• Schulstufe
  • Klassenstufe
  • Schulform
  • Fach
  • Materialtyp
  • Quelle8
Sortierung nach Datum
Kacheln     Liste

Gesellschaft und Kultur: Alltagsgeschichte in der DDR

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Alltagsgeschichte in der DDR" setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Anspruch auseinander, den die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) sowohl gegenüber der DDR-Bevölkerung als auch gegenüber dem Westen formulierte. In ihrem offiziellen Selbstverständnis war die Deutsche Demokratische Republik (DDR) der "bessere" deutsche Staat und beanspruchte, ein politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Gegenentwurf zur Bundesrepublik Deutschland (BRD) zu sein.Im Rahmen dieser Einheit untersuchen Schülerinnen und Schüler vor allem, inwieweit der Anspruch der SED und die Wirklichkeit im alltäglichen Leben übereinstimmten, welche Probleme die Bürgerinnen und Bürger aufgrund der wirtschaftlichen Situation zu bewältigen hatten und wie diese tatsächlich bewältigt wurden. In einem weiteren Schritt vollziehen die Schülerinnen und Schüler nach, welche Ansatzpunkte der DDR-Alltag im vereinten Deutschland bis heute für eine nachträgliche Verklärung ("Ostalgie") bietet.Bei der Erarbeitung der Themen kommen unterschiedliche Internet-Quellen zum Einsatz und auch die Ergebnissicherung und -vertiefung erfolgt in methodisch vielfältiger Weise. Hier steht die Nutzung des Internets im Vordergrund. Einsatz im Unterricht Die Unterrichtseinheit kann ab der 9. beziehungsweise 10. Jahrgangsstufe in der Realschule und am Gymnasium sowie an Berufsschulen und Fachoberschulen eingesetzt werden. Die Themenbereiche Alltag, Wirtschaft- und Sozialpolitik in der DDR finden sich in den Lehrplänen der verschiedenen Bundesländer. Didaktisch-methodische Hinweise zur Unterrichtseinheit "Alltagsgeschichte in der DDR" Die Schülerinnen und Schüler sollen einen differenzierten Einblick in das Alltagsleben der Bürgerinnen und Bürger im SED-Staat gewinnen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen Probleme der Versorgung mit Lebensmitteln und Gebrauchsgütern kennen. erkennen die Funktion und Schwierigkeiten der Planwirtschaft. erfahren Mythen über das Alltagsleben, die soziale Situation und Sicherheit in der DDR und hinterfragen diese kritisch. lernen die sozialpolitische Grundausrichtung von DDR und BRD kennen. lernen die historischen Geschehnisse anhand unterschiedlicher Quellen kennen. gelangen zu einem kritisch-historischen Bild des Alltags im realexistierenden Sozialismus. nehmen Objekte als Quellen wahr und werten diese aus. erfahren Museen als Orte des kollektiven Gedächtnisses. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren im Internet nach Informationen. erproben Textarbeit am Bildschirm zielgerichtet. sichern die Rechercheergebnisse im virtuellen Klassenzimmer, verarbeiten diese weiter und tauschen sie aus. üben den gewinn- und erkenntnisbringenden Umgang mit Internetkommunikationsformen (Chat) ein oder vertiefen diesen. lernen, sach- und fachgerechte Online-Lexikoneinträge (Wikis) zu verfassen. erlangen die Befähigung, mit den Recherchequellen angemessen umzugehen und das Urheberrecht zu respektieren (richtiges Zitieren, Vermeiden der reinen Copy-Paste-Technik, Angabe der Quellen). präsentieren Rechercheergebnisse anspruchsvoll und angemessen. üben, im Team (online) zu arbeiten. lernen, die Einzel- und Teamarbeit selbstständig zu organisieren. Alltag und Versorgung in der Planwirtschaft Die Schülerinnen und Schüler sollen durch Zeitzeugenaussagen und zeitgenössisches Film- und Tonmaterial nachvollziehen, mit welchen Problemen und Sorgen die Menschen in der DDR Tag für Tag konfrontiert wurden (begrenzte Lebensmittelauswahl und Versorgungsengpässe). Sie lernen so die Mangelwirtschaft der DDR kennen und erfahren, wie sich das planwirtschaftliche Handeln auf den Einzelnen im Alltag auswirkte: einerseits günstige Preise beispielsweise für Grundnahrungsmittel, andererseits hohe Preise und wenige Produkte im Bereich der sogenannten Luxuswaren. Am für die Schülerinnen und Schüler sehr lebensnahen Beispiel des PKWs werden die Defizite der DDR-Planwirtschaft verdeutlicht. Geschichtserinnerung In einem weiteren Arbeitsschritt befassen sich die Schülerinnen und Schüler dann mit den Aspekten des DDR-Alltags, die bis heute Ansatzpunkte für die Verklärung des realsozialistischen Systems bieten, zum Beispiel Arbeitsplatzsicherheit, Versorgung mit Kinderkrippen und günstige Preise. Sie hinterfragen deren Wahrheitsgehalt. "Ostalgie" Darauf aufbauend beschäftigen sich die Lernenden mit der Problematik der individuellen und kollektiven Geschichtserinnerung an die DDR und der Mythenbildung im Zug der vor allem durch das Fernsehen verursachten "Ostalgie"-Welle. Dabei sollen sie die Befähigung erlangen, anhand selbst erarbeiteter Fakten derartige Geschichtsmythen, etwa die gute Versorgung mit Kinderkrippen, kritisch zu hinterfragen und zu einer eigenen Urteilsbildung zu kommen. Erweiterungsaspekt: Sozialpolitik im Systemwettbewerb Zur Abrundung der alltags- und sozialgeschichtlichen Durchdringung der DDR befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit einem Systemvergleich auf sozialpolitischer Ebene. Dabei sollen sie nicht nur die faktischen Unterschiede zusammentragen, sondern auch deren ideologischen Impetus erkennen. Abschluss und Höhepunkt Der Besuch des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig kann und soll den Abschluss sowie den Höhepunkt der Unterrichtseinheit bilden. Dort wird das bisher Erarbeitete vertieft und erweitert. Die Begegnung mit Geschichte anhand der Ausstellungsgegenstände - die "Faszination des Objekts" - soll das "Begreifen" der Vergangenheit fördern und den Schülerinnen und Schülern klar machen, dass Geschichte nicht etwas ist, das nur in Büchern stattfindet, sondern dass Geschichte immer auch gelebtes Leben umfasst. Die Exkursion nach Leipzig ist aber nicht obligatorisch, die Unterrichtseinheit kann auch ohne diese durchgeführt werden. Verschiedene Arbeitsmaterialien verfügbar Das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig stellt eine Reihe von Arbeitsmaterialien zur Verfügung, anhand derer die Schülerinnen und Schüler die Dauerausstellung selbstständig in Kleingruppen erforschen können. Im Anschluss an eine Führung bietet sich hier noch die Möglichkeit einer Vertiefung und/oder Erweiterung der bisherigen thematischen Erarbeitung an. Frauen in der DDR So sind beispielsweise zur Vertiefung des Themas "Alltag in der DDR" acht einfache Arbeitsbögen zur politischen, privaten und beruflichen Situation von Frauen in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und DDR verfügbar. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten in Kleingruppen jeweils einen Aspekt (Bearbeitungszeit zirka 20 Minuten) und präsentieren anschließend ihre Ergebnisse (Präsentationsdauer rund 40 Minuten). So erhalten alle Lernenden einen guten Überblick über das gesamte Thema. Wolle, Stefan Die heile Welt der Diktatur: Herrschaft und Alltag in der DDR 1971 - 1989. 3., aktualisierte und überarbeitete Auflage. Berlin 2009. Großbölting, Thomas (Hrsg.) Friedensstaat, Leseland, Sportnation. DDR-Legenden auf dem Prüfstand. Berlin 2009. Wehler, Hans-Ulrich Deutsche Gesellschaftsgeschichte 1949 - 1990. München 2008. Roeseler, Jörg Ostdeutsche Wirtschaft im Umbruch. Bonn 2003 (Zeitbilder; Bundeszentrale für politische Bildung). Heydemann, Günther "Gesellschaft und Alltag in der DDR" sowie "Entwicklung der DDR bis Ende der 80er Jahre". In: Deutschland in den 70er/80er Jahren, Informationen zur politischen Bildung (Heft 270). Sabrow, Martin (Hrsg.) Erinnerungsorte der DDR. Bonn 2011. Judt, Matthias DDR-Geschichte in Dokumenten. Bonn 1998. Wengst, Udo und Hermann Wentker Das doppelte Deutschland. Bonn 2008. Port, Andrew I. Die rätselhafte Stabilität der DDR. Arbeit und Alltag im sozialistischen Deutschland. Bonn 2010.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

ZUM-Grundschulwiki: Internet-Lexikon von Kids für Kids

Fachartikel

Ein Internet-Lexikon von Kindern für Kinder, das ist das ZUM-Grundschulwiki. Hier lernen Sechs- bis Dreizehnjährige, wie sie das Internet mitgestalten können. Das Angebot wird von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. (ZUM) zur Verfügung gestellt. Das ZUM-Grundschulwiki ist eine Plattform für Kinder, die das Internet aktiv mitgestalten und verbessern wollen. Sie erfahren in einem geschützten Raum, dass es im Internet nicht nur ums Konsumieren, sondern eben auch ums Partizipieren geht. In einer von Medien geprägten Welt, in der ein Blog oder ein Internetvideo viele Menschen erreichen kann, ist es wichtig, die eigenen Möglichkeiten zu kennen und damit umgehen zu können. Der Kinderbereich Lexikon Den Kernbereich des ZUM-Grundschulwiki bildet das Lexikon, in das jeder angemeldete Nutzer neue Beiträge einfügen, fehlerhafte verbessern oder bestehende erweitern kann. Das Online-Lexikon wurde mit derselben Software erstellt, mit der auch Wikipedia schon lange erfolgreich funktioniert. Der einzige Unterschied beim Grundschulwiki: Die Texte des Lexikons sind von Grundschulkindern geschrieben und für Grundschulkinder bestimmt. Hilfebereich Im Hilfebereich finden Kinder Anleitungen zur Bedienung des ZUM-Grundschulwiki. Sie erfahren dort, wie sie Texte formatieren, Bilder einfügen oder Tondateien integrieren können. Kurz und kindgerecht werden alle wichtigen Schritte erklärt. Für Eltern und pädagogische Fachkräfte Auf der eigens für Eltern und pädagogische Fachkräfte eingerichteten Hilfeseite können interessierte Erwachsene sich über das Projekt informieren. Sie erfahren, wie sie das eigene Kind oder eine Schülergruppe anmelden können, wo sie Arbeitsblätter zum Unterrichtseinsatz finden oder wie genau die im ZUM-Grundschulwiki bestehenden Regeln lauten. Des Weiteren werden sie über das pädagogische Anliegen und Konzept der Seite sowie die Bedienung der Plattform informiert. Fazit Das Grundschul-Wiki von ZUM kann als Wikipedia für Kids verstanden werden. Grundschulkinder werden animiert, ihre Entdeckungen und Erkenntnisse mit anderen Heranwachsenden zu teilen und in einem Online-Lexikon festzuhalten. Sie lernen, zu partizipieren und Medien in ihren Lernprozess einzubinden. Sämtliche Artikel werden anschließend redaktionell überprüft.

  • Pädagogik

Wissenskarten: Wissen zu vielfältigen Themen

Fachartikel

Die Wissenskarten für Kinder im Internet enthalten viel Lesestoff zu Themen wie Länder der Erde, Deutschland, die Jahreszeiten, der menschliche Körper, Tiere, Pflanzen, Technik, Schulfächer und vieles mehr. Insgesamt beinhaltet die Kartei derzeit rund 25.000 Einzelthemen. Seit über zehn Jahren wachsen die Wissenskarten für Kinder ständig. Grundschullehrkräfte erarbeiten die Inhalte und achten darauf, dass die Texte und weitere Medien zu den einzelnen Inhaltsbereichen und Karten kindgemäß für die Altersstufe der Sieben-bis Zwölfjährigen geeignet sind. Die Seite bietet vorwiegend interessante Themen zur Leseförderung aber auch interaktive Seiten zum Lernen von Unterrichtsstoff im Grundschulalter.

  • Computer, Internet & Co.

Energiebildung an Schulen aus der Sicht von Lehrkräften

Fachartikel

Wie lehren Deutschlands Lehrkräfte "Energie"? Wo sehen sie Potenziale, wo Herausforderungen im Schulalltag? Die RWE Stiftung hat das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik (IPN) in Kiel beauftragt, eine Studie zum Thema Energiebildung in der Schule durchzuführen. Dieser Fachartikel stellt die Zwischenergebnisse der bundesweiten Lehrerbefragung vor. Angesichts der umfassenden Bedeutung der Energie für die Entwicklung unserer Gesellschaft hat die RWE Stiftung das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik (IPN) in Kiel beauftragt, eine auf eine Laufzeit von zwei Jahren angelegte Studie zum Thema Energiebildung in der Schule durchzuführen. Ziel ist es, Umfang und Quantität der Vermittlung des Themas Energie an Schulen entlang der Bildungskette von der Grundschule bis zum Gymnasium zu evaluieren und Konzepte für eine substanzielle Verankerung der Energiebildung im Unterricht zu entwickeln. Im ersten Schritt der Studie wurden die Lehr- und Bildungspläne analysiert. Hierzu ist bereits ein Fachbeitrag bei Lehrer-Online erschienen.

  • Physik / Astronomie

Die Bösen Wölfe: Deutsch-französische Kinderreporter

Fachartikel

Die Bösen Wölfe sind Kinderreporterinnen und -reporter, die sich vor nichts fürchten, auch nicht vor dem Bösen Wolf und anderen Ländern oder Sprachen: Beim Bösen Wolf machen Kinder Interviews und Reportagen und erzählen in einfacher Form über ihre Realität als junge Europäerinnen und Europäer, in Deutsch und in Französisch. Warum trägt diese Website gleich zwei Namen: "Der Böse Wolf" und "Grand méchant loup"? Weil sie zweisprachig ist. Gemacht wird sie von Kinderreporterinnen und -reportern für Kinder in ganz Europa, die interessante Einblicke in ihre journalistische Arbeit geben. In Interviews mit bekannten Persönlichkeiten, Reportagen und Berichten setzen sich die Bösen Wölfe kurzweilig mit dem Thema Europa auseinander. Auf Deutsch und Französisch erklären sie zum Beispiel die Besonderheiten und Unterschiede beider Länder. Außerdem findet man auf der Website Spiele, Rätsel, Quizfragen und Online-Graffiti.

  • Computer, Internet & Co.

wortwuselwelt: Kreativer Umgang mit Gedichten

Fachartikel

Die wortwuselwelt ist eine neuartige Lyrik-Kinderseite mit liebevoller Gestaltung. Hier können Kinder Poesie erleben. Sie erschaffen eigene Klangwelten, malen Buchstabengedichte oder hören Gedichte von Ringelnatz, Goethe und Co.Poesie und Internet - wie passt das zusammen? In der wortwuselwelt treffen nur scheinbar zwei widersprüchliche Welten aufeinander. Das Medium Computer ermöglicht es, Gedichten in perfekter Weise handlungsorientiert zu begegnen. Gastgeber ist das Wortwusel, ein kleines koboldartiges Wesen. Es lädt die Kinder ein zum Hören, Dichten, Spielen, Verweilen und Nachdenken. Klangwelten können geschaffen, Bilder gemalt und Gedichte angehört werden. Der Grimme-Online-Award 2011 und der Kinder-Online-Preis 2012 des Mitteldeutschen Rundfunks für die wortwuselwelt zeigen, dass diese Art von Begegnung mit Lyrik wegweisend für die Zukunft sein kann.

  • Computer, Internet & Co.

Multiverso: Lernspiel zum Sonnensystem

Fachartikel

Bei Multiverso bereisen die Multinautinnen und Multinauten mit ihrer selbstgebauten Rakete das gesamte Sonnensystem. In immer neuen Missionen können die mutigen Weltraumforscherinnen und -forscher ihr Geschick unter Beweis stellen und Dinge lernen, die sogar Erwachsene in Erstaunen versetzt.Multiverso ist ein Abenteuer-Lernspiel, bei dem Kinder spielerisch an naturwissenschaftliche Inhalte herangeführt werden. Die Multinautinnen und Multinauten müssen im Spiel spannende Missionen erfüllen und können mithilfe der Multiverso-Rakete das maßstabsgetreu abgebildete Sonnensystem und seine physikalischen Gesetze erforschen. Durch die integrierten Quiz-Elemente, Kurzfilme, Bastelbögen und Mini-Games lernen die Kinder den Weltraum und seine Geheimnisse in allen Facetten kennen.

  • Physik / Astronomie / Geographie / Jahreszeiten

Die Arbeitswelt im "Eisenwalzwerk"

Unterrichtseinheit

Dieser Unterrichtsvorschlag aus dem Themenkomplex "Die Industrialisierung der Arbeitswelt" beleuchtet beispielhaft den Einsatz von Bildern im Fach Geschichte und gibt Anregungen, wie man Schülerinnen und Schüler dazu bringen kann, historische Bildquellen kreativ zu erschließen.Es gibt viele Möglichkeiten, wie Lehrkräfte Bildquellen für Schülerinnen und Schüler handlungsorientiert aufbereiten können. Am Beispiel des Gemäldes " Eisenwalzwerk " (1872 bis 1875, Adolf Menzel), das detailliert das Arbeitsleben in einer Fabrikhalle des 19. Jahrhunderts abbildet, kann die Industrialisierung in ihrer ganzen Bandbreite erschlossen werden: Die Industrialisierung des Wirtschaftslebens, der Einsatz neuer Arbeitstechniken und die Arbeitsteilung können anhand dieses Gemäldes von den Lernenden ebenso thematisiert werden wie die gesellschaftlichen Auswirkungen der Industriellen Revolution auf die neue Klasse der Arbeiter, der "Sozialen Frage" des 19. Jahrhunderts.Die einzelnen Bausteine der Unterrichtseinheit "Die Arbeitswelt im 'Eisenwalzwerk'" kann in das lehrplanrelevante Thema "Industrialisierung und Soziale Frage" eingebaut werden. Die Schülerinnen und Schüler sollten bereits Vorkenntnisse zu den Themen "Industrialisierung", "Industrielle Revolution" und "Die Soziale Frage im 19. Jahrhundert" haben. Was den Schwierigkeitsgrad betrifft, ist die Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I (Klasse 7-10) erstellt worden. Bilder im Geschichtsunterricht Welche Kompetenzen Schülerinnen und Schüler bei der Interpretation von Bildern im Geschichtsunterricht vermittelt werden, erfahren Sie auf dieser Seite. Das "Eisenwalzwerk" im Geschichtsunterricht Einen didaktisch-methodisch kommentierten Ablaufplan der Unterrichtseinheit "Die Arbeitswelt im 'Eisenwalzwerk'" finden Sie auf dieser Seite. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kennen Merkmale der "Industrialisierung": der Einsatz von neuen Arbeitstechniken (Maschinen), der intensive Abbau von Eisen und Kohle, die Entstehung des Fabrikwesens als neue Arbeitswelt, Arbeitsteilung, Lohnarbeit. wissen, was man unter der "Sozialen Frage" versteht: die Entstehung der Arbeiterklasse, Arbeitszeiten von 15 bis 17 Stunden, geringe Löhne, Verwahrlosung durch Armut, Mangel an Wohnraum und fehlende materielle Absicherungen gegen Existenzrisiken. Methoden- und Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler untersuchen ein Bild als Geschichtsquelle, beschreiben und deuten es. schulen ihre Beobachtungsfähigkeit an Bildern. können historische und aktuelle Bilder unter konkreten Fragestellungen miteinander vergleichen. untersuchen Bild- und Textquellen auf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede. nutzen das Internet, um historisches Bildmaterial am Computer zu erschließen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen, Bilder im Geschichtsunterricht in gelenkten oder freien Unterrichtsgesprächen zu beschreiben und zu deuten. lernen, mithilfe einer Bildquelle zu einem historischen Thema Stellung zu beziehen und die Argumentation aus einer anderen, ihnen fremden Perspektive zu übernehmen. Kompetenzvermittlung mit historischen Bildquellen Bildliche Darstellungen kritisch auszuwerten ist eine wichtige Kompetenz, die Schülerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht vermittelt werden soll. Jedoch wird das methodische Potenzial, das in Bildern steckt, häufig nicht ausreichend ausgeschöpft. Zu oft werden diese nur als Beiwerk zu historischen Schriftquellen behandelt. Dabei wird häufig übersehen, dass visuelle Darstellungen (nicht nur) in den Köpfen der Jugendlichen besser haften bleiben und ihre Vorstellungen über historische Epochen oder Themen stärker prägen als Gesetzestexte oder Urkunden. Schon aus diesem Grund ist es notwendig - gerade in einer Zeit der medialen Bilderflut - Schülerinnen und Schüler zu einem verantwortungsvollen und bedachten Umgang mit Bildquellen zu schulen. Fachübergreifende Qualifikationen im Geschichtsunterricht Was für schriftliche Quellen gilt, ist auch auf bildliche Darstellungen anzuwenden: Sie müssen aus dem Kontext der Zeit heraus be- und hinterfragt werden. So porträtiert etwa das Gemälde " Eisenwalzwerk " (1872 bis 1875) von Adolph Menzel nicht die Welt der Fabrikarbeiter, wie sie wirklich war. Vielmehr zeigt es, wie Menzel die industrialisierte Arbeitswelt des 19. Jahrhunderts wahrgenommen und bewusst abgebildet hat. Diese Erkenntnis, die für das Schulfach Geschichte grundlegend ist, kann gerade an Bildern hervorragend aufgezeigt werden. Bei der Analyse und Interpretation historischer Bilder werden zudem Qualifikationen erworben (Förderung der Urteilsfähigkeit, Erhöhung der Wahrnehmung), die in anderen Schulfächern ebenfalls erforderlich sind, etwa in der Bildenden Kunst oder bei Literaturthemen im Deutsch- oder Fremdsprachenunterricht. Schülerzentrierung beim Einsatz von Bildern Im Gemälde "Eisenwalzwerk" sind viele Details und Einzelheiten zu den Themen "Industrialisierung" und "Soziale Frage" abgebildet. Ein Einsatz des Bildes im Geschichtsunterricht zum Themenkomplex "Industrialisierung der Arbeitswelt und Soziale Frage im 19. Jahrhundert" ist aus diesem Grund angebracht. Der Inhalt des Bildes - und darin liegt sein Reiz als historische Quelle - kann unterschiedlich gedeutet werden: Als Symbol für ökonomischen Fortschritt und Technikbegeisterung, doch auch als Anklage gegen die unwürdige Behandlung der Industriearbeiterinnen und -arbeiter als pure Arbeitskraft. Aus diesem Grund ist es spannend, das Gemälde zum Gegenstand einer schülerzentrieten Unterrichtsstunde zu machen. Stummer Impuls Das Gemälde "Eisenwalzwerk" kann zu Beginn einer Unterrichtseinheit über "Die Industrialisierung der Arbeitswelt" eingesetzt werden. Bilder haben im Gegensatz zu schriftlichen Quellen den Vorteil, dass sie Schülerinnen und Schüler direkt ansprechen und eine "ganzheitlich-atmosphärische Wahrnehmung" erzeugen (Sauer 2007, Seite 18). Das Bild könnte als "stummer Impuls" mit dem Beamer an eine Wand projiziert werden. Die Aufmerksamkeit der Jugendlichen wird dabei auf einen Punkt fixiert; sie nähern sich dem Bild langsam an. Zusatzinformationen erhält die Klasse nicht. Welche Hinweise können sie im Bild ausfindig machen? Welche Fragen können sie aus dem Bild ableiten? Bildvergleich In der Sekundarstufe I sollen Schülerinnen und Schüler lernen, die Eigenheiten einer historischen Epoche (in diesem Fall der Industrialisierung) zu erkennen. Indem man das Gemälde "Eisenwalzwerk" zum Arbeitsleben im 19. Jahrhundert mit einem aktuellen Bild zum Arbeitsleben im 21. Jahrhundert vergleicht, können Charakteristika des Arbeiterlebens während der "Industriellen Revolution" der Klasse vor Augen geführt werden. Welche Unterschiede fallen den Schülerinnen und Schülern auf? Welche Merkmale sind für das Arbeitsleben des 19. Jahrhunderts typisch, wenn man sie dem gegenwärtigen Arbeitsleben gegenüberstellt? Quellengattungen kombinieren In der Erarbeitungsphase, in der die Lernenden den Inhalt des Bildes problemorientiert und selbstständig untersuchen, bleibt mehr Zeit, um sich mit dem "Eisenwalzwerk" zu beschäftigen. So kann das Bild zum Beispiel mit einer anderen Quellengattung verknüpft werden. Menzel persönlich nahm eine Beschreibung seines Werkes vor und erläuterte seine Absichten bei der Gestaltung des Gemäldes. Den Schülerinnen und Schülern bietet sich somit eine gute Gelegenheit, die Aussagen Menzels mit dem Gemälde zu vergleichen. Sind Menzels Aussagen mit dem Gemälde deckungsgleich? Oder lassen sich Unterschiede finden? Aufsatz verfassen Die Lernenden zu einem Bild einen Aufsatz schreiben zu lassen ist eine anspruchsvolle Aufgabe und daher eher für das Ende der Sekundarstufe I (Klasse 9 oder 10) geeignet. Voraussetzung für diese Methode der Bildinterpretation ist, dass die Schülerinnen und Schüler die Themen "Industrialisierung" und "Soziale Frage" im Unterricht behandelt haben. Wenn diese Vorkenntnisse gegeben sind, lässt sich mithilfe dieser Methode historisches Denken anbahnen: Die Jugendlichen lernen, mit Unterstützung des Bildes aus der Sicht einer Bildfigur zu argumentieren. Sie sind gezwungen, Stellung zu beziehen. Da es zu differenzierten Ergebnissen kommt, eignet sich diese Methode gut für Gruppenarbeiten. Dialoge schreiben Moderner Geschichtsunterricht arbeitet multiperspektivisch und betrachtet einen historischen Sachverhalt aus möglichst vielen Blickwinkeln. Mit der Methode des Dialogisierens können Schülerinnen und Schüler dazu gebracht werden, Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven zu beurteilen.Voraussetzung ist auch bei dieser Methode der Bildinterpretation, dass Kenntnisse über den historischen Kontext vorhanden sein müssen. Gruppenarbeiten bieten sich als Aktionsform am ehesten an. Hinsichtlich des Gemäldes "Eisenwalzwerk" können die folgenden Leitfragen bearbeitet werden: Was wird der Aufseher gedacht haben, als er die Arbeitsabläufe kontrolliert? Was der Arbeiter am Schweißofen? Oder die Frau am rechten unteren Bildrand? Durch die Bildinterpretationen in der Erarbeitungsphase lernen die Schülerinnen und Schüler, zum Thema "Arbeitsleben in der Industrialisierung" Stellung zu beziehen und die Argumentation aus einer anderen, ihnen fremden Perspektive zu übernehmen. Wissen wird nicht bloß reproduziert. Es werden Überlegungen über die unterschiedlichen Bildfiguren angestellt. Historisch differenziertes Denken bahnt sich an. Die Präsentation der Ergebnisse ("Quellengattungen kombinieren", "Aufsatz verfassen" und/oder "Dialoge schreiben") sollte im Plenum unter der Fragestellung "Die Industrialisierung der Arbeitswelt - Fluch oder Segen für die Arbeiterklasse?" abgesichert werden. Die unterschiedlichen Perspektiven aus der Arbeit mit den Bildquellen müssen bei der Ergebnissicherung berücksichtigt werden. Am Ende der Unterrichtseinheit bietet es sich an, die eingangs vorgestellten Bilder nochmals zu zeigen und die Klasse zu einer Stellungnahme zur problemorientierten Fragestellung zu bewegen. Diskutiert werden könnte abschließend, welche Lehren aus dem Thema für die Gegenwart gezogen werden können. Wie sicher oder fair ist die Arbeitswelt heute? Ist die "Soziale Frage" jemals zur Zufriedenheit der Arbeiterschaft gelöst worden? Was können wir aus dem Umgang mit den Industriearbeitern im 19. Jahrhundert für die gegenwärtige Situation der arbeitenden Bevölkerung lernen? Die Schülerinnen und Schüler lernen somit, unter Anleitung der Lehrkraft, in historischen Kategorien zu denken und zu argumentieren. Mayer, Ulrich u.a. (2007). Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Taunus. Sauer, Michael (2007). Bilder im Geschichtsunterricht. Seelze-Velber.

  • Geschichte / Früher & Heute / Kunst / Kultur
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

kidnetting.de: Das Kinderportal der Stadt Ingolstadt

Fachartikel

kidnetting.de ist das Kinderportal der Stadt Ingolstadt und medienpädagogisches Projekt des Bürgerhauses. Die Schwerpunkte von kidnetting.de sind die Aufklärung über Gefahren des Internets, die kreative Arbeit mit neuen Medien sowie die Darstellung und Vernetzung der Angebote für Kinder in der Region. Der Fokus liegt dabei besonders auf kulturellen und freizeitpädagogischen Angeboten der Region für Kinder zwischen 7 und 13 Jahren. Neben dem Internetangebot bietet kidnetting.de auch Kurse für Heranwachsende an, in denen auf die Gefahren des Internets hingewiesen wird, aber auch kreative Inhalte für die Website entstehen. Das Portal ist Mitglied der "Arbeitsgemeinschaft Seitenstark", die für qualitativ hochwertige Kinderwebseiten steht.

  • Computer, Internet & Co.

Zeitreise mit Trompi: Geschichte der Trompete

Fachartikel

Auf www.trompis-zeitreise.de ist die Entwicklungsgeschichte der Trompete virtuell und interaktiv für Kinder abrufbar. Das Portal bietet neben instrumentenkundlichen Informationen zur Historie des Blechblasinstrumentes umfangreiche sozial- und entwicklungsgeschichtliche Details zu den verschiedenen Epochen. Die Reise in die Geschichte der Trompete beginnt im Trompetenmuseum Bad Säckingen mit dem Besuch eines Trompeters - verkörpert von Jochen Keller, Trompeter und Konzertpädagoge der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Er schläft ein und trifft auf den Trompetengeist Trompi, der ihn in verschiedene Epochen mitnimmt und am Leben der damaligen Zeit teilhaben lässt. Begonnen am Lagerfeuer in der Urzeit durchläuft Keller in kleinen Einheiten alle Epochen bis hin zur Neuzeit. Videos und Texteinheiten geben im jeweiligen historischen Abschnitt nicht nur Auskunft über die Geschichte der Trompete von typischen Werken über Techniken bis hin zu Entwicklungsschritten, sondern zeichnen in kleinen Lernschritten ein Gesamtbild der einzelnen Epochen.

  • Computer, Internet & Co.

Listen to our future: Klassische Musik für Kids

Fachartikel

www.listen-to-our-future.de ist die Kinder-Klassik-Website der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Kindgerecht aufbereitet bietet die Homepage, die das Educationprogramm "Listen To Our Future" des rheinland-pfälzischen Landesorchesters unterstützt, Hintergrundinformationen rund um das Thema klassische Musik. Wie klingt ein Cello? Was passiert hinter den Kulissen? Wozu braucht man einen Dirigenten? Antwort auf diese und andere Fragen kann auf www.listen-to-our-future.de gefunden werden. Neben einem Konzertkalender mit allen Kinder- und Jugendprojekten der Staatsphilharmonie haben die jungen Musikliebhaber die Möglichkeit, die einzelnen Instrumente aus der Nähe zu betrachten, in kurzen Videoeinheiten Interessantes zum Alltag eines Sinfonieorchesters abzurufen und in einem stetig wachsenden Instrumentenlexikon zahlreiche Zusatzinformationen zu Orchester und Instrumentarium zu erfahren. Darüber hinaus zeigt ein virtueller Rundgang Konzertsaal, Verwaltungstrakt und Übezimmer. In Spielen rund um Philharmonie und Philharmoniker kann dann das neu erworbene Wissen getestet werden.

  • Musik

Mein Körper und ich: Der menschliche Körper

Fachartikel

"Mein Körper und Ich" ist eine Website, die Kindern von acht bis zwölf Jahren anschaulich Wissen über den menschlichen Körper vermittelt. Von A wie Abdomen bis Z wie Zelle wird der menschliche Körper beschrieben, analysiert und in Funktionszusammenhängen erläutert. Kinder erlangen Wissen über den Körper aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und werden selbst aktiv. Das Wissen um den Körper wird sowohl systematisch als auch funktionell und vor allem interaktiv angeboten. Die Heranwachsenden können entweder Max und Lisa begleiten und nah am Alltag Körperfunktionen erleben oder wissenschaftlich mit dem Mikroskop kleinste Zellen erforschen. Das erworbene Wissen kann durch zahlreiche Quizaufgaben getestet oder auch weitergeben werden, zum Beispiel durch eigene Beiträge. Videos bieten Einblicke direkt in den Körper. Themenbezogene Spiele lockern manche schwere Materie auf.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt
ANZEIGE