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Geschäftsprozesse der Warenlagerung

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit sollen sich die Schülerinnen und Schüler die zentralen Inhalte zum Thema Geschäftsprozesse selbstständig erarbeiten, um ihre Kenntnisse dann in einer konkreten Handlungssituation anzuwenden. Nachdem die betriebliche Organisationslehre lange von Betrachtungen der Aufbauorganisation geprägt war, hat sich mit dem Einzug von Wertkette und Prozesskostenrechnung der Fokus auf die Ablauforganisation verlagert. Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge werden an Prozessen festgemacht und so ein vernetztes Verständnis betrieblicher Abläufe als Basis von Optimierungen gefördert. Nach Internet-Recherchen werden die Lernenden in dieser Einheit mit einer betrieblichen Handlungssituation aus dem Funktionsbereich Beschaffung und Lagerung konfrontiert. Sie sind aufgefordert, für einen Jeansproduzenten eine Ablaufstudie durchzuführen, um die Teilprozesse der Lagerhaltung zu erfassen und zu optimieren. Die Kenntnisse werden verfeinert, geübt und vertieft. Im Rahmen betrieblicher Problemstellungen verwenden die Lernenden ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK) zur Modellierung. So bietet es sich an, die Geschäftsprozesse EDV-basiert abzubilden. Die Bestimmung von Prozesskosten bietet Ansatzpunkte, um von der Ist-Beschreibung zum optimierten Soll-Prozess zu gelangen. Das didaktische Verlaufsmodell des Lernarrangements ist eine handlungsorientierte Lernschleife, in die eine Lernspirale eingebettet ist. Die Lernspirale gliedert das Thema in Arbeitsinseln, welche einzeln in mehrstufigen EVA-Aktivitäten bearbeitet werden. Die Verwendung der Lernspirale erlaubt die wiederholte Beschäftigung mit dem Lerngegenstand unter Nutzung verschiedener Sozialformen (Einzelarbeit, Partnerarbeit, Plenum) und Sinneskanäle. Das selbstständige Erarbeiten der Inhalte steigert die Akzeptanz und verbessert die Nachhaltigkeit des Lernens. Die Schülerinnen und Schüler sind im Rahmen des vorgegebenen Lernkorridors selbst für ihren Lernprozess verantwortlich und bestimmen in der Einzel- wie Teamarbeitsphase individuell ihr Lerntempo. Unterrichtsablauf und Einsatz der Materialien Hier erfahren Sie mehr über den Aufbau und den Ablauf der Unterrichtsstunden sowie den Einsatz der Arbeitsmaterialien. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre kognitive Kompetenz erweitern, indem sie auf Basis von Sachinformationen erarbeiten, welche Merkmale einen Geschäftsprozess ausmachen. ihre Analysekompetenz schulen, indem sie eine Textanalyse durchführen, notwendige Informationen auswählen und zur Modellierung des Lagerhaltungsprozesses anwenden. ihre Abstraktionskompetenz fördern, indem sie eine komplexe betriebliche Realität im Modell abbilden. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Fähigkeit entwickeln, Informationen zu recherchieren, eine gezielte Auswahl von Quellen vorzunehmen und die wesentlichen Aspekte aufzubereiten. ihre Präsentations- und Visualisierungskompetenz erweitern, indem sie ein Plakat gestalten und dieses unter Zuhilfenahme von Moderationstechniken darlegen. ihre Selbsterschließungskompetenz schulen, indem sie im Rahmen des Lernarragements eine Problemlösung erarbeiten. Thema Der Geschäftsprozess der Warenlagerung in der Public Jeans GmbH Autor Dr. Christoph Dolzanski Fach Wirtschaftslehre, Lernbereiche: Marktorientierte Geschäftsprozesse, Lagerhaltung Zielgruppe Berufsschule (Industriekaufleute), Höhere Berufsfachschule Zeitrahmen 3 Unterrichtsstunden; plus weitere Lerneinheiten je nach Lerngruppe und Integration in die didaktische Planung Technische Voraussetzungen Computer, Internet, Plakate, Metaplankarten, Moderationswände Planung Verlaufsplan Geschäftsprozesse Der Themeneinstieg konfrontiert die Schülerinnen und Schüler mit aktuellen Problemen der Lagerorganisation. Die Beschreibung der Lageraufgaben in der Public Jeans GmbH lässt dabei erahnen, dass die Geschäftsleitung zu Recht Handlungsbedarf in der Organisation der Lagerwirtschaft sieht. Die Klasse erhält den Arbeitsauftrag, der drei Arbeitsphasen enthält, die sukzessive durchlaufen werden. Es empfiehlt sich, die Arbeitsphasen einzeln an die Lerngruppe zu geben. Lernspirale Stufe 1 Die Schülerinnen und Schüler arbeiten zunächst alleine und recherchieren im Internet zum Thema Geschäftsprozesse. Alternativ kann an dieser Stelle mit einem Lehrbuch gearbeitet werden. Die Lernenden sichten die Informationen und halten wichtige Details in Stichpunkten fest. Lernspirale Stufe 2 In dieser Phase wird in Tandems gearbeitet. Die Lernenden tauschen sich über ihre bisherigen Ergebnisse aus und klären Begriffe oder offene Fragen. Im Anschluss diskutieren sie über die gefundenen Merkmale und einigen sich auf jene, die sie im nächsten Schritt auf einem Plakat darstellen wollen. In jedem Team wird ein Plakat erstellt, das wesentliche Aspekte der Geschäftsprozesse beinhaltet. Die Plakate bieten den Vorteil, dass die Inhalte für die weiteren Arbeiten visualisiert und im Raum präsent sind. Zwischenergebnisse und erste Reflexionen Einzelne Plakate werden von ausgewählten Teams präsentiert. Die Lernenden können sich im Plenum nochmals mit den Merkmalen von Geschäftsprozessen befassen. In dieser Phase können die Ergebnisse miteinander verglichen und der Prozess bis zur Auswahl bestimmter Merkmale thematisiert werden. Die Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert, die Ergebnisse zu kommentieren und eventuell zu ergänzen. Alle Plakate werden im Klassenraum aufgehängt, um für die weiteren Arbeitsphasen verfügbar zu sein. Methodische Aspekte der Präsentation und Visualisierung können bei Bedarf an dieser Stelle reflektiert werden. Lernspirale Stufe 3 Nun werden zwei Teams zu einer Arbeitsgruppe zusammengeführt und jede Gruppe überlegt, welche Tätigkeiten zu organisieren sind. In diesem Arbeitsschritt kann auch auf ein Lehrbuch zurückgegriffen oder an Auszügen von Lagerhaltungsprozessen systemanalytisch gearbeitet werden. Die Lernenden halten die Teilprozesse und Tätigkeiten schriftlich fest und erstellen Metaplankarten. Diese dienen im Anschluss dazu, den Geschäftsprozess der Lagerhaltung zu modellieren. Mithilfe einer Moderationswand wird der erarbeitete Geschäftsprozess visualisiert. Präsentieren und hinterfragen Im Anschluss stellen alle Gruppen ihr Geschäftsprozessmodell vor. Die Ergebnisse werden verglichen und die fachwissenschaftlichen Inhalte der Handlungsprodukte mittels Reflexionsfragen thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler haben in diesem Prozess erneut die Möglichkeit, ihre Geschäftsprozesse zu ergänzen. Sie arbeiten an der logischen Abfolge der Teilprozesse und erstellen die Vernetzung der Prozessbestandteile, soweit dies noch nicht vorgenommen wurde. Reflektieren und überarbeiten Die Lernenden reflektieren ihre Handlungsprodukte und setzen sich mit der Frage auseinander, was der Einzelne im Hinblick auf die Modellierung von Geschäftsprozessen gelernt hat. In einer weiteren Arbeitsphase verfeinern und ergänzen die Schülerinnen und Schüler den modellierten Geschäftsprozess um weitere Aspekte wie Organisationseinheiten oder notwendige Daten. Abhängig vom Kompetenz- und Entwicklungsstand kann das Lernarrangement verändert werden. So besteht die Möglichkeit, mit der Modellierung des Geschäftsprozesses zu beginnen und danach die Fachbegriffe und Merkmale zu erarbeiten. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, den didaktischen Ansatz des systemanalytischen Vorgehens aus der Informatik aufzugreifen und die Lerngruppe mit einem modellierten Geschäftsprozess zu konfrontieren. Dieser wird von den Schülerinnen und Schülern analysiert und in seine Bestandteile zerlegt. Im Anschluss werden die Fachinhalte erarbeitet, um die Ergebnisse auf andere Kontexte anwenden zu können. Eine dritte Variante besteht darin, die Teilprozesse, Aktivitäten und Symbole des Prozesses vorgefertigt auszuteilen, um die Lernenden mit diesen Vorgaben den Geschäftsprozess modellieren zu lassen. In einem weiteren Schritt werden dann die fachinhaltlichen Aspekte erarbeitet. Blank, A., Hagel, H. (et. al): Ausbildung im Industriebetrieb, 1. Ausbildungsjahr, Troisdorf: Bildungsverlag EINS, 2007. Bayer, U., Feist, T. (et. al): Handeln im Industriebetrieb, Grundstufe, Haan-Gruiten: Europa-Lehrmittel, 2003. Mattes, W.: Methoden für den Unterricht, 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende, Schöningh: Braunschweig, Paderborn und Darmstadt, 2002.

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Hybrides Escape Game – Class Vs. Wild

Unterrichtseinheit
14,99 €

Erleben Sie mit Ihrer Englischklasse ein spannendes Abenteuer: In diesem Educational Escape Game strandet Ihre Klasse in der Wildnis des Pacific Northwest und muss in nur 45 Minuten durch das Lösen vielfältiger Rätsel ihr Überleben sichern. Dieses interaktive Spiel fördert unterschiedliche Kompetenzbereiche des Englischunterrichts und bietet eine aufregende, praxisnahe Lernumgebung. Das Educational Escape Game ist speziell für die 8. Klasse des Gymnasiums konzipiert und passt ideal in den Lehrplan. In diesem spannenden Abenteuer strandet Ihre Klasse in der Wildnis des Pacific Northwest und löst fremdsprachliche Aufgaben, um schließlich die Notrufzentrale zu erreichen. Der thematische Rahmen umfasst die Geschichte und Geographie der Region , einschließlich der Kultur der Native Americans , sowie fremdsprachliche Inhalte, die spielerisch integriert wurden. Durch das Lösen von Rätseln und Aufgaben tauchen die Schüler tief in die englische Sprache und Kultur ein. Das Spiel enthält eine Vielzahl von Übungen, die verschiedene Kompetenzbereiche des Englischunterrichts abdecken. Grammatikaufgaben helfen, sprachliche Strukturen zu festigen, während Lese- und Hörverstehensübungen das Textverständnis und die Aufmerksamkeit für Details fördern. Darüber hinaus werden die Lernenden durch interkulturelle Aufgaben für die Kultur und Geschichte der Native Americans sensibilisiert, was ihre interkulturelle Kompetenz stärkt. Dieses Escape Game ist nicht nur ein aufregendes Abenteuer, sondern auch ein wertvolles pädagogisches Werkzeug. Während es zwar für den gymnasialen Lehrplan der 8. Klasse (Bayern) konzipiert wurde, kann es ebenso als abwechslungsreiche Wiederholung für höhere Jahrgangsstufen verwendet werden, um bereits erlernte Kenntnisse zu festigen und zu vertiefen. Mit einem Zeitrahmen von nur 45 Minuten ist das Spiel perfekt in den Unterricht integrierbar und bietet eine willkommene Abwechslung zu traditionellen Unterrichtsmethoden. Lehrkräfte haben die Möglichkeit, ihren Schülerinnen und Schülern eine praxisnahe und interaktive Lernerfahrung zu bieten, die den Teamgeist fördert und die Motivation steigert. Durch das gemeinsame Lösen der Rätsel wird zudem die Kommunikationsfähigkeit in der Fremdsprache gestärkt. Lassen Sie Ihre Lernenden in eine Welt voller Abenteuer eintauchen und erleben Sie, wie Englischunterricht zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Die Story des Spiels Das Spiel dreht sich um eine Schulklasse, die auf dem Weg zu einem Austauschprogramm nach Kanada ist. Während des Fluges kommt es jedoch zu technischen Problemen und einem Absturz, bei dem glücklicherweise alle Passagiere überleben. Die Schülerinnen und Schüler finden sich nun in der Wildnis wieder und müssen sich ums eigene Überleben kümmern. Dazu gehört das Sichern von Nahrung und Wasser, das Bauen eines Unterschlupfs und vordergründig vor allem das Öffnen der Notfallbox des Flugzeugs, in der sich eine Notfallnummer befindet. Für all diese Aufgaben haben sie jedoch nur 45 dramatische Minuten Zeit, da zusätzlich noch ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch steht. Als Ausgleich steht ihnen allerdings ein Survival Guide zur Seite: die Lehrkraft ­– das sind Sie! Die Story des Spiels integriert sich somit perfekt in Unterrichtseinheiten, die sich mit der geographischen Region des Pacific Northwest in den USA und Kanada beschäftigen. Das Spiel ist idealerweise am Ende der Unterrichtseinheit zu spielen, nachdem die grundlegenden Grammatikkenntnisse eingeführt wurden. Alternativ kann es auch zu Beginn der Einheit eingesetzt werden, um die Motivation für das Thema zu steigern. Educational Escape Games bieten ein großes Potenzial für den Englischunterricht. Diese Spiele kombinieren das Konzept von Escape Rooms , bei denen verschiedene Rätsel und Aufgaben gelöst werden müssen, mit pädagogischen Inhalten und werden somit zu sogenannten Serious Games . Der immersive Charakter solcher Spiele, der durch eine zusammenhängende Rahmenhandlung geschaffen wird, macht sie zu einem effektiven Werkzeug im Fremdsprachenunterricht. Ein Hauptvorteil von Educational Escape Games ist ihre vielseitige Umsetzungsmöglichkeit . Sie können sowohl analog mit physischen Materialien als auch digital mithilfe von Websites oder digitalen Tools durchgeführt werden. Dies ermöglicht eine flexible Integration in den Unterricht. Die Lehrkraft kann die Inhalte, die Anzahl der Mitspielenden und die Komplexität der Rätsel individuell anpassen, wodurch sich das Spielformat für verschiedene Unterrichtsszenarien eignet. Educational Escape Games erhöhen die Partizipation und Motivation der Schülerinnen und Schüler. Die spieltypischen Elemente, wie das Lösen von Rätseln und das Eintauchen in eine Storyline, bieten eine willkommene Abwechslung zum traditionellen Unterricht und fördern das Engagement. Durch die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und der Nutzung unterschiedlicher Fertigkeiten wird zudem die Inklusion aller Lernenden im Klassenzimmer unterstützt. Schwächere Schülerinnen und Schüler können durch ihre individuellen Stärken zum Teamerfolg beitragen. Speziell für den Fremdsprachenunterricht bieten Educational Escape Games die Möglichkeit, sowohl rezeptive als auch produktive Fertigkeiten zu üben. Da die Rahmenhandlung und die Aufgaben in der Fremdsprache formuliert sind, setzen sich die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich der Zielsprache aus. Dies verbessert das Hör- und Leseverstehen sowie die schriftlichen und mündlichen Ausdrucksfähigkeiten. Die spielerische und implizite Art des Lernens hilft zudem, die Angst vor der Fremdsprache abzubauen. Fehler werden im Spielkontext nicht als Leistungsversagen, sondern als Teil des Lernprozesses betrachtet, was zu einer positiven Fehlerkultur beiträgt. Ein weiterer Vorteil ist die Förderung der Problemlösefähigkeit und Kreativität der Schülerinnen und Schüler. Da die Rätsel oft mehrere Lösungswege zulassen, wird kreatives Denken angeregt und die Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen, geschult. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Educational Escape Games eine motivierende, flexible und effektive Methode darstellen, um den Englischunterricht zu bereichern. Sie fördern die Sprachkompetenz, die Teamfähigkeit und das kreative Denken der Schülerinnen und Schüler, während sie gleichzeitig für eine positive und angstfreie Lernumgebung sorgen. Trotz des erhöhten Vorbereitungsaufwands lohnt sich der Einsatz dieser Spiele, da sie zu einem nachhaltigen und engagierten Lernprozess beitragen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verstehen auch längere, zunehmend anspruchsvolle, klar strukturierte und in annähernd natürlichem Tempo vorgetragene Sprachäußerungen in Form von Hörtexten und entnehmen diesen vorrangig Detailinformationen. erschließen Texte selbstständig und wenden dabei vermehrt Verfahren des extensiven Lesens an, zum Beispiel Übergehen unbekannter Wörter, Nutzen von Vorwissen über Thema und Situation, Erkennen wesentlicher Informationen. Sie entnehmen diesen Global- und Detailinformationen und erkennen die Absichten und Gefühlslagen der Sprecherinnen und Sprecher. verfügen über geographische, historische und gesellschaftliche Grundkenntnisse zum Pacific Northwest in Nordamerika. wenden im Rahmen bekannter Sachverhalte einen umfangreichen Wortschatz zu Themen aus dem eigenen Erfahrungsbereich sowie zu landeskundlichen Themengebieten weitgehend situations- und adressatengerecht an. wiederholen und vertiefen grammatikalische Phänomene, wobei der Fokus auf den folgenden liegt: Gerundium, Artikelgebrauch, substantivierte Adjektive. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen im Rahmen der Aufgaben analoge wie digitale Medien (unter anderem Texte, Audios, QR-Codes, Websites) und berücksichtigen deren individuelle Besonderheiten. gehen durch die Beschäftigung mit unterschiedlichen Texten zunehmend kritisch mit Medien um. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler gestalten ihren Lernprozess eigenständig und in Zusammenarbeit mit anderen. nutzen ihr Wissen um ihre persönlichen Stärken sowie um ihre Schwächen und individuellen Fehlerquellen, um ihre Sprachkompetenz zu verbessern. verwenden Strategien des kritischen Denkens und der Reflexion.

  • Englisch
  • Sekundarstufe I

Digitale Medikationsprozesse und Kommunikation im Gesundheitswesen

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit lernen angehende Fachkräfte im Gesundheitswesen, wie digitale Anwendungen wie die elektronische Patientenakte für alle (ePA), der elektronische Medikationsplan (eMP), die elektronische Medikamentenliste (eML) sowie der TI-Messenger den Berufsalltag erleichtern. Anhand praxisnaher Fallbeispiele, Gruppenarbeiten und Rollenspiele erfahren die Lernenden, wie digital gestützte Medikationsprozesse (dgMP) die Zusammenarbeit im Behandlungsteam verbessern, die Dokumentation vereinfachen und die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) erhöhen. Die Unterrichtseinheit vermittelt Berufsschülerinnen und Berufsschülern im Gesundheitswesen zentrale Kompetenzen im Umgang mit digitalen Anwendungen zur sicheren Kommunikation und Dokumentation. Im Fokus steht die ePA für alle als zentrales Instrument der Telematikinfrastruktur (TI) sowie die mit ihr verknüpften Anwendungen – die elektronische Medikationsliste (eML), der elektronische Medikationsplan (eMP) und der TI-Messenger. Die ePA für alle sowie die eML und der eMP werden dabei fachlich in die AMTS eingebettet und auf praxisnahe Kontexte übertragen. Die Vorteile und der Nutzen des TI-Messengers werden den Lernenden mittels Praxisbezügen verdeutlicht. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Anwendungen der ePA für alle zur Verbesserung der AMTS zur sektorübergreifenden Vernetzung von Gesundheitsfachkräften sowie zur umfassenden Digitalisierung des Gesundheitswesens beitragen. In acht aufeinander aufbauenden Unterrichtsstunden (jeweils 45 Minuten) erarbeiten die Lernenden praxisnah die Abläufe des dgMP und die Vorteile der Digitalisierung im Gesundheitswesen für den Berufsalltag. Dabei erfolgt die Erarbeitung durch Fallbeispiele, gezielte Internetrecherchen, kooperative Gruppenarbeit und ein Rollenspiel, um einen realitätsnahen Bezug herzustellen. Die Lernenden erwerben dabei sowohl fachliche Kompetenzen in Bezug auf digitale Anwendungen wie der eML, dem eMP, der ePA für alle und TI-Messenger als auch kommunikative Fähigkeiten durch Simulationen von Gesprächen mit Patientinnen und Patienten. Abschließend reflektieren die Lernenden die Neuerungen und ihre Bedeutung für den Arbeitsalltag als Gesundheitsfachkräfte, erkennen Chancen und Herausforderungen und benennen ihren individuellen Weiterbildungsbedarf für die digitale Praxis. Diese Unterrichtseinheit baut auf den bereits verfügbaren Unterrichtseinheiten " Die elektronische Patientenakte im Unterricht: Digitalisierung im Gesundheitswesen – Grundlagenwissen zur ePA für alle " und " Die elektronische Patientenakte in der Praxis: Veränderungen im Arbeitsalltag " auf. Sie vertieft die digitalen Medikationsprozesse und deren Anwendung im Gesundheitswesen, ergänzt das Grundlagenwissen zur ePA für alle um konkrete Fallbeispiele und fördert die Kompetenzen im Umgang mit digitalen Kommunikationstools wie dem TI-Messenger. Die digitale Transformation verändert zunehmend die Arbeit im Gesundheitswesen und fordert neue Standards für Kommunikation und Dokumentation. Aufbauend auf den Unterrichtseinheiten " Die elektronische Patientenakte im Unterricht: Digitalisierung im Gesundheitswesen – Grundlagenwissen zur ePA für alle " sowie " Die elektronische Patientenakte in der Praxis: Veränderungen im Arbeitsalltag " vertieft diese Einheit das Verständnis der Lernenden für die ePA für alle und deren Integration in die Telematikinfrastruktur (TI). Im Fokus stehen dabei zentrale Anwendungen wie die elektronische Medikationsliste (eML), der elektronische Medikationsplan (eMP) und der TI-Messenger. Ziel ist es, die Bedeutung dieser digitalen Werkzeuge für die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS), die interprofessionelle Zusammenarbeit sowie eine sichere digitale Kommunikation zu verdeutlichen. Die Lernenden erwerben fachliche und digitale Kompetenzen, um digitale Arbeitsprozesse reflektiert und verantwortungsvoll in ihrem Berufsalltag anzuwenden. So soll ein durchgängiger Lernpfad geschaffen werden, der von den Grundlagen der ePA für alle über die Veränderungen im Berufsalltag bis hin zu spezifischen digitalen Medikationsprozessen und Kommunikationswegen führt. Die Unterrichtseinheit kann auch isoliert eingesetzt werden, wenn bereits Vorwissen zur ePA für alle besteht. Vorkenntnisse und Lehrplanbezug Die Unterrichtseinheit knüpft an bestehende Lehrplanthemen zur Dokumentation und Kommunikation im Gesundheitswesen, zur Digitalisierung in der Pflege sowie zu Datenschutz und rechtlichen Grundlagen an. Grundkenntnisse zur ePA für alle, zu Datenschutz und Datensicherheit sowie zu digitalen Arbeitsabläufen werden vorausgesetzt. Diese Vorkenntnisse ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, die Funktionsweise von eML, eMP und TI-Messenger im Kontext der ePA für alle nachzuvollziehen und ihre Relevanz für die Versichertensicherheit und den eigenen Arbeitsalltag zu bewerten. Didaktisch-methodische Vorgehensweise Die Unterrichtseinheit setzt auf handlungsorientierte und problembezogene Methoden, da sie den direkten Bezug zur Praxis herstellen. Fallbeispiele sollen komplexe Inhalte veranschaulichen, indem sie reale (zukünftige) Situationen aus dem Berufsalltag der Lernenden abbilden. So erkennen sie, wie digitale Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA), die elektronische Medikationsliste (eML), der elektronische Medikationsplan (eMP) und der TI-Messenger die Kommunikation verbessern und damit die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) erhöhen. Gruppenarbeiten fördern den Austausch und die Zusammenarbeit unter den Lernenden. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven sichtbar, die zum Verständnis im Gesamtkontext Digitalisierung wichtig sind. Durch den Austausch über Anwendungen wie den TI-Messenger erleben die Lernenden, wie Informationsflüsse sicherer und effizienter gestalten werden können. Diese Methoden sorgen dafür, dass Lernende Inhalte aktiv erfassen und in unterschiedlichen Übungen anwenden. So entsteht nachhaltiges Lernen, das fachliche Kenntnisse und kommunikative Kompetenzen gleichermaßen stärkt. Vorbereitung der Lernumgebung Vor Durchführung der Unterrichtseinheit sollte die Internetverbindung auf Stabilität überprüft werden, da die Wissensvermittlung maßgeblich auf externe Quellen baut. Die Lernenden sollten also die Möglichkeit zur Internetrecherche haben durch eigene Geräte oder zur Verfügung gestellte Geräte. Vor Beginn der Erarbeitungsphase 2 sollte geprüft werden, ob alle Lernenden Zugriff auf die interaktive Klickstrecke der gematik haben (Internetverbindung und geeignete Endgeräte). Da die Anwendung exemplarisch funktioniert, empfiehlt es sich, die zentralen Schritte einmal gemeinsam zu demonstrieren (z. B. über Beamer oder Smartboard), bevor die Gruppen eigenständig arbeiten. Für das Rollenspiel auf Arbeitsblatt 3 sollte die Lehrkraft Rollenkarten vorbereiten, sodass die Durchführung des Rollenspiels ohne Komplikationen und zeitintensiven Vorbereitungsaufwand in der Stunde durchgeführt werden kann. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erläutern die Bedeutung der ePA für alle und ihrer Anwendungen (eML, eMP, TI-Messenger) für Kommunikation und Arzneimitteltherapiesicherheit, beschreiben den Ablauf digital gestützter Medikationsprozesse und bewerten deren Nutzen im Berufsalltag, benennen Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen im Umgang mit digitalen Gesundheitsanwendungen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen digitale Fachquellen (z. B. gematik, gesund.bund) zur Informationsbeschaffung und -bewertung, reflektieren Chancen und Grenzen digitaler Anwendungen im Gesundheitswesen, setzen digitale Medien zielgerichtet zur Bearbeitung von Aufgaben, zur Präsentation und zur Kommunikation ein. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten kooperativ in Paar- und Gruppenarbeiten zusammen und übernehmen Verantwortung für gemeinsame Ergebnisse, kommunizieren adressatengerecht über digitale Themen und erklären Versicherten den Nutzen sicherer Kommunikationswege, reflektieren die eigene Haltung zu Digitalisierung, Datenschutz und professioneller Kommunikation im Gesundheitswesen.

  • Ernährung & Gesundheit / Gesundheitsschutz / Pflege, Therapie, Medizin
  • Berufliche Bildung

Klavier spielen für den Frieden: Geflüchteter erinnert mit seiner Musik an den Krieg in Syrien

Kopiervorlage

Diese Unterrichtsmaterialien zum Thema "Geflüchtete und Integration" der Sprachzeitung "Presse und Sprache" geben einen Einblick in das Leben und das Engagement eines Syrers, der mit seiner Musik an den Bürgerkrieg in seiner Heimat erinnern will. Leseverstehen und Satzstrukturen sollen anhand eines Zeitungsartikels trainiert werden (DaF/DaZ-Lernende A2/B1). Ergänzende Übungsmaterialien sowie eine Audio-Datei runden die Lernsequenz ab.Der Zeitungsartikel aus der "Presse und Sprache" über den Pianisten Aeham Ahmad, der mit seiner Musik an den Bürgerkrieg in Syrien erinnern möchte, ist in Leichtem Deutsch verfasst und enthält einsprachige Worterklärungen. Damit wird den Deutschlernenden das Lesen dieses authentischen Textes erleichtert, das Wörterbuch wird überflüssig. Die umfangreichen Übungsmaterialien bieten mit einer Bildbeschreibung einen Einstieg ins Thema. Die Aufgaben zum Text lehnen sich an das Prüfungsformat telc A2, Start Deutsch 2 an und fragen mit fünf Richtig/Falsch-Fragen vor allem globales, aber auch selektives Leseverständnis ab. Im Anschluss bietet das Material eine Übung zur Konjugation und zu deutschen Satzstrukturen an. Ein Lösungsteil ist enthalten. Für einen umfassenden Lerneffekt kann die Audio-Datei eingesetzt werden. Mithilfe des Audiotextes können die Deutschlernenden ihre Aussprache und Hörverstehen schulen und verbessern. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich in Lesestrategien. trainieren das Leseverstehen (global und selektiv). erwerben Grammatikkenntnisse in Konjugation und Satzstrukturen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verstehen den Bericht, lesen den Text kritisch und hinterfragen ihn. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten respektvoll in der Partner- und Gruppenarbeit. entwickeln gesellschaftspolitisches Verständnis für Geflüchtete aus Krisenregionen.

  • DaF / DaZ
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung, Erwachsenenbildung, Hochschule

Nachkriegszeit in Deutschland: Klausur mit Lösungen und Bewertungsschema

Kopiervorlage

Dieses Klausurpaket zum Thema Nachkriegszeit in Deutschland enthält Aufgabenstellungen mit Bearbeitungshinweisen, eine Musterlösung sowie eine Punkteverteilung mit Benotungsvorgaben.Die Klausur bezieht sich auf folgende Fachinhalte: Aufteilung und Verwaltung Deutschlands durch die Besatzungsmächte nach dem Zweiten Weltkrieg Zielsetzungen des Potsdamer Abkommens und deren Umsetzung Zerwürfnis zwischen den Westalliierten und der UdSSR aufgrund von ideologischen Differenzen und des aufkommenden Kalten Krieges Ursachen der deutschen Teilung 1949 (Entstehung der Bundesrepublik im Westen und der DDR im Osten) Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten vier Aufgaben mit unterschiedlichen Anforderungsstufen: Sie nennen zentrale Begriffe und erklären diese, erläutern komplexe Zusammenhänge und formulieren begründete historische Sachurteile. Die Bearbeitungszeit beträgt maximal 90 Minuten. Aus dem Schwierigkeitsgrad und dem Umfang der Antwort ergibt sich die Höhe der erreichbaren Punktzahl bei den einzelnen Aufgaben. Insgesamt können 100 Punkte vergeben werden. Die Benotung erfolgt auf der Grundlage gängiger Bewertungsvorgaben. Fachkompetenz Zur Bearbeitung der Aufgaben kennen die Schülerinnen und Schüler die territoriale Neuordnung Deutschlands 1945 und die damit verbundene Verwaltung im Rahmen von Besatzungszonen. die wesentlichen Ziele des Potsdamer Abkommens (Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Demokratisierung, territoriale Neuordnung) und deren Umsetzung im Einflussbereich der Westalliierten beziehungsweise der UdSSR. die ideologischen Differenzen zwischen den Westalliierten (Demokratie und Marktwirtschaft) und der UdSSR (kommunistische Diktatur und Planwirtschaft) als Hauptursache für den Kalten Krieg und das Zerwürfnis in der Deutschlandpolitik. die zentralen Ursachen der deutschen Teilung 1949: ideologische Differenzen zwischen den Westalliierten und der UdSSR, sukzessive Errichtung eines kommunistischen Regimes in der sowjetischen Zone, wirtschaftliche Integration der westlichen Zonen und Währungsreform, Berliner Blockade, Gründung der Bundesrepublik und der DDR.

  • Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe II

Der Konflikt im Nahen Osten

Unterrichtseinheit

Der Kampf zwischen Israel und dem Libanon ist die neueste Eskalationsstufe eines Konflikts, dessen Wurzeln tief in die jüngere Vergangenheit hereinreichen. Nach 33 Tagen haben Israels Armee und die libanesischen Hisbollah-Milizen die Kampfhandlungen eingestellt. Wie dauerhaft diese Waffenruhe sein wird, ist noch ungewiss. Nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat im November 2004 und der Wahl von Mahmud Abbas zu seinem Nachfolger im Januar 2005, keimte kurz neue Hoffnung in dem seit Jahrzehnten schwelenden Nahost-Konflikt auf. Denn der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verkündeten bei einem Gipfeltreffen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich am 8. Februar 2005 eine gegenseitige Waffenruhe. Diese kurze Chronologie fasst die wichtigsten politischen Geschehnisse von der palästinensischen Präsidentenwahl bis zur UN-Resolution 1701 zusammen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich über die Entwicklung und die Hintergründe des Nahost-Konflikts informieren. die unterschiedlichen Interessen und Standpunkte der Beteiligten kennen lernen. sich über die Rolle der UNO informieren. die Folgen des Konflikts und der Eskalation diskutieren. die Interessen von anderen Beteiligten (USA, UNO, Wirtschaft etc.) reflektieren. den Einsatz von Bundeswehrtruppen im Krisengebiet diskutieren. sich der historischen, politischen und religiösen Dimension des Konflikts bewusst werden. das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen. Thema Der Konflikt im Nahen Osten Autor Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 8 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung 2-6 Stunden Medien je ein Computer mit Internetzugang für 2 Schülerinnen und Schüler Auf den folgenden Seiten werden die politischen Geschehnisse von der palästinensischen Präsidentenwahl bis zur UN-Resolution 1701 zusammengefasst. Webseiten zur Recherche für die Lernenden finden Sie unter Links zum Thema. Die ersten Anzeichen der Krise Die Kräfteverhältnisse sowohl im israelischen als auch im palästinensischen Parlament verschieben sich. Die politische Integration der Hamas mißlingt. AIsrael reagiert auf Hamas-Angriffe Die Neuwahlen in Israel gewinnt die Kadima-Partei unter Ehud Olmert. Nach Raketenangriffen durch die Hamas beginnt die "Operation Sommerregen". Ein brüchiger Friede Der Angriff von Hisbollah-Milizen auf israelische Soldaten lässt die Situation eskalieren. Der Sicherheitsrat verabschiedet die Resolution 1701. Gipfeltreffen in Scharm el Scheich Nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat im November 2004 und der Wahl von Mahmud Abbas zu seinem Nachfolger im Januar 2005 keimte kurz neue Hoffnung in der seit Jahrzehnten von kriegerischen Auseinandersetzungen heimgesuchten Nahost-Region auf. Denn der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verkündeten bei einem Gipfeltreffen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich am 8. Februar 2005 eine gegenseitige Waffenruhe. Scharons Alleingang So machte sich die israelische Regierung unter Ariel Scharon an die Umsetzung des noch zu Arafats Lebzeiten entworfenen "einseitigen Abkopplungsplans". Dieser sah vor, dass Israel alle 21 Siedlungen im Gaza-Streifen räumt und sich damit komplett aus dem Gebiet zurückzieht. Der Plan stieß allerdings sowohl auf israelischer als auch auf palästinensischer Seite auf Ablehnung. Dennoch konnte Sharon den einseitigen israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen Anfang 2005 innenpolitisch durchsetzen. Netanjahu tritt zurück Er musste allerdings einen hohen politischen Preis zahlen, denn an dem Streit über den Abzugsplan zerbrach seine Regierungskoalition. Um den Rückzug umzusetzen, musste Scharon den Regierungspartner wechseln und eine große Koalition mit der Arbeitspartei eingehen. Zudem stand er unter politischen Beschuss von parteiinternen Kritikern, beispielsweise dem damaligen Finanzminister Benjamin Netanjahu, der im August 2005, kurz vor Vollzug des Gaza-Abzugs, schließlich von seinem Amt zurücktrat. Die Kadima-Partei wird gegründet Der Streit um den israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen hatte bei Ariel Scharon und der Likud-Partei tiefe Spuren hinterlassen. Die Kluft zwischen Gegnern und Befürwortern schien unüberbrückbar. Scharon sah für sich keine Zukunft mehr in der Likud-Partei und trat im November 2005 aus. Zusammen mit einigen Getreuen gründete er wenig später die Partei "Kadima" ("Vorwärts") und rechnete sich sehr gute Chancen aus, die für den März 2006 geplanten vorgezogenen Neuwahlen zu gewinnen. Ehud Olmert übernimmt die Amtsgeschäfte Doch dann fiel Ariel Scharon Anfang Januar 2006 nach einem Schlaganfall ins Koma, und die als Terrororganisation eingestufte Hamas-Bewegung ("Harakat al Mukawamah al Islamijah" - "Islamische Widerstandsbewegung") gewann bei der palästinensischen Parlamentswahl am 25. Januar 2006 die absolute Mehrheit. Der stellvertretende Ministerpräsident Ehud Olmert, der nach Sharons Erkrankung die Amtsgeschäfte übernommen hatte, erklärte nach dem Hamas-Wahlsieg, dass der Staat Israel nicht mit einer palästinensischen Regierung verhandeln werde, "der eine bewaffnete terroristische Organisation angehört, die zur Zerstörung Israels aufruft". Israel werde "unter allen Umständen mit eiserner Faust überall den Kampf gegen den Terrorismus fortsetzen". UN fordert Gewaltverzicht Das so genannte Nahostquartett (bestehend aus den Vereinten Nationen, der USA, der EU und Russland) rief zum Gewaltverzicht auf. In einer Erklärung hieß es, es gebe einen "fundamentalen Widerspruch zwischen den Aktivitäten bewaffneter Gruppen und Milizen und dem Aufbau eines demokratischen Staates". Eine Zwei-Staaten-Lösung des Konflikts verlange von allen Beteiligten, den demokratischen Prozess voranzutreiben und auf Gewalt und Terror zu verzichten. Weiterhin sei die Anerkennung des Existenzrechts Israels eine unabdinbare Voraussetzung. Ismail Hanija wird Regierungschef Auf pälästinensischer Seite erklärte der bis dato amtierende Regierungschef Ahmed Kureia von der Fatah-Organisation kurz nach der Wahl seinen Rücktritt und Palästinenserpräsident Abbas beauftragte die Hamas mit der Regierungsbildung. Ende März 2006 bestätigte das palästinensische Parlament die neue Regierung unter Ministerpräsident Ismail Hanija. Kadima-Partei gewinnt Wahl Am 28. März 2006 wählte auch die israelische Bevölkerung ein neues Parlament: die Wahl konnte - wie Beobachter erwartet hatten - die neue Kadima-Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Ehud Olmert für sich entscheiden. Die erst im November 2005 von Ariel Scharon gegründete Partei errang aus dem Stand heraus 28 der insgesamt 120 Parlamentssitze. Olmert erklärte noch in der Wahlnacht, dass er neue Friedensgespräche mit den Palästinensern führen wolle und auch zu Zugeständnissen bereit sei. Olmert beharrt auf einseitiger Grenzziehung Allerdings bekräftigte er zugleich seinen Plan, dass die zukünftige Grenzziehung allein dem Staat Israel vorbehalten sei: "In der kommenden Legislaturperiode werden wir darauf hinarbeiten, die endgültigen Grenzen des Staates Israels zu ziehen, eines jüdischen Staates mit einer jüdischen Mehrheit." Rund vier Wochen nach der Parlamentswahl konnte Olmert Anfang Mai 2006 seine Regierungskoalition bilden. Sie besteht aus einem Vierer-Bündnis seiner Kadima-Partei mit der Arbeitspartei, der Rentner- und der Schas-Partei. Kämpfe nach Gründung der Hamas-Brigade In der Zwischenzeit spitzte sich auf der palästinensischen Seite der Machtkampf zwischen der Fatah-Organisation von Präsident Mahmud Abbas und der Hamas-Regierung immer weiter zu. Vordergründiger Anlass der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der beiden Gruppen war, dass Abbas ein Veto gegen die Gründung der Hamas-Brigade eingelegt hatte. Dennoch rekrutierte die Hamas 3.000 bewaffnete Männer für diese Vereinigung. Seit Mitte April kam es in der Folge wiederholt zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern und erst Mitte Juni 2006 konnte man sich unter ägyptischer Vermittlung auf einen Waffenstillstand einigen. Abbas' Versuch einer Integration der Hamas Vor allem ging es in dem Konflikt zwischen den beiden palästinensischen Organisationen darum, dass Präsident Abbas die Hamas-Regierung dazu bewegen wollte, den Staat Israel endlich anzuerkennen und ein Dokument für die "nationale Einheit" zu unterschreiben. Darin legen sich die Palästinenser auf einen eigenen Staat in den Grenzen von 1967 mit Jerusalem als Hauptstadt fest. Der Kampf gegen die Besatzung soll "nur" noch in den besetzten Gebieten geführt werden. Dies würde de facto eine indirekte Anerkennung des Staates Israel durch die Hamas bedeuten. Weiterhin könnte dieser Schritt dazu beitragen, die internationale Isolation der Hamas-Regierung zu beenden. Das Ende der Waffenruhe Am 9. Juni 2006 wurden am Strand von Gaza mehrere Zivilisten getötet, wofür aus palästinensicher Sicht Israel die Verantwortung trug; Israel bestritt diese Deutung. Dennoch brachen daraufhin Kämpfer der radikal-islamischen Hamas-Organisation am nächsten Tag die seit einem Jahr weitgehend eingehaltene Waffenruhe und feuerten insgesamt zwölf so genannter "Kassam"-Raketen auf israelisches Gebiet. Damit setzte sich die Gewaltspirale wieder in Gang: Israel reagierte auf den Raketenbeschuss und nahm seinerseits die Hamas-Kräfte und insbesondere deren Führungspersonal ins Visier. Beginn der israelischen Offensive Gut zwei Wochen später, am 25. Juni, erfolgte ein Angriff auf den Grenzübergang zum Gazastreifen im Gebiet des Kibbuz "Kerem Shalom". Dabei töteten bewaffnete Kämpfer der Hamas und des "Popular Resistance Committees" (PRC) zwei israelische Wachposten und entführten einen Soldaten, vier Soldaten wurden verletzt. Israel machte die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) allein verantwortlich für das Schicksal des entführten Soldaten und startete in der Nacht zum 28. Juni eine Militäroffensive im Gaza-Streifen. Kontroverse um die Hintergründe der Angriffe Israels Ziel war nach offiziellen israelischen Angaben, den entführten Soldaten zu befreien. Allerdings waren in den Monaten vor der Entführung von palästinensischem Gebiet aus mehrere hundert "Kassam"-Raketen auf Israel abgefeuert worden. Es wird spekuliert, dass der eigentliche Grund für den israelischen Einmarsch darin bestand, diese Angriffe zu stoppen. Inhaftierung führender Hamas-Abgeordneter Nach Beginn der israelischen Offensive im Gaza-Streifen eskalierte die Lage weiter. Israels Armee nahm acht Minister und 20 Abgeordnete der radikalislamischen Hamas-Bewegung fest. Die israelische Armee betonte, dass es sich um einen begrenzten Einsatz handele und eine dauerhafte Besetzung des Gaza-Streifens nicht geplant sei. Kurz zuvor hatten sich die rivalisierenden Palästinensergruppen grundsätzlich auf eine Zwei-Staaten-Lösung geeinigt und das Dokument für die "nationale Einheit", in dem die Anerkennung der Grenzen von 1967 festgeschrieben war, angenommen. Einrichtung einer kontrollierten Sicherheitszone Allerdings hatte Israel das Dokument bereits für "irrelevant" erklärt. Und auch der Islamische Dschihad, eine weitere palästinensische Extremisten-Gruppe, lehnte mehrere Punkte des Papiers ab. Die "Operation Sommerregen", so der militärische Codename, endete Anfang Juli 2006 vorläufig mit der Einrichtung einer israelisch kontrollierten Sicherheitszone im nördlichen Gaza-Streifen. Seitdem hat die israelische Luftwaffe jedoch immer wieder Ziele im Gazastreifen angegriffen. Israel reagiert auf Hisbollah-Angriffe Wenige Tage später, am Morgen des 12. Juli, begann die von Syrien und dem Iran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz mit Angriffen auf israelische Soldaten: zwei wurden entführt und drei getötet - die Israel-Libanon-Krise 2006 nahm ihren Lauf. Denn noch am gleichen Tag reagierte das israelische Militär mit einer groß angelegten Offensive gegen die vom Libanon aus operierende Hisbollah. Ehud Olmert bezeichnete den Angriff der Hisbollah als einen "Kriegsakt" und kündigte dem Libanon eine "sehr schmerzvolle und weitreichende Antwort" an. Kampfhandlungen fordern zahlreiche Opfer In den folgenden Tagen bombardierte die israelische Luftwaffe Straßen, Brücken, den Beiruter Flughafen sowie zahlreiche Dörfer, in denen sie Stellungen der Hisbollah vermutete. Die libanesischen Hisbollah-Kämpfer reagierten mit Raketenangriffen auf verschiedene Städte im Norden Israels. Im Zuge der Kampfhandlungen gab es zahlreiche zivile und militärische Opfer auf beiden Seiten. Die internationale Gemeinschaft zeigte sich angesichts der massiven Kriegshandlungen besorgt. Israels Militäroperationen wurden von einigen Staaten als "unverhältnismäßig" kritisiert. US-Präsident George W. Bush äußerte sich zwar "besorgt um die Demokratie im Libanon". Dennoch betonte er, dass Israel das Recht habe, sich selbst verteidigen zu dürfen. Annan für Blauhelmeinsatz UN-Generalsekretär Kofi Annan machte auf dem G8-Gipfel im russischen St. Petersburg (15.-17.Juli) den Vorschlag, eine UN-Friedensmission im Südlibanon zu stationieren. Der britische Premier Tony Blair unterstützte ihn und erklärte: "Der einzige Weg, die Bombardierung Israels zu stoppen, ist eine Stationierung internationaler Truppen". Auch Russland und die EU standen dem Vorschlag positiv gegenüber. Selbst Israel begrüßte eine Stationierung von Blauhelmen, stellte hierfür aber Bedingungen. So müsse die Friedenstruppe dazu befugt werden, die Hisbollah-Kämpfer in einem Streifen bis 80 km nördlich der Grenze zu entwaffnen. Uneinigkeit über den Inhalt der Resolution Doch bis der UN-Sicherheitsrat eine entsprechende Resolution verabschieden konnte, vergingen einige Wochen. Die USA und Frankreich stritten unter anderem darüber, ob sich Israel aus dem Libanon zurückziehen müsse oder ob dort Truppen verbleiben können. Zudem bestanden die USA darauf, eine robuste Friedenstruppe in den Libanon zu schicken. Den Vorschlag, lediglich 15.000 libanesische Soldaten im Süden des Landes zu stationieren, hielten sie für unzureichend. Die Resolution 1701 wird verabschiedet Letztlich konnte man sich nach zähen Verhandlungen einigen und in der Nacht zum 12. August 2006 verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig die Resolution 1701. Sie verlangt im Wesentlichen die vollständige Beendigung der Feindseligkeiten, "insbesondere die sofortige Einstellung sämtlicher Angriffe der Hisbollah sowie die sofortige Beendigung aller offensiven Militäroperationen Israels". Nach dem Ende der Kämpfe sollen libanesische und UN-Streitkräfte Schritt für Schritt in den Südlibanon einrücken. Verstärkung der UN-Truppen im Libanon Parallel dazu sollen sich die israelischen Streitkräfte aus dem Libanon zurückziehen, und weiterhin wird die bereits im Libanon stationierte UN-Truppe (UNIFIL) von 2.000 auf 15.000 Soldaten aufgestockt. Sie soll unter anderem dabei helfen, die Stationierung von 15.000 libanesischen Soldaten und den damit einhergehenden Rückzug der israelischen Streitkräfte zu koordinieren. Zwischen der "Blauen Linie", das heisst der Grenze zwischen Israel und dem Libanon, und dem Litani-Fluss soll eine Zone errichtet werden, in der sich außer den libanesischen und UNIFIL-Truppen keine Bewaffneten aufhalten dürfen. Ebenso wenig dürfen Waffen und militärische Anlagen dort vorhanden sein. Israel räumt erste Stellungen Seit dem 14. August schweigen nun weitgehend die Waffen, und die israelische Armee bereitet ihren Abzug aus dem Libanon vor. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wurden bereits am dritten Tag der Waffenruhe erste israelische Stellungen an UN-Truppen übergeben. UN-Soldaten der Libanontruppe Unifil sollen Stüzpunkte übernehmen, die nicht als strategisch relevant gelten. Gleichzeitig solle die libanesische Armee zunächst bis an den Litani-Fluss, nach einem israelischen Abzug dann nach und nach in die Zone südlich des Litani vorrücken. Nach israelischen Angaben könnte der Rückzug aus dem Südlibanon innerhalb von weniger als zwei Wochen abgeschlossen werden. Frankreich könnte Führung übernehmen Unterdessen wird bei den Vereinten Nationen in New York über die Organisation der UN-Truppe für den Libanon verhandelt. Als mögliche Führungsnation kommt vor allem die frühere Mandatsmacht Frankreich in Frage. Falls Frankreich die Führung übernimmt, könnten die ersten neuen UN-Soldaten innerhalb von zehn bis 15 Tagen im Libanon eintreffen, heißt es aus UN-Kreisen. Auch Deutschland wird sich an der Friedenssicherung im Libanon beteiligen. Die Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, "einen Beitrag" gemäß der UNO-Resolution zu leisten. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat angekündigt, bei der UNO-Truppensteller-Konferenz am 17. August ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten. In den Planungen der Bundeswehrführung werde davon ausgegangen, dass Einheiten von Heer, Luftwaffe und Marine für den Einsatz angeboten würden, berichtete die Tageszeitung "Die Welt". Deutschland will "Beitrag leisten" In einer Erklärung der Bundesregierung heißt es zur Ausgestaltung des deutschen Beitrags: "Hierfür kommen eine Vielzahl kurz- und langfristiger Komponenten in Betracht, wie der Wiederaufbau im Libanon, die Umsetzung der Sicherheitsratsresolution 1701 und die beharrliche und konsequente Arbeit zur Durchsetzung einer dauerhaften Friedensordnung in der Region. (...) Bei der Umsetzung der Resolution 1701 will Deutschland einen Beitrag entsprechend seiner Fähigkeiten leisten, vorausgesetzt die hierfür notwendigen Bedingungen werden bei den jetzt laufenden Verhandlungen in New York geschaffen. Im Vordergrund stehen dabei humanitäre Hilfsleistungen, Leistungen des Wiederaufbaus und Beiträge zur Sicherung der syrisch-libanesischen Grenze, insbesondere seeseitig."

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Dokumentarfilm "My Escape"

Video

Der Dokumentarfilm "My Escape" beschreibt die Flucht von Syrien, Afghanistan und Eritrea nach Deutschland mithilfe der (Handy-) Videos von Flüchtlingen. 2015 flohen Hunderttausende von Menschen nach Deutschland. Diese Zahlen sind ebenso einmalig wie die Tatsache, dass viele dieser Fluchtwege erstmalig dokumentiert wurden: und zwar von den Flüchtlingen selbst mithilfe ihres Mobiltelefons. Dieses ist für viele Flüchtlinge ein unverzichtbares Mittel zur Organisation ihrer Flucht. Gleichzeitig transportieren sie damit Erinnerungen an das Zurückgelassene und einige dokumentieren damit auch die Fluchtstationen. In den sozialen Netzwerken kursieren zahllose Clips, die von der Flucht nach Deutschland erzählen, nicht aus sicherem Abstand, sondern aus unmittelbarer Nähe. Der Dokumentarfilm "My Escape" hat solche Fluchtgeschichten gesammelt. Er ist eine Montage aus (Handy-) Videos von Flüchtlingen, die ihre lebensgefährliche Flucht nach Deutschland selbst kommentieren. Sie erzählen dabei von ihrer Heimat, von ihrem Abschied, den verschiedenen Stationen der Flucht, der Ankunft in Deutschland und schließlich den ersten Eindrücken hier. So entsteht ein eindrückliches Bild aus nächster Nähe, von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen und sich ungeachtet aller Gefahren auf den Weg machen - auf der Suche nach Sicherheit. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kennen die politischen Hintergründe die zum Krieg in Syrien geführt haben. wissen, warum Menschen ihre Heimat verlassen. setzen sich mit den Stationen der Flucht und den damit verbundenen Schwierigkeiten, Hindernissen und Gefahren auseinander. erfahren etwas von den Ängsten der Geflüchteten. erfahren etwas von den ersten Eindrücken, die die Flüchtlinge von Deutschland hatten. hinterfragen und revidieren bestehende Ängste, Vorurteile und Stereotype gegenüber Flüchtlingen. setzen sich mit Faktoren für eine gelingende Integration auseinander. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich im zielgerichtenten Zuhören. vergleichen Informationen, stellen Verbindungen zwischen ihnen her und erklären Zusammenhänge. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Endlich ankommen, endlich Kind sein

Kopiervorlage

Aufbauend auf der UNICEF-Studie "Kindheit im Wartezustand" zur Situation von geflüchteten Kindern in Deutschland gibt der Beitrag am Beispiel einer Flüchtlingsunterkunft in Westfalen einen Einblick in den Alltag von Flüchtlingskindern und ihren Familien.Schätzungsweise 350.000 geflüchtete Mädchen und Jungen sind in den vergangen beiden Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen. Auf die Frage, wie es ihnen hier geht, gibt es keine einfache Antwort. Denn erstens finden sich trotz der generell großen Aufmerksamkeit für das Thema Flüchtlinge bis heute sehr wenige systematische Informationen über die Kinder unter ihnen. Zweitens ist ihre Lebenssituation sehr unterschiedlich - je nachdem, ob sie mit ihrer Familie oder allein eingereist sind, in welchem Bundesland und in welcher Stadt sie leben, wie sie untergebracht sind, aus welchem Herkunftsland sie kommen und wie ihre Bleibeperspektive ist. Der Beitrag gibt einen anschaulichen Einblick in die Lebenssituation von Kindern und ihren Eltern in Flüchtlingsunterkünften und stellt Forderungen auf, damit eine Integration der Flüchtlinge gelingt. Dabei geht es auch um das Thema Kinderrechte. Der Beitrag ist in keinen methodisch-didaktisch Kontext eingebettet. Er sollte deshalb unbedingt seitens der Lehrkraft vor- und nachbereitet werden. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Situation von Flüchtlingen in Deutschland auseinander. wissen, dass auch Kinder von Flucht und Gewalt betroffen sein können. setzen sich mit dem Thema Kinderrechte auseinander. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entnehmen gezielt Informationen aus Texten und benennen die Hauptgedanken eines Textes. beschreiben in Bildquellen Einzelheiten, stellen deren Zusammenhänge dar und erklären, welche Wirkung die Darstellung hat. wenden elementare Schritte zur Interpretation von Bildern und Illustrationen sowie Aussagen an. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler verdeutlichen im Kontext eines Beispiels Möglichkeiten, Grenzen und Folgen zeitgenössischen Handelns. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile und revidieren diese gegebenenfalls zugunsten besser begründbarer Urteile.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Farbe Blau entdecken: Alltagsgegenstände kreativ gestalten

Kopiervorlage

Die Schülerinnen und Schüler erkunden die Farbe Blau in ihrer Umgebung und setzen ihre Entdeckungen zeichnerisch um. Das Material fördert Farbverständnis und kreative Ausdrucksfähigkeit. Die Unterrichtseinheit unterstützt Lernende dabei, ein differenziertes Verständnis für die Farbe Blau im Alltag und in ihrer unmittelbaren Lebenswelt zu entwickeln. Im Kunstunterricht der Grundschule setzen sich die Schülerinnen und Schüler gezielt mit Farbwirkungen auseinander, indem sie blaue Gegenstände in ihrem Zuhause sowie im Klassenzimmer identifizieren, benennen und gestalterisch darstellen . Das Arbeitsblatt bietet einen niedrigschwelligen Zugang zur Farbthematik und fördert die bewusste Wahrnehmung von Farben in unterschiedlichen Kontexten. Durch die Verbindung von Beobachtung und kreativem Gestalten wird die Fähigkeit gestärkt, Farben nicht nur zu erkennen, sondern auch aktiv in eigenen Bildideen umzusetzen. Die Lernenden reflektieren dabei ihre individuellen Farbvorstellungen und erweitern ihr visuelles Repertoire. Die klare Aufgabenstruktur ermöglicht eine einfache Integration in den Unterricht und eignet sich sowohl für Einzelarbeit als auch für Austauschphasen im Plenum. Gleichzeitig eröffnet das Material Gesprächsanlässe über Farbassoziationen, Alltagsbezüge und die Rolle von Farben in Kunst und Umwelt. So trägt die Unterrichtseinheit dazu bei, die ästhetische Wahrnehmung , die kreative Ausdrucksfähigkeit sowie die sprachliche Auseinandersetzung mit Farbe gezielt zu fördern. Fachkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler beschreiben blaue Gegenstände aus ihrem Alltag und ihrer Umwelt. identifizieren und benennen die Farbe Blau in unterschiedlichen Kontexten. gestalten eigene Zeichnungen auf Grundlage beobachteter Alltagsgegenstände. Medienkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler nutzen Arbeitsblätter strukturiert zur Bearbeitung gestalterischer Aufgaben. dokumentieren visuelle Eindrücke durch eigene Zeichnungen. reflektieren einfache visuelle Darstellungen im Austausch mit anderen. Sozialkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler tauschen sich über ihre Beobachtungen und Ergebnisse im Plenum aus. vergleichen eigene Wahrnehmungen mit denen anderer Lernender. präsentieren und erläutern ihre gestalteten Arbeitsergebnisse respektvoll vor der Gruppe.

  • Kunst / Kultur
  • Primarstufe

Religionen der Welt

Unterrichtseinheit

Welche Bedeutung die Religionen aktuell in der Welt haben, was sie trennt und verbindet, erfahren Schülerinnen und Schüler in dieser Unterrichtseinheit. Ihre Ergebnisse arbeiten die einzelnen Gruppen anschließend zu einer PowerPoint-Präsentation aus. Seit dem 11. September 2001 ist das Interesse am Islam sprungartig gestiegen. Wer aktuelle Konflikte in der Welt verstehen will, muss neben den politischen und sozialen Ursachen auch ihre religiösen Hintergründe kennen. Ob es um den Kampf der al-Qaeda gegen die USA geht oder um den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern - immer stehen die Gegensätze der Religionen im Mittelpunkt. Dabei gibt es durchaus viele Gemeinsamkeiten. Was die Religionen trennt und was sie verbindet, recherchieren die Schülerinnen und Schüler im Rahmen dieser Unterrichtseinheit. Gleichzeitig erfahren sie mehr über die Religion ihrer Mitlernenden, denn in den meisten deutschen Schulklassen sind heute ganz unterschiedliche Glaubensrichtungen vertreten. Selbstständig informieren sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Unterrichtseinheit über Religionen der Welt: über Islam und Judentum, Buddhismus und Hinduismus sowie über Religionen in China und die Naturreligion der Aborigines. Dabei wählen die Lernenden thematische Schwerpunkte aus. Anschließend schlüpfen sie in die Rolle derjenigen, die Inhalte vermitteln. Mit einer medialen Präsentation informieren sie ihre Mitlernenden, Eltern und Lehrkräfte über ihre Recherche-Ergebnisse. Die gewonnenen Kenntnisse sollen helfen, Vorurteile gegenüber anderen Religionen abzubauen und die Grundlagen für eine weitergehende Diskussion im Fach Ethik legen. Unterrichtsziele Selbstgesteuertes Lernen mit einer Vielfalt neuer Medien zu fördern, das ist das zentrale Ziel der Reihe. Technik und Methodik Welche technischen Kenntnisse werden bei den Schülerinnen und Schülern vorausgesetzt? Und welche methodischen Grundsätze stehen im Mittelpunkt dieser Reihe? Die Unterrichtsreihe in der Praxis Rosi Hoppe und Joachim Gravert schildern hier ihre Projekt-Erfahrungen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Informationen über die Religionen der Welt sammeln. die Gemeinsamkeiten aller Religionen erkennen. bei der Informationssuche verschiedene Medien nutzen (Bücher, CDs, Internet) und Personen befragen. Vorurteile abbauen und Verständnis entwickeln. ihre Arbeitsergebnisse mit PowerPoint präsentieren. Gute Ausstattung wichtig Voraussetzung für die Durchführung der Unterrichtsreihe ist eine ausreichende Anzahl von Notebooks oder Computern. Für zwei Schülerinnen und Schüler sollte möglichst ein Rechner zur Verfügung stehen. Der Umgang mit dem Computer sollte bekannt sein, damit technische Schwierigkeiten nicht zu viel Raum einnehmen. Vorkenntnisse vorhanden Die Schülerinnen und Schüler der Offenen Ganztagsschule Hegholt, einer integrierten Haupt- und Realschule, arbeiten seit dem 7. Schuljahr mit Notebooks. Sie können PowerPoint zur Erstellung von Präsentationen anwenden. Außerdem beherrschen sie die Text-, Bild- und Tonbearbeitung mit PowerPoint grundlegend. Im Zeitrahmen für die Unterrichtsreihe "Die Religionen der Welt" wurde daher keine technische Einführung in die Arbeit mit Notebooks beziehungsweise mit PowerPoint und Excel eingeplant. Um die Arbeit stärker auf die Inhalte und weniger auf die Technik auszurichten, wurde die Präsentation nicht mit dem Programm Mediator erstellt. Problemorientierung Die Unterrichtsreihe knüpft an die Geschehnisse des 11. Septembers 2001 an. Sie beleuchtet die politischen, sozialen und religiösen Hintergründe für die Konflikte zwischen der islamischen und der christlichen westlichen Welt. Darüber hinaus werden sich die Schülerinnen und Schüler der Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen weiteren Religionen bewusst. Gruppenarbeit Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in sechs Gruppen mit je vier bis fünf Personen zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten. Die Gruppen sollten sich nach Absprache so zusammensetzen, dass in jeder Gruppe Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Leistungsbandbreiten und Spezialkenntnissen vertreten sind. In jeder Gruppe ist eine Person GruppensprecherIn. Sie teilt die Arbeit nach Absprache mit den Gruppenmitgliedern ein, protokolliert die Arbeitsergebnisse und ist Ansprechperson für die Lehrkraft. Sie organisiert die Zusammenfassung der Einzelergebnisse. Außerdem entwickeln sich in jeder Gruppe Expertinnen und Experten. Die einen sind vorrangig für die inhaltliche Erarbeitung, die anderen für die mediale Umsetzung zuständig. Die Lehrkraft berät alle Gruppen während der einzelnen Arbeitsphasen. Interesse Aufgrund der Aktualität des Themas war das Anfangsinteresse der Schülerinnen und Schüler an fremden Religionen sehr groß. Außerdem gab es in der Klasse Schülerinnen und Schüler verschiedener Glaubensrichtungen. Sie konnten sich als Expertinnen und Experten einer Religion in den Unterricht einbringen. Dieses Wissen stieß bei den Mitschülerinnen und Mitschülern auf breite Akzeptanz und kann sicher auch in anderen Lerngruppen zur Motivation beitragen. Beratungsbedarf bei der Gruppenarbeit In den meisten Gruppen verlief die Arbeit außerordentlich eigenständig. Vereinzelt gab es Warteschlangen am Scanner oder Engpässe bei den Software-Einzellizenzen und Büchern. Auch Beratungsengpässe ließen sich wegen des großen Bedarfs trotz der Anwesenheit von zwei Lehrkräften nicht immer vermeiden. Bei sehr großen und heterogenen Lerngruppen ist eine Doppelbesetzung also unbedingt sinnvoll. Integration schwächerer Schülerinnen und Schüler Es war schwierig, leistungsschwache Schülerinnen und Schüler so in die Gruppenarbeit einzubinden, dass beide Seiten davon profitieren konnten. Die Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler mit dem Projektverlauf hing davon ab, wie gut die Zusammenarbeit in der Gruppe geklappt hatte. Einige Gruppen zeigten soziale Reife: Sie waren hoch zufrieden darüber, dass sie es geschafft hatten, alle Gruppenmitglieder gemäß ihren Möglichkeiten in die Arbeit einzubinden. Kritischer Umgang mit Internet-Quellen Die kritische Auseinandersetzung mit Quellen im Internet ist ein langwieriger Lernprozess. Diese Kompetenz entwickelt sich nicht durch eine einzige Unterrichtseinheit. Die Schülerinnen und Schüler lassen sich erfahrungsgemäß immer wieder verführen, ihre kritische Haltung aufzugeben. Sie haben Schwierigkeiten, die Qualität einer Quelle einzuschätzen. Der Bedarf an Beratung durch die Lehrkräfte ist in diesem Punkt groß. Technische Tüftelei Bei der Ausarbeitung der PowerPoint-Präsentation waren in den Gruppen nicht nur Know-how, gute Ideen, Erfahrung und Geschick erforderlich. Die Schülerinnen und Schüler mussten auch viel Geduld aufbringen, bis sie ihre Ideen optimal umgesetzt hatten. Ergebnissicherung als realitätsnahe Aufgabe Arbeitsergebnisse werden an der Offenen Ganztagsschule Hegholt so oft es geht einer weiteren Öffentlichkeit (Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräften) vorgestellt. Das geschah zum Beispiel am Tag der offenen Tür. Die Schülerinnen und Schüler sehen diese Präsentationsmöglichkeit als Wertschätzung ihrer Arbeit und als "echte", da realitätsnahe Aufgabe. Wissen selbstsicher vermitteln Das Projekt ist für eine 9. Klasse gut geeignet. Die Schülerinnen und Schüler haben ihr Wissen ausgebaut und so eine Basis erhalten, sich künftig in Gesprächen sachlich zu beteiligen und Vorurteilen entgegenzutreten. Ein Highlight der Reihe war die Podiumsdiskussion, in der die Gruppensprecher ihren Informationsstand einbringen mussten und sich teilweise engagiert beteiligten. Viele SchülerInnen registrierten bei sich selbst selbst einen erheblichen Fortschritt bei der Anwendung von Präsentationstechniken, aber auch in punkto Auftreten und Selbstsicherheit. Projektdauer kürzen Für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler war es schwierig, Motivation und Arbeitswillen über einen Zeitraum von zwölf Wochen zu erhalten. Bei einem erneuten Durchgang würde die Projektdauer daher gekürzt. Selbstgesteuertes Lernen Die Schülerinnen und Schüler suchen selbstständig Informationsmaterial, das sie für ihre Aufgaben verwenden können. Die Auswertung und Zusammenstellung der Informationen wird innerhalb der Arbeitsgruppen abgesprochen. Durch die eigenständige Verteilung von Aufgaben in der Gruppe lernen sie, selbstbestimmt Schwerpunkte zu setzen. Bezüglich des Layouts der Präsentation, der Abfolge und der einzelnen Aufgaben bei der medialen Präsentation der Arbeitsergebnisse werden ebenfalls gruppeninterne Absprachen getroffen. Medienkompetenz Bei der Recherche nach Informationen müssen die Schülerinnen und Schüler die Seriosität einzelner Quellen kritisch bewerten. Ihre Kompetenz bei der Beurteilung von Internet-Quellen wird durch die Unterrichtsreihe so weiter ausgebaut. Bei der Erarbeitung der PowerPoint-Präsentation müssen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Softwareprodukte, unterschiedliche Dateien und inhaltlich abgestimmte Verlinkungen so einsetzen, dass eine problemlose Navigation möglich ist. Abgesehen von der technischen Umsetzung kommt es bei der Präsentation wesentlich darauf an, die Aufmerksamkeit der Mitschülerinnen und Mitschüler zu wecken und ihnen die Gruppenergebnisse verständlich zu vermitteln. Andere Gruppen sollen sich schließlich mit den ihnen unbekannten Inhalten auseinandersetzen. Lernzielsicherung Als Lernzielkontrolle ist im Fach Ethik ein Test mit Fragen zu den Religionen der Welt möglich. Im Fach Deutsch können die Schülerinnen und Schüler einen Aufsatz zum Thema "Unsere Gruppenarbeit" schreiben, in dem sie die eigene Arbeit kritisch reflektierten. Im Projektunterricht ist ein Fragebogen zum Inhalt, zur Organisation des Projekts, zum Lernzuwachs und zur Arbeit mit dem Notebook möglich. Darüber hinaus ist auch die Präsentation der Arbeitsergebnisse Teil der Lernzielsicherung. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Ergebnisse nicht nur vor der eigenen Klasse, sondern auch vor Parallelklassen, Klassen eines anderen Jahrgangs, am Elternabend oder am Tag der Offenen Tür präsentieren.

  • Religion / Ethik / Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Keep Cool: Ein Spiel rund ums Klima

Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit "Keep Cool" fordert Jugendliche heraus, in die Welt der globalen Klimapolitik einzutauchen. Ob online oder klassisch auf dem Brett: Beim beliebten "Keep Cool"-Spiel setzen Jugendliche unser Klima auf's Spiel. "Keep Cool" fördert spielerisch die jugendliche Weitsicht über den Zusammenhang von menschlichem Verhalten und der Entwicklung unseres Klimas. "Keep Cool" kann Lehrkräften zum motivierenden Einstieg in den Themenkomplex "Klimawandel" dienen. Um das Spiel durchzuführen sind keine speziellen Vorkenntnisse seitens der Schülerinnen und Schüler erforderlich. Im Spielverlauf werden aber zahlreiche Themen eingestreut, die nachfolgend im Unterricht vertieft werden können. Zusammenarbeit in Ländergruppen Zunächst sollten die Spielregeln erläutert werden. Dies gelingt am nachhaltigsten, wenn die Lehrkraft dies übernimmt und für erste grundsätzliche Fragen der Lernenden zur Verfügung steht. Jede Ländergruppe bei "Keep Cool" verfolgt ein wirtschaftliches Ziel, das darin besteht, eine bestimmte Anzahl Fabriken aufzubauen, um das eigene Wirtschaftswachstum zu sichern. Dieses wirtschaftliche Ziel ist allen Spielern und Spielerinnen bekannt. Gleichzeitig müssen alle einem politischen Ziel für die eigene Ländergruppe nachkommen. Die politischen Ziele können, wie in der Realität, stark voneinander abweichen oder sogar einander entgegen laufen. Kein Spieler und keine Spielerin kennt die politischen Ziele der anderen. Nur wenn ein Spieler sowohl das wirtschaftliche als auch das politische Ziel erreicht hat, gewinnt er sofort. Investitionen und Politik Das wirtschaftliche Ziel erreicht jeder und jede durchaus allein, indem das Geld, das die Fabriken erwirtschaften, in den Bau neuer Fabriken investiert wird. Das politische Ziel hingegen erreichen die Spieler nur in Zusammenarbeit mit anderen. Das bedeutet, dass neben der Entwicklung einer eigenen Gewinnstrategie ein hohes Maß an Verhandlungsgeschick und Kompromissbereitschaft notwendig ist. Hintergrundinformationen zur Unterrichtseinheit "Keep Cool: Ein Spiel rund ums Klima" Hier gibt es weitere Informationen zum Spiel "Keep Cool". Spielelemente und Ablauf von "Keep Cool" Näheres zum Ablauf von "Keep Cool" und zu den Spielelementen finden Sie hier. Fach- und Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können nachvollziehen, dass der Mensch durch sein Verhalten und seine Entscheidungen das Weltklima beeinflusst. lernen bedeutende Anpassungsmaßnahmen kennen, die Schutz vor Klimafolgen bedeuten und verinnerlichen präventive Maßnahmen. informieren sich selbstständig über Möglichkeiten politischen Handelns und entwickeln eine persönliche Motivation, für den Klimaschutz aktiv zu werden. entwickeln ein Gefühl für die Schwierigkeiten weltpolitischen Handelns und lernen durch Verhandlungen ihre Interessen (Spielziele) zu verfolgen sowie Kompromisse einzugehen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können verschiedenartige Medien wie Texte, Tabellen, Grafiken und Bilder hinsichtlich relevanter Informationen auswerten. setzen diese Informationen aus verschiedenen Medien miteinander in Verbindung. Der Klimapoker Für die Schülerinnen und Schüler gilt es bei diesem Spiel, in die Rollen der Akteure der Weltwirtschaft zu schlüpfen und wirtschaftliche Interessen durchzusetzen, etwa die der Entwicklungsländer oder die Interessen der von den USA angeführten Industrieländer. Aber auch starke Lobbygruppen wie die Ölindustrie oder Umweltverbände bestimmen bei "Keep Cool" über Sieg oder Niederlage. Nur diejenigen, die wirtschaftliche und politische Interessen unter einen Hut zu bringen vermögen, ohne das Klima dabei zu vernachlässigen, können gewinnen. Dabei müssen die Jugendlichen bei jedem Spielzug zwischen gemeinschaftlichem Klimaschutz und wirtschaftlich-profitablem Handeln abwägen. Das Risiko: Katastrophen wie Dürren, Hochwasser und Krankheiten. Die Chance: Wohlstand für möglichst viele Menschen und ein stabiles Weltklima. Wissenschaftlicher Hintergrund Das Spiel wurde in der Abteilung "Integrierte Systemanalyse" am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) entwickelt. Forschungsschwerpunkt der Wissenschaftler ist die Integration von Erkenntnissen aus verschiedenen Fachdisziplinen, die für Probleme und Chancen globaler Umweltveränderungen bedeutsam sind. Um den Schwierigkeiten interdisziplinärer Arbeit gerecht zu werden, sucht man hier insbesondere nach geeigneten neuen Methoden und nach typischen Mustern globalen Wandels. Dies spiegelt sich im Brettspiel wider, da dort die Bereiche Ökologie, Ökonomie und Politik charakteristisch verzahnt sind. Globale Umweltveränderungen aller Art werden am PIK untersucht. Damit junge Menschen den Klimawandel in all seinen Facetten nachvollziehen können, ist die ganze Wirkungskette bedeutsam: von den Ursachen der globalen Erwärmung über die Klimadynamik und die Klimafolgen bis hin zu politisch-gesellschaftlichen Veränderungen. Wissenschaftliche Modelle aus diesen Bereichen liegen dem Brettspiel zugrunde, sie sind aber im Sinne der didaktischen Reduktion auf den wesentlichen Kern vereinfacht, so dass auch Schülerinnen und Schüler ohne spezielle thematische Vorkenntnisse "Keep Cool" spielen können. Mit einfachen Spielregeln werden aktuelle wissenschaftliche und klimapolitische Themen angeschnitten, wie etwa: Vermeidung von Emissionen, die Ursache der Erderwärmung sind, oder Anpassung an unvermeidliche Veränderungen Zunahme in Häufigkeit und Stärke extremer Klimaereignisse wie Dürren oder Stürme Verteilungsgerechtigkeit in internationalen Klimaverhandlungen Die natürliche Variabilität des Klimas (zusätzlich zum menschlichen Einfluss), so genannte Kohlenstoffsenken und die Bedeutung des technischen Fortschritts für die Transformation der Energiesysteme Drei bis sechs Spielende An einer Runde nehmen drei bis sechs Spielerinnen oder Spieler teil. Die Spieldauer beträgt etwa eine bis anderthalb Stunden. Der Spielplan besteht aus einer Weltkarte und einem Welt-Thermometer. Reihum erhalten die Spieler Geld aus so genannten "grünen oder schwarzen Fabriken". Letztere verbrauchen fossile Energieträger wie Kohle und Öl, wodurch Kohlendioxid ausgestoßen wird und die Temperatur steigt. Die Folge: Katastrophenkarten (wie Sturmfluten, Ernteausfälle oder Buschbrände) kommen zunehmend ins Spiel. Das Knifflige: Die Katastrophen können auch die Spieler mit so genannten "grünen Fabriken" (Wind- und Solarenergie, Energie-Einsparungen) treffen. Wie am besten reagieren? Auf die beschriebenen Risiken können die Spieler verschieden reagieren. Die Pioniere steigen auf grüne Technologien um, gehen damit die Ursachen der Erwärmung an und setzen darauf, dass die Anderen mitziehen. Man kann sich aber auch gegen die Folgen im eigenen Land wappnen und dies aus schwarzer Technologie finanzieren. Innerhalb dieses Interessenskonflikts können die Akteure miteinander verhandeln. Wer zuerst sein geheimes Ziel erreicht, gewinnt. Kollektives Versagen ist - wie im richtigen Leben - auch bei "Keep Cool" möglich: Sollte die Welttemperatur zu stark ansteigen, verlieren alle. Der Spielplan Auf dem Spielplan sind die sechs an "Keep Cool" beteiligten Ländergruppen farbig dargestellt. Genaues Hinsehen lohnt sich, denn Norwegen und Island tauchen bei "USA und Partner" auf. Die Aufteilung richtet sich nach den Hauptfraktionen in den Klimaverhandlungen, und da kooperieren Norwegen und Island mit den USA. Das Karbometer Das Karbometer, das zu Beginn des Spiels mit Kohlechips gefüllt wird, stellt zum einen die Welttemperatur dar, ist zum anderen aber auch Quelle des Einkommens aus schwarzen Fabriken: Durch das Herunternehmen von Kohlechips steigt die Temperatur und das Klima wechselt in bestimmte Intervallen die Farbe. Die Länderkarten Jeder Spieler erhält eine Länderkarte, womit auch die von ihm gespielte Ländergruppe bestimmt ist. Auf der Karte ist zunächst das wirtschaftliche Ziel vermerkt und im Falle der OPEC, der Entwicklungsländer oder der ehemaligen Sowjetunion auch eine Sonderregel. Die Fabriken Fabriken generieren das Einkommen der Spielerinnen und Spieler, sie erhalten zwei Kohlechips pro Spielrunde und Fabrik. Schwarze Fabriken haben zudem einen Einfluss auf das Klima. Das bedeutet, das Einkommen wird vom Karbometer genommen, wodurch sich die Welttemperatur erhöht. Schutzsteine Auf dem Spielplan installierte Schutzsteine verringern den Schaden der Treibhauskarten (nächster Punkt). Je Schutzstein muss ein Kohlechip weniger gezahlt werden. Durch jeden neu gebauten Stein erhöht sich der Preis um einen Kohlechip. Die Gesamtzahl an gebauten Schutzsteinen kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Treibhauskarten Jede Spielpartei erhält einen Satz Treibhauskarten. Diese erläutern klimatische Besonderheiten und klimatische Prognosen für die Region. So wird im Zuge des Klimawandels zum Beispiel für die Mittelmeerregion ein im Allgemeinen trockeneres Klima erwartet, und auch mit einer Häufung von Wald- und Buschbränden ist zu rechnen. Interessensgruppen/Zielkarten Als Vertreter von Interessensgruppen verfolgen alle Spieler unterschiedliche Ziele: je nach Zugehörigkeit zur "Ölindustrie", zur "Wirtschaftswachstum"-Gruppe, zur Gruppe "Neue Technologien" oder "Klimaskeptiker", zu den "Umweltverbänden", zur "Technischen Zusammenarbeit"-Gruppe oder als Vertreter der "Versicherung". Jedes Spiel verläuft anders, da verschiedene politische Ziele ausgelost werden. Damit werden jedes Mal neue Szenarien zukünftiger Entwicklungen spielerisch erzeugt. Möglichkeiten und Grenzen einer nachhaltigen Klimapolitik werden erfahrbar. Die einzelnen Spielelemente vermitteln Fakten zum Klimaproblem und öffnen auch Spielraum für weiterführende Fragen und Diskussionen innerhalb des Klassenraums. Auch wenn die Jugendlichen bereits während des Spiels Einsichten in die Ursachen und Folgen des Klimawandels entwickeln, bietet die Erfahrung eines "Keep Cool"-Spiel im Folgenden auch Nährboden für eine intensivere Behandlung der Themen Klima und Klimawandel im Unterricht.

  • Geographie / Jahreszeiten / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Inländisch, ausländisch, deutschländisch

Kopiervorlage

Das Themenblatt setzt sich vor dem Hintergrund der Migrationsgeschichte in Deutschland mit der Eigen- und Fremdwahrnehmung von in- und ausländischen Personen auseinander. Das Eigene und das Fremde sind eine Konstruktion unserer Wahrnehmung, mit der jeder Mensch versucht, sich vom jeweils anderen abzugrenzen und so seine eigene Identität zu konstruieren. Stereotype gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund bestehen fast unverändert fort, während sich die Lebenswirklichkeit von Migrantinnen und Migranten erheblich wandelt. Die Themenblätter der Bundeszentrale für politische Bildung beschreiben diese Entwicklung und regen dazu an, die Gemeinsamkeiten und verbindenden Elemente der eigenen und der fremden Wahrnehmung zu entdecken. In diesem Zusammenhang knüpfen sie an den alltäglichen Erfahrungen von Jugendlichen an. Dabei beschäftigen sie sich auch mit der Frage, wie man sich neben Täter- oder Helferrolle gegenüber Migranten positionieren könnte. Ein Auszug aus der 64-seitigen Broschüre kann unter dem unten aufgeführten Link kostenlos eigensehen und heruntergeladen werden. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung der eigenen und anderen Personen auseinander. reflektieren und revidieren eigene Vorurteile und Stereotype gegenüber den jeweils Anderen. hinterfragen die Folgen, die Vorurteile und Stereotype für eine tolerante Gesellschaft und eine gelingende Integration von Personen anderer kultureller, ethnischer oder religiöser Herkunft haben können. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wenden elementare Schritte zur Interpretation von Textquellen sach- und themengerecht an. nutzen grundlegende Arbeitsschritte zur sach- und fachgerechten Informationsentnahme und Erkenntnisgewinnung aus Bildquellen. benennen die Hauptgedanken eines Textes. stellen Verbindungen zwischen Informationen her, erkennen und erklären Zusammenhänge. lernen, Diskussionen argumentativ und rational zu führen. schulen in Diskussionen und Präsentationen die eigene Ausdrucksfähigkeit und aktives Zuhören. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen, hinterfragen und revidieren eigene Vorurteile und Stereotype. analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen. prüfen, ob der erreichte Wissenstand als Basis für ein Urteil zureichend ist. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile und revidieren diese gegebenenfalls zugunsten besser begründbarer Urteile.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
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