Warum das Verhalten von Schülerinnen und Schülern zum großen Thema im Unterricht wird

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Autor: Anne Kurz
veröffentlicht am 06.10.2026

Das Verhalten von Schülerinnen und Schülern ist für 46 Prozent der Lehrkräfte die größte berufliche Belastung. Das zeigt das Deutsche Schulbarometer 2026 der Robert Bosch Stiftung. Die Befragten wünschen sich vor allem Unterstützung beim Umgang mit überfachlichen Kompetenzen, schwierigen Unterrichtssituationen und demokratiebezogenen Themen.

Für viele Lehrkräfte wird es schwieriger, im Klassenzimmer eine stabile Lernatmosphäre zu schaffen. Das zeigt das Deutsche Schulbarometer 2026 der Robert Bosch Stiftung. In der repräsentativen Befragung nennen 46 Prozent der Lehrkräfte das Verhalten von Schülerinnen und Schülern als größte berufliche Belastung. 2024 lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent, 2025 bei 42 Prozent.

Herausforderndes Verhalten im Unterricht

Hinter den genannten Herausforderungen stehen unterschiedliche Situationen: Schülerinnen und Schüler haben Schwierigkeiten, sich in eine Gruppe einzufügen, sind nur schwer zum Lernen zu motivieren oder zeigen psychische Belastungen. Die Studie macht deutlich, dass Lehrkräfte dabei zunehmend auch überfachliche Kompetenzen wie Einfühlungsvermögen, Selbstorganisation und kritisches Denken fördern sollen.

Die Heterogenität in den Klassen empfinden 34 Prozent der Befragten als größte Herausforderung. Auf Platz drei folgen Arbeitsbelastung und Zeitmangel mit 27 Prozent. Damit konkurrieren Klassenführung, Beziehungsarbeit und individuelle Förderung immer häufiger mit der Zeit für Fachunterricht, Diagnostik und organisatorische Aufgaben.

Fortbildung für Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams

Der Wunsch nach Unterstützung ist groß: 82 Prozent der befragten Lehrkräfte möchten sich im Bereich der überfachlichen Kompetenzen weiterbilden. Mehr als ein Drittel fühlt sich dabei jedoch auf sich allein gestellt. Auch die Pädagogische Hochschule Heidelberg sieht einen wachsenden Bedarf an einer professionellen Vorbereitung auf herausfordernde Situationen im Unterricht. Dort setzen sich angehende Lehrkräfte in einem eigenen Wahlmodul mit konkreten Fällen und möglichen Handlungsstrategien auseinander.

Die Ergebnisse verweisen zugleich auf strukturelle Grenzen individueller Lösungen. Lehrkräfte benötigen nach Einschätzung der Robert Bosch Stiftung mehr Unterstützung durch multiprofessionelle Teams. Dazu gehören unter anderem Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie Fachleute für Verwaltung und Informationstechnik.

Demokratiebildung und Künstliche Intelligenz

Weitere Schwerpunkte der Befragung sind Demokratiebildung und Künstliche Intelligenz. 48 Prozent der Lehrkräfte finden, dass ihre Schule mehr für Demokratiebildung tun sollte. Fast jede fünfte Lehrkraft fühlt sich durch ein vermeintliches Neutralitätsgebot gehemmt. Gleichzeitig hat sich der regelmäßige Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Lehrerzimmer innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Besonders häufig nutzen Lehrkräfte entsprechende Werkzeuge zum Erstellen von Aufgaben und für die Unterrichtsplanung.

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Prüfen Sie im Kollegium, welche wiederkehrenden Unterrichtssituationen besonders belastend sind und welche gemeinsamen Routinen helfen können. Für eine Jahrgangsstufe oder Klasse kann es sinnvoll sein, Regeln, Übergänge und Gesprächsformate zu reflektieren und dabei auch die Perspektive der Lernenden einzubeziehen. Nutzen Sie Fortbildungen zu Klassenführung, Deeskalation oder überfachlichen Kompetenzen und klären Sie zugleich, wann Unterstützung durch Schulsozialarbeit, Beratung oder Schulpsychologie erforderlich ist.

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Quellen

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