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Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Fachartikel

Die Vereinten Nationen haben für die Jahre 2005 bis 2014 eine Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgerufen. "Bildung für nachhaltige Entwicklung (...) hat zum Ziel, die Menschen zur aktiven Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Umwelt unter Berücksichtigung globaler Aspekte zu befähigen" (BMBF 2002). Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sind gesellschaftlich relevante und politisch gewollte Instrumente zum Erwerb von Nachhaltigkeitsstrategien durch lebenslanges Lernen. Übergeordnetes Ziel ist die Förderung von Gestaltungskompetenz. Darunter wird die Fähigkeit verstanden, "Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Das heißt, aus Gegenwartsanalysen und Zukunftsstudien Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit ziehen und darauf basierende Entscheidungen treffen, verstehen und individuell, gemeinschaftlich und politisch umsetzen zu können, mit denen sich nachhaltige Entwicklungsprozesse verwirklichen lassen" (Transfer-21, 2007).

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Chemie / Natur & Umwelt / Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft / Fächerübergreifend

Klausurpaket "Kalter Krieg"

Kopiervorlage

Dieses Klausurpaket zum Thema "Kalter Krieg" enthält Aufgabenstellungen mit Bearbeitungshinweisen, eine Musterlösung sowie eine Punkteverteilung mit Benotungsvorgaben.Die Klausur bezieht sich auf folgende Fachinhalte: Ideologische Differenzen als Hauptursache der Konfrontation zwischen Ost und West nach dem Zweiten Weltkrieg Wesensmerkmale des Kalten Krieges – unter anderem: Rüstungsspirale, "Gleichgewicht des Schreckens", Stellvertreterkriege, Krisen und Entspannungsphasen Rolle der neuen politischen Ausrichtung der UdSSR unter Michail Gorbatschow im Kontext der Beendigung des Kalten Krieges Bedeutung der atomaren Patt-Situation zwischen den Supermächten Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten vier Aufgaben mit unterschiedlichen Anforderungsstufen: Sie stellen historische Ereignisse dar, erläutern komplexe geschichtliche Zusammenhänge und formulieren kritische Stellungnahmen mit fundierten Begründungen. Die Bearbeitungszeit beträgt maximal 90 Minuten. Aus dem Schwierigkeitsgrad und dem Umfang der Antwort ergibt sich die Höhe der erreichbaren Punktzahl bei den einzelnen Aufgaben. Insgesamt können 100 Punkte vergeben werden. Die Benotung erfolgt auf der Grundlage gängiger Bewertungsvorgaben.Zur Bearbeitung der Aufgaben kennen die Schülerinnen und Schüler die ideologischen Differenzen zwischen Ost (kommunistische Diktatur, Planwirtschaft) und West (Demokratie, Marktwirtschaft) als zentrale Ursachen des Kalten Krieges. wesentliche Merkmale des Kalten Krieges – unter anderem: Wettrüsten mit einem "Gleichgewicht des Schreckens", Stellvertreterkriege (Korea, Vietnam, Afghanistan), Kräftemessen auf verschiedenen Ebenen (von der Raumfahrt bis hin zum Sport) sowie Krisen (Berliner Blockade, Mauerbau, Kuba-Krise, Mittelstreckenraketen) und Entspannungsphasen (Brandts Ostpolitik, Verträge zur Rüstungskontrolle, Gorbatschows Deeskalationspolitik). die zentralen Ursachen für die Beendigung des Kalten Krieges (zunehmende wirtschaftliche und gesellschaftliche Krisen im Ostblock) und die wichtige Rolle Michail Gorbatschows bei der friedlichen Beilegung des Konflikts (weitgehender Verzicht auf Gewaltanwendung angesichts der Auflösungstendenzen im Sowjet-Imperium, Dialogbereitschaft gegenüber dem Westen, konkrete Deeskalationsbemühungen). die Bedeutung des "Gleichgewichts des (atomaren) Schreckens" für die Verhinderung einer Eskalation des Kalten Krieges (einerseits: Verzicht der Supermächte auf Atomschläge angesichts der zerstörerischen Konsequenzen, andererseits: Verhinderung eines nachhaltigen Friedens durch verfestigte Feindbilder, Rüstungsspiralen und eine permanente Bedrohungslage).

  • Geschichte / Früher & Heute
  • Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Russlanddeutsche und andere postsozialistische Migranten

Kopiervorlage

Das Kurzdossier gibt einen Überblick darüber, wer Russlanddeutsche sind und inwiefern sich ihre Erfahrungen, Interessen und Lebensweisen von denen "Einheimischer" unterscheiden.In der Bundesrepublik Deutschland leben rund 2,5 Millionen Russlanddeutsche. Das Wissen über sie ist jedoch bei einem Großteil der Bevölkerung relativ begrenzt. Russlanddeutsche gelten als gut integriert und unauffällig. Im Zuge von Protesten gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und Sympathien für die rechtspopulistischen Parteien rückten sie wieder in den Fokus des medialen und öffentlichen Interesses. Anhand von zahlreichen Grundlagenartikeln mit Fakten, Daten und Zahlen bietet das Kurzdossier der Bundeszentrale für politische Bildung einen Einblick und Überblick zum Leben, Interessen von Russlanddeutschen, ihrem Leben in Deutschland und ihrem Leben in Russland. Die Materialien sind in keinen methodisch-didaktisch Kontext eingebettet. Deshalb sollten sie seitens der Lehrkraft vor- und nachbereitet werden. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich grundlegend mit der Geschichte der Russlanddeutschen auseinander. wissen, wie der Begriff "Russlanddeutsche" definiert ist. befassen sich mit der Frage der Integration und Beheimatung von Russlanddeutschen und Spätaussiedlern. erfahren etwas über die Interessen, politisches Engagement und Religiosität von Russlanddeutschen. erfahren etwas über den Alltag der in Russland verbliebenen Russlanddeutschen. erfahren, wie die Migration jüdischer Kontingentflüchtlinge und die Migration von Russlanddeutschen zusammenhängen. setzen sich mit dem Bild der Aussiedler in der Öffentlichkeit und dessen Wahrheitsgehalt auseinander. hinterfragen und revidieren eigene Vorurteile und Stereotype. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wenden elementare Schritte der Interpretation von Textquellen und der Analyse von Sekundärliteratur sach- und themengerecht an. nutzen grundlegende Arbeitsschritte zur sach- und fachgerechten Informationsentnahme und Erkenntnisgewinnung aus Bildquellen, Karten, Statistiken, Schemata und Schaubildern. benennen den Hauptgedanken eines Textes, stellen gedankliche Verknüpfungen dar und erschließen die Bedeutung von Aussagen. erfassen unterschiedliche Perspektiven sowie kontroverse Standpunkte und geben sie zutreffend wider. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren, vergleichen, unterscheiden und gewichten in Ansätzen das Handeln von Menschen im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen und im Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit. berücksichtigen in ihrem Urteil die historische Bedingtheit der eigenen Lebenswelt und entwickeln aus ihrem Wissen und ihren Einsichten über die Vergangenheit Konsequenzen für die Gegenwart. prüfen, ob der erreichte Wissenstand als Basis für ein Urteil zureichend ist. formulieren in Ansätzen begründete Werturteile bzw. revidieren bestehende Werturteile aufgrund neu gewonnener Informationen.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Widerstand von Frauen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und frühen DDR

Kopiervorlage

Das Unterrichtsmaterial zum Film "Widerstand von Frauen in der SBZ und frühen DDR" thematisiert die Methoden, Motive und Biografien von fünf Frauen, die für ihren Widerstand in der DDR inhaftiert wurden. Bereits vor der Gründung der DDR gab es in der Bevölkerung Widerstand gegen die Bedrohung von Demokratie und Freiheit durch den Aufbau einer kommunistischen Gesellschaftsordnung. Unter den Aktivisten waren auch viele junge Frauen, die nach den Erfahrungen der NS-Diktatur und des Krieges die Hoffnung auf eine bessere und freiere Gesellschaft antrieb, aktiv zu werden. Der Film "Widerstand von Frauen in der SBZ und frühen DDR" porträtiert fünf Frauen, die Widerstand leisteten und dabei mit Haft und einige sogar mit ihrem Leben bezahlen mussten. Die DVD kann hier bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für 5 Euro erworben werden. Durch das begleitende Unterrichtsmaterial lernen die Schülerinnen und Schüler die Situation in der SBZ und frühen DDR kennen und erarbeiten die Biografien und Motive der Frauen sowie die Reaktion des Staates auf ihren Widerstand. Immer wird dabei auch der weltpoltische Kontext mit einbezogen. Diese Unterrichtsmaterialien wurden erstellt von paedigi. Sachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler skizzieren die politische und gesellschaftliche Lage in der SBZ und der frühen DDR. nennen Motive, die Frauen in den Widerstand gegen die Sowjetunion und die DDR führten. geben die Reaktion des Staates auf den Widerstand und die Folgen für die verhafteten Frauen wieder. geben die Haftbedingungen in der SBZ und der frühen DDR wieder. geben die Ereignisse und Entwicklungen des frühen Widerstands in Polen und Ungarn wieder. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erschließen gezielt Informationen über den Widerstand von Frauen in der SBZ und frühen DDR aus einem Film. recherchieren im Internet und in verfügbarer Fachliteratur über die Haft in der DDR und weitere Beispiele für Widerstand in der DDR. präsentieren ihre erarbeiteten Ergebnisse vor der Klasse. interpretieren ein Gedicht von Edeltraut Eckert im Hinblick auf ihre Widerstands- und Hafterfahrungen. vergleichen die Biografien der Frauen und ihr Verständnis von Widerstand. Urteilskompetenz Die Schülerinnen und Schüler bewerten die im Film geäußerten Meinungen der Zeitzeugen, erkennen ihre Subjektivität und gehen kritisch mit den verschiedenen Perspektiven um. diskutieren den Begriff "Politische Haft" vor dem Hintergrund der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der Gesetzeslage in der DDR. beurteilen die Schauprozesse gegen die Widerständlerinnen und die Funktion der Prozesse für die Machthaber. erörtern Möglichkeiten, sich heutzutage für politisch Gefangene einzusetzen.

  • Geschichte
  • Sekundarstufe II

Islam im Alltag

Unterrichtseinheit

Viele Schülerinnen und Schüler kennen keine oder nur wenige Aspekte muslimischen Alltagslebens, doch ihr Interesse an diesem Themengebiet ist aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen Relevanz hoch. Diese Unterrichtssequenz vermittelt Einblicke anhand ausgewählter Internetseiten. Die Unterrichtssequenz setzt sich aus zwei Doppelstunden zusammen. In der ersten Doppelstunde werden die Themen "Essen und Trinken", "Geschlechter und Sexualität" sowie "Bilder und Symbole" angesprochen. In der zweiten Doppelstunde geht es um die Themen "Feste im Jahr" und "Stationen im Leben". Anhand ausgewählter Internetseiten informieren sich die Schülerinnen und Schüler über unterschiedliche Aspekte muslimischen Alltagslebens. Dabei ist zu betonen, dass es gerade im Alltagsleben starke konfessionelle Unterschiede gibt. Ziel soll es sein, Grundgemeinsamkeiten islamischen Alltags aufzuzeigen. Des Weiteren informieren sich die Schülerinnen und Schüler anhand ausgewählter Festtage über muslimische Feste. Die Schülerinnen und Schüler sind über Speisevorschriften und Geschlechterrollen im Islam eher nur oberflächlich informiert. Das islamische Bilderverbot ist über den "Karikaturenstreit" in ihr Bewusstsein gerückt. Die theologische Begründung des Bilderverbots ist ihnen jedoch nicht bekannt. Ebensowenig sind die Schülerinnen und Schüler über die mit den Lebensstationen Geburt, Beschneidung, Hochzeit und Sterben verbundenen islamischen Riten informiert. Auch zu den muslimischen Festen im Jahreskreis ist das Vorwissen gering. In den zwei Doppelstunden dieser Unterrichtseinheit erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler durch ein Lernen an Stationen die genannten Bereiche islamischen Alltags und halten ihre Ergebnisse in einem Lernweg-Heft fest. Falls das Thema im Ethikunterricht stattfindet, wird es eigene Erfahrungen bei den Lernenden mit der Religion geben, im Religionsunterricht dagegen weniger. Daher bietet es sich an, die direkten Lebenswelterfahrungen von Mitschülerinnen und Mitschülern in den Unterricht einzubinden. 3S im Alltag - Speisen, Sexualität und Symbole Alle Inhalte der Unterrichtseinheit werden reduziert betrachtet. Auf ethisch-kulturelle Unterschiede wird in der Regel nicht eingegangen. Feste im Jahr und Stationen im Leben Die muslimischen Feste sind besonders anschaulich und beleuchten eine in der medialen Öffentlichkeit wenig beachtete freundlich-fröhliche Seite des Islam. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr Vorwissen zu islamischer Ernährung nennen. ihre Vorstellung von islamischen Geschlechterrollen mit der muslimischen Position vergleichen und die islamische Haltung zur Sexualität darstellen. das islamische Bilderverbot beschreiben und christliches und islamisches Bilderverständnis miteinander vergleichen. wichtige Ereignisse im Lebensverlauf eines Menschen nennen und christliche und islamische Begleitung von Lebenssituationen miteinander vergleichen. ihr Vorwissen zu islamischen Feiertagen nennen sowie Anlass und Begehensweise ausgewählter islamischer Feiertage darstellen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Informationen zu Alltagsaspekten des Islam sowie zu islamischen Feiertagen und Lebensstationen aus dem Internet auswerten. ihre Arbeitsergebnisse auf einem Lösungsblatt ("Lernweg-Heft") festhalten. ein Brainstorming zu islamischen Geschlechtervorstellungen durchführen. zwei bildliche Darstellungen des Propheten Mohammed beschreiben. ihren Lernfortschritt in Kreuzworträtseln überprüfen. Thema Islam im Alltag Autor Andreas Otte Fach Religion/Ethik Zielgruppe Sekundarstufe I und II, Gymnasium und Berufskolleg Zeitraum zwei Doppelstunden Technische Voraussetzungen Computer mit Internetanschluss, Beamer, OHP, je ein Computer für 2 Schülerinnen und Schüler In der Motivationsphase wird eine Overheadprojektor-Folie aufgelegt. Auf dieser ist ein junger Mann zu sehen, der seinen muslimischen Freund zu einem Snack einlädt. In einer Gedankenblase wird dieser Snack als Currywurst und Weizenbier dargestellt. Dies soll die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler fokussieren und ihr Vorwissen zu muslimischen Ernährungsgewohnheiten aktivieren. In der folgenden Phase der Arbeitsplanung hält die Lehrkraft das Stundenthema an der Tafel fest. Zudem informiert sie kurz über den geplanten weiteren Verlauf der Unterrichtsstunde. In der Informationsphase werten die Schülerinnen und Schüler in arbeitsgleicher Partnerarbeit Informationen zu islamischen Ernährungsgewohnheiten aus dem Internet aus. Zudem informieren Sie sich über die Möglichkeit der Zertifizierung islamisch korrekter Lebensmittelproduktion. Auf hierfür geeignete Internetseiten werden sie mithilfe der PowerPoint-Datei "Lernweg Islam Alltag" geleitet. Ihre Arbeitsergebnisse halten die Schülerinnen und Schüler im Lernweg-Heft fest. In einer Sicherungsphase überprüfen die Schülerinnen und Schüler ihren Lernfortschritt mithilfe eines Kreuzworträtsels (Hot Potatoes). Offene Fragen werden im Plenum geklärt. Zur zweiten Motivation werden an der Tafel zwei Plakate angebracht. Auf diesen sind Symbole für Männer (Ampelmann) und Frauen (Ampelfrau) dargestellt. In einer zweiten Spontanphase nennen die Schülerinnen und Schüler in einem Brainstorming Begriffe, die sie mit den islamischen Rollenbildern von Mann und Frau verbinden. Diese Begriffe werden durch die Lehrkraft an der Tafel festgehalten. In der anschließenden zweiten Informationsphase werten die Schülerinnen und Schüler in arbeitsgleicher Partnerarbeit Informationen aus dem Internet zum islamischen Verständnis von Geschlechtern und Sexualität aus. Ihre Ergebnisse halten sie im Lernweg-Heft fest und können sie erneut mittels eines Kreuzworträtsels überprüfen. Nun vergleichen die Schülerinnen und Schüler im Plenum ihre neu gewonnenen Erkenntnisse mit den zuvor im Brainstorming gesammelten Begriffen. Die Plakate können dann im Rahmen des Themas "Konflikte mit dem Islam" noch einmal aufgehängt werden. In einer dritten Motivationsphase werden Schlagzeilen zu den durch die Mohammedkarikaturen ausgelösten Reaktionen mittels einer Overheadprojektor-Folie dargeboten. Dies soll die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler noch einmal fokussieren. Die Schülerinnen und Schüler erhalten nun Gelegenheit, sich spontan zu den Schlagzeilen zu äußern. In einer letzten Informationsphase informieren sich die Schülerinnen und Schüler in arbeitsgleicher Partnerarbeit zu Symbolen des Islam (Halbmond, grüne Farbe) und zum islamischen Bilderverbot. Anschließend finden sich in einer Austauschphase je zwei Schülerpaare zusammen, um ihre Arbeitsergebnisse miteinander zu vergleichen. In einer abschließenden Transferphase vergleichen die Schülerinnen und Schüler im Plenum das islamische Bilderverbot mit der christlichen Haltung zu Bildern. Zu Beginn der Stunde erhalten die Schülerinnen und Schüler in einer Konzentrationsphase Gelegenheit, auf einem Arbeitsblatt in Einzelarbeit eine "Fieberkurve des Lebens" zu zeichnen. In dieser halten sie fest, wie intensiv das Leben ihrer Meinung nach in unterschiedlichen Altersstufen ist. Zudem markieren sie wichtige Ereignisse des Lebens. Diese Arbeitsergebnisse stellen die Schülerinnen und Schüler einander in der anschließenden Austauschphase zunächst in Paaren und dann in Vierer-Gruppen vor (think - pair - share). In einer Auswertungsphase werden dann die Kurven der einzelnen Gruppen am Overhead-Projektor deckend übereinander gelegt. Im Plenum werden Übereinstimmungen und Unterschiede besprochen. Die wichtigsten Lebensstationen werden an der Tafel festgehalten. In der folgenden Phase der Arbeitsplanung hält die Lehrkraft das Stundenthema an der Tafel fest. Zudem informiert sie kurz über den geplanten weiteren Verlauf der Unterrichtsstunde. In der folgenden Informationsphase werten die Schülerinnen und Schüler in arbeitsgleicher Partnerarbeit Informationen aus dem Internet zu wichtigen Lebensstationen (Geburt, Pubertät, Hochzeit, Sterben) und ihrer biographischen Begleitung durch den Islam aus. Ihre Lernfortschritte können die Schülerinnen und Schüler in einem Kreuzworträtsel überprüfen. In einer zweiten Austauschphase vergleichen die Schülerinnen und Schüler im Plenum die islamischen Passageriten mit ihren christlichen Äquivalenten (Kindstaufe, Erstkommunion/Konfirmation/Firmung, Hochzeit, Sterbebegleitung/Krankensalbung). Sollten wichtige Lebensphasen nicht erfasst worden sein, kann eine freie Internetrecherche zu diesem Thema vereinbart werden. In der Motivationsphase wird eine Overheadprojektor-Folie aufgelegt. Auf dieser ist das E-Mail-Konto eines fiktiven Schülers zu sehen. Er wird von seinem türkischen Freund zum Zuckerfest eingeladen. Dies soll die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler fokussieren und ihr Vorwissen zum Zuckerfest (Fest des Fastenbrechens) im Speziellen und zu muslimischen Festen im Allgemeinen aktivieren. Anhand der Overheadprojektor-Folie können die Schülerinnen und Schüler dann in der Spontanphase die dargestellte Situation beschreiben und eigene Gedanken zu muslimischen Festen und zur eigenen Teilnahme daran äußern. In der Informationsphase werten die Schülerinnen und Schüler in arbeitsgleicher Partnerabeit Informationen zu islamischen Festen im Jahreskreis (unter anderem Fest des Fastenbrechens, Opferfest, Mevlid) aus dem Internet aus. Sie halten die Informationen zu diesen Festen auf Kalenderblättern nachgebildeten Feldern im "Lernweg-Heft" fest. In einer Sicherungsphase überprüfen die Schülerinnen und Schüler ihren Lernfortschritt mithilfe eines Kreuzworträtsels. Offene Fragen werden im Plenum geklärt. In einer abschließenden Rekursion nehmen die Schülerinnen und Schüler begründet Stellung zu der Frage, ob sie der Einladung des türkischen Freundes folgen würden. Bei der Recherche über Suchmaschinen kann man auf Seiten von Organisationen gelangen, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Sie sollten sich die Links, die an die Lernenden weiter gegeben werden, genau anschauen. Für das Nachschlagen von Begriffen ist die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung zu empfehlen.

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe II

Worksongs: Vorläufer und Anfänge des Jazz

Unterrichtseinheit
14,99 €

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Worksongs" lernen die Schülerinnen und Schüler die Anfänge des Jazz kennen. Der Zugang zur Thematik erfolgt über eine inhaltlich-historische Verortung, verknüpft mit der Sklaverei in Amerika und der Worksong-Bewegung. Ein aktueller Bezug wird über das Thema Flüchtlingskrise im Mittelmeerraum hergestellt, indem der Unterschied zwischen Menschen auf der Flucht und versklavten Menschen erarbeitet wird. Schwerpunkte der Einheit Jazz ist erfahrungsgemäß nicht eine Musikrichtung, die auf große Popularität bei Jugendlichen stößt. Umso wichtiger ist es, dass man ihnen den Zugang zur Thematik auf eine möglichst abwechslungsreiche, nachvollziehbare und emotionale Art verschafft. Dies kann zum einen dadurch geschehen, dass man die Thematik Jazz durch 1 bis 2 vorgeschaltete Einführungsstunden vorentlastet und die Schülerinnen und Schüler für den Themenkomplex sensibilisiert. Im Zentrum der Einheit steht die Versklavung von Menschen aus Afrika nach Amerika. Die Schülerinnen und Schüler lernen die historischen Hintergründe kennen, die zur Entstehung der Worksongs und somit folglich zur Entwicklung des Jazz beigetragen haben. Es kann eine Verknüpfung zum Englischunterricht hergestellt werden, denn dort wird das Thema Sklaverei und Rassentrennung ebenfalls im Laufe des Schuljahres behandelt. Ein aktueller Bezug wird hergestellt, indem man die Unterschiede zwischen Menschen auf der Flucht und versklavten Menschen herausstellt. Ebenso kann am Ende der Worksong "Hoe, Emma Hoe" gemeinsam musiziert werden. Dadurch bekommt das Thema eine weitere emotionale Komponente. Zielsetzung Am Ende der Unterrichtseinheit sollen die Lernenden über die historischen Anfänge der Musikrichtung Jazz Bescheid wissen. Sie verstehen den Unterschied zwischen Menschen auf der Flucht und Menschen, die versklavt wurden. Zudem wissen sie, auf welche Weise afrikanische Bevölkerungen durch die Sklaverei nach Amerika verschleppt wurden, welche Arbeiten sie dort haben verrichten müssen und wie dadurch die Worksongs entstanden. Eine Möglichkeit, sich diesem emotionalen, eher schwierigen Thema anzunähern, ist, indem man die Emotionen der Schülerinnen und Schüler erreicht. Ein Stilmittel ist der Kontrast. Dies kann zum einen durch einen stimmigen Einstieg in die Stunde gelingen, indem man das Stück "Oh Happy Day" gemeinsam musiziert. Dies kann als Rückgriff auf die vorhergehende Einführungsstunde geschehen, aber auch als eigenständige Aktivität. Egal, ob es bereits in vorhergehenden Stunden musiziert wurde, so sollte das Stück doch ohne große Vorentlastung hinreichend bekannt sein. Als unterhaltsame Alternative könnte auch der kurze Filmausschnitt zu "Oh Happy Day" aus dem Film "Sister Act" gezeigt werden. Als extremer Kontrast wird danach zuerst ein Foto von einem Flüchtlingsschiff gezeigt und eine zeitgenössische Zeichnung eines Schiffes, das zur Versklavung und Verschleppung von Menschen genutzt wurde. Gemeinsam soll nun eine Verbindung zwischen "Oh Happy Day" und den Bildern hergestellt werden und die Lernenden emotional auf die Thematik Sklaverei vorbereitet werden. Ebenso sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede wischen Menschen auf der Flucht und Menschen, die versklavt wurden, hergestellt werden. Mit dem Flüchtlingsschiff soll ein aktueller, den Schülerinnen und Schülern nahegehender Bezug hergestellt werden, sodass Interesse für das Thema Sklaverei beziehungsweise Worksongs geweckt wird. Behilflich hierbei sind aktuelle Überschriften von Nachrichtenportalen. Auch wenn das Thema nicht mehr ständig in den Medien präsent ist, so flüchten dennoch weiterhin zahlreiche Menschen über das Mittelmeer, wodurch ein Bezug und eine Relevanz zum Heute hergestellt wird. Hier sollte man allerdings darauf achten, dass die Diskussion nicht zu sehr ins politische abgleitet. Das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler wird mit Hilfe einer Mind Map und der Frage, weshalb es Sklaverei in den USA gab, aktiviert. Danach werden noch vier Bilder beziehungsweise Zeichnungen über Sklaverei betrachtet, indem die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke schildern. Mit Hilfe eines kurzen Lesetexts und eines Films zur Geschichte des Jazz und der Worksongs erarbeiten die Schülerinnen und Schüler die theoretischen Grundlagen zur Sklaverei in den USA sowie zu den daraus entstandenen Worksongs. Einen runden Abschluss der Unterrichtseinheit bildet das gemeinsame Musizieren des Worksongs "Hoe, Emma Hoe". Eine Aufnahme, sowie die Noten sind in dieser Unterrichtseinheit enthalten. Ebenso finden sich in diesen Erläuterungen auch weitere Links zu Filmen und Internetseiten, um das Thema Sklaverei in den USA noch zu vertiefen. Außerdem gibt es die Bilder und Videos als zusätzliche PowerPoint-Präsentation. Kompetenzerwerb Die Lernenden erweitern ihren musikalisch geschichtlichen Horizont. Sie musizieren den fröhlichen Song "Oh Happy Day", sowie den schwermütigen Worksong "Hoe, Emma Hoe". Sie lernen die historischen Hintergründe zu den Anfängen des Jazz und seinen Vorläufern kennen, beginnend bei der Versklavung afrikanischer Menschen nach Amerika. Die Lernenden stellen einen aktuellen Bezug zur Situation von Geflüchteten aus Afrika im Mittelmeerraum her und erkennen den Unterschied zwischen Menschen auf der Flucht und Menschen, die versklavt wurden. Relevanz des Themas Das Thema Jazz ist ein fester Bestandteil im Lehrplan Musik in der Sekundarstufe I. Nach einer Einführung in das Thema in der Vorstunde werden nun die Anfänge dieser Musikrichtung, beginnend bei der Sklaverei und den daraus resultierenden Worksongs beleuchtet. Dabei soll ein aktueller Bezug zum Thema Flüchtlinge hergestellt werden. Durch das gemeinsame Musizieren und Herstellen eines Worksongs, sowie eindrucksvollen Videodokumentationen und Bildern wird das Interesse und die Motivation gesteigert. Vorkenntnisse Grundsätzlich sind keine speziellen Vorkenntnisse notwendig. Je nachdem, ob es schon eine Vorstunde, sprich eine Einführung in die Thematik Jazz , gab, haben die Schülerinnen und Schüler unter Umständen schon einmal einen Worksong gehört. Aus dem Geschichts- und Englischunterricht können bereits mehr oder weniger fundierte Kenntnisse über die Sklaverei in den USA vorhanden sein. Ebenso ist es möglich, dass einzelne Schülerinnen und Schüler gute Kenntnisse aus den Nachrichten zur aktuellen Flüchtlingskrise im Mittelmeer besitzen, selbst wenn diese zuletzt etwas aus dem Fokus der Medien verschwunden ist. Didaktisch-methodische Analyse Durch Empathie, durch einen aktuellen Bezug und durch gemeinsames Musizieren erfahren die Schülerinnen und Schüler sowohl Hintergründe zur Flüchtlingskrise im Mittelmeerraum als auch zur Geschichte der Sklaverei in den USA und den daraus hervorgegangenen Worksongs. Äußerst sensible Schülerinnen und Schüler können durch die durchaus anspruchsvolle und nervenaufreibende Thematik der Flüchtlingskrise und des Sklavenhandels in eine Stress-Situation geraten. Diese Unterrichtseinheit lebt auch vom Kontrast, dem fröhlichen "Oh Happy Day" und dem schwermütigen Worksong am Ende, der Vergangenheit mit der Sklaverei und dem aktuellen Bezug zu den Flüchtlingen. Deshalb ist es vielleicht sinnvoll, wenn die Schülerinnen und Schüler die Bilder und Videos zuerst in Einzel- beziehungsweise Paararbeit (gegebenenfalls mit Kopfhörern) betrachten. Gerade durch gemeinsames Musizieren und einem aktuellen Bezug können mögliche negative Vorbehalte oder Hemmungen der Schülerinnen und Schüler abgebaut werden, da sich alle in die Thematik einbringen können. Dadurch, dass der theoretische Aspekt der Geschichte der Sklaverei in den USA als Lesetext in Stillarbeit erarbeitet werden soll, kann dies in individuellem Tempo geschehen und verarbeitet werden. Das gemeinsame Musizieren und gegebenenfalls das eigene Kreieren eines Worksongs ermöglicht einen positiven und harmonischen Abschluss der durchaus anspruchsvollen Thematik. Gerade durch das Erstellen eines eigenen Worksongs kann nicht nur die Motivation hochgehalten, sondern auch die Stimmung angehoben werden. Vorbereitung Die Lehrkraft sollte sich mit den Bildern und Videos vorab auseinandersetzen. Es ist ratsam, sich Gedanken zu machen, ob je nach Sensibilität der Klasse und der technischen Ausstattung die Unterrichtseinheit eher im Plenum oder differenziert in Einzel- beziehungsweise Paararbeit erfolgen soll. Benötigte digitale Kompetenzen von Lehrkräften Hängt von der Ausstattung des Raumes ab; ein sicherer Umgang mit der Dokumentenkamera, mit einer digitalen Tafel und einem iPad, sowie dem Internet (YouTube) ist von Vorteil, ebenso wäre eine stabile Internetverbindung gut. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler reaktivieren und erweitern ihr bereits vorhandenes Vorwissen und werden sensibilisiert für das Thema Sklaverei. stellen einen aktuellen Bezug zur Flüchtlingskrise im Mittelmeerraum her und lernen die geschichtlichen Hintergründe der Sklaverei in Amerika kennen. lernen die Gattung "Worksong" und das Prinzip "Call-Response" kennen. musizieren gemeinsam den Worksong "Hoe, Emma Hoe" und kreieren eigene Worksongs. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler hören und sehen unbekannte Musikstücke unter Berücksichtigung der vorhandenen Möglichkeit zum Abspielen von Audiodateien und Videodateien. lernen den Umgang mit einer PowerPoint-Präsentation auf dem eigenen iPad. lernen den sicheren Umgang mit ihrem eigenen iPad, dem Teilen von Dateien und dem Abspielen von Videos. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler halten sich an Gesprächsregeln im Unterrichtsgespräch. sind diszipliniert beim Anhören von bekannten und unbekannten Stücken. arbeiten gut und respektvoll mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner. hören sich verschiedene Meinungen an und kreieren gemeinsam neue Musik.

  • Musik
  • Sekundarstufe I

Jüdische Gegenwart in Hessen erleben!

Unterrichtseinheit

In den zwei Doppelstunden der Unterrichtseinheit sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, dass jüdisches Leben nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute in vielen Facetten zu unserer Gegenwart gehört. Das Judentum lernen viele Menschen erst einmal im Hinblick auf seine und unsere Vergangenheit kennen; doch so wichtig eine immer wieder neue Auseinandersetzung insbesondere mit dem Holocaust ist, so wichtig ist auch, dass es heute über 200.000 Jüdinnen und Juden in Deutschland leben, die in ganz unterschiedliche Weise ihr jüdisches Selbstverständnis definieren. Ziel dieser Unterrichtseinheit ist es, die vielen verschiedene Facetten dieser Diversität, die durch die jüdische Religion und Kultur geprägt ist, am Beispiel Hessen kennenzulernen. Das Unterrichtsmaterial soll den Schülerinnen und Schülern ebenso zeigen, dass jüdische Jugendliche trotz der spannenden jüdischen Traditionen zumeist so leben wie andere Jugendliche auch und es nichts "Exotisches" sein sollte, in Hessen Jüdin oder Jude zu sein. Die erste Doppelstunde beginnt darum direkt mit ganz selbstverständlich im Alltagsdeutschen und in der Hessischen Mundart verwendeten Wörtern, die ihren Ursprung im jüdischen Leben in Deutschland haben. Nach dem Einstieg über die enge Beziehung zwischen Deutsch und Jiddisch lernen die Schülerinnen und Schüler Joelle kennen, eine jüdische Schülerin aus Frankfurt a. M., die sich im Rahmen des Projekt "Meet a Jew" – eine Initiative des Zentralrats der Juden – engagiert. Anhand des von ihr geäußerten Wunsches wird mit den Schülerinnen und Schüler erarbeitet, dass die Beschäftigung mit jüdischem Leben ein selbstverständlicher Teil unserer Gegenwart ist. Um diesen Teil unserer Gegenwart besser kennenzulernen, erkunden die Schülerinnen und Schüler in Gruppen den Raum VI "Jüdisches Leben in Hessen heute" der virtuellen Ausstellung "Tolerant statt ignorant 2.0" , der ihnen unter anderem das jüdische kulturelle Leben, die Kulinarik des Judentums und die jüdische Religion und Tradition näherbringt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Auftrag, sich die vielfältigen Aspekte jüdischen Lebens gegenseitig vorzustellen. Zur Vertiefung bearbeiten die Schülerinnen und Schüler als die beiden Doppelstunde verbindende Hausaufgabe arbeitsteilig die ARDalpha-Dokumentation "Verrückte Normalität? Jung und jüdisch in Deutschland" und den Podcast "Jüdisches Leben in Hessen" aus der Reihe "Setzpunkt" des Hessischen Landtages. Der Einstieg in die zweite Doppelstunde erfolgt zur Aktivierung des in der ersten Doppelstunde erarbeiteten Vorwissens über ein Video, das als Trailer zur Filmdokumentation "Auf das Leben!" (D 2021) fünf hessische Jugendliche in ihrem Alltag begleitet. Die im Trailer vorgestellten Aussagen der Jugendlichen lassen sich gut mit den Inhalten der ersten Doppelstunde verknüpfen. Anschließend stellen die Gruppen die von ihnen zu Hause bearbeiteten Aufgaben vor und diskutieren diese im Plenum. Darauf aufbauend wird noch einmal auf das Projekt "Meet a Jew" zurückgegriffen: Die Schülerinnen und Schüler sehen ein weiteres Video , in dem Joelle und zwei weitere jüdische Deutsche Fragen beantworten, die ihnen als Jüdinnen und Juden häufig gestellt werden. Es besteht die Möglichkeit, als Schule selbst eine solche Begegnung anzufragen . Außerdem können gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Hanau Projekttage an der Schule organisiert werden. Im zweiten Teil der Stunde sollen die Schülerinnen und Schüler sich in unterschiedlichen Gruppenkonstellationen (Think-Pair-Share) überlegen, über welche Themen sie sich nach dem gewonnenen Einblick über jüdisches Leben in Hessen gerne selbst mit einer Jüdin oder einem Juden austauschen würden und welche Fragen sie hätten. Im Abschlussplenum wird gemeinsam besprochen, wie eine solche Begegnung aussehen könnte, was Schülerinnen und Schüler sich davon versprechen würden und auch, was für jüdische Gesprächspartnerinnen und -partner dabei vor dem Hintergrund der in der Unterrichtseinheit kennengelernten Jüdinnen und Juden und den von ihnen geäußerten Wünschen wichtig wäre. Die Unterrichtseinheit thematisiert mit jüdischem Leben in Hessen heute ein Thema aus der Gegenwart der Schülerinnen und Schüler. Dabei soll deutlich werden, dass jüdisches Leben nicht nur unsere gemeinsame Vergangenheit geprägt hat, sondern es auch heute in Deutschland und Hessen präsent ist. Dabei ist es wichtig, jüdische Identität, Religion und Kultur in seiner Vielfältigkeit kennenzulernen, die von orthodoxer Religionsausübung über liberale Reformansätze bis hin zu einem säkularen jüdischen Alltagsleben reichen. Es gilt aber auch den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass jüdisches Leben in Deutschland und Hessen beschützt werden muss, dazu zählen Schulen, Synagogen, Museen durch Polizei und Sicherheitsbeamte. Die Unterrichtseinheit adaptiert didaktisch-methodisch den Raum VI "Jüdisches Leben in Hessen heute" der virtuellen Ausstellung "Tolerant statt Ignorant 2.0" für einen in mehreren Fächern durchführbaren Unterricht von zwei Doppelstunden; sie kann als fächerübergreifende Einheit zum Beispiel im Geschichts-, Politik-, Ethik- oder Religionsunterricht umgesetzt werden. Zur Aktivierung der Schülerinnen und Schüler sollen ihre eigenen Erfahrungen, Vorkenntnisse und Fragestellungen an die Thematik den Ausgangspunkt der Beschäftigung mit den Inhalten der virtuellen Ausstellung bilden. Die multimedial angelegte Ausstellungswebsite ermöglicht die Einbindung vielfältiger Medien (zum Beispiel Erklärvideos, Interviews, Quellen nachrichtlicher Berichterstattung, Schaubilder und Fotos, didaktisch-einordnende und originär-interpretierungsbedürftige Texte) und Methoden (gelenkte und ungelenkte Formate, Einzel- und Gruppenarbeiten, individuelle Erarbeitungsphasen sowie Gruppenpräsentationen und Plenardiskussionen); in digitalen Selbstlernphasen können die Schülerinnen und Schüler darüber hinaus im je eigenen Tempo und mit den sie umtreibenden Fragestellungen die Exponate der virtuellen Ausstellung erkunden und ihre Entdeckungen anschließend ins Plenum mitbringen. Die starke Einbindung der virtuellen Ausstellung und der darin eingebetteten Medienformate bedeutet für die Lehrkräfte Vorüberlegungen auf medien(fach)didaktischer und medienpädagogischer Ebene. So sollten die Phasen digital unterstützten Lernens – bei denen mehrere Optionen der Umsetzung (Beispiel "Bring your own device", Ausgabe schuleigener Tablets oder Durchführung der Unterrichtseinheit im PC-Pool der Schule) genannt werden – auf die Bedürfnisse der spezifischen Lerngruppe angepasst und entsprechend vorbereitet werden. Insbesondere innerhalb der Erarbeitungsphasen besteht die Möglichkeit, zwischen dem Aufrufen der Texte über QR-Codes oder deren Ausgabe in ausgedruckter Form zu wechseln. Der Einbezug digitaler Quellen kann zum Anlass genommen werden, medienerzieherische und medienkritische Aspekte zur Sprache zu bringen. Fachbezogene Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen und erkennen, dass gleichaltrige Jüdinnen und Juden kaum anders leben und meist die gleichen Interessenwie sie selbst haben. wie divers jüdisches Selbstverständnis und Zugehörigkeitsempfinden sein können. dass Jüdischsein Vielfalt und Pluralität bedeutet. welche Rolle jüdische Einflüsse auf die Gesellschaft und den Alltag haben – etwa durch gemeinsame Begegnungsorte und jüdische Person in der Öffentlichkeit. dass ein Austausch mit anderen Gesellschaftsgruppen lohnend ist und Vorurteile reduziert. dass Diversität in der Gesellschaft ein Gewinn ist. dass ein Miteinander-Gestalten und Austausch die Gemeinschaft stärken. warum jüdisches Leben geschützt werden muss. Medienkompetenz (Zahlen beziehen sich auf KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt) Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen Auswerten und Bewerten (1.2.) Informationen analysieren, interpretieren und kritisch bewerten (1.2.1.) Informationsquellen analysieren und kritisch bewerten (1.2.2.) Zusammenarbeiten (2.3.) Digitale Werkzeuge für die Zusammenarbeit bei der Zusammenführung von Informationen, Daten und Ressourcen nutzen (2.3.1.) Digitale Werkzeuge bei der gemeinsamen Erarbeitung von Dokumenten nutzen (2.3.2.) Medien analysieren und bewerten (6.1.) Gestaltungsmittel von digitalen Medienangeboten kennen und bewerten (6.1.1.) Interessengeleitete Setzung, Verbreitung und Dominanz von Themen in digitalen Umgebungen erkennen und beurteilen (6.1.2.) Wirkungen von Medien in der digitalen Welt (zum Beispiel mediale Konstrukte, Stars, Idole, Computerspiele und mediale Gewaltdarstellungen) analysieren und konstruktiv damit umgehen (6.1.3.) Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler trainieren ihre soziale Wahrnehmungsfähigkeit. lernen von Empathie geleitet zu handeln und üben Toleranz. tagen mit ihrem Handeln zur interkulturellen Verständigung bei. nehmen Anteil am Wohlergehen anderer und zeigen Solidarität.

  • Politik / WiSo / SoWi / Geschichte / Früher & Heute / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe II
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