Brandenburg rechnet weiter mit unbesetzten Lehrerstellen
Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann rechnet damit, dass auch im neuen Schuljahr nicht alle Lehrerstellen besetzt werden können. Das Land will deshalb mit zusätzlichen Maßnahmen verhindern, dass Schülerinnen und Schüler Nachteile bei Abschlüssen und Unterrichtsversorgung haben
Unterrichtsversorgung bleibt angespannt
In Brandenburg bleibt die Besetzung offener Stellen an Schulen ein drängendes Thema. Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) sagte zum Start der Sommerferien im rbb-Inforadio, dass die staatlichen Schulämter zwar jeden Tag unter Hochdruck daran arbeiteten, möglichst viele Stellen zu besetzen, dies aber nicht überall zu 100 Prozent gelingen werde.
Der Minister stellte zugleich klar, dass das Land die Unterrichtsversorgung dennoch absichern wolle. Dafür seien im neuen Schuljahr auch besondere und kreative Maßnahmen nötig, damit alle Schülerinnen und Schüler ihre Abschlüsse erreichen können. Nach Angaben des Berichts kann es an einzelnen Schulen sogar dazu kommen, dass die Stundentafel nicht vollständig abgesichert werden kann.
Abordnungen und Änderungen an der Stundentafel möglich
Falls sich offene Stellen nicht anders besetzen lassen, schließt Hoffmann auch weitergehende Schritte nicht aus. Verbeamtete Lehrkräfte könnten notfalls an bestimmte Orte abgeordnet werden; zunächst solle das aber auf freiwilliger Basis geschehen. Wenn sich niemand finde, könne es im Ausnahmefall auch dazu kommen, dass Lehrkräfte von Amts wegen umgesetzt werden.
Außerdem werde geprüft, ob einzelne Schulen von der Stundentafel abweichen dürfen. Das könnte etwa bedeuten, dass zusätzliche Stunden für Förderunterricht gekürzt werden, um die Kernversorgung im Unterricht aufrechtzuerhalten. Für Schulen ist das ein deutlicher Hinweis darauf, wie schwierig es werden kann, Stundenpläne und Förderangebote unter den gegebenen Personalbedingungen stabil zu halten.
Lehrkräftebedarf bleibt ein langfristiges Thema
Die Lage in Brandenburg steht nicht für sich allein. Die Kultusministerkonferenz verweist seit Langem auf den hohen Lehrkräftebedarf in Deutschland und veröffentlicht dazu Modellrechnungen bis 2035. Bereits in früheren Prognosen wurde deutlich, dass der Bedarf in mehreren Ländern hoch bleibt und nicht allein durch die regulär ausgebildeten Nachwuchskräfte gedeckt werden kann.
Für die Schulpraxis bedeutet das: Personalgewinnung, gute Verteilung von Aufgaben und flexible Lösungen werden weiter an Bedeutung gewinnen. Hoffmann betonte zugleich, dass er nicht nur Verantwortung für rund 22.000 Lehrkräfte trage, sondern vor allem auch für 320.000 Schülerinnen und Schüler im Land. Genau darin liegt die Herausforderung für viele Schulen: Unterricht verlässlich sichern, obwohl das Personal knapp bleibt.
Externe Links
- DIE ZEIT: Minister: Werden nicht alle Lehrerstellen besetzen könnenDie dpa-Meldung berichtet über Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann und die schwierige Besetzung von Lehrerstellen zum neuen Schuljahr.
- Kultusministerkonferenz: Lehrkräfteeinstellungsbedarf und -angebotDie KMK veröffentlicht Prognosen zum künftigen Lehrkräftebedarf und zum Angebot an Nachwuchslehrkräften bis 2035.
- Kultusministerkonferenz: LehrkräftebedarfDie Seite beschreibt die gemeinsame Strategie der Länder zur Deckung des Lehrkräftebedarfs und zur Sicherung der Unterrichtsversorgung.
