Lehrkräftegesundheit: Wie Schulen die Wechseljahre mitdenken können

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Autor: Merle Engeln
veröffentlicht am 20.09.2026

Eine qualitative Befragung des VBE NRW zeigt, wie Lehrkräfte und Schulleitungen die Wechseljahre im Schulalltag erleben. Die Ergebnisse machen deutlich: Nicht individuelle Anpassung allein, sondern auch gute Arbeitsbedingungen, eine offene Gesprächskultur und gezielte Unterstützung sind gefragt.

Wechseljahre treffen auf belastete Arbeitsbedingungen

Die Wechseljahre können sich auf Konzentration, Schlaf, Belastbarkeit und das allgemeine Wohlbefinden auswirken. Für Beschäftigte im Schuldienst kommt hinzu, dass der Arbeitsalltag häufig von Zeitdruck, Lärm, hoher Verantwortung und begrenzten Erholungsmöglichkeiten geprägt ist. Eine neue qualitative Befragung des Verbandes Bildung und Erziehung Nordrhein-Westfalen (VBE NRW) nimmt diese bisher wenig beachtete Verbindung in den Blick.

Im Auftrag der Frauenvertretung des VBE NRW wurden 15 ausführliche Interviews mit Lehrkräften und Schulleitungen aus unterschiedlichen Schulformen und schulischen Zusammenhängen geführt. Einbezogen wurden unter anderem Grundschulen, Förderschulen sowie Gesamt- und Sekundarschulen. Die Untersuchung ist nicht statistisch repräsentativ, macht aber wiederkehrende Erfahrungen und Unterstützungsbedarfe sichtbar.

Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme im Schulalltag

Die befragten Frauen berichten insbesondere von Schlafstörungen und deren Folgen für Konzentration, Geduld und Belastbarkeit. Auch andere Beschwerden können den Arbeitsalltag erschweren. Gleichzeitig beschreibt die Befragung die Wechseljahre nicht ausschließlich als Belastungsphase: Teilnehmerinnen nennen ebenso mehr Erfahrung, Klarheit und Gelassenheit. Die Arbeitsfähigkeit verändert sich, verschwindet aber nicht automatisch.

Die Ergebnisse stehen im Zusammenhang mit Befunden aus anderen Arbeitsbereichen. Die MenoSupport-Studie der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin zeigt, dass acht von zehn befragten Frauen in den Wechseljahren gesundheitliche Beschwerden erleben. Jede vierte Befragte gab an, ihre Arbeitszeit reduziert zu haben oder früher in den Ruhestand gegangen zu sein.

Führung und Schulkultur sind entscheidend

Ob Betroffene Unterstützung erhalten, hängt laut VBE NRW stark von der Führung und der Schulkultur ab. Eine offene, diskriminierungsfreie Gesprächskultur kann dazu beitragen, individuelle Lösungen zu finden, ohne die Verantwortung allein den betroffenen Beschäftigten zu übertragen. Dazu gehören beispielsweise Rückzugsmöglichkeiten, verlässliche Pausen, flexible Absprachen und eine Sensibilisierung von Schulleitungen.

Lehrer-Online weist allgemein darauf hin, dass berufliche Belastungen die Gesundheit von Lehrkräften beeinträchtigen können. In einer Befragung stimmten vier von fünf Lehrkräften der Aussage zu, dass sich berufliche Belastungen negativ auf ihre körperliche Gesundheit auswirken. Die Wechseljahre sind daher nicht als isoliertes Gesundheitsthema zu betrachten, sondern als Teil eines umfassenden Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Für Ihren Arbeitsalltag bedeutet das: Prüfen Sie gemeinsam im Kollegium, ob Pausen- und Rückzugsräume tatsächlich nutzbar sind und wie kurzfristige Entlastung organisiert werden kann. Schulleitungen sollten Informationen zu den Wechseljahren sachlich und freiwillig zugänglich machen, ohne Betroffene zur Offenlegung zu drängen. Vereinbaren Sie außerdem klare Vertretungs- und Kommunikationswege für gesundheitlich belastende Situationen. So entsteht eine Schulkultur, in der erfahrene Lehrkräfte auch in dieser Lebensphase im Beruf bleiben können.

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Quellen

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