Lehrkräftemangel im Schuljahr 2026/27: Diese Maßnahmen nutzen die Länder

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Autor: Peter Wigand
veröffentlicht am 13.10.2026

Auch im Schuljahr 2026/27 sind in vielen Bundesländern Lehrkräftestellen unbesetzt. Besonders betroffen sind die Sonderpädagogik, nicht gymnasiale Schulformen, MINT-Fächer und ländliche Regionen. Die Länder reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen - von Quer- und Seiteneinstieg bis zu Mehrarbeit und digitalen Unterrichtsangeboten.

Lehrkräftemangel betrifft viele Schularten und Regionen

Der Lehrkräftemangel bleibt eine der größten Herausforderungen für Schulen in Deutschland. Nach einer Abfrage des Deutschen Schulportals bei den Bildungsbehörden waren zum Beginn des Schuljahres 2026/27 bundesweit etwa 10.000 Stellen unbesetzt. Die Situation unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen den Ländern. Während Hamburg und das Saarland offene Stellen weitgehend besetzen konnten, fehlen in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Deutschen Schulportals rund 7.700 Lehrkräfte.

Besonders schwierig ist die Personalsituation an Förderschulen und an weiterführenden Schulen ohne Oberstufe. Auch in den MINT-Fächern sowie in Musik, Sport und Kunst fällt es vielen Ländern schwer, ausreichend Lehrkräfte zu gewinnen. Ländliche Regionen stehen ebenfalls vor besonderen Herausforderungen. Dort setzen einige Länder auf Zulagen, Abordnungen oder weitere finanzielle Anreize.

Quer- und Seiteneinstieg sichern kurzfristig den Unterricht

Um die Unterrichtsversorgung aufrechtzuerhalten, greifen die Länder auf ein Bündel unterschiedlicher Maßnahmen zurück. Dazu gehören zusätzliche Unterrichtsstunden, die Aufstockung von Teilzeit, der Einsatz pensionierter Lehrkräfte und der Ausbau des Quer- und Seiteneinstiegs. In Brandenburg lag der Anteil der Seiteneinsteigenden an den Neueinstellungen zum Schuljahresbeginn bei 43,5 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern bei 34,6 Prozent.

Der Einsatz nicht grundständig ausgebildeter Lehrkräfte kann kurzfristig helfen, stellt Schulen aber zugleich vor zusätzliche Aufgaben. Berufsbegleitende Qualifizierung, Mentoring und Unterstützung im Schulalltag sind notwendig, damit Quer- und Seiteneinsteigende die pädagogischen Anforderungen dauerhaft bewältigen können. Nach Angaben von Lehrer-Online hatten im Schuljahr 2023/24 rund 10,5 Prozent der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen keine anerkannte Lehramtsprüfung.

Unterrichtsversorgung bleibt langfristige Aufgabe

Die Kultusministerkonferenz betrachtet in ihrer aktuellen Modellrechnung sechs verschiedene Lehramtstypen und prognostiziert den Einstellungsbedarf sowie das Angebot bis 2035. Die Bedarfe unterscheiden sich dabei erheblich nach Schulart, Fach und Region. Zusätzlich steigende Schülerzahlen, der Ausbau des Ganztags und inklusive Bildungsangebote erhöhen den Planungsdruck.

Für Schulen bedeutet der Mangel häufig Mehrarbeit, größere Lerngruppen, Unterrichtsausfall oder Einschränkungen bei Wahlfächern und Arbeitsgemeinschaften. Digitale und hybride Unterrichtsmodelle können in bestimmten Situationen unterstützen. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz weist jedoch darauf hin, dass solche Formate insbesondere bei jüngeren Lernenden und bei Kindern mit geringeren Selbstregulationskompetenzen zusätzliche Begleitung benötigen.

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Für Ihren Unterricht bedeutet die angespannte Personalsituation, dass verlässliche Absprachen und klare Prioritäten wichtiger werden. Prüfen Sie im Fach- oder Jahrgangsteam, welche Basiskompetenzen auch bei Vertretungsunterricht verbindlich gesichert werden sollen. Für die Jahrgangsstufen 5 und 6 können gemeinsam entwickelte Material-Pools und kurze, selbstständig bearbeitbare Lernaufgaben entlasten. Nutzen Sie außerdem Fortbildungen zu Klassenführung und zur Unterstützung psychisch belasteter Lernender. Das Deutsche Schulbarometer 2026 zeigt hier einen hohen Bedarf.

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