Mehrsprachigkeit im Unterricht: Neue Daten aus Nordrhein-Westfalen

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veröffentlicht am 26.10.2026

In Nordrhein-Westfalen hatten im Schuljahr 2025/26 rund 18,1 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Zahlen geben Anlass, über Vielfalt, Teilhabe und die Grenzen statistischer Kategorien zu sprechen.

Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler steigt

Im Schuljahr 2025/26 besuchten in Nordrhein-Westfalen rund 2,53 Millionen Schülerinnen und Schüler allgemeinbildende und berufliche Schulen. Etwa 457.000 von ihnen besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Das entspricht einem Anteil von rund 18,1 Prozent.

Damit hat sich der Anteil im Vergleich zum Schuljahr 2015/16 mehr als verdoppelt. Damals lag er bei 8,9 Prozent. Die größte Gruppe unter den Schülerinnen und Schülern ohne deutsche Staatsangehörigkeit bildeten junge Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit. Es folgten Schülerinnen und Schüler mit ukrainischer und irakischer Staatsangehörigkeit.

Die Daten des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen beschreiben die Staatsangehörigkeit. Sie sagen nichts darüber aus, welche Sprache ein Kind spricht, wie lange es in Deutschland lebt oder welche Bildungs- und Lebenserfahrungen es mitbringt.

Vielfalt differenziert betrachten

Für Schulen ist es deshalb wichtig, statistische Kategorien nicht mit individuellen Eigenschaften gleichzusetzen. Mehrsprachigkeit kann eine Ressource sein, zugleich benötigen Lernende je nach Biographie unterschiedliche sprachliche und fachliche Unterstützung.

Die Entwicklung betrifft Nordrhein-Westfalen und ist nicht ohne Weiteres auf ganz Deutschland übertragbar. Sie kann jedoch als Ausgangspunkt für Gespräche über Migration, Teilhabe und die Zusammensetzung von Schülerschaften dienen.

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Nutzen Sie die Statistik in einer Unterrichtseinheit zu Migration, Gesellschaft oder Datenkompetenz. Lassen Sie Lernende zunächst klären, was die Kategorie „ausländische Staatsangehörigkeit" erfasst und was sie offenlässt. Vergleichen Sie anschließend Zahlen mit individuellen Erfahrungsberichten oder Biographien. Im Kollegium können Sie prüfen, ob Informationen für neu zugewanderte Lernende, sprachsensible Materialien und Beratungsangebote gut zugänglich sind.

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