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Kinderarbeit im 19. Jahrhundert

Unterrichtseinheit

Dieser Unterrichtsentwurf gibt Impulse, wie Lehrkräfte das Thema "Kinderarbeit im 19. Jahrhundert" im Geschichtsunterricht behandeln können.Diese Unterrichtsanregung verfolgt das Ziel, Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I für den nicht einfachen Sachverhalt der Kinderarbeit historisch zu sensibilisieren. Die deutsche Sozialstaatlichkeit Am Thema der Kinderarbeit lassen sich die positiven Errungenschaften deutscher Sozialstaatlichkeit gut demonstrieren: Durch eine Reihe von Gesetzen und Verboten trug der Sozialstaat im Verlauf des 20. Jahrhunderts dafür Sorge, Kinder und Jugendliche vor Arbeits- und Beschäftigungsverhältnissen zu schützen. Davon konnte im Zentraleuropa des 18. und 19. Jahrhunderts - und kann in zahlreichen Ländern der Dritten Welt bis zum heutigen Tag - nicht die Rede sein. Die Ausbeutung von Minderjährigen als Arbeitskräfte hat an ihrer tagespolitischen Aktualität nichts verloren. "Doppelcharakter" der Kinderarbeit Aus historischer Perspektive gilt es, Schülerinnen und Schülern jedoch auch zu vermitteln, Kinderarbeit - speziell vor der einsetzenden Industrialisierung - nicht per se als etwas Schlechtes zu betrachten. Dass Kinder in die Lebens- und Arbeitswelt der Erwachsenen fest eingebunden waren, galt vor allem in agrarisch geprägten Gesellschaften bis weit in das 20. Jahrhundert als gelebte Normalität. Dieser "Doppelcharakter", dem auch das Thema der Kinderarbeit innewohnt, sollte im problemorientierten Geschichtsunterricht dem Klassenverband - schon in der Sekundarstufe I - aufgezeigt werden.Die Schülerinnen und Schüler sollen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Kindheitsalltag im 19. Jahrhundert und ihrem eigenen erkennen und reflektieren. Hierzu kann der folgende detaillierte - und didaktisch-methodisch kommentierte - Unterrichtsverlauf dienen. Einstieg Die Hinführung zum Unterrichtsthema "Kinderarbeit im 19. Jahrhundert" kann durch einen "stummen Impuls" erfolgen. Mithilfe eines Computers und eines Beamers werden vier, maximal fünf Bilddokumente, die allesamt unterschiedliche Formen und Wahrnehmungen von Kinderarbeit aus dem 19. Jahrhundert abbilden, an die Wand projiziert. Die oftmals dominante Präsenz der Lehrkraft soll durch diesen Unterrichtseinstieg in den Hintergrund treten. Durch die Beschreibungen der bildlichen Darstellungen rücken die Schülerinnen und Schüler stärker in den Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens. Die Lehrkraft nimmt dabei eher die Rolle eines Moderators beziehungsweise einer Moderatorin ein, der / die durch wenige, doch gezielte Fragestellungen die Beschreibungs- und Analysefähigkeiten des Klassenverbandes schulen soll. Historisches Bewusstsein für die Thematik der Kinderarbeit soll bei den Schülerinnen und Schülern gefördert werden, indem die Lehrkraft nach der Beschreibung der Bilder auf die gegenwärtige Situation einiger Kinder in der Klasse eingeht. Erarbeitung Schon im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I sollte die Arbeit mit methodisch aufbereitetem und möglichst authentischem Quellenmaterial einen zentralen Platz in der Schulstunde einnehmen. Bei der Auswahl der Quellentexte, die sich um den Gegenstand der Kinderarbeit im 19. Jahrhundert drehen, sollte ein Aspekt unbedingt beachtet werden: Die Texte sollten von der Lehrkraft kontrastiv ausgewählt werden. Als mögliche Inhalte bieten sich Kindheitserinnerungen sowie Darstellungen über das Leben und Arbeiten von Kindern auf dem Land, in Manufakturen oder in Fabriken an. Dadurch wird der Lerngruppe schon in den ersten Jahren des Geschichtsunterrichts multiperspektivisches Denken angeeignet. Somit werden den Schülerinnen und Schülern historische Sachverhalte der Kinderarbeit aus unterschiedlichen Perspektiven und Positionen vor Augen geführt. In den Klassen 7 und 8 empfiehlt es sich, die Arbeitsaufträge bei der Quellenauswertung recht kurz und präzise zu gestalten. Eine Möglichkeit wäre - wie im tabellarischen Verlaufsplan angegeben - die Schülerinnen und Schüler Steckbriefe erstellen zu lassen, um die wesentlichen Informationen über die in den Schriftquellen dargestellte Arbeit von Kindern gebündelt zu erhalten. Den Steckbrief könnte man nach folgenden Stichpunkten gliedern: Alter - Geschlecht - Beziehung zur Familie/Familienmitgliedern - Arbeitstätigkeiten. Auswertung und Diskussion In der Auswertungs- und Diskussionsphase, in der die Schülerinnen und Schüler den Inhalt der einzelnen Quellen mündlich wiedergeben, sollte der Fokus verstärkt auf die Gegenwart und das Alltagsleben der Schulkinder gerichtet werden. Wenn es dem Klassenverband gelingt, Unterschiede (oder gar Gemeinsamkeiten) zwischen dem Kindheitsalltag im 19. Jahrhundert und dem eigenen zu erkennen und zu reflektieren, wird historisches Denken angeeignet und historisches Bewusstsein konstruiert. Ergebnissicherung Durch einen Tafelanschrieb über die verschiedenen Arbeitsbedingungen von Kindern im 19. Jahrhundert (in tabellarischer Form oder in Stichpunkten) werden die Arbeitsergebnisse der Quellenarbeit abgesichert. Hausaufgabe Nachdem die Schülerinnen und Schüler erkannt haben, dass es im langen 19. Jahrhundert unterschiedliche Formen der Kinderarbeit gab - und diese in der Gegenwart in vielen Teilen der Welt in den unterschiedlichsten Formen noch immer präsent sind, empfiehlt es sich, für das Thema "Kinderarbeit" das gleichnamige Kapitel XIII. aus dem Schülerheft "Sozialgeschichte Band I" (Seiten 34 bis 37) durchzuarbeiten. Auf den letzten Seiten des Heftes sind separate Arbeitsblätter zu den einzelnen Kapiteln entworfen worden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass es unterschiedliche Formen der Kinderarbeit gab - und noch immer gibt. erfahren, dass Kinder im 19. Jahrhundert durch die Industrialisierung als Arbeitskräfte in Fabriken ausgebeutet wurden und schutzbedürftig waren. wissen, dass Kinder in die Lebens- und Arbeitswelt der Erwachsenen fest eingebunden waren: Sie hatten im Haushalt oder beim Kochen zu helfen, mussten Tiere hüten und sie hatten Garten- und Feldarbeiten zu erledigen. wissen, dass Arbeit und Fleiß als wichtige Tugenden, Faulheit und Untätigkeit hingegen als "Schande" betrachtet wurden. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beschreiben und bewerten eigenständig Bilddokumente aus dem Internet. bearbeiten in der Gruppe Texte und schulen dadurch ihre Auffassungsgabe und ihr Textverständnis. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beantworten in Gruppenarbeit Fragen zu einer Geschichtsquelle. sprechen frei vor der Klasse.

  • Geschichte / Früher & Heute / Religion / Ethik / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Gastarbeiter in Deutschland: "Arbeitet wie die Bienen!"

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Gastarbeiter in Deutschland" erfahren Schülerinnen und Schüler, mit welchen Erwartungen und Hoffnungen türkische Gastarbeiter in den 60er-Jahren nach Deutschland kamen. Sie versuchen dabei, sich in die Situation der Betreffenden hineinzuversetzen.Das Anwerbe-Abkommen zwischen der Türkei und der Bundesrepublik im Herbst 1961 bildete die Grundlage für eine organisierte "beschäftigungsgebundene" Auswanderungspolitik auf Zeit, für die der Auswanderungswillige gewissermaßen in die "nationale Pflicht" genommen wurde. Mit dem Abkommen sollte erreicht werden, dass die Arbeitsplätze in der expandierenden Wirtschaft besetzt würden und zwar durch Arbeiter, die möglichst wenig Ansprüche stellten. Längst nicht alle Bewerber litten in der Türkei unter Armut. Vielmehr wollten viele von ihnen sich finanziell verbessern; bei vielen Frauen spielte auch der Wunsch sich zu emanzipieren eine Rolle. Dass ihre Erwartungen oft enttäuscht wurden, ist darauf zurückzuführen, dass die offiziellen Informationen über die Arbeitssituation in Deutschland ungenügend waren. Aber auch die auf Besuch weilenden "Gastarbeiter" beschönigten die Arbeits- und Lebensbedingungen, um ihr Weggehen zu rechtfertigen. Dies weckte bei vielen in der Türkei Verbliebenen das Verlangen, ebenfalls zu emigrieren. Die Illusionen über berufliche und materielle Chancen in der Bundesrepublik erhöhten den Druck auf diejenigen, die bereits dort arbeiteten.Der inhaltliche Schwerpunkt der Unterrichtseinheit liegt zunächst auf dem Aspekt der türkischen Gastarbeiter in Deutschland. In einer weiterführenden Internet-Recherche sollten die Schülerinnen und Schüler jedoch auch Migrationen aus anderen Ländern in die Bundesrepublik untersuchen und sich somit ein ganzheitliches Bild über die Situation der Gastarbeiter und ihrer Familien im Deutschland der 1960er Jahre verschaffen. Zum Einstieg in die Unterrichtseinheit dient das Arbeitsblatt der Körber-Stiftung. Im weiteren Verlauf können die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv mit eigenem Schwerpunkt zum Thema "Gastarbeiter in Deutschland" recherchieren. Arbeitsaufträge für Einstieg und Erarbeitungsphasen Lest M 1 und unterstreicht im Text die Anweisungen an Leserinnen und Leser, die in Deutschland arbeiten wollten. Warum wurden diese Anweisungen gegeben? Lest M 2 genau durch und spielt die Situation nach. Überlegt, wer welche Rolle übernimmt, welche "Vorgaben" der Text macht. Ihr könnt eigene Ideen einbringen, aber sollt berücksichtigen, was ihr aus M 1 und M 2 wisst. Lest den Text M 4 und überlegt, warum sich die junge Türkin vor dem weihnachtlichen Schaufenster hat fotografieren lassen (siehe M 3). Welche Gründe, vermutet ihr, hat Birsen dafür, ihr Geld für die Familie in der Türkei auszugeben? Welche Geschenke würdet ihr an ihrer Stelle eurer Familie machen? Warum? Weiterführende Aufgaben und Projektideen Besprecht in der Klasse: Wer von euch hat Verwandte oder Freunde im Ausland? Was wünscht ihr euch von ihnen? Warum? Was haben sie euch geschenkt? Recherchiert im Internet nach allgemeinen Informationen zur Zuwanderung von Migrantinnen und Migranten nach Deutschland und wertet eure Ergebnisse aus. Erkundigt euch bei einheimischen Erwachsenen, wie sich die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen beispielsweise aus der Türkei am Anfang gestaltete und ob oder wie und warum sie sich im Laufe der Zeit verändert hat. Befragt Einwanderinnen und Einwanderer aus der Türkei, die seit zwei oder drei Generationen in Deutschland leben, nach ihren Erinnerungen an die Zeit, als sie in Deutschland und ihre Familie in der Heimat wohnten. Inwieweit hat sich ihr Leben geändert, als ihre Familie nach Deutschland kam? Dokumentiert eure Ergebnisse auf einer Webseite . Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Erwartungen in den 60er-Jahren in der Türkei diejenigen hatten, die zum Arbeiten nach Deutschland gingen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler führen Zeitzeugenbefragungen durch und dokumentieren ihre Interviewergebnisse. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sammeln im Internet allgemeine Informationen zur Zuwanderung von Migranten nach Deutschland und werten diese aus. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler versuchen, sich in die Situation der Betreffenden hineinzuversetzen: in die der "Gastarbeiter" und in die der Familienangehörigen, die in der Türkei blieben. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, welche Erwartungen in den 60er-Jahren in der Türkei diejenigen hatten, die zum Arbeiten nach Deutschland gingen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Zeitzeugenbefragungen durchführen und ihre Interviewergebnisse dokumentieren. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Internet allgemeine Informationen zur Zuwanderung von Migranten nach Deutschland sammeln und auswerten. Die Schülerinnen und Schüler sollen versuchen, sich in die Situation der Betreffenden hineinzuversetzen: in die der "Gastarbeiter" und in die der Familienangehörigen, die in der Türkei blieben. Lest M 1 und unterstreicht im Text die Anweisungen an Leser, die in Deutschland arbeiten wollten. Warum wurden diese Anweisungen gegeben? Lest M 2 genau durch und spielt die Situation nach. Überlegt, wer welche Rolle übernimmt, welche "Vorgaben" der Text macht. Ihr könnt eigene Ideen einbringen, aber sollt berücksichtigen, was ihr aus M 1 und M 2 wisst. Lest den Text M 4 und überlegt, warum sich die junge Türkin vor dem weihnachtlichen Schaufenster hat fotografieren lassen (siehe M 3). Welche Gründe, vermutet ihr, hat Birsen dafür, ihr Geld für die Familie in der Türkei auszugeben? Welche Geschenke würdet ihr an ihrer Stelle eurer Familie machen? Warum? Besprecht in der Klasse: Wer von euch hat Verwandte oder Freunde im Ausland? Was wünscht ihr euch von ihnen? Warum? Was haben sie euch geschenkt? Recherchiert im Internet nach allgemeinen Informationen zur Zuwanderung von Migranten nach Deutschland und wertet eure Ergebnisse aus. Erkundigt euch bei einheimischen Erwachsenen, wie sich die Zusammenarbeit mit Kollegen beispielsweise aus der Türkei am Anfang gestaltete und ob oder wie und warum sie sich im Laufe der Zeit verändert hat. Befragt Einwanderer aus der Türkei, die seit zwei oder drei Generationen in Deutschland leben, nach ihren Erinnerungen an die Zeit, als sie in Deutschland und ihre Familie in der Heimat wohnten. Inwieweit hat sich ihr Leben geändert, als ihre Familie nach Deutschland kam? Dokumentiert eure Ergebnisse auf einer Website.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I

Arbeitszeitregelung

Unterrichtseinheit

"Fünf Minuten vor der Zeit ist die wahre Pünktlichkeit..." So zumindest sehen es gerne die meisten Arbeitgeber. Die Frage nach der Arbeitszeit beinhaltet gleichzeitig auch die Frage nach den veränderten Bedingungen des Arbeitens - und diesen Fragen wird in der folgenden Einheit nachgegangen.Das Thema der Gestaltung von Arbeitszeit ist den Schülerinnen und Schülern sehr präsent und hat einen hohen Gegenwartsbezug. Die Motivation der Lernenden, dieses Thema im Unterricht zu behandeln, ist in der Regel recht hoch. In dieser Unterrichtseinheit werden ausgewählte Bereiche der Gleitzeit als flexible Gestaltungsformen der Arbeitszeit im Gruppenmix erarbeitet. Eine gelenkte Internetrecherche und die Reflexion der Informationsbeschaffung über das Internet sind methodische Vorgehensweisen.Die Schülerinnen und Schüler finden die Gruppeneinteilung nach Farben bereits zu Beginn vor. In der Mitte des Raumes stehen vier Gruppentische mit farblicher Markierung und Nummern von eins bis vier für die arbeitsteiligen Schülergruppen. Die Computerarbeitsplätze befinden sich außen. Unterrichtsablauf Der Ablauf der Unterrichtsstunde wird detailliert unter Einbindung der Arbeitsmaterialien erläutert. Didaktische Überlegungen Hier werden didaktische Überlegungen zu Themenauswahl und Einbindung in den Unterricht dargestellt. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Gleitzeit begrifflich fassen und grundlegende Formen und Gestaltungsmöglichkeiten der Gleitzeit kennen lernen. Inhalte aus dem Internet erfassen und Wissen vermitteln. Arbeitsaufträge gemeinsam und zielgerichtet bearbeiten. ihr Vorgehen gemeinsam abstimmen, sich austauschen und gegenseitig helfen. ihre Präsentierfähigkeit verbessern. Thema Gleitzeit als flexible Gestaltungsform der Arbeitszeit Autor Anja Zielitzki Fach Bürowirtschaft, WiSo Zielgruppe kaufmännische Berufsschule (Bürokaufleute) Zeitraum 1 Unterrichtsstunde Technische Voraussetzungen vier Computer, für jede Schülergruppe einen; Internetzugang Planung Arbeitszeitregelung Arbeitskreis Dr. Kugler (2001): Spezielle Wirtschaftslehre für Büroberufe. 1. Auflage, Verlag Europa Lehrmittel Bovet, G., Huwendiek, V. (Hrsg., 2004): Leitfaden Schulpraxis. 4. komplett überarbeitete Auflage, Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG, Berlin Mattes, W. (2005): Methoden für den Unterricht. Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH, Braunschweig, Paderborn, Darmstadt, S. 37 Der Einstieg erfolgt über eine szenische Darstellung anhand von Textkarten. Die Situation wird von einem(r) Schüler/-in als Sprecher dargestellt. Zwei weitere Schüler/-innen übernehmen die Darstellung zweier Auszubildender. Die beiden unterhalten sich über Stau und über die Problematik der festgelegten Arbeitsanfangszeit. Die Situation passt aktuell in die Lebenswelt der Auszubildenden. Die Schülerinnen und Schüler sind aktiv beteiligt. Sie sollen die Problematik erkennen und die Möglichkeiten der Gleitzeit zur Änderung der Situation aufzeigen. Die Lehrkraft informiert über den weiteren Verlauf. Jede Gruppe erhält einen Arbeitsauftrag zu einem der vier Themen: Begriff Ursprung - Bedeutung einfache Gleitzeit qualifizierte Gleitzeit Die jeweilige Gruppe recherchiert zu ihrem Thema im Internet unter der im Arbeitsauftrag angegebenen Internetadresse. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten eigenständig mit Informationen aus dem Internet und bewerten diese. Sie sind durch den Wechsel von den Gruppentischen zu den Computerarbeitsplätzen und die gemeinsame Arbeit sowohl mit dem Arbeitsauftrag als auch mit dem Internet aktiv gefordert. Während der Recherche wird die Einteilung für den Gruppenmix und der neue Arbeitsauftrag von der Lehrkraft verteilt. Jeder Tisch erhält eine Karte mit dem jeweiligen Gruppenmix (beispielsweise der blaue Tisch erhält die blaue Karte mit der entsprechenden Einteilung, in welche Gruppe der/die einzelne Schüler/-in wechselt) sowie für jeden Schüler und jede Schülerin einen Arbeitsauftrag. Die Lehrkraft gibt die Anweisung zum Mix. Es erfolgt der Gruppenmix. Die Lernenden suchen eigenständig ihre neue Gruppe auf. Gruppe eins findet sich beispielsweise an Tisch eins ein. Die neuen Gruppen bearbeiten den neuen Arbeitsauftrag. Hierbei handelt es sich um einen arbeitsgleichen Auftrag. Die Lernenden tauschen zunächst ihre Informationen zu den vier Themen aus. Es ist eine hohe Kommunikation und Teamfähigkeit erforderlich. Sie beantworten gemeinsam alle vier Fragen in der vorgegebenen Tabelle auf ihrem Arbeitsblatt. Jede Gruppe bereitet eine Frage für die anschließende Präsentation auf einem Folienschnipsel vor. Die Einteilung, wer welche Frage beantwortet, kann von der Lehrkraft vorgenommen oder mit den Gruppen abgestimmt werden. Die Präsentatoren der einzelnen Gruppen stellen nacheinander am OHP, beziehungsweise Beamer, das Ergebnis zu ihrer Frage vor. Die Schülerinnen und Schüler der anderen Gruppen können ihre eigenen Ergebnisse auf dem Arbeitsauftrag in der Spalte Ergänzungen vervollständigen. Die Schülerinnen und Schüler haben als Auszubildende im kaufmännischen Bereich den Einstieg in den Berufsalltag vollzogen. Sie erleben, dass Gestaltung von Arbeitszeit eine Struktur des Arbeitstages vorgibt. Bei einer zukünftigen möglichen Einführung alternativer Arbeitszeitregelungen im derzeitigen Ausbildungsunternehmen oder bei einem späteren Wechsel in ein anderes Unternehmen, verfügen die Auszubildenden über notwendiges Wissen zur Gleitzeit als flexible Gestaltungsform der Arbeitszeit. Aus der Vielzahl von flexiblen Gestaltungsformen der Arbeitszeit wird für die heutige Stunde die Gleitzeit ausgewählt. Zur Erarbeitung dient eine adäquate, gut verständliche, quantitativ passende und mit Beispielen unterlegte Internetadresse. Auf komplexe mitbestimmungsrechtliche, tarifpolitische Komponenten sowie Arbeitszeitkonten wurde verzichtet. Die Informationen zu den Einzelthemen sind verschieden lang und vom Niveau unterschiedlich. Daher bietet sich eine Binnendifferenzierung gut an. Die Gruppen können entsprechend eingeteilt werden. Beispielsweise werden anfänglich die starken Schülerinnen und Schüler in eine Gruppe gesetzt und bearbeiten einen umfangreicheren Thementeil. Anschließend werden sie mit den lernschwächeren Schülerinnen und Schülern gemixt. Ihre Infomaterialien zu dem Thema "Arbeitszeitregelung" und "Die perfekte Bewerbung" sind wirklich sehr sehr hilfreich für mich gewesen - wobei die Arbeitszeitregelung möchte ich nach den Weihnachtsferien, bzw. Anfang nächsten Jahres, noch in diesem Halbjahr mit meinen Klassen erarbeiten - vielen Dank!!! Ach so, ich unterrichte an einer Berufsschule 11. und 12. Klassen der Fremdsprachenassistenten. Mfg, C. Berger

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

La mobilité européenne dans le monde du travail

Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit für das Fach Französisch der Klassen 11-12 vermittelt den Schülerinnen und Schülern Einblicke in die Möglichkeiten einer deutsch-französischen Mobilität im Rahmen einer Ausbildung. Es werden der organisatorische Rahmen sowie Chancen und Herausforderungen eines Aufenthaltes im Nachbarland behandelt. Authentische Materialien wie Erfahrungsberichte fördern Sprachmittlung und vertiefen die Anwendung des subjonctif. Anhand eines authentischen französischsprachigen Grundlagentextes zur Situation des Handwerks und zur europäischen Mobilität von Auszubildenden in Frankreich setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Chancen, Herausforderungen und dem organisatorischen Rahmen eines Ausbildungsaufenthalts im Zuge der Ausbildung im Nachbarland auseinander. Es wird somit ein Gegenbeispiel zum landläufig bekannten Auslandssemester während des Studiums gezeigt. Dazu recherchieren und strukturieren die Lernenden Informationen zu konkreten Aspekten des Mobilitätsprogramms, setzen sich mit der Bedeutung des Handwerks auseinander, lernen Beispiele und Erfahrungsberichte aus verschiedenen Handwerksbetrieben kennen, vergleichen die deutsche und französische Ausbildungspraxis und bereiten beispielhaft ein Auslandspraktikum im französischen Handwerk vor. Ergänzt wird dies methodisch durch Erfahrungsberichte deutscher Auszubildender, die die Schülerinnen und Schüler sprachmitteln, sowie durch ein Video (dt./frz.), in dem ein konkretes Projekt sowie dessen Nutzen vorgestellt werden. Sprachlich bedienen die Schülerinnen und Schüler sich dazu des Subjonctif und wiederholen das Verfassen einer formellen Mail. Schließlich wird auch die Mündlichkeit gefördert, indem die Schülerinnen und Schüler sich auf ein mögliches Gespräch mit einem Arbeitgeber vorbereiten und in einem Kugellager zu unterschiedlichen Aspekten der europäischen Mobilität äußern. So diskutieren sie abschließend, ob Mobilität in der beruflichen Bildung eine Chance für sie selbst und für alle ist. Besonders geeignet ist die Unterrichtseinheit damit für eine Kooperation mit der Berufsorientierung. Das Thema der europäischen Mobilität – nicht nur für Studierende, sondern auch für Auszubildende – ist im 21. Jahrhundert von entscheidender Bedeutung, da Europa eine politische wie auch wirtschaftliche und kulturelle Einheit darstellt und dies auch für künftige Generationen angesichts weltweiter Herausforderungen erstrebenswert ist. Einzubetten ist das Thema im hessischen Lehrplan in "Le monde du travail (débuter dans le monde du travail/choisir ses études et son métier)". Inhaltlich sind dies die Digitalisierung des Arbeitsumfelds sowie Mobilität. Dazu verschaffen sich die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über Möglichkeiten und Realität der beruflichen Mobilität in Frankreich und Europa und diskutieren diese. Sprachlich geht es zunächst um die Rezeption eines authentischen französischen Textes zur Organisation, zu Zielen und Vorteilen eines Auslandsaufenthalts. Der Fokus liegt danach auf der sprachlichen Produktion, zum einen mündlich, indem die Schülerinnen und Schüler positive Aspekte sowie Chancen und Grenzen der europäischen Mobilität, zu zweit, im Plenum und im Kugellager diskutieren. Zum anderen produzieren sie einen eigenen Text, indem sie eine formale Mail an ihren (fiktiven) Arbeitgeber verfassen und darin ihren eigenen Standpunkt vertreten. Dazu bedienen sie sich des Subjonctif, um eigene Wünsche und Zweifel auszudrücken. Nötige Informationen recherchieren sie eigenständig im Internet und in einem Video, dessen Inhalte sie ins Französische sprachmitteln. Möglicherweise werden Hilfen bei der Sprachmittlung benötigt, z. B. in Form eines Wörterbuchs (auch online), oder beim Verfassen einer formalen Mail oder dem Subjonctif. Zu diesem Zweck gibt es zu Arbeitsblatt 2 zwei Hilfen. Vorkenntnisse sind nicht weiter nötig, da die europäische Mobilität als in sich abgeschlossenes Thema behandelt werden kann. Methodisch ist es relevant, dass die Schülerinnen und Schüler von der Einzel- zur Partnerarbeit zum Plenum voranschreiten, weil dadurch gewährleistet wird, dass sie sich selbst mit dem Thema auseinandersetzen (Think), rückversichern können und so sprachliche wie inhaltliche Sicherheit erlangen (Pair) sowie richtige und wichtige Erkenntnisse für sich persönlich sichern (Share). Das simulierte Gespräch zwischen Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber und Auszubildender bzw. Auszubildendem sowie die formale Mail sollen dabei möglichst realistisch wirken, um die Schülerinnen und Schüler durch den Lebensweltbezug zu motivieren und ihnen konkrete Hilfen an die Hand zu geben, falls sie sich tatsächlich für solch einen Auslandsaufenthalt entscheiden. Das Kugellager trägt seinen Teil dazu bei, indem die Schülerinnen und Schüler mögliche Diskussionen mit Familie, Freunden und Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber proben, indem sie in zwei Kreisen immer zu zweit einander gegenübersitzen und etwa 1-2 Minuten pro These mit einem Partner bzw. einer Partnerin über eben diese diskutieren. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten auseinander: débuter dans le monde du travail choisir ses études et son métier faire fâce aux défis professionnels Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können … Daten und Informationen recherchieren, nennen und bewerten. Textproduktion Die Schülerinnen und Schüler können … Schreibprozesse selbstständig planen, umsetzen und reflektieren. Texte in formeller oder persönlich-informeller Sprache verfassen unter Beachtung der wesentlichen Konventionen der jeweiligen Textsorten. Sprechen – an Gesprächen teilnehmen Die Schülerinnen und Schüler können … verbale und nicht-verbale Gesprächskonventionen situationsangemessen anwenden, um zum Beispiel ein Gespräch oder eine Diskussion zu eröffnen. auf Aussagen anderer Sprecher/innen eingehen, sich auf Gesprächspartner/innen einstellen und ein Gespräch beenden. zu aktuell bedeutsamen Sachverhalten in Gesprächen oder Diskussionen Stellung nehmen. Textrezeption / Lesen Die Schülerinnen und Schüler können … komplexe authentische Texte im Sinne eines erweiterten Textbegriffs (nicht-fiktionale Texte, Hörsehtexte) erschließen. die Hauptaussagen und deren unterstützende sprachliche und/oder inhaltliche Einzelinformationen erfassen. Sprachmittlung Die Schülerinnen und Schüler können … wesentliche Inhalte authentischer mündlicher oder schriftlicher Texte, auch zu weniger vertrauten Themen, in der jeweils anderen Sprache sowohl schriftlich als auch mündlich adressatengerecht und situationsangemessen für einen bestimmten Zweck wiedergeben.

  • Französisch
  • Sekundarstufe II

E-Partizipation beim "Kölner Bürgerhaushalt"

Video

Das Unterrichtsmaterial erklärt in kurzen Videos, wie die Stadt Köln seinen Bürgerinnen und Bürgern ein Online-Werkzeug an die Hand gibt, mit dem sie die Ausgabenpolitik der Stadt mitgestalten können. Das Internet bietet neue Möglichkeiten in der Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern und den politischen Institutionen. Mit dem Online-Werkzeug "Kölner Bürgerhaushalt" ist es den Einwohnerinnen und Einwohnern möglich, selbst Vorschläge und Ideen einzureichen. Die beliebtesten Vorschläge können es bis in den Haushalt der Stadt schaffen. Damit haben die Bürgerinnen und Bürger ein Instrument, selbst Einfluss zu nehmen. Die Stadt will so ein "Stadtgespräch" initiieren und kann sich ein besseres Bild von den Bedürfnissen der Bevölkerung machen. Die Videos lassen sich als Material und Anregung für eigene Unterrichtsideen im Politikunterricht nutzen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen neue Formen der Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Politik kennen. diskutieren Vor- und Nachteile einer Bürgerbeteiligung im Internet. setzen sich mit neuen Möglichkeiten der direkten Demokratie auseinander. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten Informationen aus kurzen Videos heraus. setzen sich kritisch mit den gezeigten Statements auseinander. Das Video erklärt, was ein Bürgerhaushalt ist und was er mit E-Demokratie zu tun hat. Das Video fragt, zu welchen Themen der Bürgerhaushalt genutzt wird und ob er zu einer dauerhaften Einrichtung werden soll. Das Video fragt, ob der Bürgerhaushalt die Demokratie verändert und direkter macht und wie stark sich die Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Das Video stellt die Frage nach der Übertragbarkeit des Modells auf Länder- und Bundesebene. Das Video stellt die Frage nach Vor- und Nachteilen einer Bürgerbeteiligung per Internet. Das Video fragt den Experten nach seinem Verständnis einer E-Demokratie.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
Produktbild Allgemein Wtfake

Planspiel "What the Fake?! Digitalpolitik in der EU"

Interaktives
95,00 €

In diesem Planspiel geht es um den Umgang der Europäischen Union mit Desinformation und Hate Speech im Internet. Beides verbreitet sich schnell, wird aber selten bestraft. Doch wer trägt die Verantwortung: Plattformen, Nutzende oder der Staat? Im Rat der Europäischen Union verhandeln die Mitgliedstaaten dazu einen Entwurf mit zwei Artikeln, jedes Land hat eine Stimme. Diese interaktive Unterrichtseinheit macht Schülerinnen und Schüler ab der zehnten Klasse mit den Herausforderungen der europäischen Digitalpolitik vertraut. Im Planspiel übernehmen die Teilnehmenden die Rollen von Ministerinnen, Ministern oder Staatssekretärinnen und -sekretären und simulieren eine Entscheidung im Rat der Europäischen Union. Sie verhandeln über Maßnahmen gegen Fake News und Hate Speech, diskutieren Verantwortlichkeiten von Plattformen, Nutzerinnen und Nutzern sowie staatlichen Stellen und erleben hautnah die Komplexität politischer Entscheidungsprozesse in einer digitalisierten Gesellschaft. Das Material ist so angelegt, dass es unmittelbar im Unterricht eingesetzt werden kann und neben Fachwissen über digitale Regulierung auch Kompetenzen in den Bereichen Argumentation, Kooperation und kritisches Denken stärkt. Das Paket umfasst: • Spielkonzept: Detailliertes Szenario mit Rollenprofilen, Entscheidungsartikeln und Verhandlungsoptionen. • Digitale Plattform mit Delegationsräumen, Nachrichtenfunktionen, Abstimmungstools und Glossar. • Zwei Sprachversionen: Deutsch und Englisch (B1/B1+), inklusive vereinfachter Sprachvariante und Vokabelliste zur Förderung der Fremdsprachenkompetenz. • Unterstützende Materialien: Eine detaillierte Handreichung mit Ablaufplan, methodischen Hinweisen und Präsentationsunterstützung; eine PowerPoint-Präsentation zur Einführung; Namens- und Tischschilder als Druckvorlage Dies wird über die Plattform Senaryon der Firma planpolitik ermöglicht. Senaryon führt Ihre Teilnehmenden dabei weitestgehend selbstständig durch die Spiele und nimmt Ihnen somit einen Großteil der Arbeit ab. Weitere Materialien müssen Sie nicht vorbereiten. Die Spiele werden hybrid vor Ort durchgeführt – Ihre Teilnehmenden brauchen nur ein digitales Endgerät (Tablet, Laptop oder Smartphone). Der Moderationsbereich hilft Ihnen dabei, alles Wichtige im Blick zu behalten und das Spiel zu steuern – auch ohne vorherige Schulung. Die Reflexion und Evaluierung der Spiele geschieht ebenfalls auf Senaryon. Mit "What the Fake?!" werden Lernende befähigt, die politischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Dimensionen von Fake News und Hate Speech zu verstehen, eigene Positionen zu entwickeln und diese im politischen Diskurs zu vertreten. Fördern Sie Medienkompetenz, Sprachpraxis und demokratische Handlungskompetenzen Ihrer Schülerinnen und Schüler – praxisnah, interaktiv und motivierend.

  • Berufsvorbereitung /Berufsalltag / Arbeitsrecht
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Büchner: Woyzeck

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zu Georg Büchners Drama "Woyzeck" erleichtern Methoden der kreativen Textanalyse und die Online-Recherche zu Autor und Werk das Textverständnis.Georg Büchners "Woyzeck" ist ein Text, der Schülerinnen und Schülern trotz seiner Kürze ungeheuer sperrig erscheint. Nicht selten lautet der einzige Kommentar nach dem ersten Lesen: "Was soll denn das? Ich versteh' kein Wort!" Gleichzeitig ist es ein Text, der herausfordert, zur Auseinandersetzung reizt und bei dem alle Kursmitglieder die Möglichkeit haben, allmählich ein eingehendes Textverständnis zu entwickeln, wenn sie den Text analysieren und ihr Wissen über den zeitgenössischen Hintergrund und die Gattung Drama einbeziehen. Kognitiver und emotionaler Zugang Im Mittelpunkt der Unterrichtsreihe steht die möglichst selbstständige Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit dem Drama. Dabei geht es sowohl um die Erarbeitung wesentlicher Inhalte und Konstellationen im Text als auch um seine Einordnung in den historischen Kontext. Um eine Annäherung an das Stück zu erleichtern, kommen verstärkt produktionsorientierte Verfahren zum Einsatz, die neben der rein kognitiven Auseinandersetzung einen emotionalen Zugang ermöglichen. Digitale Medien nutzen Dem Internet kommt dabei als Recherchemedium eine wichtige Rolle zu. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Fähigkeit erweitern, sich zielgerichtet zu informieren. Diese Recherche geschieht teils vorstrukturiert, teils frei. Des Weiteren nutzt der Kurs das im Internet vorhandene Angebot frei zugänglicher Textsammlungen, um eine "Neuausgabe" des Dramas (per Textpuzzle) zu erstellen. Personenkonstellationen im Drama Textarbeit mit Regieanweisungen und Rollenbiographien Büchner und seine Zeit Textanalyse unter Einbeziehung der historischen und biographischen Hintergründe Ursachenforschung: Mord und Motiv Das Leitmotiv Armut und die Sprache der Figuren Sprache und Drama Eine "Neuausgabe" mit digitaler Technik Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nähern sich durch eigene Aktivitäten dem Text an. geben Inhalte und Personenkonstellationen des Textes wieder und analysieren sie. lernen verschiedene handlungsorientierte Verfahren der Tetxanalyse kennen (Standbilder, Rollenbiographien). versetzen sich in einzelne Personen des Stückes hinein. nehmen die Perspektive eines Regisseurs ein und schreiben eigene Regieanweisungen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Internet als Recherchemedium, um Informationen zum historischen Hintergrund und zum Autor zu sammeln. lernen eine große Online-Textsammlung kennen und arbeiten mit ihr. nutzen ein Textverarbeitungsprogramm kreativ zur Herausgabe eines neuen Dramen-Textes (per Textpuzzle). präsentieren ihre Ergebnisse mit digitalen Folien (fakultativ). Erste Barrieren überwinden Die Schülerinnen und Schüler lassen sich unvorbereitet auf den Text ein. Sie formulieren erste Fragen und Eindrücke. Da viele von ihnen ähnliche Fragen und Verständnisschwierigkeiten haben, verlieren sie ihre Scheu, sich offen zu dem Drama zu äußern und sich mit ihm auseinander zu setzen. Fragen und Eindrücke sammeln Die Szene "Freies Feld. Die Stadt in der Ferne" wird gemeinsam laut mit verteilten Rollen gelesen. Anschließend halten die Schülerinnen und Schüler auf Karten in zwei verschiedenen Farben gut lesbar zum einen Fragen an den Text und zum anderen erste Eindrücke fest. Die Karten werden einzeln nach vorn gebracht, vorgelesen, gegebenenfalls erläutert und auf eine Stellwand gepinnt. Dort können sie im Verlauf der Unterrichtsreihe hängen bleiben, damit am Schluss nochmals der Bezug zu ihnen möglich ist. An die Vorstellung der Karten schließt sich ein von den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gesteuertes Gespräch über den Inhalt der Karten an. Erste allgemeine Lektüre Die Klasse bekommt die allgemeine Aufgabe, das Stück zu lesen und nach dem eigenen System Wichtiges, Unverständliches und andere Auffälligkeiten zu markieren. Im weiteren Verlauf der Reihe werden diese Punkte aufgegriffen, erklärt oder diskutiert. Erschließende Fragen entwickeln Die Schülerinnen und Schüler betrachten die zentrale Szene des Stückes ("Abend. Die Stadt in der Ferne") näher. Sie werden sich der dichten Atmosphäre dieser Szene bewusst und entwickeln von ihr ausgehend Fragestellungen, die ihnen helfen, das Stück zu erschließen. Die Klasse liest mit verteilten Rollen, äußert Eindrücke, stellt Fragen und beantwortet sie. In Arbeitsgruppen bekommt die Klasse den Auftrag, Regieanweisungen zu der Szene zu verfassen (siehe Arbeitsblatt 1). Die Regieanweisungen werden im Folgenden vorgestellt und verglichen. In der nachfolgenden Diskussion kann auch die Bedeutung einzelner Anweisungen - wie zum Beispiel der Punkt, ob und wo Woyzeck und Marie sich hinsetzen, ob sie sich berühren oder nicht - zu einer fruchtbaren Auseinandersetzung mit zentralen Punkten des Textes führen. Im anschließenden Unterrichtsgespräch wird die Frage erörtert, warum es zu dem Mord kommt; wichtige Aspekte werden an der Tafel festgehalten. Mögliche Stichworte wie "Eifersucht" oder "Wahnsinn" führen direkt zu zentralen Aspekten und Szenen, die in den folgenden Stunden Thema sein werden. Hausaufgabe zur Stunde Die Personen Marie, Magreth, Hauptmann, Tambourmajor, Andres, Karl und Doctor werden an die Schülerinnen und Schüler verteilt mit der Aufgabe, eine Rollenbiographie zu verfassen (siehe Arbeitsblatt 2). Rollen- und Perspektivenwechsel Die Schülerinnen und Schüler tragen ihre Hausaufgabe vor, indem sie in die Rolle einer Person des Stückes schlüpfen und sich aus dieser Perspektive vorstellen. Der Rest der Lerngruppe erhält jeweils Gelegenheit, Fragen an die Person zu stellen. Natürlich sollte im Anschluss das Feedback zu der erstellten Rollenbiographie nicht zu kurz kommen. Nachdem die wesentlichen Personen bekannt sind und eine erste Reflexion über sie stattgefunden hat, geht es im zweiten Schritt darum, die Beziehungen zwischen den Personen, die teilweise in den Rollenbiographien angesprochen wurden, darzustellen. Das kann zum Beispiel in einer arbeitsgleichen Kleingruppenarbeit geschehen. Jeweils vier bis fünf Personen erhalten etwa folgende Arbeitsanweisung: Erstellen Sie eine grafische Darstellung der Beziehungen zwischen den Personen im "Woyzeck". Achten Sie dabei darauf, wer mit wem überhaupt in Beziehung steht und welcher Art diese ist. Halten Sie Ihr Arbeitsergebnis in möglichst übersichtlicher Form auf einer Folie fest. Ein Soziogramm entsteht Zu erwarten sind Ergebnisse in Form eines Soziogramms, oftmals mit Woyzeck als Zentrum. Bei der Besprechung kann dies genutzt werden, um das Fragmentarische des Dramas anzusprechen. Woyzeck ist dabei das verbindende Glied. Der Vorteil einer digitalen Präsentation ist, dass durch die Animation verschiedene Entwicklungsstufen deutlich gemacht werden können. Aber auch die traditionelle Folie ist möglich, wobei gegebenenfalls verschiedene Folien übereinander gelegt werden. Hausaufgabe: Vorbereitende Recherche Als Hausaufgabe erhält der Kurs eine geleitete Rechercheaufgabe: "Wie sah die politische und soziale Lage im Deutschen Bund um 1830 aus?" (siehe Arbeitsblatt 3). Ihre Ergebnisse sollen die Schülerinnen und Schüler frei in einem Kurzvortrag präsentieren. Alternativ kann dieses Thema als Referatsthema vergeben werden. Dann sollte zusätzlich ein Schwerpunkt auf die Heimat Büchners (Hessen) gelegt werden. Zentrale Phänomene der Zeit um 1830 Die Schülerinnen und Schüler stellen ihre Ergebnisse zum historischen Hintergrund des "Woyzeck" vor. Aus dem Vorgetragenen wird ein Tafelbild erstellt zu Stichworten wie Armut, Unterdrückung, fehlender Zentralstaat und so weiter. Natürlich muss dies in der Kürze der Zeit recht oberflächlich geschehen. Als Quelle erhält die Klasse den Steckbrief, mit dem Büchner ab 1835 gesucht wurde. Er veranschaulicht die politische Lage und die Position, die Büchner dazu bezog. Freie Online-Recherche Die Schülerinnen und Schüler machen sich mit der Person des Autors vertraut, indem sie anhand eines Fragebogens (Arbeitsblatt 4) Fakten zu seinem Leben recherchieren. Manche Detailfragen dienen dazu, dass die Schülerinnen und Schüler verschiedene Quellen suchen und genau lesen. Das Angebot zu Büchner im Internet ist groß. Eine freie Recherche ist daher möglich, in jedem Fall aber sollten die Schülerinnen und Schüler ihre Online-Quellen angeben und sie anschließend im Unterricht besprechen. Allgemeine Nachschlagewerke wie die Online-Textdatenbank Gutenberg oder x-libris sollten sie notieren, damit sie darauf bei späteren Recherchen zu anderen Autoren oder Werken zurückgreifen können. Informationsquellen vergleichen und überprüfen Generell sollte den Schülerinnen und Schülern bewusst sein, dass die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia eine immense Informationsfülle bietet, die Qualität einer Quelle aber immer besser an weiteren Quellen gemessen werden sollte. Webseiten wie die eines Fachwissenschaftlers bieten eine andere Verlässlichkeit als die eines Referates oder einer Facharbeit, auf die man im Internet bei Standardthemen wie dem "Woyzeck" schnell stößt - und die zum Teil nur kostenpflichtig als Download zur Verfügung stehen. Was die Nachwelt erinnern sollte ... Anschließend wird die letzte Frage des Recherchebogens diskutiert: "Was hätte Büchner sich wohl gewünscht, dass die Nachwelt über ihn weiß?" Hier sollten seine Leistungen in drei Bereichen - in der Medizin, in der Literatur und als Revolutionär - benannt werden. Schließlich lassen sich Verbindungen zwischen diesen drei Aspekten und dem "Woyzeck" herstellen, zum Beispiel bei dem im Stück beschriebenen Versuch der Erbsendiät. Vorbereitende Hausaufgabe Die Aufgabe zu dieser Stunde lautet: "Analysieren Sie die Szenen 4, 5, 8, 15, 17 unter der Fragestellung: Wie kommt Armut vor und welche Bedeutung hat sie in dem Stück?" Armut im Fokus Die Stunde wird eröffnet mit einer Blitzlichtrunde zum Thema "Woran denken Sie beim Thema Armut?", an die sich ein offenes Unterrichtsgespräch anschließt. Darauf folgt die Besprechung der Hausaufgaben. Bei Bedarf können einige Attribute der Armut an der Tafel gesammelt werden, wie zum Beispiel das "Stückchen Spiegel" (Szene "Kammer"). Bei der Frage nach der Bedeutung der Armut im Stück muss ihre zentrale Rolle herausgearbeitet werden. Insbesondere ist zu diskutieren, inwiefern sie als ein Mordmotiv gelten kann. Woyzeck - Hauptmann - Doktor Im Mittelpunkt der Stunde steht die Beziehung zwischen Woyzeck und dem Hauptmann beziehungsweise dem Doktor. In einem ersten Schritt bekommen die Schülerinnen und Schüler den Auftrag, zu einer Szene ein Standbild zu bauen (siehe Arbeitsblatt 5). Dazu wird die Lerngruppe in vier Gruppen eingeteilt, von denen je zwei denselben Arbeitsauftrag erhalten. Die Beschreibung und Interpretation der Standbilder ergibt bereits erste Aufschlüsse über das Verhältnis der Personen. Dabei sollten zunächst die Nicht-Beteiligten beschreiben, was sie gesehen haben, und dann die Spieler erklären, wie sie sich gefühlt und warum sie das Bild auf diese Weise gebaut haben. Im zweiten Schritt erfolgt die genauere Textarbeit, mit der die wahrscheinlich eher intuitive Darstellung in den Standbildern abgerundet wird. Vorbereitende Hausaufgabe Vorentlastend bearbeitet der Kurs die folgende Aufgabe: "Nehmen Sie sich noch einmal die Figur vor, über die Sie die Rollenbiographie geschrieben haben. Lesen Sie gründlich, was diese Person im Drama sagt und versuchen Sie ihre Sprache zu beschreiben." Die Schülerinnen und Schüler stellen in der Stunde dann vor, was sie zur Sprache ihrer Figur erarbeitet haben. Die gemeinsamen Merkmale werden an der Tafel gesammelt: dialektale Anklänge, häufig kurze, unvollständige Sätze, die Figuren reden aneinander vorbei, Gebildete reden häufig in hohlen Phrasen und vieles mehr. Die Bedeutung dieses Befundes für das Drama wird im Unterrichtsgespräch erörtert. Vorbereitende Hausaufgabe Die Schülerinnen und Schüler bekommen einen Text, der die Typisierung von offenem und geschlossenem Drama erläutert, und bereiten ihn inhaltlich vor. (Ein solcher Text ist in der Woyzeck-Ausgabe aus dem Schöningh-Verlag enthalten, siehe "Externe Links" auf der Startseite dieser Unterrichtseinheit.) Offenes Drama und Fragment In arbeitsteiliger Gruppenarbeit werden die wesentlichen Merkmale der offenen beziehungsweise der geschlossenen Form auf einer Folie (in herkömmlicher Form oder mit PowerPoint) festgehalten. Sie werden nacheinander präsentiert, so dass sich ein Gesamtbild ergibt. Im Unterrichtsgespräch diskutiert die Gruppe die Zuordnung des "Woyzeck" zu diesen Idealtypen. Dabei wird sich herausstellen, dass er eindeutig der offenen Form zuzuordnen ist. Die Lehrkraft kann Informationen zum Fragmentcharakter und zu den verschiedenen Fassungen ergänzen. Dadurch wird klar, dass die in der Textausgabe vorgestellte zwar eine gut begründete, aber nicht unbedingt die "richtige" Fassung des Stückes ist. Das bereitet die kommende Stunde vor, in der die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Dramen-Fassung erstellen sollen, allerdings beschränkt auf die in der Lesefassung enthaltenen Szenen. Grundlage dafür ist die Online-Fassung des Textes im Gutenberg-Projekt. Gutenberg.spiegel.de: Woyzeck Der Online-Text stimmt mit einer Verfilmung überein, in der Klaus Kinski die Hauptrolle spielte. Schülerinnen und Schüler als Herausgeber Gegenüber den gängigen Textausgaben enthält die Fassung des Gutenberg-Projekts eine veränderte Reihenfolge, die im Übrigen als philologisch überholt gilt. Das erleichtert den Einstieg in diese für Schülerinnen und Schüler ungewohnte Aufgabe. Die Arbeit am Computer bietet den Vorteil, dass die Szenen "real" mit wenig Aufwand verschoben werden können. Würde diese Aufgabe ausgehend von der Printform gestellt, fiele es deutlich schwerer, die Wirkung der vorgenommenen Veränderungen einzuschätzen, denn der Text ist in der veränderten Version nicht sofort einsehbar. Die Aufgabenstellung für den Kurs lautet: "Laden Sie sich die Gutenberg-Fassung des Dramas - am besten in der Druckversion - in eine Word-Datei herunter. Setzen Sie für eine bessere Übersichtlichkeit Seitenumbrüche, so dass jede Szene auf einer eigenen Seite anfängt. Erstellen Sie durch das Verschieben der Szenen Ihre eigene Fassung und eine Übersicht über dieselbe. Begründen Sie Ihre Änderungen." Ergebnisdiskussion auf dem Marktplatz Die Schülerinnen und Schüler haben in Form eines Marktplatzes Gelegenheit, ihre Arbeitsergebnisse zu präsentieren und die der anderen kennen zu lernen. Anschließend werden in einem offenen Gespräch die Erfahrungen bei der Erstellung der eigenen Textfassung und die Einschätzung der verschiedenen "Neuausgaben" zur Sprache gebracht. Dabei kommt sicherlich eine Diskussion über das Für und Wider einzelner Fassungen auf, die sich hervorragend eignet, um noch einmal ins Zentrum des Dramas vorzustoßen, zentrale Aspekte zu wiederholen beziehungsweise in neuem Licht zu betrachten.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Sekundarstufe I

Nicht alles, was geht, geht: das Handy

Unterrichtseinheit

Das Handy bietet unzählige Möglichkeiten, aber auch diverse Risiken, die in dieser Unterrichtseinheit thematisiert werden. Anhand einer produktionsorientiert angelegten Auseinandersetzung mit Fallbeispielen sollen die Schülerinnen und Schüler Recht und Unrecht und dabei vor allem den korrekten Umgang mit der Handykamera und Bluetooth-Funktionalitäten erkennen.Den Schülerinnen und Schülern soll klar werden, in welchen Fällen mit dem Handy teilweise aus Unwissenheit, teilweise auch mit Vorsatz im schlimmsten Fall sogar strafrechtlich relevante Verstöße begangen werden. Gearbeitet wird im Unterricht mit Fallbeispielen, die auf die zentralen Problembereiche der Handynutzung eingehen, wie zum Beispiel "Happy-Slapping" oder die Weiterverbreitung peinlicher Fotos und Filmszenen. Fachbezug Deutsch Im Sinne der Forderungen des Kerncurriculums Deutsch der Haupt- und Realschule (beispielsweise in Niedersachsen) erweitern die Schülerinnen und Schüler in dieser Unterrichtseinheit ihre Medienkompetenz. Darüber hinaus nutzen sie - wie für die Schuljahrgänge 5 und 6 sowie 7 und 8 gefordert - Formen des produktiven Textumgangs beziehungsweise verwenden produktive Verfahren zur Deutung von Texten. Fachbezug Politik Im Sinne der Forderungen des Kerncurriculums Politik in Niedersachsen werden in dieser Unterrichtseinheit die Bereiche "Normative Grundlagen" und "Konflikte" aus dem für die Schuljahrgänge 7 und 8 verbindlichen Themenfeld "Zusammenleben in der demokratischen Gesellschaft" aufgegriffen. Ablauf der Unterrichtseinheit Einstieg in die Unterrichtseinheit Hier werden zwei Möglichkeiten des Einstiegs in die Unterrichtseinheit vorgestellt. Wahlweise kann ein Unterrichtsgespräch oder eine Gruppenarbeit als Einführung dienen. Erarbeitungsphasen In den Erarbeitungsphasen setzen sich die Lernenden mit Chancen und Risiken der Handynutzung sowie der missbräuchlichen Herstellung von Handyfilmen auseinander. Vertiefung und Auswertung In dieser Phase nehmen die Schülerinnen und Schüler die Perspektive der Beteiligten ein und hinterfragen kritisch das Verhalten der Täter. Sicherung und Festigung Die Lernenden wenden die gewonnenen Erkenntnisse auf die Fallbeispiele an und reflektieren das neu Gelernte. Die Schülerinnen und Schüler betrachten Medienprodukte kritisch und tauschen sich darüber aus. setzen sich produktiv mit Texten auseinander. beschäftigen sich mit dem Zusammenleben und möglichen Konflikten in der demokratischen und medial bestimmten Gesellschaft. Der Einstieg mithilfe des auf der Tafel oder Folie präsentierten Zitats "Ohne mein ... könnte ich nicht leben!" soll die Schülerinnen und Schüler zum Thema der Stunde führen und ihnen zugleich aufzeigen, welche große Bedeutung dem Handy in ihrem alltäglichen Leben zukommt. Am Ende dieses Einstiegs sollte die Überschrift "Das Handy" für den Rest der Stunde an der Tafel stehen. Erstellen von Partnerinterviews Sollte insgesamt mehr als eine Doppelstunde Zeit zur Verfügung stehen, bieten sich ergänzend oder alternativ zum Einstieg Partnerinterviews an. Dies dient dazu, den Schülerinnen und Schülern eine freie und ungezwungene Einführung in die Stundenthematik zu ermöglichen. Sie werden sich über die gestellten Fragen darüber bewusst, dass das Handy aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken ist und eine Schlüsselrolle im Rahmen der jugendlichen Lebenswelt einnimmt. Für die Interviews werden zunächst die drei Interview-Fragen an die Tafel geschrieben: "Seit wann hast Du ein eigenes Handy?", "Was machst Du am liebsten mit Deinem Handy?" und "Hast du dich schon mal über dein Handy geärgert?". Während der Interviews machen sich die Lernenden Notizen für eine nachfolgende Präsentation der Interview-Ergebnisse. Präsentation der Interview-Ergebnisse Anschließend stellen einzelne Schülerinnen und Schüler ihre Interviews vor. Nach zwei bis drei Interview-Vorstellungen sollten nur noch ergänzende oder andersartige Beiträge zur zweiten und dritten Frage präsentiert werden. Während der Präsentationen sollten Rückfragen der Schülerinnen und Schüler zugelassen werden, zum Beispiel Fragen nach Gründen. Nach diesem alternativen Einstieg kann direkt zur zweiten Frage der folgenden Erarbeitung übergeleitet werden. Spontane Äußerungen zu Aspekten der Handynutzung In dieser ersten Erarbeitung soll den Schülerinnen und Schülern deutlich werden, dass das Handy ein tolles Multifunktionsgerät ist, welches zahlreiche Funktionen und damit Chancen bietet, das aber auch etliche Probleme mit sich bringt. Dafür bietet es sich an, dass die Schülerinnen und Schüler zunächst spontane Äußerungen zu positiven und negativen Aspekten des Handys machen, indem sie auf die Frage "Warum ist das Handy für euch so wichtig?" und anschließend auf die Frage "Wenn das Handy für euch so wichtig ist, warum darf es dann in der Schule nicht oder nur sehr eingeschränkt benutzt werden?" reagieren. Bei der zweiten Frage wäre es gut, wenn ein direkter Bezug zur jeweiligen Schulordnung hergestellt würde. Vertiefende Gruppenarbeit Diese ersten spontanen Äußerungen leiten die anschließende Gruppenarbeit ein, bei der die Schülerinnen und Schüler in Gruppen Plakate erstellen, auf welchen sie positive und negative Aspekte der Handynutzung tabellarisch gegenüberstellen. Alternativ können die Ergebnisse dieser Gruppenarbeit auch auf Folie festgehalten werden, würden dann jedoch nicht dauerhaft präsent bleiben können. Ein oder zwei der entstandenen Plakate werden im Anschluss an die Gruppenarbeit vorgestellt. Spätestens nach der zweiten Gruppe sollte nur noch ergänzend präsentiert werden. Kritische Gedanken als Übergang zur nächsten Phase Vermutlich werden in dieser Phase noch keine kritischen Gedanken bezüglich des missbräuchlichen Erstellens und Weiterleitens von Bild- und Filmmaterial angeführt. Sollten diese dennoch erfolgen, können sie als Aspekte als Überleitung zur folgenden Phase verwendet werden. Fallbeispiele lesen und einschätzen In dieser Phase sollen sich die Lernenden individuell in Fallbeispiele aus ihrer Lebenswelt einlesen, bei denen Jugendliche mit dem Handy missbräuchlich Filme herstellen, an deren Erstellung mitwirken oder Filme anderer weiterleiten. Dazu erhalten alle Schülerinnen und Schüler eine Kopie von vier Fallbeispielen (Arbeitsblatt MS1). Nach einem ersten Lesen sollen die Lernenden spontan in einer Tabelle (Arbeitsblatt MS2 oben) festhalten, wie problematisch sie das Verhalten der Filmenden beziehungsweise Filme-Verbreitenden finden, und diese Einschätzungen je nach zur Verfügung stehender Zeit auch begründen. Kein Bewusstsein für strafrechtliche Relevanz zu erwarten Zu erwarten ist, dass den Schülerinnen und Schülern die Tragweite und die strafrechtliche Relevanz in den einzelnen Fällen nicht bewusst sind und sie deshalb die Schwere der Vergehen zu gering einschätzen. Diese erste Einschätzung soll die Vorkenntnisse festhalten und es ermöglichen, in der späteren Sicherungsphase die im weiteren Verlauf gewonnenen Erkenntnisse und damit den Lernerfolg zu verdeutlichen. Zeitsparendes, arbeitsteiliges Lesen als Variante Um diese und die beiden folgenden Phasen zu verkürzen, könnte das erste Fallbeispiel weggelassen werden. Gegen ein eventuell zeitsparendes, arbeitsteiliges Lesen und anschließendes Vorstellen der Fallbeispiele spricht hingegen, dass eine derartige Vorstellung automatisch subjektiv gefärbt ist und dabei gerade auf Grund einer möglicherweise eintretenden Verharmlosung entscheidende Details verloren gehen können. Somit könnten sich nicht mehr alle Beteiligten auf Grundlage derselben Fakten ein eigenes Bild von den Situationen machen. Perspektive der Beteiligten einnehmen In dieser Phase sollen die Lernenden die Perspektive einer Opfer- oder Täterfigur einnehmen, um sich die verletzten Gefühle und die empfundene Machtlosigkeit aufseiten der Opfer sowie die niederen Beweggründe und das Unrechtsbewusstsein beim Handeln der Täter bewusst zu machen. Dafür bietet sich das Schreiben innerer Monologe an, in denen die Schülerinnen und Schüler Gedanken und Gefühle während beziehungsweise nach der Tat (Ängste, Motive und so weiter) in der Ich-Perspektive versprachlichen. Bei diesem handlungs- und produktionsorientierten Schreiben liegt der besondere Anspruch darin, sich in die jeweilige literarische Figur hineinzuversetzen und einen Text zu produzieren, der mit den zuvor erschlossenen Informationen stimmig ist. Einzel- oder Partnerarbeit Beim Schreiben der inneren Monologe kann sich je nach Lerngruppe eine individuelle Einzelarbeit oder eine bereichernde Partnerarbeit anbieten. Es ist wichtig, dass zu jeder Figur mindestens ein innerer Monolog entsteht, um im weiteren Verlauf die konträren Emotionen in den unterschiedlich gelagerten Fallbeispielen abbilden und weiter vertiefen zu können. Bei der Verteilung der Rollen sollte darauf geachtet werden, dass damit nicht individuell problematische gruppenspezifische Strukturen aufgegriffen und verstärkt werden. Unrechtsbewusstsein stärken In dieser Phase sollen die in der vorherigen arbeitsteiligen Phase gewonnenen Einblicke in die Gefühle und Gedanken der einzelnen Opfer- und Täterrollen allen Schülerinnen und Schülern bewusst gemacht werden. Das jeweilige Verhalten der Täter wird kritisch hinterfragt und bewertet. Insbesondere sollen hier das Unrechtsbewusstsein gestärkt sowie die zuvor vermutlich unterschätzte Tragweite und Schwere der Taten der Filmenden und der Filme-Verbreitenden erkannt werden. Präsentation der inneren Monologe Um alle auf einen gemeinsamen Kenntnisstand zu bringen, treten zunächst die zwei oder drei an einem Fallbeispiel beteiligten Figuren vor die Klasse und präsentieren nacheinander ihre inneren Monologe. Im Sinne des zu erreichenden Ziels sollten die inneren Monologe der jeweils Filmenden beziehungsweise der Filme-Verbreitenden zuletzt präsentiert werden. Zugunsten einer kohärenten Präsentation sollte zu jeder Figur nur ein innerer Monolog vorgestellt werden. Im Rahmen der sechs folgenden Besprechungen können weitere, bisher noch nicht angeführte Aspekte eingebracht und gewürdigt werden. Vertiefung der Einzelfälle Um eine intensive Auseinandersetzung mit den einzelnen Fallbeispielen zu gewährleisten, sollte jedes einzelne direkt im Anschluss an dessen Präsentation kommentiert und weiter vertieft werden, bevor das nächste Fallbeispiel angesprochen wird. Zunächst werden dabei die zwei oder drei vorgestellten inneren Monologe gewürdigt und kommentiert. Hierbei muss insbesondere überprüft werden, ob der produktive Umgang mit der Textgrundlage gelungen ist, das heißt ob die inneren Monologe mit den Informationen aus den Fallbeispielen stimmig sind und die Darstellung der Beweggründe und Gefühle vor dem Hintergrund der jeweiligen Situation überzeugen können, wobei hier auch mögliche Ergänzungs- oder Verbesserungsvorschläge gemacht werden könnten. Die jeweils präsentierenden Schülerinnen und Schüler berichten anschließend (je nach Gruppenzusammensetzung vielleicht auf freiwilliger Basis) kurz über ihre Gefühle bei der Rollenübernahme. Dies kann zu einer Verstärkung der Wirkung des Dargestellten beitragen. Bewertung des Täterverhaltens Wenn daraufhin sichergestellt ist, dass allen Schülerinnen und Schülern in dem jeweils präsentierten Fallbeispiel die Schwere der seelischen Verletzungen aufseiten der Opferfiguren beziehungsweise das Ausmaß des Einflusses der Handykamera auf die Taten bewusst ist, kann darauf aufbauend eine Bewertung des Verhaltens der Filmenden oder Filme-Verbreitenden eingeleitet werden. Schließlich nehmen alle Schülerinnen und Schüler (auch die Präsentierenden) Stellung zum Verhalten dieser zuletzt genannten Figuren, indem sie auf die folgenden Fragen reagieren: "Warum hat sich Tobi/Laura/Lea/Anne so verhalten?" und "Wie schlimm findet ihr das Verhalten von Tobi/Laura/Lea/Anne?". Bewusstsein über unrechtes Verhalten Am Ende der jeweiligen Stellungnahme zu einem Fallbeispiel sollte den Schülerinnen und Schüler deutlich geworden sein, dass es sich jeweils um niedere Motive aufseiten der Filmenden beziehungsweise der Filme-Verbreitenden handelt und dass diese sich ihres unrechten Verhaltens sowie der Tragweite ihrer Taten nicht ausreichend bewusst sind. Damit müsste das eingangs für diese Phase formulierte Ziel erreicht sein. Erneute Einschätzungen In dieser Phase sollen die Schülerinnen und Schüler die neu gewonnenen Erkenntnisse zu den Fallbeispielen anwenden und sichern sowie über die rechtliche Situation in diesen Zusammenhängen informiert werden. Zunächst wenden sie ihre Erkenntnisse an, indem sie die Fallbeispiele (siehe Erarbeitung I) auf Basis der veränderten Kenntnislage auf dem Arbeitsblatt erneut einschätzen. Zu erwarten ist, dass sie die jeweiligen Taten nun als problematischer einstufen. Veränderungen in den Einschätzungen im Plenum vorstellen Nachfolgend sollten die Schülerinnen und Schüler im Plenum über Veränderungen in ihren Einschätzungen berichten. Sollte sich zeigen, dass sie die Schwere der Vergehen weiterhin unterschätzen, muss dies spätestens nach dem folgenden Vortrag über die strafrechtliche Situation angesprochen und angepasst werden, damit sichergestellt ist, dass sich bei allen eine angemessene Einschätzung als Sicherung auf dem Arbeitsblatt befindet. Lehrervortrag zur rechtlichen Situation Damit deutlich wird, dass es sich dabei nicht nur um moralisch verwerfliche Handlungen, sondern um Straftaten handelt, die schwere Sanktionen nach sich ziehen können, werden die Schülerinnen und Schüler über einen Lehrervortrag darüber informiert, dass es sich in allen Fällen aufseiten der Filmenden beziehungsweise Filme? Verbreitenden um Straftaten handelt. Gegebenenfalls kann zuvor eine spontane Einschätzung der Lernenden bezüglich der strafrechtlichen Relevanz eingeholt werden. Bei der Darstellung der rechtlichen Situation sollte besonderes Gewicht auf die Rechte des Opfers gelegt werden, da diese den Jugendlichen vermutlich nicht ausreichend bekannt sind, aber eine wesentliche Stärkung der Position des Opfers bedeutet. Weiterführend bietet sich hier die Frage danach an, wie sich die Opfer in den jeweiligen Fallbeispielen verhalten könnten oder sollten. Anwendung des neu Gelernten Diese Phase dient der Anwendung und Festigung des neu Gelernten. Die Lernenden kreuzen in einer vorbereiteten Tabelle an, ob die jeweiligen Handlungen erlaubt oder verboten sind. Anschließend werden die Ergebnisse verglichen und eventuell korrigiert, was mit Unterstützung einer Lösungsschablone auf Folie oder Papier erfolgen kann. Bedienungsanleitung zum Umgang mit dem Handy Die Aufgabe kann auch als Hausaufgabe vergeben werden. Alternativ wäre es auch möglich, in einer Folgestunde oder als Hausaufgabe daraus eine Art Bedienungsanleitung zum Umgang mit dem Handy im Zusammenhang mit Bild? und Filmmaterial zu erstellen, die als gegenüberstellende Tabelle "Erlaubt - Verboten" auf Plakate übertragen und dauerhaft präsent bleiben könnte. In der Schlussphase soll das neu Gelernte herausgestellt und reflektiert werden. Bei verbleibender Unterrichtszeit könnte abschließend thematisiert werden, was man als Unbeteiligte oder Unbeteiligter in Fällen mit entsprechend missbräuchlichem Umgang mit Bild? und Filmmaterial tun kann (zum Beispiel die Opfer stärken, über ihre Rechte informieren, Lehrkräfte oder andere Erwachsene einschalten).

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Technik / Sache & Technik / Informationstechnik / Pädagogik / Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I

Cybermobbing: Stress und Ärger in sozialen Netzwerken

Unterrichtseinheit

In sozialen Netzwerken eskalieren Diskussionen zwischen Heranwachsenden unter Umständen mit weitreichenden Folgen für den Schulalltag. Hierbei ist häufig von Cybermobbing die Rede. In dieser Unterrichtseinheit setzen sich die Lernenden mit dem Thema Mobbing im Netz auseinander. Im Zentrum steht dabei eine produktionsorientiert angelegte Auseinandersetzung mit einem Fallbeispiel, bei dem sie insbesondere erarbeiten, wie sich Nutzerinnen und Nutzer in Mobbingfällen verhalten können und welche Rolle die Klassengemeinschaft dabei im Internet spielt. Je nach Variation und Klassenstufe kann hier eine Wandzeitung entstehen, um problematische Mechanismen im Internet und Gegenstrategien zu veranschaulichen und nachhaltig deutlich zu machen. Fachbezug Deutsch Im Sinne der Forderungen des Kerncurriculums Deutsch der Haupt- und Realschule erweitern die Schülerinnen und Schüler in dieser Unterrichtseinheit ihre Medienkompetenz, indem sie sich kritisch mit Medien auseinandersetzen. Entsprechend verwenden die Lernenden im Sinne der Forderungen des Kerncurriculums Deutsch für die Schuljahrgänge 7 und 8 der Haupt- und Realschule produktive Verfahren zur Deutung von Texten. Evangelische Religion Im Sinne der Forderungen des Kerncurriculums evangelische Religion für die Schuljahrgänge 7 und 8 der Haupt- und Realschule erkennen die Schülerinnen und Schüler in der folgenden Unterrichtseinheit die "Bedeutung von Verantwortungsbewusstsein, Solidarität und Konfliktfähigkeit", indem sie sich mit Folgen von entsprechenden "Fehlentwicklungen" auseinandersetzen. Fachbezug Politik Im Sinne der Forderungen des Kerncurriculums Politik der Haupt- und Realschule werden in dieser Unterrichtseinheit die Bereiche "Normative Grundlagen" und "Konflikte" aus dem für die Schuljahrgänge 7 und 8 verbindlichen Themenfeld "Zusammenleben in der demokratischen Gesellschaft" behandelt. Ablauf der Unterrichtseinheit Einstieg und Erarbeitungsphase I Die Schülerinnen und Schüler werden auf das Thema Cybermobbing eingestimmt und erarbeiten Definitionen für die Begriffe Mobbing und Cybermobbing. Erarbeitungsphase II Die Lernenden denken sich in ein fiktives Fallbeispiel hinein, in dem ein Mädchen sich fälschlicherweise als Cybermobbing-Opfer fühlt. Vertiefungsphasen I und II In dieser Phase machen sich die Lernenden bewusst, dass Konflikte nicht über das Internet ausgetragen werden sollten. Vertiefungsphase III und Schluss In diesem Abschnitt wird ein direkter Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler hergestellt. Das neu Gelernte wird herausgestellt und reflektiert. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich insbesondere mit Grenzsituationen zwischen unbedachtem und gezieltem, boshaftem Bloßstellen auseinandersetzen. die Tragweite ihres Handels im Internet begreifen. erarbeiten, wie sich Nutzerinnen und Nutzer in subjektiv empfundenen Mobbingfällen verhalten können. sich damit befassen, welche Rolle die Klassengemeinschaft dabei im Internet spielt. Einstieg über themenspezifisches Bild Der Einstieg über ein auf Folie präsentiertes Bild eines ausgegrenzten Strichmännchens stimmt die Schülerinnen und Schüler auf das Thema der Stunde ein. Alternativ kann eine entsprechende Skizze natürlich auch an die Tafel gezeichnet werden, vor allem im Hinblick auf ein späteres Wiederaufgreifen. Hinführung zum Thema Mobbing Es ist möglich, dass bei der Beschreibung durch die Schülerinnen und Schüler der Begriff Mobbing bereits genannt wird. Falls dies nicht der Fall ist, sollte die Lehrkraft den Terminus direkt ansprechen und anschließend in Zusammenarbeit mit den Lernenden eine trennscharfe Definition vornehmen. In jedem Fall sollte am Ende des Einstiegs die Überschrift "Mobbing" für den Rest der Stunde an der Tafel stehen bleiben. Definition für Mobbing erarbeiten In einem nächsten Schritt bietet es sich an, die Schülerinnen und Schüler zunächst Aspekte des Mobbings nennen zu lassen und die wesentlichen Punkte an der Tafel festzuhalten. Hierbei kann ein unzutreffendes Verständnis von Mobbing aufgedeckt und überarbeitet werden. Nach Ergänzung vollständig fehlender Komponenten sollte an der Tafel eine umfassende Definition des Mobbings in Form von Stichworten entstanden sein. Wichtig ist, dass in dieser Phase und in der festgehaltenen Definition das Phänomen des Mobbings von den verwandten Phänomenen "Ärgern" und "Streit" klar abgegrenzt wird. Cybermobbing als besondere Form des Mobbings Anschließend wird das Cybermobbing als besondere Form des Mobbings eingeführt. Wenn die Schülerinnen und Schüler den Begriff nicht erklären können, sollte dies durch die Lehrkraft erfolgen. Eine entsprechende Erklärung wird in knapper Form an der Tafel ergänzt. Das entstandene, für den weiteren Verlauf der Stunde grundlegende Tafelbild sollte von den Schülerinnen und Schülern übernommen werden und in den folgenden Phasen präsent bleiben. Übersetzung für Mobbing: Anpöbeln, Fertigmachen lang andauernder Psychoterror (mindestens drei Monate) durch eine oder mehrere Personen ausgelöst Handlungen negativer Art, die kein anderes Ziel haben, als das Mobbing-Opfer fertig zu machen Ziel ist das Ausgrenzen einer Person aus einer Gruppe praktiziert durch hinterhältige Anspielungen, Verleumdungen, Demütigungen, Drohungen, Quälereien Cybermobbing ist Mobbing im Internet, zum Beispiel in sozialen Netzwerken Fallbeispiel "Alle hassen Lisa" Die Schülerinnen und Schüler ergründen, wie es zu dieser falschen Wahrnehmung kommt, wer daran schuld ist und aus welchen niederen Gründen die Schuldigen dem Mädchen das Gefühl der Ausgrenzung vermitteln. Hierzu erhalten sie den Text der kurzen Geschichte "Alle hassen Lisa" und lesen ihn zunächst in Einzelarbeit. Absichten und Gefühle der einzelnen Personen ergründen Die Lernenden erhalten anschließend die Möglichkeit, Fragen zum Verständnis zu stellen, bevor sie die Geschichte mit eigenen Worten zusammenfassen. Spätestens bei der Beantwortung der den letzten Satz der Geschichte bildenden Frage "Wollten alle Lisa fertig machen?" müssen sich die Schülerinnen und Schüler tiefer in die Geschichte hineindenken und die Absichten und Gefühle der einzelnen Figuren genauer ergründen. Impuls "Ist das also Mobbing?" Um das am Anfang der Unterrichtsstunde Erarbeitete direkt mit einzubeziehen und eine gewisse Verallgemeinerung zu erreichen, sollte der Impuls "Ist das also Mobbing?" ergänzt werden. Als Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass es sich nicht um einen Fall von Mobbing handelt, dass die Protagonistin Lisa aber das Gefühl hat, ein Mobbing-Opfer zu sein, da sie das Ausmaß der Handlungen gegen ihre Person überschätzt. Dabei muss allen Lernenden bewusst werden, dass dieses Missverständnis in der beschriebenen Art und Weise nur auf Grund der unpersönlichen Auseinandersetzung im Internet entstehen und aufrechterhalten werden kann. Wer ist Schuld? Nachdem dieses grundsätzliche Textverständnis gesichert worden ist, wird im Sinne eines detaillierteren Textverständnisses erarbeitet, wer schuld daran ist, dass sich Lisa als Mobbing-Opfer fühlt. Diese Frage lässt sich nach den vorangegangenen Erkenntnissen leicht beantworten: Die Gruppengründerin ist natürlich die Hauptschuldige, aber auch alle der Gruppe beigetretenen Personen tragen eine Mitschuld. Es ist nicht zu erwarten, dass bereits an dieser Stelle das Internet als auslösender oder verstärkender Faktor genannt wird. Gründe schriftlich festhalten Um den niederen Charakter der Gruppenbeitrittsgründe zu verdeutlichen und die Lernenden bereits für das mangelnde Reflexionsvermögen im Moment des Beitritts zu sensibilisieren, tragen diese anschließend die Gründe der jeweils der Gruppe beitretenden Personen in die Tabelle unterhalb der Geschichte "Alle hassen Lisa" ein. Je nach Alter und Leistungsstärke kann hierbei unterschiedlich stark abstrahiert werden. Schnelle Schülerinnen und Schüler halten ihre Lösungen auf Folie fest, wobei dies eventuell arbeitsteilig mit einer entsprechend zerschnittenen Folie stattfinden kann. Nach der Vorstellung und Besprechung der Ergebnisse sollten alle Schülerinnen und Schüler ihre Notizen mit den Vorgestellten abgleichen und eventuell überarbeiten. Mögliche, nicht abstrahierte Ergebnisse Annika: weil sie zu Marie hält Toni: weil er sich schon mal über Lisa geärgert hat Marc und Max: weil sie in alle Gruppen gehen, in die Toni geht Jonathan: weil alles im Internet nur Spaß ist und er dabei sein will Nicola: weil sie Marie mag Pit: weil er Lisa nicht so gerne mag Lena: weil sie nur guckt, von wem die Gruppeneinladungen kommen Torben und Lilli: weil sie Angst haben, etwas zu verpassen Hannah: weil sie keine Streberin sein will (sie findet die Gruppe aber eigentlich nicht gut) Steve, Burak, Anna, Bashira und Laura: weil bereits so viele aus der Klasse in der Gruppe sind Gründe für Gruppenbeitritt nochmals reflektieren Zunächst bietet es sich an, die Schülerinnen und Schüler selbst erkennen zu lassen, dass sich die der Gruppe gegen Lisa beitretenden Personen geradezu keine Gedanken darüber machen, welche Folgen dieser Beitritt hat beziehungsweise haben könnte. Bis auf einzelne Ausnahmen (Annika, Toni, Pit und Hannah) machen sie sich während ihres Gruppenbeitritts vermutlich nicht einmal bewusst, dass sie einer Gruppe gegen ihre Mitschülerin Lisa beitreten. Rolle des Internets analysieren Im Folgenden muss ergründet werden, warum sich die Beitretenden entsprechend verantwortungs- und gedankenlos verhalten. Dabei kommt dem Medium Internet die Schlüsselrolle zu. Um dies zu verdeutlichen, sollte vor Augen geführt werden, dass alle der Gruppe "Die Klasse 7b hasst Lisa!" Beitretenden vollkommen gedankenlos sagen: "Lisa, die ganze Klasse hasst dich!" Es sollte den Schülerinnen und Schülern deutlich gemacht werden, dass ein entsprechendes Verhalten in einer direkten Face-to-face-Kommunikation nicht denkbar wäre, da im Falle einer derartigen Äußerung eine unmittelbare emotionale, menschliche Reaktion zu erwarten wäre. Besonderheiten von Konfliktsituationen im Internet sammeln Darauf aufbauend sammeln die Schülerinnen und Schüler zu zweit weitere Besonderheiten von Konfliktsituationen im Internet und tragen sie anschließend im Plenum zusammen. Als Ergebnis dieser Phase muss den Lernenden klar sein, dass Konflikte nicht über das Internet, sondern nur über persönliche Gespräche ausgetragen werden sollten. Zu erwartende Ergebnisse im Hinblick auf die Rolle des Internets keine unmittelbaren Konsequenzen/Reaktionen auf Handlungen und Äußerungen scheinbare Wirkungslosigkeit schnelle Verbreitung: der einmal verfasste Text ist für zahlreiche Menschen jederzeit zu lesen der Text bleibt erhalten, auch wenn der Inhalt kein Thema mehr ist unpersönlich, keine Face-to-face-Kommunikation, kein Blickkontakt daher weniger Unterscheidungsmöglichkeiten zwischen Beleidigung und Meinungsäußerung oder auch Spaß und Ernst Äußerungen können deshalb leicht falsch verstanden werden (kann zu schweren Missverständnissen führen) Dinge, die nicht so gemeint sind, können leicht eskalieren Konflikte sollten nicht über das Internet ausgetragen werden, sondern nur über persönliche Gespräche Problemlösungsstrategien erarbeiten Nachdem nun sichergestellt ist, dass den Schülerinnen und Schülern das Internet als entscheidender auslösender Faktor bei der Entstehung des Missverständnisses in der Geschichte deutlich geworden ist, erarbeiten sie anschließend Möglichkeiten, wie dieses Missverständnis aufgelöst werden kann. Dazu bietet es sich an, mit der Geschichte kohärente Fortsetzungen schreiben zu lassen, welche die Situation zu einem guten Ende bringen. In Konfliktsituation hineindenken und stimmigen Text verfassen Bei diesem handlungs- und produktionsorientierten Schreiben liegt der besondere Anspruch darin, sich in die Konfliktsituation hineinzudenken und einen Text zu produzieren, der mit den zuvor erschlossenen Informationen stimmig ist. Beim Schreiben der Fortsetzungen kann sich je nach Lerngruppe eine individuelle Einzelarbeit oder eine Partnerarbeit anbieten. Letztlich muss es aber in jeder der Fortsetzungen zu einem direkten Gespräch zwischen Lisa und ihrer Klasse kommen. Dieses kann von Lisa direkt oder indirekt (beispielsweise über einen Lehrer oder eine Freundin), aber auch von Mitschülerinnen und Mitschülern initiiert werden. Das Gründen einer Gegengruppe zu der Gruppe gegen Lisa wäre ein Lösungsweg über die Strukturen des Internets. Dennoch wäre auch bei diesem Weg ein direktes Gespräch quasi unumgänglich, da Lisa erfahren muss, dass sie zu viel in die erste Gruppengründung hineininterpretiert hat. Präsentation der Ergebnisse Im Folgenden präsentieren mindestens zwei Schülerinnen und Schüler ihre Fortsetzungen. Jeweils im Anschluss prüfen die übrigen Lernenden, ob die Fortsetzung logisch mit der Geschichte verknüpft ist. Darüber hinaus erläutern sie, wie die Geschichte darin zu einem positiven Ende geführt wird und inwieweit diese Art der Auflösung überzeugen kann. Danach kann nach weiteren Auflösungsmöglichkeiten gefragt werden, welche in den Fortsetzungen der übrigen Schülerinnen und Schüler vorkommen oder ihnen zusätzlich einfallen. Ergebnisse zusammentragen Die Schülerinnen und Schüler geben zunächst an, wer in der Geschichte dazu in der Lage ist, den weiteren Verlauf der Geschehnisse zu beeinflussen. Dabei ist zu erwarten, dass sie zumindest erkennen, dass Lisa und die Klasse grundsätzlich einen Einfluss auf das weitere Geschehen haben. Denkbar ist darüber hinaus, dass weitere Personen - etwa der Klassensprecher, Freunde außerhalb der Klasse, Eltern oder Lehrkräfte - genannt werden, die alle erfasst werden sollten. Daraufhin werden die jeweiligen Handlungsmöglichkeiten erfragt und ergänzt. Spätestens jetzt wird anhand der Einseitigkeit der möglichen Handlungsmuster deutlich, dass das beschriebene Missverständnis nur über ein direktes klärendes Gespräch aufgelöst werden kann. Das Tafelbild sollte von den Lernenden übernommen werden. Mögliche Ergebnisse: Wer kann was tun? Lisa: Gespräch mit Einzelnen aus der Klasse, Freunden innerhalb und außerhalb der Klasse, Lehrkräften oder Eltern die Klasse: Gespräch mit Lisa, Gründen einer Gegengruppe Freunde von Lisa: Gespräch mit Mitschülerinnen und -schülern, Gründen einer Gegengruppe Direkter Bezug zur Lebenswelt der Lernenden In der folgenden Vertiefungsphase wird ein direkter Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler hergestellt. Dies soll verdeutlichen, dass derart problematische Mechanismen überall auftreten können und nicht nur Teil einer Geschichte sind. Um den Lebensweltbezug möglichst authentisch zu gestalten, werden die Schülerinnen und Schüler mit der Frage konfrontiert, ob eine vergleichbare Situation auch an ihrer Schule hätte vorkommen können. Es ist an dieser Stelle ratsam, die Problematik nicht auf die jeweilige Klasse zu übertragen, weil dies zu Hemmungen führen könnte und außerdem die Gefahr bestünde, dass exemplarisch Schülerinnen und Schüler der Klasse als Betroffene herangezogen würden. Erarbeitete Maßnahmen auf Schulbedingungen übertragen In Anlehnung an die zuvor bereits gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse der Unterrichtsstunde nennen die Schülerinnen und Schüler nun einerseits Möglichkeiten, wie man präventiv das Entstehen einer vergleichbaren Situation verhindern kann, und andererseits, wie man sich helfen oder sich wehren kann, wenn sie doch eingetreten ist. Hierbei werden keine grundlegend neuen Maßnahmen erarbeitet, vielmehr sollen die bereits bestehenden Maßnahmen und Lösungswege auf die jeweiligen Schulbedingungen übertragen werden. In der Schlussphase wird das neu Gelernte herausgestellt und reflektiert. Zur Abrundung und vollständigen Einrahmung der Unterrichtseinheit kann eventuell das Bild vom Stundeneinstieg noch einmal aufgegriffen werden. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren, wie das Bild aussehen müsste, um eine Situation wie in der Geschichte zu verhindern oder aufzulösen, und entwerfen gegebenenfalls eine solche Darstellung.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik / Pädagogik / Ich und meine Welt
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Wellness im alten Rom

Unterrichtseinheit
14,99 €

Sanus Per Aquam – ob in den prächtigen Wellness-Tempeln der Kaiserzeit oder den kleinen Privatbädern – die alten Römer pflegten eine ausgeprägte Badekultur, die heutigen Erlebnisbädern nicht nachsteht. Ausgeklügelte Technik, großartige Architektur und pompöse Ausgestaltung lassen erahnen, welche Bedeutung vor allem die großen Thermenanlagen der Kaiserzeit sowohl als gesellschaftlicher und politischer Treffpunkt als auch Gesundheits-, Freizeit-, Beauty- und Kultur-Hotspot hatten. Ihre berühmte Badekultur übernahmen die alten Römer von den Griechen . Dort existierten bereits öffentliche Gemeinschaftsbäder und Sitzwannen , aber auch Duschen, Pools und Saunaräume . Die ersten antiken Bäder in Süditalien (balnea) waren ganz im Gegenteil zu den pompösen späteren kaiserzeitlichen Thermenanlagen dunkel und schmucklos. Nach der Eroberung Griechenlands 146 vor Christus durch Scipio änderten sich die römischen Badeverhältnisse schlagartig. Bis Ende des 1. Jahrhunderts war die Badekultur fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Rom und Stätte vergnüglicher Unterhaltung. Aufbau der römischen Thermen (griech . thermon loutron – warmes Bad) Nach dem Zeugnis antiker Quellen (zum Beispiel Vitruv ) und den teilweise gut erhaltenen Überresten waren die Thermenanlagen architektonisch durch ein immer gleiches System von Räumen gekennzeichnet, die den zentralen Badetrakt bildeten: das Caldarium ( Heißbad ) das Tepidarium ( Lauwarmbad ) das Frigidarium ( Kaltbad ohne Heizung) die Palaestra (Sportplatz). Die drei erstgenannten Baderäume lagen innerhalb des Gebäudes, letzterer im Freien. In der Kaiserzeit entwickelten sich diverse Badetypen, die sich durch die Anlage der Räume unterschieden. Das römische Wellness-Angebot Der Thermenbesucher begab sich nach Zahlen des Eintrittspreises an einen Bediensteten (capsarius) ins Apodyterium , den Umkleideraum, wo es Bänke und Ablagefächer gab. Gegen ein Trinkgeld übernahm dieser die Bewachung der Garderobe und mitgebrachten Gegenstände vor Dieben. Der Badegast war meist unbekleidet bis auf ein Leintuch und Holzsandalen , die dem Schutz der Füße vor der heißen Bodentemperatur im Caldarium diente. Der zwei- bis dreistündige Aufenthalt in den Thermen begann oft mit Fitnessübungen (vor allem Ballspielen wie Trigon ) in der Palaestra . Anschließend betrat der Römer das Sudatorium , den Schwitzraum, vergleichbar einer heutigen Sauna. Daraufhin wechselte er in das Caldarium , einen sehr heißen humiden Raum mit alvei , teilweise in den dicken Estrichboden eingelassene Wannen. Danach ging man ins Tepidarium . Es sollte, da es als Abschwitzraum diente, mit der Restwärme des Caldariums gespeist werden. Schließlich folgte der reinliche Römer dem Rundgang ins Frigidarium , das entweder mit einem Kaltwasserbecken ausgestattet war oder als Durchgang zur Piscina (Natatio) im Freien fungierte. Zum römischen Wellness-Programm gehörten zudem Beauty- und Kultur-Angebote : eine Massage durch Masseure und Salber (unctores) eine Friseur- oder Arztbehandlung eine Kosmetikbehandlung mit Haarauszupfen entspanntes Lesen in der Bibliothek Vorträge, Musikdarbietungen, Diskussionsrunden, Dichterlesungen ein Besuch der Taverne ( taberna ). Für Frauen gab es entweder eigene Frauenthermen oder Gemeinschaftsbäder mit getrennten Badezeiten – Frauen vormittags, Männer nachmittags – bei doppeltem Eintritt. Badefreaks wiederholten den Rundgang durch die Baderäume bisweilen mehrfach am Tag. In den modernen Latein-Lehrbüchern finden sich fast überall Lese- und Informationstexte zu den römischen Thermen . Aber auch wenn keine entsprechenden Stücke im Lehrbuch vorhanden sind, bietet sich eine Möglichkeit, die römische Badekultur im Unterricht zu behandeln, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Thema „Sport und Spiel“. In Ergänzung dazu kann sie als beliebte römische Freizeitgestaltung anhand von Internet-Informationen und Sach- und Jugendbüchern (zum Beispiel Res Romanae ) gewinnbringend integriert werden. Das Erstellen eines Glossars und eines Thermen-Lexikons dient der Erweiterung des Wortschatzes und macht die Lernenden mit Fachbegriffen aus dem Thermen- und Bäderbereich vertraut. Abwechslungsreich ist dabei eine bilinguale Variante mit englischem und/oder französischem Vokabular je nach Sprachkenntnissen und zur Verfügung stehender Zeit. Ein Vergleich der antiken Thermen mit den modernen Wellness- oder Erlebnisbädern bietet sich geradezu an. Erfahrungsgemäß stößt eine derartige Aufgabenstellung bei den Lernenden auf großes Interesse. Des Weiteren macht ein Arbeitsblatt zu heutigen europäischen Thermal-Kurorten mit römischer Vergangenheit die kulturbildende Wirkung der Antike auch in der Gegenwart lebendig. Bereits in der Spracherlernung ist ein kurzer Originaltext zur Übersetzung zeitsparend gut integrierbar. Das Grabepigramm „ Balnea, vina, Venus “ eignet sich zudem ausgezeichnet zur Übung von Stilmitteln. Für fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler sind zwei berühmte Seneca-Briefe an Lucilius (ep. 56 und 86) in Ausschnitten bzw. adaptierter Form sehr gut in arbeitsteiliger Paararbeit als Beispiele zeitgenössischer Thermenkritik im Unterricht umsetzbar. Der Unterschied der republikanischen zur Kaiserzeit wird so literarisch greifbar. Weitere antike Originaltexte zu den römischen Thermen (z. B. Plinius, Vitruv, Martial ) finden sich in diversen online-Bibliotheken und öffnen den Blick für verschiedene Sichtweisen zum römischen Badekult. Die jeweilige deutsche beziehungsweise fremdsprachige Übersetzung der gewünschten Stellen im Internet ermöglicht eine zeitsparende bilinguale Lektüre im Lateinunterricht und ist so schon in der Spracherlernungsphase realisierbar. Eine wertvolle Ergänzung zur Behandlung der römischen Badekultur ist eine Exkursion zu Überresten römischer Thermen oder einer Rekonstruktion des Badetrakts einer Villa (zum Beispiel in Perl-Borg). Ebenfalls sehr motivierend ist der Nachbau eines Thermen- oder Hypokaustmodells in Gruppen- oder Paararbeit in einer AG oder im Rahmen einer Projektwoche. Dies kann unter anderem auch im Rahmen einer Teilnahme beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ oder „Jugend forscht“ geschehen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen die Römer ganz leger bei Freizeitaktivitäten in privaten oder öffentlichen Thermenanlagen kennen. vergleichen die römische Badekultur mit modernen Erlebnisbädern. werden durch die Lektüre zweier berühmter Seneca-Briefe in adaptierter Form mit einer kritischen Sichtweise zur kaiserzeitlichen Badekultur bekannt. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen Online-Wörterbücher zur Recherche nach Fachbegriffen aus dem Thermen-Bäder-Bereich und erweitern so ihr Vokabular. suchen im Internet heutige Heil- und Kurbäder römischer Herkunft. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren die großen Thermenanlangen als gemeinschaftsstiftenden Hot-Spot der römischen Antike. erkennen das breitgefächerte Angebot der antiken Thermen im Freizeitbereich.

  • Latein
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
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