Digitale Kompetenzen: Lehrkräfte sehen Nachholbedarf bei Software und Fortbildungen

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veröffentlicht am 01.01.2030

Wie gut sind Schulen auf die Vermittlung digitaler Kompetenzen vorbereitet? Eine bundesweite Befragung des Deutschen Philologenverbands (DPhV) und des Bildungsportals Lehrer-Online zeigt: Die technische Grundausstattung an Schulen wird von den meisten Lehrkräften als solide eingeschätzt. Gleichzeitig bestehen beim Software-Angebot und insbesondere bei der Qualität digitaler Fortbildungen deutliche Defizite.

An der Umfrage, die vom 9. Juli bis zum 3. September 2026 durchgeführt wurde, beteiligten sich 367 Lehrkräfte. Knapp 70 Prozent bewerten die technische Ausstattung ihrer Schule als "sehr gut" oder "eher gut, mit einigen Lücken". Rund 30 Prozent sehen dagegen deutliche Lücken oder eine kaum vorhandene Ausstattung.

Kritischer fällt die Bewertung des Software-Angebots für den Unterricht aus. Nur die Hälfte der Befragten beurteilt dieses als "sehr gut" oder "gut". 33 Prozent bewerten das Angebot als "befriedigend", weitere 17 Prozent als "schlecht" oder "sehr schlecht". Damit zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen der verfügbaren Hardware und den digitalen Anwendungen, die Lehrkräfte im Unterricht einsetzen können.

Über ein Drittel fühlt sich bei Datenschutz unsicher

Auch bei rechtlichen Vorgaben und Datenschutz besteht weiterhin Unterstützungsbedarf. Zwar fühlen sich 60 Prozent der Lehrkräfte beim Einsatz digitaler Geräte und Anwendungen im Unterricht "eher sicher" oder "sehr sicher". Mehr als ein Drittel schätzt sich jedoch als "eher unsicher" oder "sehr unsicher" ein.

Die eigenen digitalen Kompetenzen bewerten die Befragten insgesamt positiv: 74 Prozent schätzen ihre Kenntnisse als "sehr hoch" oder "hoch genug" ein. Gleichzeitig sehen 26 Prozent bei sich selbst Entwicklungsbedarf. Die Ergebnisse machen deutlich, dass digitale Kompetenz nicht nur von der individuellen Bereitschaft der Lehrkräfte abhängt, sondern auch von verlässlichen Rahmenbedingungen und passenden Weiterbildungsangeboten.

Fortbildungsangebot: Umfang ausreichend, Qualität unzureichend

Beim Umfang der Fortbildungsangebote zeigt sich ein gemischtes Bild. 58 Prozent der Lehrkräfte empfinden das Angebot als "ausreichend" oder "umfangreich". 38 Prozent bewerten es dagegen als "eher spärlich" oder "nahezu nicht vorhanden".

Noch kritischer wird die Qualität der Fortbildungen beurteilt. Mehr als die Hälfte der Befragten ist mit der Praxistauglichkeit und der Passung zum eigenen Unterricht "eher unzufrieden" oder "sehr unzufrieden". Nur 35 Prozent äußern sich in diesem Punkt zufrieden oder sehr zufrieden.

Damit wird ein zentraler Handlungsbedarf sichtbar: Ein ausreichendes Angebot an Fortbildungen bedeutet nicht automatisch, dass diese Angebote Lehrkräfte im Schulalltag tatsächlich erreichen und unterstützen. Gefragt sind praxisnahe Formate, die sich an konkreten Unterrichtssituationen orientieren und unmittelbar im schulischen Alltag einsetzbar sind.

Qualifikation der Lehrkräfte gilt als wichtigster Einflussfaktor

Bei der Frage nach den entscheidenden Faktoren für die Entwicklung digitaler Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern nennen die befragten Lehrkräfte vor allem die Qualifikation sowie die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte. 63 Prozent messen diesem Faktor einen besonders großen Einfluss bei.

An zweiter Stelle folgt die technische Ausstattung der Schule, die von 55 Prozent genannt wird. Ebenfalls als bedeutsam eingeschätzt werden die Haltung der Lehrkräfte gegenüber digitalen Kompetenzen mit 50 Prozent, das Elternhaus und die häusliche Unterstützung mit 49 Prozent sowie die Motivation und Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler mit 46 Prozent.

Bildungsstandards und Lehrplanvorgaben spielen aus Sicht der Befragten mit 17 Prozent eine deutlich geringere Rolle. Die Ergebnisse unterstreichen damit, dass digitale Kompetenzentwicklung aus Sicht der Lehrkräfte vor allem dort gelingt, wo Schulen über eine verlässliche technische Infrastruktur verfügen und Lehrkräfte gezielt qualifiziert werden.

Digitale Bildung braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Die Umfrage zeigt: Die Voraussetzungen für digitale Bildung werden an vielen Schulen besser eingeschätzt als noch vor einigen Jahren. Von einer flächendeckend guten Ausstattung und einer praxisnahen Unterstützung kann jedoch noch keine Rede sein.

Neben Investitionen in Geräte und Infrastruktur braucht es deshalb vor allem hochwertige Fortbildungen, rechtliche Orientierung und ausreichend Zeit, um digitale Kompetenzen nachhaltig in den Unterricht zu integrieren. Entscheidend ist dabei ein ganzheitlicher Ansatz, der technische Ausstattung, pädagogische Konzepte und die Qualifizierung der Lehrkräfte miteinander verbindet.

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