Was erleben Jugendliche im Unterricht? Der neue PISA-Bericht gibt Hinweise

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veröffentlicht am 28.10.2026

Der deutsche PISA-Berichtsband 2025 untersucht neben den Kompetenzen 15-Jähriger auch Lernkontexte – darunter Schule, Unterricht und digitale Lernumgebungen. Neu ist der Bereich "Lernen in der digitalen Welt". Für Lehrkräfte bieten die Befunde Anlass, Unterrichtserleben, Feedback und den Einsatz digitaler Werkzeuge gemeinsam zu betrachten.

PISA betrachtet mehr als Testergebnisse

PISA ist vor allem als internationaler Vergleich von Kompetenzen bekannt. Der deutsche Berichtsband zu PISA 2025 nimmt zusätzlich Lernkontexte in den Blick: Er analysiert unter anderem Schule und Unterricht, Digitalisierung sowie die häusliche und soziale Lernumgebung von 15-Jährigen. Herausgegeben wurde der Bericht von Forschenden des Zentrums für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB).

Im Mittelpunkt der Erhebung stehen weiterhin die Kompetenzen in Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik. Der Schwerpunkt liegt 2025 auf den Naturwissenschaften. Zugleich erweitert ein neuer Bereich die Untersuchung: „Lernen in der digitalen Welt“ erfasst den kompetenten Einsatz digitaler Werkzeuge, selbstreguliertes Lernen und die Nutzung von Feedback. Der Bericht ordnet diese Ergebnisse auch in nationale Entwicklungen und internationale Vergleiche ein.

Damit rückt eine für Lehrkräfte wichtige Frage in den Fokus: Unter welchen Bedingungen lernen Jugendliche – und wie nehmen sie Unterricht und Unterstützung wahr? PISA ist keine unmittelbare Bewertung einzelner Unterrichtsstunden oder Schulen. Die Daten können jedoch Hinweise darauf geben, wie Lernbedingungen und Kompetenzen zusammenhängen. Auch die OECD stellt mit ihren PISA-Ergebnissen internationale Vergleichsdaten zu Kompetenzen und schulischen Rahmenbedingungen bereit.

Digitale Werkzeuge gezielt einsetzen

Der neue Schwerpunkt auf Lernen in der digitalen Welt erweitert die Diskussion über digitale Bildung. Es geht nicht allein darum, ob Lernende Geräte bedienen können. Wichtig ist auch, ob sie digitale Werkzeuge passend zu einer Aufgabe auswählen, ihren Lernprozess steuern und Rückmeldungen für die Weiterarbeit nutzen.

Für den Unterricht bedeutet das, digitale Anwendungen nicht als Selbstzweck einzusetzen. Entscheidend ist, welches Lernziel sie unterstützen und ob Lernende dabei eigene Lösungswege entwickeln. Die PISA-Befunde ersetzen keine Lernstandsdiagnose in der Klasse. Sie können aber dazu anregen, Unterrichtserleben, Feedbackkultur und digitale Lerngelegenheiten systematisch zu reflektieren.

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Wählen Sie in einer Fachkonferenz eine Unterrichtseinheit aus und prüfen Sie gemeinsam drei Punkte: Wo können Lernende ihren Lernstand selbst einschätzen? An welcher Stelle erhalten sie Rückmeldung, mit der sie tatsächlich weiterarbeiten können? Und welches digitale Werkzeug unterstützt dabei ein konkretes fachliches Ziel? Für die Sekundarstufe I bietet sich ein kurzer Vergleich an: Lernende bearbeiten eine Aufgabe zunächst ohne und anschließend mit einem digitalen Hilfsmittel und erläutern, was ihnen beim Verstehen oder Überarbeiten geholfen hat.

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