G9 sorgt in NRW für deutlich weniger Abiturientinnen und Abiturienten

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Autor: Peter Wigand
veröffentlicht am 05.10.2026

In Nordrhein-Westfalen haben 2026 rund 27.000 Schülerinnen und Schüler das Abitur bestanden. Der deutliche Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist eine Folge der Rückkehr der Gymnasien vom achtjährigen zum neunjährigen Bildungsgang.

Die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) führt in Nordrhein-Westfalen zu einem besonderen Abiturjahrgang. 2026 haben rund 27.000 Schülerinnen und Schüler die Abiturprüfungen erfolgreich abgeschlossen. Im Vorjahr waren es noch rund 72.000.

Übergangsjahr ohne regulären Abiturjahrgang

Der Rückgang ist vor allem organisatorisch bedingt. An den meisten Gymnasien in Nordrhein-Westfalen fanden 2026 keine regulären Abiturprüfungen statt, weil die Schulen schrittweise vom achtjährigen Bildungsgang (G8) zu G9 zurückkehren. Abiturprüfungen gab es an Gymnasien in diesem Übergangsjahr lediglich an 95 sogenannten Bündelungsgymnasien. Sie nahmen unter anderem Wiederholerinnen und Wiederholer sowie Schulformwechslerinnen und Schulformwechsler auf.

An den allgemeinbildenden Schulen und Weiterbildungskollegs lag die Durchschnittsnote 2026 bei 2,56. An den Beruflichen Gymnasien der Berufskollegs erreichten die Abiturientinnen und Abiturienten im Durchschnitt die Note 2,43. Die Bestnote 1,0 erhielten an Gymnasien und Gesamtschulen 1,2 Prozent der Prüflinge. Im Vorjahr waren es 3,38 Prozent.

Erster regulärer G9-Jahrgang folgt 2027

Mit dem Schuljahr 2026/27 erreicht die Umstellung einen weiteren wichtigen Abschnitt. Der erste reguläre G9-Jahrgang legt 2027 das Abitur ab. Das nordrhein-westfälische Schulministerium rechnet dann wieder mit einer deutlich höheren Zahl von Abiturientinnen und Abiturienten. Über alle Schulformen hinweg werden voraussichtlich rund 70.500 junge Menschen ihre Abiturprüfungen ablegen.

Die Rückkehr zu G9 begann an den meisten Gymnasien im Schuljahr 2019/20. Sie wurde mit einer Überarbeitung der Kernlehrpläne verbunden. Dabei wurden unter anderem Medienbildung und Medienkompetenz stärker als fächerübergreifende Aufgaben verankert. Außerdem erhielten die Gymnasien mehr Möglichkeiten zur Profilbildung, etwa im MINT-Bereich oder mit bilingualen Angeboten.

Auswirkungen auf Schulen und Bildungswege

Der vorübergehende Rückgang der Abiturientenzahl betrifft nicht nur die Gymnasien. Auch Hochschulen, Ausbildungsbetriebe und Anbieter von Freiwilligendiensten müssen sich auf einen kleineren Jahrgang einstellen. Gleichzeitig dürfte sich der Wettbewerb um Studienplätze und Ausbildungsstellen in einzelnen Bereichen verändern.

Für Schulen steht zunächst die Begleitung der unterschiedlichen Bildungswege im Vordergrund. Neben dem regulären G9-Jahrgang gibt es weiterhin Schülerinnen und Schüler aus G8-Bildungsgängen, Berufskollegs, Gesamtschulen und Weiterbildungskollegs. Die Bildungswege zum Abitur bleiben damit auch während der Umstellung vielfältig.

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Für Ihren Schulalltag bedeutet der Übergang zu G9, dass in den kommenden Jahren unterschiedliche Jahrgänge und Bildungswege stärker zusammengedacht werden müssen. Prüfen Sie insbesondere in den Klassen 9 und 10, welche Informationen zur gymnasialen Oberstufe, zu Berufskollegs, Ausbildung und Freiwilligendiensten Ihre Schülerinnen und Schüler benötigen. Ein klassenübergreifender Informationstermin mit der Berufsberatung oder ehemaligen Schülerinnen und Schülern kann Orientierung geben. Auch bei der Unterrichtsplanung lohnt es sich, die zusätzlichen Lern- und Entwicklungsräume von G9 für Berufsorientierung, Medienbildung oder MINT-Projekte zu nutzen.

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