Lehrkräftemangel in Bayern verschärft sich zum Schuljahr 2026/27

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veröffentlicht am 04.09.2026

In Bayern steigen die Lernendenzahlen, zusätzliche Stellen im öffentlichen Dienst sind für 2026 jedoch nicht vorgesehen. Das Kultusministerium setzt deshalb auf ein Maßnahmenpaket, während Verbände vor größeren Klassen, weniger Bildungsangeboten und einer steigenden Belastung der Lehrkräfte warnen.

Bayerns Schulen stehen im Schuljahr 2026/27 vor einer angespannten Personalsituation. Nach Angaben des Bayerischen Philologenverbands (bpv) steigen die Lernendenzahlen, gleichzeitig gilt für das Haushaltsjahr 2026 ein Stellenmoratorium. Zusätzliche Planstellen für Lehrkräfte sind damit nicht vorgesehen. Besonders an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen könnte die Unterrichtsversorgung dadurch schwieriger werden.

Maßnahmen für die Unterrichtsversorgung

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat ein "Gesamtkonzept zur Unterrichts- und Personalversorgung" vorgelegt. Darin werden verschiedene Ansätze beschrieben, mit denen die Unterrichtsversorgung im kommenden Schuljahr gesichert werden soll. Dazu gehören der verstärkte Einsatz vorhandener Lehrkräfte, eine stärkere Nutzung von Teilzeit-Ressourcen sowie örtlich angepasste Lösungen an den einzelnen Schulen.  

Das Ministerium betont, dass die Maßnahmen in einem Dialogprozess mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften, Schulleitungen und der Schulaufsicht entwickelt wurden. Da sich die Bedingungen zwischen Schularten und Regionen unterscheiden, sollen Schulen und Schulaufsichten zusätzliche Handlungsspielräume erhalten. Zugleich setzt der Freistaat auf Maßnahmen zur Lehrkräftegewinnung und auf die Ansprache von Studierenden sowie Interessierten am Quereinstieg.  

Verbände warnen vor Folgen für Schulen

Der bpv kritisiert, dass Schulen die Folgen des Stellenmoratoriums auffangen müssten. An Gymnasien und Beruflichen Oberschulen sollen unter anderem Unterrichtsbedarfe abgesenkt und vorhandene Personalressourcen stärker ausgeschöpft werden. Nach Einschätzung des Verbands drohen dadurch zusätzliche Belastungen für Lehrkräfte und Lernende.  

Auch der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sieht die Entwicklung kritisch. Nach Angaben des Verbands weist das Gesamtkonzept für das kommende Schuljahr an mehreren Schularten eine Unterdeckung aus. Genannt werden unter anderem 740 fehlende Vollzeitkräfte an Gymnasien, 210 an Mittelschulen, 80 an Förderschulen und 50 an beruflichen Schulen. Für Realschulen wird eine regional unterschiedlich ausgeprägte Lage beschrieben.  

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern warnt ebenfalls vor größeren Klassen, Einschränkungen beim Bildungsangebot und weiter steigenden Anforderungen an das bestehende Personal. Sie kritisiert unter anderem die Fortführung dienstrechtlicher Maßnahmen und eingeschränkte Teilzeitmöglichkeiten.  

Langfristige Planung bleibt notwendig

Die Kultusministerkonferenz weist darauf hin, dass sich der Lehrkräftebedarf je nach Schulart und Fach deutlich unterscheidet. Während sich die Situation im Primarbereich langfristig entspannen könnte, werden insbesondere für den Sekundarbereich I, berufliche Schulen und bestimmte sonderpädagogische Lehrämter weiterhin Engpässe erwartet.  

Für die Unterrichtspraxis bedeutet die Entwicklung, dass Schulen kurzfristig organisatorische Lösungen finden müssen. Dauerhaft lässt sich der Lehrkräftemangel jedoch nur durch verlässliche Personalplanung, attraktive Arbeitsbedingungen, qualifizierte Ausbildungswege und multiprofessionelle Unterstützung bewältigen.

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