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Changemakers: die globalen Protestbewegungen "Fridays for Future" und "Black Lives Matter" im…

Unterrichtseinheit
14,99 €

In dieser Unterrichtseinheit vergleichen die Schülerinnen und Schüler die "Fridays for Future"-Bewegung mit der "Black Lives Matter"-Bewegung. Sie recherchieren über die geschichtlichen Hintergründe, Zielsetzungen, Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Erfolge beider Protestbewegungen. Die Arbeitsergebnisse werden präsentiert und diskutiert. In einer abschließenden Fragerunde soll geklärt werden, ob an der Schule die Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus und Klimakrise vertieft werden sollte.Die globalen Protestbewegungen "Fridays for Future" (FFF) und "Black Lives Matter" (BLM) ziehen weltweit immer mehr junge Menschen in ihren Bann und stärken ihr Engagement für eine bessere Welt. Obwohl beide Bewegungen auf den ersten Blick unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen, haben sie eine gemeinsame Basis, die in der europäischen Kolonialgeschichte liegt. Ein Vergleich beider Bewegungen macht deutlich, dass der Lösung globaler Schieflagen wie Rassismus und Klimakrise eine umfassende, kritische und verantwortungsbewusste Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit vorausgehen muss: und das sowohl auf individueller als auch kollektiver Ebene. Der Fachartikel "Changemakers: Prostest und junges Engagement in der Schule" ermöglicht es Lehrenden einen Einblick in die Protestbewegungen, die durch junge Menschen angetrieben werden, zu erlangen und steht in Zusammenhang mit dieser Unterrichtseinheit.Die Unterrichtseinheit trägt zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit der "Fridays for Future"- und "Black Lives Matter"- Bewegung bei. Durch die intensive unterrichtliche Auseinandersetzung mit Text, medialen Beiträgen und Diskussionen kann ein detailliertes Verständnis beider Bewegungen geschaffen werden. Die anschaulichen Beispiele sollen zur vertiefenden Erschließung der Inhalte und Zielsetzungen beider beitragen und einen Vergleich ermöglichen. Das bedeutet für die Lernenden, sich eine differenzierte Perspektive zu bilden und auch Vorurteile zu überdenken. So können Impulse und Entscheidungen, sich für Klimaschutz und/oder Antirassismus-Arbeit zu engagieren, entstehen. Die Textanalyse verschafft vertiefende Einblicke in die Hintergründe, Inhalte und Zielsetzungen beider Bewegungen. Die Darstellung sinnlich erfahrbarer Beispiele, wie zum Beispiel durch die Videobeiträge und Musikbeispiele stellt Bezüge zum Alltagsleben der Jugendlichen her und bietet die Möglichkeit zur individuellen Reflektion und Auseinandersetzung. Die gesellschaftliche und politische Relevanz beider Protestbewegungen kann auf die individuelle Ebene der Schülerinnen und Schüler übertragen werden und zum eigenen Engagement ermutigen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen und benennen die zentralen Zielsetzungen der "Fridays for Future"- und "Black Lives Matter"-Bewegungen. erkennen und erläutern Unterschiede in der gesellschaftlichen Akzeptanz beider Bewegungen. begründen eigene Deutungen und Wertungen globaler und historischer Prozesse sowie gesellschaftspolitischer Sachverhalte argumentativ. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler charakterisieren eindeutige Interessen, Bedürfnisse, Motive und Gefühle der Akteure der "Fridays for Future"- und "Black Lives Matter"-Bewegungen, erörtern die unterschiedlichen Positionen, bewerten Kontroverses und Problemhaltiges und überprüfen ihre Position. identifizieren klar unterscheidbare Positionen, dahinterliegende Überzeugungen und Interessen sowie Lösungsvarianten für einfache Problemstellungen und beziehen begründet Stellung dazu. erörtern die interkulturellen Unterschiede eigener und fremder Verhaltensweisen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren intentional und reflektiert in digitalen Medien, indem sie die Informationsangebote gleichermaßen kritisch wie begründet auswählen. suchen, Verarbeiten und Nutzen der im Netz gefundenen Informationen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben einen Perspektivwechsel ein. werden zum rassismuskritischen Denken und antirassistischen Handeln angeregt. werden zum eigenen Engagement und zur demokratischen Teilhabe motiviert.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Kritische Auseinandersetzung mit PEGIDA

Unterrichtseinheit

An dem Thema "PEGIDA" kommt in den letzten Wochen und Monaten niemand vorbei. Diese Unterrichtseinheit gibt den Lernenden die Möglichkeit, sich kritisch mit der Bewegung auseinanderzusetzen.In Dresden schafft es eine bisher unbekannte Bewegung Tausende von Menschen auf die Straße zu bringen. Für die einen stecken hinter PEDIGA Rechtsextremisten und für andere ist es die breite Mittelschicht, die Montag für Montag demonstriert. In dieser Unterrichtseinheit erfahren die Schülerinnen und Schüler mehr über die kontrovers diskutierte Bewegung, für was sie steht und von wem sie getragen wird. In Gruppenarbeit hinterfragen die Jugendlichen die Forderungen der Bewegung sowie einzelne Aussagen von Demonstrantinnen und Demonstranten kritisch. Des Weiteren beschäftigen sie sich mit ersten wissenschaftlichen Umfrageergebnissen über PEGIDA-Anhängerinnen und -Anhänger und werten diese aus.Die Unterrichtseinheit ist so angelegt, dass sich die Schülerinnen und Schüler das Thema weitgehend selbstständig erarbeiten können. Bei den einzelnen Aufgaben wird darauf geachtet, dass sie einen Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen haben und sie die Lernenden ansprechen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Arbeitsauftrag, sich über PEDIGA zu informieren und diese Informationen kritisch zu beleuchten. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich kritisch mit politischen Forderungen auseinander. analysieren den politischen Diskurs. setzen sich selbstständig mit einem komplexen Thema auseinander. entwickeln eine eigene Meinung zum Thema und können diese argumentativ vertreten. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren selbstständig im Internet. lernen, unterschiedliche Webseiten kritisch zu analysieren und deren Inhalte zu hinterfragen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Standpunkte kennen und akzeptieren. arbeiten im Team. stellen gemeinsam ihre Arbeiten vor. lernen, Kompromisse zu schließen und diese zu akzeptieren. Thema Kritische Auseinandersetzung mit PEGIDA Autorin Dr. Anja Joest Fächer Politik/SoWi Zielgruppe Gymnasium, Sekundarstufe I und II Zeitraum 7-8 Schulstunden Technische Voraussetzungen Computer mit Internetzugang Verlaufsplan Verlaufsplan "PEGIDA" Die folgenden Links können von Ihren Schülerinnen und Schülern zur Recherche und Bearbeitung der Arbeitsaufträge genutzt werden. daserste.ndr.de: Kontaktversuch PEGIDA Die Sendung Panorama hat PEGIDA-Demonstrantinnen und -Demonstranten interviewt. Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Video als Arbeitsmaterial, um die Beweggründe der Interviewten zu analysieren. daserste.ndr.de: Interviews in ganzer Länge Teil 1 Die Interviews stehen auch in ganzer Länge zur Verfügung. Bei Bedarf können Ihre Schülerinnen und Schüler auch diese ansehen. daserste.ndr.de: Interviews in ganzer Länge Teil 2 Die Interviews stehen auch in ganzer Länge zur Verfügung. Bei Bedarf können Ihre Schülerinnen und Schüler auch diese ansehen. tagesspiegel.de: PEGIDA hat Höhepunkt überschritten Eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin beschäftigt sich mit der Frage, wie offen ein Teil der PEGIDA-Anhängerinnen und -Anhänger für rechtspopulistische Parolen ist.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Globalisierungsgegner

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit befasst sich mit sogenannten Globalisierungsgegnern, die in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses geraten, wenn irgendwo auf der Welt ein Gipfeltreffen von Vertretern der mächtigen Industriestaaten stattfindet.Deren lautstarke Protestveranstaltungen spielen sich seit der WTO-Tagung (World Trade Organisation) in Seattle im November 1999 regelmäßig am Rande dieser Treffen ab oder überschatten sie regelrecht aufgrund vereinzelter Gewaltanwendungen - wie zuletzt in Genua. Die Bilder der Straßenschlachten militanter Protestler mit der Polizei und der Tod eines Demonstranten sind in der Erinnerung präsenter geblieben als die offiziellen Ergebnisse des Gipfels. Heute, nach den schrecklichen Terrorangriffen auf das World Trade Center in New York am 11. September, geraten die Globalisierungsgegner erneut in die Kritik. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ging sogar so weit, die Demonstranten von Genua in die Nähe islamistischer Terroristen zu rücken.Die Schülerinnen und Schüler lesen sich mithilfe des Basistextes in die aktuelle Diskussion ein und formulieren erste Fragen. recherchieren, wer James Tobin war, und versuchen mit Hilfe von Wirtschaftslexika, seine Thesen nachzuvollziehen. bilden sich eine eigene Meinung zu den Globalisierungsgegner. nehmen gegebenenfalls Kontakt zu diesen auf und laden einen Experten in den Unterricht oder in einen Chat ein. Doch dies sind zwei grundlegend unterschiedliche Perspektiven, die nicht miteinander zu vergleichen sind. Denn die Kritik der Globalisierungsgegner richtet sich vor allem symbolisch aus der Mitte der westlichen Industriestaaten gegen "unkontrollierte" Kapitalströme, Klimaveränderungen oder die Ausbeutung von Arbeitern und die Schädigung der Umwelt in Drittweltstaaten durch international operierende Konzerne. Die Terroristen jedoch ziehen derartige Ungerechtigkeiten als Begründung für ihre Angriffe auf die Bevölkerung, die Politiker und die Institutionen in eben diesen Staaten heran. Die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Gesellschaft wie mit der Weltgesellschaft ist etwas anderes als ein terroristischer Angriff von außen, auch wenn sich das "Innen" und "Außen" in einer globalisierten Welt zumindest nach nationalstaatlichen Kriterien nicht mehr voneinander unterscheiden lässt. Zustimmung aus der Bevölkerung? Dies gilt insbesondere für den Anschlag auf das World Trade Center, der vor allem als ein Angriff auf ein Symbol des Wohlstandes (einiger weniger), den Kapitalismus und die Arroganz des reichen Westens gesehen werden kann. Ähnlich argumentieren auch die Globalisierungsgegner, die für eine gerechtere Verteilung des Reichtums auf der Welt plädieren. Auch sie haben immer wieder auf handfeste Weise die Symbole des globalisierten Kapitalismus wie Banken, McDonalds- oder GAP-Filialen angegriffen. Im Gegensatz zu den Terroristen können sie sich aber auf Zustimmung aus der Bevölkerung berufen, die auf einem diffusen Gefühl von Verunsicherung und Machtlosigkeit in einer vernetzten Welt mit global agierenden und politisch nicht kontrollierten Akteuren beruht. Darüber hinaus sind die Aktionen der Globalisierungsgegner auf einen Dialog mit eben diesen Akteuren aus Wirtschaft und Politik ausgerichtet, womit eine demokratische Kontrolle von Globalisierungsprozessen gewährleistet werden könnte, die von Parlamente oder durch Gesetze längst nicht mehr hinreichend realisiert wird. Gleichwohl stellt sich nach dem 11. September die Frage der Legitimität der Aktionen der Globalisierungsgegner. Globale Gerechtigkeit Die Gegner des Globalisierungsprozesses sind im Grunde nicht sehr bekannt. Dies liegt vor allem daran, dass sie sich aus einer Vielzahl von Splittergruppen zusammensetzen, die weder über eine klare Organisationsstruktur noch über einheitliche Ziele oder Führungspersönlichkeiten verfügen: Gewerkschaften, Friedensbewegte, ökologisch Engagierte - es ist ein wenig die Fortführung der sozialen Bewegungen der 80er Jahre unter dem Motto: "Globale Gerechtigkeit". Was die verschiedenen Gruppen trotz aller Unterschiedlichkeit eint, ist die Tatsache, dass sie sehr wohl die Globalisierung wollen, wenn auch eine andere, gerechtere und vor allem kontrollierte. Daher ist auch der Begriff "Globalisierungsgegner", der eigenartigerweise von der Bewegung selbst übernommen wurde, im Grunde unzutreffend. Die "Bewegung" ist im Großen und Ganzen jedoch zu vielschichtig und vielgestaltig, als dass sie EIN genaues Ziel formulieren könnte. Man kann es vielleicht auf den Nenner bringen: mehr politische und weniger ökonomische Globalisierung, also das Primat demokratischer Politik über der Gesetzmäßigkeit des Marktes. Association pour une Taxe Tobin d'Aide aux Citoyens Die herausragende Vereinigung mit dem größten Bekanntheitsgrad ist Attac, ein Zusammenschluss von Gewerkschaftern, Bürgerbewegungen und Medien, der 1998 in Frankreich als Reaktion auf die asiatische Finanzkrise gegründet wurde. ATTAC steht für "Association pour une Taxe Tobin d'Aide aux Citoyens", zu deutsch "Vereinigung für die Devisenumsatzsteuer im Interesse der Bürger". Die Idee, die im Namen zum Ausdruck kommt, ist die Einführung einer "internationalen Solidaritätssteuer", die so genannte Tobin Tax (benannt nach dem Nobelpreisträger James Tobin). Diese Steuer auf finanzielle Transaktionen soll der fortschreitenden Liberalisierung der Kapitalmärkte entgegenwirken. Neben diesem wichtigsten Ziel geht es den Mitgliedern von ATTAC außerdem um einen freien Zugang der Entwicklungsländer zu den geschützten Agrarmärkten der Industrieländer, um den Schuldenerlass für die Entwicklungsländer, die Schließung von Steuerparadiesen und die Fortführung des Kioto-Protokolls. Schließlich lehnen sie auch eine Welt des Markenwahns ab, wie sie Naomi Klein in ihrem Buch "No Logo" beschreibt. Berühmte Mitglieder Die anfangs kleine Gruppe wuchs schnell über die Grenzen Frankreichs hinaus. Heute ist sie ein Zusammenschluss verschiedener Vereinigungen unterschiedlicher Länder, die alle miteinander in Kontakt stehen. Vorwiegend wird per E-Mail kommuniziert. In Deutschland, wo es ATTAC erst seit einem Jahr gibt, zählen Oskar Lafontaine, Gregor Gysi, Konstantin Wecker und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zu den prominenten Mitgliedern. Auch der französische Staatschef Lionel Jospin bekundete seine Sympathie mit den Zielen der Vereinigung. Insgesamt haben diese Bekundungen aber seit dem 11. September bei sehr vielen Sympathisanten deutlich nachgelassen. Die Verunsicherung angesichts des Terrors ist groß - auch gegenüber den Globalisierungsgegnern, obwohl diese offiziell mit anderen Mitteln gegen die "Macht der Konzerne" kämpfen: Sie sind der Ansicht, dass Entwicklungshilfe und der Kampf gegen internationale Ungleichheit das beste Mittel gegen Terrorismus sind. Globalisierung ist kein Schicksal Gleichwohl wird sie in Zukunft nicht mehr so stark mit anti-amerikanischen Ressentiments mobil machen können. Obwohl die Bewegung schon oft für tot erklärt wurde, arbeitet sie weiter - auch nach dem 11. September. Der ATTAC-Kongress in Berlin am 22.10.01 fand unter dem Motto "Globalisierung ist kein Schicksal ... Eine andere Welt ist möglich!" statt. Die Argumente und Herangehensweisen der Bewegung bleiben dennoch diffus; "Wir sehen uns in der Tradition des zivilen Ungehorsams der sozialen Bewegungen. Wir halten symbolische Gesetzesübertretungen für legitim", so Felix Kolb, Pressesprecher von ATTAC Deutschland. Gewalt lehne die Bewegung aber ab. Was hat sich geändert? Heute wird diese zunehmende Vernetzung - kurz: Globalisierung - nicht mehr durchweg positiv bewertet. Nicht nur Einzelne fürchten, sie könnten Verlierer einer sich anscheinend automatisch vollziehenden Entwicklung sein. Sondern auch ganze Organisationen machen zunehmend gegen die Globalisierung Front. Warum aber fühlen sich mehr und mehr Menschen von einer weitgehend friedlich stattfindenden Entwicklung bedroht? Warum empfinden die einen diese Entwicklung als Chance, während andere sie mit Angst erwarten? Sind die einen naiv und zuversichtlich, die anderen paranoid und nationalistisch? Welche Rolle spielt die Politik noch, und wie argumentieren Organisationen wie Attac? Didaktische Überlegungen Um diese Fragestellungen soll es im Unterricht gehen. Eike Hebecker und Katrin Schaumann von politik-digital haben Links zusammengestellt, die den SchülerInnen bei der Auseinandersetzung mit der Perspektive der GegnerInnen helfen. Zunächst scheint jedoch die Klärung der Frage angebracht, was Globalisierung ist. Dafür eignet sich insbesondere die Website der VENRO-Europakampagne, die Hintergrundinformationen und Materialien für den Unterricht bietet. Am Ende der Unterrichtssequenz sollten die SchülerInnen in der Lage sein, sich eine eigene Meinung zu den GlobalisierungsgegnerInnen bilden zu können: Handelt es sich um eine große Gruppe von Menschen, die kein Verständnis für ökonomische Zusammenhänge haben? Verstehen diese Leute nicht, dass ein Großteil unseres Wohlstandes Ergebnis des weltweiten Handels ist? Oder sind sie gar die letzten Vernünftigen, die die Konsequenzen von ökologischem Raubbau und Leben auf Kosten der Armen zu Recht immer wieder in die Diskussion bringen? Haben vielleicht nur sie erkannt, dass man notfalls zu drastischen Mitteln greifen muss, um zum Wohle aller noch etwas zu ändern?

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

Die Waldenser: religiöse Reformbewegung im christlichen Mittelalter

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Die Waldenser: religiöse Reformbewegung im christlichen Mittelalter" erarbeiten die Lernenden anhand eines Filmausschnitts den soziologischen Aspekt von "Religion" heraus und setzen sich an Informationstexten handlungs- und produktionsorientiert mit der waldensischen Bewegung gegen kirchliche Einseitigkeit im Mittelalter auseinander.In dieser Unterrichtseinheit sollen anhand einer religiösen Bewegung die Funktion von Religion für eine Gesellschaft und den Einzelnen, das Verhältnis von Machtstrukturen und Gegenbewegungen sowie die Rolle der Bildung erarbeitet werden. Der Soziologe Émile Durkheim analysierte in "Die elementaren Formen des religiösen Lebens" Grundelemente religiösen Ausdrucks und deren Funktion für die sie tragenden Gemeinschaften. Überzeugung, Ritus und Symbol als Kennzeichen jeder Religion lassen sich auch im Christentum ausmachen. Kulturelle und politische Entwicklungen erforderten ständige Anpassungen, die nicht immer reibungslos verliefen und als Reformationen bezeichnet werden. Eine dieser Bewegungen leitete Petrus Waldes (auch Valdes) ein. Er war der erste, der kirchlichen Protz als Sünde bezeichnete und sich den Bemühungen der Kirche, ihn zu vereinnahmen, widersetzte. Dagegen setzte er auf das eigenständige Lesen und Interpretieren biblischer und bildender Texte. Diese Aspekte werden in der vorliegenden Unterrichtseinheit zum Thema gemacht. Das Thema "Die Waldenser" im Unterricht In Religion sowie im Ethik-Unterricht kann mit dieser Unterrichtseinheit exemplarisch verdeutlicht werden, welche Funktion Religion für eine Gesellschaft hat und wie "Erstarrung" in Systemen "lösende" Elemente generiert. Zudem erfahren die Schülerinnen und Schüler den Ursprung und die Konsequenz gehorsamsorientierter Moral sowie die Bedeutung von Bildung für die individuelle Autonomie. Die durchführende Lehrkraft sollte dafür Hintergrundwissen im Bereich mittelalterliche Kirchengeschichte haben. Vorkenntnisse Für den Einsatz der Unterrichtseinheit im Rahmen des Ethik-Unterrichts wäre eine Auseinandersetzung mit dem "Kohlberg-Modell" vorab hilfreich. Didaktisch-methodische Analyse Mit dieser Einheit können die Lernenden erkennen, dass Perspektivenwechsel ein wesentliches Urteilswerkzeug darstellt und wie sich eine kleine Bewegung im kollektiven Gedächtnis verankern kann, sodass sie auch auf nachfolgende Generationen Auswirkungen zu haben scheint. Eine Schwierigkeit für die Schülerinnen und Schüler besteht darin, Mittelalter als "gestrig" abzuhaken und den Blick für geschichtliche Kontinuität aus dem Auge zu verlieren. Dabei kann ein Rollenspiel, das "Kontakt durch Verkörperung" ermöglicht, helfen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfassen wesentliche Aspekte eines filmisch dargebotenen Themas. verbessern ihr Textverständnis. erkennen große historische und politisch-soziale Zusammenhänge. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wechseln zwischen verschiedenen Medien erkenntnisgerecht wechseln. bedienen Tablet oder Beamer sowie ein Aufnahmegerät. archivieren ihre Arbeitsergebnisse und rufen diese erneut auf. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten gemeinsam im Team. teilen in einem Rollenspiel die Rollen auf und halten sie ein. Selge, Kurth-Victor (1967): Die ersten Waldenser, Berlin. Schirmer, Dietrich (Hrsg.) (1985): Kirchenkritische Bewegung (Werkbuch für den Religionsunterricht), Stuttgart.

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Motivieren statt sanktionieren: Müllvermeidung durch Nudging?

Unterrichtseinheit
14,99 €

Diese Unterrichtseinheit befasst sich mit der Methode des Nudgings, mit der das Verhalten von Menschen durch "anstupsen" (anstelle von Verboten, Geboten oder ökonomischen Anreizen) beeinflusst werden soll. Die Einheit präsentiert und hinterfragt diesen Ansatz der Verhaltensökonomie in mehreren Lernrunden für den Bereich der Umweltpolitik mit Schwerpunkt Verpackungsmüll. Wie kann man Menschen dazu bewegen, etwas Gutes zu tun? Trotz zahlreichen Aufklärungen und Mahnungen kaufen die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher nach wie vor Billigfleisch im Supermarkt und eben nicht Bio-Fleisch beim "Metzger ihres Vertrauens". Trotz zahlreicher Aufklärungskampagnen bringen die meisten Konsumentinnen und Konsumenten noch immer keine Tasche mit, sondern lassen sich an der Supermarkt-Kasse eine Plastiktüte aushändigen. Wer verwendet schon Mehrwegbecher für Kaffee oder achtet beim Shoppen darauf, ob ein Kleidungsstück nachhaltig produziert wurde? Die meisten Menschen sind für den Umweltschutz, die wenigsten handeln aber danach. Wie bringt man also Menschen dazu, sich umweltverträglich zu verhalten? Durch Gebote und Verbote, durch höhere Strafen, durch Subventionen von Bio-Produkten? Eine verhaltensökonomische Methode namens "Nudging" (englisch für "Stups" oder "Schubs") will die Menschen durch kleine Impulse dazu bringen, sich an ihre eigenen Aussagen zu erinnern, sie vor Fehlverhalten warnen, ihnen positive Verhaltensweisen zu erleichtern und sie auf negative Folgen ihrer Handlungen oder Entscheidungen hinweisen. Die Impulse können im einfachsten Fall ein farbiger Strich auf dem Boden, eine andere Farbgebung für bestimmte Parkplätze, ein greller Ton, ein Warnhinweis oder eine gezielte Information sein. Die Unterrichtseinheit "Motivieren statt sanktionieren: Müllvermeidung durch Nudging?" thematisiert und hinterfragt diesen Ansatz der Verhaltensökonomie in mehreren Lernrunden für den Bereich der Umweltpolitik mit Schwerpunkt Verpackungsmüll. Thematischer Hintergrund: Verhaltensökonomie und Nudging "Nudging", das sanfte Anstupsen von Menschen, erschien in den letzten Jahren vielen Regierungen, Politikerinnen und Politikern als neue Wunderwaffe gegen Politik- und Demokratieverdrossenheit: keine Zwangsmaßnahmen mehr, kein Unmut der Bürgerinnen und Bürger über forderndes Regierungshandeln, statt dessen zarte Impulse, die die Menschen zu Verhaltensänderungen bewegen, die sie selbst möchten. Der "böse Staat" wird zum fürsorglichen Partner, der seine Bürgerinnen und Bürger im Daseinskampf begleitet… Der Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler und der Rechtswissenschaftler Cass Sunstein haben hierfür den Begriff "libertärer Paternalismus" geprägt. Er will zwei Prinzipien vereinen: Die Bürgerinnen und Bürger sollen nach wie vor frei in ihrem Handeln sein, allerdings unter der schützenden Hand eines staatlichen Vormunds. Aus Sicht der Regierenden ist dieser Ansatz, zudem noch wissenschaftlich begründet, äußerst reizvoll. Die alte staatliche Bevormundung kommt im neuen Gewand der Freiwilligkeit daher. Der Staat gibt bei seinem Versuch, das menschliche Verhalten lenken zu wollen, das Versprechen ab, dieses Mal viel "humaner" vorzugehen. Der Öffentlichkeit wird damit suggeriert, staatliches Handeln sei mit libertären Ideen vereinbar. Gleichzeitig wird den staatlichen Regelungen ein positives Image verliehen. Für Cass Sunstein handelt es sich bei Nudging daher um einen völlig neuen politischen Ansatz, bei dem der Staat in letzter Konsequenz seine Ziele auch ohne Gesetze und Verordnungen erreichen kann. Kritiker wenden demgegenüber ein, dass Nudging letztlich nichts anderes als den Versuch einer Manipulation beinhalten würde. Die Bürgerinnen und Bürger sollen veranlasst werden, genau so zu handeln, wie der Staat dies möchte. Dass es sich in vielen Fällen dabei um positive, wünschenswerte und sinnvolle Zielsetzungen (zum Beispiel mehr Umweltschutz) handelt, sei dabei zweitrangig. Die Unterrichtseinheit "Motivieren statt sanktionieren: Müllvermeidung durch Nudging?" möchte den Schülerinnen und Schülern die Idee des Nudging näher bringen. Hierzu erarbeiten sie konkrete und praktische Lösungsansätze zur Vermeidung von Plastikverpackungen und Plastikbeuteln und stellen diese zur Diskussion. Gleichzeitig können sie dabei deutlich machen, wo die Grenzen und Risiken von Nudging liegen. Intention der Unterrichtseinheit Die Menschheit ist gerade dabei, ihren Heimatplaneten Erde schwerwiegend zu schädigen. Dies geschieht auf vielfältige Weise, in nicht geringem Umfang auch durch Verpackungsabfälle, vor allem aus Plastik. Schon heute schwimmen in den Weltmeeren mehrere riesige Plastikstrudel. Nicht nur die Meere, sondern auch das Trinkwasser sind bereits durch Mikroplastik verunreinigt. Dies tötet nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern birgt auch enorme gesundheitliche Risiken für den Menschen selbst. Da es nach Aussagen aller ernstzunehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei diesem Selbstzerstörungsprozess der Menschheit bereits "5 nach 12" ist, gilt es die Menschen nicht nur aufzurütteln, sondern endlich zu praktischem Handeln anzuleiten. Dazu aber sind konkrete Vorstellungen und Konzepte und notwendig. Soll man Mitmenschen, die einen Plastikbecher auf die Straße werfen, bestrafen? Wenn ja, wie? Soll man die Plastikbecher so verteuern, dass sie am Ende gar unerschwinglich werden? Oder soll der Staat andere Methoden versuchen, um die Bürgerinnen und Bürger zu umweltverträglichem Verhalten zu zwingen. Nudging könnten einen sozialverträglichen Beitrag dazu leisten. Eigenverantwortliches Arbeiten und Methodenvielfalt Aufgabe der Schülerinnen und Schüler ist es, die Verwendungsmöglichkeit von Nudging-Methoden für die Bereiche Umweltschutz im weiteren und Verpackungsvermeidung im engeren Sinne zu durchdenken und Vorschläge für den Alltag zu entwickeln. Die fünf Lernrunden reichen von Bildinterpretationen über Internet-Recherchen, Tabellen- und Textinterpretationen bis hin zu Präsentationen, Abstimmungen und einer Meinungsbildung mittels der Dissonanzmethode. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erklären Richard Thalers Nudging-Theorie. entwickeln Nudging-Konzepte für Müllprobleme. bilden sich eine Meinung zu Nudging als politischer Steuerungsmethode und können diese im öffentlichen Raum vertreten. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren zielgerichtet im Netz. rufen Videoclips im Netz auf, analysieren und bewerten sie. visualisieren eigene Präsentationen und bereiten Abstimmungsergebnisse grafisch auf. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler werten in einer Gruppe zielgerichtet Informationen aus, bereiten diese auf und entwickeln daraus eigene Konzepte für Praxis-Probleme. bereiten diese Praxis-Probleme für eine Präsentation auf und visualisieren sie. präsentieren adressatenadäquat im Team adressatenadäquat. behaupten sich in unterschiedlichen Kommunikationssituationen und bringen sich konstruktiv in die Gruppenarbeit ein.

  • Wirtschaft
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II

Globale Finanzkrise: Ursachen und Lösungsansätze

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zur globalen Finanzkrise lernen die Schülerinnen und Schüler anhand eines Videos kontroverse Positionen zu Ursachen der Finanzkrise im Jahr 2007/2008 sowie Lösungsansätze kennen. Die Unterrichtsmaterialien können auf Deutsch und auf Englisch (für den englisch-bilingualen Unterricht) heruntergeladen werden. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in verschiedenen Sozialformen und anhand eines Videos kontroverse Positionen zu den Ursachen und Lösungsansätzen der Finanzkrise von 2007/2008 und gehen damit einen ersten Schritt hin zum politischen Urteil über die Frage, ob und wenn ja in welcher Weise es staatliche Eingriffe in die Finanzmärkte geben sollte. Diese Unterrichtseinheit ist in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau entstanden, das mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Forschung Schülerinnen und Schülern, Studierenden sowie dem wissenschaftlichen Nachwuchs näherbringen möchte. Die Unterrichtseinheit ergänzt dabei das Materialangebot der Mediathek der Lindauer Nobelpreisträgertagungen um konkrete Umsetzungsvorschläge für die Unterrichtspraxis in den Sekundarstufen. Weitere Unterrichtseinheiten aus diesem Projekt finden Sie im Themendossier "Die Forschung der Nobelpreisträger im Unterricht" . Das Thema "Globale Finanzkrise" im Unterricht Die globale Finanzkrise von 2007/2008 schreibt sich ein in eine lange Kette von regelmäßig auftretenden internationalen Finanzkrisen. Sie markiert durch die von ihr ausgelösten schwerwiegenden Folgen möglicherweise zugleich einen neuen Wendepunkt in der Geschichte des internationalen Finanzwesens, deren zentrale Akteure seit Beginn der 1980er-Jahre weitgehende Deregulierungen des Finanzmarktes gefordert und durchgesetzt haben. Die Relevanz des Themas für den Unterricht ergibt sich aus der Tatsache, dass sich am Thema eine zentrale Konfliktlinie der Politik deutlich zeigen lässt: Hier wie in vielen anderen Problemfeldern (so zum Beispiel in der Wohnungsmarkt- , der Umwelt- oder der Gleichberechtigungspolitik) ist zu fragen, ob Marktmechanismen oder staatliche Regulierungen der bessere Weg sind, um gesellschaftliche Probleme (Wohnungsnot, Umweltverschmutzung oder Geschlechterdiskriminierung) zu lösen. Vorkenntnisse Die Unterrichtseinheit knüpft an das Alltagswissen der Lernenden an. Eine Arbeit mit dem Material ist so auch ohne spezifisches Vorwissen möglich. Didaktische Analyse Bis zur Krise galten Banken und Rating-Agenturen einer Mehrheit der Zivilgesellschaft und der Politik als die Verkörperung wirtschaftlicher Rationalität. Ihren Einschätzungen und Ratschlägen wurde mehr vertraut als denen von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gewerkschaften und Wissenschaft. Die Devise "mehr Markt und weniger Staat" galt als Gelingensbedingung guter Politik. Seit der Finanzkrise von 2007/2008 wird diskutiert, wie sehr sich das internationale Finanzsystem wieder einer verstärkten öffentlichen Kontrolle und staatlicher Regulierung unterwerfen sollte. Am Ende der Unterrichtseinheit sollen die Lernenden beurteilen, ob die bislang eingeleiteten Reform- und Regulierungsmaßnahmen ausreichen, um die Wiederholung einer so schwerwiegenden Finanzkrise verhindern zu können. Denn nach einer Reihe von getroffenen Reform-Maßnahmen scheint es bereits vielen so, als ob eine Wiederholung der Krise nicht mehr möglich wäre. Das Material dieser Unterrichtseinheit eröffnet einen Blick auf kontroverse Positionen zu den Ursachen der Finanzkrise und zu hilfreichen Lösungsansätzen. Die Bearbeitung des Materials lässt erkennen, dass je nach Ursachenanalyse unterschiedliche Lösungsansätze sinnvoll erscheinen. Politische Debatten, so die Erkenntnis, die aus der Auseinandersetzung mit den Positionen zu ziehen sein wird, bewegen sich entlang von Konfliktlinien. Der Streit entzündet sich an Argumenten, die entlang der Konfliktlinie "Mehr Markt oder mehr Staat?" angeordnet sind. Methodische Analyse Durch die methodische Aufbereitung der Unterrichtssequenz sind die Schülerinnen und Schüler zu konzentrierter Einzelarbeit sowie zu kooperativem Austausch und zu Diskussionen angehalten. Verstehensschwierigkeiten muss auch durch problematisierende Diskussionen und Interventionen der Lehrkraft begegnet werden. Durch die Vertiefungsaufgabe (Arbeitsblatt 5) am Ende kann eine Binnendifferenzierung erfolgen. Grundsätzlich ist zu entscheiden, ob die Einheit in Form eines Lehrgangsunterrichts ablaufen soll, oder ob nach Arbeitsblatt 1 und 2 in arbeitsteiliger Gruppenarbeit unterrichtet wird. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Analysekompetenz, indem sie am Sachverhalt "Die globale Finanzkrise von 2007/2008" problemorientierte Fragen stellen, ihr fachliches Vorwissen aktivieren, sich neues Wissen aneignen und dieses nutzen, um einzelne Argumentationen in Bezug die Krisenursachen auf ihre sachliche Richtigkeit hin zu überprüfen. erweitern ihre Urteilskompetenz, indem sie erste Schritte in Richtung der Formulierung eines begründeten Sachurteils darüber gehen, ob die bereits getroffenen Maßnahmen ausreichen, die Wiederholung einer so schweren Finanzkrise zu verhindern. erweitern ihre Handlungskompetenz, indem sie durch die Kontaktierung einer beziehungsweise eines Abgeordneten am demokratischen Meinungsbildungsprozess teilhaben und die Chancen der Einflussnahme von unterschiedlichen Akteuren (Gewerkschaften, Bankenverbände, kritische Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler) auf den politischen Entscheidungsprozess untersuchen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erörtern kritisch die Darstellung von politischen Problemstellungen in unterschiedlichen Medien. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erörtern vorurteilsfrei die Stichhaltigkeit kontroverser politischer Positionen. Hier können Sie sich das Video zur Unterrichtseinheit anschauen.

  • Wirtschaft
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Zivilgesellschaft – Garant, Motor und Korrektiv für die Demokratie

Unterrichtseinheit

Das Bildungsmaterial "Global lernen: Zivilgesellschaft" von Brot für die Welt möchte auf die große Bedeutung von Zivilgesellschaft aufmerksam machen und Jugendliche motivieren, sich selbst einzubringen und Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Diese Ausgabe der Zeitschrift "Global Lernen" erklärt Schülerinnen und Schülern zunächst, was genau unter Zivilgesellschaft zu verstehen ist und wie sie sich von Staat und Wirtschaft abgrenzt. Es wird untersucht, welche Motivationen und Werte dem zivilgesellschaftlichen Engagement zugrunde liegen. Vor dem Hintergrund des eigenen Lebensumfelds erkunden die Schülerinnen und Schüler (ab 14 Jahre) die Akteure in der Gesellschaft und erkennen den Mehrwert zivilgesellschaftlicher Organisationen für ihr Leben. Sie lernen junge Menschen aus Paraguay, Georgien, Kambodscha und Deutschland kennen, die sich für unterschiedliche Themen engagieren und von ihren Beweggründen und Erfahrungen berichten. Die Lernenden beschäftigen sich mit verschiedenen Aktionsformen, wie Demonstrationen, Unterstützung von Geflüchteten, Klagen, Streiks, Flashmobs, Petitionen bis hin zu zivilem Ungehorsam. Sie üben ein, verschiedene Positionen auszuhalten und die Meinungsvielfalt als Chance wahrzunehmen. Gemeinsam überlegen die Schülerinnen, wie eigenes Engagement für Menschenrechte, Frieden und Klimagerechtigkeit aussehen kann und wie sie selbst ihren politischen Handabdruck für eine zukunftsfähige Welt hinterlassen können. Die Bedeutung von Zivilgesellschaft – Bürger- und Menschenrechte sichern Laut "Atlas der Zivilgesellschaft" können weltweit nur noch rund zwölf Prozent der Menschen weitgehend ungehindert ihre Meinung sagen, sich versammeln und gegen Missstände kämpfen (Daten 2021). Sie leben in offenen Gesellschaften (drei Prozent) oder beeinträchtigten (neun Prozent). 6,8 Milliarden Menschen dagegen gehören geschlossenen, unterdrückten oder beschränkten Gesellschaften an. Damit haben es knapp 88 Prozent der Menschheit mit Regierungen zu tun, die ihre Grundrechte beschneiden, sie drangsalieren, verfolgen, foltern oder sogar töten. Es braucht gerade dort eine wache und handlungsfähige Zivilgesellschaft, wo Regierende ihre Verantwortung nicht angemessen oder gar nicht wahrnehmen, wo sie Menschenrechte verletzen oder Straflosigkeit befördern, und wo Politikerinnen und Politiker Gelder veruntreuen, statt für die soziale Absicherung der Bevölkerung zu sorgen. Zivilgesellschaft als Thema in Schule und Unterricht – Fokus Demokratiebildung "Eines der obersten Ziele schulischer Bildung überhaupt ist es, junge Menschen zu befähigen, sich in der modernen Gesellschaft zu orientieren und politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Fragen und Probleme kompetent zu beurteilen. Dabei sollen sie ermuntert werden, für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Gerechtigkeit, wirtschaftliche Sicherheit und Frieden einzutreten. Diesem übergeordneten Ziel sind grundsätzlich alle Unterrichtsfächer verpflichtet, insbesondere aber die des gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs." (Kultusministerkonferenz) Das schülerinnen- und schüleraktivierende und multimediale Bildungsmaterial von Brot für die Welt möchte diesen schulischen Auftrag unterstützen. Zum Einsatz des Themenhefts "Global lernen: Zivilgesellschaft" Die 20 Praxisblätter aus dem Themenheft sowie die verschiedenen Begleitmaterialien eignen sich für den direkten Einsatz im Politik-, Sozialkunde-, Wirtschafts-, Religions- und Ethikunterricht sowie für den Englischunterricht in den Sekundarstufen und in der Beruflichen Bildung. Diese Schwerpunkte werden im Heft gesetzt: Was ist Zivilgesellschaft? Akteure – Zivilgesellschaft und Staat sowie Zivilgesellschaft und Markt Beispiele für zivilgesellschaftliches Engagement (für den Fremdsprachenunterricht geeignet) Themen zivilgesellschaftlichen Engagements: Bildung, Umweltschutz, Menschenrechte Aktionsformen, ziviler Ungehorsam, Exkurs Klimaklagen Zivilgesellschaft unter Druck: shrinking space Zivilgesellschaftliches Engagement aufgrund von Diskriminierung Schutzstrategien für zivilgesellschaftliche Organisationen Der politische Handabdruck Theologische Reflexion: Engagement der Kirchen Auf allen Arbeitsblättern finden Lehrkräfte Arbeitsaufträge sowie didaktisch-methodische Hinweise. Kopiervorlagen, Präsentationen für das interaktive Whiteboard, Rollen- oder Bewegungsspiele, Smartphone- und Tablet-Rallyes sowie Arbeitsblätter für den Fremdsprachenunterricht sind jeweils oben rechts auf den Materialien mit einem Icon gekennzeichnet. Kernkompetenzen des Lernbereichs Globale Entwicklung (Mittlerer Schulabschluss) Erkennen Die Schülerinnen und Schüler erkennen die Rolle und Bedeutung von [staatlichen wie] nichtstaatlichen Akteuren für die Gestaltung des Globalisierungsprozesses. (Politische Bildung, 4.2) erkennen verschiedene Handlungsebenen – von lokal bis global – für die Gestaltung von Globalisierungsprozessen. (Politische Bildung, 4.3) analysieren aktuelle Konflikte zwischen den Entwicklungsdimensionen Umwelt und Ökonomie aus unterschiedlichen religiösen und philosophischen Perspektiven. (Fächergruppe Religion-Ethik, 3.1) stellen die Bedeutung des Dialogs auf verschiedenen gesellschaftlichen Handlungsebenen an Beispielen dar. (Fächergruppe Religion-Ethik, 4.4) Bewerten Die Schülerinnen und Schüler begründen Menschenrechte in ihren verschiedenen politischen Ausprägungen und reflektieren durch Bewertungsunterschiede entstehende Spannungen. (Politische Bildung, 6.2) erkennen die Auswirkungen politisch-rechtlicher Maßnahmen auf verschiedene gesellschaftliche Gruppierungen. (Politische Bildung, 7.1) Handeln Die Schülerinnen und Schüler können und sind bereit, sich auf der Grundlage politischer Urteilsbildung in unterschiedlichen gesellschaftlichen Situationen für Ziele der nachhaltigen Entwicklung zu engagieren. (Politische Bildung, 11.1) begründen die eigene Solidarität mit Menschen in bestimmten Situationen sowie die eigene Mitverantwortung für die Umwelt ethisch. (Fächergruppe Religion-Ethik, 8.1) machen gut begründete Vorschläge zur Lösung von Konflikten, die durch soziokulturelle Gegensätze und widerstreitende Interessen ausgelöst werden. (Fächergruppe Religion-Ethik, 9.3) formulieren aus den eigenen ethisch/religiös begründeten Grundpositionen heraus verbindende und verbindliche Handlungsoptionen als Beitrag zu einer Humanisierung der Welt. (Fächergruppe Religion-Ethik, 10.3) stellen dar, was im Privatleben, in der eigenen Familie sowie in religiösen Gemeinschaften oder Gruppen gemeinsamer Interessen für das Ziel einer zukunftsfähigen Entwicklung getan werden kann und sollte. (Fächergruppe Religion-Ethik, 11.1)

  • Englisch / Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Ich und meine Umwelt

Unterrichtseinheit

In der Unterrichtseinheit für das Fach Politik / Wirtschaft der Klassen 8–10 erarbeiten die Schülerinnen und Schüler Konzepte für eine nachhaltige Energiegewinnung und für einen sparsamen Energieverbrauch. Sie befassen sich mit aktuellen Umwelt-Initiativen wie „Fridays for Future“, analysieren regionale Umweltschutzprojekte und entwickeln Strategien zur Reduzierung des eigenen CO2-Fußabdrucks. Zudem werden Möglichkeiten zur Energieeinsparung in der Schule erörtert. In dieser aktualisierten Unterrichtseinheit "Ich und meine Umwelt" starten die Schülerinnen und Schüler ausgehend von der zunehmenden Bedeutung des Themas Umwelt- und Klimaschutz eine Umfrage, welche Umwelt- und Klimaschutzinitiativen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler kennen und wofür sich diese einsetzen. Die Ziele und Forderungen der Fridays-for-Future- Bewegung recherchieren sie anschließend sowie Natur- und Umweltschutzinitiativen in ihrer Region. Danach überlegen die Lernenden, wie Energie nachhaltig produziert und konsumiert werden kann. Dafür tragen Sie Möglichkeiten zur Gewinnung erneuerbarer Energien zusammen und berechnen ihren eigenen CO2-Fußabdruck. In einer Mindmap sammeln sie konkrete Möglichkeiten, Energie zu sparen. Den überlegten Verbrauch als auch die eigene Energieproduktion haben sie dabei im Blick. Schließlich eruieren sie konkrete Möglichkeiten, wie man in der Schule Energie einsparen kann. Die aktualisierte Unterrichtseinheit "Ich und meine Umwelt" ist Teil des Dossiers "An den Schaltstellen der Zukunft". Sie bietet neben dem detaillierten Unterrichtsablauf und dem methodisch-didaktischen Kommentar auch die Unterrichtsmaterialien zum Download. Diese bestehen aus Informations- und Arbeitsblättern sowie Experimenten und Spielen. Zusätzlich geben Link- und Literaturempfehlungen Anregungen für eine weiterführende Beschäftigung. Sie können von Lehrerinnen und Lehrern auch als Recherche- und Vorbereitungsmaterial genutzt werden.

  • Politik / SoWi
  • Sekundarstufe I

"Das Wunder von Bern" im Deutschunterricht

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler den Film "Das Wunder von Bern", in dem die Fußballweltmeisterschaft 1954 auf der Basis der Geschichte eines 11-jährigen Jungen thematisiert wird. Das Medium Film ist ein zentrales Thema im Deutschunterricht: Filme sind eine moderne Form der Dramatisierung geschriebener Texte. Die rezeptive und kreative Arbeit mit Filmen eröffnet Blickwinkel auf die Medienwelt, die Schülerinnen und Schüler bei der Ausbildung der eigenen Medienkompetenz kennen lernen müssen. Zum Kinofilm von Sönke Wortmann haben sowohl die Bundeszentrale für politische Bildung als auch die Stiftung Lesen und das Goethe-Institut empfehlenswerte Filmhefte mit Didaktisierungsvorschlägen erarbeitet. Neben diesen Materialien werden hier weitere Anregungen für den unterrichtlichen Einsatz des Films vorgestellt. Ausgearbeitete Unterrichtsmaterialien Bundeszentrale für politische Bildung Im Filmheft der Bundeszentrale für politische Bildung finden Sie viele Materialien, die sich im Deutschunterricht verschiedener Jahrgangsstufen einsetzen lassen. Dazu gehören eine ausführliche Inhaltsbeschreibung, die Vorstellung der Hauptfiguren, die Darstellung der Filmsequenzen sowie Fragen für den Unterricht. Stiftung Lesen Die zum Film passende Materialsammlung der Stiftung Lesen liefert neben den Ideen für den Unterricht auch Fakten, Chroniken und Interviews. Die historischen Pressestimmen zum WM-Sieg lassen sich mit der heutigen Sportberichterstattung vergleichen, und auch der Teil "Fußball literarisch" bietet schöne Ansätze für die unterrichtliche (Lyrik-)Arbeit. Goethe-Institut Die Arbeitsmaterialien wurden in einer Kooperation des Goethe-Instituts Mailand mit dem Servizio Lingue e Mobilità - Scuola Universitaria della Svizzera Italiana (SUPSI) erstellt. Sie eignen sich auch für den Einsatz in leistungsschwächeren Klassen oder für die Arbeit mit jugendlichen Migrantinnen und Migranten. Weitergehende Unterrichtsanregungen rund um den Film Arbeit zum Thema Film und Filmproduktion "Das Wunder von Bern" ist ein Spielfilm. Im Film werden historische Ereignisse in eine fiktive Handlung eingebettet. Die Handlung spielt in den fünfziger Jahren. Anhand des "Wunders von Bern" kann eine eher traditionelle Filmarbeit zu den Themenfeldern der oben vorgestellten Materialien erfolgen. Im Vergleich: Spielfilm versus Trickfilm Kontrastiv zu diesem Film bietet es sich an, einen Trickfilm zum selben Thema anzuschauen und zu besprechen. Schon allein der Trailer dieses Films, der das Endspiel von '54 mit Lego-Figuren nachstellt, liefert Ansätze für spannende Gespräche. Szenen vergleichen Wie ahmen die Lego-Figuren Bewegungen von Menschen nach? Wie werden dramatische Szenen im Trickfilm umgesetzt? Fritz Walters Eckball im Lego-Film beispielsweise eignet sich gut für einen Vergleich mit dem Original. Charakterisierungen Schauspielernde Menschen stellen Charaktere dar. Wie ist das bei den Lego-Figuren? Können hier Charaktereigenschaften herausgestellt werden? Wie werden im Trickfilm allgemein Charaktereigenschaften gezeigt? Technischer Aufwand Unter dem Stichwort "Filmproduktion" können die Making-of-Sequenzen beider Filme angesehen und verglichen werden. Eigene Filmproduktionen Mittlerweile haben viele Schülerinnen und Schüler Digitalkameras oder Handys, mit denen sie kurze Filme drehen können. Das macht es ganz leicht, gemeinsam mit ihnen Variablen wie Kameraführung, Zoom, Schnitt und Einstellungen auszuprobieren. Vielleicht drehen Sie mit Ihrer Klasse schonmal ganz hellseherisch den Weltmeisterjubel 2006 aus verschiedenen Sichtweisen? Gerade bei der Filmproduktion lassen sich verschiedene Interessensfelder von Jungen und Mädchen erkennen und bedienen. Weitere Ansätze für die Arbeit zum "Wunder von Bern" Medienreflexion: Berichterstattung Inwieweit unterscheiden sich die historischen Kommentare von Herbert Zimmermann von denen heutiger Komentatoren wie Marcel Reif und Béla Réthy (TV) oder Manni Breuckmann (Radio)? Mythos-Bildung: Tor, Tor, Tor! Das Zitat von Herbert Zimmermann gibt es im Jahr 2006 sogar als T-Shirt-Aufdruck - Grund genug, einmal mit den Schülerinnen und Schülern über das Phänomen der Mythos-Bildung durch Medien-Zitate zu sprechen. Forumsdiskussion: Bedeutung des Sports Wie wichtig ist Sport - aktiv oder passiv erlebt - heutzutage für Schülerinnen und Schüler? Lassen Sie doch einmal in einem Forum diskutieren, vielleicht schalten sich andere Klassen und Kurse mit ein!

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I

Proteste und Protestbewegungen im geteilten Deutschland und der Tschechoslowakei –…

Interaktives

Das multimediale Informations- und Lernangebot "Protest (er)zählt" gibt an drei Schauplätzen einen informativen und interaktiven Einblick in Protestbewegungen der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und der Tschechoslowakei. Die begleitende digitale Lehrerhandreichung bietet didaktisch-methodische Hinweise zum Einsatz der multimedialen Webseite im schulischen Kontext. Das Materialangebot kann in den Klassenstufen 9 bis 13 eingesetzt werden. Die multimediale Webseite "Protest (er)zählt" nimmt Besucherinnen und Besucher mit in verschiedene Protestbewegungen: Die drei Schauplätze zeigen Proteste in der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und der Tschechoslowakei. Dabei werden besonders die verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Umstände hervorgehoben, die jede diese Bewegungen in Bezug auf Auslöser und die Umsetzung einzigartig machen. Die Schülerinnen und Schüler können also mehr über die Ursachen, Mechanismen und Formen von Widerstand lernen. Von der Startseite aus können die Besucherinnen und Besucher zu den drei Schauplätzen gelangen. Hier erwarten sie einzelne Exponate, die angeklickt werden können, um sich mit weiteren Leitfragen und Informationen über die jeweilige Protestbewegung zu informieren. Eine Infobox bietet eine historische Einführung bzw. aktiviert Vorwissen. Jede historische Einführung startet mit einem Comic, das zielgruppengerecht und medial ansprechend das Interesse der Lernenden weckt. Bei den anklickbaren Exponaten erwarten die Besucherinnen und Besucher sowohl informative Texte als auch multimediale Begleitmaterialen, wie Fotos, Videos und Audio-Formate. Durch die einzelnen Schauplätze können sich die Besucherinnen und Besucher eigenständig in der gewünschten Reihenfolge navigieren. Das Angebot kann auf allen mobilen Endgeräten genutzt werden. Eine optimale Darstellung aller Inhalte ist vor allem über eine Desktopansicht oder – via Smartphone oder Tablet – im Querformat gegeben. Hier gelangen Sie zur multimedialen Webseite. Entdeckendes Lernen und lebendige, multimediale Angebote Dem Konzept der multimedialen Webseite liegt die pädagogisch-didaktische Methode des Entdeckenden Lernens zugrunde. Sie ermöglicht jugendlichen und erwachsenen Lernenden eigenständig in eigenem Tempo ihre Umwelt zu entdecken und sich mit Inhalten, Zusammenhängen und Anwendungen auseinanderzusetzen. So steigen das Selbstbewusstsein und die Motivation der Lernenden. Die erworbenen Kompetenzen werden nachhaltig verankert. Das Konzept der multimedialen Webseite ermöglicht es, dass die Jugendlichen sich die Inhalte selbstständig erarbeiten oder aber durch ihre Lehrkraft angeleitet werden. Somit kann das Projekt flexibel in verschiedenen Kontexten eingesetzt werden und nutzt dennoch die Vorteile des Entdeckenden Lernens. Die multimedialen Angebote der Webseite führen die Schülerinnen und Schüler altersgerecht an die verschiedenen Protestbewegungen heran. Die Informationstexte sind jeweils mit Bild-, Audio- und Videodateien verknüpft und enthalten interaktive Elemente (Grafiken, Diagramme, Karten und Schaubilder). Dies sorgt für ein multiperspektivisches Verständnis sowie für Abwechslung und eine höhere Bereitschaft, sich intensiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen. So wird Geschichte lebendig! Begleitende digitale Lehrerhandreichung Zur multimedialen Webseite steht begleitend eine Unterrichtseinheit für sechs bis acht Unterrichtsstunden zur Verfügung. So bekommen Lehrkräfte die Möglichkeit, das innovative Medienformat lehrplanbezogen in den schulischen Unterricht einzubinden und die komplexen Themen auch mit heterogenen Lerngruppen zu erarbeiten. Lernende können so mit Unterstützung der Lehrkraft die Inhalte der multimedialen Webseite üben und vertiefen. Zielgruppe Die Hauptzielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II. Lehrkräfte dieser Stufen an allgemeinbildenden Schulen können das Material für ihren Unterricht nutzen. Lerninhalte und Kompetenzen Übergeordnetes Ziel der sechs- bis achtstündigen Einheit ist es, dass die Schülerinnen und Schüler die Ursachen, Ziele und Auswirkungen von Protestbewegungen in unterschiedlichen politischen Systemen verstehen und analysieren. Dabei sollen sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Protesten in Demokratien und Diktaturen herausarbeiten und ein besseres Verständnis für historische und gegenwärtige Protestbewegungen entwickeln. So wird ihr Verständnis von Demokratie und Menschenrechten gefördert und sie dabei unterstützt, sich kritisch mit der Geschichte von Protestbewegungen auseinanderzusetzen. An den allgemeinbildenden Schulen gibt es Anknüpfungspunkte zu den Inhalten der Fächer Geschichte sowie Politik/Politische Bildung/Politik und Wirtschaft. Folgende Schlagworte finden sich bundesweit in Lehrplanthemen der Klassenstufen 9 bis 13: Geschichte Die Welt nach 1945 Deutsch-deutsche Geschichte nach 1945 Deutschland und seine Nachbarn im 20. Jahrhundert Internationale Politik im Wandel – von der bi- zur multipolaren Weltordnung? Transformation und Umbruch in den Gesellschaften des Westens im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts Europa und sein Gedächtnis – geteilte Erinnerungen im 21. Jahrhundert Politik/Politische Bildung/Politik und Wirtschaft Konflikte und Konfliktlösungen Demokratie in Deutschland (expliziter Vergleich mit DDR-Diktatur) Der überfachliche Kompetenzerwerb, der durch die multimediale Webseite und die begleitende Unterrichtseinheit angestoßen wird, fördert die informationstechnischen Fähigkeiten sowie die Medien- und Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schüler, indem sie unterschiedliche Medienformate als Informationsquelle nutzen müssen. Außerdem werden die Lernenden in ihrer personelle und Sozialkompetenz gestärkt, weil sie gemeinsam erproben, wie man in einer Arbeitsgruppe koordiniert und zielorientiert zusammenarbeitet, sachlich kommuniziert und schließlich die Gruppenergebnisse verständlich und strukturiert der Klasse vorträgt. In der Vertiefungsstunde etablieren die Jugendlichen eine konstruktive Diskussionskultur. Multimediale Webseite Protest (er)zählt! – Proteste und Protestbewegungen im geteilten Deutschland und der Tschechoslowakei Hier gelangen Sie zur multimedialen Webseite. Sie kann auf allen mobilen Endgeräten betrachtet werden. Unterrichtsmaterialen zur Ausstellung Unterrichtseinheit zur multimedialen Webseite Hier finden Sie die Lehrerhandreichung zur Unterrichteinheit zur Webseite. Interaktive Übungen zur multimedialen Webseite Hier gelangen Sie zu den interaktiven Übungen zur multimedialen Webseite "Protest (er)zählt! – Proteste und Protestbewegungen im geteilten Deutschland und der Tschechoslowakei", die begleitend zum Unterricht eingesetzt werden können. Volksaufstand in der DDR 1953 : Ursachen und Auslöser des Volksaufstandes 1953 Beteiligte des Volksaufstandes 1953 Verlauf des Volksaufstandes 1953 Prager Frühling : Ursachen und Auslöser der Reformpolitik ab 1968 in der ČSSR Beteiligte und Inhalte der Reformpolitik ab 1968 in der ČSSR Verlauf der Reformpolitik ab 1968 in der ČSSR 1968er-Bewegung in der Bundesrepublik : Ursachen und Auslöser der 68er Bewegung Forderungen der 68er Bewegung Beteiligte und Mittel der Beteiligten Die multimediale Webseite Proteste sind Ausdruck von gesellschaftlicher Kritik. In einer Demokratie können die Bürgerinnen und Bürger so ihre Meinung öffentlich zum Ausdruck bringen. In autoritären Systemen und Diktaturen ist Protest dagegen nicht so einfach möglich. Dort wird er staatlich unterdrückt und bietet hohe persönliche Risiken. In der DDR konnte zum Beispiel nur sehr eingeschränkt protestiert werden. Jegliche Form von Widerstand wurde an staatliche Institutionen gemeldet und war mit direkten Folgen für die individuelle Freiheit verbunden. Dennoch gab es auch dort viele, teils sehr erfolgreiche Protestbewegungen. Sie haben einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass in ganz Deutschland eine Demokratie entstehen und Menschenrechte garantiert werden konnten.

  • Politik / WiSo / SoWi / Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Zeitzeugeninterview - Eva Quistorp: "Von der Anti-Atom- zur Friedensbewegung"

Video

In diesem Zeitzeugeninterview berichtet Eva Quistrop von den Anfängen der Anti-Atombewegung und der Entwicklung der Friedensbewegung in der DDR. Eva Quistorp, eine der Mitbegründerinnen der Grünen, berichtet im Interview über die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der 1980er Jahre im Bereich Umwelt und Frieden. Die Schülerinnen und Schüler erfahren zunächst allgemein die Hintergründe der beiden Bewegungen und wie diese im Kontext der deutschen Teilung betrachtet wurden. Das Video-Interview eignet sich gut als Ausgangsmaterial für eigene Unterrichtsentwürfe und kann in verschiedenen methodisch-didaktischen Kontexten verwendet werden. Dabei sollte vorbereitend auf die Quellengattung "Zeitzeugen" eingegangen und geklärt werden welche Vor- und Nachteile mit dieser speziellen Quellenart verbunden sein können. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erklären, was die Anti-Atom- und Friedensbewegung war. beschreiben wichtige gesellschaftliche und politische Entwicklungen der 70er und 80er Jahre. beschreiben die Tragweite der sozialen Bewegungen für die deutsch-deutsche Geschichte. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erschließen gezielt Informationen aus einem Zeitzeugeninterview über die Anti-Atom- und Friedensbewegung. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler vollziehen Motive, Bedürfnisse und Interessen von betroffenen Personen und Personengruppen nach (Fremdverstehen). setzen sich kritisch mit den Aussagen des Zeitzeugen auseinander und berücksichtigen die Subjektivität der Aussagen. Eva Quistorp berichtet in diesem Zeitzeugeninterview anschaulich wie sich die Entwicklungen der Anti-Atom und Friedensbewegung auf die Betrachtung der deutsch-deutschen Teilung auswirkten. Das Zeitzeugeninterview finden sie hier .

  • Geschichte
  • Sekundarstufe I

Der Konflikt im Nahen Osten

Unterrichtseinheit

Der Kampf zwischen Israel und dem Libanon ist die neueste Eskalationsstufe eines Konflikts, dessen Wurzeln tief in die jüngere Vergangenheit hereinreichen. Nach 33 Tagen haben Israels Armee und die libanesischen Hisbollah-Milizen die Kampfhandlungen eingestellt. Wie dauerhaft diese Waffenruhe sein wird, ist noch ungewiss. Nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat im November 2004 und der Wahl von Mahmud Abbas zu seinem Nachfolger im Januar 2005, keimte kurz neue Hoffnung in dem seit Jahrzehnten schwelenden Nahost-Konflikt auf. Denn der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verkündeten bei einem Gipfeltreffen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich am 8. Februar 2005 eine gegenseitige Waffenruhe. Diese kurze Chronologie fasst die wichtigsten politischen Geschehnisse von der palästinensischen Präsidentenwahl bis zur UN-Resolution 1701 zusammen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich über die Entwicklung und die Hintergründe des Nahost-Konflikts informieren. die unterschiedlichen Interessen und Standpunkte der Beteiligten kennen lernen. sich über die Rolle der UNO informieren. die Folgen des Konflikts und der Eskalation diskutieren. die Interessen von anderen Beteiligten (USA, UNO, Wirtschaft etc.) reflektieren. den Einsatz von Bundeswehrtruppen im Krisengebiet diskutieren. sich der historischen, politischen und religiösen Dimension des Konflikts bewusst werden. das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen. Thema Der Konflikt im Nahen Osten Autor Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 8 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung 2-6 Stunden Medien je ein Computer mit Internetzugang für 2 Schülerinnen und Schüler Auf den folgenden Seiten werden die politischen Geschehnisse von der palästinensischen Präsidentenwahl bis zur UN-Resolution 1701 zusammengefasst. Webseiten zur Recherche für die Lernenden finden Sie unter Links zum Thema. Die ersten Anzeichen der Krise Die Kräfteverhältnisse sowohl im israelischen als auch im palästinensischen Parlament verschieben sich. Die politische Integration der Hamas mißlingt. AIsrael reagiert auf Hamas-Angriffe Die Neuwahlen in Israel gewinnt die Kadima-Partei unter Ehud Olmert. Nach Raketenangriffen durch die Hamas beginnt die "Operation Sommerregen". Ein brüchiger Friede Der Angriff von Hisbollah-Milizen auf israelische Soldaten lässt die Situation eskalieren. Der Sicherheitsrat verabschiedet die Resolution 1701. Gipfeltreffen in Scharm el Scheich Nach dem Tod von Palästinenserpräsident Jassir Arafat im November 2004 und der Wahl von Mahmud Abbas zu seinem Nachfolger im Januar 2005 keimte kurz neue Hoffnung in der seit Jahrzehnten von kriegerischen Auseinandersetzungen heimgesuchten Nahost-Region auf. Denn der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verkündeten bei einem Gipfeltreffen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich am 8. Februar 2005 eine gegenseitige Waffenruhe. Scharons Alleingang So machte sich die israelische Regierung unter Ariel Scharon an die Umsetzung des noch zu Arafats Lebzeiten entworfenen "einseitigen Abkopplungsplans". Dieser sah vor, dass Israel alle 21 Siedlungen im Gaza-Streifen räumt und sich damit komplett aus dem Gebiet zurückzieht. Der Plan stieß allerdings sowohl auf israelischer als auch auf palästinensischer Seite auf Ablehnung. Dennoch konnte Sharon den einseitigen israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen Anfang 2005 innenpolitisch durchsetzen. Netanjahu tritt zurück Er musste allerdings einen hohen politischen Preis zahlen, denn an dem Streit über den Abzugsplan zerbrach seine Regierungskoalition. Um den Rückzug umzusetzen, musste Scharon den Regierungspartner wechseln und eine große Koalition mit der Arbeitspartei eingehen. Zudem stand er unter politischen Beschuss von parteiinternen Kritikern, beispielsweise dem damaligen Finanzminister Benjamin Netanjahu, der im August 2005, kurz vor Vollzug des Gaza-Abzugs, schließlich von seinem Amt zurücktrat. Die Kadima-Partei wird gegründet Der Streit um den israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen hatte bei Ariel Scharon und der Likud-Partei tiefe Spuren hinterlassen. Die Kluft zwischen Gegnern und Befürwortern schien unüberbrückbar. Scharon sah für sich keine Zukunft mehr in der Likud-Partei und trat im November 2005 aus. Zusammen mit einigen Getreuen gründete er wenig später die Partei "Kadima" ("Vorwärts") und rechnete sich sehr gute Chancen aus, die für den März 2006 geplanten vorgezogenen Neuwahlen zu gewinnen. Ehud Olmert übernimmt die Amtsgeschäfte Doch dann fiel Ariel Scharon Anfang Januar 2006 nach einem Schlaganfall ins Koma, und die als Terrororganisation eingestufte Hamas-Bewegung ("Harakat al Mukawamah al Islamijah" - "Islamische Widerstandsbewegung") gewann bei der palästinensischen Parlamentswahl am 25. Januar 2006 die absolute Mehrheit. Der stellvertretende Ministerpräsident Ehud Olmert, der nach Sharons Erkrankung die Amtsgeschäfte übernommen hatte, erklärte nach dem Hamas-Wahlsieg, dass der Staat Israel nicht mit einer palästinensischen Regierung verhandeln werde, "der eine bewaffnete terroristische Organisation angehört, die zur Zerstörung Israels aufruft". Israel werde "unter allen Umständen mit eiserner Faust überall den Kampf gegen den Terrorismus fortsetzen". UN fordert Gewaltverzicht Das so genannte Nahostquartett (bestehend aus den Vereinten Nationen, der USA, der EU und Russland) rief zum Gewaltverzicht auf. In einer Erklärung hieß es, es gebe einen "fundamentalen Widerspruch zwischen den Aktivitäten bewaffneter Gruppen und Milizen und dem Aufbau eines demokratischen Staates". Eine Zwei-Staaten-Lösung des Konflikts verlange von allen Beteiligten, den demokratischen Prozess voranzutreiben und auf Gewalt und Terror zu verzichten. Weiterhin sei die Anerkennung des Existenzrechts Israels eine unabdinbare Voraussetzung. Ismail Hanija wird Regierungschef Auf pälästinensischer Seite erklärte der bis dato amtierende Regierungschef Ahmed Kureia von der Fatah-Organisation kurz nach der Wahl seinen Rücktritt und Palästinenserpräsident Abbas beauftragte die Hamas mit der Regierungsbildung. Ende März 2006 bestätigte das palästinensische Parlament die neue Regierung unter Ministerpräsident Ismail Hanija. Kadima-Partei gewinnt Wahl Am 28. März 2006 wählte auch die israelische Bevölkerung ein neues Parlament: die Wahl konnte - wie Beobachter erwartet hatten - die neue Kadima-Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Ehud Olmert für sich entscheiden. Die erst im November 2005 von Ariel Scharon gegründete Partei errang aus dem Stand heraus 28 der insgesamt 120 Parlamentssitze. Olmert erklärte noch in der Wahlnacht, dass er neue Friedensgespräche mit den Palästinensern führen wolle und auch zu Zugeständnissen bereit sei. Olmert beharrt auf einseitiger Grenzziehung Allerdings bekräftigte er zugleich seinen Plan, dass die zukünftige Grenzziehung allein dem Staat Israel vorbehalten sei: "In der kommenden Legislaturperiode werden wir darauf hinarbeiten, die endgültigen Grenzen des Staates Israels zu ziehen, eines jüdischen Staates mit einer jüdischen Mehrheit." Rund vier Wochen nach der Parlamentswahl konnte Olmert Anfang Mai 2006 seine Regierungskoalition bilden. Sie besteht aus einem Vierer-Bündnis seiner Kadima-Partei mit der Arbeitspartei, der Rentner- und der Schas-Partei. Kämpfe nach Gründung der Hamas-Brigade In der Zwischenzeit spitzte sich auf der palästinensischen Seite der Machtkampf zwischen der Fatah-Organisation von Präsident Mahmud Abbas und der Hamas-Regierung immer weiter zu. Vordergründiger Anlass der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der beiden Gruppen war, dass Abbas ein Veto gegen die Gründung der Hamas-Brigade eingelegt hatte. Dennoch rekrutierte die Hamas 3.000 bewaffnete Männer für diese Vereinigung. Seit Mitte April kam es in der Folge wiederholt zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Lagern und erst Mitte Juni 2006 konnte man sich unter ägyptischer Vermittlung auf einen Waffenstillstand einigen. Abbas' Versuch einer Integration der Hamas Vor allem ging es in dem Konflikt zwischen den beiden palästinensischen Organisationen darum, dass Präsident Abbas die Hamas-Regierung dazu bewegen wollte, den Staat Israel endlich anzuerkennen und ein Dokument für die "nationale Einheit" zu unterschreiben. Darin legen sich die Palästinenser auf einen eigenen Staat in den Grenzen von 1967 mit Jerusalem als Hauptstadt fest. Der Kampf gegen die Besatzung soll "nur" noch in den besetzten Gebieten geführt werden. Dies würde de facto eine indirekte Anerkennung des Staates Israel durch die Hamas bedeuten. Weiterhin könnte dieser Schritt dazu beitragen, die internationale Isolation der Hamas-Regierung zu beenden. Das Ende der Waffenruhe Am 9. Juni 2006 wurden am Strand von Gaza mehrere Zivilisten getötet, wofür aus palästinensicher Sicht Israel die Verantwortung trug; Israel bestritt diese Deutung. Dennoch brachen daraufhin Kämpfer der radikal-islamischen Hamas-Organisation am nächsten Tag die seit einem Jahr weitgehend eingehaltene Waffenruhe und feuerten insgesamt zwölf so genannter "Kassam"-Raketen auf israelisches Gebiet. Damit setzte sich die Gewaltspirale wieder in Gang: Israel reagierte auf den Raketenbeschuss und nahm seinerseits die Hamas-Kräfte und insbesondere deren Führungspersonal ins Visier. Beginn der israelischen Offensive Gut zwei Wochen später, am 25. Juni, erfolgte ein Angriff auf den Grenzübergang zum Gazastreifen im Gebiet des Kibbuz "Kerem Shalom". Dabei töteten bewaffnete Kämpfer der Hamas und des "Popular Resistance Committees" (PRC) zwei israelische Wachposten und entführten einen Soldaten, vier Soldaten wurden verletzt. Israel machte die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) allein verantwortlich für das Schicksal des entführten Soldaten und startete in der Nacht zum 28. Juni eine Militäroffensive im Gaza-Streifen. Kontroverse um die Hintergründe der Angriffe Israels Ziel war nach offiziellen israelischen Angaben, den entführten Soldaten zu befreien. Allerdings waren in den Monaten vor der Entführung von palästinensischem Gebiet aus mehrere hundert "Kassam"-Raketen auf Israel abgefeuert worden. Es wird spekuliert, dass der eigentliche Grund für den israelischen Einmarsch darin bestand, diese Angriffe zu stoppen. Inhaftierung führender Hamas-Abgeordneter Nach Beginn der israelischen Offensive im Gaza-Streifen eskalierte die Lage weiter. Israels Armee nahm acht Minister und 20 Abgeordnete der radikalislamischen Hamas-Bewegung fest. Die israelische Armee betonte, dass es sich um einen begrenzten Einsatz handele und eine dauerhafte Besetzung des Gaza-Streifens nicht geplant sei. Kurz zuvor hatten sich die rivalisierenden Palästinensergruppen grundsätzlich auf eine Zwei-Staaten-Lösung geeinigt und das Dokument für die "nationale Einheit", in dem die Anerkennung der Grenzen von 1967 festgeschrieben war, angenommen. Einrichtung einer kontrollierten Sicherheitszone Allerdings hatte Israel das Dokument bereits für "irrelevant" erklärt. Und auch der Islamische Dschihad, eine weitere palästinensische Extremisten-Gruppe, lehnte mehrere Punkte des Papiers ab. Die "Operation Sommerregen", so der militärische Codename, endete Anfang Juli 2006 vorläufig mit der Einrichtung einer israelisch kontrollierten Sicherheitszone im nördlichen Gaza-Streifen. Seitdem hat die israelische Luftwaffe jedoch immer wieder Ziele im Gazastreifen angegriffen. Israel reagiert auf Hisbollah-Angriffe Wenige Tage später, am Morgen des 12. Juli, begann die von Syrien und dem Iran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz mit Angriffen auf israelische Soldaten: zwei wurden entführt und drei getötet - die Israel-Libanon-Krise 2006 nahm ihren Lauf. Denn noch am gleichen Tag reagierte das israelische Militär mit einer groß angelegten Offensive gegen die vom Libanon aus operierende Hisbollah. Ehud Olmert bezeichnete den Angriff der Hisbollah als einen "Kriegsakt" und kündigte dem Libanon eine "sehr schmerzvolle und weitreichende Antwort" an. Kampfhandlungen fordern zahlreiche Opfer In den folgenden Tagen bombardierte die israelische Luftwaffe Straßen, Brücken, den Beiruter Flughafen sowie zahlreiche Dörfer, in denen sie Stellungen der Hisbollah vermutete. Die libanesischen Hisbollah-Kämpfer reagierten mit Raketenangriffen auf verschiedene Städte im Norden Israels. Im Zuge der Kampfhandlungen gab es zahlreiche zivile und militärische Opfer auf beiden Seiten. Die internationale Gemeinschaft zeigte sich angesichts der massiven Kriegshandlungen besorgt. Israels Militäroperationen wurden von einigen Staaten als "unverhältnismäßig" kritisiert. US-Präsident George W. Bush äußerte sich zwar "besorgt um die Demokratie im Libanon". Dennoch betonte er, dass Israel das Recht habe, sich selbst verteidigen zu dürfen. Annan für Blauhelmeinsatz UN-Generalsekretär Kofi Annan machte auf dem G8-Gipfel im russischen St. Petersburg (15.-17.Juli) den Vorschlag, eine UN-Friedensmission im Südlibanon zu stationieren. Der britische Premier Tony Blair unterstützte ihn und erklärte: "Der einzige Weg, die Bombardierung Israels zu stoppen, ist eine Stationierung internationaler Truppen". Auch Russland und die EU standen dem Vorschlag positiv gegenüber. Selbst Israel begrüßte eine Stationierung von Blauhelmen, stellte hierfür aber Bedingungen. So müsse die Friedenstruppe dazu befugt werden, die Hisbollah-Kämpfer in einem Streifen bis 80 km nördlich der Grenze zu entwaffnen. Uneinigkeit über den Inhalt der Resolution Doch bis der UN-Sicherheitsrat eine entsprechende Resolution verabschieden konnte, vergingen einige Wochen. Die USA und Frankreich stritten unter anderem darüber, ob sich Israel aus dem Libanon zurückziehen müsse oder ob dort Truppen verbleiben können. Zudem bestanden die USA darauf, eine robuste Friedenstruppe in den Libanon zu schicken. Den Vorschlag, lediglich 15.000 libanesische Soldaten im Süden des Landes zu stationieren, hielten sie für unzureichend. Die Resolution 1701 wird verabschiedet Letztlich konnte man sich nach zähen Verhandlungen einigen und in der Nacht zum 12. August 2006 verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig die Resolution 1701. Sie verlangt im Wesentlichen die vollständige Beendigung der Feindseligkeiten, "insbesondere die sofortige Einstellung sämtlicher Angriffe der Hisbollah sowie die sofortige Beendigung aller offensiven Militäroperationen Israels". Nach dem Ende der Kämpfe sollen libanesische und UN-Streitkräfte Schritt für Schritt in den Südlibanon einrücken. Verstärkung der UN-Truppen im Libanon Parallel dazu sollen sich die israelischen Streitkräfte aus dem Libanon zurückziehen, und weiterhin wird die bereits im Libanon stationierte UN-Truppe (UNIFIL) von 2.000 auf 15.000 Soldaten aufgestockt. Sie soll unter anderem dabei helfen, die Stationierung von 15.000 libanesischen Soldaten und den damit einhergehenden Rückzug der israelischen Streitkräfte zu koordinieren. Zwischen der "Blauen Linie", das heisst der Grenze zwischen Israel und dem Libanon, und dem Litani-Fluss soll eine Zone errichtet werden, in der sich außer den libanesischen und UNIFIL-Truppen keine Bewaffneten aufhalten dürfen. Ebenso wenig dürfen Waffen und militärische Anlagen dort vorhanden sein. Israel räumt erste Stellungen Seit dem 14. August schweigen nun weitgehend die Waffen, und die israelische Armee bereitet ihren Abzug aus dem Libanon vor. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wurden bereits am dritten Tag der Waffenruhe erste israelische Stellungen an UN-Truppen übergeben. UN-Soldaten der Libanontruppe Unifil sollen Stüzpunkte übernehmen, die nicht als strategisch relevant gelten. Gleichzeitig solle die libanesische Armee zunächst bis an den Litani-Fluss, nach einem israelischen Abzug dann nach und nach in die Zone südlich des Litani vorrücken. Nach israelischen Angaben könnte der Rückzug aus dem Südlibanon innerhalb von weniger als zwei Wochen abgeschlossen werden. Frankreich könnte Führung übernehmen Unterdessen wird bei den Vereinten Nationen in New York über die Organisation der UN-Truppe für den Libanon verhandelt. Als mögliche Führungsnation kommt vor allem die frühere Mandatsmacht Frankreich in Frage. Falls Frankreich die Führung übernimmt, könnten die ersten neuen UN-Soldaten innerhalb von zehn bis 15 Tagen im Libanon eintreffen, heißt es aus UN-Kreisen. Auch Deutschland wird sich an der Friedenssicherung im Libanon beteiligen. Die Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, "einen Beitrag" gemäß der UNO-Resolution zu leisten. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hat angekündigt, bei der UNO-Truppensteller-Konferenz am 17. August ein entsprechendes Angebot zu unterbreiten. In den Planungen der Bundeswehrführung werde davon ausgegangen, dass Einheiten von Heer, Luftwaffe und Marine für den Einsatz angeboten würden, berichtete die Tageszeitung "Die Welt". Deutschland will "Beitrag leisten" In einer Erklärung der Bundesregierung heißt es zur Ausgestaltung des deutschen Beitrags: "Hierfür kommen eine Vielzahl kurz- und langfristiger Komponenten in Betracht, wie der Wiederaufbau im Libanon, die Umsetzung der Sicherheitsratsresolution 1701 und die beharrliche und konsequente Arbeit zur Durchsetzung einer dauerhaften Friedensordnung in der Region. (...) Bei der Umsetzung der Resolution 1701 will Deutschland einen Beitrag entsprechend seiner Fähigkeiten leisten, vorausgesetzt die hierfür notwendigen Bedingungen werden bei den jetzt laufenden Verhandlungen in New York geschaffen. Im Vordergrund stehen dabei humanitäre Hilfsleistungen, Leistungen des Wiederaufbaus und Beiträge zur Sicherung der syrisch-libanesischen Grenze, insbesondere seeseitig."

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
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