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Ausbildung zum Elektroniker: Geht das nur mit einer guten Note in Physik?

Video

Mathematik, Physik, Informatik, Technik: Für die Ausbildung zum Elektroniker oder zur Elektronikerin kann man bereits in der Schule lernen. Wie stehen Azubis zu den technischen Fächern? Alle Berufsfelder im Elektrohandwerk haben eines gemein: Es gibt Fächer in der Schule von ganz besonderer Bedeutung. Mathematik, Physik, Informatik und natürlich Technik können bereits in der Schulzeit eine gewisse Richtung angeben. Aber ist das zwingend Voraussetzung für einen Ausbildungsberuf im E-Handwerk? Echte E-Zubis geben in einem Blitzinterview auf der Weltleitmesse für Licht- und Gebäudetechnik "Light + Building" darüber Auskunft, ob sie sich schon in der Schule für naturwissenschaftliche und technische Fragestellungen begeistern konnten. Der Clip ist Teil der Unterrichtseinheit "Meine Zukunft im E-Handwerk" . Dort kann er vor allem als allgemeiner Einstieg genutzt werden, um sich den einzelnen Berufsbildern im E-Handwerk zu nähern und darüber zu diskutieren, inwieweit eine Ausbildung, speziell eine Ausbildung im E-Handwerk, für die Schülerinnen und Schüler denkbar ist, was sie mit dem Beruf des Elektronikers und der Elektronikerin verbinden, welche Kompetenzen und Interessen für einen Beruf im E-Handwerk von Vorteil sind. Daran anschließend empfiehlt sich in der Erarbeitungsphase eine intensivere Auseinandersetzung mit den einzelnen Berufsbildern im E-Handwerk. Hierzu stehen Arbeitsblätter und Bilderstrecken zum Download sowie Videoclips bereit. Sie ermöglichen den Jugendlichen eine Überprüfung ihrer Selbst- und Fremdeinschätzung anhand der Anforderungen der präsentierten Berufsbilder sowie der gemeinschaftlichen Erarbeitung und Präsentation verschiedener Ausbildungsberufe. Hierdurch erhalten sie neue Anregungen für die Berufswahl. Dabei sollen verstärkt auch Schülerinnen und Schüler aus Gymnasien für eine Ausbildung in einem elektrohandwerklichen Beruf sensibilisiert werden. Ziel ist es dafür zu sensibilisieren, dass auch eine Ausbildung wichtige und zukunftsträchtige Themen sowie Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung und Karriere bietet. Der Clip als Teil der Unterrichtseinheit „Meine Zukunft im E-Handwerk“ kann im schulischen Kontext vor allem im Rahmen der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung eingesetzt werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Fächern Arbeitslehre, Wirtschaft, Sozialkunde, Technik und Soziales in den Klassenstufen 8 und 9 an Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie in der Klassenstufe 10 an Gymnasien. Darüber hinaus bietet er Einsatzmöglichkeiten in Projektwochen sowie im fachübergreifenden und fächerverbindenen Unterricht, in dem Themen wie Berufswahl und Berufsorientierung oder Zukunft der Arbeitswelt im Mittelpunkt stehen.

  • Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I

Angebote für die digitale Berufsorientierung

Blog

Mieke Meier aus Nordrhein-Westfalen studiert gerade ein Erweiterungsfach für das Lehramt. Nebenbei arbeitet sie als Freiberuflerin in verschiedenen Bildungsprojekten. Im Blog-Beitrag "Berufsberatung in Zeiten von Corona" hat sie uns bereits berichtet, wie ihre Arbeit durch die soziale Isolation beeinträchtigt wird. Im heutigen Beitrag erzählt sie, welche digitalen Angebote sie auf der Suche nach Ideen zur Berufsorientierung während der Corona-Krise gefunden hat und wie diese in der aktuellen Zeit sinnvoll genutzt werden können. In Zeiten von Homeschooling verläuft auch die Berufsvorbereitung anders als sonst. Was sich eigentlich am besten durch Gespräche und Besuche herausfinden lässt, entfällt: der Austausch von Fragen zu Berufsbildern, das persönliche Vorstellen in einem Betrieb, das Vorbeischauen bei einem Offenen Tag in einigen Firmen und vieles mehr. Umdenken ist also angesagt! Viele Chancen stecken im Online-Learning, das habe ich auf der Suche nach geeigneten Materialien zur Berufsvorbereitung für mich festgestellt. Online-Angebote zur Berufsorientierung Nicht nur wegen der Corona-Pandemie werden Online-Angebote immer wichtiger, sondern auch, weil das digitale Nutzungsverhalten in den letzten Jahren sehr gestiegen ist, sodass viele zusätzliche Online-Möglichkeiten zur Berufsorientierung geschaffen wurden. Einigen ist vielleicht das "Beruf aktuell"-Buch der Bundesagentur für Arbeit bekannt. Es ist sehr informativ, weil es über viele hunderte Ausbildungsberufe mit der jeweiligen Entlohnung verfügt. Jedoch ist diese Lektüre so umfangreich, dass es online vermutlich schnell weggeklickt wird – auch wenn dieses als Download verfügbar ist. Daher hat die Bundesagentur für Arbeit in Kooperation mit planet-beruf.de eine BERUFE Entdecker-App herausgebracht. Diese App kann mit oder auch ohne Anmeldung direkt im Browser genutzt werden. Über verschiedene Fragen und Bilder werden die Nutzer und Nutzerinnen durch ein kleines Quiz geführt, um Interessen aufzudecken. Anschließend werden verschiedene Berufsbereiche vorgestellt. Bei diesen Arbeitsbereichen können einzelne gelöscht werden, wenn direkt auffällt, dass diese nicht dem persönlichen Interesse entsprechen. Die übrigen Arbeitsbereiche kann man sich einzeln ansehen. Abschließend werden einem dann konkrete Berufsvorschläge gemacht. Bei der App müssen Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. Ist die Motivation nach einem Tag Homeschooling jedoch nicht mehr so hoch, bieten sich Videos an: Im Bildungskanal ARD-alpha ist eine Sendereihe namens "Ich mach's!" verfügbar, in der unterschiedliche Berufe in Videos von circa 15 Minuten vorgestellt werden. Durch meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiß ich, dass auch das zukünftige Gehalt für sie eine Rolle bei der Berufswahl spielt. Dazu ist die Sendung " Lohnt sich das? " verfügbar. In etwa vierminütigen Videos wird auch erklärt, was Kurzarbeit bedeutet und welche Berufsgruppen durch die Corona-Krise gerade besonders betroffen sind. Berufe raten: ein Online-Quizspiel mit Lernenden durchführen Kennen Sie noch "Was bin ich?", moderiert von Robert Lembke? Ich persönlich bin auch zu jung, um mich an Sendungen aus dem Röhrenfernseher zu erinnern. Bei meiner Recherche nach geeigneten Webseiten zur Berufsorientierung bin ich jedoch auf die Quizshow gestoßen und empfand sie als sehr unterhaltsam. In der Show gab es immer einen Gast, der den gesuchten Beruf ausübt. Dieser musste die Fragen der anderen (zum Beispiel "Sind Sie mit der Herstellung oder Verteilung einer Ware beschäftigt?") mit Ja oder Nein beantworten. Ich habe mir überlegt, ob man die Quizshow nicht auch online mit Schülerinnen und Schülern durchführen könnte?! In Zeiten von Smartphones könnte jede Schülerin oder jeder Schüler einen Beruf per Video vorstellen und an die Mitschülerinnen und Mitschüler schicken, die den Beruf erraten müssen. Natürlich ist dies ein spielerischer Ansatz. Dennoch fördert diese Methode auch die Medienkompetenz der Lernenden. Mögliche Fragen könnten sein: Bist du angestellt?, Brauchst du eine besondere Ausbildung, um deinen Beruf ausüben zu können?, Hast du mit Menschen zu tun?, Stellst du Verbindungen zwischen Menschen her?, Bist du in einem Büro tätig?, Arbeitest du allein?, Arbeitest du im Team?, Ist der Job "systemrelevant" und wird zur Zeit der Corona-Pandemie ausgeübt?, Arbeitest du draußen?, ... Viele weitere Fragen werden ganz von selbst kommen und gestellt werden. Natürlich müssen die Lernenden sich bei außergewöhnlichen Berufen am Ende des Videos noch konkretere Fragen überlegen, sodass der Beruf auch erraten werden kann. Systemrelevante Berufe vorstellen Es gibt viele Berufe, die fast nie als Berufsmöglichkeit von Jugendlichen genannt werden, obwohl sie gut bezahlt werden. Die gute Bezahlung ist jedoch nicht bei allen Berufen der Fall. Nicht zuletzt deswegen wird gerade medial heiß über eine höhere Entlohnung für beispielsweise Pflegeberufe diskutiert. Es gibt zum Beispiel aber auch den Müllentsorger – der Ausbildungsberuf dazu heißt Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft . Dieser ist ein klassischer Ausbildungsberuf und wird verhältnismäßig sehr gut bezahlt, auch wenn ihn wenige als Berufswunsch nennen, weil man bei der Arbeit mit stinkendem Müll in Kontakt kommt und die Arbeit körperlich anstrengend ist. Ohne Frage ist dieser Beruf "systemrelevant", genauso wie Jobs in Supermärkten oder Tätigkeiten in der Pflege. Als Lehrkraft könnte man den Schülerinnen und Schülern die Aufgabe stellen, in den Videos einen solchen systemrelevanten Beruf vorzustellen, der vor allem in der Zeit der Corona-Pandemie umso wichtiger für die Gesellschaft wird. Dies hätte einen Gegenwartsbezug und würde auf Berufe aufmerksam machen, an die viele Schülerinnen und Schülern nicht sofort denken. Also liebe Eltern und liebe Lehrerinnen und Lehrer, vielleicht könnt Ihr mit den einzelnen Ideen zur Berufsorientierung etwas anfangen! Ich freue mich über weitere Ideen, die ich vielleicht auch in meinen Projekten – nach der Pandemie – ausprobieren kann. Liebe Grüße, eure Mieke

  • Fächerübergreifend

Ein Betrieb sucht Auszubildende

Unterrichtseinheit

Auch wenn es einen dramatischen Lehrstellenmangel zu beklagen gibt, gibt es immer wieder Betriebe, die keine geeigneten oder gar keine Auszubildenden finden können. Im Rahmen der hier vorgestellten Projektidee betrachten die zukünftigen Auszubildenden die Lehrstellenproblematik einmal aus der Warte eines solchen Unternehmens - und überdenken vielleicht noch einmal ihren Berufswunsch.Im Rahmen einer Fallstudie sollen sich die Schülerinnen und Schüler in die betriebliche Realität eines mittelständischen Unternehmens hinein versetzen, vor allem in dessen Ziele, Probleme und Handlungszwänge im Bereich der Einstellung von Auszubildenden. Damit reflektieren sie nicht nur die Interessenslage der Ausbildungsbetriebe, sondern realisieren auch die eindeutigen Vorlieben ihrer Generation bei der Suche nach Ausbildungsplätzen.Das hier präsentierte Zahlenmaterial, die Verweise auf Internetressourcen und das spezielle Berufsbild des Galvaniseurs, der Galvaniseurin sind zugeschnitten auf ein Galvanikunternehmen in Schwäbisch-Gmünd, der Umicore Galvanotechnik GmbH. Das Projekt wird für Schülerinnen und Schüler außerhalb Baden-Württembergs sicher spannender, wenn die Lehrkraft ein Fallbeispiel der heimischen Region aufspürt. Übertragbarkeit des Projekts Die Unterrichtseinheit greift ein grundlegendes und auch für die nächsten Jahre zentrales Problem des Ausbildungsmarktes auf. Sie ist daher sowohl in Baden-Württemberg als auch im ganzen Bundesgebiet leicht auf andere Unternehmen sowie regionale Lehrstellenmärkte übertragbar. Projektvorbereitung und Einsatz der Materialien Projektdurchführung Die Schülerinnen und Schüler sollen die Berufsbilder Galvaniseur und Chemikant kennen lernen. sich in die Anbieterposition auf dem Lehrstellenmarkt hineinversetzen, indem sie sich in die betriebliche Realität eines mittelständischen Unternehmens hineindenken. indirekt die eigenen Berufswünsche und -präferenzen überdenken. die aktuelle Situation auf dem regionalen Ausbildungsmarkt erkunden. in gemeinsamer Projektarbeit Lösungsvorschläge für ein Unternehmen erarbeiten. durch Internetrecherche die benötigten Informationen zusammentragen. Thema Ein Betrieb sucht Auszubildende Autor Dr. Peter Kührt Fach Berufsvorbereitung Zielgruppe 9. und 10. Jahrgangsstufe Zeitumfang drei bis fünf Unterrichtsstunden Technische Voraussetzungen mindestens fünf Computer mit Internetanschluss Unternehmen vor Ort Die Lehrkraft vor Ort sollte sich rechtzeitig vor Projektbeginn ein Unternehmen am Ort suchen, das Lehrlinge sowohl im gewerblich-technischen als auch im kaufmännischen Bereich ausbildet. Hilfestellungen hierfür können die örtlichen Industrie- und Handwerkskammern leisten. Sinnvoll wäre ein persönlicher Kontakt mit der Ausbildungsleitung in der ausgewählten Unternehmung, um Kooperationsmöglichkeiten zu erkunden. Informationen im Internet Voraussetzung für die Unterrichtseinheit ist weiterhin, dass im Internet oder in Printform Informationen über das Unternehmen, die dort vorfindbaren Lehrberufe und die Jugendarbeitslosigkeit in der Region beziehungsweise dem Bundesland vorhanden sind. Beispiel Umicore Galvanotechnik GmbH Im vorliegenden Fall wurde mit der Umicore Galvanotechnik GmbH in Schwäbisch Gmünd ein Unternehmen ausgewählt, das als frühere Degussa-Tochter Prozesse zur galvanischen Beschichtung erforscht und entwickelt. Die mittelständische Unternehmung mit circa 80 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen am Firmensitz ist weltweit tätig und gehört zu den führenden Anbietern von galvanischen Edelmetall-Elektrolyten und Spezialverfahren für die Galvanotechnik. Internationale Verflechtungen des Unternehmens Die Umicore Galvanotechnik GmbH gehört seit dem 01.10.2003 zum belgischen Umicore-Konzern. Fallschilderung und Erarbeitung der Problemstellung Anhand der Folie "Bewerber und Einstellungszahlen bei Umicore" werden die Schülerinnen und Schüler mit der unzureichenden Bewerberlage und Einstellungssituation bei dem ausgewählten Unternehmen konfrontiert. Ausbildungsberufe Bürokaufmann Galvaniseur Chemikant Planstellen 2 2 1 Bewerbungen 53 9 3 Einstellungen 0 2 1 Projektdefinition und Auftragsvergabe Die Klasse erhält nun den Auftrag, die Gründe für die Ausbildungsmisere des Unternehmens herauszufinden und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Alle weiteren Arbeitsschritte können die Schülerinnen und Schüler dem Projektleitfaden entnehmen, den alle Projektteilnehmer und -teilnehmerinnen in Kopie erhalten. Dabei wird die gesamte Klasse als Unternehmensberatungsbüro definiert, das für das auftraggebende Unternehmen einen Lösungsvorschlag erarbeiten und diesen auf einer Abschlusssitzung präsentieren muss. Die Lehrkraft erteilt der Unternehmensberatung im Namen des auftraggebenden Unternehmens formell den Beratungsauftrag. Arbeitsziel Die zwei grundlegenden Fragestellungen sind sicherlich Woran liegt es, dass das Unternehmen nicht genügend geeignete Bewerber oder Bewerberinnen findet? Was könnte man dagegen tun? Aus diesen Ausgangsfragen lassen sich eine Reihe von Themenkomplexen ableiten, die dann als Leitthemen für die Projektgruppenarbeit dienen können: Art der Ausbildungsplätze beziehungsweise -berufe Qualität der Ausbildung im Betrieb Bekanntheitsgrad des Unternehmens Finanzielle Situation des Unternehmens Image der Branche Gesamtwirtschaftliche Lage Staatliche Förderung für Nichterwerbstätigkeit Leistungsbereitschaft, Ansprüche und Vorlieben der Bewerberinnen und Bewerber Kenntnisse und Fähigkeiten der Bewerber Mithilfe einer Clusterbildung an einem Flipchart, in dem die Themen zu Komplexen zusammengeführt werden, lassen sich Aufgabenstellungen für die Projektgruppen festlegen. Dies kann unter Anleitung der Lehrkraft durch die Schülerinnen und Schüler selbst erfolgen. Insgesamt sollten etwa fünf Arbeitsgruppen gebildet werden. In sehr selbstständig arbeitenden Klassen könnte man zusätzlich je eine Leitungs- und Dokumentationsgruppe einrichten. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten den Fragekomplex ihrer Projektgruppe und nutzen dafür unter anderem folgende Links: www.umicore-galvano.com Umicore Galvanotechnik GmbH in Schwäbisch Gmünd www.umicore.com Belgische Muttergesellschaft des Konzerns www.was-werden.de Chemikant und andere Berufsbilder Meilenstein-Sitzung: Bestandsaufnahme Die Gruppen präsentieren ihre Ergebnisse. Daran schließen sich ein erster Erfahrungsaustausch und die Planung der weiteren Projektarbeit an. Die Arbeitsgruppen lesen die Statements verschiedener Personen und die angegebenen Artikel. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren nun in ihrer Arbeitsgruppe weiter. Sie beschreiben in Stichworten die Probleme des Unternehmens und ihre Ursachen und versuchen dann, erste Lösungsideen zu entwickeln. Abschließend erarbeiten die Gruppen die endgültigen Lösungsvorschläge für die Leitfrage beziehungsweise die Teilaufgabe ihrer Arbeitsgruppe. Ursachenanalyse Meilenstein-Sitzung: Problemanalyse Die Gruppen setzen sich wieder zusammen und vergleichen ihre Überlegungen. Abschließend erarbeiten die Gruppen die endgültigen Lösungsvorschläge für die Leitfrage beziehungsweise die Teilaufgabe ihrer Arbeitsgruppe. Ursachenanalyse Das Unternehmensberatungsbüro trägt in Anwesenheit des auftragerteilenden "Unternehmers" die Analyseergebnisse und Verbesserungsvorschläge vor. Schlechter Ruf der Chemiebranche Als Galvanikunternehmen leidet die Umicore Galvanotechnik GmbH unter dem schlechten Ruf der Chemiebranche, die in der Öffentlichkeit trotz deutlicher Verbesserungen im Produktionsbereich und immenser Public Relations-Anstrengungen noch immer gedanklich mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden wird. Auch galvanische Prozesse werden möglicherweise noch immer mit den früheren Eigenschaften "dreckig" und "stark riechend" in Verbindung gebracht. Die Unternehmung wird daher durch eine entsprechende Selbstdarstellung in der regionalen Öffentlichkeit weitere Anstrengungen unternehmen müssen, das negative Branchenimage zu verbessern. Vordringlich ist, die Öffentlichkeit von der immensen Verbesserungen der Produktionsabläufe und der Umweltbelastungen zu überzeugen. Dazu gehören auch Aktivitäten, Events und Werbemaßnahmen, die auf die zukünftigen Auszubildenden und dereren Eltern und Lehrer gerichtet sind. Fehlende unternehmerische Identität Als kleine Tochterunternehmung großer Konzerne wurde die Umicore Galvanotechnik GmbH bereits wiederholt an andere Konzerne verkauft, was Umfirmierungen zur Folge hatte. Durch den wiederholten Namenswechsel konnte das Unternehmen in der breiten Öffentlichkeit keine Identität entwickeln. Die Umicore Galvanotechnik GmbH wird von der Bevölkerung Schwäbisch Gmünds noch immer als Tochter des Degussa-Konzerns gesehen. Die heutige Firma ist Eltern, Lehrern und Schülern weitgehend unbekannt. Hoher Ausbildungsstandard Als international orientierte und innovative Unternehmung benötigt die Umicore Galvanotechnik GmbH hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind das "Kapital" eines Unternehmens, das forscht und individuelle Problemlösungen für seine Kunden entwickeln muss. Der hohe Ausbildungsstandard des Unternehmens kann aber nur mit guten und lernwilligen Auszubildenden gehalten werden. Gute Deutsch-, Mathematik- und teilweise auch Fremdsprachenkenntnisse sind obligatorisch, ein Grundverständnis für Chemie erwünscht. Mangelhafte Kenntnisse und Fertigkeiten der Lehrstellenbewerber insbesondere im schulischen Bereich kann die Unternehmung nur in begrenztem Maße durch eigene Maßnahmen ausgleichen (Nachhilfe, innerbetriebliche Fördermaßnahmen, Praktikumstellen für Schüler, Kontakt mit den Schulen in Schwäbisch Gmünd), da es sich hier um gesamtgesellschaftliche Problemstellungen handelt. Indirekt könnte das Unternehmen versuchen, über die zuständige Industrie- und Handelskammer als Träger der dualen Ausbildung und die eigenen Standesorganisationen (Arbeitgeberverband Gesamtmetall) auf die für die Schulpolitik Verantwortlichen einzuwirken. Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft gefordert In einem mittelständischen Unternehmen muss jeder Mitarbeiter engagiert bei der Sache sein und Verantwortung übernehmen. Dies wird von der Unternehmung auch durch relativ verantwortungsvolle und gut dotierte berufliche Positionen honoriert. Eine permanente Fort- und Weiterbildung aller Beschäftigten ist unumgänglich. Personal zur Überwachung der Arbeiter und Angestellten ist nicht vorhanden. Mitarbeiter und Auszubildende, die nicht von sich aus in hohem Maße leistungsbereit, persönlich engagiert, hochmotiviert und mit Freude bei der Arbeit sind, sind daher für das Unternehmen wertlos und schaffen mehr Folgeprobleme und -kosten als Ertrag. Die Einflussmöglichkeiten auf das Lebensgefühl einer Jugendgeneration scheint sehr begrenzt. Die Unternehmung kann nur versuchen, durch entsprechende Werbemaßnahmen und Selektionsverfahren leistungsfähige Auszubildende zu gewinnen. Denkbar wäre auch, sich aus der Lehrlingsausbildung zurückzuziehen und stärker auf ältere Arbeitnehmer zu setzen, die die erforderliche Ernsthaftigkeit und Leistungsbereitschaft besitzen. White-Collar-Berufe bevorzugt Der Großteil der Jugendlichen von heute strebt in "White Collar"-Berufe und Modeberufe (zum Beispiel Bankkaufmann/frau). Die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten und die heutige Arbeitsrealität von gewerblich-technischen Berufen werden nicht erkannt. Dem negativen Bild der technischen Berufe kann man sicherlich nur durch Aufklärung begegnen. Schlechte Qualifikation der Auszubildenden Nimmt man die verbreiteten Klagen von Ausbildungsbetrieben Ernst, haben die heutigen Schülerinnen und Schüler schlechtere Qualifikationen (Deutsch, Mathematik) und eine geringere Leistungsbereitschaft als früher. Zudem fehlen nach dem Bekunden der Unternehmen Schlüsselqualifikationen und soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Ausdauer oder die Bereitschaft und Fähigkeit, komplexe und schwierige Problemstellungen eigenverantwortlich und kreativ zu lösen und sich die hierfür erforderlichen Kenntnisse selbstständig anzueignen.

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe I

Surrealismus – vom Orientteppich zur Bildmontage am PC

Unterrichtseinheit

In der Unterrichtseinheit zum Thema "Surrealismus" ist Staunen erwünscht und Fantasie gefragt! Surrealismus ist ein spannendes Thema, das der Kreativität der Schülerinnen und Schüler freien Lauf lässt. Die Sequenz beinhaltet eine Einführung als Basis, eine Exkursion zur Motivation und den Einsatz eines Bildbearbeitungsprogramms zur Umsetzung der persönlichen Idee. In dieser Unterrichtseinheit lernen die Schülerinnen und Schüler den Kunststil Surrealismus anschaulich und kreativ kennen und fertigen ein Kunstwerk am Computer an, bei dem ein eigenes Fotomotiv durch Elemente eines Orientteppich-Fotos verfremdet wird. Begleitend erfahren die Jugendlichen Wissenswertes über die Entstehung von Seide und erkunden ein Teppichgeschäft, in dem sie selbst die Teppichfotos machen. Kriterien zur Bewertung und Fragen zur Erkundung erarbeiten die Lernenden selbst. Bei der Erstellung eines surrealistischen Bildes lassen sich Dinge darstellen, die in der Realität so nicht vorkommen. Diskussionen über gelungene oder weniger gelungene "Spinnereien" sind dabei erwünscht und schulen die Wahrnehmung, den Geschmack und die ästhetische Bildung. Surrealismus ist ein Kunststil, der Jugendliche fasziniert und je nach Bild Gefühle von Begeisterung bis Ekel auslöst. Da die Grenzen zur Realität aufgehoben sind, lässt das Thema auch eher leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler eine Chance, durch einen verblüffenden Einfall ein Bild zu entwerfen, das ihnen Anerkennung in der Klasse einbringt. Ablauf der Unterrichtseinheit, Teil 1 Im ersten Teil der Sequenz erfahren die Lernenden etwas über die Elemente des Surrealismus sowie die Entstehung von Seide und bereiten eine Betriebserkundung vor. Ablauf der Unterrichtseinheit, Teil 2 In Teil 2 erstellen die Lernenden einen Kriterienkatalog für die Bewertung eines surrealen Bildes, fertigen Fotos an und kreieren ihre eigene Bildmontage. Hintergrundinformationen Die Unterrichtseinheit ist in vielen Fächern einsetzbar. Weitere Informationen zur Konzeption der Sequenz finden Sie hier. Fachkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler lernen die Kunstepoche Surrealismus und bedeutende Werke kennen. setzen sich mit dem Künstler René Magritte intensiv auseinander. erstellen einen Fragenkatalog für eine Betriebserkundung im Teppichgeschäft. erkunden das Teppichgeschäft unter verschiedenen Aspekten. beschreiben einen ausgewählten Teppich. geben ihrer Gesamtkomposition einen Titel. betrachten ein Bild nach verschiedenen Aspekten und sprechen darüber. stellen einen Kriterienkatalog für die Bewertung der eigenen Arbeit auf. Medienkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler fotografieren Teppiche und ein selbst gewähltes Motiv fachgerecht von verschiedenen Seiten. übertragen Fotos auf den Computer. erstellen mithilfe einer Bildbearbeitungssoftware eine Fotomontage. arbeiten mit einem Textverarbeitungsprogramm. recherchieren im Internet. Sozialkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in unterschiedlichen Teams zusammen. unterstützen und helfen sich gegenseitig und fordern Hilfe ein, wo sie nötig ist. üben mit den Fachleuten einen freundlichen, interessierten, aufgeschlossenen Umgang. organisieren die Arbeit selbstständig in der Gruppe und tragen Ergebnisse vor der Klasse vor. Jacques Meuris René Magritte. 1898-1967. Köln: Taschen Verlag 2007. Louisiana Revy Magritte, Louisiana Museum of modern Art, Humlebaek, Denmark 1999, Vol. 39 No. 3 August. Joachim Nagel Wie erkenne ich? Die Kunst des Surrealismus. Stuttgart: Belser Verlag 2007. Für die Bildbetrachtung eignet sich vor allem das Bild "Das Reich der Lichter" von René Magritte. Die Lehrkraft recherchiert im Internet nach einer geeigneten Version. Das Werk des Künstlers wird als stiller Impuls mit dem Overheadprojektor oder mit dem Beamer auf die Leinwand projiziert. Die Schülerinnen und Schüler äußern sich spontan dazu. Ziel dieser Phase ist, dass die Jugendlichen die verkehrte Wirklichkeit in dem Bild erkennen. An dieser Stelle fällt der Begriff "surreal". Die Schülerinnen und Schüler setzen in der Gruppe jeweils ein anderes Puzzle zusammen. Die Motive sind typische Werke des Surrealismus. Die ausgedruckten Bilder können in Puzzleteile zerschnitten und den Gruppen in einem Umschlag gegeben werden. Die Klasse bekommt im Voraus den begleitenden Arbeitsauftrag, die Bilder unter Berücksichtigung folgender Fragestellung zu betrachten: "Was ist an dem Werk surreal?" Im Anschluss an diese Phase folgt eine zusammenfassende, gemeinsame Besprechung mit Betrachtung der Bilder. Typische Werke des Surrealismus sind beispielsweise: Salvador Dali: Die verrinnende Zeit Salvador Dali: Die brennende Giraffe René Magritte: Der Schlüssel der Felder Max Ernst: Der Elefant von Celebes Meret Oppenheim: Frühstück im Pelz Salvador Dali: Hummertelefon Lückentext Die Schülerinnen und Schüler festigen und erweitern ihr Wissen in Form eines zu bearbeitenden Lückentextes. Der Text wird am Ende besprochen und vervollständigt. (AB 01) Bild-Diktat Beim Bild-Diktat diktiert die Lehrkraft alle wichtigen Details eines der Klasse nicht bekannten Bildes, und die Schülerinnen und Schüler versuchen, das Bild mit Papier und Bleistift so genau wie möglich zu zeichnen. Die Lehrperson lässt in diesem Fall beim Diktieren das wichtigste Detail weg, wie zum Beispiel die Brüste im Nachtkleid beim Bild "In Memorian Mack Sennett" von René Magritte. Die Schülerinnen und Schüler erhalten im Anschluss an das Diktat die Aufgabe, das Bild nun selbst so zu verändern, dass es surreal wird. Erst nachdem einige Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Ideen präsentiert haben, wird das Rätsel gelöst und das Bild des Künstlers im Gesamten betrachtet. Die Lehrkraft recherchiert im Internet ein typisches Bild von René Magritte und präsentiert es den Schülerinnen und Schülern auf einem Arbeitsblatt. Bei einem Brainstorming bringen sie ihr bisher erworbenes Vorwissen ein und schreiben diese Informationen um das mittig auf dem Blatt platzierte Bild des Künstlers herum. Die Lehrkraft ergänzt wichtige Daten, wie beispielsweise Geburts- und Todestag. Eine zusätzliche Recherche im Internet ist sinnvoll. (AB 02) Arbeitsaufgabe Die Schülerinnen und Schüler erfahren ihre Aufgabe: Surrealistische Bildmontage am Computer aus einem selbst gewählten Bild und einem im Teppichstudio fotografierten Orientteppich. Die Betriebserkundung kann angekündigt werden. Als Hausaufgabe überlegen sich alle ihr Grundmotiv und bringen es als Digitalfoto mit in die Schule. Zur Anregung zeigt die Lehrkraft die zwei Beispielbilder. Dabei äußern die Schülerinnen und Schüler spontan eigene Ideen, diskutieren Möglichkeiten und beraten sich gegenseitig. Von der Teppichdeko auf der Babywindel bis zur Bedeckung der Fußsohlen mit Teppichen ist alles möglich. Anmerkung Nicht alle Jugendlichen sind in der Lage, selbt ein geeignetes Foto zu machen oder mitzubringen. Dennoch sollen sich alle zunächst einmal bemühen, es zu tun. Die Lehrperson kann einen Bilderpool bereithalten, aus dem sich Einzelne ein Bild aussuchen können, falls sie selbst erfolglos sind. Nur im Notfall sollte das Internet als Quelle erlaubt sein, da hier Urheberrechte zu beachten sind. Hier müsste man zudem darauf achten, dass die Fotos in ausreichender Größe vorliegen, um später im Druck noch scharf zu sein. Die Seiden-Entstehung Ein Schwerpunkt bei der bevorstehenden Teppichstudio-Erkundung sind die Seidenteppiche. Sie liefern besonders geeignete Motive für die Bildmontage. Im Klassengespräch tragen die Schülerinnen und Schüler ihr Vorwissen zusammen und äußern Vermutungen zur Seiden-Entstehung. Anschließend erarbeiten sie sich den Text "Die Entstehung der Seide" (Vortrag von Gerhard Maier). Dies kann auf vielfältige Weise geschehen, gemeinsam, in Partner- oder Einzelarbeit. (AB 03) Anmerkung Dieser Teil kann auch fächerverbindend (vertiefend oder alternativ) in Hauswirtschaft oder in Biologie behandelt werden. Bei Zeitnot ist die Lektüre des Textes eine Hausaufgabe. Die wenigsten Teppichgeschäfte bieten eine Filmvorführung an wie im beschriebenen Fall. Der Film "Seidenspinner" von 1963 (12 Minuten lang) ist besonders geeignet. Einige Kreismedienzentren haben diesen Film noch auf 16mm, farbig, Nr. 3200662, im Programm. Die Betriebserkundung In Klasse 8 stehen in verschiedenen Schularten Betriebserkundungen im Rahmen der Berufsvorbereitung an. Eine davon soll passend zu dieser Einheit in ein Teppichgeschäft gehen und den Betrieb unter verschiedenen Aspekten erkunden: 1. Werbung 2. Einkauf, Verkauf, Betriebskosten 3. Arbeitsbedingungen, Ausbildungsmöglichkeiten 4. Fachwissen, persönliche Fragen Fragensammlung Zur Einstimmung kann die Lehrkraft den Schülerinnen und Schülern einen Werbeprospekt des Geschäfts zeigen, das sie gemeinsam besuchen werden. Damit ein breites Spektrum an Fragen zusammenkommt, arbeiten die Jugendlichen in Gruppen und schreiben ihre Fragen auf kleine Zettel, die sie sofort einem ausgewählten Mitschülerinnen und Mitschüler geben. Der entscheidet, zu welcher Kategorie die Frage gehört, und gibt sie an vier am Computer geübte Schülerinnen oder Schüler weiter, die die Fragen gleich eintippen. Dopplungen können somit direkt aussortiert werden. Die Schülerinnen und Schüler am Computer ergänzen die Sammlung durch passende Fragen. Die fertige und korrigierte Fragensammlung sollte vorab an den Betrieb gehen. (AB 04) Anmerkung Schülerinnen und Schüler stellen auch Fragen, die Firmenchefs nicht oder nur ungern beantworten. Solche Fragen dürfen von Jugendlichen durchaus gestellt werden, doch die Klasse muss akzeptieren, dass später nicht alle Fragen beantwortet werden. Die Schülerinnen und Schüler überlegen sich in Gruppenarbeit Kriterien, die ein surreales Bild erfüllen muss und mit deren Hilfe ihr eigenes Bild später bewertet werden kann. Nachdem sie ihre Kriterien durch eine Präsentation vorgestellt haben, liegt es nun bei der Lehrkraft, diese zusammenzufassen und in Form eines überschaubaren Katalogs zu formatieren. (AB 05, 06) Anwendung des Kriterienkatalogs Nun prüfen die Lernenden den selbst erstellten Kriterienkatalog auf seine Tauglichkeit. Dazu eignet sich das Bild "La grande famille" von Magritte. Besonders beeindruckend wirkt dieses Bild als Kunstdruck in großem Format. Zunächst wird die Taube mit einem passenden Karton so abgedeckt, dass das Wolkenmuster für die Klasse nicht sichtbar ist. Die Lehrperson erklärt, dass der Künstler hier Ähnliches gemacht hat, wie es die Schülerinnen und Schüler mit ihren Bildern vorhaben. Er hat die Taube mit einem anderen Muster versehen. Die Klasse sammelt Ideen, welches Muster der Künstler verwendet haben könnte. Danach wird der verdeckte Teil des Bildes enthüllt. Test des Kriterienkatalogs Die Schülerinnen und Schüler bewerten jetzt dieses surrealistische Beispielbild, das vom Gestaltungsprinzip her dem eigenen sehr gleicht, anhand der Kriterien des Katalogs. Sie bekommen hierfür den zusammengefassten Kriterienkatalog von der Lehrkraft. In der Klasse müssen genügend Fotoapparate vorhanden sein. Alle Schülerinnen und Schüler werden einer der vier Fragengruppen zugeordnet und müssen im Team für die vollständige Beantwortung und Dokumentation sorgen. Nach der offiziellen Führung fotografieren alle ihren ausgewählten Teppich und beschreiben ihn mit Name, Herkunft, Knoten, Größe und Preis. Anmerkung Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler die Teppiche von verschiedenen Seiten ganz und im Detail fotografieren. Manche Exemplare müssen sicher auch angehoben werden. Machen Sie zudem selbst einige Fotos, da Jugendliche erfahrungsgemäß reichlich unscharfe Aufnahmen machen. Achten Sie darauf, genügend Zeit einzuplanen. In dieser Phase tragen die Schülerinnen und Schüler ihre "Ausbeute" zusammen und sprechen über ihre Eindrücke und Erfahrungen bei der Erkundung. Wichtige Ergebnisse können schriftlich fixiert werden. Am Ende dieser Phase werden alle notwendigen Fotos in passende Ordner am Computer überspielt, sodass jede und jeder Lernende seine Dateien vorliegen hat und weiß, wo sie zu finden sind. Wer diese Aufgabe übernimmt - die Lehrkraft oder die Lernenden -, hängt von der jeweiligen Schulsituation ab. Bildbearbeitungsprogramm Die Intensität dieses Lehrgangs hängt von den Vorerfahrungen der Schülerinnen und Schüler ab. In unserem Falle waren Grundlagen im Umgang mit einem Mal- und Zeichenprogramm bereits vorhanden. Neu war die Technik, mit mehreren Ebenen übereinander zu arbeiten sowie Spezialeffekte wie "Wölben" oder "Verzerren" zu nutzen. Anmerkung Prinzipiell ist es so, dass das Bild in mehreren Ebenen angelegt wird. Die unterste Ebene ist das ausgewählte Privatbild, es dient als Reserve und Positionierungshilfe für das Teppichstück. Darauf liegt an der gewünschten Stelle der Teppich (oder ein Teppichausschnitt). Sind es mehrere Stellen wie im Beispiel, so wird jedes Teppichstück zu einer neuen Ebene. Oben schließt eine Kopie des Privatbildes das "Sandwich" ab. Nun kann man in jeder beliebigen Ebene so radieren, dass am Schluss das Wunschbild entsteht. Dabei ist es hilfreich, manche der Ebenen vorübergehend teiltransparent zu schalten, um zu sehen, wo radiert werden muss. Am Beispiel der Traube können die Jugendlichen lernen, wie man wölbt. Bei manchen Motiven bietet es sich an, den Teppich nur leicht durchscheinen zu lassen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten alleine an ihrem Bild und helfen sich im Umgang mit dem Computer und dem Bildbearbeitungsprogramm gegenseitig. Bei komplexen Problemen gibt die Lehrkraft Tipps und Anleitung zur Umsetzung. Erfahrungsgemäß kommt es zu großen Unterschieden in der Schnelligkeit der Umsetzung, sodass manche Schülerinnen und Schüler deutlich früher fertig sind. Sie können versuchen, noch ein zweites Bild zu erstellen, die Bildmontage von Mitschülerinnen und Mitschülern betreuen oder alle Bilder dokumentarisch zu einer Präsentation zusammenstellen. In vielen Schulen besteht nur die Möglichkeit, Bilder maximal in der Größe DIN A4 auszudrucken. Um die Schülerbilder dennoch etwas größer zur Geltung zu bringen, empfiehlt es sich eine Komposition aus der Arbeit zu machen. Die Schülerinnen und Schüler drucken ihr Kunstwerk, das Originalteppichfoto, eine Teppichbeschreibung und einen selbst gewählten Titel aus. Dann arrangieren Sie die Ausdrucke auf einem farblich passenden Tonkarton und kleben die Teile auf. In dieser abschließenden Phase bewertet jede Schülerin und jeder Schüler selbst das eigene surrealistische Bild schriftlich mithilfe des erstellten Kriterienkatalogs und bemüht sich, die Bewertung fair und konstruktiv zu gestalten. Die Lehrkraft zieht diese Form der Eigenevaluation in die Bewertung des gesamten Prozesses mit ein. Als Abschluss der Einheit bietet es sich an, gemeinsam die Mediator-Show anzusehen, um zu erfahren, was eine andere Klasse aus dem Thema gemacht hat. Hier könnte man versuchen, besonders gut gelungene Werke zu benennen oder zu formulieren, was der eine oder andere Künstler hätte besser machen können. Surrealistische Werke Im Einführungsteil der Unterrichtseinheit konfrontiert die Lehrkraft die Klasse spielerisch mit verschiedenen surrealistischen Werken, damit die Schülerinnen und Schüler eine kleine Bandbreite an Kunstwerken kennenlernen sowie eigene Ideen entwickeln. Wer die Gelegenheit zu einem Galeriebesuch hat, sollte sie nutzen. Fotomontage Die heutigen Jugendlichen leben in einer digitalen Welt. Die Fotomontage am Computer ermöglicht ihnen, bereits erworbene Kenntnisse zu zeigen, einzusetzen und neue zielorientiert zu erwerben. Die Lehrperson hat die Gelegenheit, Informationen zu Copyright, dpi-Zahl, zum Umgang mit Material und Drucker passend einfließen zu lassen. Bei der Montage am Computer lernen Jugendliche einen Teil der Tricks kennen, mit denen heutzutage Bilder manipuliert werden. Diese sowohl positiven als auch negativen Möglichkeiten sollten im Unterricht thematisiert werden. Der Wert des Handwerks Die Einheit bietet eine gute Gelegenheit für ein fächerverbindendes Lernen mit allen Sinnen. Betriebserkundungen sind ohnehin im Lehrplan verankert und durch den konkreten Fotografierauftrag gelingt es, Jugendliche für ein Thema (Orientteppiche, Seidenherstellung) zu interessieren, zu dem sie erfahrungsgemäß nahezu kein Vorwissen haben. Da einige Schülerinnen und Schüler darauf aus sind, einen möglichst wertvollen, teuren Teppich in ihr Bild einzubauen, entstehen auch Diskussionen über den Wert, die Bedeutung und den Umgang mit diesen kostbaren Handarbeiten. In der Regel schwärmen Jugendliche nicht für orientalische Muster, doch erzeugt das Kennenlernen der hohen handwerklichen Fertigkeiten bei den Schülerinnen und Schülern einen gewissen Respekt, auch wenn sie einen anderen Geschmack haben. Globale Faktoren Aus betriebswirtschaftlicher Sicht bietet ein renommiertes Teppichstudio so einiges zu entdecken, lagern hier doch immense Werte, die bei Schülerinnen und Schülern Fragen zum Thema Geld geradezu herausfordern. Auch Fragen zur Kinderarbeit im Herkunftsland sollte man nicht ausweichen. So kann der Besuch im Betrieb insgesamt zu einem sehr nachhaltigen Erlebnis werden, bei dem auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommt, wenn der Chef zusätzlich mit einem eigenen Film und einem Teppichquiz mit attraktiven Gewinnen aufwartet. Parallele Phasen Die Unterrichtseinheit stellt erhöhte Anforderungen an eine klare, aufeinander abgestimmte zeitliche Planung der Phasen. Einige können parallel stattfinden. Das Fotografieren im Teppichstudio kann ebenfalls erschwerte Bedingungen mit sich bringen. Teppiche, die halb angestrahlt werden, sind unbrauchbar. Hier muss das Objekt eventuell "ins rechte Licht" gerückt und die Kamera fixiert werden, um scharfe Bilder zu erhalten. Kürzungsmöglichkeiten Nicht jedem wird es gelingen, die gesamte Einheit zeitlich und fachlich unterzubringen. Hier gibt es jedoch zahlreiche Kürzungsmöglichkeiten bis hin zu der "radikalen" Lösung, die ganze Erkundung entfallen zu lassen und die Teppichfotos zur Verfügung zu stellen. Die Mediator-Show Die Mediator-Show fasst die Ergebnisse einer 8. Hauptschulklasse zusammen und ermöglicht eine Vorstellung von der Leistungsfähigkeit der Jugendlichen. Um die Klasse nicht in ihrer Fantasie einzuschränken, sollte die Show nicht gleich zu Beginn der Einheit komplett gezeigt werden.

  • Kunst / Kultur / Wirtschaft / Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I

Das Stundenbuch des Duc de Berry

Unterrichtseinheit

Die neuen Medien und ihre vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten sind eine geeignete Plattform, um tradierte Bildgenres ins rechte Licht zu rücken. Ein schul- und fächerübergreifendes Projekt experimentiert mit alten Bildern und neuen Medien.In einer sprunghaft expandierenden Welt der Bilder ist Bildkompetenz etwas, was immer mehr den traditionellen Bereich der Kunst verlässt. Dem Kunstunterricht bietet sich in dieser Situation die Möglichkeit seine Kernkompetenzen in der Bildkultur auf weitere Fächer zu erweitern und sich sogar als Leitfach zu festigen. Die neuen Medien mit ihren vielfältigen Kommunikationsfähigkeiten sind eine geeignete Plattform, um auch tradierte Bildgenres ins rechte Licht zu rücken. Anhand des mittelalterlichen Stundenbuch des Duc de Berry wird ein schul- und fächerübergreifendes Projekt dargestellt, das bei alten Bildern mit neuen Medien experimentiert. Dieser Unterrichtsversuch entstand innerhalb des kubim-Projekts "Ikonothek", das eine webfähige Bild- und Materialdatenbank mit 100 Schlüsselbildern für den Geschichts- und Kunstunterricht bereitstellt. Handlungs- und Gestaltungskompetenz durch Vernetzung Fächer- und schulübergreifender Unterricht erzeugt bei allen daran Beteiligten durch die Verknüpfungen von Methoden und Inhalten einen Mehrwert an fachlichen und sozialen Fähigkeiten. Die darin enthaltenen vielschichtigen Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler fördern Handlungs- und Gestaltungskompetenzen. Der Kunstunterricht in Verbindung mit dem Fach Geschichte ist didaktisch darauf angelegt, individuelle Bezüge mit vorhandenen kulturellen Formen zu verbinden. Findet dies darüber hinaus schulübergreifend statt, kann die strukturelle und kommunikative Anlage der neuen Medien sehr hilfreich sein: Die entstehenden soziokulturellen Lebenswelten der Jugendlichen werden mit den gewachsenen Kulturbedingungen verknüpft. Unterschiedliche Handlungs- und Haltungsebenen können dabei abgeglichen werden. Ästhetische Bildung und historisches Wissen dringen ins Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler. Die Projektplanung im Überblick Alle Projektschritte von den didaktisch-methodischen Überlegungen bis zu den Hard- und Softwaretipps. Inhaltliche Ziele Die Schülerinnen und Schüler sollen Bilder als Quellen erkennen und nutzen. sich das Stundenbuch als mittelalterliches Medium und historische Quelle erschließen. Einsichten in die bäuerliche und höfische Lebenswelt des Mittelalters am Umbruch zur Neuzeit erhalten. Einblicke in die Epoche des Hochmittelalters als eine Zeit weitreichender Veränderungen bekommen. eine Vertiefung der Wahrnehmung der heutigen eigenen Lebenswelt und Heimat erleben. fundamentale Unterschiede zwischen heutiger und mittelalterlicher Lebensrealität bewusst erfahren. Anknüpfungspunkte an ihre persönliche Lebenswelt entdecken. Ziele im Bereich der Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Möglichkeiten ästhetischer Prozesse am Computer erkennen. persönliche Ausdrucksformen am Computer mit gestalterischen Regeln verbinden. die Anwendung von neuen Medien und Präsentationsformen üben. analoge und digitale Bildmedien vergleichen und verstehen. Bilder als unterschiedliche mediale Kommunikationsstrukturen erkennen und anwenden. Kommunikation als Austausch und Erweiterung von Wissen begreifen. schul- und fächerübergreifende Zusammenarbeit durch den Einsatz neuer Medien erleben. Das Stundenbuch des Duc de Berry Das Stundenbuch des Duc de Berry Les très riches heures / Raymond Cazelles; Johannes Rathofer. Mit einer Einführung von Umberto Eco, Sonderausgabe, Wiesbaden: Drei-Lilien-Verl., 2001 (Günstiger Nachdruck der Faksimileausgabe) Die "Très riches heures" Die "Très riches heures" von Jean, Duc de Berry / Bibliotheque de l'Image, Jean Dufournet. Aus dem Franz. übers. von Monika Zeutschel, Sonderausgabe, Köln: Parkland, 2003 (Günstiges Buch mit vielen Details, aber vor allem guten Scanvorlagen der einzelnen Monatsbilder) Doelker, Christian: Ein Bild ist mehr als ein Bild Doelker, Christian: Ein Bild ist mehr als ein Bild. Visuelle Kompetenz in der Multimedia-Gesellschaft, Stuttgart: Klett-Cotta, 1999 Bildkompetenz als zentrale Aufgabe In einer sprunghaft expandierenden Welt der Bilder ist Bildkompetenz etwas, was immer mehr den traditionellen Bereich der Kunst verlässt und als jedermann von jedermann übernommen wird. Die Ergebnisse sind dadurch entweder mangelhaft oder beliebig. Dem Kunstunterricht bietet sich aber gerade in dieser Situation die Möglichkeit, seine Kernkompetenzen in der Bildkultur auf weitere Fächer zu erweitern und sich sogar als Leitfach zu festigen. In schulübergreifenden Projekten wird deutlich, dass die dabei entstehenden Handlungs- und Kommunikationsprozesse in Formen gebracht werden müssen, deren Regeln auch in den Formen der "klassischen Kunst" zu finden sind. Decodierung der Bilder Bilder haben zwar keine feste semantische Bedeutung, sie enthalten nach Christian Doelker eine "grundsätzliche Polysemie", dennoch weisen sie eine mehr oder weniger festlegbare Anzahl von "Codes" auf. In der Kombination aus tradierten Bildformen und deren Übertragung in ein neues, digitales Medium überwiegt der Aspekt der "Decodierung" gegenüber dem der Verfremdung. Der Abgleich beider Wahrnehmungs- und Gestaltungsvariablen, das heißt die Abgrenzung der "klassischen" Bildform gegen die der "modernen", ist eine weitere Orientierung im Feld möglicher Missdeutungen. Persönliche Lebenswelt mit kulturellen Grundlagen verbinden Ein Bild in seinen geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen zu verstehen, kann für Schülerinnen und Schüler eine wichtige Orientierungshilfe in der Einschätzung ihrer eigenen Persönlichkeit in ihrem kulturellen Umfeld sein. Als pädagogischer Mehrwert erweist sich in diesem Zusammenhang die Anwendung der Techniken der neuen Medien: Die dabei geforderten ästhetischen Prozesse fördern kooperatives Denken und Handeln. Über das notwendige "vernetzte Denken" entwickeln sich zunehmend auch inhaltlich komplexe Kommunikationsstrukturen. So kann man darin "Kommunikation lernen" und "Lernen als Kommunikation" begreifen. Handlungs- und Verwertungskompetenz Die Einbindung digitaler Medien in den Unterricht verlangt eine enge Abstimmung von Handlungs- und Verwertungskompetenz. Die Arbeit am Computer stellt zuerst die Frage nach der technischen Beherrschung der Programme: "Wie geht das?". Doch bei nahezu jedem Mausklick entsteht die Frage, für welches gestalterische Ziel dieser technische Schritt gedacht ist: "Wozu ist das gut?" So entsteht bereits innerhalb der Arbeitstechnik ein komplexes Lernfeld ästhetischer Bildung. Bilder als Gestaltungs- und Kommunikationsanlass Die traditionelle Vorgehensweise des Faches Kunst, Bilder als Gestaltungsanlass zu gebrauchen, ist sicherlich nicht ungefährlich: Der Missbrauch der Bilder steckt latent schon im Begriff "Gebrauch". Dennoch ist die Vermittlung bestimmter kulturhistorisch tradierter Bilder in der Schule eine sinnvolle Hilfe bei der Orientierung im "medialen Dschungel". In diesen Bildern sind gewisse Schlüsselwerte in Form und Inhalt enthalten, die sie zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Die "klassische" Bildtradition lebt geradezu von der symbolischen Vor- und Nachbezüglichkeit. Dem steht das digitale Bild im Netz gegenüber: im "medialen Dschungel" der gedächtnislosen Aspekte. Bewusste Wahrnehmung der heutigen Mediengesellschaft Dieser Argumentation zur Auseinandersetzung mit solchem "historischen Ballast" können die Schülerinnen und Schüler in der Regel kaum folgen. Die Anbindung an die gegenwärtigen Bildinteressen der Jugendlichen kann zum einen der "Speck sein, mit dem man Mäuse fängt". Zum anderen kann sie als ein Prüfstein für formale und inhaltliche Qualitäten beider Bildwelten herangezogen werden. So fördert eine Untersuchung, Gestaltung und Umgestaltung von historischen Bildern und ihren Spuren in der Gegenwart notwendig die bewusste Wahrnehmung von einer sich rasch verändernden Umwelt. Denn diesen tiefgreifenden Veränderungen und Umdeutungen, denen traditionierte, ikonografische Inhalte und Bildformen in der Gegenwart der heutigen Mediengesellschaft unterliegen, haben wir uns längst unterworfen: Sie sind Teil unserer sich ständig neu erschaffenden Kulturtradition. Veränderte Sprach- und Kommunikationsformen In einem Unterrichtsprojekt, in dem mithilfe neuer Medien auf die tradierten Bildinhalte eines mittelalterlichen Kalendariums zurückverwiesen wird, werden die Schülerinnen und Schüler gezwungen, ihre eigenen sich entwickelnden und verändernden Sprach- und Kommunikationsformen zu überprüfen und diese miteinander abzustimmen. Die Erkenntnis der Andersartigkeit des Anderen im Bild und in der Person steht anfänglich im Vordergrund. Doch die Leistung der gemeinsamen Sprachebene ist das erfolgreiche Ergebnis. Eigenschaften des digitalen Bildes Eines der besonderen Eigenschaften und oft als negativ beschriebenen Möglichkeiten von digitalen Bildern ist ihre Unabhängigkeit vom jeweiligen Bildträger. Ein digitales Bild existiert auf jedem Computer gleich und abhängig vom Monitor dennoch verschieden. In dieser digitalen Welt ist die permanente Abgleichung von statischen, werkkonsequenten Eigenschaften - und den durch die Digitalisierung entstandenen Variablen - ein notwendiger Anteil in jedem Wahrnehmungs-, Handlungs- und Gestaltungsprozess. Das Ergebnis ist eine raschere und flexiblere Ausdeutung verschiedener "Codes" bei Jugendlichen. Neue Funktions- und Gebrauchsweisen Diese flexible Ausdeutung erzeugt eine hohe Unabhängigkeit in der Wertung von Bildbotschaften. Sie führt zu verstärkten Erfahrungen im Prozesshaften und zum gelassenen Umgang mit verknüpfbaren und variablen Bildsystemen. Damit gelangt man zu den neuen Funktions- und Gebrauchsweisen der Bilder und auch der sozialen Realität, die das globale Dorf verlangt. Interaktion und folglich Sozialisation sind trotz vieler gegenläufiger Behauptungen ein wesentlicher Bestandteil des Umgangs mit den neuen Medien. Raum- und Zeitgrenzen überwinden Über Schulgrenzen hinweg mit- und untereinander zu kommunizieren, ist für Schülerinnen und Schüler bei einem solchen Projekt ein besonderer Gesprächsanlass: Die persönliche und regionale Lebenswelt und der Unterrichtsinhalt, das "Stundenbuch", werden zu einem gemeinsamen Gesprächsthema. Auch die Struktur der Ereignisse, damit beide Schulen in beiden Fächern sinnvolle und vertiefte Gesprächsanlässe und eine zielführende Nutzung der neuen Medien finden können, steht im Mittelpunkt der Unterrichtspraxis: Beide Schulen haben inhaltlich versetzt zu den anderen Schulen gearbeitet, so dass die entstandenen Unterrichtsergebnisse der einen Schule gleichzeitig Kommunikations-, Lern- oder Informationsmaterial für die jeweils andere Schule waren. Fächergrenzen auflösen Fächerübergreifender Unterricht in Verbindung mit Projektarbeit löst im Idealfall die Einzelstunde auf, verändert die Lehrerzentriertheit hin zum so genannten "Team-Teaching". So entsteht ein "Projekttag" oder sogar eine "Projektwoche". Für einen erfolgreichen, in den Schulalltag integrierten Projektunterricht ist es günstig, wenn die Geschichts- und Kunststunden aneinander angebunden sind und Freistunden so gelegt werden, dass ein wechselseitiger Besuch und damit ein die Fächergrenzen auflösender Unterricht möglich ist. Verzahnung der Fächer und Schulen Im Projektbeispiel konnte im wöchentlichen Turnus eine Art "Projektblock" verwirklicht werden: eine aufeinander folgende Reihe von Stunden beider Fächer, in der sich die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer durch günstig gelegte Freistunden gegenseitig besuchen konnten. Entsprechend parallele Stunden konnten an der anderen beteiligten Schule wenigstens im Fach Kunst umgesetzt werden, so dass eine Verzahnung beider Fächer und Schulen grundsätzlich immer möglich war. Verbindung von gestalterischen und geschichtlichen Aspekten Die Monatsbilder des Stundenbuches des Duc de Berry wurden im gesamten Verlauf eines Halbjahres in den Geschichtsunterricht eingebaut. Die erforderliche erhöhte Bereitschaft zur Mehrarbeit und Flexibilität der Lehrkräfte, aber auch der Schülerinnen und Schüler, wurde durch die Qualität der Ergebnisse ausgeglichen. Für die Schülerinnen und Schüler haben sich in jenen Wochen die Fächergrenzen vollständig aufgelöst. Fragen der formalen Gestaltung wurden so selbstverständlich mit geschichtlichen Quellen- und Inhaltsfragen verbunden. Lebenswelten gestern und heute Berührungspunkte zwischen den Fächern Kunst und Geschichte ergeben sich naturgemäß vor allem aus den spätmittelalterlichen Darstellungen, die sowohl anschauliche Aspekte der Alltagsgeschichte zeigen als auch in kunsthistorischer Hinsicht interessante Einblicke bieten: beispielsweise erste perspektivische Darstellungen oder Schnittstellen zwischen mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Elementen. Auch unter dem Bezug "Lebenswelten gestern und heute" stellen die Bilder eine gemeinsame Ausgangsbasis in beiden Fächern dar. Koordination des Unterrichts Dennoch ist es bei der Koordination des Unterrichts in einzelnen Phasen sinnvoll innerhalb der Schulen eine Art "V-plus-X-Form" durchzuführen. Aus verschiedenen Gründen haben sich die Fächer partiell getrennt und sind an verschiedenen Punkten wieder zusammengekommen: Kunst kann länger an einem Thema bleiben als Geschichte, das an den chronologischen Aufbau gebunden ist. Das ist eine naturgemäße Grundverschiedenheit der Fächer. Diese Zusammenarbeit beider Fächer in X-Form oder in Form sich mehrfach tangierender Wellen hat sich inhaltlich und ökonomisch über weitere Projekte beider Fächer hinweg bewährt. Parallele Vermittlung von Grundkenntnissen Wichtig ist, dass beide Schulen sich in einem Vorlauf auf gemeinsame Inhalte und Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler sowie auf Standards bis zum Beginn des eigentlichen Projektes festlegen. So sollten in diesem Projektbeispiel zu Beginn in einer parallelen Arbeitsphase Grundkenntnisse in PowerPoint, in der Benutzung des Internets, im Umgang mit digitalem Bildmaterial und in Ansätzen der Bildbearbeitung entstehen. Inhaltliche Grundkenntnisse dieser ersten Phase waren die Darstellung und Gestaltungsweise von Burgen, das Leben auf einer Burg, das Lehenswesen als staatliches und gesellschaftliches Ordnungsprinzip, der Feudalismus als Grundstruktur der mittelalterlichen Welt und das bäuerliche Leben als Kontrastierung zur Lebenswelt des Adels. Als Arbeitsmaterial stand allen beteiligten Schulen das Monatsbild "März" als Freiarbeitsmaterial im QuickTime-VR-Format sowie Abbildungen der zwölf Monatsbilder als Doppelseiten auf CD-ROM und deren Laserausdrucke auf DIN A4 zur Verfügung. Selbstverantwortung für den Unterricht Eines der Hauptziele war, mithilfe des Projektunterrichts die Schülerinnen und Schüler in einem pädagogisch schwierigen Alter in die Mit- und Selbstverantwortung für den Unterricht einzubinden. Viel zu oft und viel zu bereitwillig nehmen Lehrkräfte die Rolle des "sprechenden Lexikons" ein. Im Projekt sollten die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer nur die Rolle des Zulieferers einnehmen. Den Unterrichtsverlauf und die Arbeitsgruppen, das Material und Ergebnis sollten die Schülerinnen und Schüler weitgehend selbst bestimmen. Die Lehrkräfte treten in diesen Phasen weitgehend als Moderator für Problemdiskussionen auf und nehmen sich in dieser Rolle im Verlauf ebenfalls zurück. So werden ausschließlich Hilfestellungen gegeben, die ein sich selbst organisierendes Lernen fördern. Formelle und informelle Netzstrukturen wechseln sich innerhalb der Unterrichteinheiten ab. Schulübergreifender Austausch von Animationen Diese offene Ziel- und Verlaufsorientierung hat im Projekt zu folgendem Ablauf geführt: Die erste Schule greift den Gesichtspunkt "regionale Lebenswelt" auf, überträgt ihn in die Gegenwart und präsentiert der anderen Schule in PowerPoint-Animationen die eigene Lebenswirklichkeit im Stil einer Set-Card: "Wer bin ich, was tue ich, wie lebe ich, was mag ich." Die zweite Schule hat mittlerweile PowerPoint-Animationen zu Themen der historischen Lebenswelt des Stundenbuchs hergestellt. Beide Animationen werden ausgetauscht und als Lernmaterial der anderen Schule zur Verfügung gestellt. Beide Klassen entwickeln die Animationen der jeweils anderen Klasse weiter oder erstellen neue Animationen als Antwort. Im gemeinsamen Chat werden Fragestellungen und Problemfelder diskutiert. Im Kommunikationsprozess entwickelte Spiele Der begonnene Kommunikationsprozess wird fortgesetzt: Beide Schulen entwickeln für Brettspiele PowerPoint-Animationen als Quiz, die den Wissens- und Kenntnisstand der jeweiligen anderen Schule überprüfen. Dabei sind persönliche Lebenswelten und -situationen, regionale Elemente und Ereignisse, Daten und Fakten der Jugendkultur genauso möglich wie die Inhalte des Stundenbuchs, solange sinnvolle Anbindungen und Bezüge erkennbar sind. Die Spiele werden ausgetauscht und von der anderen Schule auf ihre Anwendungsmöglichkeiten hin überprüft. Vor- und Nachteile einer Projektdokumentation Jedes Projekt sollte dokumentiert werden, denn die Dokumentation ist für die Beteiligten ein wichtiges Erfolgserlebnis. Darin liegt gleichzeitig eine große Gefahr für die Umsetzung des Projektgedankens: Präsentationsorientierung, Ergebnisdruck oder Erwartungshaltung durch die Projektleitung oder durch externe, übergeordnete Stellen, wie die Schulleitung und Sponsoren, können die Gestaltungsmöglichkeiten der Einzelgruppen und die Mitverantwortung für das Ergebnis so mindern, dass die Projektbeteiligten zu simplen Ausführungsgehilfen reduziert werden. Variable Präsentationsformen Abhilfe schafft eine variable Form der Präsentation, die in die Umsetzung gleich mit eingebaut wird: Eine Gruppe kann sich je nach Arbeitsverlauf und Ergebnis für die Präsentationsform Ausstellung, Referat, Präsentation, Theaterspiel, Film oder Musikstück entscheiden. Eine solche abschließende Darstellung kann auch für die Zielformulierung, Organisation und vor allem für die Motivation der einzelnen Gruppen von großer Hilfe sein. Die gemeinsame Abschlussdiskussion und Wertung ist dann ebenfalls von entscheidender Bedeutung für den Erfolg. Treffen und Austausch der Klassen In diesem Projekt wurde die bisherige "visuelle Kommunikation" wörtlich genommen. Dazu fand ein Treffen beider Klassen zum Austausch aller bisherigen Erfahrungen statt. Die zwei Klassen haben sich im Kulturpädagogischen Zentrum des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg getroffen. Neben dem persönlichen Kennenlernen und der Projektdiskussion in schulübergreifenden Kleingruppen stand als Ausblick der berühmte "Behaim-Globus" als Beispiel eines kunstgeschichtlichen Werkes an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit im Zentrum der Betrachtung. Alternativ wäre auch ein wechselseitiger Besuch möglich, an dem beide Klassen sich ihre jeweilige Stadt zeigen. Handlungs- und Sozialkompetenzen Bei der Bewertung von Projekten sollten unbedingt die Handlungs- und Sozialkompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Verlauf des Projekts mit einbezogen werden. Bei schwierig zu führenden Klassen oder kniffeligen Projektaufgaben ist dieser Aspekt höher zu bewerten als das eigentliche Ergebnis. Hilfreich sind dazu Mitschriften der Lehrkräfte über die Schülerinnen und Schüler. Impulse, Neugierde, Engagement, Kreativität Geduld, Ausdauer, Frustrationstoleranz Flexibilität, Aufnehmen und Weiterverarbeiten von Ideen Ergebnisorientierung, Entwicklung, selbstständige Verarbeitung Diskussionsbereitschaft, Fähigkeit zur Zusammenarbeit Hilfsbereitschaft, Offenheit, Verantwortung Detailkenntnisse, Sachverstand, zusätzliches externes Wissen Verständnis und Einordnung Handwerkliches Geschick, gestalterische und darstellerische Fähigkeiten Schüler wollen handeln Motivation erzeugt sich durch Produktion. Schülerinnen und Schüler wollen handeln. Wichtig ist für die Lehrkraft, gerade bei pubertierenden, ihre Kräfte an ihrer Umgebung auslotenden Kindern, den Begriff der "Mitverantwortung" wirklich ernst zu nehmen: Keine Angst (gerade am Anfang eines Projekts) vor Lärm und lauten Schülerinnen und Schülern. "Alles schweigt und einer spricht, das Ganze nennt man Unterricht", dies ist für die Lehrkraft zwar oft angenehm, verhindert aber wichtige Lernprozesse in der Klasse. Die Belohnung für diesen Schritt ist nach vielen Grundsatzdiskussionen ein entspanntes Arbeitsklima mit intensiven Ergebnissen. Sinnvolle organisatorische Abläufe Dennoch gibt es einige sinnvolle organisatorische Abläufe, die ein solches Ergebnis unterstützen. Denn häufig erweist sich die Wahl des Projektvorhabens und die Formulierung eines inhaltlichen oder technischen Ziels gerade in der Gruppe als schwierig und bedarf einer ausführlichen Such- und Orientierungsphase, deren Erfolg das ganze Projekt bestimmt. Es bleibt dem Geschick und vielleicht auch der Intuition des Einzelnen oder des Lehrerteams überlassen, an welcher Stelle eine Orientierungsphase durch eine Theorieeinheit und einen Informations- oder Organisationsblock zu ersetzen ist. Manches Scheitern im Projektverlauf leitet einen (vielleicht sogar schmerzhaften) Prozess der Diskussion für die Schülerinnen und Schüler ein: Dies ist die eigentliche lehrreiche Erfahrung. Lehrerzentrierte Orientierungsphase Sinnvoll ist in der Regel eine lehrerzentrierte Orientierungsphase zu Beginn: ein rasches "Warm-Up" durch die Lehrkraft, die Problemfelder anspricht, welche sich aus den Beobachtungen der Schülerinnen und Schüler ergeben. Möglich ist eine kurze Arbeitsbesprechung, die anknüpft an die Ergebnisse der letzten Stunde, das heißt an die Beobachtungen der Schüler beim Lernen und Gestalten. Dabei sollten Theorie und Praxisdemonstrationen flexibel aufeinander abgestimmt sein. Schüler als Co-Lehrkräfte Schülerinnen und Schüler sollten aktiv am Projektverlauf beteiligt werden, indem man ihnen beispielsweise die Moderation übergibt. Schülerinnen und Schüler als Co-Lehrkräfte sind hohe Kompetenzen in der Unterrichtsgestaltung. Sind sie projektgeübt, so können sie auch die Anfangsphase und Gesamtorganisation übernehmen. In der Arbeitsphase sollten für divergierende Arbeitsziele eine Abwechslung und ein Nebeneinander digitaler und gestalterisch-praktischer Arbeitsformen möglich sein. Medienraum und mobile Medieneinheiten Für eine Internetrecherche, die zu Beginn eines solchen Projektes als Motivation dienen kann, ist bei einer Klassengröße von über dreißig Schülerinnen und Schüler ein eigener Medienraum nötig. Ebenso für die Auseinandersetzung mit dem im Projekt verwendeten QuickTime-VR-Freiarbeitsmaterial. Dabei sollten für eine selbsttätige Auseinandersetzung nicht mehr als drei Personen einen Computer nutzen. In späteren Arbeitsphasen haben die Einzelgruppen sehr unterschiedliche Anwendungsbedürfnisse: Von der kurzen Recherche für eine spezielle Problematik bis zur Ausarbeitung ganzer Präsentationen wurden zwei Laptops genutzt, die im Kunstraum ständig zur Verfügung standen. Diese wurden von den Arbeitsgruppen mit entsprechenden Hinweisen sehr sorgfältig auch direkt neben handwerklichen Tätigkeiten wie Malen, Kleistern und Hämmern genutzt. Ausstattung und Betreuung der Technik Zum Austausch von Dateien standen mehrere Memorysticks und ein CD-/DVD-Brenner zur Verfügung. Ähnliche Ausstattungen sind bei vielen Familien auch zu Hause vorhanden, so dass einige Schülerinnen und Schüler gerne als Co-Systembetreuer und Techniker fungierten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass mobile Medieneinheiten aufgabenbezogen flexibel einsetzbar sind. Sie bieten optimale Bedingungen für einen fächerübergreifenden Unterricht. Die anstehenden Aufbau- und Installationsarbeiten werden gerne von den Schülerinnen und Schülern übernommen und in ihren Funktionsweisen an Mitschüler weitergegeben. So werden ganz nebenbei viele technisch weniger versierte Schülerinnen und Schüler mit medientechnischen Aspekten vertraut. Günstige Anschaffung von Standardprogrammen Für die Durchführung von Projekten unterstützen Microsoft-Bildungsinitiativen die Schulen beim Lernen mit neuen Medien. Über diese Projekte ist in der Regel auch ein günstiger Zugang zur Software möglich. Adobe Photoshop ist das Standardprogramm für die professionelle Bildbearbeitung. Die Anschaffung ist nicht billig. Aber gerade im Kunstunterricht, der ja auch im grafischen Bereich berufsvorbereitend wirken soll, macht die Anschaffung der Vollversion zumindest für einen Arbeitsplatz Sinn. Günstige Varianten von Photoshop sind beim Kauf von Hardware oft enthalten. Freeware, Bundle- und Trial-Versionen Inzwischen gibt es ein umfangreiches Softwareangebot an Open Source oder Freeware für die Bildbearbeitung. Freeware sind Programme, die im Internet kostenlos zur Verfügung stehen und auf den Computer heruntergeladen werden können (Download). Ein Beispiel dafür ist das Bildbearbeitungsprogramm GIMP. Häufig wird auch beim Kauf eines Scanners, Druckers oder einer Digitalkamera eine reduzierte LE-Version von Adobe Photoshop erworben. Eine andere Software in einer so genannten Bundle-Version, das heißt gebunden an ein Hardware-Gerät, ist acdsee. Viele Schulen haben auf diese Art und Weise schon eine umfangreiche Ausstattung an kostenloser Software erworben. Darüber hinaus verfügen viele Eltern mit dem Kauf eines solchen Gerätes ebenfalls über Bildbearbeitungssoftware. Viele Schülerinnen und Schüler haben sich damit zu Hause schon selbstständig grundlegendes funktionales Wissen über die Bildbearbeitung erarbeitet. Grundsätzlich ist es auch möglich, für einen begrenzten Zeitraum so genannte Trial-Versionen zu verwenden. Bei diesen Versionen muss erst nach einer Zeit von circa drei Monaten die Kaufgebühr entrichtet werden. Ein Beispiel dafür ist der GraphikCoverter.

  • Kunst / Kultur
  • Sekundarstufe I

Schülerfirmen erfolgreich führen

Unterrichtseinheit

Marktanalysen, Finanzplanung, Projektmanagement: mithilfe der Unterrichtseinheit erarbeiten die Lernenden praxisnah, wie sie Schülerfirmen erfolgreich führen. Die Schülerinnen und Schüler wachsen in einer sozialen Marktwirtschaft auf und werden sich nach ihrem Schulabschluss beruflich in dieser bewegen. Daher ist wichtig, dass wirtschaftliche Zusammenhänge bereits in der Schule vermittelt werden. Die Erfahrung zeigt: Je stärker die Lernenden mit dem Unterrichtsinhalt involviert sind, desto größer ist der Lerneffekt. In dieser Unterrichtseinheit werden die Schülerinnen und Schüler selbst zu Akteuren. Praxisnah und projektbezogen erschließen sie sich, wie sie eine Schülerfirma erfolgreich führen. Sie erleben sich selbst als Unternehmer und erkennen, dass wirtschaftlicher Erfolg Spaß macht. Im Rahmen der Unterrichtseinheit eignen sich die Lernenden das notwendige Know-how für das Führen einer Schülerfirma an. Sie erhalten einen Überblick über Methoden der Unternehmensführung, die sie praxisbezogen auf ihre eigene Schülerfirma anwenden. Schülerinnen oder Schüler ohne eigene Schülerfirma können die Unterrichtsinhalte anhand von Beispielfirmen erarbeiten. Unter anderem erfahren die Lernenden, wie sie Standortfaktoren beim Führen einer Schülerfirma berücksichtigen, sie berechnen Einnahmen und Ausgaben, wenden die SWOT-Analyse zur Positionierung einer Schülerfirma an und lernen weitere Managementmethoden kennen. Zudem erarbeiten die Lernenden, wie sie die Anforderungen an den Datenschutz in einer Schülerfirma umsetzen und wie Schülerfirmen die Digitalisierung für sich nutzen können. Dem Thema Nachhaltigkeit wird ebenfalls Rechnung getragen: Anhand eines Fallbeispiels erschließen sich die Lernenden, wie eine Schülerfirma ökonomisch, ökologisch, sozial und kulturell nachhaltig handeln kann. Mithilfe einer Checkliste überprüfen sie, in welchem Umfang Schülerfirmen Nachhaltigkeit berücksichtigen. Das erfolgreiche Führen von Schülerfirmen im Unterricht üben Schülerfirmen sind wie reale Unternehmen in vereinfachter Form. Sie ermöglichen Schülerinnen und Schülern, eigenverantwortlich zu agieren und sich so auf die Berufswelt vorzubereiten. Die Lernenden werden in ihrer wirtschaftlichen Bildung gestärkt, indem sie mit hohem Bezug zur Lebenswelt an reale ökonomische Fragestellungen herangeführt werden und Anleitungen für die mögliche Umsetzung erhalten. Die Unterrichtseinheit vermittelt den Lernenden, wie Schülerfirmen nach ihrer Gründung erfolgreich geführt werden können. Damit baut sie auf der Unterrichteinheit Schülerfirmen planen und gründen auf, kann aber auch unabhängig von dieser durchgeführt werden. Die Schülerinnen und Schüler werden motiviert, ihre eigene Schülerfirma mithilfe von Managementmethoden zum Erfolg zu führen (Lernende ohne eigene Schülerfirma verwenden für die praktischen Übungen Beispielfirmen). Vorkenntnisse Die Unterrichtseinheit ist so aufgebaut, dass die Schülerinnen und Schüler eine gemeinsame Basis an Fachwissen aufbauen. Deshalb sind keine Vorkenntnisse notwendig. Bereits vorhandene Erfahrungen bei der Führung von Schülerfirmen können die Lernenden in den Unterricht mit einbringen. Didaktische Analyse Das Unterrichtsmaterial vermittelt den Schülerinnen und Schülern Hintergrundwissen, das sie für das Führen einer Schülerfirma benötigen. Ihr Grundwissen vertiefen die Lernenden anhand verschiedener Übungen. So führen sie zum Beispiel eine Standortanalyse durch und überprüfen anhand einer Checkliste die Nachhaltigkeit einer Schülerfirma. Methodische Analyse Der Einstieg über ein praktisches Beispiel weckt das Interesse der Schülerinnen und Schüler. Die verschiedenen Sozialformen sorgen für Eigenaktivität sowie den Austausch untereinander und im gesamten Klassenverband. Frontalunterricht wird dabei vermieden. Das notwendige Wissen wird unter anderem durch eine eigenständige Auseinandersetzung mit Methoden der Unternehmensführung vermittelt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler führen eine Marktanalyse und ein Benchmarking für eine Schülerfirma durch. erstellen einen Finanzplan und ermitteln die Rentabilität eines Beispielunternehmens. kennen und wenden Methoden an, die beim Führen einer Schülerfirma helfen. erfahren, wie Datenschutz in einer Schülerfirma umgesetzt werden kann. erarbeiten, auf welche Weise Schülerfirmen von der Digitalisierung profitieren können. erfahren, wie eine Schülerfirma ökonomisch, ökologisch, sozial und kulturell handeln kann und überprüfen Nachhaltigkeit anhand einer Checkliste. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren anhand vorgegebener Internetquellen relevante, themenbezogene Informationen. werten Filmbeiträge anhand von Leitfragen aus. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich darin, in Gruppenarbeit komplexe Sachverhalte auszuwerten. präsentieren dem Plenum ihre Arbeitsergebnisse auf strukturierte und verständliche Weise.

  • Politik / WiSo / SoWi / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht / Wirtschaft
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Berufswahl: das Berufsfeld Kauffrau und Kaufmann

Unterrichtseinheit
14,99 €

Diese Unterrichtseinheit zum Thema Berufswahl geht von der Frage "Was kann ich werden?" aus, die sich irgendwann jede Schülerin und jeder Schüler stellt. Mittels einer durch Fragen geleiteten Internetrecherche und einer kriteriengeleiteten Präsentation informieren sich die Lernenden über das Berufsfeld der Kauffrau beziehungsweise des Kaufmanns und können mithilfe einer durch Interesse gesteuerten Informationssuche mit Betrieben in Kontakt treten, um in einem Interview weitere Details zu einem Neugier auslösenden Beruf in Erfahrung zu bringen.Die Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf ihre Berufswahl können oft sehr vage sein: Oftmals sind nur wenige Berufe bekannt, auf die sich dann auch die Masse der Bewerbungen richtet. Selbst die Vorstellungen von jenen Berufen, die bekannt sind, sind des Öfteren zunächst schemenhaft, vor allem hinsichtlich des Arbeitsalltags und der Tätigkeiten. Darum ist der Schwerpunkt dieser Unterrichtsreihe zum Thema Berufswahl eine systematische Information zu verschiedenen Berufen; eine Information, die sich auf drei Aktivitäten stützt: eine geleitete Internetrecherche, eine kriterienorientierte Präsentation sowie eine Befragung einer Person, die den entsprechenden Beruf ausübt. Die Ergebnisse der Recherchen werden in der Klasse präsentiert.Im Mittelpunkt der Unterrichtsreihe steht die Information zu einzelnen Berufsbildern – hier genauer des Berufsbild Kauffrau und Kaufmann, welches sich besonders für Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung eignet. Um sich ein Bild von einem Beruf machen zu können, ist es wichtig, zentrale Aspekte über diesen Beruf in Erfahrung zu bringen. Daher startet die Lehrkraft zunächst mit einem Bildimpuls per PowerPoint-Präsentation, welcher die Lernenden auf die Fährte dieses Berufsfelds bringen und das Vorwissen der Lerngruppe aktivieren soll. Dabei werden alle Kaufmanns- und Kauffrau-Bezeichnungen auf kleinen Zetteln, die die Lehrkraft vorbereitet hat, aufgeschrieben. Ist das Vorwissen ausgeschöpft, erhalten die Schülerinnen und Schüler das Arbeitsblatt, auf dem sie QR-Codes vorfinden. Diese rufen sie mit ihren Smartphones auf und finden nach einem ersten Überfliegen heraus, wie viele Berufe sich in diesem Berufsfeld verbergen. Die für sie am interessantesten klingenden Berufe (Das limbische System kann an dieser Stelle fundiert aktiviert werden!) schreiben sie, wie im vorigen Schritt, auf Zettelchen. Die Vorbereitung für die nächste Unterrichtsphase beginnt unmittelbar danach: Die Zettelchen fungieren nun als Materialgrundlage für eine Auslosung (zum Beispiel in einem Hütchen), sobald eine Einteilung in Kleingruppen oder Paaren abgeschlossen ist (im Sinne der Binnendifferenzierung sind Einzelarbeiten natürlich auch legitim). Jede Gruppe zieht dann ein Thema/eine Berufsbezeichnung und begibt sich mithilfe des Arbeitsblattes mit Leitfragen und hilfreichen Links (die natürlich seitens der Lerngruppe auch erweitert werden können) auf eine Internetrecherche. Zusätzlich erfahren die Schülerinnen und Schüler Hilfestellungen in Form von kurzen Videos zur Präsentationsgestaltung, sofern dies notwendig sein sollte. Ziel ist es, das eine kurze, ansprechende, strukturierte Präsentation zu einem Beruf gestaltet wird, welche am Ende innerhalb der Präsentation oder aber auf einem Handout einige Quizfragen enthält. Damit ist die Aufmerksamkeit im Publikum oftmals deutlich zu erhöhen. ;-) Zudem sollten die Schülerinnen und Schüler möglichst frei, deutlich und ansprechend vortragen. Sind die Präsentationen gehalten, werden sie hinsichtlich ihrer Inhalte, Gestaltungs- und Vortragsweisen evaluiert, zum Beispiel in Form eines offenen Klassengesprächs. Dabei kann die Lehrkraft den Fokus auf bestimmte Aspekte rücken, beispielsweise so: Welche Berufe haben Sie als sehr interessant empfunden und warum? Eine Anschlussmöglichkeit besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler (in ihrer Umgebung) nach Betrieben recherchieren, die Ausbildungen in den für sie interessanten Berufen anbieten. Diese sollen sie schriftlich oder telefonisch kontaktieren und um ein Interview bitten, um mehr über die Ausbildung zu erfahren. Dabei kann die Lehrkraft unterstützend wirken, indem sie zum Beispiel bei der Konzeption von Interview-Fragen, die für die Lernenden essenziell sind, behilflich ist. Auch diese Interviews können in der Lerngruppe ausgewertet werden: Ein Speed-Dating oder aber ein einfaches Klassengespräch bieten sich unter anderem hier an. Aber auch eine schriftliche Ausarbeitung ist natürlich möglich – je nachdem, was sich für die Lerngruppe am besten eignet. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich ein Grundwissen über kaufmännische Berufe. lernen verschiedene Webseiten, die für die Berufswahl wichtig sind, kennen. lernen Betriebe kennen, die Ausbildungen im kaufmännischen Berufsfeld anbieten. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren gezielt nach Informationen im Internet. erstellen und halte eine strukturierte und informative PowerPoint-Präsentation. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten kooperativ sowie eigenständig. begegnen sich und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern wertschätzend und einfühlsam. Tolle Unterlagen allerdings fehlt ein wichtiger Bereich bei den kaufmännischen Berufen: Die vollschulischen Assistentenausbildungen!! 1. Staatlich geprüfter kaufmännische/r Assistent/in für Bürowirtschaft 2. dito ... für das Fremdsprachensekretariat UND 3. dito ... für Datenverarbeitung Das sind 2-jährige vollschulische Ausbildungen und gehören unbedingt auch in die Vorstellung kaufmännischer Berufe. Mfg, C. B. Diese Art des Austausches von U-Material wird bereits auf einigen I-Seiten betrieben. Ich begrüße es sehr. Es erleichtert die Arbeit und ist ein Weg zu größerer U-Qualität. Vielen Dank an die Autoren und die Initiatoren. L. Diehl

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Fächerübergreifend / Wirtschaft / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Inklusiver Unterricht: Das Vorstellungsgespräch

Unterrichtseinheit

Ein Bewerbungsgespräch stellt eine wichtige Bewährungsprobe dar, der sich die meisten Schülerinnen und Schüler und Auszubildenden voraussichtlich mehrmals im Berufsleben stellen müssen. In dieser Unterrichtssequenz werden die Lernenden auf ein solches Job-Interview vorbereitet und üben in einem Rollenspiel Strategien ein, wie sie sich einem potenziellen Arbeitgeber vorteilhaft und überzeugend präsentieren können. Die Arbeitsblätter sind für den inklusiven Unterricht in der beruflichen Bildung und der Berufsorientierung konzipiert. Die abgestuften Schwierigkeitsgrade berücksichtigen körperliche, geistige und sprachliche Förderbedarfe sowie geringe Deutschkenntnisse. Die Arbeitsblätter in dieser Unterrichtssequenz enthalten Basisbausteine für die Vorbereitung und Durchführung eines Vorstellungsgespräches: Körperhaltung und innere Einstellung trainieren Informationen über einen Betrieb einholen die eigenen Interessen und Fähigkeiten erkunden angemessene Bekleidung wählen allgemeine Verhaltensnormen bei einem Bewerbungsgespräch kennenlernen Vorstellungsgespräch als Rollenspiel simulieren Die Arbeitsblätter und Materialien wurden dabei so konzipiert, dass die Inhalte durch abgestufte Schwierigkeitsgrade und Variationen bei der Umsetzung von Lernenden mit unterschiedlichen Förderbedarfen oder geringen Deutschkenntnissen bewältigt werden können. Je nach Grad der Einschränkung können leichte, mittlere und anspruchsvollere Aufgaben herangezogen werden, schriftliche Aufträge durch mündliche Besprechung ersetzt oder theoretische kognitive Inhalte in Form von Rollenspielen praktisch erprobt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Unterrichtssequenz ist die Vermittlung von interkultureller Kompetenz, indem Lernende mit Migrationshintergrund aufgerufen werden, unterschiedliche Verhaltensnormen in ihren Kulturen im Vergleich zu Standards in Deutschland in der Lerngruppe zu diskutieren. Die hier vorgestellten Unterrichtsinhalte sollen Lernende auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten, indem sie einzelne Aspekte für die Vorbereitung und für den Verlauf des Bewerbungsgespräches sowohl praktisch als auch theoretisch einüben. Die Bausteine sind frei kombinierbar, je nach Leistungsfähigkeit und Förderbedarf können Lehrkräfte einzelne Aufgaben auswählen und je nach Behinderung oder sprachlichen Defiziten an die Lerngruppe anpassen. Die Lernwege entsprechen schwerpunktmäßig der Methode des sozialen Lernens, bei der die Lernenden durch Rollenspiele ihr Sozialverhalten in einer Bewerbungssituation erproben und sich anschließend intensiv über ihre Beobachtungen, Gefühle und Eindrücke austauschen. Dadurch, dass die Lernergebnisse wie Einsichten in Verhaltensnormen und selbstreflektierende Selbst- und Fremdbeobachtung fast vollständig im Unterrichtsgespräch gemeinsam erarbeitetet werden, wird die Kommunikations- und Kritikfähigkeit der Schülerinnen und Schüler gefördert. Die wesentlichen Lernziele dieser Unterrichtseinheit können dabei fast vollständig mündlich erarbeitet werden. Mögliche Anpassungen bei verschiedenen Förderbedarfen Sehbehinderung Vergrößerung der Abbildungen oder des ganzen Arbeitsblattes; Einsatz von Leselupen, oder Einsatz von Software für Sehbehinderte und Blinde oder mündliche Beschreibung/Vorlesen dargestellter Bilder/Texte durch Lernpartner. Geistige Behinderung Verzicht auf schriftliche Bearbeitung, stattdessen ausführliche Besprechung und/oder simulatives Lernen; gegebenenfalls Hinzuziehung eines Lernpartners, der Texte vorliest. Sprachliche Defizite Genaue Klärung der Aufgabenstellung, gegebenenfalls Hinzuziehung eines Lernpartners, der übersetzen kann. Da es sich bei einem Bewerbungsgespräch um eine Gesprächssituation handelt, auf die die Lernenden vorbereitet werden, sollte ein Vokabelheft oder eine Kartei mit Satzbausteinen angelegt werden. Medieneinsatz Falls die einzelnen Rollenspiele eher ausführlich besprochen werden sollen, bietet es sich an, diese als Video aufzunehmen. So können konkrete Situationen, die den Lernenden aufgefallen sind, noch einmal abgespielt und somit ins Bewusstsein gerufen werden. Indem wichtige Fehler oder auch vorbildhaftes Verhalten bei einem Vorstellungsgespräch wiederholt vorgeführt werden, vertieft sich der Lerneffekt und das Erinnerungsvermögen - insbesondere bei Lernenden mit schriftlichen oder sprachlichen Defiziten, aber auch bei einer verkürzten Aufmerksamkeitsspanne der Lernenden. Unterrichtsablauf und Materialien Auf den folgenden Seiten finden Sie genauere Informationen sowie mehrere Möglichkeiten, die einzelnen Arbeitsblätter an den Förderbedarf Ihrer Klasse anzupassen. Ich und mein Gegenüber: Meine Körperhaltung – Meine Einstellung Die Schülerinnen und Schüler lernen anhand von Beispielen die angemessene Körperhaltung im Bewerbungsgespräch kennen. Informationen über den Betrieb einholen Dieses Arbeitsblatt fokussiert das Sammeln von Informationen als Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch. Was ich kann – wofür ich mich interessiere Was finde ich spannend, wo liegen meine Stärken? Vor einem Bewerbungsgespräch ist es sinnvoll, sich diese Fragen selbst zu stellen. Vorbereitung des Vorstellungsgesprächs: Was ziehe ich an? Die Kleiderwahl spielt bei einem Vorstellungsgespräch eine wichtige Rolle. Anhand von Beispielen setzen die Lernenden sich mit dem Thema auseinander. Quiz: richtiges Verhalten beim Vorstellungsgespräch Dieses Quiz testet das Wissen der Schülerinnen und Schüler zum Thema "Verhalten im Vorstellungsgespräch" und gibt hilfreiche Tipps. Rollenspiel: Das Vorstellungsgespräch In einem Rollenspiel setzen die Schülerinnen und Schüler das Gelernte in die Praxis um und simulieren ein Vorstellungsgespräch. Fachkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler gewinnen einen Überblick über wichtige Verhaltensregeln, Umgangsformen und passende Bekleidung für ein Vorstellungsgespräch in unserem Kulturkreis. lernen, Informationen über einen potenziellen Arbeitgeber stickpunktartig zu notieren. üben ein, wie man Informationen zu einem Betrieb über die Homepage des Unternehmens einholen kann. werden über typische Fragen von Personalverantwortlichen in Vorstellungsgesprächen informiert und trainieren, wie man darauf angemessen und authentisch antwortet beziehungsweise reagiert. Medien- und Methodenkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler nutzen Rollenspiele, um eine schwierige und belastende Situation in der Lebenswirklichkeit leichter bewältigen zu können. arbeiten mit Kameraaufzeichnungen, um Gesprächssimulationen aufzuzeichnen und detailliert zu besprechen (fakultativ). lernen als Beobachter von Gesprächssituationen, ihre Eindrücke Stichpunktartig zu notieren. Sozialkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler setzen sich selbstreflexiv mit ihren eigenen Stärken, Fähigkeiten und Interessen auseinander. üben in Rollenspielen Verhaltensmuster ein, die im Vorstellungsgespräch, aber auch im Berufsleben allgemein vorteilhaft sind. schulen in Rollenspielen Selbst- und Fremdbeobachtungsfähigkeiten indem sie lernen, sich selbst und ihre Wirkung auf andere einzuschätzen. beobachten und analysieren intensiv Gesprächssituationen und ziehen daraus Rückschlüsse für eigene Handlungsmuster. trainieren als Zuschauer oder Teilnehmer der simulierten Vorstellungsgespräche, wie man konstruktiv Kritik übt oder Lob ausspricht. stärken ihre interkulturelle Kompetenz im Austausch über unterschiedliche Verhaltensregeln und Gesprächsführungen in anderen Kulturen. Es wird davon ausgegangen, dass die Schülerinnen und Schüler im Verlauf des Unterrichtsgespräches gemeinsam herausfinden, welche Sitzpositionen angemessen sind, und welche nicht. Signale wie "offen", "freundlich" oder "aufmerksam" sollten dabei erkannt werden. Hierbei kann es allerdings kulturell bedingt zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen. Beispielsweise gilt es in asiatischen Ländern als unhöflich, wenn man mit der Fußspitze auf jemanden zeigt, im arabischen Raum werden Frauen angehalten, ihre Beine nicht übereinanderzuschlagen. In einer simulierten Gesprächssituation sollen die Lernenden die unterschiedlichen Körperhaltungen ausprobieren. Alle Schülerinnen und Schüler sollten dabei mindestens einmal die Rolle des Bewerbers und des Interviewers einnehmen, um einen Perspektivwechsel vorzunehmen. So fühlen sie selbst, ob ihre innere Motivation beispielsweise bei einer "Lümmelhaltung" nachlässt, oder wie sie verwirrt werden und den Faden verlieren, wenn sich das Gegenüber die ganze Zeit sich mit dem Smartphone beschäftigt. Die Fotos von sitzenden Bewerbern dienen als gemeinsame Grundlage, um sich auf ein Vorstellungsgespräch einzustellen. Dabei geht es nicht nur um die korrekte Körperhaltung, sondern generell darum, welche Wertschätzung man seinem Gegenüber schenkt, wie man sich vorteilhaft präsentiert und wie man mittels der Körperhaltung eine für beide Seiten angenehme Gesprächsatmosphäre schafft. Sehbehinderung Bei starker Sehbehinderung kann ein sehender Lernpartner die dargestellte Körperhaltung einnehmen, die dann abgetastet wird. Geistige Behinderung Die Aufgaben 1 und 2, "Einkreisen des passenden Bildes", sollten möglich sein, auf die Beschriftung der Bilder durch die Adjektive kann verzichtet werden, stattdessen mündlicher Austausch, wie das Foto auf einen wirkt, beziehungsweise Übergang zu Aufgabe 5: Nachstellen der Sitzpositionen in einem Alltagsgespräch. Sprachliche Defizite Hier kann die schriftliche Übung (Aufgabe 3) ausgelassen werden, empfehlenswert ist jedoch eine Übersetzung und schriftliches Festhalten der Adjektive. In einem Vorstellungsgespräch wird von einem Bewerber erwartet, grundlegend über den Betrieb informiert zu sein. Wer über den potenziellen Arbeitgeber Bescheid weiß, kann seine Antworten und Fragen treffender den Gegebenheiten anpassen und sich vorteilhafter präsentieren. Als Übung dient ein fiktives Ausbildungsangebot einer Schreinerei. Die Lernenden notieren die Kerninformationen über den Betrieb auf einen Merkzettel und üben somit ein, wichtige Informationen schriftlich festzuhalten. In einem gemeinsamen Unterrichtsgespräch können die Schülerinnen und Schüler sich weitere Fragen überlegen, die sie als Bewerber dem Betrieb stellen möchten. Variation: Schülerinnen und Schüler, die Grundlagen einer Internetrecherche und die entsprechende Medien-, Lese- und Schreibkompetenz besitzen, können im Anschluss die Übung mit einem realen Unternehmen - beispielsweise im eigenen Umfeld - wiederholen, indem Sie Informationen zum Betrieb auf der Homepage einholen (Aufgabe 4). Sehbehinderung Vorlesen des Textes durch einen Lernpartner, Sehhilfen, Sprachsoftware Geistige Behinderung Arbeitsblatt 2 stellt die höchsten sprachlichen Anforderungen in dieser Unterrichtseinheit und kann für stark Lernbehinderte auch ausgelassen werden. Alternativ bietet es sich an, die fiktive Stellenausschreibung von einem Lernpartner vorlesen zu lassen und gemeinsam die Kerninformation herauszufiltern. (Aufgabe 2.) Sprachliche Defizite Falls die notwendige Medienkompetenz vorhanden ist, kann eine ausländische Unternehmenswebsite in der Heimatsprache untersucht werden. Der ausgefüllte Merkzettel sollte jedoch anschließend übersetzt werden, um sich Schritt für Schritt den notwendigen Basiswortschatz für das Vorstellungsgespräch zu erarbeiten. (Aufgabe 4.) Kernpunkt eines Bewerbungsgespräches ist eine überzeugende Präsentation der eigenen Interessen und Fähigkeiten. In diesem Arbeitsblatt werden die Lernenden dazu ermuntert, sich ihre Pluspunkte für den Job nochmals vor Augen zu führen und zu notieren: Schulfächer, in denen sie gut sind, handwerkliches Geschick, soziale Kompetenzen oder Erfahrungen und Kenntnisse, die für den Beruf relevant sind wie Praktika, Ehrenamt oder Hobbies. Bei diesem Schritt wird davon ausgegangen, dass der Bewerber als Voraussetzung für das Vorstellungsgespräch bereits eine Bewerbungsmappe mit Lebenslauf verfasst hat, daher geht es darum, nochmals die wichtigsten Punkte zu rekapitulieren. Sehbehinderung Vorlesen des Textes durch einen Lernpartner, Sehhilfen oder Sprachsoftware Geistige Behinderung Zusammen mit einem Lernpartner können wichtige Eckdaten aus dem Lebenslauf mündlich besprochen und eingeübt werden, damit sie bei einem realen Gespräch präsent sind. Sprachliche Defizite Da es sich um Kernpunkte eines Bewerbungsgespräches handelt, sollte dieser Schritt auch für Bewerberinnen und Bewerber mit geringen Deutschkenntnissen nicht ausgelassen werden. Es bietet sich an, die Aufgabenstellung in der Muttersprache des Lernenden abzufassen und später zu übersetzen, damit die sprachlichen Textbausteine gelernt werden können. Diese Frage dient der Vorbereitung eines Vorstellungsgespräches. Die Schülerinnen und Schüler beurteilen selbst, welche Kleidung angemessen ist und welche nicht. In diesem Unterrichtsbaustein beschäftigen sich die Lernenden mit Fotos von jeweils sechs Männern und Frauen, die in unterschiedlichen Stilen gekleidet sind. Nur jeweils zwei männliche und zwei weibliche Personen sind dabei für eine Bewerbungssituation angemessen bekleidet. Die Lernenden sind aufgerufen, die Fotos zu betrachten und sich auszutauschen, um ihre Entscheidung für die passende Kleidung zu begründen. Erwartungsgemäß entstehen dabei lebhafte Debatten: Was ist falsch an Blaumann und Schutzhelm, wenn man sich für ein Handwerk bewirbt? Warum geht der Strandlook gar nicht? Und wieso fällt der Typ im Muskelshirt unangenehm auf? Hier entsteht auch Raum für einen kulturellen Austausch, da Bekleidungsvorschriften in unterschiedlichen Kulturen abweichend wahrgenommen werden. Als Hausaufgabe werden die Lernenden aufgerufen, sich aus ihrem eigenen Fundus für ein Vorstellungsgespräch einzukleiden und ein Selfie zu machen. In der darauffolgenden Stunde werden die Fotos besprochen. Zum Erlernen einer sozialen Kompetenz gehört hierbei auch einzuüben, etwaige Kritik konstruktiv und nicht beleidigend vorzubringen und sich gegenseitig Tipps zu geben. Sehbehinderung Vergrößerung der Fotos, Sehhilfen, mündliche Beschreibung des Kleidungsstils durch einen Lernpartner Geistige Behinderung Die Auswahl des angemessenen Kleidungsstils sowie das Umkreisen des entsprechenden Fotos sollten möglich sein. Die schriftlichen Notizen können wegfallen. Die betreffenden Schülerinnen und Schüler sollten anschließend beim mündlichen Austausch intensiv einbezogen und nach ihren Eindrücken befragt werden. Sprachliche Defizite Genaue Klärung der Aufgabenstellung Typische Do's und Dont's beim Bewerbungsgespräch werden in diesem Unterrichtsbaustein vorgestellt und besprochen. Das Arbeitsblatt ist als Quiz aufgebaut, bei dem die Lernenden ankreuzen, ob eine Aussage über ein Verhalten im Vorstellungsgespräch angemessen ist oder nicht: Was tun, wenn der Bus Verspätung hat? Soll/darf man seinem Gegenüber in die Augen schauen? Wieviel Emotionen sind erlaubt? In einem weiteren Schritt begründen die Lernenden ihre Einschätzung, nachdem sie sich ausgetauscht haben. Dieses Quiz kann sowohl mündlich als auch schriftlich umgesetzt werden, als Ganzes oder in Teilen, im Plenum, in Einzel- oder Partnerarbeit. Es bietet sich ebenfalls als Ergänzung zum simulierten Vorstellungsgespräch an (Arbeitsblatt 6). Hierbei werden die einzelnen Fragen von der Lehrkraft immer dann aufgegriffen, wenn eine ähnliche Situation bei den Rollenspielen auftaucht und geklärt werden sollte. Da das Quiz relativ umfangreich ist, bietet es sich an, es nicht als Ganzes, sondern in Teilabschnitten durchzunehmen: "Vor dem Vorstellungsgespräch", "Bei der Begrüßung", "Während des Gesprächs" und "Bei der Verabschiedung". Die Lösungsvorschläge zum Quiz dienen der Orientierung. Es kann durchaus sein, dass die Lerngruppe abweichende Begründungen entwickelt. Auch dieser Unterrichtsbaustein bietet viel Raum für interkulturellen Austausch und Diskussionen. So gilt es in vielen asiatischen Ländern als unhöflich, jemandem direkt in die Augen zu schauen. In Deutschland wechselt man im Vergleich zu vielen anderen Kulturen nach der Begrüßung schneller von der persönlichen auf die sachliche Ebene. Auch das richtige Maß zwischen Selbstsicherheit und Arroganz, Zurückhaltung und Unterwürfigkeit wird in vielen Kulturen völlig anders bewertet. Als Variation kann das Quiz in Gruppenarbeit als Wettbewerb umgesetzt werden. Hierbei sollte allerdings auf eine gute Mischung der Gruppen geachtet werden, damit sich Defizite und unterschiedlicher Förderbedarf weitgehend ausgleichen und keine Gruppe benachteiligt ist. Sehbehinderung Vorlesen des Textes durch einen Lernpartner, Sehhilfen oder Sprachsoftware Geistige Behinderung Die schriftliche Begründung kann ausgelassen werden. Für diese Gruppe von Lernenden eignet sich die Variante der Gruppenarbeit, sofern sie von den übrigen Gruppenmitgliedern intensiv in die Entscheidungsfindung eingebunden werden. Einzelne Situationen, die das Quiz aufgreift, können auch vorgespielt werden. Es bietet sich an, das Quiz in kleinere Einheiten zu unterteilen, da es relativ umfangreich ist und eine hohe Aufmerksamkeitsspanne erfordert. Sprachliche Defizite Genaue Klärung der Aufgabenstellung. Hilfreich ist eine Unterstützung bei der schriftlichen Formulierung der Begründung, damit "richtiges" Verhalten nicht nur auswendig gelernt, sondern auch verstanden werden kann. Nachdem die unterschiedlichen Bausteine zur Vorbereitung eines Vorstellungsgespräches im Unterricht behandelt wurden, sollten die Schülerinnen und Schüler das notwendige Rüstzeug besitzen, um ein Vorstellungsgespräch als Rollenspiel durchzuführen. Hierfür übernimmt einer die Rolle des Bewerbers und einer die Rolle des Personalverantwortlichen. Vorgegeben sind typische Fragen, die im Verlauf eines Vorstellungsgesprächs üblicherweise gestellt werden. Der Rest der Lerngruppe begleitet das Rollenspiel als aufmerksame Zuhörer, die auf einem Beobachtungsbogen ihre Eindrücke, Fragen oder Anregungen notieren und im Anschluss an das Gespräch die "Schauspieler" mit konstruktiver Kritik, Lob und Verbesserungsvorschlägen begleiten. Es erfordert einige Zeit, bis alle in der Lerngruppe zumindest einmal als Bewerberin oder Bewerber auftreten, die Gesprächssituation sollte jedoch idealerweise mehrfach durchgespielt werden, um den Bewerbern die Möglichkeit zu geben, an Verbesserungen ihres Auftritts zu arbeiten und besonders gelungene Aspekte zu verfestigen. Hier bietet es sich an, dass Arbeitsgruppen weiter an den Rollenspielen arbeiten und sich dabei gegenseitig unterstützen, beispielsweise als Hausaufgabe. Die Rollenspiele können auch als Video aufgenommen werden, um auf diese Weise einzelne Situationen (kritisches ebenso wie geschicktes Verhalten) im Gesprächsverlauf gezielt ansteuern zu können und im Unterricht zu besprechen. Sehbehinderung Nur die Rolle des Personalverantwortlichen erfordert Lesekompetenz, in der Rolle des Bewerbers ist kein Sehvermögen erforderlich. Geistige Behinderung Die schriftlichen Notizen können wegfallen. Im Vorfeld der Simulation empfiehlt es sich, die Ergebnisse insbesondere aus Arbeitsblatt 3 "Was ich kann – wofür ich mich interessiere" mehrmals in Form von Satzaussagen für das Gespräch einzuüben. Sprachliche Defizite Bei starken sprachlichen Schwierigkeiten ist es wichtig, dass die vorbereitenden Unterrichtsbausteine (Arbeitsblatt 1 bis 5) bereits intensiv erarbeitet wurden und ein Vokabular beziehungsweise ganze Sätze eingeübt werden. Die Bewerberin oder der Bewerber sollte in der Lage sein, Kernelemente des Gespräches in deutscher Sprache zu führen (zum Beispiel Begrüßung, Verabschiedung, Interessen und Fähigkeiten). Falls die Lernenden detailliertere Antworten nur in ihrer Muttersprache ausdrücken können, diese aber in Deutsch einüben möchten, bietet es sich an, die Antworten schriftlich festzuhalten, sie zu übersetzen und die deutsche Entsprechung zu lernen.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht
  • Berufliche Bildung, Spezieller Förderbedarf

Berufsorientierung

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Fähigkeiten, Talente und Softskills analysieren, Vor- und Nachteile von Ausbildung und Studium erörtern und Wissen über Stellenanzeigen und Bewerbungen aktivieren. Für manche gehört sie zu den schwierigsten Fragen im Leben: Was soll ich werden? Wer bei der Suche nach einer Antwort nicht nur auf das Bauchgefühl oder Ratschläge von anderen Menschen vertrauen möchte, ist gut damit beraten, erst einmal die eigenen Fähigkeiten und Talente zu analysieren. Da bei den meisten Berufen auch noch keine Fachkenntnisse (Hard Skills) vorausgesetzt werden können, ist bei der Berufsorientierung auch ein Blick auf die Soft Skills hilfreich: wo liegen meine Stärken und wo meine Schwächen? Außerdem stellen sich die Fragen: Bin ich eher der Typ für ein Studium oder für eine Ausbildung? Oder vielleicht beides? Wo liegen die Vorteile, wo die Nachteile der Bildungsformen? Wer diese Fragen beantworten kann, ist dem Traumberuf vielleicht schon ein Stückchen nähergekommen und kann damit anfangen, Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen. Welche Formen von Bewerbungsformaten gibt es und welche Dokumente und Informationen gehören dazu? Mithilfe von Arbeitsblättern und einer Unterrichtseinheit zum kostenlosen Download analysieren die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten, Talente und Softskills, erläutern die Vor- und Nachteile von Ausbildung und Studium und aktivieren ihr Wissen über Stellenanzeigen und den Bewerbungsprozess.

  • Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Arbeitsblatt: Grundwissen zum Datenschutz

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Die Lernenden erfahren, wieso persönliche Daten schützenswert sind, lernen gesetzliche Regelungen kennen und erhalten Infos zum Datenschutz am Arbeitsplatz. Ein aktuelles Fallbeispiel zum Thema Datenmissbrauch bildet den Einstieg in das Thema und verdeutlicht den Lernenden, warum Datenschutz wichtig ist. In Teamarbeit erarbeiten die Schülerinnen und Schüler anschließend, welche Informationen zu personenbezogenen Daten zählen. Anhand von Filmen, die für den Datenschutz Medienpreis nominiert wurden, gehen sie der Frage nach, ob die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) auch für Jugendliche relevant ist. Welche sensiblen Daten am Arbeitsplatz anfallen, recherchieren die Schülerinnen und Schüler anhand vorgegebener Internetquellen für einen selbst gewählten, exemplarischen Ausbildungsberuf. Abschließend diskutieren sie im Plenum, ob sie die genannten Datenschutztipps in ihrem Alltag sinnvoll anwenden können. Im Mai 2018 ist die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) in Kraft getreten. Sie regelt, wer personenbezogene Daten zu welchem Zweck erheben, speichern, verändern, verarbeiten, übermitteln oder sonstig nutzen darf. Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union (EU) müssen umfassend darüber informiert werden, was mit ihren persönlichen Daten geschieht, und erhalten umfassende Rechte in Bezug auf ihre Daten. Das Arbeitsblatt bietet Schülerinnen und Schüler eine Einführung in das komplexe Thema Datenschutz. Mithilfe von konkreten Fallbeispielen, ausgewählten Filmen und selbst gewählten Ausbildungsberufen erarbeiten sie Schritt für Schritt, wie Datenschutz ihr Privatleben und ihr (künftiges) Berufsleben beeinflusst. Anhand des Beispiels einer Steuerkanzlei erfahren sie, dass es Berufe mit Sonderregelungen für den Datenschutz gibt. Das Arbeitsblatt kann fächerübergreifend und auch im Bereich der Berufsorientierung eingesetzt werden. Neben dem Erwerb von Fachwissen zum Thema Datenschutz bietet es die Möglichkeit, sich mit Tätigkeiten in konkreten Ausbildungsberufen auseinanderzusetzen. Die Datenschutztipps regen Jugendliche an, ihr Verhalten im Umgang mit ihren eigenen persönlichen Daten zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Informationen zu personenbezogenen Daten gehören. erarbeiten, welche Relevanz Datenschutz für ihr Privatleben und ihr (künftiges) Berufsleben hat. lernen konkrete gesetzliche Regelungen wie die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) kennen. setzen sich mit dem Thema Datenschutz in einem selbst gewählten Ausbildungsberuf auseinander. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler werten Filme, die für den Medienpreis Datenschutz nominiert wurden, anhand einer Aufgabenstellung aus. recherchieren anhand vorgegebener Internetquellen berufsbezogene Tätigkeiten, die das Thema Datenschutz berühren. reflektieren ihr eigenes Verhalten in sozialen Medien und im Internet anhand von Datenschutztipps. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich darin, in Teamarbeit komplexe Sachverhalte auszuwerten. präsentieren ihre Arbeitsergebnisse strukturiert und verständlich dem Plenum. organisieren sich in Lerngruppen und erarbeiten gemeinsam Tätigkeitsprofile für einen selbst gewählten Ausbildungsberuf.

  • Orga / Bürowirtschaft / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht / Wirtschaft
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Berufsrichtungen und Berufsprofile: Test mit Lösungen

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Dieser Test zum Thema Berufsrichtungen und Berufsprofile enthält Aufgabenstellungen mit Bearbeitungshinweisen, eine Musterlösung sowie eine Punkteverteilung mit Benotungsvorgaben. Er richtet sich an Internationale Willkommensklassen beziehungsweise Förderklassen mit Sprachniveau B2 oder höher. Das Thema Lebensgestaltung und Berufsausübung in Deutschland hat für Migrantinnen und Migranten eine besondere Bedeutung. Gemeinsam mit den Jugendlichen aus Internationalen Förderklassen (Niveau B2 und höher) sollten Sie die Einheit "Berufsrichtungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt" vorab durchgenommen haben. Der sich anschließende Test bezieht sich auf folgende Fachinhalte : Berufsfelder auf dem deutschen Arbeitsmarkt exemplarische Berufsprofile und ihre Charakteristika: Altenpflegehelfer(in), Fachinformatiker(in) für Systemintegration und Fachkraft für Lagerlogistik Potenzialanalyse und Berufswahl Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten zehn Aufgaben mit unterschiedlichen Anforderungsstufen: Die Aufgaben 1 bis 6 sind nach dem Multiple-Choice-Prinzip zu bearbeiten. Von fünf Antwortmöglichkeiten pro Aufgabe ist jeweils nur eine korrekt. Bei den Aufgaben 7 bis 9 tragen die Schülerinnen und Schüler vorgegebene Begriffe passend in Lückentexte ein. Bei Aufgabe 10 notieren sie passende Begriffe, die nicht vorgegeben sind. Die Bearbeitungszeit beträgt maximal 30 Minuten. Aus dem Schwierigkeitsgrad und dem Umfang der Antwort ergibt sich die Höhe der erreichbaren Punktzahl bei den einzelnen Aufgaben. Insgesamt können 20 Punkte vergeben werden. Die Benotung erfolgt auf der Grundlage gängiger Bewertungsvorgaben. Fachkompetenz Zur Bearbeitung der Aufgaben kennen die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Berufsrichtungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt und jeweils typische Berufe . drei Berufsprofile und ihre Charakteristika (im Sinne einer exemplarischen Vertiefung) besonders genau: Altenpflegehelfer(in), Fachinformatiker(in) für Systemintegration und Fachkraft für Lagerlogistik; ihre Kenntnisse umfassen die Themen typische Tätigkeiten, Arbeitszeiten, Herausforderungen und formale Voraussetzungen für einen Berufseinstieg. den Zusammenhang zwischen persönlichen Stärken sowie Interessen und der Entscheidung für ein Berufsfeld.

  • DaF / DaZ / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Kreatives Schreiben zu Gesellschaftsthemen

Fachartikel

Dieser Fachartikel zeigt, wie kreatives Schreiben im Deutsch-Unterricht eingesetzt werden kann, um gesellschaftsrelevante Themen lebensnah zu bearbeiten. Er vermittelt den theoretischen Hintergrund, erläutert Methoden wie Haikus oder Akrostichons und verdeutlicht, wie Lernende so ihre Gedanken, Werte und Erfahrungen ausdrücken können. Anhand des Themas Handwerk werden zudem praxisnahe Aufgaben vorgestellt, die Schreibkompetenz, Reflexion und Persönlichkeitsentwicklung fördern. "Kreatives Schreiben" im Deutsch-Unterricht " Kreatives Schreiben" ist als Begriff inhaltlich nicht klar definiert . Innerhalb der Fach- beziehungsweise Schreibdidaktik Deutsch steht Kreatives Schreiben für variierende Ansätze und Konzepte, die Schreiben als einen kreativ-sprachlichen Prozess verstehen und sich damit von einem normierten Aufsatzunterricht abwenden : Ziel ist nicht mehr das formal "richtige" Schreiben einer bestimmten Aufsatzform, sondern vielmehr die sprachliche Umsetzung einer bestimmten Schreibhaltung (z.B. informieren, appellieren, unterhalten, …). Das Ziel besteht damit im Prozess des Schreibens selbst, wodurch Schreibhemmungen und -blockaden gelöst und eine individuelle Öffnung für die schriftsprachliche Auseinandersetzung mit einem Thema erreicht werden sollen. Aus einer zeitgemäßen Schreibdidaktik sind Verfahren und Methoden des Kreativen Schreibens nicht mehr wegzudenken (Abraham 2014: 367 ff.), und in Form des "Gestaltenden Erschließens oder Interpretierens" hat die Kultusministerkonferenz kreatives Schreiben inzwischen auch in die Bildungsstandards für das Deutschabitur aufgenommen (KMK. Online). Neben der Muttersprachendidaktik haben auch die Fremdsprachen- sowie DaF- und DaZ-Didaktik die positiven Auswirkungen des Kreativen Schreibens auf die Entwicklung der bildungssprachlichen (Lesen, Schreiben, Zuhören, Sprechen) und interkulturellen Kompetenzen der Lernenden erkannt (Bernstein 2020: 11 ff.). Fremd- oder Mehrsprachigkeit sowie Interkulturalität prägen die Unterrichtsrealität deutscher Klassenzimmer und erfordern motivierende Zugänge zum Sprachenlernen und zur aktiven Sprachanwendung. Vor diesem Hintergrund bietet Kreatives Schreiben den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich sprachproduktiv mit kulturellen und gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen, die sie selbst unmittelbar in ihrer Lebenswirklichkeit betreffen. "Kreatives Schreiben" – Raum für die Auseinandersetzung mit dem Selbst und der Welt Die Fähigkeit, sich nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich in unterschiedlichen Kontexten verständlich auszudrücken und ein bestimmtes kommunikatives Ziel verwirklichen zu können, bildet eine der grundlegenden Voraussetzungen für die gesellschaftliche, politische und kulturelle Teilhabe eines Menschen und somit der Auseinandersetzung mit der Welt an sich. Ein sich von strikten Normvorstellungen lösender, kreativer Schreibprozess bietet Lernenden dabei die Möglichkeit, die eigenen Gedanken, Gefühle und Werte und damit das eigene Selbst auszudrücken, was die Entwicklung und Entfaltung der individuellen Persönlichkeit unterstützt. Schreibaufgaben werden dabei als umso bedeutsamer empfunden, je besser sich Lernende mit ihnen identifizieren können : Die Schülerinnen und Schüler werden das Schreiben als umso sinnvoller empfinden, je höher sie den Gebrauchswert in ihrer jeweiligen Lebenssituation einschätzen (Dahmer-Geisler 2021: 48f.). Der thematische Bezug der kreativen Schreibaufgabe zur individuellen Lebenswirklichkeit der Lernenden hat daher einen großen Einfluss auf deren Schreibmotivation: Hier bietet sich die Möglichkeit, aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und Themen , welche die Schülerinnen und Schüler in ihrer eigenen Lebenswirklichkeit oder gegenwärtigen Entwicklungsphase betreffen, im Unterricht Raum zu geben. Das Handwerk als Themenfeld im "Kreativen Schreiben" Kreatives Schreiben rund um das Thema "Handwerk" ermöglicht jungen Menschen die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und stellt damit einen unmittelbaren Bezug zu ihrer gegenwärtigen Lebenswirklichkeit her. Darüber hinaus werden die Lernenden mit dieser inhaltlichen Schwerpunktsetzung in der wichtigen Phase der Berufsorientierung und somit in der Entwicklung und Entfaltung ihrer individuellen Persönlichkeit unterstützt. Insbesondere die sogenannte "Generation Z" sieht aktuellen Studien zufolge ihre Zukunft eher pessimistisch (Tagesschau. Online) und sucht entsprechend nach Möglichkeiten, ihre berufliche Zukunft sinnstiftend zu gestalten (HWK. Online). Das Handwerk bietet vor diesem Hintergrund vielfältige Chancen, die eigene Selbstwirksamkeit zu erfahren und dadurch einen inneren Wachstumsprozess zu initiieren. So verdeutlichen Umfragen und Studienergebnisse z.B. immer wieder die große Bedeutung, die die Angst vor den Folgen des Klimawandels bei der jungen Generation hat (Der Standard. Online; Nature. Online; RND. Online). Schon jetzt leistet das Handwerk einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und kann gar als Nachhaltigkeitsmotor bezeichnet werden. Eine Beschäftigung mit den zukunftsgestaltenden Chancen, die das Handwerk jungen Menschen eröffnet, kann Möglichkeiten der persönlichen Einflussnahme und Selbstwirksamkeit aufzeigen und die damit verbundenen Zukunftsängste mildern (siehe Unterrichtsidee "Nachhaltigkeit"). Eine nicht weniger wichtige Rolle für die Berufswahl der gegenwärtigen jungen Generation spielt die persönliche Zufriedenheit im Beruf, die vor allem aus dem Grad an Selbstverwirklichung und Identifizierung mit der beruflichen Tätigkeit sowie der damit verbundenen gesellschaftlichen Wertschätzung resultiert. Studienergebnisse (Blankenberg/Binder 2020) kommen zu dem Schluss, dass insbesondere Beschäftigte im Handwerk eine besonders hohe Arbeitszufriedenheit empfinden. Gleichzeitig entscheiden sich immer weniger Jugendliche für eine Karriere im Handwerk, was sich in einem akuten Fachkräftemangel äußert, der die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft insgesamt bedroht, sich aber auch in der mitunter schwierigen Aufrechterhaltung der alltäglichen Daseinsversorgung äußert und damit eine unmittelbare Betroffenheit herstellt (Handwerksblatt. Online). Das Themenfeld "Handwerk" verfügt somit über eine große Relevanz für die Lernenden und eignet sich daher in besonderer Weise als inhaltlicher Bezugspunkt für Varianten und Methoden des Kreativen Schreibens. Konkrete Themen, Ideen und Impulse für den Deutsch-Unterricht Im Folgenden finden sich Ideen zum Einsatz unterschiedlicher Verfahren des Kreativen Schreibens rund um das Thema "Handwerk". In Deutschland wird die Forderung nach einer Bildungswende immer lauter (ZDH. Online). Vor diesem Hintergrund erscheint die Beschäftigung mit dem Themenfeld "Handwerk" im Unterricht von größter Relevanz. Ein persönlicher Zugang zum Thema "Handwerk" (siehe Unterrichtsidee " Handwerk – Was hat das eigentlich mit mir zu tun? ") kann den Lernenden durch das Verfassen eines ABCdarium s zu der Frage, was die Lernenden persönlich mit dem Begriff "Handwerk" assoziieren, oder durch das Verfassen eines Haikus ermöglicht werden. Während sich diese Methode insbesondere zum Einstieg in eine Auseinandersetzung (Motivation) eignet, kann die Gestaltung eines Akrostichon s den Schülerinnen und Schülern am Ende der Auseinandersetzung dazu dienen, die persönlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen aus der Erarbeitung des Themas nochmals zu reflektieren und festzuhalten. Alle genannten Verfahren motivieren zum eigenständigen Schreiben, während das Haiku und das Akrostichon den Lernenden darüber hinaus die Möglichkeit gibt, sich in lyrischer Form auszudrücken. Globales Lernen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) zielen darauf ab, Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln zu befähigen und die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen. Kreatives Schreiben zu Themen rund um das Handwerk unterstützt diese Zielsetzung und kann den Deutsch- beziehungsweise Schreibunterricht inhaltlich bereichern. So kann z.B. der Impuls "Wenn ich von Beruf Klimaschützer/-in wäre, dann…" dazu genutzt werden, das freie Schreiben anzuregen und gleichzeitig darüber nachzudenken, wie der Beruf eines/-r Klimaschützers/-in aussehen könnte (siehe Unterrichtsidee " Klimaschutz und regenerative Energiegewinnung "). Alternativ kann in Paararbeit ein Interview (Dialog) mit einem/einer fiktiven, professionellen "Klimaschützer/-in" (nicht zu verwechseln mit "Klimaaktivist") verfasst werden, der/die über seinen/ihren Arbeitsalltag berichtet. Dass Klimaschutz vor allem in den Berufen des Handwerks eine Rolle spielt, und Handwerker/-innen sich daher als aktive Klimaschützer verstehen dürfen, kann einen zentralen Erkenntnisgewinn für die Lernenden darstellen. Nicht nur die Auseinandersetzung mit den Folgen des Klimawandels stellt den modernen Städtebau vor große Herausforderungen: Auch z.B. im Bereich des Wohnungsbaus, der Bereitstellung und Instandhaltung urbaner Infrastruktur sowie der Planung und Realisierung von Smart City Konzepten bedarf es gut ausgebildeter Fachkräfte, um die Städte auf Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten (siehe Unterrichtsidee " Rolle des Handwerks in der städtebaulichen Entwicklung "). Um die Schülerinnen und Schüler für die großen Aufgaben und Herausforderungen zu sensibilisieren, die mit dem modernen Städtebau verbunden sind, können sie z.B. im freien Schreiben eine Vorstellung von ihrer Stadt oder Gemeinde in einem anderen Zeitalter zu entwerfen. Dabei kann es sich entweder um die Entwicklung einer Zukunftsvision ("Meine Stadt in 50 Jahren") handeln, um die Herausforderungen des modernen Städtebaus aufzuspüren, oder um einen Blick in die Vergangenheit (“Meine Stadt vor 50 Jahren“), um gegenwärtige Veränderungen und Fortschritte deutlich zu machen. Eine Möglichkeit der individuellen Begegnung mit der Stadt als Lebensraum bietet das " Belauschen ": Die Lerngruppe begibt sich gemeinsam an einen Ort, der sich in besonderer Weise dazu eignet, die Geräusche der Stadt aufzunehmen (z.B. Marktplatz). Die Schülerinnen und Schüler werden dazu aufgefordert, die Augen zu schließen und sich für eine festgelegte Zeit ausschließlich auf die Umgebungsgeräusche zu konzentrieren. Anschließend notieren sie die Geräusche, die sie gehört haben. Die gesammelten Begriffe können danach weiterverarbeitet werden, indem die Lernenden z.B. aufgefordert werden, ein Haiku (Sekundarstufe I) oder ein Lautgedicht (Sekundarstufe II) zum Thema "Morgens in meiner Stadt" zu verfassen. Der assoziative Zugang kann dazu genutzt werden, zu reflektieren, wodurch der Lebensraum "Stadt" geprägt wird, und wie dieser infolge der modernen Herausforderungen zukunftsfähig gestaltet werden kann. Vor dem Hintergrund des Selbstfindungsprozesses, in dem sich Jugendliche und junge Erwachsene befinden, spielt die Auseinandersetzung mit der eigenen beruflichen Zukunft eine wesentliche Rolle. Das Verfassen eines Briefes an das eigene zukünftige Ich bietet den Lernenden Gelegenheit, über die eigenen beruflichen Ziele und Träume zu reflektieren und sich dabei der eigenen Interessen, Stärken und Fähigkeiten, aber auch Werte und Überzeugungen bewusst zu werden (siehe Unterrichtsidee " Das Handwerk und ich ", insbesondere Arbeitsblatt 3). Fazit Kreatives Schreiben eignet sich aufgrund der vielfältigen individuellen Zugangsmöglichkeiten in besonderer Weise dazu, gesellschaftsrelevante Themen im Unterricht zu bearbeiten, vorzubereiten oder zu vertiefen. Die persönliche innere Auseinandersetzung mit der Thematik, die das Kreative Schreiben ermöglicht, dient der Persönlichkeitsentwicklung der Lernenden und fördert gleichzeitig durch die aktive und intuitive Sprachanwendung die Schreibkompetenz. Aktuelle und lebensweltnahe Themen kann das Handwerk liefern. Verwendete Literatur Abraham, Ulf: "Kreatives" und "poetisches" Schreiben. In: Deutsch-Unterricht in Theorie und Praxis, 4/2013, bes. S. 367–370. Bernstein, Nils: In fremden Sprachen kreativ schreiben. Zur Korrelation von kreativem und bildungssprachlichem Schreiben im Literatur- und Fremdsprachenunterricht. In: Zeitschrift für interkulturellen Fremdsprachenunterricht, 25/2, 2020, S. 11 ff. Blankenberg, Ann Kathrin / Binder, Martin: Zum beruflichen Selbstbild und zur Arbeits- und Lebenszufriedenheit im Handwerk in Deutschland. Göttinger Beiträge zur Handwerksforschung 42, 2020. Dahmer-Geisler, Sigrun: Ziele des kreativen Schreibens im Deutsch-Unterricht In: Journal für Schreibwissenschaft 2/2021, S. 48 f. Verwendete Internetadressen Tagesschau. Online: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/studie-jugend-100.html . HWK. Online: https://www.hwk-do.de/generation-z-fuers-handwerk-begeistern/ . Der Standard. Online: https://www.derstandard.de/story/3000000201340/klimawandel-rechtsruck-inflation-die-sorgen-der-jungen-steigen-weiter . Nature. Online: https://www.nature.com/articles/s43247-023-00870-x#Abs1 . RND. Online: https://www.rnd.de/wissen/angst-vor-klimawandel-wie-die-klimakrise-junge-menschen-belastet-EHKJPBVFAJDL7MNYNCODX4MQMM.html . Handwerksblatt. Online: https://www.handwerksblatt.de/handwerkspolitik/fachkraeftemangel-bedroht-unsere-zukunftsfaehigkeit . ZDH. Online: https://www.zdh.de/bildungswende/ . KMK. Online: https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2012/2012_10_18-Bildungsstandards-Deutsch-Abi.pdf , S. 17.

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