6,5 Milliarden Euro für Hessens Schulen: Was sich 2027 ändern soll

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Autor: Merle Engeln
veröffentlicht am 27.09.2026

Hessen plant für 2027 Bildungsausgaben in Höhe von 6,5 Milliarden Euro – 342 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Mittel für die Unterrichtsversorgung, den Ganztagsausbau, die Besoldung von Grundschullehrkräften und die gezielte Unterstützung sozial benachteiligter Schulen.

Bildungshaushalt soll auf 6,5 Milliarden Euro steigen

Die hessische Landesregierung hat ihren Haushaltsentwurf für 2027 vorgestellt. Danach sollen 6,5 Milliarden Euro in Bildung fließen. Gegenüber dem Bildungshaushalt 2026 entspricht das nach Angaben des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen einem Anstieg um 342 Millionen Euro.

Mit den zusätzlichen Mitteln soll vor allem die Unterrichtsversorgung angesichts steigender Schülerinnen- und Schülerzahlen gesichert werden. Außerdem plant das Land, die Besoldung von Grundschullehrerinnen und -lehrern schrittweise auf A13 anzuheben. Weitere Schwerpunkte sind der Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote sowie das Bildungschancenpaket.

Mehr Lehrkräftestellen und gezielte Förderung

Die Zahl der Lehrkräftestellen soll im hessischen Haushalt 2027 auf rund 61.780 steigen. Nach Darstellung der Landesregierung handelt es sich dabei um den höchsten Stand bislang. Ein Teil des Zuwachses ist für die Umsetzung des Bildungschancenpakets vorgesehen.

Geplant ist außerdem, Schulen in sozial benachteiligten Lagen mithilfe einer weiterentwickelten Zuweisung nach dem Sozialindex passgenauer zu unterstützen. Damit sollen zusätzliche Ressourcen dort ankommen, wo Schulen mit besonderen sozialen und pädagogischen Herausforderungen arbeiten.

Der Ansatz entspricht einer zentralen Empfehlung aktueller Bildungsberichte: Ressourcen sollten stärker nach Bedarf verteilt werden. Der Bericht “Bildung in Deutschland 2026” weist darauf hin, dass Kommunen beim Ausbau ganztägiger Angebote besonders bei der Personalgewinnung, der Finanzierung und der Entwicklung geeigneter Schulgebäude vor großen Herausforderungen stehen. Mehr Geld allein garantiert daher noch keine bessere Bildungsqualität. Entscheidend ist, ob die Mittel dauerhaft verfügbar sind, gezielt eingesetzt werden und bei den Schulen tatsächlich ankommen.

Ganztag stellt Schulen vor zusätzliche Aufgaben

Mit dem Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung im Grundschulalter wachsen auch die Anforderungen an Schulen, Kommunen und pädagogisches Personal. Deutschlandweit waren im Schuljahr 2024/2025 74 Prozent der Grundschulen Ganztagsschulen. Gleichzeitig sehen viele Kommunen weiterhin erheblichen Ausbaubedarf bei Personal, Finanzierung und Gebäuden.

Für Hessen wird daher relevant sein, wie der geplante Ausbau organisatorisch und pädagogisch umgesetzt wird. Ganztag kann zusätzliche Lern- und Förderzeiten schaffen, benötigt aber verbindliche Konzepte, qualifiziertes Personal und eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, pädagogischen Fachkräften und außerschulischen Partnern.

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Für Schulen in Hessen lohnt es sich, die angekündigten Maßnahmen frühzeitig in die Schulentwicklung einzubeziehen. Prüfen Sie im Kollegium, welche Förderbedarfe in Deutsch und Mathematik besonders groß sind und wie zusätzliche Ressourcen im Ganztag sinnvoll mit dem Fachunterricht verbunden werden können. Legen Sie außerdem fest, welche Aufgaben Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und außerschulische Partner übernehmen. So kann der Ganztag mehr sein als eine verlängerte Betreuungszeit und gezielt zur individuellen Förderung beitragen.

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Quellen

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