Tipp der Redaktion

Personenbeschreibung im Deutschunterricht

Schülerinnen und Schüler schreiben
Tipp der Redaktion

Personenbeschreibung im Deutschunterricht

Schülerinnen und Schüler lernen, Personen klar und anschaulich zu beschreiben. Durch den gezielten Einsatz sprachlicher Mittel verbessern sie ihre Ausdrucksfähigkeit, Beobachtungsgabe und Empathie.

Tipp der Redaktion

Unterrichtsprojekt: Die Bibliothek der ungelesenen Bücher

Kinder in einer Bibliothek
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Unterrichtsprojekt: Die Bibliothek der ungelesenen Bücher

Dieses Unterrichtsmaterial weckt die Neugier auf ungelesene Bücher und zeigt, wie Lernende sie als unentdeckten Schatz erleben können.

Tipp der Redaktion

Liebeslyrik

Jemand schreibt einen Liebesbrief; Briefpapier und rote Herzen liegen auf einem Tisch
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Liebeslyrik

"Ohne dich": Lassen Sie Ihre Lernenden den Song von Christina Stürmer und das gleichnamige Gedicht von Hermann Hesse vergleichen.

Geschenk an Weihnachten wird überreicht
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Wortschatz

In dieser Unterrichtseinheit wird exemplarisch die Wortschatzarbeit zum Thema Weihnachten mithilfe des Tools Wordwall vorgestellt.

  • Lehrplanthema
  • Schulstufe2
  • Klassenstufe
  • Schulform
  • Materialtyp11
  • Quelle8
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Sprichwörter aus dem Mittelalter

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit "Sprichwörter aus dem Mittelalter" lernen die Schülerinnen und Schüler an sieben Stationen die Herkunft und die Bedeutung mittelalterlicher Sprichwörter kennen.Viele Sprichwörter aus dem Mittelalter sind uns zwar in unserem sprachlichen Alltag präsent, ihre Bedeutung und Herkunft jedoch kennen wir häufig nicht. Interessant sind sie für den Unterricht, weil sie in vielfältiger Weise aus dem Alltag des Mittelalters berichten und etwas von den Lebensweisheiten dieser Zeit preis geben. Zu Beginn der Unterrichtseinheit inszeniert die Lehrkraft eine Situation, die sie mit einem mittelalterlichen Sprichwort kommentiert. Beispiel: (Sollte es zufällig an diesem Tag regnen): "So ein Scheißwetter!" – das normalerweise aus pädagogischen Gründen zu vermeidende Vulgärwort "Scheiße" legitimiert sich durch eine ganz andere Bedeutung. "Scheiße" und Unrat, Müll und Abfall gab es im Mittelalter reichlich – aber niemanden, der für die Entsorgung verantwortlich war. Es muss fürchterlich gestunken haben. Aus diesem Grund waren die Menschen froh, wenn es regnete und der ganze Dreck weggespült wurde und mit ihm der fürchterliche Gestank verschwand. Das Thema "Sprichwörter aus dem Mittelalter" im Unterricht Sprichwörter aus dem Mittelalter ermöglichen den Schülerinnen und Schülern Einsicht in die Lebensweise der Menschen aus dieser Zeit. Die mündlich überlieferten Alltagserfahrungen gilt es zu deuten und zu interpretieren, auf den Ursprung der Entstehung zurückzuführen und in diesem Kontext das mittelalterliche Alltagsleben zu verstehen. Die Unterrichtseinheit "Sprichwörter aus dem Mittelalter" vermittelt konkrete Vorstellungen der mittelalterlichen Lebensweise und ist eine lebendige Bereicherung des Geschichtsunterrichts. Das Thema im Deutschunterricht eröffnet vielfältige Themenfelder: Die Veränderung von Sprache in Abhängigkeit von aktuellen Umwelt- und Lebensbedingungen, die Kenntnis unterschiedlicher Textsorten wie Sprichwörter, Aphorismen, Geschichten und Redewendungen. Vorkenntnisse Grundkenntnisse der mittelalterlichen Lebensweise sollten bekannt sein. Didaktische Analyse Die mittelalterlichen Sprichwörter vermitteln nachvollziehbare und konkrete Vorstellungen von der Lebens- und Denkweise der Menschen im Mittelalter. Die Veränderung der Lebensbedingungen, die Veränderbarkeit von Sprache, Sitten und Gebräuchen werden lebendig und erweitern das Geschichts- und Weltverständnis. Methodische Analyse Das "Lernen an Stationen" ermöglicht den Schülerinnen und Schülern viel Freiraum zur Gestaltung und Nutzung des eigenen Lernprozesses. Durch konkretes und veranschaulichendes Arbeitsmaterial werden Inhalte transparent und nachvollziehbar. Unterschiedliche und kreative Arbeitsmethoden fordern motivierte Bewältigung und Selbstbeteiligung heraus. Das Angebot selbst zu organisierender und mit Erfolg zu bewältigender Lernprozesse optimiert die Motivation, die Nachhaltigkeit und das Erreichen der angestrebten Lernziele. Mithilfe eines Laufzettels können die Schülerinnen und Schüler prüfen, ob sie alle Aufgaben gelöst haben und ihren Lernprozess daraufhin reflektieren. Den Stationen ist als zusätzliche Aufgabe ein Kartenspiel beigefügt. In Gruppen legen die Schülerinnen und Schüler die Karten verdeckt aus den Tisch. Ein Schüler zieht eine Karte und liest den anderen die Beschreibung des mittelalterlichen Sprichwortes vor. Wer zuerst das passende Sprichwort nennt, erhält einen Punkt. Die Arbeitsblätter können alternativ zur Stationsarbeit selbstverständlich auch in Einzel- oder Partnerarbeitsphasen im Unterricht eingesetzt werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können Abbildungen und Texten die passenden Sprichwörter zuordnen. können Texte zu ausgesuchten Sprichwörtern verfassen. können die Spielregeln einhalten und das erworbene Wissen spielerisch anwenden. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können selbstständig und entsprechend ihrem individuellen Lerntempo Aufgaben erfolgreich bearbeiten. können Texte interpretieren und Rückschlüsse daraus ziehen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten kooperativ und unterstützen sich bei der Bearbeitung der Aufgabenstellungen. beachten die Spielregeln. würdigen und respektieren die Beiträge ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I, Primarstufe

Multimedia-Tour: Flucht und Fluchthilfe 1989

Kopiervorlage

Die Multimedia-Tour bietet Lernenden anhand von Fotos, Filmen, Originaldokumenten und Zeitzeugeninterviews einen Einblick in Thema Flucht und Fluchthilfe im Sommer vor dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989. Im Sommer 1989 harren Tausende DDR-Flüchtlinge viele Wochen in den Botschaften der Bundesrepublik in Ungarn, Polen und der damaligen Tschechoslowakei aus. Sie hoffen, dass die Bundesrepublik ihre Ausreise in den Westen durchsetzen wird. Auf ihrem Weg nach Budapest, Warschau und Prag in die bundesdeutschen Botschaften oder über Ungarn und Österreich direkt in die Bundesrepublik verhelfen den Ausreisewilligen DDR-Bürgern wieder Menschen zur Flucht. Am 9. November 1989 wird aufgrund der Ausreisewelle und von Protesten der DDR-Bürger die Reisefreiheit in der DDR eingeführt. Wenig später sind auch die DDR und die deutsch-deutsche Grenze Geschichte. Die Schülerinnen und Schüler erhalten in dieser interaktiv aufbereiteten Multimedia-Tour anhand von Fotos, Filmen und Zeitzeugeninterviews einen authentischen und lebensnahen Einblick darüber, was im Sommer 1989 passierte und wie private Fluchthelfer DDR-Bürger dabei unterstützten in Bundesrepublik oder in deren Botschaften im sozialistischen Ausland zu gelangen. Die in der Tour zur Verständnisförderung vorhandenen Texte können dabei gelesen und angehört werden. Zusatzdokumente bieten weiterführende Informationen und die Möglichkeit für eine ausführlichere Beschäftigung. Die Materialien bieten sich insbesondere als Einstieg in die Thematik sowie zur anschaulichen Vertiefung zuvor vermittelter Informationen zum Thema Fluchthilfe an. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wodurch die Art der Fluchthilfe in diesem Zeitraum gekennzeichnet war. verstehen, welche Ereignisse zum Eintreten der Reisefreiheit vorangingen. wissen um die Folgen des Sommers 1989 für die deutsch-deutsche Geschichte. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich im zielgerichteten Zuhören. identifizieren relevante Informationen, die diesen Abschnitt der Fluchthilfe und Fluchtmöglichkeiten kennzeichnet. vergleichen Informationen, stellen Verbindungen zwischen ihnen her und erklären Zusammenhänge. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler vollziehen Motive, Bedürfnisse und Interessen von betroffenen Personen und Gruppen nach (Fremdverstehen). analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. betrachten historische Situationen und Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Ausreise aus der DDR

Kopiervorlage

Das Arbeitsmaterial thematisiert die Reisebeschränkungen der DDR nach dem Bau der Mauer im Jahr 1961. Mit dem Bau der Mauer sollte vor allem der Flüchtlingsstrom aus der DDR in die Bundesrepublik gestoppt werden. Deshalb erlaubte die SED-Führung kurz nach Mauerbau nahezu keinem DDR-Bürger, nach West-Berlin oder in die Bundesrepublik zu reisen. Später durften ausschließlich Rentnerinnen und Rentner und mit Beginn der 1970er Jahre enge Familienangehörige zu Besuchszwecken in den Westen reisen. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich durch den Vergleich verschiedener Textquellen mit den Reisebeschränkungen der DDR auseinander. Schrittweise erarbeiten die Lernenden am Beispiel verschiedener Personengruppen den Wandel der Reisebeschränkungen im Laufe der Geschichte. Dabei entwickeln sie auch Hypothesen für die Unterschiede in den Reisebestimmungen für einzelne Personengruppen. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beschreiben wesentliche Entwicklungen, Umbrüche und Kontinuitäten in Bezug auf die Reisebeschränkungen der DDR. analysieren historische Darstellungen. beschreiben Zusammenhänge unter dem Aspekt der Gemeinsamkeiten, aber auch dem Aspekt der historischen Differenz. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wenden elementare Schritte der Interpretation von Quellen sach- und themengerecht an. nehmen Verknüpfungen mit dem historischen Kontext vor und erkennen die Bedeutung einer Textquelle innerhalb dieses Kontextes. nehmen selbstständig eine kritische Wertung von Textquellen vor. entwickeln und überprüfen Hypothesen. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler nehmen das Handeln der Menschen auf der Basis zeitgenössischer Wertvorstellungen, Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume wahr. beurteilen Argumente aus historischen Deutungen kriteriengeleitet.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi / Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Advent: ein Gedicht zur Weihnachtszeit

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Advent" stellt die Besonderheit der Vorbereitungszeit auf Weihnachten als Fest der Liebe heraus. Anhand des Gedichtes "Im Advent wird alles besser" lernen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung adventlicher Symbole sowie traditionelle Rituale kennen, die auf das größte Fest der Christen einstimmen. Ein fächerübergreifender Einsatz im Religionsunterricht ist möglich.Gerade die Adventszeit gebietet, die Bedürfnisse unserer Mitmenschen aufmerksam wahrzunehmen und ihnen respektvoll und hilfreich zur Seite zu stehen. Dass dieses nicht immer leicht ist, bringt die Hauptfigur Benni in dem Gedicht "Im Advent wird alles besser" zum Ausdruck. Die Lehrkraft beginnt die Unterrichtseinheit mit dem einfachen Kindergedicht: "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…". Die Frage, warum gerade vier Kerzen brennen, steht im Raum und wird beantwortet mit dem Hinweis, dass im Mittelalter die Leute weder lesen noch schreiben konnten und auf die Ankündigung der Kirche angewiesen waren, das erste Licht anzuzünden. Dann wusste jeder, dass nach vier angezündeten Kerzen der letzte Adventssonntag vor dem Weihnachtsfest war. Auf einem ausgehängten Kalender können die Schülerinnen und Schüler dann herausfinden, an welchem Kalendertag der erste Adventssonntag gefeiert wird. Die Lehrkraft zeigt typischen Adventsschmuck und erarbeitet mit den Schülerinnen und Schülern deren symbolische Bedeutung. Die Schülerinnen und Schüler bringen ihr Vorwissen zum Thema ein und die Lehrkraft lenkt das Thema auf den Schwerpunkt "Fest der Liebe" und der implizit geforderten Nächstenliebe, die in einem freundlichen und hilfsbereiten Verhalten zum Ausdruck kommt. Die Unterrichtseinheit "Advent: Wird jetzt wirklich alles besser?" soll die Schülerinnen und Schüler auf die Rituale und den tieferen Sinn der auf Weihnachten vorbereitenden Adventszeit einstimmen. Sie sollen sich des Gebotes der Nächstenliebe besonders in dieser Zeit bewusst werden und dieses durch das eigene Verhalten umsetzen. Der Schwerpunkt sollte auf der initiierten Wahrnehmung von Freundlichkeit liegen und sprachlich zum Ausdruck bringen, dass Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft "gute Gefühle" bei jedem auslösen: "…denn die Freude, die wir geben, kehrt in jedes Herz zurück" (Marie Calm). Die Adventszeit ist der thematische Anlass über Respekt, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft nachzudenken mit dem Ziel, diese Adventszeit auch über das Jahr zu verlängern. Vorkenntnisse Die unterrichtende Lehrkraft sollte Symbole und Gebräuche der Advents-und Weihnachtszeit deuten und interpretieren können. Didaktische Analyse Das Unterrichtsmaterial leitet zum stufenweisen Erkennen auf der kognitiven Ebene an, zur Wahrnehmung eigener Gefühle, die erwiesene Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auslösen und zur Bereitschaft, durch eigenes Verhalten diese Gefühle weiterzugeben und damit eine freundliche Atmosphäre in unterschiedlichen Beziehungskontexten auch selber herzustellen. Methodische Analyse Die Rezeption und Interpretation des Gedichtes "Im Advent wird alles besser" liefert alle Möglichkeiten, die intendierten Lernziele zu erarbeiten und umzusetzen. Konkrete Anschauungsmittel wie die des traditionellen Adventsschmuckes erleichtern den Transfer zu inhaltlichen Aussagen und den Bezug auf eigenes Verhalten. Das "Kerzenspiel" und das "Schreibtheater" regen die Auseinandersetzung mit eigenen Gedanken und eigenem Verhalten an. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler deuten Symbole und interpretieren ein Gedicht. beziehen Beschreibungen eines Protagonisten auf sich selbst und reflektieren diese kritisch. formulieren gute Vorsätze und geben Texte mit eigenen Worten wieder. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen Arbeitsmaterial sinnvoll ein und bearbeiten dieses zielführend. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler benennen eigene Schwächen und reflektieren diese selbstkritisch. kommunizieren mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern und beziehen geäußerte Gedanken in die eigenen Überlegungen mit ein. erkennen die rückwirkende Funktion von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft und bemühen sich um angemessene Umsetzung.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Primarstufe

Genau lesen im Deutsch-Unterricht: Brechts "Entdeckung an einer jungen Frau"

Unterrichtseinheit

Die hier vorgestellte Unterrichtseinheit zu Brechts Sonett "Entdeckung an einer jungen Frau" (1925) konkretisiert ein literaturdidaktisches Modell (Chirollo/Schröder 2017), das darauf abzielt, literarische Texte "genau" und auf die Reaktionen der Leserinnen und Leser hörend zu lesen. Die Materialien zeigen exemplarisch, wie im Unterricht über das Gedicht "Entdeckung an einer jungen Frau" von Bertolt Brecht von den Irritationen, Fragen und Deutungen der Schülerinnen und Schüler ausgegangen werden kann. Im Zentrum der Behandlung des Gedichts "Entdeckung an einer jungen Frau" steht die Frage, ob es sich bei diesem Gedicht tatsächlich, wie häufig behauptet, um ein Liebesgedicht handelt oder um eines, das "nur" Begehren thematisiert, um etwas anderes auszudrücken. Um diese Frage zu klären, soll der Gedichttext im Kontext eines weiteren Gedichts, Brechts "Erinnerung an Marie A" (1927), sowie bezogen auf andere Interpretationen gelesen werden, um die in einer textimmanenten, "genau lesenden" Analyse erarbeiteten Deutungsergebnisse schließlich mit anderen Deutungen zu kontrastieren und gegebenenfalls zu erweitern. Lesen Sie hier den Fachartikel "Brechts Entdeckung an einer jungen Frau " genau lesen" . Die Methode des "genauen Lesens" Lesen Sie hier den Fachartikel über das literaturdidaktische Modell des "genauen Lesens" (Chirollo/Schröder, 2017). Exemplarisches Arbeiten an einer Kernfrage, über die Uneinigkeit herrscht "Bahnt sich nach der Entdeckung eine Liebesbeziehung zwischen dem lyrischen Ich und der jungen Frau an?" So lautet die auf eine befremdliche Lese-Erfahrung bezogene zentrale Fragestellung, die von Lesenden häufig so oder ähnlich in einem literarischen Gespräch zum Gedicht gestellt wird und über die auch in der fachwissenschaftlichen Rezeption des Gedichts Uneinigkeit herrscht. Das Befremden oder die Irritation, die zu dieser Frage führt, wird dadurch ausgelöst, dass im Text nach einer sexuellen Begegnung eine vorgesehene kühle Verabschiedung nicht vollzogen wird, weil die Entdeckung eines grauen Haares an der nicht mehr ganz so jungen Frau das lyrische Ich so sehr emotional berührt, dass die Entscheidung des Paares, nur für eine Nacht zusammen zu bleiben, aufgegeben wird. Es folgt, so der Sprecher, "nur noch eine Nacht". Entwickelt sich hier nun Liebe oder steht weiterhin "nur" Begierde im Vordergrund? Es ist diese Frage, die in der weiteren Arbeit verfolgt wird. Die Entdeckung der Vergänglichkeit Bei einer auf diese Frage bezogenen textimmanenten Analyse durch genaues Lesen kann zunächst erarbeitet werden, dass von den Figuren im Gedicht zuerst geplant war, einen "nüchterner Abschied" nach gemeinsam verbrachter Nacht zu vollziehen. "Nüchtern" unterstreicht das Fehlen von Gefühlen und bedeutet nicht "ernüchtert". Die beiden, die die Nacht miteinander verbracht haben, betrachten sich kühl. Sie scheinen keinerlei (Liebes-)Gefühle füreinander zu haben. Der Abschied aber wird deshalb nicht wie "gedacht" vollzogen, weil das lyrische Ich sich "nicht entschließen mehr (kann) zu gehn" - und zwar, nachdem es eine graue Strähne im Haar der Frau bemerkt. Begierde als Antwort auf die Entdeckung der Vergänglichkeit Eine genaue Analyse des Textes kann zeigen, dass sich nach dieser Entdeckung keine Liebesbindung entwickelt, dass sich keine Liebesgefühle entwickeln, sondern dass die Begierde eine Reaktion auf die Entdeckung der Vergänglichkeit der Schönheit und des Lebens ist. Diese Erkenntnis kann durch eine kontextbezogene Lektüre des Gedichts abgesichert werden. Erstaunlicherweise herrscht in der Fachwissenschaft große Uneinigkeit über das Gedicht. Der Vergleich der im Unterricht durch ein genaues Lesen des Gedichts erarbeiteten Erkenntnisse mit den Deutungen von drei Literaturwissenschaftlern kann aufzeigen, dass die Bedeutungsoffenheit literarischer Texte Grenzen hat. Es gibt (fachwissenschaftliche) Deutungen, die durch das genaue Lesen eines Textes deutlich nachweisbar als falsch und textfern bezeichnet werden können. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen die Einsicht in die Vorläufigkeit ihrer Verstehensentwürfe zur kontinuierlichen Überarbeitung ihrer Hypothesen, indem sie im Einstieg die Uneindeutigkeit oder Fragwürdigkeit ihrer Hypothesen erkennen und dabei Verstehensbarrieren identifizieren und sie zum Anlass eines textnahen Lesens nehmen. formulieren eigenständig ein Textverständnis, in das sie persönliche Lese-Erfahrungen und alternative Lesarten des Textes einbeziehen und auf der Basis eigener Analyseergebnisse begründen (TM2, hier und im Folgenden in: HKM 2016), indem sie Schlussfolgerungen aus der Analyse herleiten, darstellen und begründen. beziehen in ihre Erörterung der in literarischen Werken enthaltenen Herausforderungen und Fremdheitserfahrungen geistes-, kultur- und sozialgeschichtliche Entwicklungen ein (TM 14). ermitteln Zusammenhänge zwischen literarischen Texten und stellen Bezüge zu weiteren Kontexten her (TM2). Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beziehen Kenntnisse wissenschaftlicher Sekundärtexte, philosophischer Schriften und historischer Abhandlungen in die Kontextualisierung literarischer Werke ein (TM13). Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen die in literarischen Werken enthaltenen Herausforderungen und Fremdheitserfahrungen kritisch zu eigenen Wertvorstellungen, Welt- und Selbstkonzepten in Beziehung (TM9), indem sie in der Auseinandersetzung mit den Ergebnissen die Diskrepanz zwischen fiktionaler Realität und eigener Erwartung und eigenem moralischen Maßstab als Kluft erkennen, die Aufschluss sowohl über eine fremde als auch die eigene Welt gibt - beide Welten können so in ihrem Wahrheitsanspruch relativiert werden. Behrmann, Alfred (1983): "Denn wir vergaßen ganz, daß du vergehst". Zu Brechts Sonett Entdeckung an einer jungen Frau , in: Hartung, Harald (Hg.): Gedichte und Interpretationen: Vom Naturalismus bis zur Jahrhundertmitte, Stuttgart: Reclam, 266-276. Chirollo, Natalie/Schröder, Achim (2017): Literarisches Verstehen durch "genaues Lesen": ein Drei-Phasen-Modell zur Planung von Literaturunterricht, www.lehrer-online.de Härle, Gerhard (2007): Lyrik-Liebe-Leidenschaft. Lyrik-Liebe-Leidenschaft: Streifzug durch die Liebeslyrik von Sappho bis Sarah Kirsch, Göttingen: Vandehoeck & Rupprecht. Knopf, Jan (1994): Brecht-Handbuch. Lyrik, Prosa, Schriften, Stuttgart: Metzler. Mennemeier, Franz Norbert (1982): Bertolt Brechts Lyrik, Düsseldorf: Pädagogischer Verlag. Tepe, Peter/Rauter, Jürgen/Semlow, Tanja (2017): Regeln und Empfehlungen für die kognitive Textarbeit, Zugriff am 13.3.2017 unter http://www.mythos-magazin.de/erklaerendehermeneutik/pt-jr-ts_empfehlungen.pdf . Waldmann, Günter (2003): Neue Einführung in die Literaturwissenschaft. Aktive analytische und produktive Einübung in Literatur und den Umgang mit ihr - Ein systematischer Kurs, Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe II, Erwachsenenbildung, Fort- und Weiterbildung, Hochschule

Brechts "Entdeckung an einer jungen Frau" genau lesen

Fachartikel

Dieser Fachartikel zu Brechts "Entdeckung an einer jungen Frau" (1925) beruht auf dem literaturdidaktischen Modell des "genauen Lesens" (Chirollo/Schröder, 2017). Er erläutert die fachdidaktischen Überlegungen, die der Unterrichtseinheit zu dem Gedicht zugrunde liegen. Eine ausführlichere Download-Version des Fachartikels vertieft die hier skizzierten fachdidaktischen Darlegungen.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben

Grammatik-Merkhilfen selbst erstellen

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Grammatik erstellen die Lernenden eine individuelle Grammatik-Merkhilfe, die sie bei Bedarf schnell und sicher anwenden können.Den Lernenden wird der einfache Gebrauch dieser Grammatik-Merkhilfe erklärt. Die Grammatik-Merkhilfe kann fertig bedruckt zum sofortigen Gebrauch ausgehändigt werden oder aber von den Lernenden selbst gefaltet, geschnitten und sukzessive beschriftet werden. Sie kann somit auch als Vorlage für andere Zwecke als zur Unterstützung bei Grammatik-Fragen hergestellt und entsprechend dem eigenen Bedarf und Unterrichtsfach beschriftet werden. Ergänzend können die Schülerinnen und Schüler auch Merkhilfen für Rechtschreibregeln selbst erstellen .Neu eingeführte Grammatik-Regeln festigen sich durch häufigen Gebrauch. In der Anfangsphase jedoch bedürfen die Lernenden oftmals der Rückversicherung zur richtigen Anwendung der gerade erst eingeführten Regel. Sie finden diese meist irgendwo im Sprachbuch; also schauen sie im Inhaltsverzeichnis nach, auf welcher Seite zum Beispiel die Regeln zur Großschreibung von Nomen stehen. Dann müssen sie sich durch eine Menge Text lesen, der im Kontext der erfragten Information weder zielführend noch relevant ist. Das ist besonders für jüngere Lernende in der Grundschule und der beginnenden Sekundarstufe I (Klassen 5-6) oft schwierig und braucht lange Zeit. Die Grammatik-Merkhilfe bietet eine Übersicht, die die Lernenden ohne Lesen und Verarbeiten von überflüssigen Textstellen zum sofortigen Ergebnis führt. Sie kann in den inneren Buchdeckel geklebt werden und steht den Lernenden somit jederzeit zum schnellen Nachschlagen zur Verfügung. Die angewendeten Farben der Vorlage beziehen sich auf die üblicherweise benutzten Farben der Schulbuchverlage, mit denen die unterschiedlichen Wortarten gekennzeichnet sind: Nomen sind rot, Verben blau und Adjektive grün gekennzeichnet.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Primarstufe, Sekundarstufe I

Poetron Zone: Gedichte und Slogans per Mausklick generieren

Tool-Tipp

Erstellen Sie mit dem Poesiegenerator Poetron-Zone per Mausklick witzige Slogans und Gedichte. So entdecken Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler die deutsche Sprache auf spielerische Art und Weise einmal anders.

  • Deutsch

Unterrichtsmaterial und News für das Fach Deutsch

Hier finden Lehrkräfte der Sekundarstufen I und II kostenlose und kostenpflichtige Arbeitsblätter, Kopiervorlagen, Unterrichtsmaterialien und interaktive Übungen mit Lösungsvorschlägen zum Download und für den direkten Einsatz im Deutsch-Unterricht oder in Vertretungsstunden. Ob Materialien zu Grammatik und Rechtschreibung, kreativem Schreiben, Lyrik, Gedichtanalyse, Lektürearbeit, Drama oder Rhetorik: Dieses Fachportal bietet Lehrerinnen und Lehrern jede Menge lehrplanorientierte Unterrichtsideen, Bildungsnachrichten sowie Tipps zu Apps und Tools für ihren Deutsch-Unterricht an Gymnasien, Gesamt-, Real-, Haupt- und Mittelschulen. 

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