Das Leitmotiv Armut und die Sprache der Figuren Sprache und Drama Eine "Neuausgabe" mit digitaler Technik Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nähern sich durch eigene Aktivitäten dem Text an. geben Inhalte und Personenkonstellationen des Textes wieder und analysieren sie. lernen verschiedene handlungsorientierte Verfahren der Tetxanalyse kennen (Standbilder, Rollenbiographien). versetzen sich in einzelne Personen des Stückes hinein. nehmen die Perspektive eines Regisseurs ein und schreiben eigene Regieanweisungen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Internet als Recherchemedium, um Informationen zum historischen Hintergrund und zum Autor zu sammeln. lernen eine große Online-Textsammlung kennen und arbeiten mit ihr. nutzen ein Textverarbeitungsprogramm kreativ zur Herausgabe eines neuen Dramen-Textes (per Textpuzzle). präsentieren ihre Ergebnisse mit digitalen Folien (fakultativ). Erste Barrieren überwinden Die Schülerinnen und Schüler lassen sich unvorbereitet auf den Text ein. Sie formulieren erste Fragen und Eindrücke. Da viele von ihnen ähnliche Fragen und Verständnisschwierigkeiten haben, verlieren sie ihre Scheu, sich offen zu dem Drama zu äußern und sich mit ihm auseinander zu setzen. Fragen und Eindrücke sammeln Die Szene "Freies Feld. Die Stadt in der Ferne" wird gemeinsam laut mit verteilten Rollen gelesen. Anschließend halten die Schülerinnen und Schüler auf Karten in zwei verschiedenen Farben gut lesbar zum einen Fragen an den Text und zum anderen erste Eindrücke fest. Die Karten werden einzeln nach vorn gebracht, vorgelesen, gegebenenfalls erläutert und auf eine Stellwand gepinnt. Dort können sie im Verlauf der Unterrichtsreihe hängen bleiben, damit am Schluss nochmals der Bezug zu ihnen möglich ist. An die Vorstellung der Karten schließt sich ein von den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gesteuertes Gespräch über den Inhalt der Karten an. Erste allgemeine Lektüre Die Klasse bekommt die allgemeine Aufgabe, das Stück zu lesen und nach dem eigenen System Wichtiges, Unverständliches und andere Auffälligkeiten zu markieren. Im weiteren Verlauf der Reihe werden diese Punkte aufgegriffen, erklärt oder diskutiert. Erschließende Fragen entwickeln Die Schülerinnen und Schüler betrachten die zentrale Szene des Stückes ("Abend. Die Stadt in der Ferne") näher. Sie werden sich der dichten Atmosphäre dieser Szene bewusst und entwickeln von ihr ausgehend Fragestellungen, die ihnen helfen, das Stück zu erschließen. Die Klasse liest mit verteilten Rollen, äußert Eindrücke, stellt Fragen und beantwortet sie. In Arbeitsgruppen bekommt die Klasse den Auftrag, Regieanweisungen zu der Szene zu verfassen (siehe Arbeitsblatt 1). Die Regieanweisungen werden im Folgenden vorgestellt und verglichen. In der nachfolgenden Diskussion kann auch die Bedeutung einzelner Anweisungen - wie zum Beispiel der Punkt, ob und wo Woyzeck und Marie sich hinsetzen, ob sie sich berühren oder nicht - zu einer fruchtbaren Auseinandersetzung mit zentralen Punkten des Textes führen. Im anschließenden Unterrichtsgespräch wird die Frage erörtert, warum es zu dem Mord kommt; wichtige Aspekte werden an der Tafel festgehalten. Mögliche Stichworte wie "Eifersucht" oder "Wahnsinn" führen direkt zu zentralen Aspekten und Szenen, die in den folgenden Stunden Thema sein werden. Hausaufgabe zur Stunde Die Personen Marie, Magreth, Hauptmann, Tambourmajor, Andres, Karl und Doctor werden an die Schülerinnen und Schüler verteilt mit der Aufgabe, eine Rollenbiographie zu verfassen (siehe Arbeitsblatt 2). Rollen- und Perspektivenwechsel Die Schülerinnen und Schüler tragen ihre Hausaufgabe vor, indem sie in die Rolle einer Person des Stückes schlüpfen und sich aus dieser Perspektive vorstellen. Der Rest der Lerngruppe erhält jeweils Gelegenheit, Fragen an die Person zu stellen. Natürlich sollte im Anschluss das Feedback zu der erstellten Rollenbiographie nicht zu kurz kommen. Nachdem die wesentlichen Personen bekannt sind und eine erste Reflexion über sie stattgefunden hat, geht es im zweiten Schritt darum, die Beziehungen zwischen den Personen, die teilweise in den Rollenbiographien angesprochen wurden, darzustellen. Das kann zum Beispiel in einer arbeitsgleichen Kleingruppenarbeit geschehen. Jeweils vier bis fünf Personen erhalten etwa folgende Arbeitsanweisung: Erstellen Sie eine grafische Darstellung der Beziehungen zwischen den Personen im "Woyzeck". Achten Sie dabei darauf, wer mit wem überhaupt in Beziehung steht und welcher Art diese ist. Halten Sie Ihr Arbeitsergebnis in möglichst übersichtlicher Form auf einer Folie fest. Ein Soziogramm entsteht Zu erwarten sind Ergebnisse in Form eines Soziogramms, oftmals mit Woyzeck als Zentrum. Bei der Besprechung kann dies genutzt werden, um das Fragmentarische des Dramas anzusprechen. Woyzeck ist dabei das verbindende Glied. Der Vorteil einer digitalen Präsentation ist, dass durch die Animation verschiedene Entwicklungsstufen deutlich gemacht werden können. Aber auch die traditionelle Folie ist möglich, wobei gegebenenfalls verschiedene Folien übereinander gelegt werden. Hausaufgabe: Vorbereitende Recherche Als Hausaufgabe erhält der Kurs eine geleitete Rechercheaufgabe: "Wie sah die politische und soziale Lage im Deutschen Bund um 1830 aus?" (siehe Arbeitsblatt 3). Ihre Ergebnisse sollen die Schülerinnen und Schüler frei in einem Kurzvortrag präsentieren. Alternativ kann dieses Thema als Referatsthema vergeben werden. Dann sollte zusätzlich ein Schwerpunkt auf die Heimat Büchners (Hessen) gelegt werden. Zentrale Phänomene der Zeit um 1830 Die Schülerinnen und Schüler stellen ihre Ergebnisse zum historischen Hintergrund des "Woyzeck" vor. Aus dem Vorgetragenen wird ein Tafelbild erstellt zu Stichworten wie Armut, Unterdrückung, fehlender Zentralstaat und so weiter. Natürlich muss dies in der Kürze der Zeit recht oberflächlich geschehen. Als Quelle erhält die Klasse den Steckbrief, mit dem Büchner ab 1835 gesucht wurde. Er veranschaulicht die politische Lage und die Position, die Büchner dazu bezog. Freie Online-Recherche Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit der Person des Autors vertraut, indem sie anhand eines Fragebogens (Arbeitsblatt 4) Fakten zu seinem Leben recherchieren. Manche Detailfragen dienen dazu, dass die Schülerinnen und Schüler verschiedene Quellen suchen und genau lesen. Das Angebot zu Büchner im Internet ist groß. Eine freie Recherche ist daher möglich, in jedem Fall aber sollten die Schülerinnen und Schüler ihre Online-Quellen angeben und sie anschließend im Unterricht besprechen. Allgemeine Nachschlagewerke wie die Online-Textdatenbank Gutenberg oder x-libris sollten sie notieren, damit sie darauf bei späteren Recherchen zu anderen Autoren oder Werken zurückgreifen können. Informationsquellen vergleichen und überprüfen Generell sollte den Schülerinnen und Schülern bewusst sein, dass die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia eine immense Informationsfülle bietet, die Qualität einer Quelle aber immer besser an weiteren Quellen gemessen werden sollte. Webseiten wie die eines Fachwissenschaftlers bieten eine andere Verlässlichkeit als die eines Referates oder einer Facharbeit, auf die man im Internet bei Standardthemen wie dem "Woyzeck" schnell stößt - und die zum Teil nur kostenpflichtig als Download zur Verfügung stehen. Was die Nachwelt erinnern sollte ... Anschließend wird die letzte Frage des Recherchebogens diskutiert: "Was hätte Büchner sich wohl gewünscht, dass die Nachwelt über ihn weiß?" Hier sollten seine Leistungen in drei Bereichen - in der Medizin, in der Literatur und als Revolutionär - benannt werden. Schließlich lassen sich Verbindungen zwischen diesen drei Aspekten und dem "Woyzeck" herstellen, zum Beispiel bei dem im Stück beschriebenen Versuch der Erbsendiät. Vorbereitende Hausaufgabe Die Aufgabe zu dieser Stunde lautet: "Analysieren Sie die Szenen 4, 5, 8, 15, 17 unter der Fragestellung: Wie kommt Armut vor und welche Bedeutung hat sie in dem Stück?" Armut im Fokus Die Stunde wird eröffnet mit einer Blitzlichtrunde zum Thema "Woran denken Sie beim Thema Armut?", an die sich ein offenes Unterrichtsgespräch anschließt. Darauf folgt die Besprechung der Hausaufgaben. Bei Bedarf können einige Attribute der Armut an der Tafel gesammelt werden, wie zum Beispiel das "Stückchen Spiegel" (Szene "Kammer"). Bei der Frage nach der Bedeutung der Armut im Stück muss ihre zentrale Rolle herausgearbeitet werden. Insbesondere ist zu diskutieren, inwiefern sie als ein Mordmotiv gelten kann. Woyzeck - Hauptmann - Doktor Im Mittelpunkt der Stunde steht die Beziehung zwischen Woyzeck und dem Hauptmann beziehungsweise dem Doktor. In einem ersten Schritt bekommen die Schülerinnen und Schüler den Auftrag, zu einer Szene ein Standbild zu bauen (siehe Arbeitsblatt 5). Dazu wird die Lerngruppe in vier Gruppen eingeteilt, von denen je zwei denselben Arbeitsauftrag erhalten. Die Beschreibung und Interpretation der Standbilder ergibt bereits erste Aufschlüsse über das Verhältnis der Personen. Dabei sollten zunächst die Nicht-Beteiligten beschreiben, was sie gesehen haben, und dann die Spieler erklären, wie sie sich gefühlt und warum sie das Bild auf diese Weise gebaut haben. Im zweiten Schritt erfolgt die genauere Textarbeit, mit der die wahrscheinlich eher intuitive Darstellung in den Standbildern abgerundet wird. Vorbereitende Hausaufgabe Vorentlastend bearbeitet der Kurs die folgende Aufgabe: "Nehmen Sie sich noch einmal die Figur vor, über die Sie die Rollenbiographie geschrieben haben. Lesen Sie gründlich, was diese Person im Drama sagt und versuchen Sie ihre Sprache zu beschreiben." Die Schülerinnen und Schüler stellen in der Stunde dann vor, was sie zur Sprache ihrer Figur erarbeitet haben. Die gemeinsamen Merkmale werden an der Tafel gesammelt: dialektale Anklänge, häufig kurze, unvollständige Sätze, die Figuren reden aneinander vorbei, Gebildete reden häufig in hohlen Phrasen und vieles mehr. Die Bedeutung dieses Befundes für das Drama wird im Unterrichtsgespräch erörtert. Vorbereitende Hausaufgabe Die Schülerinnen und Schüler bekommen einen Text, der die Typisierung von offenem und geschlossenem Drama erläutert, und bereiten ihn inhaltlich vor. (Ein solcher Text ist in der Woyzeck-Ausgabe aus dem Schöningh-Verlag enthalten, siehe "Externe Links" auf der Startseite dieser Unterrichtseinheit.) Offenes Drama und Fragment In arbeitsteiliger Gruppenarbeit werden die wesentlichen Merkmale der offenen beziehungsweise der geschlossenen Form auf einer Folie (in herkömmlicher Form oder mit PowerPoint) festgehalten. Sie werden nacheinander präsentiert, so dass sich ein Gesamtbild ergibt. Im Unterrichtsgespräch diskutiert die Gruppe die Zuordnung des "Woyzeck" zu diesen Idealtypen. Dabei wird sich herausstellen, dass er eindeutig der offenen Form zuzuordnen ist. Die Lehrkraft kann Informationen zum Fragmentcharakter und zu den verschiedenen Fassungen ergänzen. Dadurch wird klar, dass die in der Textausgabe vorgestellte zwar eine gut begründete, aber nicht unbedingt die "richtige" Fassung des Stückes ist. Das bereitet die kommende Stunde vor, in der die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Dramen-Fassung erstellen sollen, allerdings beschränkt auf die in der Lesefassung enthaltenen Szenen. Grundlage dafür ist die Online-Fassung des Textes im Gutenberg-Projekt. Gutenberg.spiegel.de: Woyzeck Der Online-Text stimmt mit einer Verfilmung überein, in der Klaus Kinski die Hauptrolle spielte. Schülerinnen und Schüler als Herausgeber Gegenüber den gängigen Textausgaben enthält die Fassung des Gutenberg-Projekts eine veränderte Reihenfolge, die im Übrigen als philologisch überholt gilt. Das erleichtert den Einstieg in diese für Schülerinnen und Schüler ungewohnte Aufgabe. Die Arbeit am Computer bietet den Vorteil, dass die Szenen "real" mit wenig Aufwand verschoben werden können. Würde diese Aufgabe ausgehend von der Printform gestellt, fiele es deutlich schwerer, die Wirkung der vorgenommenen Veränderungen einzuschätzen, denn der Text ist in der veränderten Version nicht sofort einsehbar. Die Aufgabenstellung für den Kurs lautet: "Laden Sie sich die Gutenberg-Fassung des Dramas - am besten in der Druckversion - in eine Word-Datei herunter. Setzen Sie für eine bessere Übersichtlichkeit Seitenumbrüche, so dass jede Szene auf einer eigenen Seite anfängt. Erstellen Sie durch das Verschieben der Szenen Ihre eigene Fassung und eine Übersicht über dieselbe. Begründen Sie Ihre Änderungen." Ergebnisdiskussion auf dem Marktplatz Die Schülerinnen und Schüler haben in Form eines Marktplatzes Gelegenheit, ihre Arbeitsergebnisse zu präsentieren und die der anderen kennen zu lernen. Anschließend werden in einem offenen Gespräch die Erfahrungen bei der Erstellung der eigenen Textfassung und die Einschätzung der verschiedenen "Neuausgaben" zur Sprache gebracht. Dabei kommt sicherlich eine Diskussion über das Für und Wider einzelner Fassungen auf, die sich hervorragend eignet, um noch einmal ins Zentrum des Dramas vorzustoßen, zentrale Aspekte zu wiederholen beziehungsweise in neuem Licht zu betrachten.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I

Religionsmonitor

Unterrichtseinheit

Der Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung ist ein Online-Angebot, das die Ausprägung von Religiosität untersucht. Dieser Beitrag mit verschiedenen Vorschlägen für das Fach Religion hilft, den Religionsmonitor in den Unterricht zu integrieren. Nach der zwanzigminütigen Online-Befragung ist ersichtlich, wie religiös die Person ist, die den Religionsmonitor durchlaufen hat. Wie zuverlässig oder sinnvoll eine solche Bewertung von Religiosität ist oder sein kann, wird in dieser Unterrichtseinheit besprochen, in die die Arbeit mit dem Religionsmonitor eingebettet ist. Neben dem Bewusstsein für die eigene Religiosität erwerben die Lernenden Kompetenzen aus dem Bereich der Statistik sowie Kritikfähigkeit hinsichtlich derartiger Befragungen. Da der Glaube mit seinen Ausdruckformen und Ausprägungen in den Lehrplänen der meisten Länder als Unterrichtsthema gefordert wird, eignen sich diese Vorschläge für den Einsatz in vielen Klassen und Kursen. Die folgenden sechs Elemente der Unterrichtseinheit lassen sich in der Regel als Einzelstunden umsetzen. Eventuell könnte das erste Thema "Jahrmarkt der Heilsangebote" mehr als eine Stunde beanspruchen, wenn alle Schülervorträge ausführlich in den Unterricht eingebunden werden. Eine abschließende Gruppenauswertung des Religionsmonitors zum Ende der Reihe ist nicht vorgesehen, weil bei einer durchschnittlichen Klassenstärke von 20 bis 30 Lernenden keine repräsentativen Aussagen möglich sind. 1. Jahrmarkt der Heilslehren Unter Heil verstehen wir Sinn, Glück und Zufriedenheit. Zum Einstieg in die Einheit kann sich ein Blick auf verschiedene Heilslehren anbieten. 2. Kerndimensionen des Glaubens Wenn man innerweltliche und partikuläre Heilslehren außer Acht lässt, bleiben mehrere Hochreligionen der Welt, unter denen der Mensch scheinbar die freie Auswahl hat. 3. Religionsmonitor Um den Lernenden eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung der eigenen Religiosität zu ermöglichen, wird der Religionsmonitor in Einzelarbeit durchlaufen. 4. Hinterfragung Damit die Fragen zur Religiosität nach dem bloßen "Durchklicken" nicht verpuffen, ist ein eingehendes Hinterfragen der Ergebnisse des Religionsmonitors unabdingbar. 5. Religiosität in Deutschland Im Vergleich mit den Ergebnissen für Deutschland lässt sich feststellen, ob die Lerngruppe "im Trend" liegt oder davon abweicht. 6. Vergleich mit anderen Online-Umfragen zur Religiosität Online-Umfragen sind im Web 2.0 en vogue. Einige Beispiele werden hier untersucht, was sich als optionaler Abschluss der Unterrichtseinheit anbietet. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Religion und Religiosität aus unserem Alltag nicht wegzudenken sind. erhalten einen Überblick über Merkmale der großen Weltreligionen. bauen eine Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der eigenen Religiosität auf. erweitern ihre Fähigkeit zur Auswertung von Balkendiagrammen und zur Interpretation statistischer Ergebnisse. entwickeln eine kritische Haltung gegenüber statistischen Erhebungen entwickeln. Neben den klassischen Religionen bewerben sich zunehmend politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche sowie esoterische Anschauungen und Verhaltensweisen um den Anspruch, den Menschen dieses Heil zu vermitteln. Das breite Spektrum dieser unterschiedlichen Angebote soll durch eine Präsentation der unterschiedlichen Symbole bewusst gemacht werden. Motivation Die symbolische Darstellung verschiedenster Heilslehren oder Heilsansätze wird mit der Datei "Symbole für verschiedene Heilslehren" projiziert. Bekannte Symbole werden von den Schülerinnen und Schülern wiedererkannt. Unbekannte Symbole werden von der Lehrkraft kurz genannt und erklärt. Schülerarbeit/Recherche Die Schülerinnen und Schüler suchen sich aus einer Anzahl von Rollenkarten mit Heilslehren (Datei religionsmonitor_1_rollenkarten.doc) diejenige heraus, für die sie sich besonders interessieren. Bei Bedarf können die Karten mehrfach kopiert werden; es können auch zwei Lernende mit einer Karte arbeiten. Mithilfe der jeweils angegebenen Internetadresse informieren sich die Lernenden über das jeweils auf der Karte angebotene "Heil" und notieren sich Stichpunkte. Schülervortrag Die Schülerinnen und Schüler stellen das Heilsangebot, über das sie sich informiert haben, kurz im Plenum vor. Abschluss Die zweite Seite von Arbeitsmaterial 1, "Religionen und Weltanschauungen", wird gezeigt. Die Lernenden können darauf erkennen, dass es sogenannte Hochreligionen gibt, deren Bezeichnung direkt auf dem Farbkreis liegt. Weitere jenseitsorientierte Gruppierungen befinden sich innerhalb des Kreises, während diesseitsorientierte Weltanschauungen und Haltungen außerhalb des Kreises liegen. Ferner wird durch den Farbkreis dargestellt, dass sich die einzelnen Hochreligionen durch ihr Gottesbild und die Anzahl der jeweils angenommenen Götter unterscheiden: Pantheismus - Polytheismus - Henotheismus - Monotheismus - Atheismus (Buddhismus), wobei sich der Kreis bei den beiden großen asiatischen Religionen Hinduismus und Buddhismus schließt. Obwohl die Erziehung einen großen Einfluss auf die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft hat, kann der mündige Erwachsene bestimmten Glaubenssätzen eher zustimmen als anderen. Welche Kerndimensionen des Glaubens unsere tatsächliche Religiosität bestimmen, soll durch ein Polaritätsprofil ermittelt werden. Die Arbeitsblätter "Ein Gott - drei Glaubensbekenntnisse?" und "Kerndimensionen des Glaubens" der Datei Religionsmonitor-2-Credos.doc (Seiten 1 und 3) müssen in ausreichender Anzahl vervielfältigt oder als zu bearbeitende Dokumente zur Verfügung gestellt werden. Wiederholung/Motivation In Erinnerung an den Farbkreis der letzten Stunde (Hochreligionen - innerweltliche und esoterische Weltanschauungen) werden die Lernenden an die Konzentration auf die monotheistischen Offenbarungsreligionen herangeführt. Schülerarbeit Die Schülerinnen und Schüler bewerten verschiedene Glaubensbekenntnisse und werden sich dadurch ihrer eigenen Glaubenseinstellung bewusster. Tafelanschrift Im gemeinsamen Gespräch mit der Lehrkraft (Fragen in der Datei Religionsmonitor-2-Credos, Seite 2) werden die Kerndimensionen des Glaubens, wie sie im Religionsmonitor genannt werden, erarbeitet. Schülerarbeit Die Tafelanschrift wird auf das 2. Arbeitsblatt "Kerndimensionen des Glaubens" übertragen. Danach fertigen die Schülerinnen und Schüler ein Polaritätsprofil an, aus dem ihr individueller Zugang zur Religiosität ersichtlich wird. Wichtig: Beim Polaritätsprofil gibt es keine richtige oder falsche "Lösung", denn es stellt eine subjektive und daher immer gültige Visualisierung persönlicher Einstellungen dar. "Eine angemessene Beurteilung kultursoziologischer Aspekte von Religiosität setzt eine Erfassung und Abbildung religiöser Tendenzen und Dynamiken voraus, die sich auf umfassende und aussagekräftige Daten stützt. Die Bertelsmann Stiftung hat deshalb mithilfe von Religionswissenschaftlern, Soziologen, Psychologen und Theologen ein Instrument entwickelt, das aufbauend auf vorhandenen Erhebungen die verschiedenen Dimensionen von Religiosität in der modernen Gesellschaft tiefergehend als bisher untersucht: den Religionsmonitor" (Quelle: Bertelsmann Stiftung ). Organisation Alle Schülerinnen und Schüler sollten möglichst einen eigenen Computer mit Internetzugang zur Verfügung haben, um die Umfrage individuell durchführen zu können. Bei zu großen Lerngruppen ist eine Teilung zu empfehlen, da Partner- oder Gruppenarbeit am Religionsmonitor unzweckmäßig ist. Es sollte die Möglichkeit bestehen, das Ergebnis der Umfrage individuell zu speichern (etwa auf einem USB-Stick oder in der privaten Dateiablage) oder auszudrucken. Fragenkatalog Zur Information der Lehrkraft sind die Fragen und möglichen Antworten, die im Religionsmonitor vorkommen, in der Datei Religionsmonitor-3-Fragenkatalog.doc aufgelistet. Zum Einstieg wird der "Erklärfilm zum Religionsmonitor" gezeigt oder an Einzelrechnern gesehen. Bertelsmann Stiftung: Erklärfilm zum ''Religionsmonitor'' Mit der Frage, welche der im Film gezeigten Szenen einen direkten Bezug zum Religionsmonitor aufweisen, wird auf die Analyse der eigenen Ergebnisse übergeleitet. youtube.com: Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung Eventuell kann der "Erklärfilm zum Religionsmonitor" von der Bertelsmann-Seite oder bei YouTube heruntergeladen werden, damit er ohne das ablenkende "Drumherum" der jeweiligen Webseiten angesehen werden kann. Vorbemerkung Die Umfrage dauert etwa 20 Minuten und verläuft vollständig anonym, also ohne Angabe persönlicher Daten. Die Erhebung sämtlicher abgefragter Informationen erfolgt zu rein wissenschaftlichen Zwecken. Die einzelnen Fragen müssen beantwortet werden, um zur nächsten Frage zu gelangen. Wer keine Antwort geben möchte, wähle bitte "weiß nicht / keine Angabe" aus. Schülerarbeit Die Schülerinnen und Schüler geben die Internet-Adresse des Religionsmonitors, religionsmonitor.com , ein. In der Mitte der Seite ist auf den Link "Zur Umfrage" zu klicken, um zum Religionsmonitor zu gelangen. Die Lehrkraft sollte in den folgenden etwa 20 Minuten auf keine inhaltlichen Fragen eingehen, sondern sich auf eventuell notwendige technische Hilfestellung beschränken. Ergebnis Die Lernenden sollten nun genügend Zeit erhalten, ihr persönliches Religiositätsprofil, das vom Religionsmonitor erstellt wird, zu studieren. Dazu muss es gespeichert oder gedruckt werden. Zur fundierten Hinterfragung der Ergebnisse gehört zunächst die individuelle Auseinandersetzung mit den eigenen Ergebnissen, die am besten in einer häuslichen Nacharbeit geleistet werden kann. Dann können eventuelle Unklarheiten oder stark abweichende Ergebnisse mit einem Beispiel im Unterricht verglichen und interpretiert werden. Schließlich sind auch mögliche Stärken und Schwächen der Online-Befragung bewusst zu machen. Unterrichtsgespräch Mithilfe der projizierten Seiten des Dokuments oder der vorbereiteten Folien werden die einzelnen Ergebnisse des Religionsmonitors gemeinsam besprochen. Die Hinweise auf der ersten Seite der Datei Religionsmonitor-4-Auswertung dienen der Information der Lehrkraft. Bei der Besprechung ist darauf zu achten, dass die religiösen Gefühle einzelner Mitglieder der Lerngruppe nicht verletzt werden. Schülerarbeit/Recherche Mit Fragen nach der Glaubwürdigkeit und Bedeutung der Ergebnisse wird auf mögliche Stärken und Schwächen des Religionsmonitors hingewiesen. wikipedia.de: Religionsmonitor Die Lernenden informieren sich in einem Wikipedia-Artikel über positive und negative Kritikpunkte an der Fragestellung und setzen diese Kritik in Bezug zu den Ergebnissen in der Lerngruppe. Abschluss der Stunde oder Hausaufgabe Die Schülerinnen und Schüler formulieren eigene Fragen zur Religiosität oder verbessern einzelne Fragen aus dem Religionsmonitor. Dabei kann es nicht darum gehen, eine weitere Befragung zu konzipieren, vielmehr sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, wie schwierig es ist, die Religiosität durch die Antworten auf punktuelle Fragen zu bestimmen. Gegebenenfalls lassen sich Gründe für die Ergebnisse in der Klasse ausmachen, zum Beispiel historische Gründe (atheistische Erziehung in den Bundesländern der ehemaligen DDR) oder ethnische Gründe (Migration). Das Arbeitsblatt Religionsmonitor-5-Fazit ist in ausreichender Anzahl zu vervielfältigen. Für die Recherche müssen Computer mit Internetanschluss zur Verfügung stehen, es sei denn, die auf dem Arbeitsblatt verlinkten PDF-Dateien können im Intranet der Schule zugänglich gemacht werden. Motivation Durch eine kurze Recherche im Internet kommt man zur Präsentation der Ergebnisse des Religionsmonitors. Dabei handelt es sich um eine 288-seitige Broschüre mit folgenden bibliografischen Angaben: Religionsmonitor 2008. Hg. von der Bertelsmann Stiftung. Gütersloher Verlagshaus 2007 (ISBN-13: 978-3579064659). In diesem Umfang können die Ergebnisse in der Schule nicht aufgearbeitet werden, aber einige Fakten werden exemplarisch herausgegriffen. Schülerarbeit Mithilfe des vorbereiteten Arbeitsblatts werden einige Ergebnisse des Religionsmonitors bewusst gemacht. Dabei sollen die Lernenden bestimmte Fakten in einem online zugänglichen Text finden und auf dem Arbeitsblatt zuerst in einem Lückentext, dann stichpunktartig exzerpierend festhalten. Abschluss Eine Schülerin oder ein Schüler referiert kurz die Ergebnisse der Schülerarbeit. Dann werden die Ergebnisse des Religionsmonitors in der Lerngruppe zu den "objektiv" festgestellten Ergebnissen in Beziehung gesetzt: Wo finden sich Übereinstimmungen? Wo gibt es Abweichungen? Lassen sich Gründe dafür benennen? Auf diese Fragen kann es keine generelle Antwort geben, sondern Antworten müssen individuell in der Lerngruppe durch Diskussion oder Lehrer-Schüler-Gespräch gefunden werden. Nicht alle Umfragen und Tests zu religiösen Themen im Netz sind gleichermaßen seriös. Der Vergleich einiger Beispiele, darunter auch zwei aus dem englischsprachigen Raum, mit dem Religionsmonitor soll zeigen, welche Bedeutung solchen Umfragen beizumessen ist und welches dieser Angebote am ehesten den Anspruch von Wissenschaftlichkeit erfüllt. Motivation "Ganz Deutschland wird getestet. Wird wirklich alles getestet? Nein! Der kulturelle Bereich, zu dem auch die Religion gehört, scheint von der Stiftung Warentest noch nicht entdeckt zu sein. Diese Lücke soll in der kommenden Stunde geschlossen werden." - Mit dieser Ankündigung, die sprachlich an die Einleitung der klassischen Asterix-Comics angelehnt ist, wird einerseits auf die verbreitete "Testeritis" hingewiesen, andererseits darauf vorbereitet, dass sich der Religionsmonitor einem Vergleich mit thematisch ähnlichen Online-Angeboten stellen soll. Stundenverlauf Mithilfe des Arbeitsblattes probieren die Schülerinnen und Schüler verschiedene Online-Angebote aus und tragen ihre Ergebnisse in die vorbereitete Tabelle ein. Eventuell ist eine Aufteilung in Gruppen sinnvoll, da der Umfang der "Tests" stark schwankt. Die englischsprachigen Tests sollten möglichst von einer Englisch sprechenden Lehrkraft begleitet werden, können aber auch weggelassen werden. Die letzte Zeile auf dem Arbeitsblatt bezieht sich auf den Religionsmonitor. Die Angaben zu diesem Test sollten ohne nochmalige Recherche gemacht werden können. Abschluss Unschwer ist zu erkennen, dass der Religionsmonitor der Bertelsmann-Stiftung das seriöseste und umfangreichste Angebot im Testfeld ist. Deshalb haben seine Ergebnisse auch die höchste Aussagekraft. Die folgenden Angebote werden zum Vergleich herangezogen. Neben dem Titel und dem Internet-Link ist jeweils eine knappe Einschätzung des Angebots angegeben.

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe II, Sekundarstufe I

Twitter: Kommunikationstraining mit 140 Zeichen

Fachartikel

Der Name leitet sich von englisch "to twitter" für "zwitschern" ab. Und genau das ist es, was Menschen aus der ganzen Welt auf dem dezent blauen Portal tun. Wie die neue Kult-Anwendung des Web 2.0 in den Unterricht kommen kann, lesen Sie hier. Sie schreiben, dass sie jetzt einen Kaffee holen gehen, dass sie müde sind, worüber sie sich geärgert haben oder dass sie um ihren verstorbenen Hund trauern: Die Menschen, die "twittern", schreiben auf, was in ihrem Leben gerade aktuell ist. Und alle anderen Menschen, die sonst noch bei Twitter angemeldet sind, können folgen. Als "Followers" lesen sie wiederum alle Meinungen, Emotionen oder Reaktionen, die in einer Länge von maximal 140 Zeichen pro Eintrag, "Tweet", in die Welt geschickt werden. Twitter im Unterricht Neu im Netz, neu in der Klasse Ein neues Medium muss nicht zwangsläufig sofort in der Klasse genutzt werden. Aber Spaß macht es schon, zu testen, ob die technische Neuentwicklung auch für unterrichtliche Zwecke taugt. Je nach dem, welche Vorkenntnisse und Affinitäten gegeben sind, bietet es sich an, neue Wege zu gehen und Twitter im Klassenverband auszuprobieren. Die sprachlichen Fächer bieten sich an Da es sich bei Twitter um eine textbasierte Anwendung handelt, bieten sich natürlich die sprachlichen Fächer zum Einsatz der Plattform an. Schreibanlässe schafft der Einsatz in jedem Fall, wie diese inhaltlich angebunden werden, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein paar Einsatzszenarien werden hier kurz skizziert. Vorbereitung: Accounts anlegen Als Vorbereitung für die unterrichtliche Arbeit mit Twitter sollten alle Lernenden einen speziellen (anonymisierten!) Account anlegen. Einen zusätzlichen Account sollte die Klasse bekommen. Alle Mitglieder der Klasse "folgen" dem Klassen-Account und umgekehrt. Twitter sieht vor, dass Jugendliche sich erst ab 13 Jahren im Netzwerk tummeln. Unterrichtliche Einsatzmöglichkeiten Dramen nachtwittern Haben Sie schonmal versucht, Mephistos Monolog während des Spaziergangs mit Faust in 140 Zeichen wiederzugeben? Und wie reagiert Faust in 140 Zeichen? Sicher nicht einfach, aber vielleicht fühlen sich Ihre Elftklässler damit so richtig von Goethe herausgefordert! Lieder umschreiben Lassen Sie die Lernenden mit Twitters Hilfe doch einmal fremdsprachige Lieder kürzen oder Strophen zusammenfassen: pro Strophe ein "Tweet". Nach einer kurzen Einarbeitungszeit werden die Lernenden sich vernetzen und im Bestfall aufeinander reagieren. Rollenspiel im Netz Apropos aufeinander reagieren: Das Rollenspiel als Methode kann auch in SMS-Manier mit Twitter umgesetzt werden. Die Lernenden müssen nur einander "followen" und sich austauschen. Vergangenheitstempora Die Vergangenheitstempora in den Fremdsprachen können mit Twitter trainiert werden: Die eine Hälfte der Klasse übernimmt die Zustandbeschreibungen (imperfecto/imparfait). Die andere Hälfte klinkt sich mit punktuellen Handlungen ein (indefinido/passé composé). Gesellschaftliche Fächer Soziale Netze erkennen Wer kennt wen? Wer kennt wen über wen? Unter soziologischen Gesichtpunkten ein hochgradig spannendes Thema, für das sich Twitter als Stichprobenlieferant für spannende Untersuchungen nutzen lässt. Diskussion im Netz Ähnlich einem Rollenspiel kann auch eine Diskussion umgesetzt werden. Alle Klassen- oder Kursmitglieder äußern sich nacheinander zu einem Thema im eigenen Twitter-Account. Die Übersicht des Klassen-Accounts, der alle Einträge bündelt, wird an die Wand gebeamt.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Informationstechnik / Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Französisch / Spanisch / Englisch / DaF / DaZ

August 2007: Der Staat überwacht seine Bürger

Unterrichtseinheit

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 rückte der von den USA angestoßene "Kampf gegen den Terror" in den Mittelpunkt der politischen Debatten. Viele Länder haben seitdem die Überwachungsmaßnahmen verstärkt oder verschärft.Nicht nur in Deutschland befürchten Kritiker und Datenschützer, dass die Schreckensvisionen eines totalitären Überwachungs- und Präventionsstaates, wie sie George Orwell schon 1949 in seinem Zukunftsroman "1984" aufgezeigt hat, immer mehr zur Realität werden könnten. Dort hält ein fiktiver Staatschef, der "Große Bruder" ("Big Brother"), die Bevölkerung in ständiger Angst und schränkt deswegen die Bürgerrechte rigoros ein. Die permanente Überwachung der Menschen durch die Gedankenpolizei und eine weit entwickelte Informationstechnik sichern seine Macht. Einige dieser Maßnahmen, wie die Kameraüberwachung von öffentlichen Plätzen, sind inzwischen auch bei uns Realität geworden. Noch beschränken die Gesetze die grenzenlose Überwachung aller Bürger oder die uneingeschränkte Nutzung von Daten, die bei genehmigten Überwachungsmaßnahmen gewonnenen wurden.Die Schülerinnen und Schüler sollen die Entwicklung und ihre Tendenzen, insbesondere die Themen Datenspeicherung und Online-Durchsuchung, nachvollziehen und die zentralen Positionen vergleichen können. die Rechts- und Gesetzeslage zum Thema bearbeiten und diskutieren. das Verhältnis von persönlicher Freiheit und staatlichem Sicherheitsdenken reflektieren, um einen eigenen Standpunkt zur Diskussion zu gewinnen. Aktionen im Internet zum Thema bewerten. das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen. Thema Der Staat überwacht seine Bürger. Wird Orwells Vision Realität? Autor Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 9 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung 2-4 Stunden Medien je ein Computer mit Internetnutzung für zwei Schülerinnen und Schüler Die technischen Möglichkeiten der Überwachung wurden weiterentwickelt und es sind andere Kommunikationsformen in das Visier der staatlichen Sicherheitsbehörden geraten. Derzeit diskutiert die Öffentlichkeit vor allem über zwei Vorhaben: Die Umsetzung der EU-Richtlinie zur sogenannten Vorratsdatenspeicherung in Deutschland und die Pläne von Innenminister Wolfgang Schäuble, die heimliche Online-Durchsuchung von Computern zu erlauben. Die folgenden Seiten informieren über die Rechtslage, blicken kurz zurück und nehmen dann die aktuellen Diskussionen auf. Das Grundgesetz und der "Große Lauschangriff" Hier finden sie Hintergrundinformationen zur Rechtslage und einen Rückblick auf den "Großen Lauschangriff". Die Vorratsdatenspeicherung Die umstrittene Richtlinie über die Vorratsdatenspeicherung soll die Speicherung von personenbezogenen Daten für eine spätere Verarbeitung erweitern. Die Online-Durchsuchung Der heimliche staatliche Zugriff auf Daten, die auf einem Computer gespeichert sind, steht zur Diskussion. Das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis In Deutschland garantiert das Grundgesetz in Artikel 10, Absatz 1, dass das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis "unverletzlich" sind. Das heißt, der Staat darf sich eigentlich nicht dafür interessieren, was sich seine Bürger am Telefon erzählen oder in Briefen schreiben. Allerdings schränkt Absatz 2 diese Freiheit wieder ein, denn durch Gesetze können entsprechende "Beschränkungen" angeordnet werden. Zudem müssen die Betroffenen, wenn "die Beschränkung dem Schutze der freiheitlichen demokratischen Grundordnung oder des Bestandes oder der Sicherung des Bundes oder eines Landes" dient, nicht darüber informiert werden, dass die staatlichen Behörden sie überwachen. Das informelle Selbstbestimmungsrecht im "Volkszählungsurteil" Über das Grundgesetz hinaus hat sich das Recht auf informationelle Selbstbestimmung entwickelt: Im Jahr 1983 hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) im sogenannten Volkszählungsurteil das informationelle Selbstbestimmungsrecht als Grundrecht anerkannt. Das heißt, jeder Bürger hat das Recht, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen. Einschränkungen dieses Rechts sind nur im überwiegenden Allgemeininteresse zulässig. Sie bedürfen einer verfassungsgemäßen gesetzlichen Grundlage, bei der der Gesetzgeber ferner den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten habe. Das „Volkszählungsurteil“ Das Urteil des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 15. Dezember 1983. Die politische Debatte und die Gesetzesänderung Bereits Mitte der 1990-er Jahre begann die politische Debatte um den "Großen Lauschangriff", das heißt um das staatliche Abhören von Gesprächen und die Beobachtung einer Wohnung zu Zwecken der Strafverfolgung, insbesondere um Straftäter aus dem Bereich der organisierten Kriminalität besser verfolgen zu können. Dazu hatte die damalige Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP ein "Gesetz zur Verbesserung der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität" erarbeitet, das den Artikel 13 des Grundgesetzes und die Strafprozessordnung (StPO) maßgeblich veränderte. Die Beanstandung durch das Bundesverfassungsgericht Am 3. März 2004 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass große Teile des Gesetzes gegen die Menschenwürde verstoßen und deshalb verfassungswidrig sind. Während das BVerfG die Grundgesetzänderung nicht beanstande, erklärten die Richter zahlreiche Ausführungsbestimmungen der Strafprozessordnung für nicht verfassungskonform: Beispielsweise dürfe die Überwachung nur noch bei dem Verdacht auf besonders schwere Straftaten angeordnet oder Gespräche zwischen engen Angehörigen nur noch dann abgehört werden, wenn alle Beteiligten verdächtig sind und das Gespräch strafrechtlich relevanten Inhalt hat. Die Europäische Richtlinie Sinn der EU-Richtlinie über die Vorratsdatenspeicherung ist, dass die unterschiedlichen nationalen Vorschriften in den 27 EU-Mitgliedstaaten zur Speicherung von Telekommunikationsdaten vereinheitlicht werden sollen. Damit will man sicherstellen, dass die Daten für einen bestimmten Zeitraum zum Zweck der Ermittlung und Verfolgung von schweren Straftaten aufbewahrt werden. Die 27 EU-Staaten müssen die von den EU-Organen verabschiedete Richtlinie nun in nationales Recht umsetzen. Die Umsetzung in Deutschland Die deutsche Bundesregierung hat dazu im April 2007 den Entwurf eines "Gesetzes zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmethoden" auf den Weg gebracht, in dem auch die Regelungen zur Umsetzung der Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie enthalten sind. Der Bundestag soll das Gesetz spätestens im Herbst 2007 verabschieden, so dass es zum 1. Januar 2008 in Kraft treten kann. Was wird gespeichert? Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Anbieter von Telefondiensten (einschließlich Mobilfunk- und Internet-Telefondiensten) unter anderem die Rufnummer des anrufenden und des angerufenen Anschlusses sowie den Beginn und das Ende der Verbindung speichern müssen. Anbieter von eMail-Diensten müssen beispielsweise die Kennung des elektronischen Postfachs und die Internetprotokoll-Adresse (IP-Adresse) des Absenders sowie die Kennung des elektronischen Postfachs jedes Empfängers der Nachricht speichern. Die Anbieter von Internetzugangsdiensten müssen unter anderem die dem Teilnehmer für eine Internetnutzung zugewiesene Internetprotokoll-Adresse sichern. Auf diese Daten sollen die Sicherheitsbehörden, insbesondere Polizei und Staatsanwaltschaft, nach dem neuen Artikel 113b des Telekommunikationsgesetzes zugreifen dürfen, aber nur zur Verfolgung von Straftaten, zur Abwehr von erheblichen Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben der Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder, des Bundesnachrichtendienstes und des Militärischen Abschirmdienstes. Am 6. Juli 2007 beriet der Bundestag in erster Lesung über das "Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmethoden". Alfred Hartenbach (SPD), Parlamentarischer Staatssekretär im Justizministerium, stellte in seiner Rede heraus, dass die Telekommunikationsunternehmen schon heute Verbindungsdaten speichern, da sie nachweisen müssen, dass sie die Leistungen, die sie in Rechnung stellen, auch erbracht haben. "Seit jeher können die Strafverfolgungsbehörden diese Verbindungsdaten abfragen. Die neue Speicherpflicht brauchen wir, weil viele TK-Unternehmen immer mehr zu Flatrates übergehen und deshalb immer weniger Verbindungsdaten speichern." Anfragen der Strafverfolgungsbehörden liefen daher ins Leere. Zudem machte er deutlich, dass Verbindungsdaten keine Inhaltsdaten seien. Gesprächsinhalte würden zu keinem Zeitpunkt gespeichert, auch keine Angaben über besuchte Websites. "Wir können auf die Telekommunikationsüberwachung und auf andere verdeckte Ermittlungsmaßnahmen nicht verzichten", betonte Hartenbach. Aus den Reihen der Opposition kommt heftige Kritik an den Plänen der Bundesregierung. Malte Spitz, Mitglied im Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen, betont in einer Pressemitteilung, dass dies ein "Gesetz zum Abbau von Bürgerrechten im digitalen Zeitalter" sei. Die Vorratsdatenspeicherung, die strenger als notwendig nach der europäischen Richtlinie mit in dem Gesetz umgesetzt werden solle, sei verfassungsrechtlich nicht tragbar. "Jegliche Kommunikationsdaten, die beim surfen, mailen, telefonieren mit dem Festnetzapparat oder dem Handy erhoben werden, müssen jetzt gespeichert und bei Anfragen schnell zur Verfügung gestellt werden." Die Speicherung erfolge ohne Verdacht bei allen 82 Millionen Menschen in Deutschland, geschützte Berufe wie Ärzte, Seelsorger oder Journalisten würden nicht ausgenommen. Die Daten sollen nicht nur zur Verfolgung von schweren Straftaten benutzt werden, sondern auch zur Gefahrenabwehr. "Jede und jeder, die dann zum falschen Zeitpunkt aus einer bestimmten Straße einen Handyanruf tätigen oder SMS verschicken, werden dann ganz schnell zu potentiellen Terror-Verdächtigen", befürchtet Spitz. Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung: Stoppt die Vorratsdatenspeicherung Die Webseite des "AK Vorrat" bietet umfassende Informationen und koordiniert den Protest gegen die geplante Vollprotokollierung der Telekommunikation. Ob man die sogenannte "Online-Durchsuchung" von Computern mit Überwachungsmaßnahmen wie dem "Großen Lauschangriff" oder dem Abhören von Telefongesprächen vergleichen kann, darüber debattieren nicht nur Juristen. Nach Presseberichten sollen erste Online-Durchsuchungen bereits seit 2005 aufgrund einer geheimen Dienstanweisung des damaligen Innenministers Otto Schily (SPD) durchgeführt worden sein, allerdings als geheimdienstliche Maßnahme. Ein verändertes Verfassungsschutzgesetz in NRW In Nordrhein-Westfalen hat das Landesparlament Ende Dezember 2006 eine Änderung des Verfassungsschutzgesetzes beschlossen. Seitdem darf der NRW-Verfassungsschutz zur Terrorbekämpfung, ohne richterliche Zustimmung und nachträgliche Überprüfung oder Information des Betroffenen, verdeckt auf "Festplatten" und andere "informationstechnische Systeme" im Internet zugreifen, also heimliche Online-Durchsuchungen durchführen. Allerdings haben verschiedene Personen, unter anderem der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP), das Bundesverfassungsgericht angerufen. Nun wird das BVerfG im Oktober 2007 darüber entscheiden, ob die nordrhein-westfälische Regelung verfassungswidrig ist. Verdeckter Zugriff nach Strafprozessordnung ungültig Für den Bereich der Strafverfolgung hat bereits der Bundesgerichtshof durch ein Urteil vom 31. Januar 2007 entschieden, dass die heimliche Durchsuchung der im Computer eines Beschuldigten gespeicherten Dateien mit Hilfe eines Programms, das ohne Wissen des Betroffenen aufgespielt wurde - also eine verdeckte Online-Durchsuchung - nach der derzeit geltenden Strafprozessordnung unzulässig sei. Es fehle an der für einen solchen Eingriff erforderlichen "Ermächtigungsgrundlage". Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) drängt darauf, diese Rechtsgrundlage zu schaffen und so Online-Durchsuchungen zu ermöglichen. Dazu will er eine entsprechende Passage in die Neufassung des sogenannten BKA-Gesetzes ("Gesetz über das Bundeskriminalamt und die Zusammenarbeit des Bundes und der Länder in kriminalpolizeilichen Angelegenheiten"), in dem unter anderem die Aufgaben und Kompetenzen des Bundeskriminalamtes definiert sind, einarbeiten. Allerdings ist sein Vorhaben heftig umstritten, selbst innerhalb der Regierungskoalition. Das Innenministerium veröffentlichte nach dem Urteil des Bundesgerichtshof eine Pressemitteilung, in der Wolfgang Schäuble hervorhob, dass es aus ermittlungstaktischen Gründen unerlässlich sei, "dass die Strafverfolgungsbehörden die Möglichkeit haben, eine Online-Durchsuchung nach entsprechender richterlicher Anordnung verdeckt durchführen können." Hierdurch könne regelmäßig wichtige weitere Ermittlungsansätze gewonnen werden. Durch eine zeitnahe Anpassung der Strafprozessordnung müsse eine Rechtsgrundlage für solche Ermittlungsmöglichkeiten geschaffen werden, forderte Schäuble. In einem Interview mit der Berliner Zeitung betonte Justizministerin Brigitte Zypries, dass heimliche Online-Durchsuchungen ein extremer Eingriff in die Privatsphäre seien. "Bevor dieses Ermittlungsinstrument eingeführt wird, müssen die technischen Möglichkeiten, deren Folgen und die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen geklärt werden", sagte Zypries. Es müsse auch geprüft werden, wie Dritte geschützt werden können. "Was geschieht beispielsweise, wenn das Bundeskriminalamt einen Trojaner in einem Computer platziert, der mit einem Krankenhaus verbunden ist? Kann die Polizei dann sämtliche Krankenakten einsehen?" Der politische Gegner macht ebenfalls mobil: Bündnis 90/Die Grünen haben eine Webseite eingerichtet, auf der man eine Animation herunterladen kann. Nach dem Start "schnüffelt" der Kopf von Innenminister Schäuble an den verschiedenen Elementen auf dem Desktop des heimischen Computers. Damit wollen sie vor seinen Plänen zur Online-Überwachung warnen und darauf aufmerksam machen, was es für jeden Einzelnen bedeuten kann, wenn der Innenminister seine Pläne zu Online-Durchsuchungen umsetzen kann: Private Festplatten werden dann zum Freiraum der Sicherheitsbehörden, da sie diese unbemerkt durchforsten können. Es drohe der "gläserne Bürger", in dessen Privatsphäre der Staat leicht eindringen und unbemerkt persönliche Informationen abrufen könne.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Unterrichtsmaterial für das Whiteboard: Die Stasi

Unterrichtseinheit

Was eine Geheimpolizei ausmacht, mit welchen Methoden die Stasi arbeitete und was die Geheimpolizei der DDR von den heutigen deutschen Geheimdiensten unterscheidet – diese Fragen stehen im Zentrum dieser Unterrichtseinheit, die mithilfe des interaktiven Whiteboards umgesetzt wird. Die zentrale Forschungsfrage "Die Stasi - ein Geheimdienst wie jeder andere?" wird im Verlauf der Unterrichtseinheit von den Schülerinnen und Schülern mithilfe der zur Verfügung gestellten Unterrichtsmaterialien am Whiteboard bearbeitet. Die Jugendlichen werden befähigt und ermutigt, eigene Antworten zu finden und lernen, zwischen den Aufgabenbereichen und Strukturen des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit und den gegenwärtig operierenden deutschen Geheimdiensten zu differenzieren. Die Unterrichtseinheit ist modular aufgebaut. Die sechs Module können auch einzeln im Unterricht eingesetzt werden beziehungsweise je nach Vorwissen der Klasse oder zur Verfügung stehender Zeit frei miteinander kombiniert werden. Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über den modularen Aufbau und den Ablauf der Unterrichtseinheit. Detaillierte Informationen sowie Hinweise zum Einsatz der jeweiligen Whiteboard-Unterrichtsmaterialien finden Sie im ZIP-Ordner, der Ihnen zum Download bereit steht. Die Forschungsfrage "Die Stasi - ein Geheimdienst wie jeder andere?" wird den Schülerinnen und Schülern nicht sofort präsentiert. Stattdessen nähern sie sich dem Stundenthema im ersten Modul spielerisch an. Die Lernenden steigen mit dem Spiel "Aufgedeckt" in die Unterrichtseinheit ein. Dabei sind sie aufgefordert, anhand von insgesamt sechs Hinweisen einen Begriff (Ministerium für Staatssicherheit) zu erraten. In den Hinweisen beschreibt sich der gesuchte Begriff in Ich-Form selbst. Mit jedem Hinweis wird zugleich ein Teil eines Fotos freigelegt. Das Foto hilft den Schülerinnen und Schülern zusätzlich, den Begriff zu erraten. Auf diese Weise erschließen sich die Jugendlichen das Thema der Unterrichtseinheit selbst. Die ausführliche Spielanleitung finden Sie in der Handreichung im ZIP-Ordner. Bevor das nächste Modul bearbeitet wird, sollten die Lernenden Gelegenheit haben, erste Fragen und Antworten zur Forschungsfrage zu sammeln. Zunächst sind die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, assoziativ Gedanken und Vorkenntnisse zu den Themen Geheimdienst und Stasi zu sammeln. Die Stichworte werden unmittelbar aufgenommen und für alle sichtbar auf dem interaktiven Whiteboard zusammengetragen. Im nächsten Schritt sind die Lernenden angehalten, vorgegebene und zum Teil aus dem Modul 1 wieder aufgenommene Informationen den Themen Geheimdienst und Stasi zuzuordnen. Auf diese Weise werden die beiden Begriffe von den Lernenden als unabhängig voneinander wahrgenommen und sowohl Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten deutlich. Damit erhalten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Vorannahmen zu reflektieren und bereits vorhandenes Wissen zu strukturieren. Das dritte Modul besteht aus vier Fragen zum Macht- und Aufgabenbereich des Ministeriums für Staatssicherheit, der Mitarbeiterstruktur und den Kontrollmechanismen. Das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler zu diesen Themen wird spielerisch aktiviert und vertieft. Jeder Frage folgt eine mit Hintergrundinformationen angereicherte Antwortfolie sowie eine Vergleichsfolie, die deutlich macht, welche Unterschiede zwischen dem Ministerium für Staatssicherheit und den Geheimdiensten im heutigen Deutschland vorliegen. Wie die Beantwortung der Fragen durch die Lernenden im einzelnen abläuft, wird in der Handreichung (ZIP-Ordner) ausführlich beschrieben. Durch die Frage-/Antwortstruktur ist dieses Modul auch für Lernende mit geringen Vorkenntnissen geeignet. Im Verlauf dieses Moduls erhalten die Lernenden Einblick in die Strukturen des Ministeriums für Staatssicherheit und der heutigen deutschen Geheimdienste und lernen, zwischen beiden zu differenzieren. In dieser Phase der Unterrichtseinheit beschäftigen sich die Jugendlichen vertiefend mit dem persönlichen Schicksal eines Stasi-Opfers und lernen auf diese Weise einen neuen Zugang zum Thema kennen. Auf der ersten Folie des Moduls wählen die Schülerinnen und Schüler aus, mit welcher Person (Audiobeitrag über Katharina Roth oder Videobeitrag über Jürgen Fuchs) sie sich weitergehend beschäftigen wollen. Die Aufgabenstellungen zu beiden Personen sind analog aufgebaut und medial aufbereitet. Eine auf den Medienbeitrag folgende Folie fordert die Lernenden in jeweils zwei Aufgabenstellungen dazu auf, das Gehörte und Gesehene in Gruppenarbeit zu reflektieren und weiterzudenken. Hier können die Lernenden ihr Vorwissen einbringen und eigenständig überlegen, wie die Stasi gegen Katharina Roth oder Jürgen Fuchs vorgegangen sein könnte und welchen Einfluss dies auf deren Leben hatte. Die Ergebnisse werden anschließend präsentiert. Nach der Gruppenarbeits- und Präsentationsphase sehen beziehungsweise hören die Schülerinnen und Schüler den jeweils zweiten Teil des medialen Beitrags. Die Jugendlichen können überprüfen, inwiefern sich ihre Vorannahmen zu den Methoden der Stasi und dem Schicksal von Katharina Roth beziehungsweise Jürgen Fuchs im Beitrag tatsächlich wieder finden. Nach der vorangegangenen vergleichenden Auseinandersetzung mit dem Macht- und Aufgabenbereich, der Mitarbeiterstruktur und den Kontrollmechanismen des Ministeriums für Staatssicherheit sowie den Geheimdiensten im heutigen Deutschland wird in der Schlussbetrachtung die eingangs gestellte Forschungsfrage "Die Stasi - ein Geheimdienst wie jeder andere?" wieder aufgenommen. In einer sich anschließenden Diskussion besprechen die Schülerinnen und Schüler kontroverse Meinungen zum Unterschied zwischen Bundesnachrichtendienst und Stasi. Aufgabenstellung Das Modul 6 "Projektarbeit und Nachbereitung" bietet Ideen für eine weiterführende Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Stasi und Geheimdienst an. Die Projektvorschläge können entweder als Hausaufgabe, als Aufgabe für den Folgeunterricht oder als Teil eines Projekttages beziehungsweise einer Projektwoche herangezogen werden. Das Projekt "Erinnerung und Aufarbeitung" Dieses Projekt eignet sich dazu, die Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen einzuteilen, wobei eine Gruppe jeweils die Perspektive der Kunst, des Journalismus beziehungsweise der Politik einnimmt. Hierbei setzen sich die Lernenden in der Gruppenarbeitsphase intensiv mit den verschiedenen Reflexionsebenen des jeweiligen Berufsfeldes auseinander und lernen diese durch selbständige Erarbeitung kennen. Die Ergebnisse der Gruppen werden anschließend präsentiert und von den Schülerinnen und Schülern der anderen Gruppen ergänzt. Exkursion Eine Exkursion zu einem an die Stasi erinnernden Ort (zum Beispiel Haftanstalten, Museen oder Stasiunterlagen-Archive) ermöglicht Begegnungen mit realen Hinterlassenschaften der DDR-Geheimpolizei. Hier können sich zum Beispiel Fragen nach Inszenierungsformen (Wie werden Stasiobjekte in Museen dargestellt?) oder der Verknüpfung von Geschichte und Politik (Wer entscheidet eigentlich, was erhaltenswert ist und erinnert werden soll?) anschließen. Projekt "Aus Geschichte lernen" Im Rahmen des Projekts "Aus Geschichte lernen" sind die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, das Gelernte kritisch zu reflektieren und auf die aktuelle Situation der Geheimdienste in Deutschland anzuwenden. Auch die vorgeschlagene Beraterposition der Bundesregierung kann durch eine Einteilung der Lernenden in Gruppen erfolgen. Jeweils ein Gruppenmitglied kann die erarbeiteten Positionen vorstellen und den beiden anderen Beraterinnen beziehungsweise Beratern argumentativ entgegentreten.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Feindliche Übernahme: das Haifischbecken Marktwirtschaft

Unterrichtseinheit

In der Unterrichtseinheit zum Thema "feindliche Übernahme" setzen sich die Lernenden anhand einer Fallstudie vielschichtig, differenziert und reflektiert mit der Problematik des "Haifischbeckens Marktwirtschaft" auseinander. Hierfür stehen zahlreiche methodisch abwechslungsreiche Lernszenarien zur Verfügung.Die feindliche Übernahme bezeichnet die Handlung eines Investors, ein Unternehmen zu kaufen, ohne das Management, also den Vorstand des "angegriffenen" Unternehmens, um Zustimmung zu bitten. Das Management versucht in der Regel, die Übernahme zu verhindern, da es nach dem Eigentümerwechsel oft nicht mehr gebraucht wird. Die feindliche Übernahme unterscheidet sich von der freundlichen Übernahme nur durch das ablehnende Verhalten des Managements des "angegriffenen" Unternehmens gegenüber dem Investor beziehungsweise dem "angreifenden Unternehmen". Eine freundliche Übernahme läuft hingegen mit Zustimmung des Übernahmekandidatens ab. Intention Die Lernenden sollen sich im Verlauf mehrerer Lernrunden anhand einer praxisnahen Fallstudie mit der vielschichtigen Problematik des Themas "feindliche Übernahme" auseinandersetzen. Das Thema ist emotional besetzt und wird in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert. Die Unterrichtseinheit lässt die Schülerinnen und Schüler in neun Lernrunden nicht nur die scheinbar komplexe Situation entschlüsseln, sie konfrontiert die Lernenden auch mit den unterschiedlichen Perspektiven und Interessenslagen der Beteiligten und den gesellschaftlichen und politischen Folgen der fortwährenden Unternehmenskonzentration. Eigenverantwortliches Arbeiten und Methodenvielfalt Die neun Lernrunden sind variantenreich gestaltet. Sie reichen von Internetrecherchen über Excel-Berechnungen bis hin zu einer Stadtratsdiskussion. Ablauf der Unterrichtseinheit Ablauf der Unterrichtseinheit "Feindliche Übernahme" Hier wird der Verlauf der Unterrichtseinheit "Feindliche Übernahme: das Haifischbecken Marktwirtschaft" mit Hinweisen auf die Arbeitsmaterialien Schritt für Schritt erläutert. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem komplexen Phänomen einer "feindlichen" Übernahme auseinander und analysieren die Interessenlagen und Handlungsspielräume der Beteiligten. reflektieren die Auslöser und Folgen von Unternehmenskonzentration. bewerten die gesellschaftlichen Konsequenzen der Unternehmenskonzentration auf dem Wohnungsmarkt. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler führen eine qualifizierte Internetrecherche durch. hinterfragen, interpretieren und verstehen gefundene Internetquellen. berechnen mithilfe einer Tabellenkalkulation die Prämie von Übernahmeangeboten und die Dividendenrentabilität von Aktien. wählen geeignete mediale Präsentationsformen aus und nutzen sie für ihre Ergebnispräsentationen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Arbeitsgruppen ziel-, ergebnis- und teamorientiert zusammen. bereiten eigene Arbeitsergebnisse adressatengerecht auf. untersuchen komplexe ökonomisch-soziale Verursachungszusammenhänge und entschlüsseln diese nach Interessenlagen. entwickeln gesellschaftliche Werthaltungen in einer grundlegenden Frage der Daseinsvorsorge. Die Schülerinnen und Schüler werden mit der folgenden Fallstudie konfrontiert: Deutschlands größter Immobilienkonzern Nice Living möchte den zweitgrößten Immobilienanbieter Günstig Wohnen übernehmen. Günstig Wohnen wehrt sich gegen die "feindliche Übernahme" und will sich auf keinen Fall schlucken lassen. Der Marktführer Nice Living möchte jedoch die Günstig Wohnen AG übernehmen und hat hierzu ein Übernahmeangebot veröffentlicht. Es beinhaltet einen Aktientausch von Günstig Wohnen-Aktien in Nice Living-Aktien im Verhältnis von 12:9 und zusätzlich 74 Euro in bar. Basierend auf dieser Ausgangssituation werden die folgenden Lernrunden durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in Vierergruppen zusammen und recherchieren zu den beiden Unternehmen Nice Living und Günstig Wohnen. In Lernrunde 2 vollziehen die Schülerinnen und Schüler einen Perspektivwechsel: Sie betrachten die Seite der Unternehmen und versetzen sie sich in die Lage eines Eigentümers von zwölf Günstig Wohnen-Aktien. In dieser Rolle überlegen sie, ob sich für sie der Umtausch der Aktien in Nice Living-Aktien zuzüglich Barausgleich rein rechnerisch lohnen würde. Die Lernenden belegen den Gewinn oder Verlust durch das Umtauschangebot durch eine übersichtliche Excel-Darstellung. Die Schülerinnen und Schüler errechnen und vergleichen die Dividendenrentabilität der Nice Living-Aktien und der Günstig Wohnen-Aktien mithilfe einer übersichtlichen Excel-Darstellung. In Lernrunde 4 vollziehen die Schülerinnen und Schüler erneut einen Perspektivwechsel. In Fünfergruppen versetzen sie sich in die fiktive Lage von Günstig Wohnen-Aktionären. In dieser Rolle überlegen sie, welche Vor- und Nachteile die Annahme des Übernahmeangebots hat. Anschließend diskutieren sie die Argumente in der Klasse und stimmen am Ende über Annahme oder Ablehnung ab. In der fünften Lernrunde setzen sich die Schülerinnen und Schüler in Vierergruppen mit dem Thema der "feindlichen Übernahme" auseinander und beantworten dazu verschiedene Fragen. Dabei können sie das Internet zur Recherche heranziehen. Die Jugendlichen setzen sich in Vierergruppen zusammen und überlegen sich Antworten auf die Frage, warum sich Unternehmen in der Marktwirtschaft immer wieder gegenseitig aufkaufen. Anschließend werden die Lösungen der Arbeitsgruppen im Rahmen einer Vernissage (Rundgang) vorgetragen und diskutiert. In Lernrunde 7 führen die Schülerinnen und Schüler ein Rollenspiel durch. Sie versetzen sich in die Situation der beteiligten Akteure und beantworten verschiedene Fragen, zum Beispiel "Wie sind ihre Interessen?", "Welche Handlungsmöglichkeiten haben sie?", "Wie werden sie sich vermutlich entscheiden?". Die Schülerinnen und Schüler werden einer Interessengruppe zugelost. Ihre Gruppe muss überlegen und letztlich entscheiden, was sie erreichen möchte und was sie in Bezug auf das Übernahmeangebot konkret tun wird. Nach einer 20-minütigen Beratungszeit tragen die Interessengruppen ihre Ergebnisse vor. Diese sollen von den Gruppen auf einer Pinnwand visualisiert werden. Die Schülerinnen und Schüler simulieren eine Stadtratssitzung. Sie lesen verschiedene Zeitungstexte und nehmen als Mitglied des Frankfurter Stadtrates an der entscheidenden Stadtratssitzung teil, in der über die Privatisierung entschieden werden soll. Drei Lernende werden von der Lehrkraft als Diskussionsleiter und Protokollant bestimmt. Am Ende der Unterrichtsstunde wird über das Vorhaben der Stadt abgestimmt. Das Ergebnis wird an der Tafel fixiert. Die Protokollantinnen und Protokollanten schreiben das Abstimmungsergebnis und die wichtigsten Argumente auf eine Wandzeitung oder Pinnwand. In der abschließenden neunten Lernrunde recherchieren die Schülerinnen und Schüler im Internet 20 Minuten lang zu einigen großen feindlichen Übernahmeversuchen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten und beantworten dazu unter anderem folgende Fragen: "Welche Übernahmeversuche gab es?", "Wie wehrten sich die Vorstände der angegriffenen Gesellschaften?", "Waren die Übernahmeversuche letztlich erfolgreich oder nicht?". Die Lernenden erstellen anhand ihrer Recherchen eine kommentierte Linkliste. Die Recherche-Ergebnisse werden im Anschluss reihum vorgestellt.

  • Wirtschaft
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II

Arbeitsblätter "Ein Ringen um Freiheit?"

Kopiervorlage

Hier finden sie die Arbeitsblätter der Unterrichtseinheit "Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 – ein Ringen um Freiheit?", die Teil des Themenmoduls "Wir wollen freie Menschen sein – der 17. Juni 1953" des digitalen Lehrwerks "Deutsch-deutsche Geschichte" auf Lehrer-Online ist. Hier finden sie die Arbeitsblätter der Unterrichtseinheit "Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 – ein Ringen um Freiheit?" , die Teil des Themenmoduls "Wir wollen freie Menschen sein – der 17. Juni 1953" des digitalen Lehrwerks "Deutsch-deutsche Geschichte" auf Lehrer-Online ist. Übersicht Arbeitsmaterialien Alle Arbeitsblätter stehen auch in einer Version in Einfacher Sprache bereit. Arbeitsblatt 1 "Freiheit und Grundrechte" : Das Arbeitsblatt stellt Aufgaben zur Auseinandersetzung mit dem Begriff "Freiheit" im Kontext der Grundrechte bereit. Arbeitsblatt 2 "Die Menschen fordern Freiheit" : Das Arbeitsblatt stellt einen Darstellungstext zur politischen Situation in der DDR Anfang der 1950er-Jahre bereit, mithilfe diesem die Einschränkung der Grundrechte und Forderungen des Volksaufstands im historischen Sachverhalt untersucht werden. Zudem bearbeitet das Arbeitsblatt die Forderungen nach politischen und persönlichen Freiheiten des Volksaufstands 1953. Interaktive Übungen "Ein Ringen um Freiheit": In diesen interaktiven Übungen sichern die Schülerinnen und Schüler die Arbeitsergebnisse der ersten beiden Unterrichtsphasen. Arbeitsblatt 3 "DDR gegen Aufständische" : Das Arbeitsblatt beinhaltet historische Quellenmaterialien und betrachtet die politische Reaktion auf die Inanspruchnahme von Menschen- und Bürgerrechten. Arbeitsblatt 4 "Abschlussdiskussion und Zusatzaufgabe" : Das Arbeitsblatt stellt zwei Zitate für eine abschließende Diskussion zur Bedeutung von Freiheit in einer Demokratie bereit. Das Arbeitsblatt stellt eine zusätzliche Aufgabe mit Gegenwartsbezug bereit, die Schülerinnen und Schüler erörtern anhand aktueller Beispiele, wie heutige Diktaturen die Forderungen der eigenen Bevölkerung nach Freiheit und Demokratie zu unterdrücken versuchen.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I
ANZEIGE