Unterrichtsmaterialien zum Thema "Gesundheitserziehung"

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Den Süchten keine Macht! - eine Podiumsdiskussion

Unterrichtseinheit

Das Internet bietet vielfältige Informationen, mit denen das Thema "Sucht" unter aktuellen Gesichtspunkten und aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden kann. Im Mittelpunkt steht dabei das Beurteilen der Gefahren von Suchtmitteln und die Komplexität der Ursachen, die zur Sucht führen können. Eine Podiumsdiskussion (Rollenspiel) bildet den Abschluss des Projektes.Das Wort "Sucht" benutzen wir in den verschiedensten Zusammenhängen: Eifersucht, Gelbsucht, Spielsucht, Habsucht, Kaufsucht, ... Sucht, was ist das? Wie entsteht eine Sucht? Was geschieht im Körper eines Süchtigen? Kann jeder süchtig werden? Die Schülerinnen und Schüler setzen sich im Rahmen einer Internetrecherche intensiv mit den von Suchtmitteln ausgehenden Gefahren, deren Auswirkungen auf das Nervensystem und die damit verbundenen sozialen, psychischen und physischen Folgen des Missbrauchs auseinander. Die Ergebnisse sowie die Reflexion des eigenen Verhaltens und Erfahrungen anderer bilden die Grundlage für eine abschließende, multiperspektivische Betrachtung in Form einer Podiumsdiskussion. Dafür wird eine entsprechende Aufgaben- beziehungsweise Rollenverteilung vorgenommen (Moderatoren, Suchtexperten, Psychologe, Kriminalbeamter, Staatsanwalt, Lehrkraft, betroffene Eltern und Jugendliche, ... ). Im Mittelpunkt stehen die Möglichkeiten der Prävention, um den "Süchten keine Macht" zu geben.Die Unterrichtseinheit kann zwar auch ausschließlich im Fach Biologie umgesetzt werden, sinnvoller und effizienter ist aber der fächerverbindende Unterricht (Biologie/Deutsch), da jede Lehrerin und jeder Lehrer im Rahmen des Themas fachspezifische Lehrplanziele umsetzen kann und eine gemeinsame Arbeit an überfachlichen Zielen möglich wird. Bei der Durchführung und Koordination des Unterrichtsprojektes an unserer Schule spielte die auf SintraNet basierende schulinterne Plattform eine zentrale Rolle. Alternativ können auch Internetplattformen wie lo-net genutzt werden. Unterrichtsverlauf und Arbeitsmaterialien Nach einem Einstieg in das Thema Sucht werden Inhalte, Ablauf und Organisation einer Podiumsdiskussion besprochen. Die Schülerinnen und Schüler eignen sich "Expertenwissen" an, dass sie in einem Rollenspiel (Podiumsdiskussion) vortragen. Eine Videoaufzeichnung dient der Selbstevaluation. Erfahrungen und Beurteilung Das Konzept des Projektes zeichnet sich durch veränderte Schüler- und Lehrerrollen aus und ist auf andere Themen übertragbar. Es kann zwar auch mit konventionellen Medien umgesetzt werden, Intra- oder Internetplattformen fördern jedoch die effiziente Teamarbeit. Zudem ermöglicht das Internet Zugriff auf aktuelle Informationen. Bereich des Wissens Die Schülerinnen und Schüler lernen Einflüsse von Drogen auf das Nervensystem und deren Gefahren kennen. erkunden die Entstehung der Abhängigkeit stoffgebundener und stoffungebundener Süchte. betrachten die Komplexität der Ursachen für eine Drogenabhängigkeit aus unterschiedlichen Positionen. erkennen Wechselwirkung zwischen Sucht und Persönlichkeit. erarbeiten Möglichkeiten der Prävention. erkennen die Stärkung der Persönlichkeit als Weg, um Süchten keine Macht zu geben. Bereich des Könnens Die Schülerinnen und Schüler organisieren Lernen selbst. erschließen Quellen aus dem Internet und der Literatur, strukturieren und dokumentieren Informationen. hinterfragen Medieninformationen kritisch. erarbeiten einen Diskussionsbeitrag. organisieren und führen eine Podiumsdiskussion. kommunizieren vorbereitete Inhalte und beherrschen monologisches Sprechen. lernen Gesprächs- und Diskussionsmuster kennen (Referat, Diskussion). reflektieren Verhalten und respektieren Haltungen anderer. Im Biologieunterricht wird das Thema Sucht mit einer kurzen Videosequenz begonnen. Das Video ist Bestandteil des AOK Medienpaketes Drogenvermeidung (Herausgeber: AOK Bundesverband; über die Kreis- und Landesmedienstellen sind vergleichbare Videos erhältlich): "Sucht hat viele Ursachen. Es war einmal ... , in irgendeiner Schule ... , in irgendeiner Klasse ... " Die Videosequenz zeigt eine chaotische Pausensituation mit Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Situationen (heftig diskutierend, lachend, schreiend, nachdenklich, allein, sich umarmend, sich schlagend ... ). Die Szene wird durch das Lied "Another brick in the wall" von Pink Floyd untermalt. Ein Lehrer kommt hinzu, niemand nimmt davon Notiz. Der Lehrer setzt sich auf das Pult und beobachtet die Klasse. Unterschiedliche Schülercharaktere werden eingeblendet - die Gesichter "verraten" den Eigenbrödler, den Klassenclown, das verliebte Mädchen ... Langsam bewegen sich die Schülerinnen und Schüler an ihre Plätze. Der Lehrer geht still an die Tafel und schreibt das Thema der Stunde an: "Sucht hat viele Ursachen". Danach wird das Thema des fächerverbindenden Unterrichts auch an der Tafel im Klassenraum visualisiert. Mit dem Arbeitsblatt "Den Süchten keine Macht" wird zunächst in selbstständiger Schülerarbeit der aktuelle Wissensstand erfasst und in einem Unterrichtsgespräch ein einheitliches Ausgangsniveau geschaffen. Die Stunde endet mit dem authentischen Bericht "10 Jahre Drogen in einer Familie" aus einem Elternkreis in Freiburg. Der Text wird von der Lehrerin oder dem Lehrer vorgelesen und soll emotional auf das Thema einstimmen. Entsprechende Erfahrungsberichte können über den BVEK e.V. (Bundesverband der Elternkreise drogengefährdeter- und drogenabhängiger Jugendlicher) bezogen oder auch der Literatur entnommen werden (zum Beispiel "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" von Christiane F., siehe Informationsquellen zum Thema Sucht zum Thema Sucht). Sehr ergiebig sind auch die Materialien zur Suchtprävention der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ( BZgA ). Das Arbeitsblatt wird vervollständigt und die Antworten gegebenenfalls korrigiert. Die zweite Stunde wird auch zur Klärung von organisatorischen Fragen zur Vorbereitung der Podiumsdiskussion/des Rollenspiels genutzt. Wer eignet sich für die Aufgabe des Moderators, welche Rollen (Suchtexperten, Psychologe, Kriminalbeamter, Staatsanwalt, Lehrerin oder Lehrer, betroffene Eltern und Jugendliche, ... ) sind wie für Podium und Publikum zu verteilen? Im Rahmen des Rollenspiels diskutieren nicht nur die "Experten" auf der Bühne, sondern auch die Personen aus dem Publikum. Alle Schülerinnen und Schüler erhalten dabei eine Rolle. Im Deutschunterricht werden parallel oder auch bereits vor Beginn des Projektes die folgenden Punkte erarbeitet: Inhalt, Ablauf und Organisation einer Podiumsdiskussion Gestaltung von Diskussionsbeiträgen Aufgabe der Moderatoren Die Besprechung der Arbeitsaufgaben, die Organisation und die Umsetzung des Projektes kann (entsprechend dem Stundenplan) im Biologie- oder Deutschunterricht fortlaufend erfolgen. Der Zeitplan und der Diskussionstermin werden gemeinsam abgestimmt und bei Bedarf angepasst (Abb. 1, Platzhalter bitte anklicken). Die Durchführung einer Internetrecherche, das Erarbeiten und die Ansprüche an die Form eines Diskussionsbeitrages wird wiederholend erläutert. Das gesamte Projekt (Arbeitsmaterialien, verschriftlichte Rechercheergebnisse mit Quellenangaben und Diskussionsbeiträgen) ist im Schulintranet oder im virtuellen Klassenraum von lo-net sowohl für die Lehrkräfte als auch für die Schülerinnen und Schüler immer verfügbar, so dass von den Lernenden auch Freistunden für die Projektarbeit genutzt werden können. Weiterhin stehen Kartons mit Informationsmaterialien zu den entsprechenden Inhalten und Rollen zur Verfügung, so dass immer mit traditionellen und neuen Medien gearbeitet werden kann. Die gesammelten Informationen werden selektiert und komprimiert. Die Reduzierung auf das Wesentliche ist erfahrungsgemäß bei den aus dem Internet recherchierten Informationen wichtig und zeitaufwändig, da die Schülerinnen und Schüler hier per "copy & paste" umfangreiche und ungegliederte Texte erstellen. Die Arbeitsergebnisse sind in einer gut strukturierten Form für die folgende Podiumsdiskussion schriftlich vorzubereiten. Die Moderatoren schreiben ein Szenario für den möglichen Ablauf der Diskussion. Zeitliche Freiräume für Flexibilität beim Rollenspiel sollten aber erhalten bleiben. Bei größeren Klassen empfiehlt es sich daher, die Sprechzeiten zu begrenzen. In der durch die Schülerinnen und Schüler moderierten Podiumsdiskussion wird das Thema Drogen unter unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert und die Komplexität der Ursachen des Phänomens "Sucht" verdeutlicht. Beide Fachlehrer beobachten und bewerten die Diskussion. Nach einer kurzen Verschnaufpause geben alle am Projekt Beteiligten ein kurzes "Blitzlicht". Das Blitzlicht dient dazu, die Befindlichkeiten und Erwartungen jedes Gruppenmitgliedes für alle anderen sichtbar zu machen. Es kann an unterschiedlichen Abschnitten des Arbeitsprozesses eingesetzt werden. Wir haben uns für das Ende entschieden, um allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, ihre Gefühle und Standpunkte zu äußern und eine Rückmeldung zum Grad der Bestätigung ihrer Erwartungen geben zu können. Das Rollenspiel wurde für eine Selbstevaluation von älteren Schülerinnen und Schülern (Klasse 10 /11) mit einer Videokamera aufgezeichnet. Anhand vorgegebener Links wurden Informationen im Internet recherchiert, kritisch bewertet und für die Lösung der Aufgaben ausgewählt. Der sachgerechte Umgang mit dem Internet wurde so wiederholt, geübt und vertieft. Die Informationsbeschaffung dauerte trotz der Vorgabe der Links zu lange. Diese erschienen den Lernenden oft als "zu wenig" und eine zeitaufwändige Suche im Netz begann. Zudem wurde die schnelle Erfassung von Informationen durch die wenig entwickelten Lesestrategien der Schülerinnen und Schüler am Bildschirm unterlaufen. Eine Internetrecherche im Fachunterricht muss daher sorgfältig geschult und kontrolliert werden. Recherche mit Suchmaschinen Die gezielte Recherche im Internet ist ein wichtiges Element der Medienkompetenz. Durch den Einsatz von Operatoren in Suchmaschinen wird in den meisten Fällen die Suche vereinfacht. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten selbstständig und intensiv. Die Lernziele wurden erfasst und die Lernhandlungen geplant. Die ständige Verfügbarkeit der Aufgabenstellungen und Informationsquellen (Schulintranet, Internet) außerhalb der Unterrichtszeit führte zu einer effizienten Arbeitsweise. Die Podiumsdiskussion wurde selbstständig von den Moderatoren geplant, organisiert und durchgeführt. Die Lernenden waren während des gesamten Projektes fast immer sehr selbstständig aktiv. Die beiden Fachlehrer (Biologie/Deutsch) koordinierten, berieten und steuerten den Arbeitsprozess. In der Diskussion sind sie nur Beobachtende und Bewertende. Das Konzept des hier vorgestellten Unterrichtsprojektes lässt sich auch auf andere Fächer und Unterrichtsthemen übertragen (siehe Unterrichtseinheit Unser Planet am Scheideweg). Falls eine Lernplattform wie SintraNet nicht zur Verfügung steht oder aufgrund der Rechnerausstattung der Schule die Nutzung von lo-net nicht möglich sein sollte, lassen sich vergleichbare Projekte auch mit traditionellen Medien umsetzen. Für die fächerverbindende Arbeit bietet die Nutzung derartiger Plattformen jedoch einen großen Vorteil, da die Teamarbeit aller Beteiligten unterstützt und effizienter wird. Auf die Nutzung des Internets für die Recherchen sollte nicht verzichtet werden, da so aktuelle Informationen und Statistiken in den Unterricht miteinbezogen werden können. Bitterschokolade Mirjam Pressler; Verlagsgruppe Beltz Meine hungernde Seele Vera Tomsche; Lübbe Verlag Diverse Medienpakete zum Thema Sucht und Drogen bieten die Krankenkasse an, zum Beispiel die AOK und die DAK . Videos sind auch über die Kreis- und Landesmedienstellen erhältlich.

  • Biologie
  • Sekundarstufe I

Hilfe gegen Leistungsangst: Leistung auf den Punkt gebracht (Sek. I)

Unterrichtseinheit

Die Unterrichtsmaterialien "Hilfe gegen Leistungsangst: Leistung auf den Punkt gebracht" sollen dazu beitragen, Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen, dass proaktives Handeln der beste protektive Faktor gegen Prüfungs- und Leistungsangst ist.Kinder und Jugendliche, die unter Leistungsangst leiden, nehmen die Anforderungen in der Schule als persönliche Bedrohung wahr. Klassenarbeiten und mündliche Prüfungen erzeugen bei ihnen schon im Vorfeld schlaflose Nächte und andere Stressreaktionen. Die Unterrichtsmaterialien zeigen Wege auf, die Leistungsangst in den Griff zu bekommen und aus dem Teufelskreis der sich selbst verstärkenden Angst auszubrechen.Prüfungs- oder Leistungsangst kann auf zwei verschiedene Komponenten zurückgeführt werden. Zum einen kann sie auf einer Realangst beruhen - aufgrund mangelnder oder falscher Vorbereitung - und zum anderen auf einer irrationalen Angst, basierend auf dem "gelernten" Umgang mit der Angst im Zusammenhang mit Prüfungssituationen. Dabei ist das Phänomen Angst nicht von vornherein als leistungsmindernd einzustufen. Ein gewisses Maß an Angst kann sogar leistungsfördernd wirken. Deshalb ist es wichtig, den Schülerinnen und Schülern Handlungskompetenzen zu vermitteln, mit denen sie ihre Prüfungsangst bewältigen und positiv nutzen können.Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit dem Thema Angst im Allgemeinen auseinander. eignen sich neue Lernstrategien an. können sich aktiv auf Themen vorbereiten, die ihnen schwerer fallen. nehmen eine Aufgabe als Herausforderung an. erkennen, dass man aktiv etwas gegen Versagensängste tun kann. können den Handlungskreis in jedem Fach einsetzen.

  • Biologie
  • Sekundarstufe I

Umgang mit Schulstress (Sek. II)

Unterrichtseinheit

Mit diesen Unterrichtsmaterialien sollen vor allem Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe an das Thema Stress herangeführt werden und lernen, mit Belastungen umzugehen.Gymnasiasten berichten häufig von ihrem schulischen Stress. Vor allem die Umstellung auf G8, die damit verbundene Verdichtung des Lernstoffs und Erhöhung der Wochenstundenzahl lassen bei Schülerinnen und Schülern wie bei Lehrkräften den Stresspegel ansteigen. Dabei sollte Schule nicht nur Stressor sein, sondern auch ein Ort, an dem Stressbewältigung erlernt und eingeübt wird.Die verkürzte Gymnasialzeit G8 mit ihrem stark gestiegenen Leistungspensum hat den Druck auf den Einzelnen, aber auch auf die Klassen- und Kursgemeinschaften sowie auf die Lehrkräfte enorm erhöht. Viele Kinder und Jugendliche leiden bereits unter Stresssymptomen wie Kopf- und Bauchschmerzen sowie Schlafstörungen. Als häufigste Ursachen gelten Angst vor schlechten Noten und hohe Leistungserwartungen. Es ist jedoch eine Frage der individuellen Disposition, ob und wie man auf Stress reagiert. Was dem einen Herzrasen bereitet, lässt den anderen völlig kalt - es gibt Schülerinnen und Schüler, die selbst bei einer Abiklausur noch einen Ruhepuls vorweisen.Die Schülerinnen und Schüler erlangen theoretisches Wissen über Stress. reflektieren Erfahrungen mit Stress. lernen, mit Anforderungen und Terminen besser umzugehen. entwickeln persönliche Lernstrategien. setzen sich mit Misserfolgen und Problemen auseinander. lernen Entspannungstechniken kennen.

  • Biologie
  • Sekundarstufe II

Gesund essen: Fit durch den Tag

Unterrichtseinheit

Gesundes Essen beeinflusst nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Leistungsfähigkeit. Das richtige Essen zum richtigen Zeitpunkt beugt Müdigkeit und Konzentrationsschwächen vor. Diese Erkenntnis wird gerade im Berufsalltag häufig ignoriert - obwohl man gerade dort den ganzen Tag fit sein muss.Junge Menschen denken beim Essen nicht immer zuerst an die eigene Gesundheit. Doch eine gesunde Ernährung beeinflusst nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Leistungsfähigkeit. Das richtige Essen zum richtigen Zeitpunkt beugt Müdigkeit und Konzentrationsschwächen vor. Diese Erkenntnisse werden in der Ausbildung und im Berufsalltag häufig ignoriert - obwohl man gerade dort den ganzen Tag fit sein muss.Junge Menschen denken beim Essen nicht unweigerlich an die eigene Gesundheit. Im Vordergrund stehen vielmehr Fragen des Lebensstils, der Gewohnheiten im Elternhaus, Gruppenzugehörigkeit, Spaß, Gefühle, pragmatische Gründe. Dementsprechend ist es sinnvoll, das in der Berufsschule erworbene Wissen unmittelbar in die Praxis umzusetzen. Planen Sie deshalb nach dem Motto "Essen schafft Gemeinschaft" mithilfe dieser Unterrichstmaterialien ein gemeinsames gesundes Frühstück. Alle Schülerinnen und Schüler beteiligen sich an den Vorbereitungen. Kulturelle oder regionale Unterschiede sowie soziale Zugehörigkeit werden berücksichtigt und respektiert. Das gemeinsame Essen soll als Orientierungshilfe für gesunde Ernährung dienen. Gut, wenn sein Event-Charakter Interesse weckt und darüber hinaus positive gemeinsame Erfahrungen ermöglicht.Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sich falsche Essgewohnheiten negativ auf das Wohlbefinden, die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit auswirken können. wissen, was für eine gesunde Ernährung günstig und was ungünstig ist. lernen, wie man sich in der Schule oder am Arbeitsplatz gesund ernährt. führen in Kleingruppen selbstständig eine gelenkte Internetrecherche durch und machen sich dabei mit Informationsangeboten einschlägiger Ernährungsportale vertraut. gestalten auf Basis ihrer Rechercheergebnisse und mithilfe einer Präsentationssoftware eigene Rezeptbücher.

  • Fächerübergreifend

Allergien: Gefährlicher Kontakt

Unterrichtseinheit

Schülerinnen und Schüler sollen schon vor der Ausbildung ihr eigenes Allergierisiko realistisch einschätzen und im Hinblick darauf für ihren Berufswunsch bewusst Verantwortung übernehmen können.Die Haut ist gerötet, geschwollen und juckt? Die Augen tränen, die Nase trieft? Häufig weisen solche Symptome auf eine Allergie hin. Allergien sind weit verbreitet, an bestimmten Arbeitsplätzen ein Problem und für Berufseinsteiger oftmals eine böse Überraschung. Das Thema ist daher für junge Berufseinsteiger ein absolutes Muss. Schülerinnen und Schüler sollen ihr Allergierisiko realistisch einschätzen und im Hinblick darauf für ihren Berufswunsch bewusst Verantwortung übernehmen können.Das Thema "Berufsbedingte Allergien" ist für junge Menschen vor der Berufswahl und für Berufseinsteiger ein absolutes Muss. Viele reagieren bereits vor dem Berufseinstieg überempfindlich auf allergene Substanzen und leiden unter Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma. Das Problem: Wer bereits durch eine Allergie vorbelastet ist, trägt ein erhöhtes Risiko, im Job eine weitere Allergie zu entwickeln oder die bestehende zu verschlimmern.Die Schülerinnen und Schüler begreifen, dass eine berufsbedingte Allergie ernste Folgen nach sich ziehen kann. erfahren, mit welchen Allergie auslösenden Substanzen man im Berufsalltag rechnen muss. recherchieren selbstständig über berufsbedingte Allergien im Internet und machen sich dabei mit Informationsangeboten der gesetzlichen Unfallversicherungsträger vertraut. bearbeiten Aufgaben in der Kleingruppe und stärken damit ihre Teamfähigkeit.

  • Fächerübergreifend

Gesundheitsfördernde Ernährung

Unterrichtseinheit

Die Schülerinnen und Schülern führen eine Umfrage zum eigenen Ernährungsverhalten durch und thematisieren dabei die häufigsten Fehler: zu viel Süßes und Fettes, zu wenig Obst und Gemüse und gleichzeitig zuviel Salz durch Fertigprodukte.Die Informationskampagne zur Ernährung von fD21, einer Initiative zur Förderung der Fußballjugend, will die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler in Schule und Freizeit fördern. Das Projekt soll verdeutlichen, was bei der Nahrungsaufnahme zu beachten ist. Als Einstieg in die Thematik dient eine Umfrage. Mithilfe eines selbst entwickelten Fragebogens sammeln die Lernenden der Klassen 5 bis 10 Informationen zum eigenen Essverhalten. Anschließend werten sie die Umfrageergebnisse aus und entwickeln gemeinsam Tipps und Regeln für eine gesundheitsfördernde Ernährung. Einsatz digitaler Werkzeuge Neben den Informationen zur ausgewogeneren Ernährung sollen die Schülerinnen und Schüler das Erstellen, Durchführen und Auswerten einer Umfrage erlernen. Dabei bietet sich an, digitale Werkzeuge zu nutzen, zum Beispiel Tabellenkalkulationsprogramme oder die kostenfreie Software für Grafik und Statistik, GrafStat. Die Umfrage mittels des Fragebogens könnte man zum Beispiel auf folgende Themen ausrichten: Analyse des Essverhaltens Wie sehen das Frühstück, das Mittag- und Abendessen sowie eventuelle Zwischenmahlzeiten aus? Bedeutung von Pausensnacks und Fastfood Was gibt es im Schulcafé oder am Kiosk? Wie häufig kauft man dort ein? Gibt es Alternativen? Was essen wir den ganzen Tag über? Häufig verzehrte Lebensmittel werden auf ihren Nährwert untersucht und dem Energiebedarf gegenübergestellt. Kognitive Lernziele Analyse der Nahrungszusammensetzung im eigenen Lebensumfeld Erkennen der Zusammenhänge zwischen geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit sowie der Ernährung Erlernen von methodischen Fähigkeiten anhand eines Fragebogens Affektive Lernziele Erkennen der Wirkung des eigenen Essverhaltens Reflektion der Essgewohnheiten Umsetzen in der eigenen Ernährung Soziale Lernziele Förderung der Kommunikations- und Kritikfähigkeit durch Gruppenarbeit Organisation und Durchführung arbeitsteiliger Arbeit

  • Biologie
  • Sekundarstufe I

Unterrichtsmaterial: Wie frühstückt die Welt?

Unterrichtseinheit

In diesem Unterrichtsprojekt "Wie frühstückt die Welt?" zum Thema Ernährung hinterfragen die Lernenden mithilfe einer Umfrage ihre eigenen Frühstücksgewohnheiten und lernen, was ein gesundes Frühstück ausmacht.Mit einer Fragebogenaktion ermitteln die Kinder die Frühstücksgewohnheiten ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. Gleichzeitig sammeln sie Informationen über das Frühstück in anderen Ländern. Sie testen verschiedene Frühstücksempfehlungen und stellen gemeinsam ein Müsli her. Alle Rezepte werden in einem Kochbuch zusammengestellt und weitere Arbeitsergebnisse im Internet präsentiert. Zum Abschluss der Reihe gibt es ein internationales Frühstücksfest mit Eltern, Freunden, Bekannten und Verwandten.Das Unterrichtsprojekt greift eine Alltagserfahrung der Kinder auf: das tägliche Frühstück. Sie sollen Problembewusstsein für die Bedeutung eines gesunden Frühstücks entwickeln. Zentrale Lernziele sind dabei selbstgesteuertes Lernen und die Erweiterung der Kompetenzen im Umgang mit verschiedenen Medien. Arbeitsteilig erarbeiten verschiedene Gruppen unterschiedliche Aspekte des Themas. Um ihre Ergebnisse abschließend auf einer eigenen Internetseite zu präsentieren, müssen sie kooperieren und sich austauschen. Anknüpfen an Alltagserfahrungen Ernährungsfragen sind nur dann sinnvoll mit Kindern im Grundschulalter zu bearbeiten, wenn sie eine Chance zur Einflussnahme haben. Das Thema Frühstück ist deshalb besonders gut geeignet. Die Schülerinnen und Schüler gehen von ihren persönlichen Erlebnissen und Einflussmöglichkeiten aus. Ihre Perspektive weitet sich, indem sie andere Klassen befragen und schließlich morgentliche Ernährungsgewohnheiten in der Welt untersuchen. Im Laufe der Unterrichtsreihe entwickeln sie sich so zu "Frühstücksexperten". Anbindung an den Lehrplan Sowohl im Fach Deutsch als auch im Sach- und Kunstunterricht lässt sich beim Thema "Wie frühstückt die Welt?" problemlos der Bezug zum Lehrplan herstellen. Im Fach Deutsch steht der Handlungsbereich "Sich informieren und sachbezogen verständigen" im Vordergrund. Informationen zu sammeln, zu ordnen und weiterzugeben ist ebenfalls Lernfeld des Sachunterrichts. Hinzu kommen die Planung der Informationsbeschaffung (Fragebogen), des Abschlussprojektes (internationales Frühstücksfest) und das eigenständige Unterscheiden und Vergleichen von Ergebnissen. Der Themenbereich "Essen und Trinken" ist im Rahmenplan für das Fach Kunst ebenfalls vorgesehen. Die Schülerinnen und Schüler können Werbeplakate für ein gesundes Frühstück und Einladungen für das Abschlussfrühstück kreativ gestalten. Das Projekt "Wie frühstückt die Welt?" ist Teil des SEMIK-Projektes (Systematische Einbeziehung von Medien, Informations- und Kommunikationstechnologien in Lehr- und Lernprozesse). Es wurde als einer der besten Beiträge ausgezeichnet. Die Schülerinnen und Schüler erkennen den Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit. prüfen eigene Frühstücksgewohnheiten kritisch. sammeln Rezepte, führen sie aus und schätzen ihren Wert für die Ernährung ein. erkunden die Frühstücksgewohnheiten anderer Länder und schätzen diese ein. planen und organisieren ein Frühstücksfest mit Gästen. dokumentieren ihre Arbeitsergebnisse im Internet.

  • Ich und meine Welt / Sache und Technik
  • Primarstufe

Globales Lernen: Aids bedroht Jugendliche weltweit

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Bedrohung durch Aids" bietet Arbeitsvorschläge und Projektideen, wie sich das Thema Aids unter einer ebenso globalen wie differenzierten Perspektive in den Unterricht einbinden lässt."Jugendliche unterschätzen die Gefahr von Aids" - Schlagzeilen wie diese weisen auf die große Sorglosigkeit und Unwissenheit deutscher Schülerinnen und Schüler beim Thema Aids hin. Trotz verschiedener Kampagnen, frei zugänglicher Informationen und allgegenwärtiger witziger Kondomwerbung ist Aids für die meisten Jugendlichen bei uns kein Thema: "Eine HIV-Infektion, das passiert mir doch nicht!" Darin unterschieden sie sich nicht von Gleichaltrigen in Osteuropa, Afrika oder in Asien. Wenn Aids Alltag ist Was bei uns ein riskantes Verhalten ist, wird zur tödlichen Gefahr in den Ländern, in denen 20 bis 50 Prozent der jungen Leuten das HI-Virus in sich tragen. In Südafrika kennt jeder einen Aids-Infizierten, am Wochenende ist man auf einer Beerdigung und fast jede Familie hat bereits Waisenkinder aus der Verwandtschaft aufgenommen - Aidswaisen. Die Jugendlichen dort müssen sich dem Problem HIV-Infektion stellen, wenn sie überleben wollen. Und auch uns kann es nicht gleichgültig sein, wenn sich alle sechs Sekunden jemand auf der Welt mit dem Aids-Virus ansteckt. Selbstständig recherchieren und präsentieren Der Artikel liefert Anregungen, wie das Thema Aids im Unterricht oder in Projekten aufgegriffen werden kann. Neben Methoden der Informationsrecherche werden dabei kreative Methoden der Ergebnispräsentation (Wandzeitung, Umfrage, ...) vermittelt. Durch selbstständiges Lernen in Kleingruppen sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Sozial- und Planungskompetenzen ausbauen. Aids im Unterricht Die Ideen dieser Unterrichtsanregung zum Thema Aids wollen eine Brücke schlagen zwischen den Jugendlichen hier und den Jugendlichen in Afrika. Das südliche Afrika dient dabei als Beispiel für eine der weltweit am stärksten betroffenen Regionen. Die modular konzipierten Projektvorschläge bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln im Unterricht eingesetzt und abgewandelt werden. Im Zentrum stehen die Fragen Was hat Aids mit mir zu tun? Warum ist Aids zu einer weltweiten Katastrophe geworden, wieso betrifft es einige Länder stärker als uns? Wie kann man als Kind oder Jugendlicher überhaupt für die Zukunft planen, wenn der Aids-Tod zum Alltag gehört? Was ist der beste Schutz vor Aids: Enthaltsamkeit, Kondome oder andere Mittel? Ablauf der Unterrichtseinheit "Aids bedroht Jugendliche weltweit" Die folgenden Seiten geben Aufschluss über die Durchführung der Unterrichtseinheit "Aids bedroht Jugendliche weltweit". Das Thema Aids im Unterricht Informationen zum Grundlagenteil und zu den einzelnen Unterrichtsmodulen. Ideen für den Einstieg Fallbeispiel, Zeitungsanalyse oder Kartenabfrage - Ideen für die Einführung des Themas. Themenschwerpunkte der Arbeitsgruppen Die Arbeitsvorschläge für die einzelnen Gruppen können modular eingesetzt und variiert werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen wesentliche Fakten über Aids, die Infektionswege und Schutzmöglichkeiten kennen. werden sich der Ausmaße des Problems HIV/Aids weltweit bewusst und erkennen, dass Mädchen und Frauen weltweit am meisten von Aids betroffen sind. gewinnen Einblicke in die Alltagsprobleme von Kindern und Jugendlichen, die in einem Land im südlichen Afrika leben und von Aids besonders betroffen sind. setzen sich mit den verschiedenen Präventionsmöglichkeiten und den ihnen zu Grunde liegenden Wertentscheidungen auseinander. erkennen, dass Aids nicht nur ein Problem von "Randgruppen" ist. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen das Internet als Medium zur Recherche ein. lernen Online-Ausgaben von Tageszeitungen und Fernsehsendern kennen und nutzen ihre Archive. vergleichen Medienberichte zum UNAIDS-Bericht und zum Welt-Aids-Tag. Politik, Biologie, Geographie oder Religion/Ethik In den Lehrplänen der unterschiedlichen Schulformen im Bereich der Sekundarstufe I gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte zum Thema Aids. Sowohl in Geografie (Probleme eines Entwicklungslandes), in Religion (Auseinandersetzung mit Sterben und Tod), Sozialkunde/Gemeinschaftskunde (Verantwortung für Mitmenschen), Ethik (Lebensgestaltung und Verantwortung) als auch in Biologie (Sexualkunde) hat das Thema seinen Platz. Fächerverbindender Unterricht oder Projektarbeit Die Auseinandersetzung mit Aids hat eine weltweite soziale und gesellschaftliche Dimension. Außerdem ist Aids ein Thema, das jeden Einzelnen persönlich betreffen kann - zum Beispiel bei der Partnerwahl. Aids ist daher kein einfaches Thema für den Unterricht. Über reine biologische Fakten hinaus geht es dabei um ethische Werte wie Verantwortung, Selbstbestimmung, Solidarität und um weltanschauliche Grundeinstellungen im Umgang mit Sexualität. Wegen dieser Vielschichtigkeit eignet sich das Thema gut für einen fächerübergreifenden Unterricht, für Projekttage oder Aktionswochen. Es ist aber selbstverständlich möglich, Aspekte der Unterrichtseinheit im fachgebundenen Unterricht zu behandeln - zum Beispiel in den Sozialwissenschaften oder in Religion. Basiswissen zu Aids Die verschiedenen Projektvorschläge zum Thema Aids gehen auf unterschiedliche Aspekte ein und ergänzen sich, sind allerdings auch einzeln im Unterricht einsetzbar. Ein biologisches Basiswissen zu Aids ist in der Klasse jedoch erforderlich, damit nicht "aus dem hohlen Bauch" heraus über Prävention oder Behandlungsmöglichkeiten gesprochen wird. Dieses Basiswissen kann im Rahmen einer der Projektgruppen erarbeitet werden, die nötigen Hinweise dazu finden sich im Projektvorschlag 1. Vielleicht ist dieses Grundlagenwissen jedoch bereits im Biologieunterricht oder einer Projektwoche erarbeitet worden und muss nur kurz aktualisiert werden. Bevor die Klasse oder die Arbeitsgruppen sich den anderen Projektthemen widmen, können Sachinformationen über Aids auch kurz vorangestellt werden: Per Referat von einer Arbeitsgruppe/einem Klassenmitglied, die/das sich sachkundig gemacht hat. Durch eine "klassische" Hausaufgabe der Einzelnen, deren Ergebnissen in der Klasse zusammengetragen werden. Von der Lehrkraft im Rahmen eines kurzen Vortrags. Unterrichtsschwerpunkt: Südliches Afrika Auch wenn die Aids-Pandemie ein Problem von globalem Ausmaß ist, ist es sinnvoll, an einem Ort genau hinzuschauen, um die Lage der Menschen an einem konkreten Beispiel kennen zu lernen und zu verstehen. Die Lösungsansätze, die die Betroffenen entwickelt haben, sehen in Osteuropa anders aus als in den Ländern Asiens oder Afrikas oder als bei uns. Aids betrifft alle Teile einer Gesellschaft. Lösungen können daher nur aus dieser Gesellschaft kommen und nicht von Experten am Tisch in irgendeiner westlichen Metropole entwickelt werden. Die folgenden Beispiele stammen deshalb vorwiegend aus Süd- und Zentralafrika, Regionen, die besonders stark von Aids betroffen sind. Global, aber differenziert betrachten Im Sinne des globalen Lernens ist es wichtig, ein differenziertes Bild der Ursachen und Auswirkungen von Aids zu entwickeln und die eigenen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen. All zu leicht werden in der Aids-Berichterstattung Katastrophenszenarien entwickelt, die zu Abwehrreaktionen statt zu kritischer Auseinandersetzung und Solidarität führen. Mitbedacht werden müssen bei diesem Thema auch die Vorurteile, die aus Afrika ohnehin einen "Katastrophenkontinent" machen. Es wäre fatal, wenn das Ausmaß der Aids-Infektion nun zu einem weiteren Mosaikstein in diesem Bild würde, anstatt die Ursachen differenziert zu sehen und die beachtlichen Anstrengungen der afrikanischen Gemeinschaften zu würdigen, mit den anstehenden Problemen weiter zu leben. Schließlich unternehmen dort Nachbarschaftsgruppen, Aktionskreise oder Kirchengemeinden alles, um das soziale Zusammenleben und die Zukunft ihrer Gemeinschaft aufrechtzuerhalten. Internet bietet Aktualität und Bezug zur Lebenswelt Die Aids-Problematik entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter. Der Bezug zur Aktualität und die Hinweise auf die Arbeit von Initiativen und Organisationen können Jugendlichen den Bezug zu ihrer Lebenswelt verdeutlichen. Die verschiedenen Projektgruppen greifen daher auf Materialien und Berichte im Internet zurück. Dabei sollten sie einzelne Arbeitsblätter und Hintergrundinformationen, Statistiken oder Zeichnungen in neuen Zusammenhängen befragen. Genaue Angaben über die verantwortlichen Organisationen helfen Ihnen bei der Einordnung der Informationen. Insgesamt sollen sie lernen, die Angaben verschiedener Internetquellen zu vergleichen und Zielsetzungen zu erkennen. Ein persönlicher Bericht aus Deutschland Irene Müller erfuhr nach der Geburt ihres zweiten Kindes, dass sie HIV-positiv ist. Sie lebte von dem Vater ihrer Kinder getrennt und ihr neuer Partner hatte ihr seine Infektion verschwiegen. In der Broschüre "Aids hat viele Gesichter" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) berichtet sie in einem Interview über ihr Leben mit der Infektion in einer süddeutschen Kleinstadt. 1996 starb sie an den Folgen ihrer Krankheit. Synchrone oder diachrone Vergleiche der Berichterstattung Zur Zeit der großen Weltaidskonferenzen (2002 in Durban, 2004 in Bangkok) häuften sich die Artikel über das Ausmaß der Aids-Pandemie und das Ausbleiben einer adäquaten Hilfe. Anlässlich des Weltaidstages am 1.Dezember 2004 wird in den Medien sicher wieder über Aids in der Welt berichtet. Im Unterricht bietet sich eine synchrone oder diachrone Untersuchung der Berichterstattung an: Haben sich die Schlagzeilen und Themenschwerpunkte in der Aids-Berichterstattung in den vergangenen Jahren geändert? Wie berichten verschiedene Zeitungen über ein Ereignis wie den UNAids-Bericht 2004? Welche Schlagzeilen gibt es, welche Bilder, was wird in den Mittelpunkt gestellt? Im Anhang finden Sie einige ausgewählte Berichte zum UNAids-Bericht 2004. Ältere Zeitungsartikel können die Schülerinnen und Schüler im Online-Archiv der jeweiligen Tageszeitungen und Zeitschriften oder über Suchmaschinen recherchieren. Brainstorming oder Schreibgespräch Zum Einstieg in das Thema sind auch Methoden der Moderationstechnik wie eine Kartenabfrage zu Aspekten wie "Bei Aids denke ich an..." oder "Aids in Afrika ist...". Eine weitere Möglichkeit ist das "stumme Schreibgespräch". Eingangsstatements könnten dabei Aussagen sein wie "Aids ist die schlimmste Krankheit, von der die Menschen betroffen sind" oder das provozierende Statement "Über Aids mache ich mir keine großen Sorgen". Wer die Schülerinnen und Schüler direkt beim Einstieg zu individuellen Stellungnahmen bewegen möchte, sollte allerdings bedenken, dass je nach "Klassenklima" oder Gruppendynamik bei einigen Jugendlichen Hemmschwellen vorhanden sind. Dieser persönliche Zugang zum Thema setzt sicherlich ein gutes Verhältnis zwischen den Jugendlichen und der Lehrkraft, aber auch innerhalb der Klasse, voraus. Internetadressen für die Informationsrecherche gibt es auf allen Arbeitsblättern und in der Rubrik "Externe Links" auf der Startseite des Artikels. Nicht nur Randgruppen sind betroffen Aids ist nicht nur ein Problem von Randgruppen, von Drogenabhängigen, Prostituierten oder so genannten "homosexuellen Abenteurern" - jeder Jugendliche muss damit rechnen, sich zu infizieren, wenn er oder sie sich nicht schützt. Der Weltaidstag 2004 hat die Situation von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt gestellt - und damit sind nicht nur diejenigen in Afrika oder Asien gemeint. Die Projektgruppe zu diesem Themenschwerpunkt informiert sich per Internet-Recherche über folgende Fragen: Was bedeuten die Begriffe Aids und HIV? Seit wann gibt es Aids? Wie stark ist Aids in der Welt verbreitet? Wie wird Aids übertragen? Wie wirkt eine Infektion mit dem HI-Virus im Körper? Welche Medikamente helfen Aids-Infizierten? Gibt es ein Heilmittel gegen Aids? Was kann ich im Kontakt mit HIV-Infizierten alles tun, ohne Angst vor Ansteckung? Präsentation der recherchierten Informationen Die Gruppe kann eine Wandzeitung mit selbst gezeichneten Comics und kurzen Statements zu Aids erstellen. In einem weiterführenden Schritt ist eine Umfrage zum Thema Aids möglich. Die Gruppe erarbeitet dafür einen kurzen Fragebogen, zum Beispiel mit dem Multiple choice-Verfahren, bei dem richtige und falsche Antworten vorgeben sind. Die Umfrage wird auf dem Schulhof oder in der Innenstadt durchgeführt. Das kann mit einem seriös aussehenden Fragebogen geschehen, aber auch witzig aufgemacht, mit richtigen und absurden Antworten - je nach Entscheidung der Arbeitsgruppe. Die Umfrageergebnisse werden dann per Wandzeitung oder in einem Beitrag auf der Schulhomepage präsentiert. Aids breitet sich weiter aus Die Zahl der HIV-Infektionen hat 2004 weltweit einen neuen Höchststand erreicht. Nach einer Studie der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit fast 40 Millionen Menschen mit dem Aids-Virus. Allein 2004 starben mehr als drei Millionen Menschen an der Krankheit, heißt es in dem Bericht. Krisenregion Nummer eins ist nach wie vor das südliche Afrika. Aber auch in Asien und Osteuropa steigt die Zahl der Infektionen dramatisch - und auch in Deutschland gibt es Aids. Die Verbreitung der Krankheit in den Regionen der Welt unterscheidet sich jedoch stark. In Deutschland waren Ende 2003 rund 43.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert, also circa 0,05 Prozent der Bevölkerung, in Burundi ist jeder Fünfte HI-positiv ( 20 Prozent der Bevölkerung), in Botswana sogar jeder Dritte (33 Prozent der Bevölkerung). Ein Trend ist dabei deutlich zu erkennen: Fast die Hälfte der HIV-Infizierten weltweit sind nach Angaben der UNO inzwischen Frauen. Konkrete Beispiele vergleichen Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der unterschiedlichen Verbreitung von Aids in der Welt auseinander setzen. Sie sollen die Probleme der einzelnen Länder bei der Bekämpfung der Pandemie erkennen und die einzelnen Strategien diskutieren. Es ist sinnvoll, diese Fragen an konkreten Beispielländern zu recherchieren. Auch wenn das südliche Afrika das weltweit am stärksten betroffene Gebiet ist, gilt es zwischen der Politik und den Maßnahmen der einzelnen Länder zu unterscheiden, um den Jugendlichen ein differenziertes Bild zu vermitteln. Präsentation der recherchierten Informationen Die Zahlen zu Aids sind so erschreckend, dass es einer kreativen Umsetzung bedarf, damit wir sie überhaupt wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise Pflastersteine auf dem Schulhof mit Kreide bemalen: Von hundert Steinen werden 33, also jeder Dritte rot bemalt - so hoch ist die Zahl der HIV-Infizierten in Botswana. Oder sie können eine Collage aus Köpfen erstellen, in der jede Dritte Person nur als dunkler Umriss zu erkennen ist. Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es eine tickende Uhr die anzeigt, wie häufig sich weltweit ein Mensch mit Aids ansteckt. Vielleicht fallen Ihnen und der Arbeitsgruppe noch weitere Möglichkeiten einer kreativen Umsetzung der Statistiken ein. Weg von anonymen Zahlen Zahlen sagen nur wenig darüber aus, wie Kinder und Jugendliche mit der Bedrohung durch Aids leben, zum Beispiel im südlichen Afrika, dem Gebiet mit den weltweit höchsten Aids-Raten. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in dieser Arbeitsgruppe mit persönlichen Berichten und Lebensbeschreibungen von Kindern auseinander, die Eltern, Geschwister oder Freunde durch Aids verloren haben oder selbst mit Aids leben. Neben Materialien von Hilfsorganisationen wie dem Kinderaidsfonds oder Unicef bieten sich Jugendromane zum Thema an. "Das Rätsel des Feuers" von Henning Mankell oder "Township Blues" von Lutz van Dijk sind zwei empfehlenswerte Beispiele zu diesem Thema (mehr Informationen dazu unter "Unterrichtsmaterialien" in der Rubrik Zusatzinformationen auf der Startseite des Artikels). Verschiedene Arbeitsgruppen werten je eine der genannten unterschiedlichen Quellen aus. Folgende Aspekte stehen dabei im Vordergrund: Was bedeutet es für Kinder, wenn die Eltern oder Geschwister an Aids sterben? Welche Träume und Zukunftspläne haben diese Jugendlichen? Welches sind die Hauptprobleme, was Wohnen, Schule oder Ernährung angeht? Wo setzen Projekte von Hilfswerken an? Präsentation der recherchierten Informationen Die Möglichkeiten, die Ergebnisse der gesamten Klasse oder der Schulöffentlichkeit zu präsentieren, sind vielfältig. Sie reichen vom kreativen oder journalistischen Schreiben bis hin zur Wandzeitung. Eine Möglichkeit der Aufarbeitung ist es, selbst Kurzgeschichten über einen der porträtierten Jugendlichen zu schreiben. Die Arbeitsgruppe kann mit ausgewählten Geschichten eine Lesung veranstalten (auf einem Aktionstag). Ein Artikel in der Schülerzeitung ist für die Leser interessant, wenn dabei eines der von Aids betroffenen Kinder aus dem südlichen Afrika vorgestellt wird und die Erfahrungen der Arbeitsgruppe in der Auseinandersetzung mit Aids ein Thema sind. Im Rahmen einer Schreibwerkstatt können die Schülerinnen und Schüler eine eigene Geschichte schreiben. "Was ist mir wichtig im Leben?" "Was wäre, wenn jemand aus meiner Familie /meinem Freundeskreis sich infizieren würde?" Gibt es eine offene Atmosphäre in der Arbeitsgruppe, so sind Gespräche möglich: Was würde es für ein Kind in Deutschland bedeuten, wenn beide Eltern sterben? Was wäre gleich, was anders als in Afrika? Eine eher kognitive Art der Aufarbeitung steht im Vordergrund, wenn die Gruppe eine Wandzeitung mit einer Dokumentation über die Probleme und Lösungsmöglichkeiten rund um Aids in den Ländern des südlichen Afrika erstellt. Unterschiedliche Weltbilder Keiner muss Aids bekommen, der Schutz ist ganz einfach: "Man muss nur keinen Sex haben", sagen die Einen. "Man muss nur Kondome benutzen - Safer Sex ist angesagt!", sagen die Anderen. Und trotzdem steigt die Zahl der Jugendlichen, die sich infizieren. Weltweit! Wie muss eine erfolgreiche Aidsprävention aussehen? Unterschiedliche Organisationen engagieren sich im weltweiten Kampf gegen Aids: kirchliche Gruppen, Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO), UNAIDS, die Aidshilfe... Sie haben nicht nur verschiedene Arbeitsschwerpunkte, sondern vertreten auch unterschiedliche Strategien in der Prävention. Die Auseinandersetzung mit diesen, auch weltanschaulich bedingten Unterschieden ist Teil dieser Gruppenarbeit. Abstinenz ... Die kirchlichen - katholische wie evangelische - Hilfswerke engagieren sich in der Aidsprävention auf der Grundlage der "ABC-Strategie". Dabei steht A für Abstinenz, B für "be faithfull"- also Treue zum Partner und C für "condom" (für diejenigen, die den christlichen Lebensstil nicht schaffen). Der Schwerpunkt der Kampagne liegt darin, den jungen Leuten Mut zum "Nein" zu machen, zum Recht, über ihren Körper zu verfügen. In Tansania wurde dazu die "Flotte der Hoffnung" entwickelt, auf die sich viele Materialien des Kinderaidsfonds beziehen. Besonders pointiert stellt Bischof Hubert Bucher von Bethlehem (Südafrika) in einem Hirtenbrief klar, dass "sicherer Sex" durch Kondome seiner Meinung nach ein Mythos ist, der zur raschen Verbreitung von Aids beiträgt. ... oder Safer Sex? Diese Meinung, die von etlichen afrikanischen Bischöfen geteilt wird, ist eine pointierte Gegenposition zur Safer Sex Kampagne, so wie sie von der Aidshilfe oder der BzgA unterstützt wird. UNICEF Namibia unterstützt dagegen zwei Kampagnen "My future is my choice" und "Take control". Die Schülerinnen und Schüler sollen die unterschiedlichen Strategien der Aids-Bekämpfung, ihre Wirksamkeit und ihre Wirkung auf Jugendliche diskutieren. Präsentation der recherchierten Informationen Die Klasse kann sich aufteilen und über die verschiedenen Strategien der Prävention informieren. Danach wird eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Eventuell können einige Schülerinnen und Schüler im Rollenspiel die Positionen verschiedener Organisationen vertreten, während das Publikum kritisch nachfragt. Denkbar ist auch eine Collage zur Safer Sex Kampagne. Mit der Digitalkamera werden dafür Plakate, Kondom-Automaten oder -Läden aufgenommen. Eine weitere Möglichkeit sind Gesprächskreise (eventuell getrennt nach Jungen und Mädchen) zum Thema "My future is my choice". Sie verbinden die eigenen Erfahrungen der Jugendlichen mit den Informationen über Aids-Kampagnen in den Ländern des südlichen Afrika. Henning Mankell: Das Rätsel des Feuers Eine Erzählung von Sofia aus Mosambik, die damit konfrontiert wird, dass ihre Schwester Rosa sich mit AIDS infiziert. Das Buch gibt einen guten Einblick in das Denken und Handeln von Jugendlichen in einem afrikanischen Dorf, von ihren Träumen und Sorgen, der ersten Liebe und den Folgen, die AIDS für diese Gemeinschaft hat. (Jugendroman, ab 12 Jahre, Oetinger Verlag, 216 Seiten, 10,90 €) Lutz van Dijk: Township Blues Aids, Gewalt und Armut prägen die Lebensbedingungen von Jugendlichen in südafrikanischen Townships. Mit Respekt und Wärme erzählt dieses Jugendbuch von der 14-jährigen Thina, die nach einer Vergewaltigung durch andere Jugendliche HIV positiv ist und ihrem Freund Thabang, dessen Mutter gerade an Aids gestorben ist. (Jugendroman, ab 14 Jahre, Bertelsmann TB, München 2003, 5,90 €; kostenlos zu beziehen bei der Landeszentrale für politische Bildung NRW)

  • Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Rauchprävention: hautnah und interaktiv mit digitalen Medien

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Rauchprävention" zeigt anhand zwei ausgewählter Beispiele aus der Präventionsarbeit, wie Jugendliche mithilfe digitaler Medien vom Rauchen abgebracht werden sollen.Jugendliche greifen immer früher zur ersten Zigarette. Auch wenn die Bundesregierung seit den 1990er Jahren einen Rückgang der Zahl jugendlicher Raucher vermeldet, rauchten 2016 noch immer zehn Prozent der 12- bis 17-jährigen. Die Thoraxklinik Heidelberg und das Internetportal www.drugcom.de beziehen neue Medien gezielt in ihre Präventionsarbeit ein und bereichern sie mit informativen und interaktiven Elementen. Deutsche Jugendliche als Raucher in Europa Spitze Gerade unter Jugendlichen ist die Entwicklung des Rauchverhaltens Besorgnis erregend. Statistisch gesehen greifen sie inzwischen mit 14,8 Jahren zur Zigarette, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Auch wenn die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, im September 2004 bekannt gab, die Zahl jugendlicher Raucher sei seit 2001 rückläufig, ist das kein Grund zur Entwarnung. Die Mädchen machen es nach Verschiedene bundesdeutsche Statistiken zum Rauchverhalten erfassen unterschiedliche Altersgruppe, unterscheiden sich daher in ihren prozentualen Angaben zum Anteil der Raucher an der Zielgruppe. Auffällig ist aber in allen Untersuchungen, dass immer mehr Mädchen rauchen. Während der Anteil der Raucherinnen und Raucher an der Gesamtbevölkerung in den vergangenen Jahren leicht zurückging (1999 lag er bei 28,3 Prozent, 2003 bei 27,5 Prozent, so das Statistische Bundesamt), stieg die Kurve bei Mädchen an. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nahm der Anteil der Raucherinnen im Alter von 12 bis 15 Jahren von 1993 bis 2001 von 12 auf 21 Prozent zu. Vorteile neuer Medien Informationen allein wirken nicht Rauchprävention muss in der Schule und Jugendarbeit weiterhin einen festen Platz haben. In vielen Schulprogrammen ist sie ohnehin verankert. Das Problem: Selten fehlt es Jugendlichen an Informationen über die suchtfördernden, gesundheitsschädlichen Wirkungen des Nikotins. Info-Broschüren, kritische Schulbuchbeiträge, Diskussionen mit Lehrkräften oder Mitarbeitern der Drogenberatungsstelle vor Ort informieren zwar, ihre abschreckende Wirkung aber ist begrenzt, der pädagogische Zeigefinger ohnehin kontraproduktiv. Individuelle Angebote mit Interaktionsmöglichkeiten Die Einbeziehung neuer Medien in die Präventionsarbeit bietet gleich mehrere Vorteile. Einerseits fördert die Affinität Jugendlicher gegenüber Internet und Co. ihre Motivation, sich über Online-Informationsangeboten mit dem Thema auseinander zu setzen. Sie lernen, das Internet nicht nur als Spaß-Medium zum Mailen, Chatten oder wahllosen Surfen, sondern gezielt als Informationsquelle zu nutzen. Andererseits bieten Online-Angebote interaktive Elemente wie Wissenstests, Tests zum Drogenkonsum oder anonyme Beratung, die besser auf individuelle Fragen und Gewohnheiten der Jugendlichen eingehen können als jedes Schulbuch. Ausgewählte Projekte Die Technik der neuen Medien ermöglicht sogar Einblicke, die weit über die Grenzen des Klassenraums hinausgehen, zum Beispiel bis hin zur Videokonferenz aus der Endoskopie der Thoraxklinik Heidelberg, der größten Lungenfachklinik Deutschlands. Und auch die Hemmschwelle, Probleme in der anonymen Online-Beratung des Portals www.drugcom.de zu besprechen, ist geringer als bei einem Gespräch mit Mitarbeitern der Drogenberatung, bei dem nicht nur die gesamte Klasse, sondern auch die Lehrerin oder der Lehrer zuhören. Rauchprävention der Thoraxklinik Heidelberg: Per Videokonferenz in den OP Die Thoraxklinik Heidelberg hat ein spezielles Rauch-Präventionsangebot für Schulen entwickelt. Rauchprävention mit drugcom.de: Anonym, individuell, unverkrampft Das Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet täglich eine anonyme Online-Beratung durch Drogen-Experten. Fazit Die rauchfreie Schule ist ein wichtiges Signal, aber keine Garantie für einen Rückgang der Zahl jugendlicher Raucher. Zu einem gesamtgesellschaftlichen Bewusstseinswandel gehört mehr. Rauchprävention in Schule und Familie Bewirkt die rauchfreie Schule einen Imagewandel? Langsam gleitet das Endoskop die Luftröhre hinab in den Tunnel aus feucht schimmerndem Gewebe, vorbei am Gaumenzäpfchen, an den Stimmbändern, hinunter bis in die Bronchien, wo sich dichte Fäden aus gelb-braunem Schleim spannen. Die dunkle Narbe, die die Entfernung des Lungentumors hinterlassen hat, ist hier noch gut zu erkennen. 120 Schülerinnen und Schüler sind live dabei. Nicht im Operationssaal, sondern 300 Meter entfernt im Vortragssaal der Thoraxklinik Heidelberg, der größten Lungenfachklinik Deutschlands. Live dabei: Rauchspuren Im Rahmen der Rauchprävention lädt die Thoraxklinik Heidelberg Schulklassen ein, über moderne Videokonferenztechnik die Untersuchung von Patienten aus der Endoskopie mitzuerleben. 90 Prozent der Patienten in der Thoraxklinik sind oder waren Raucherinnen oder Raucher. Aus diesem Grund hat die Klinik ein Programm entwickelt, das Jugendliche überzeugen soll, gar nicht erst mit dem Rauchen zu beginnen (Primärprävention). Nach einem einführenden Vortrag zum Thema Rauchen wird eine Endoskopie live in den Hörsaal übertragen, bei der die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen direkt an den untersuchenden Arzt stellen können. Fast 20.000 Jugendliche haben die Veranstaltungen seit Juni 2000 bereits besucht, und die Anmeldefristen für Schulklassen sind lang. Authentizität wirkt Den Erfolg erklärt sich Michael Ehmann von der Thoraxklinik durch die Authentizität des Informationsangebotes: "Die Konfrontation mit einer authentischen Situation macht die Wirkung aus. Die Schülerinnen und Schüler erleben keine didaktisierte, sondern eine reale Situation. Die 30-minütige Live-Sequenz beeindruckt sie sichtbar, und beim anschließenden Gespräch mit Patienten aus unserer Klinik wird deutlich, dass die Krankheitsgeschichten sie auch berühren." Wenn ein 52-jähriger Patient von seinem hühnereigroßen Lungentumor berichtet, wenn er erzählt, dass die Metastasen bis in seine Wirbelsäule reichen und er vier Tage pro Woche in der Chemotherapie verbringt, bekommt die statistische Wahrscheinlichkeit, nach der jeder zweite Raucher an den Spätfolgen seiner Sucht erkrankt, ein Gesicht. Die Konsequenzen erkennen Die Heidelberger Mediziner wollen nicht moralisieren. Unverblümt gesteht Prof. Dr. Peter Drings, dass auch er einmal geraucht hat. Aber das ist lange her. Warum er aufgehört hat, muss er den Jugendlichen nach seinem Vortrag und den OP-Bildern nicht mehr erklären. Wer weiterrauchen will, soll es tun, aber sich gleichzeitig der Konsequenzen für seine Gesundheit bewusst sein. Drings betont: "Wer täglich eine Schachtel Zigaretten raucht, 'verzichtet' im Durchschnitt auf acht Lebensjahre. Die Hälfte der Raucher haben eine geringere Lebenserwartung als Nichtraucher. Rauchen ist für 30 Prozent der krebsbedingten Todesfälle verantwortlich. 90 Prozent der Patienten mit Lungenkrebs waren Raucher. Und je früher zur Zigarette gegriffen wird, desto größer das Krebsrisiko. Die meisten Tabaktoten sind keine besonders starken Raucher, aber sie haben sehr früh begonnen." Nicht zu spät kommen Dass die Raucher unter den jugendlichen Besuchern auch nach dem Klinikbesuch erst einmal weiter zur Zigarette greifen, ist den Medizinern bewusst. Stichprobenartige Umfragen in Schulklassen haben jedoch gezeigt, dass besonders die Nichtraucher durch den Klinikbesuch in ihrem Verhalten bestärkt werden. Und in einigen Klassen haben Jugendliche nach einigen Wochen (erst einmal) mit dem Rauchen aufgehört. Das Konzept der Primärprävention scheint aufzugehen. Auch 2005 bauen die Mediziner der Thoraxklinik daher ihr Informationsangebot aus. Sie wollen im OP einfach nicht immer zu spät kommen. Wer stellt sich schon gerne gegen den Star der Klasse, der scheinbar selbstsicher und unbeirrbar behauptet: "Ich rauche, weil es einfach Spaß macht, aber wenn ich will, kann ich jederzeit aufhören." Und auch die Mädchen-Clique kann in der Pause ziemlich zickig werden, wenn eine "Streberin" bekennt, bislang keine einzige Zigarette geraucht zu haben. Allgemeine Diskussionen zum Thema Rauchen sind in den meisten Schulklassen kein Problem. Wenn es aber um den eigenen Zigarettenkonsum, die persönlichen Gründe für das Rauchen oder Nicht-Rauchen geht, erreicht die Debatte einen sensiblen Punkt. Je nach Altersgruppe, Klassenklima und dem Verhältnis zur Lehrkraft ist es für Jugendliche schwer, ihre Erfahrungen mit Zigaretten offen zu thematisieren. Peergroups sind pressure groups Allzu persönliche Fragen der Lehrkraft schüchtern ein oder fordern Selbstdarsteller heraus, denn Peergroups üben in vielen Klassen Druck aus (daher auch die Bezeichnung pressure groups). Sie lassen Nichtraucher gerne als uncoole "Langeweiler" oder "Streber" dastehen. Selbsttests im Internet, betreute Chats oder Foren können in diesem Zusammenhang die Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten oder Drogenkonsum fördern und gut in den Unterricht einbezogen werden. Informationen, Test und Chats Das Internetportal www.drugcom.de informiert über die Wirkung und Abhängigkeitspotenziale von über 150 Drogen und verschiedenste Suchtformen. Im "druglex" sind Alkopops, Cannabis, Ecstasy und Zigaretten ebenso vertreten wie Beruhigungsmittel, Appetitzügler, Kaffee oder "Magic Mushrooms". In acht Online-Tests können Jugendliche ihr Wissen zu Drogen wie Cannabis, Speed, Kokain oder Nikotin testen. Die Besonderheit des Informationsangebotes ist die tägliche Online-Beratung. Im Gruppenchat oder per E-Mail können Jugendliche hier ihre Fragen zum Drogenkonsum loswerden. Die Online-Beratung findet in einem geschützten Beratungsraum statt. Bei besonders schwierigen Fällen versucht das Team, den Kontakt zu den Fragenden aufrecht zu erhalten, zum Beispiel mit der Anregung, sich doch an einem bestimmten Tag noch einmal zu melden und sich dann weiter auszutauschen. Anonym, aber ehrlich Dr. Peter Tossmann von www.drugcom.de unterstreicht die Attraktivität der Online-Beratung für Jugendliche: "Es ist ein professionelles, aber niedrigschwelliges Angebot, wenn man anonym per E-Mail oder Chat Fragen stellen kann. Die User sind unzweifelhaft offener, denn es gibt keinen Grund, die Unwahrheit zu sagen. Der soziale Hintergrund, der Druck einer Clique spielt hier keine Rolle." Jugendliche und junge Erwachsene wenden sich an die Online-Beratung mit Fragen, die für sie subjektiv relevant sind, aber wegen derer sie den Gang zur Drogenberatung oder zum Arzt noch scheuen. Ob es normal ist, nach drei Wochen ohne Nikotin noch Entzugserscheinungen zu spüren oder ob andere gesundheitliche Probleme mit dem Drogenkonsum zusammenhängen können, sind typische Fragen im Zusammenhang mit dem Rauchen. Kein Ersatz für ärztliche Beratung Die Online-Beratung kann die persönliche Beratung nicht ersetzen, aber eine erste Anlaufstelle für individuelle Fragen sein. Darüber hinaus will sie Jugendliche, die offensichtlich Probleme mit - meist illegalen - Drogen haben motivieren, den Schritt zur Drogenberatung oder zum Arzt zu wagen. Im Rahmen eines schulübergreifenden Unterrichtsprojekts hat ein Lehrer den Chat bei www.drugcom.de bereits zum Informations- und Meinungsaustausch unter den Schülerinnen und Schülern genutzt. Zuvor hatte er mit dem Betreuerteam des Forums abgesprochen, wann seine Klasse in das Forum gehen könnte. Die Mär vom harmlosen Genussmittel Dringende Fragen zum Thema Rauchen sind in der Online-Beratung eher selten. Meist betreffen sie Cannabis, Ecstasy und andere illegale Drogen. Ein möglicher Grund: "Die Jugendlichen nehmen Zigaretten weniger als Droge, sondern als Genussmittel wahr. Die Bereitschaft, den eigenen Zigarettenkonsum zu problematisieren ist daher geringer als beim Konsum von Drogen, deren Rauschwirkung sie ganz massiv spüren," so Tossmann. Um das eigene Rauchverhalten kritischer einschätzen zu lernen, entwickelt das Portal derzeit ein Online-Modul nach dem Vorbild von "Check your drinking". Anfang 2005 soll der interaktive Test online sein. Schule ohne Rauch Ob in dreißig Jahren in Deutschland immer noch 140.000 Menschen pro Jahr an den Folgen ihres Nikotinkonsums sterben, hängt unter anderem vom Image der Zigarette und von der Überzeugungskraft der aktuellen Rauchprävention ab. Die rauchfreie Schule ist ein erster Weg, den Zigarettenkonsum zumindest am Vormittag einzuschränken. Wenn der Qualm komplett vom Schulgelände verbannt wird, gilt das Verbot aber nicht nur für Raucherecken auf dem Hof, die Schüler-Toiletten und versteckte Winkel im Fahrradkeller. Auch die Raucherinnen und Raucher im Lehrerzimmer müssen wohl oder über Vorbild sein und ihre Entzugserscheinungen am Vormittag in den Griff bekommen. Die rauchfreie Schule hat Signalwirkung, ist jedoch noch lange kein Garant für einen Rückgang der Zahl rauchender Jugendlicher. Der lange Weg zum Imagewandel Ob sie den Gruppenzwang in der Freizeit einschränken kann, bleibt abzuwarten. Und dass Eltern ihren Kindern schlecht das Rauchen vorwerfen können, wenn sie selbst regelmäßig zur Zigarette greifen, versteht sich von allein. Verbote haben letztlich eine begrenzte Wirkung. Sie greifen, wenn bei Verstößen unangenehme Konsequenzen drohen. Sie lösen aber auch einen enormen Erfindungsreichtum aus, wie sie sich umgehen lassen. Viel wirksamer als das Verbot wäre da ein allgemeiner Imagewandel. Den kann die Schule allein nicht bewirken. Aber es ist gut, dass sie sich nicht um ihre Verantwortung drückt. Die Eltern, die Werbebranche, die Gesundheitspolitik, die Tabakindustrie und natürlich alle Nichtraucher wie Raucher haben ihre eigene. Wenn es eines Tages hieße: "Nikotin, Mundgeruch, Bluthochdruck, Raucherlunge - wie uncool", wären Verbote überflüssig.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Unterrichtsprojekt: Drogen, ihre Wirkung und Gefahren

Unterrichtseinheit

In diesem Unterrichtsprojekt zum Thema Drogen sollen sich die Schülerinnen und Schüler über die Wirkung und Gefahren verschiedener Stoffe informieren, aber auch persönliche Erfahrungen mit dem Thema Drogen diskutieren."Werbung gegen Drogen" wird von den meisten Fachleuten als kontraproduktiv eingeschätzt. Dieses Internetprojekt greift daher vor allem auf attraktive Webangebote zu, die die positiven Seiten eines drogenfreien Lebens in den Vordergrund stellen. Anschließend informieren sich die Schülerinnen und Schüler über Möglichkeiten der Erkennung von und Hilfe bei Drogenabhängigkeit und recherchieren im Internet nach Beratungsangeboten vor Ort.Dieses "Anti-Drogenprojekt" wurde in einer 9. Hauptschulklasse erfolgreich durchgeführt. In modifizierter Form lässt es sich für andere Schularten und Klassenstufen schnell anpassen. Im Rahmen eines solchen Projekts sollten Lehrkräfte genau hinhören, wenn sich die Klasse über das Thema Drogen unterhält. Gerade in der Klassenstufe 8 und 9 gibt es viele Jugendliche, die bereits erste Kontakte mit einer illegalen Droge hatten, haben und eventuell über verschiedene Signale Hilfsangebote gerne annehmen. Das Anti-Drogenprojekt im Unterricht Detaillierte Informationen zu den einzelnen Unterrichtsphasen. Erweiterungsmöglichkeiten Anti-Drogenprojekt Eine Analyse der persönlichen Stärken und Schwächen soll auf mögliche Konfliktsituationen vorbereiten. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick darüber, welche Substanzen als Drogen eingestuft werden, und unterscheiden zwischen legalen und illegalen Drogen. lernen Gründe für eine Drogensucht kennen. beschreiben eine ausgewählte (illegale) Droge ausführlich (Herkunft, Wirkung, Gefahren ...). lernen mögliche strafrechtliche Folgen durch Drogenbesitz kennen. können sich über die Beratungsangebote vor Ort erkundigen und mögliche Hilfen für gefährdete Freunde nennen. stellen eine Hausarbeit zum Thema zusammen und präsentieren und diskutieren ihre Arbeitsergebnisse vor der Klasse. nehmen eine kritische Einstellung zum Thema Drogen ein. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler orientieren sich auf der Website www.drogen-und-du.de mithilfe von gelenkten Aufgaben. recherchieren weitere Informationen zum Thema Drogen und zu Beratungsstellen im Internet. schätzen sich in kleinen Online-Quiz selbst ein und überprüfen ihr Fachwissen. gestallten eventuell eine Präsentation zum Thema (zum Beispiel mit Powerpoint). Impulse zum Klassengespräch Zum Einstieg in die Unterrichtsreihe eignen sich Zeitungsartikel zum Thema mit einem regionalen Bezug (zu finden beispielsweise per Suchmaschine mit der Eingabe Stadt + Drogen). Auch Karikaturen oder Abbildungen schaffen einen Diskussionsanlass (zu finden per Bildersuchmaschine mit Stichworten wie Drogen; illegale Drogen, Suchtprävention, Sucht; Drogen; Schule). Nach einem ersten Klassengespräch zum Thema Drogen sammeln und fixieren die Schülerinnen und Schüler ihr Vorwissen. Sie benutzen dazu das Arbeitsblatt 1. www.drogen-und-du.de Nachdem die Klasse mit den inhaltlichen Anforderungen der Internetrecherche sowie den Präsentationsvorgaben bekannt gemacht wurden, kann bereits in der zweiten Stunde die Partnerarbeit am PC beginnen. Die Website "Drogen und Du" empfängt die Schülerinnen und Schüler in aktuellem Design und mit Musik. Animationen bringen Bewegungen in die informativ gehaltenen Texte. Auf diese Weise kann das Thema "Drogen" auf jugendgerechte Weise eingeführt werden, ohne dass gleich eine "Zeigefingerpädagogik" abschreckt - was besonders bei betroffenen Schülerinnen und Schülern kontraproduktiv wäre. Webquest: Teil 1 Mithilfe gelenkter Lehrerfragen vom Arbeitsblatt orientieren sich die Jugendlichen auf der Internetseite. Dabei teilen sie die vorgestellten Substanzen zunächst in "illegale" und "legale" Drogen ein. Kurzinformationen zu den meisten Substanzen erlauben den Schülerinnen und Schülern (und Lehrkräften) einen verständlichen Einblick in die häufig auch unbekannten Begriffe aus der Drogenszene. Ein erster Selbsttest im "Checkroom" ermöglicht es den Jugendlichen, sich über ihre Stärken und Schwächen und damit über ihre mögliche Anfälligkeit für Drogenmissbrauch zu orientieren. Dieser Selbsttest lässt zugleich auf mögliche Ursachen und Gründe für die Drogenabhängigkeit bei Jugendlichen schließen. In der Rubrik "fun and risk" beschäftigen sich die Lernenden dann mit dem möglichen Grad der "Abhängigkeit von Drogen" und den typischen Merkmalen einer Drogenabhängigkeit. Informationsrecherche Die Schülerinnen und Schüler sollen nach einer ersten Auseinandersetzung und dem Kennenlernen verschiedener legaler und illegaler Drogen mithilfe der Website "Drogen und du" eine Droge auswählen, die sie genauer beschreiben und dann vor der Klasse vorstellen. Dabei sollen bestimmte inhaltliche Kriterien (Geschichte, Herstellung, Gefahren, Langzeitschäden, strafrechtliche Folgen) bearbeitet werden. Ergänzende Informationen können die Lernenden aus dem Internet (siehe Internetressourcen in den Zusatzinformationen oder allgemeine Suchmaschine) oder aus Informationsmaterialien der Krankenkassen erschließen. Sicherung Die schriftliche Bearbeitung des Themas soll als Hausarbeit erfolgen. Die Schülergruppen stellen ihre Arbeitsergebnisse vor der Klasse vor und diskutieren. Auch in diesem Rahmen bietet es sich für die Lehrkraft an, immer wieder die Ursachen und Gründe für Drogenabhängigkeit sowie Möglichkeiten der Handlungsalternativen (Selbstvertrauen, Freizeitgestaltung, Freude am Leben und Beruf, Vorbilder) aufzuzeigen. Webquest: Teil 2 Der zweite Teil des Drogenwebquests zeigt abschließend nochmals Möglichkeiten der Hilfe und Beratung für Betroffene. Die Schülerinnen und Schüler suchen die Online-Angebote der nächstgelegenen Drogenberatungsstelle oder informieren sich über anonyme Beratungsstellen. Ein Unterrichtsgang zu einer Drogenberatungsstelle hat sich in diesem Zusammenhang bewährt, denn so werden erste Hemmschwellen abgebaut - für den Fall, dass Schülerinnen und Schüler einmal selbst eine Beratung für sich oder Familienmitglieder in Anspruch nehmen müssen. Zusatzangebote für schnellere Schülerinnen und Schüler Da an einem solchen Projekt bekanntlich einige Schülerinnen und Schüler schneller als andere arbeiten, erhalten die Schnellen Anregungen für weitere interaktive Angebote zum Thema Drogen im Internet. Ein weiterer Selbsttest im "Checkroom" der Website "Drogen und Du" ermöglicht ihnen beispielsweise eine abschließende Selbstkontrolle. Welche Gründe gibt es für eine Drogenabhängigkeit? Während der gesamten Unterrichtsarbeit wurden die vielseitigen Gründe, die zur Drogenabhängigkeit führen können, thematisiert. Dazu zählen beispielsweise Perspektivlosigkeit, Neugierverhalten, Konflikte, Langeweile oder Traurigkeit. Die Betroffenen glauben zunächst mit Suchtstoffen Vergessen zu finden. Erst sehr viel später realisieren sie selbst (und ihre Umwelt) die Abhängigkeit und den Teufelskreis, in dem sie sich befinden. Sie sind ohne fremde Hilfe nicht mehr in der Lage einen Ausweg zu finden. Analyse von Stärken und Schwächen Natürlich lassen sich in einer solchen Unterrichtseinheit Werte und Eigenschaften, die helfen, gegenüber Drogen stark zu bleiben, nicht in Kürze vermitteln. An dieser Stelle sollten diese Einzelkonflikte jedoch erstmals genannt werden. Indem sie bewusst gemacht werden, können sie eine Vorbereitung auf mögliche Konfliktsituationen darstellen. Aus diesem Grund notieren die Schülerinnen und Schüler ihre persönlichen Stärken und Schwächen und beratschlagen, wie sich das Ausweichen vor Konflikten und Realitätswahrnehmung in die Drogenabhängigkeit vermeiden lässt. Die Jugendlichen können erste spontane Anmerkungen während des Unterrichts nennen, sie sollen sich jedoch über einen kurzen Zeitraum hinweg auch selbst beobachten und auf diese Weise weitere Stärken und Schwächen erkennen. Selbstbeobachtung Da Jugendliche insbesondere die eigenen Schwächen nicht gerne offen vor der Klasse zugeben, habe ich an dieser Stelle entschieden, dass sie die Selbstbeobachtungsbögen (Siehe Arbeitsblatt 5) ausfüllen, ohne ihre Ergebnisse mir oder den Klassenkameraden mitteilen zu müssen. Die einzelnen Rubriken bin ich jedoch mit der Klasse durchgegangen und habe mögliche Antwortenmuster notiert. Besonders positive Eigenschaften einzelner Schülerinnen und Schüler wurden hervorgehoben. Bei der Besprechung wurde insgesamt Wert darauf gelegt, dass nur positive Kritik untereinander ausgetauscht wurde. Zitate zum Mut machen Die Auseinandersetzung mit dem "Erwachsenwerden", die Suche nach Anerkennung und die Frage nach dem "Lebenssinn" beschäftigt Lyrik und Dichtung seit Generationen, wie die Schülerinnen und Schüler bei einer abschließenden Internetrecherche feststellen. In einem Zitatarchiv im Internet (zum Beispiel bei www.sinnsprueche.de) sollen sie einen passenden Spruch für sich selbst beziehungsweise für einen Mitschüler oder eine Mitschülerin auswählen. Die Zitatensuche soll Mut machen und darüber hinaus eine positive Rückmeldung der Schülerinnen und Schüler untereinander ermöglichen. Ideen und mehr Weitere Tipps und Erweiterungsmöglichkeiten zum Thema finden Sie unter den Internetressourcen (siehe Zusatzinformationen), insbesondere auf der Internetseite von www.kinderstarkmachen.de .

  • Religion / Ethik / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Unterrichtsmaterial "Organspende"

Unterrichtseinheit

Immer wieder gibt es große Werbekampagnen vom Gesundheitsministerium und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, um die Organspende-Bereitschaft zu erhöhen. Dennoch fehlt es nach wie vor an Spenderorganen. In dieser fächerübergreifenden Unterrichtseinheit beleuchten die Schülerinnen und Schüler das Für und Wider der Organspende.Gerade für Jugendliche ist das Thema Tod und Krankheit meist ganz weit weg, dennoch wird besonders um sie als potenzielle Organspender geworben. Die Unterrichtseinheit führt die Schülerinnen und Schüler an das Thema Organspende heran. Sie setzen sich kritisch mit den Argumenten für und wider eine Organspende auseinander und lernen verschiedene Sichtweisen und Argumente kennen.Die Unterrichtseinheit ist so angelegt, dass die Schülerinnen und Schüler sich das Thema weitgehend selbstständig erarbeiten. Sie erhalten den Arbeitsauftrag, sich über das Für und Wider der Organspende zu informieren und die erhaltenen Informationen kritisch zu beleuchten. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich kritisch mit unterschiedlichen Standpunkten auseinanderzusetzen. sind gefragt, sich eine eigene Meinung zu bilden. setzen sich selbstständig mit einem komplexen Thema auseinander. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren selbstständig im Internet. lernen, unterschiedliche Websites kritisch zu analysieren und deren Inhalte zu hinterfragen. drehen eigenständig einen kleinen Film. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Standpunkte kennen und akzeptieren. produzieren in Gruppenarbeit einen eigenen Film. hinterfragen ihren eigenen Standpunkt.

  • Deutsch / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Tierversuche

Unterrichtseinheit

1,2 Millionen Menschen in der EU haben eine Petition für ein vollständiges Verbot von Tierversuchen unterzeichnet. Ihre Argumente lauten, dass diese sowohl unethisch als auch nicht notwendig seien. Die Lernenden sollen in dieser Sequenz anhand wissenschaftlicher Beweise entscheiden, ob Tierversuche für die Entwicklung neuer Asthma-Medikamente notwendig sind.Die Schülerinnen und Schüler erörtern, wie Asthma das Gasaustauschsystem beeinflusst. Dies dient als Vorbereitung der Untersuchung wissenschaftlicher Beweise, bei der die Lernenden entscheiden sollen, ob Tierversuche für die Entwicklung neuer Asthma-Medikamente notwendig sind. Die Schülerinnen und Schüler lernen außerdem, wie sie ethisches Denken anwenden können, um schwierige Entscheidungen zu treffen und analysieren verschiedene ethische Standpunkte. Die Unterrichtseinheit besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Lektionen. Bezug zum Lehrplan Wissenschaftliches Arbeiten Entwicklung wissenschaftlichen Denkens: Anerkennung der Macht und Einschränkungen von Wissenschaft und Betrachtung jeglicher ethischer Sachverhalte, die auftreten könnten. Entscheidungen auf Grundlage der Evaluation der Beweise und Argumente treffen. Biologie Gesundheit, Krankheit und die Entwicklung von Medikamenten: den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Krankheit beschreiben. Beschreibung des Prozesses der Entdeckung und Entwicklung potenzieller neuer Medikamente, einschließlich präklinischer und klinischer Testverfahren. Ablauf Ablauf der Unterrichtseinheit "Tierversuche" Der Ablauf der Unterrichtssequenz "Tierversuche" ist auf dieser Seite übersichtlich für Sie zusammengestellt. Die Schülerinnen und Schüler befassen sich mit dem Thema Atmung und zeigen auf, welche Auswirkungen Asthma auf die Struktur des Gasaustauschsystems hat. beziehen ethische Ansichten in ihre Überlegungen ein und lernen drei verschiedene ethische Denkweisen kennen: Nützlichkeitsprinzip, Rechte und Pflichten, Werte. Über das Projekt Das Projekt ENGAGE ist Teil der EU Agenda "Wissenschaft in der Gesellschaft zur Förderung verantwortungsbewusster Forschung und Innovation" (Responsible Research and Innovation, RRI). ENGAGE Materialien werden durch das von der Europäischen Kommission durchgeführte Projekt ENGAGE als Open Educational Resources herausgegeben. Engagement Zeigen Sie die Bilder auf Folie 2 der PowerPoint-Präsentation für Lektion 1. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, paarweise darüber zu diskutieren, um was für ein Problem es sich handeln könnte. Decken Sie die Antwort auf, geben Sie den Lernenden weitere Informationen (Folie 3-5) und zeigen Sie ihnen anschließend die Entscheidung, die sie in dieser Aufgabe treffen müssen (Folie 6). Bitten Sie Ihre Schülerinnen und Schüler per Hand abzustimmen, wer die Petition für ein Verbot von Tierversuchen unterschreiben würde. Anmerkung: In einer Mittelstufenklasse können Sie nun eventuell länger über den Prozess der Arzneimittelprüfung diskutieren. Die Ziele dieser Lektion werden präsentiert (Folie 7). Anschließend zeigen Sie eine Aufstellung, wie die Lernenden in Lektion 1 wissenschaftliche Beweise anwenden und wie ihnen eine ethische Denkweise in Lektion 2 bei der Entscheidungsfindung helfen kann (Folie 8). Überprüfen Beginnen Sie die Einführung mit einer Erläuterung des hohen Entwicklungsbedarfs an Asthma-Medikamenten (Folie 9). Die Lernenden erarbeiten individuell mithilfe ihrer Kenntnisse über das Gasaustauschsystem, welche Auswirkungen Asthma darauf hat und welche Wirkung Asthma-Medikamente erzielen (SI1). Diese Aufgabe soll ihr Hintergrundwissen aktivieren, sodass sie in der Lage sind es abzurufen, wenn sie im nächsten Teil der Lektion Beweise betrachten. Überlegungen Die nächste Aufgabe wird vorgestellt (10). Die Schülerinnen und Schüler sollen in kleinen Gruppen arbeiten. Stellen Sie jeder Gruppe Beweiskarten (SI2) und eine DIN A3-Kopie der Leiste (SI3) zur Verfügung. Die Lernenden lesen jede Beweiskarte und diskutieren anschließend in der Gruppe, welche Informationen ihnen die Karten darüber geben, wie notwendig Tierversuche für die Entwicklung von Medikamenten sind. Die Schülerinnen und Schüler entscheiden, wo die einzelnen Karten auf der Leiste platziert werden. Anschließend diskutieren sie über die Notwendigkeit von Tierversuchen. Bitten Sie die Gruppen um Feedback und um einen Vergleich ihrer Überlegungen. Für jede präsentierte Meinung sollen die Gruppen Beweise verwenden und diese begründen. Engagement Betrachten Sie Folie 2 der PowerPoint-Präsentation für Lektion 2. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler um eine Handabstimmung und fragen Sie, ob jemand seine Meinung zur Petition für ein Verbot von Tierversuchen nach Betrachtung der wissenschaftlichen Beweislage geändert hat. Zeigen Sie den Lernenden, wie sie durch die Lektionen 1 und 2 bei der Entscheidungsfindung unterstützt werden (Folie 3). Zeigen Sie ihnen zudem die Ziele dieser Lektion auf (Folie 4). Spielen Den Schülerinnen und Schülern wird eine neue Reality Show vorgestellt, an der sie selbst teilnehmen (Folie 5). In der Show sowie im echten Leben werden sie schwierige Entscheidungen treffen müssen, jedoch können sie drei verschiedene Denkweisen bei der Entscheidungsfindung in Betracht ziehen (Folie 6). Die Lernenden sollen paarweise arbeiten. Jedes Paar benötigt dabei die Informationen über die drei Arten ethischen Denkens (SI1). Ordnen Sie jedem Paar eine bestimmte Denkweise zu und zeigen Sie die Folien 7-12, auf denen die Entscheidungen dargestellt werden. Die Paare müssen nun ihre Entscheidung in Bezug auf die ihnen zugeteilte Denkweise treffen. Die Folgen jeder Entscheidung werden aufgezeigt. Vergleichen Sie die Entscheidungen, die aufgrund unterschiedlicher Prinzipien getroffen wurden. Fragen Sie die Schülerinnen und Schüler, ob sie mit ihrer Wahl zufrieden sind. Diskutieren Sie in der Klasse, ob das Treffen einer Entscheidung für gewöhnlich nicht nur die Anwendung eines einzigen Prinzips darstellt. Entscheiden Stellen Sie die nächste Aufgabe (Folie 13) vor, die die Lernenden um Paar- oder Gruppenarbeit bearbeiten sollen. Die Schülerinnen und Schüler lesen sich die Standpunkte über Tierversuche (SI2) durch und entscheiden, ob diese für oder gegen ein Verbot von Tierversuchen sprechen und welche ethische Denkweise dargestellt wird. Sie dokumentieren diese Information (SI3). Diese Standpunkte können nun als Basis für eine von der Lehrkraft geleitete Diskussion oder für ein spezielles Format wie den Fishbowl verwendet werden. Möchten Sie lieber eine Klassendiskussion durchführen ist es empfehlenswert, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Standpunkte präsentieren und begründen, indem sie nach folgender Struktur vorgehen: Sprich deine Meinung aus. Präsentiere deine Beweise (Wissenschaft, Ethik.). Erkläre deinen Gedankengang (wie unterstützen die Beweise deine Meinung?). Die Schülerinnen und Schüler betrachten nun die wissenschaftlichen Beweise aus Lektion 1 im Zusammenhang mit ethischem Denken, um eine persönliche Entscheidung darüber zu treffen, ob Tierversuche verboten werden sollten (Folie 14). Sie sollen ihre Entscheidungen mit Begründungen aufschreiben. Eventuell möchten Sie den Lernenden als Unterstützung Satzanfänge vorgeben. Beenden Sie die Aufgabe mit einer Handabstimmung - hat jemand seine Meinung geändert? Falls ja, was hat sie/ihn zum Umdenken veranlasst? Fragen Sie die Schülerinnen und Schüler, ob diese Entscheidung auf jede Tierart zutrifft (Folie 15). Sie können in Gruppen in der Klasse diskutieren, indem sie die drei Arten ethischen Denkens anwenden, um zu einer Entscheidung zu gelangen. Das Projekt ENGAGE ist Teil der EU Agenda "Wissenschaft in der Gesellschaft zur Förderung verantwortungsbewusster Forschung und Innovation" (Responsible Research and Innovation, RRI). ENGAGE Materialien werden durch das von der Europäischen Kommission durchgeführte Projekt ENGAGE als Open Educational Resources herausgegeben.

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  • Sekundarstufe II, Sekundarstufe I