Landtagswahlen 2026: Diese Bildungspläne haben die Parteien

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veröffentlicht am 02.09.2026

Vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin steht Bildung im Mittelpunkt vieler Wahlprogramme. Die Parteien setzen unterschiedliche Schwerpunkte - vom Lehrkräftemangel über die Schulstruktur bis zur Sprachförderung und Inklusion.

Am 6. und 20. September 2026 werden in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin neue Landesparlamente gewählt. Bildung gehört zu den zentralen Themen der Wahlprogramme, denn die Bundesländer gestalten das Schulwesen weitgehend eigenverantwortlich. Das betrifft unter anderem die Schulstruktur, die Lehrkräfte-Ausbildung, die Unterrichtsorganisation und die frühkindliche Bildung.

Das Deutsche Schulportal hat die bildungspolitischen Pläne der Parteien verglichen, die nach dem damaligen Umfragestand voraussichtlich in die jeweiligen Parlamente einziehen könnten. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Herausforderungen, aber auch deutliche Unterschiede bei den vorgeschlagenen Lösungen.

Lehrkräftemangel und multiprofessionelle Teams

In Sachsen-Anhalt wollen SPD und Linke Schulen stärker durch multiprofessionelle Teams unterstützen. Die SPD setzt außerdem auf eine dauerhafte Finanzierung der Schulsozialarbeit aus Landesmitteln. Die Linke schlägt ein Stufenlehramt vor, bei dem Lehrkräfte für die Primar- oder Sekundarstufe ausgebildet werden und dadurch flexibler eingesetzt werden könnten. Die CDU möchte ein duales Lehramtsstudium einführen, um mehr Praxisanteile in die Ausbildung zu integrieren.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird über Entlastungen für Lehrkräfte diskutiert. Linke und SPD schlagen vor, die Unterrichtsverpflichtung schrittweise zu reduzieren. Die AfD will vor allem Fachleute aus Handwerk und Industrie für den Berufsschul-Unterricht gewinnen und dafür eine eigene pädagogische Hochschule einrichten.

Unterschiedliche Vorstellungen von Schulstruktur und Inklusion

Bei der Organisation der weiterführenden Schulen reichen die Positionen vom längeren gemeinsamen Lernen bis zur stärkeren Differenzierung. Linke und SPD in Sachsen-Anhalt befürworten ein Zwei-Säulen-Modell aus Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Die CDU will am gegliederten Schulsystem festhalten, aber Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen zu einer neuen Oberschule zusammenführen. Die AfD fordert eine stärkere Auswahl beim Zugang zum Gymnasium.

Ähnlich kontrovers wird die Inklusion bewertet. Während Linke und SPD inklusive Regelschulen mit zusätzlichen Ressourcen stärken wollen, halten CDU und AfD an Förderschulen als eigenständigem Angebot fest. Die Vorschläge reichen von kleineren Klassen und qualifizierten Schulbegleitungen bis zur grundlegenden Neuordnung der Förderstrukturen.

Sprachförderung beginnt vor der Schule

Bei der frühkindlichen Bildung sprechen sich fast alle Parteien für eine gezielte Sprachförderung aus. Uneinigkeit besteht vor allem darüber, ob Sprachtests verbindlich sein und ob ein verpflichtendes Vorschuljahr eingeführt werden sollen. Die CDU unterstützt verbindliche Sprachtests und ein stärker strukturiertes Vorschuljahr. SPD und Linke setzen dagegen auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen, ohne die frühe Bildung stärker zu verschulen.

Für Lehrkräfte sind die Wahlprogramme damit auch ein Ausblick auf mögliche Veränderungen bei Personal, Unterricht und Schulentwicklung. Welche Vorhaben umgesetzt werden, hängt nach der Wahl von Mehrheiten, Koalitionsvereinbarungen und den verfügbaren finanziellen Ressourcen ab.

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