Handlungsempfehlungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt

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veröffentlicht am 04.08.2026

Eine unabhängige Expertenkommission der Bundesregierung hat 56 Handlungsempfehlungen entwickelt, um Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt besser zu schützen. Die Empfehlungen bieten Lehrkräften, Schulen und Bildungseinrichtungen konkrete Strategien für einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien im Unterricht.

Umfassende Strategie für die digitale Sicherheit junger Menschen

Die im September 2025 eingesetzte und unabhängig arbeitende Expertenkommission “Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt” hat am 24. Juni 2026 ihre Ergebnisse der Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien vorgelegt. Die 56 Handlungsempfehlungen basieren auf evidenzbasierten Erkenntnissen und verfolgen das Ziel, Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum zu vereinen. Sie bilden die Grundlage für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Gesamtstrategie der Bundesregierung zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt.

Die Handlungsempfehlungen richten sich an verschiedene Akteure - Bund, Länder, Kommunen, europäische Institutionen, Bildungseinrichtungen, Eltern und Plattformanbieter. Sie verdeutlichen, dass moderner Kinder- und Jugendschutz nur dann wirksam sein kann, wenn Bildung, Prävention, Regulierung, Plattformverantwortung, Elternarbeit, Jugendhilfe und Gesundheitswesen zusammenwirken.

Digitale Medien im Unterricht strukturiert gestalten

Die Kommission empfiehlt unter anderem ein Smartphone-Verbot für Schülerinnen und Schüler bis zur siebten Klasse während des Unterrichts und in den Schulpausen. Dieses Verbot zielt darauf ab, Konzentration und Aufmerksamkeit zu fördern sowie Ablenkung und potenzielle Risiken zu minimieren.

Für die Sekundarstufe schlägt die Kommission ein evidenzbasiertes Peer-to-Peer-Modell vor: Schulen sollen Lehrkräfte gezielt fortbilden, um sie als Ansprechpersonen für Fragen rund um Social Media, künstliche Intelligenz und Gaming zu qualifizieren. Diese ausgebildeten Lehrkräfte können dann ältere Schülerinnen und Schüler schulen, die ihrerseits jüngere Mitschülerinnen und -schüler informieren. Dieses gestaffelte Modell nutzt die Peers als wirksame Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Fortbildung und professionelle Unterstützung für Lehrkräfte

Die Bundesregierung unterstützt bereits die Qualifizierung von Lehrkräften durch das Programm “Kompetenzzentren für digitales und digital gestütztes Unterrichten in Schule und Weiterbildung”, die seit 2023 aus Mitteln des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans gefördert werden. Diese Kompetenzzentren helfen Lehrenden, digitale Medien bewusst und pädagogisch wertvoll in ihren Unterricht zu integrieren.

Darüber hinaus werden wissenschaftliche Forschungsprojekte zur digitalen Lehrkräftebildung gefördert, um neue fachdidaktische Erkenntnisse für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften zu generieren.

Ein Dreiklang für die Schulpraxis: Sensibilisieren - Stärken - Schützen

Die Konferenz der Kultusministerinnen und -minister hat auf ihrer achten Sitzung im Juni 2026 eine gemeinsame Erklärung verabschiedet, die den Umgang mit Social Media im schulischen Bereich auf den Dreiklang “Sensibilisieren - Stärken - Schützen” ausrichtet. Die Handlungsempfehlungen der Expertenkommission erweitern diesen Ansatz um eine gesamtgesellschaftliche Dimension und verdeutlichen, dass digital sichere Schulräume nur durch das Ineinandergreifen aller gesellschaftlichen Akteure entstehen können.

Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der schnelleren Meldung digitaler Straftaten: Lehrende benötigen bessere Mechanismen und Verfahren, um problematische Inhalte und Vorfälle effizient zu melden und anzuzeigen. Dies entlastet Lehrkräfte rechtlich und schafft Klarheit in komplexen Situationen.

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