Tipp der Redaktion

Une carte postale de Paris – Postkarten auf Französisch schreiben

Bild vom Eifelturm in Paris
Tipp der Redaktion

Une carte postale de Paris – Postkarten auf Französisch schreiben

Une carte postale de Paris: Diese Unterrichtseinheit reaktiviert und vertieft den Wortschatz zum Thema Urlaub und bereitet die Lernenden gezielt auf das Verfassen und Überarbeiten von Texten vor.

Tipp der Redaktion

Racial Wealth Gap

Black lives matter Demonstration
Tipp der Redaktion

Racial Wealth Gap

In dieser Oberstundeneinheit erkunden Lernende den strukturellen Rassismus in den USA durch eine Folge der Netflix-Serie "Explained". Ideal für verschiedene Lernniveaus!

Unterrichtseinheit zum Social-Media-Verhalten

Pensamiento crítico en acción

Frau am Handy
Unterrichtseinheit zum Social-Media-Verhalten

Pensamiento crítico en acción

Die Unterrichtseinheit fördert die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Social-Media-Verhalten und sensibilisiert die Schülerinnen und Schüler.

  • Schulstufe2
  • Klassenstufe
  • Schulform
  • Fach
  • Materialtyp11
  • Quelle8
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Present perfect: introduction

Unterrichtseinheit / Interaktives

In dieser Unterrichtseinheit zur Einführung des "present perfect simple" lernen die Schülerinnen und Schüler diese neue Zeitform im Englischen kennen. Durch zahlreiche Beispiele und Übungen festigen die Lernenden die Regelbildung und Anwendung der Zeitform. Die unterschiedlichen Zeitformen sind ein Grammatik-Thema, welches vielen Lernenden durch alle Jahrgangsstufen hinweg immer wieder Schwierigkeiten bereitet. Nur wenige Schülerinnen und Schüler verstehen auf Anhieb die richtige Verwendung der verschiedenen Zeiten. Die Chance, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler erfolgreich die Zeiten beherrschen, kann durch umfangreiches Üben auf verschiedene Formen erreicht werden. Diese Unterrichtseinheit führt in die Zeitform "present perfect simple" ein und beinhaltet erste Übungsformate sowie eine Übersicht zur Regelbildung. Vorkenntnisse Bisher sollten die Schülerinnen und Schüler nur die simple past Formen der Verben kennen. Das past participle, die dritte Form der Verben, sollte für einen Großteil der Klasse neu sein. Es ist jedoch umso wichtiger, dass die Schülerinnen und Schüler von Beginn an konsequent mitlernen. Eine Schwierigkeit besteht darin, diese beiden Verbformen nicht zu vermischen und sicher zu beherrsche Didaktische Analyse Wo im Deutschen oft ein Automatismus greift, ist im Englischen ein großes Maß an Üben notwendig. Durch eine langsame, kleinschrittige Einführung einer neuen Zeitform können erste grammatikalische Schwierigkeiten von vornherein gemindert werden oder im Idealfall gar nicht entstehen. Die Einheit beginnt daher mit leichten Übungssätzen, steigert das Niveau schrittweise durch die Regelbildung, die Anwendung der Regel und verschiedene Übungsaufgaben. Der Gebrauch und die Bildung der Zeitformen werden gemeinsam erarbeitet und die Übungsphase kann in Partnerarbeit beziehungsweise Einzelarbeit stattfinden. Weitere Übungsangebote bieten interaktive Übungen mixed tenses: grammar revision. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler reaktivieren und erweitern ihr bereits vorhandenes Vorwissen über den Wortschatz zu Früchten und Obst. lernen die Bildung und Verwendung von positiven, negativen und Fragen im present perfect kennen. üben und festigen die Verwendung der neuen grammatikalischen Struktur. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen den Umgang mit der Dokumentenkamera oder dem Tageslichtprojektor. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler halten sich an Gesprächsregeln im Unterrichtsgespräch. arbeiten respektvoll mit ihrem Partner oder Partnerin. arbeiten gut und respektvoll mit ihrem Partner oder Partnerin.

  • Englisch
  • Sekundarstufe I

Klimawandel: regionale Folgen identifizieren und Maßnahmen entwickeln

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zu den Veränderungen durch den Klimawandel fokussiert die Identifikation regionaler Folgen und die Entwicklung von Maßnahmen. Die Unterrichtsmaterialien können im Politik- und WiSo-Unterricht eingesetzt werden, eignen sich aber auch für eine fächerübergreifende Zusammenarbeit mit dem Deutsch- oder Englischunterricht. Mithilfe der angebotenen Unterrichtsmaterialien befassen die Lernenden sich interaktiv mit einem Web-Portal zum Thema Klimafolgen. Die erarbeiteten Erkenntnisse über die Klimaveränderungen an einem von ihnen gewählten Ort werden von den Schülerinnen und Schülern zusammengefasst. Darauf aufbauend sollen in fiktiven Briefen an Bundestags-oder Landtagsabgeordnete konkrete Klimaschutzmaßnahmen vorgeschlagen beziehungsweise eingefordert werden. In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Klimawandel arbeiten die Schülerinnen und Schüler eigenständig und in Partnerarbeit interaktiv mit dem Portal KlimafolgenOnline-Bildung.de . Der Bewertungsbogen erleichtert es den Lehrkräften, die Arbeitsergebnisse der Lernenden zu bewerten. Es kann zur Bewertung des Briefs eine Zusammenarbeit mit dem Deutsch- oder Englischunterricht eingegangen werden. Um die Themen Klimawandel und Klimaanpassung im Unterricht wirklichkeitsgetreu und praxisnah zu gestalten, brauchen Berufsschulen angemessene Ressourcen und Materialien sowie motivierte Lehrkräfte, die die Vermittlung der Themen als relevant sehen. Das PIKeeBB-Projekt setzt sich zum Ziel, das Web-Portal für die berufliche Bildung nutzbar zu machen und Lehrkräften entsprechende Materialien für die Vermittlung an die Hand zu geben. Dafür werden exemplarisch acht Module zum Thema Klimawandel und Klimaanpassung für verschiedene Ausbildungsberufe sowie fachübergreifende Fächer zur Verfügung gestellt. Diese werden im Rahmen des Projektes entwickelt, erprobt und pilothaft umgesetzt. Dadurch werden die Auszubildenden qualifiziert, in den ökonomisch geprägten Arbeitsabläufen auch ökologische Auswirkungen zu berücksichtigen. Sie lernen, wie sie in ihrem Berufsfeld individuelle Anpassungsmaßnahmen entwickeln und implementieren können. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten Kenntnisse zum Klimawandel in ihrer Region und stellen diese sach- und fachgerecht dar. entwickeln Fähigkeiten, sich analytisch und reflexiv mit Medien auseinanderzusetzen. wenden die im Unterricht erarbeiteten Methoden zielgerichtet an. nehmen durch ihr Engagement für die Umwelt eine Perspektive ein, die sich am Gemeinwohl orientiert. entwickeln durch die Übernahme von persönlicher Verantwortung ein reflektiertes und (selbst-)reflexives Politikbewusstsein, welches sie zum politischen Denken und Handeln befähig.

  • Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft / Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Geographie / Jahreszeiten / Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II

Nomen-Verb-Verbindungen: Übungen zum Leseverständnis

Unterrichtseinheit / Interaktives

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Nomen-Verb-Kombinationen lernen die Schülerinnen und Schüler in Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache einen wichtigen Baustein der deutschen Schriftsprache kennen. Das Phänomen wird eingeführt und exemplarisch am Wortfeld Kommunikation geübt. Feste Nomen-Verb-Kombinationen sind eines der Elemente, die den Zugang von Nichtmuttersprachlern zu authentischen Texten stark hemmen können. Die Zusammengehörigkeit wird oft nicht erkannt, weil Nomen und Verb weit voneinander entfernt im Satz stehen. Mit einer Bewusstmachung, Übungen zu einem klar definierten Wortfeld und einer Anleitung zum weiteren, selbstständigen Auffinden von Nomen-Verb-Kombinationen erhalten die Schülerinnen und Schüler die nötigen Werkzeuge, um ihren Zugang zu schriftsprachlichen Texten nachhaltig zu verbessern. Hier gelangen Sie zu den interaktiven Übungen. Das Thema Nomen-Verb-Kombinationen im Unterricht In weiterführenden Schulen haben Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache häufig erhebliche Schwierigkeiten beim Verständnis von Lesetexten, da der schriftsprachliche Ausdruck häufig noch nicht erlernt wurde. Dementsprechend bereitet das Lesen Mühe und wird häufig vermieden. Nomen-Verb-Kombinationen sind ein wichtiges Element der Schriftsprache, bei dem Zweitsprachenlernende eine fundierte Anleitung zu Verständnis und Gebrauch benötigen. Ist das Phänomen selbst erst einmal bewusst, können die Lernenden selbstständig weiter lernen und ihr Repertoire nach und nach ausbauen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist das Problembewusstsein seitens der Lehrkraft. Wenn Lesetexte im Unterricht lediglich auf inhaltliches Verständnis abgefragt werden, bleibt das Verständnis bestimmter Grammatikstrukturen dahinter zurück. Mit der vorliegenden Einheit, nach Möglichkeit ergänzt durch weitere Texte und Arbeitsblätter zum Thema, kann ein solider Grundstein für ein besseres Textverständnis gelegt werden. Nach der Etablierung des Phänomens kann das weitere Sammeln und Lernen auch innerhalb des gemischten Deutschunterrichts als binnendifferenzierendes Angebot geleistet werden. Im Idealfall wird auch in anderen Fächern darauf geachtet, dass Nicht-Muttersprachler im Umgang mit Sachtexten auf das Auffinden von Nomen-Verb-Kombinationen aufmerksam gemacht werden. Vorkenntnisse Die Lernenden sollten Deutschkenntnisse auf dem Niveau A2/B1 mitbringen. Zur Worterklärung ist teilweise das Verständnis des Passivs nötig. Didaktische Analyse Das vorliegende Material bietet lediglich einen Einstieg in das Thema. Die vorgestellten zehn Beispiele dienen dazu, das Phänomen zu erläutern. Weitere Nomen-Verb-Kombinationen sollten im Laufe der Zeit und immer im Zusammenhang gelernt werden. Das Thema sollte vor allem rezeptiv beherrscht werden, da sonst viele Texte schwer lesbar bleiben. Die produktive Anwendung ist daher in dieser Einheit klein gehalten. Methodische Analyse Die Schülerinnen und Schüler sollten ermutigt werden, Nomen-Verb-Kombinationen wie Vokabeln auswendig zu lernen und (je nach Vorbildung) in Beispielsätzen oder mit grammatikalischen Informationen wie Präpositionen zu notieren. Das weitere Sammeln sollte von der Lehrkraft in den folgenden Unterrichtseinheiten aktiv angeregt werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen mit dem Prinzip der Nomen-Verb-Kombination ein wesentliches Merkmal der deutschen Schriftsprache kennen. lernen zehn Nomen-Verb-Kombinationen zum Thema Kommunikation. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verbessern ihre Lesekompetenz nachhaltig. erhalten durch Online-Übungen einen spielerischen Zugang zum Thema.

  • DaF / DaZ
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung, Erwachsenenbildung

Grammar: key word transformation

Kopiervorlage

Die vorliegende Einheit führt die Schülerinnen und Schüler in die Welt der key word transformation ein. Anhand von 40 Übungsaufgaben unterschiedlichen Niveaus lösen die Schülerinnen und Schüler Grammatik- und Wortschatzübungen.Der Übungstyp "key word transformation" löst bei den meisten Lernenden eine Reaktion hervor, die sich irgendwo zwischen Unbehagen, Panik und Selbstaufgabe einordnen lässt. Dies ist nicht völlig unverständlich, überprüft doch kaum eine andere Übungsform Grammatik und Wortschatz in einer so offenen und breiten Form ab, wie key word transformation dies tut. Die Aufgaben dieser Übungsstunde liegen jeweils in zwei unterschiedlichen Varianten vor. In einer ersten Variante erhalten die Schülerinnen und Schüler zu jedem Satz konkrete Hilfestellungen, um die Sätze genauer zu analysieren. Die zweite Variante dient eher dem Selbststudium. Die Sätze werden ohne konkrete Hilfestellungen präsentiert, allerdings finden die Schülerinnen und Schüler die jeweiligen Lösungen am Ende der Aufgaben. Den Übungen vorausgehen kann eine allgemeine Einführung in die Thematik. Auch hierzu enthält die Einheit ein entsprechendes Arbeitsblatt. Vorkenntnisse der Schülerschaft zum Lösen von "key word transformation"-Aufgaben Die Schülerinnen und Schüler sollten die jeweiligen Grammatikkapitel (Aktiv-Passiv, Konditionalsätze, Phrasen ...) und lexikalischen Besonderheiten grundsätzlich beherrschen, da dies Grundvoraussetzung für das Lösen von "key word transformation"-Aufgaben ist. Gerade durch die Komplexität des Aufgabentyps eignen sich solche Aufgaben vor allem für höhere Jahrgangsstufen. Didaktisch-methodische Analyse Es obliegt der Lehrkraft, inwieweit sie die einzelnen Sätze als Grundlage für eine detaillierte Grammatikwiederholung heranzieht oder dies als gegeben voraussetzt. Dementsprechend unterschiedlich wird auch der benötigte Zeitraum sein. Eine andere Möglichkeit ist es, die Sätze nach Grammatikkapitel aufzubrechen und im Vorfeld zu markieren, sodass das Schwierigkeitsniveau etwas gesenkt wird, indem die Schülerinnen und Schüler wissen, welche grammatikalischen Funktionen erfragt werden. Arbeitsblatt 01 beinhaltet Hilfestellungen zu den jeweiligen Sätzen. Manche Schülerinnen und Schüler mögen durch diese Art der Hilfestellung eher verwirrt sein. Gerade schwächere und lerneifrige Schülerinnen und Schüler sind erfahrungsgemäß aber sehr dankbar, wenn sie Möglichkeiten haben, sich den Sätzen analytisch zu nähern. Weiterhin sollten auch leistungsstarke Gruppen ermutigt werden, zumindest einen Teil der Aufgaben nicht nur durch Sprachgefühl und Raten, sondern auch durch konkrete Regelanwendung zu erarbeiten. Man könnte die Arbeitsblätter 1 und 2 auch leistungsdifferenziert einsetzen. In diesem Fall würden leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler auf Arbeitsblatt 02 zurückgreifen. Leistungsschwächere Gruppen arbeiten mit Arbeitsblatt 01. Die Einführung (Arbeitsblatt "introduction") kann je nach Bedarf als Erklärung und Rückbesinnung dienen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wiederholen und festigen bekannte grammatikalische und lexikalische Strukturen. wenden bekannte grammatikalische und lexikalische Strukturen in Form von key word transformation an. analysieren vorgegebene Sätze und versuchen, diese andersartig wiederzugeben. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen, vorgegebene Hilfestellungen anzuwenden und diese je nach Sozialform mit dem Partner oder in der Gruppe zu besprechen.

  • Englisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Genau lesen im Französisch-Unterricht: Albert Camus' "L'hôte"

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zu Albert Camus' Novelle L'hôte (1952-1957) zur Förderung der Lesekompetenz gehen die Schülerinnen und Schüler der Frage nach, warum der Protagonist Daru seinen Gefangenen nicht sofort frei lässt. Diese Unterrichtseinheit zu Albert Camus' L'hôte (1952-1957) konkretisiert ein literaturdidaktisches Modell (Chirollo/Schröder 2017), das darauf abzielt, literarische Texte zunächst "genau" und auf die Reaktionen der Leserinnen und Leser hörend zu lesen. Die Materialien zeigen neben dem Fachartikel zu Albert Camus' L'hôte exemplarisch, wie im Unterricht von den Irritationen, Fragen und Hypothesen der Schülerinnen und Schüler ausgegangen werden kann. Im Zentrum der Behandlung des Textes steht eine Frage, die von Lesenden so oder ähnlich in einem literarischen Gespräch gestellt und kontrovers diskutiert wird: "Pourquoi est-ce que Daru ne libère pas son prisonnier tout de suite?" Um diese zentrale Frage (Daru hätte sich in der Tat durch die sofortige Freilassung seines Gefangenen noch in der Schule retten können) zu klären, soll der Text zunächst textimmanent analysiert, dann im sozial-historischen Kontext und abschließend bezogen auf andere Interpretationen gelesen werden, um die in einer textimmanenten "genau lesenden" Analyse erarbeiteten Deutungsergebnisse zu kontrastieren und gegebenenfalls zu erweitern. Eine Frage der Lernenden zum Ausgangspunkt der Interpretationsarbeit zu machen, bedeutet auch, literarische Texte als Kunstwerke ernst zu nehmen, die immer etwas Irritierendes und Rätselhaftes haben (Lösener 2006, 191, 196; Adorno 1998). Exemplarisches Arbeiten an einer Kernfrage, über die Uneinigkeit herrscht: "Pourquoi est-ce que Daru ne libère pas son prisonnier tout de suite déjà à l’école près de son village?" 1. Schritt: Literarisches Gespräch und textimmanente Analyse So lautet die auf eine befremdliche Leseerfahrung bezogene zentrale Fragestellung, die von Lesenden häufig so oder ähnlich in einem literarischen Gespräch zum Text gestellt wird und über die wohl auch in der fachwissenschaftlichen Rezeption des Gedichts Uneinigkeit herrscht. Bei einer auf diese Frage bezogenen textimmanenten Analyse durch genaues Lesen werden die folgenden Erkenntnisse erarbeitet, die über die Antwort, dass Daru Ärger mit Balducci vermeiden will, hinausgehen: 1. Die Diskussion darüber, warum Daru seinen Gefangenen nicht sofort freilässt, führt zu der Erkenntnis, dass eine sofortige Freilassung des Gefangenen schon in der Schule von dessen Freunden beobachtet worden wäre. Darus Revolte gegen Balduccis Befehl hätte dann nicht zur Todesdrohung geführt. 2. Darus Beziehung zum Gefangenen ist von einer ethnozentrischen Wahrnehmung geprägt. Daru sieht im Araber ein unbeherrschtes, naturhaftes Wesen. Er behandelt ihn nicht wie einen ihm gleichgestellten Menschen, sondern gibt ihm Befehle und dominiert alle Gespräche mit ihm. 3. Aus dieser Haltung heraus konfrontiert Daru den Gefangenen in der Schlüsselszene mit zwei scheinbar gleichwertigen Alternativen: der Weg in die Freiheit im Exil bei den Nomaden und der Weg ins Gefängnis. Der Grund dafür, warum der Gefangene sich für den Weg in die Gefangenschaft entscheidet, bleibt bei textimmamenter Lektüre unklar. Mehrere Hypothesen sind bei einer textimmanenten Textlektüre denkbar, einige sind auszuschließen. 2. Schritt: Kontextbezogene Analyse Liest man L’hôte im sozial-historischen Kontext, können die folgenden Erkenntnisse erarbeitet werden: 4. Daru erkennt anders als einige seiner Zeitgenossen nicht, dass der Diebstahl eines Sacks Korn in Zeiten des Hungers den Tod der Familie des Arabers bedeuten kann und dass das Kolonialsystem, für das Daru arbeitet, für den Hunger verantwortlich ist. Daru hat eine interessengeleitete, ideologische Weltsicht. Die Figur Daru kann deshalb als Sozialcharakter mit Charakterzügen gelesen werden, die für die Gruppe der liberalen Kolonialisten Algeriens typisch sind. 5. Camus Intention beim Verfassen von L’hôte könnte als Appell für eine maßvolle Revolte gelesen werden. Wie in Camus Streitschrift L’homme révolté zeigt sich auch in L’hôte, dass eine Revolte ohne Maß, die nämlich des gefangenen Arabers gegen den "Raub" eines Sacks Korn und die Revolte derer, die sich mit ihm solidarisieren, das Unrecht nur vergrößert. 6. Ein Vergleich zwischen Camus‘ persönlicher Erfahrung und der Lage von Daru in L’hôte zeigt erstaunliche Parallelen. Wie Daru befindet sich auch Camus zwischen den Stühlen, weder bei den Kolonialfranzosen noch bei der arabischen Bevölkerung kann er sich als Schriftsteller noch Gehör verschaffen. Er sitzt wie Daru zwischen den Stühlen. 3. Schritt: Rezeptionsbezogene Analyse 7. Eine Rezeptionsanalyse zeigt, dass alle Versuche, den Text ohne eine präzise Situierung des Textes in den sozial-historischen Kontext seiner Entstehung zu interpretieren, mehr von den persönlichen Vorstellungen der Rezipienten als vom Wortlaut des literarischen Textes selbst geprägt sind (Arbeitsblatt 4). 8. Eine Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler und bestimmten Traditionen im Literaturunterricht ermöglicht es den Lernenden, erste Vorstellungen eines guten Unterrichts mit literarischen Texten zu formulieren. Sie können der Lehrkraft auf diese Weise ein Feedback zu ihrem Unterricht geben. Literatur Adorno, Theodor W. (1998): Ästhetische Theorie, 14. Auflage, Frankfurt: Suhrkamp. Chirollo, Natalie / Schröder, Achim (2017): Literarisches Verstehen durch "genaues Lesen": ein Drei-Phasen-Modell zur Planung von Literaturunterricht. Online Hessisches Kultusministerium (2016): Kerncurriculum Gymnasiale Oberstufe. Deutsch. Wiesbaden. Lösener, Hans (2006): Zwischen Wort und Wort. Interpretation und Textanalyse. München: Fink. Tepe, Peter/ Rauter, Jürgen/ Semlow, Tanja (2017): Regeln und Empfehlungen für die kognitive Textarbeit. Online Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen die Einsicht in die Vorläufigkeit ihrer Verstehensentwürfe zur kontinuierlichen Überarbeitung ihrer Hypothesen, indem sie im Einstieg die Uneindeutigkeit oder Fragwürdigkeit ihrer Hypothesen erkennen und dabei Verstehensbarrieren identifizieren und sie zum Anlass eines textnahen Lesens nehmen. formulieren eigenständig ein Textverständnis, in das sie persönliche Leseerfahrungen und alternative Lesarten des Textes einbeziehen, und auf der Basis eigener Analyseergebnisse begründen, indem sie Schlussfolgerungen aus der Analyse herleiten, darstellen und begründen beziehen in ihre Erörterung der in literarischen Werken enthaltenen Herausforderungen und Fremdheitserfahrungen geistes-, kultur- und sozialgeschichtliche Entwicklungen ein. ermitteln Zusammenhänge zwischen literarischen Texten stellen und Bezüge zu weiteren Kontexten her. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beziehen Kenntnisse wissenschaftlicher Sekundärtexte, philosophischer Schriften und historischer Abhandlungen in die Kontextualisierung literarischer Werke ein und nutzen Dokumentarfilme, um den historischen Kontext eines literarischen Textes zu rekonstruieren. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen die in literarischen Werken enthaltenen Herausforderungen und Fremdheitserfahrungen kritisch zu eigenen Wertvorstellungen, Welt- und Selbstkonzepten in Beziehung setzen, indem sie in der Auseinandersetzung mit den Ergebnissen die Diskrepanz zwischen fiktionaler Realität und eigener Erwartung und eigenem moralischen Maßstab als Kluft erkennen, die Aufschluss sowohl über eine fremde als auch die eigene Welt gibt.

  • Französisch
  • Sekundarstufe II

Speaking Test: mock exams

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtsstunde zur Sprechförderung erhalten die Schülerinnen und Schüler theoretisches und praktisches Übungsmaterial für die Vorbereitung auf einen Speaking Test in Anlehnung an den PET (Cambridge Institut) und die Sprechfertigkeitsprüfung an bayerischen Realschulen und Gymnasien.Sprechfertigkeitsprüfungen / Speaking Tests haben mittlerweile in allen Schularten und Bundesländern Einzug erhalten. Die meisten Sprechfertigkeitsprüfungen orientieren sich an international durchgeführten Zertifikatsprüfungen. Für den Englischunterricht in der Mittelstufe (Niveau B1) ist hier vor allem der Cambridge PET (Preliminary English Test) zu erwähnen. Sein Konzept wurde für viele Schularten und Jahrgangsstufen in meist nur leicht veränderter Form übernommen und besteht aus drei Teilen: einem allgemeinen Vorstellungsgespräch, einer Bildbeschreibung und einer intensiveren Auseinandersetzung mit einem Thema. Die vorliegende Unterrichtseinheit gibt den Schülerinnen und Schülern konkretes Übungsmaterial zu diesen drei Teilen an die Hand und bereitet sie somit konkret auf die mündliche Prüfung vor. Die Übungseinheit beinhaltet sechs komplette Speaking Tests zu den Themen "work", "family", "vacation", "kids", "transport" und "nature", die zur Vorbereitung auf die Sprechfertigkeitsprüfung im Unterricht als Mock Exams verwendet werden können. Zusätzlich bietet die Einheit einen Basiswortschatz zu den jeweiligen Themen und Bildern mit eigener Lernzielkontrolle. Vorkenntnisse Für die Durchführung der Unterrichtseinheit zur Vorbereitung auf einen Speaking Test sollten die Schülerinnen und Schüler mit der jeweiligen Form der angesetzten Prüfung vertraut sein oder vertraut gemacht werden. Die vorliegenden Unterrichtsmaterialien dürften die gängigen Formen (small talk, Bildbeschreibung, Diskussion) abdecken, werden aber nicht speziell eingeführt. Die Schülerinnen und Schüler sollten auch die für die Prüfung vorgesehen Bewertungsraster kennen, damit sie wissen, worauf jeweils Wert gelegt wird. Das vorliegende Material ist daher keine Einführung in das Prüfungsformat, sondern ein Übungsangebot für Schülerinnen und Schüler oder ein Prüfungsangebot für Lehrkräfte. Methodisch-Didaktische Analyse Um zu verhindern, dass die Schülerinnen und Schüler lediglich bekanntes Vokabular verwenden und sich daher sprachtechnisch wenig weiterentwickeln, kann es hilfreich sein, im Vorfeld einen Basiswortschatz zu den jeweiligen Themenfeldern aufzubauen. Hierzu dienen gängige Grundwortschatzbücher oder auch die beiliegenden Arbeitsblätter, welche sich speziell an den Themen und Fragestellungen dieser Einheit orientieren. Je nach Klasse bietet es sich an, einzelne Paare vor der Klasse vorspielen zu lassen, um ein direktes Feedback geben zu können. Erfahrungsgemäß benötigen die Schülerinnen und Schüler aber vor allem Übung und einen angstfreien Raum, in dem sie dies praktizieren dürfen. Die Schülerpaare sollten nach jeder Übung neu gemischt werden. Durch die neue Konstellation stört es auch nicht, gleiche Übungsbeispiele mehrmals zu verwenden, da neue Paarungen auch immer wieder neue Impulse geben. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihr englisches Vokabular zu den Themenbereichen "work", "family", "vacation", "kids", "transport" und "nature". trainieren ihre Sprechfertigkeit an unterschiedlichen Aufgaben. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren auf Englisch mit unterschiedlichen Partnern, tauschen Ideen und Gedanken aus und lernen, Meinungsverschiedenheiten sprachlich adäquat zu bewältigen.

  • Englisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Migrationshintergrund: Lernbiografien mit Fluchterfahrungen

Fachartikel
5,99 €

In diesem Fachartikel zum Thema Flucht und Lernbiografien werden einige wichtige Faktoren vorgestellt, die in den Lernbiografien von geflüchteten Jugendlichen für den weiteren Schulbesuch unter anderem im DaF-/DaZ-Unterricht eine Rolle spielen können. Betrachtet man Lernbiografien von geflüchteten Jugendlichen in Deutschland, ist zunächst zu beachten, dass jede Lernbiografie individuell ist. Dieser Artikel soll daher keineswegs dazu einladen, pauschalisierende Vorannahmen über Geflüchtete unterschiedlichster geografischer und sozialer Herkunft zu fördern. Ziel ist es vielmehr, die Lehrkraft im Vorfeld für die Möglichkeiten zu sensibilisieren und Problemlösungsstrategien zu erörtern, um ihr beispielsweise im Unterricht von Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache zu helfen. Schulunterricht im Herkunftsland Viele Jugendliche mit Fluchthintergrund kennen aus ihrem Herkunftsland frontalen Schulunterricht, in dem vor allem reproduktive Fertigkeiten geschult werden. Das Mitlesen im Chor, die Alphabetisierung über das Auswendiglernen des Alphabets und das Fehlen von Partner- und Gruppenarbeit charakterisieren die Unterrichtserfahrung vieler Schülerinnen und Schüler. Mit kooperativen und eigenverantwortlichen Lernformen umzugehen, muss daher teilweise erst geübt werden. Erfahrungen mit neuen Lernformen Die Praxis zeigt jedoch, dass sich Jugendliche schnell auf neue Unterrichtsformen einlassen können, wenn sie den Lernerfolg erkennen. Zu Anfang eines Schuljahres bieten sich daher spielerische, stark aktivierende Unterrichtseinheiten an, bei denen die Schülerinnen und Schüler den effektiven Lerngewinn nach jeder Einheit klar vor Augen haben. Auch offene Diskussionen in der Klasse, bei denen Schülerinnen und Schüler von ihren Lernerfahrungen erzählen, regen zur Reflexion an. Die Lehrkraft kann in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass die Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich lernen. Sie werden nicht von der Lehrkraft mit Wissen gefüllt, sondern eignen sich Fertigkeiten und Kenntnisse selbst an. Dabei hilft es, aktiv zu sein, was allerdings für viele Flüchtlingskinder neu ist und erst geübt werden muss. Erfahrungen mit körperlichen Strafen in der Schule Im Zusammenhang mit den bisher erlebten Unterrichtsmethoden steht auch die Anwendung von Gewalt durch die Lehrkraft. Je nach Herkunftsland und besuchtem Schultyp, teilweise auch abhängig von einzelnen Lehrkräften, bringen viele Schülerinnen und Schüler Erfahrungen von körperlicher Gewalt und Demütigungen vor der Klasse mit. Klassische Bestrafungsmethoden bestehen neben Schlägen auch darin, dass Schülerinnen und Schüler in anstrengenden und demütigenden Positionen verharren müssen. Wenn sie sich bewegen, weil sie sich abstützen oder anders entlastende Positionen einnehmen wollen, werden sie noch zusätzlich bestraft. Das passiert normalerweise vor den Augen der Klasse. Gründe für Bestrafungen können mangelnde Konzentration, eine falsche Antwort oder auch nur ein unangespitzter Bleistift sein. Vermittlung von Sicherheit vor körperlichen Strafen im Unterricht Eine zielführende Methode, um die Angst vor Strafen im Unterricht abzubauen, ist ein Klassengespräch über die Rechtslage in Deutschland. Es sollte nicht in den allerersten Stunden eines neuen Schuljahrs stattfinden, sondern erst, wenn sich eine gewisse Vertrauensbasis in der Klasse herausbilden konnte. Viele Jugendliche beeindruckt es sehr, wenn sie erfahren, dass eine prügelnde Lehrkraft in Deutschland von der Polizei abgeholt werden würde. Inwieweit in diesem Gespräch auf die Erfahrungen der Jugendlichen eingegangen wird, sollte ihnen selbst überlassen bleiben. Die Rolle der Lehrkraft besteht vor allem darin, die Situation in Deutschland darzustellen. Falls Jugendliche von Strafen berichten und dabei lachen, was nicht ungewöhnlich ist, sollte dieser Schutzmechanismus nicht durchbrochen werden. Er ist ein wichtiges Werkzeug dafür, sich vor der Klasse mitteilen zu können, ohne das Gesicht zu verlieren. Wenn der Verdacht besteht, dass schwere Traumatisierungen in diesem Zusammenhang vorliegen, sollte das Gespräch kurz und auf die deutschen Verhältnisse bezogen bleiben. Dem oder den betreffenden Schülern sollte unter vier Augen die Betreuung durch eine pschologische oder pädagogische Fachkraft angeboten werden. Diskontinuität als erlebte Normalität Viele internationale Jugendliche müssen sich erst daran gewöhnen, dass die Schulpflicht in Deutschland konsequent durchgesetzt wird. Viele Lernbiografien sind von Diskontinuität gekennzeichnet. Faktoren wie weite Schulwege ohne Verkehrsanbindung, die Verpflichtung zur Lohnarbeit oder mangelnde Aufsicht und Kontrolle des Schulbesuchs auch bei kleinen Kindern führen dazu, dass Schülerinnen und Schüler nicht an Kontinuität gewöhnt sind. Der immer gleiche Tagesablauf, den Kinder und Jugendliche in Deutschland spätestens mit der Einschulung kennenlernen, stellt unter Umständen eine ermüdende, zermürbende Erfahrung dar. Ihr eigener Gestaltungsspielraum in Bezug auf ihren Tagesrhythmus ist für den größten Teil des Tages minimiert. Gewöhnung an den täglichen Schulbesuch Um die Kontinuität des Schulbesuchs zu fördern, ist eine gute Betreuung außerhalb der Schule wichtig. Daher sollte bei häufigen Fehlzeiten die Wohngruppe, die zuständigen Sozialarbeiterin oder den Sozialarbeiter, die Familie oder die Pflegefamilie kontaktiert werden. Teilweise ist zudem in den Familien Aufklärungsarbeit nötig. Auch der Umgang mit Krankheiten ist in verschiedenen Kulturen unterschiedlich. Während für einige Jugendliche Kopfschmerzen oder eine leichte Erkältung ein Grund sind, sich einen Tag zu erholen, sind deutsche Jugendliche daran gewöhnt, trotz kleiner Beschwerden, möglicherweise mithilfe von Medikamenten, zum Unterricht zu erscheinen. Hier muss jede Lehrkraft für sich abwägen, zu welchem Verhalten sie in diesem Fall rät. Einerseits ist Überbeanspruchung ungesund, vor allem, wenn dafür schon bei Kindern und Jugendlichen Medikamente verwendet werden, andererseits sollte die spätere Wirklichkeit im Arbeitsleben nicht außer Acht gelassen werden. Besondere Herausforderungen und die eigene Abgrenzung Schülerinnen und Schüler mit Fluchterfahrung bringen möglicherweise traumatische Belastungen mit, die von der Lehrkraft nicht aufgefangen werden können. Wenn Jugendliche in der Klasse depressive Symptomatiken zeigen, auffällig oft über Gewalt oder Tod sprechen, zeitweise nicht "ganz da" oder "sie selbst" zu sein scheinen oder andere Auffälligkeiten zeigen, sollte die Lehrkraft nicht versuchen, mit der Situation allein zurechtzukommen. Hier ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und sich früh Unterstützung durch psychologische oder pädagogische Fachkräfte zu holen. Die Überleitung an die Fachkraft Die Lehrkraft kann die Schülerin oder den Schüler in solchen Fällen unter vier Augen ansprechen und sagen, dass sie wahrgenommen hat, dass es dem oder der Jugendlichen nicht gut geht. Wenn das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrkraft und Schülern stabil ist, möchten diese dann häufig die Lehrkraft ins Vertrauen ziehen, die auch möglichst nichts weitersagen soll. Hier muss die Lehrkraft klar sagen, dass sie selbst keine psychologische Hilfe geben kann. Sie verweist an die entsprechende Fachkraft und vermittelt im Idealfall persönlich an diese, indem beispielsweise der erste Termin gemeinsam vereinbart wird. Viele Schülerinnen und Schüler finden es anfangs schwer, einer fremden Person persönliche Dinge anzuvertrauen. Die Lehrkraft kann an dieser Stelle unterstützend tätig sein, indem sie einerseits ihr eigenes Vertrauen gegenüber der Fachkraft zum Ausdruck bringt und sich andererseits inhaltlich aus der psychologischen Arbeit heraushält, sodass der oder die Jugendliche eine Bindung zur Fachkraft aufbaut.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / DaF / DaZ

Alphabetisierungsgrade und Bildungshintergründe in gemischten Klassen

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel zu unterschiedlichen Alphabetisierungsgraden in Übergangs- oder gemischten Klassen im DaF-/DaZ-Unterricht vermittelt Hintergrundwissen zu verschiedenen Stufen der Lese- und Schreibfähigkeit und stellt Bezüge zu typischen Lernerbiografien her. Eine wesentliche Aufgabe des Lehrberufs besteht darin, Schülerinnen und Schüler gemäß ihren Stärken und Schwächen individuell zu fördern. Insbesondere für den DaF-/DaZ-Unterricht ergibt sich jedoch durch zumeist stark heterogene Gruppen dabei eine Reihe von Schwierigkeiten. In Klassen mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Herkunft steht die Lehrkraft schließlich zunächst einmal vor der Herausforderung, mit vielfältigen Alphabetisierungsgraden in lateinischer Schrift umgehen zu müssen. Unterschiedliche Niveaus und Umgang mit Vermeidungsstrategien Da viele Schülerinnen und Schüler mit geringem Alphabetisierungsgrad gelernt haben, ihre vermeintliche Schwäche zu verbergen, lohnt es sich deshalb, zu Beginn des Schuljahres oder bei neuen Lernenden vorab einen Alphabetisierungstest durchzuführen. Dabei ist es besonders wichtig, den betroffenen Schülerinnen und Schülern Angst und Scham zu nehmen sowie ihnen zu vermitteln, dass Vermeidungsstrategien nicht zielführend sind. Häufig spielt die Angst vor Strafen eine wichtige Rolle beim Vermeidungsverhalten. Die Lehrkraft kann daher Hilfe leisten, indem sie betont, dass "Nicht-Können" in der Klasse nicht bestraft wird und dass "Nicht-Lesen-Können" nur bedeutet, dass man noch nicht lesen kann. In harmonischen Klassen kann ein offenes Gespräch über die Lernerbiografien und Alphabetisierungsgrade der Schülerinnen und Schüler sehr wirksam sein, um Hänseleien in der Klasse zu unterbinden und fehlende Lese- und Schreibkenntnisse zu enttabuisieren. Dabei zeigt sich oft, dass Schülerinnen und Schüler mit hohem Alphabetisierungsgrad durchaus bereit sind, ihr Wissen mit anderen zu teilen, indem sie Helferrollen übernehmen und damit selbst durch diese Vermittlerrolle profitieren. Die angemessene Einschätzung des Lese- und Schreibniveaus der Lernenden in gemischten Klassen wie im DaF-/DaZ-Unterricht stellt eine Grundvoraussetzung für die individuelle Förderung im Anschluss dar. Aus diesem Grund geht es im Folgenden um unterschiedliche Stufen der Alphabetisierung und damit verbundenen Anforderungen an den Unterricht. Primärer Analphabetismus Primärer Analphabetismus liegt vor, wenn eine Person in keiner Sprache und keinem Schriftsystem bisher lesen und schreiben gelernt hat. Das betrifft häufiger Schülerinnen und Schüler aus Ländern, in denen das Schulsystem nicht allen Menschen zugänglich ist, aber es gibt immer auch individuelle Gründe, warum Kinder nicht zur Schule gegangen sind oder in der Schule nicht lernen konnten. Daher sollte der Alphabetisierungsgrad aller Jugendlichen kontrolliert werden, aus welchem Herkunftsland sie auch kommen mögen. Hinweise darauf, dass es sich bei Lernenden um primäre Analphabeten handelt, ergeben sich häufig schon bei Abschreibeübungen: Einzelne Buchstaben sind gespiegelt, Wortgrenzen auch von bekannten Wörtern werden nicht erkannt und die Buchstaben werden einzeln abgemalt. Freies Schreiben ist nicht möglich. Beim Lesen werden Buchstaben einzeln aufgezählt und nicht zum Wort kombiniert oder die Buchstaben sind noch gänzlich unbekannt. Diese Lernenden benötigen besondere Förderung beim Lernen von Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, die in einer gemischten Klasse ohne zusätzliche Betreuung sehr schwer zu leisten ist. In Klassen mit primären Analphabeten sollte ein bestimmter Teil der Unterrichtszeit der Alphabetisierung auf dem Niveau der Schülerinnen und Schüler gewidmet sein. Dafür ist eine zusätzliche Lehrkraft oder zusätzliche Zeit mit der Klassenlehrkraft unbedingt nötig. In diesem Teil des Unterrichts werden Laute und Buchstaben eingeführt, phonologische Bewusstheit gefördert und das verstehende Lesen und mitteilende Schreiben geübt. Die Lehrkraft sollte Fachwissen aus dem Bereich Alphabetisierung mitbringen. Funktioneller Analphabetismus Der Begriff "Funktioneller Analphabetismus" trifft auf die Lernenden zu, deren Lese- und Schreibkenntnisse nicht ausreichen, um dem Unterrichtsgeschehen in vergleichbarem Maß zu folgen wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Auch im Alltag und vor allem später im Berufsalltag ergeben sich dann häufig Schwierigkeiten, denen durch gezielte Förderung im Unterricht vorgebeugt werden kann. Die größere Zahl der Schülerinnen und Schüler mit geringen Lese- und Schreibkenntnissen hat im Heimatland bereits ein oder sogar zwei Schriftsysteme kennengelernt. Für den Lernerfolg in der deutschen Klasse ist dabei vor allem wichtig, wie hoch der Alphabetisierungsgrad in der Muttersprache oder in der Schulsprache ist und ob diese Sprache in lateinischer Schrift geschrieben wird. Eine relativ typische Lernerbiografie einer Schülerin oder eines Schülers mit hohem Förderbedarf umfasst häufig drei bis vier Jahre oft unregelmäßigen Schulbesuchs. Die Klassen sind meist sehr groß, sodass die Lernenden teilweise im Chor lesen, ohne dass das Textverständnis trainiert wird. Vermeidungsstrategien funktionieren an dieser Stelle relativ gut. Schreiben als Mittel der Kommunikation spielt häufig eine eher untergeordnete Rolle. Auch diese Lerner profitieren daher sehr von gezielter Lese- und Schreibförderung, die abseits des Regelunterrichts angeboten wird. Die Schülerinnen und Schüler lernen unter anderem verstehend zu lesen und das Schreiben als Mittel zum Ausdruck zu verwenden. Dabei sollte zunächst die Mitteilung im Fokus stehen. Erst im Laufe der Zeit nimmt die orthografische Korrektheit eine wichtigere Rolle ein. Auch auf höheren Niveaus ist häufig noch gesonderte Förderung nötig, diese kann aber unter Umständen durch eine zweite Lehrkraft in der Klasse geleistet werden. Hier wird das selbstständige Erfassen eines Arbeitsblattes mit seiner Strukturierung anhand des Layouts geübt, außerdem werden verschiedene Lesetechniken aus den vorangehenden Jahrgangsstufen gelernt. Beim Schreiben wird vermehrt auf eine korrekte Rechtschreibung geachtet. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler gern und möglichst viel schreiben. Zweitschriftlerner Zweitschriftlerner beherrschen ein anderes Schriftsystem als das lateinische souverän, die lateinische Schrift dagegen ist neu für sie. Diese Schülerinnen und Schüler machen häufig deutlich schnellere Fortschritte als funktionelle oder primäre Analphabeten. Sie sind mit Schriftlichkeit als Mittel der Kommunikation in verschiedenen Facetten vertraut. Je nach zuerst gelerntem Schriftsystem ergeben sich dennoch häufig typische Schwierigkeiten. Die arabische Schrift ist wie die lateinische eine Buchstabenschrift. Ein Unterschied besteht darin, dass Vokale häufig nicht mitgeschrieben werden, doch das bereitet eher weniger Probleme beim Zweitschrifterwerb. Die umgekehrte Schriftführung in der lateinischen Schrift dagegen, von links nach rechts, ist für viele Schülerinnen und Schüler ungewohnt und führt häufig dazu, dass die einzelnen Buchstaben in umgekehrter Richtung geschrieben werden, sodass der Schreibfluss sich nicht zügig entwickelt. Eine Methode, den Lernenden die Umständlichkeit dieser Schreibweise vor Augen zu führen, besteht darin, sich beispielsweise den eigenen Namen in arabischer Schrift zeigen zu lassen und dann jeden Buchstaben ebenfalls in umgekehrter Richtung zu schreiben. Die äthiopische Schrift wird vor allem in Äthiopien und Eritrea verwendet. Da es sich hierbei um eine Silbenschrift handelt, ist das Umdenken auf die lateinische Buchstabenschrift komplizierter. Umso wichtiger ist es, Buchstaben lautierend einzuführen ("p" statt "pe", "m" statt "em"). Die kyrillische und georgische Schrift sind wiederum Buchstabenschriften, die von links nach rechts geschrieben werden, sodass der Zweitschrifterwerb keine besondere Schwierigkeit darstellt. Fazit Den Lernstand Ihrer Schülerinnen und Schüler angemessen einschätzen zu können erfordert ein hohes Maß an diagnostischer Kompetenz. Die dargestellten Tipps und Handlungsempfehlungen ergeben sich aus Erfahrungen mit Lernern unterschiedlicher Herkunftsländer und dienen dazu, Lernschwierigkeiten besser verstehen und lösen zu können.

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Sprachsensibler Fachunterricht mit Lingo MINT

Fachartikel

Lingo MINT bietet Materialien für das integrierte Sprach- und Fachlernen (CLIL) zu mathematischen, technischen und naturwissenschaftlichen Themen für Lernende mit Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache. Lingo MINT ist konzipiert für den Unterricht in Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache (DaF, DaZ). Die Materialien legen den inhaltlichen Fokus auf die MINT-Fächer und beinhalten Alltagsphänomene aus Technik, Mathematik und den Naturwissenschaften . Durch den phänomenbasierten Ansatz eignet sich das Material weltweit für den Unterricht in fächerübergreifenden Lernumgebungen als Fremd- und Zielsprache. Es wird ebenso in Schulen im Ausland mit Deutschschwerpunkt sowie für Lernende mit Migrationshintergrund in Deutschland eingesetzt. Inhalte für Kinder und Jugendliche Kinder von 8 bis 12 Jahren entdecken mit dem "Lingo macht MINT"-Magazin interessante Sprachthemen und können selbst Experimente machen.

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Unterrichtsmaterial und News für den Fachbereich Fremdsprachen

In diesem Fachbereich finden Lehrkräfte der Sekundarstufen I und II kostenlose und kostenpflichtige Arbeitsblätter, Unterrichtsmaterialien und interaktive Übungen mit Lösungsvorschlägen zum Download und für den direkten Einsatz im Fremdsprachen-Unterricht oder in Vertretungsstunden. Ob für das Fach Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache (DaF/DaZ) oder Latein: Dieser Fachbereich bietet Lehrerinnen und Lehrern jede Menge Unterrichtsideen, Bildungsnachrichten sowie Tipps zu Apps und Tools für ihren Fach-Unterricht. 

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