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Die Kultur der Digitalität – es geht nicht vorrangig um Tablets, Apps und Tools. Es geht um…

Fachartikel
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Angesichts einer sich verändernden Welt müsse sich auch die Schule dringend wandeln. Dass es dazu keineswegs vorrangig Strom bedarf und was "4K", "6P" sowie die derzeitigen Prüfungsformate damit zu tun haben, beschreibt dieser Fachbeitrag von Autor Holger Müller-Hillebrand. Deutschunterricht in Klasse 8. Zunächst kontrolliert der Lehrer, ob auch alle Schülerinnen und Schüler die Hausaufgaben erledigt haben: Die in der vorangegangenen Stunde gelesene Kurzgeschichte "Ein netter Kerl" sollte in Sinnabschnitte eingeteilt und mit Zwischenüberschriften versehen werden. Anschließend darf eine Schülerin den Inhalt der Geschichte zusammenfassen. Danach fragt der Lehrer, was in inhaltlicher Hinsicht besonders auffällig an der Kurzgeschichte sei. Nach drei Fehlversuchen nennt ein Schüler schließlich die gewünschte Antwort: das Lachen. Daraufhin schreibt der Lehrer das Thema der heutigen Stunde an die Tafel: "Die Funktion des Lachens in der Kurzgeschichte 'Ein netter Kerl'". Anschließend sollen die Lernenden herausfinden, welche Figuren wann und wie häufig lachen und wie sie das Lachen jeweils deuten. Nach der etwa 25-minütigen Paar-Arbeit folgt eine Besprechung der Ergebnisse im Unterrichtsgespräch. Ein Fazit hält der Lehrer an der Tafel fest: "Das Lachen steigert sich bis zur Selbstoffenbarung der Protagonistin und bricht dann schlagartig ab." Die Stunde ist zu Ende, als Hausaufgabe erhalten die Lernenden, die Figur der Nanni aus der Kurzgeschichte zu charakterisieren. Was zugespitzt anmuten mag, ist tatsächlich eine durchschnittliche, genauso erlebte und durchaus exemplarische Deutschstunde, wie sie irgendwo in Deutschland tagtäglich so oder vergleichbar gehalten wird. Hausaufgaben ohne Funktion und Anschlusskommunikation, Seminararbeits-Themen statt (echter) Problemstellungen, Ratespiele in Form von Ping-Pong-Gesprächen, fremdbestimmte Aufgaben zum reinen Abarbeiten, ein von der Lehrperson formuliertes Fazit und eine neue Hausaufgabe, die mit dem Erarbeiteten nichts zu tun hat – nicht selten folgen Unterrichtsstunden, keineswegs nur im Fach Deutsch, einer solchen Struktur und Plandidaktik , die weder logisch noch besonders lernförderlich ist. Gewiss, damit kein falscher Eindruck entsteht: Vielfach wird Unterricht natürlich auch partizipativer, anregender und aktivierender gehalten. Und doch folgen Stundenraster bis heute dem seit Jahrzehnten gängigen wie starren Raster Einstieg, Hinführung, Arbeitsphase und Reflexion. (Analoger) Schonraum Schule? Überhaupt: Der Klassenraum ist einer der wenigen Arbeitsplätze, den ein Zeitreisender aus dem frühen 20. Jahrhundert auch heute problemlos erkennen könnte: eine Präsentationsfläche (oftmals tatsächlich noch eine Kreidetafel) und ein Pult, davor in Reihen oder in Hufeisenform mehrere Tische und Stühle. Bei Autowerkstätten, Schneidereien und Büroräumen wäre der Wiedererkennungswert um ein Vielfaches geringer und schwieriger. Zudem ist in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in nahezu jedem Alltagsbereich (neue) Technik eingekehrt. Ob im (E-)Auto , der Heizungssteuerung oder im Staubsaugroboter – viele Menschen lieben Technik und wissen sie zu schätzen. Zumindest, solange es nicht um Schule geht: Hier verursacht der Einsatz moderner Technik und allein der Begriff "Digitalisierung" bei vielen urplötzlich eine seltsame Abwehrhaltung. Die Schule als analoger Schonraum? Die Schule als Ruhepol inmitten einer immer schneller werdenden Welt? Die Schule als Bewahrstätte traditioneller Lehr- und Lernmethoden, die sich schließlich über Jahrzehnte bewährt hätten? Nichts davon wird funktionieren. Denn wir sind längst drin. Wir stecken mitten in einer Kultur der Digitalität, ob wir das nun gut finden oder nicht. Eine neue Zeit: die Kultur der Digitalität Dieser Begriff geht unter anderem zurück auf ein 2016 erstveröffentlichtes Werk des Medienwissenschaftlers Felix Stalder, der darin ausführt, dass im Zuge des Wandels hin zu solch einer Kultur der Digitalität "eine neue Infrastruktur der Wahrnehmung, der Kommunikation und der Koordination " entstanden sei. Und was der Kulturphilosoph auf den rund 200 Seiten ausführt, beschreibt ziemlich genau, in welch gesellschaftlichem Wandel wir uns gerade befinden. Stalder stellt dabei allerdings nicht die Technik in den Vordergrund, sondern vielmehr die gesellschaftlichen Prozesse, die durch neue Technologien nicht nur angeregt werden, sondern diese vielmehr auch selbst hervorbringen: "Angetrieben wird diese Entwicklung jedoch nicht von der Technologie als solches, sondern durch vielfältige soziale, ökonomische und politische Entwicklungen, die aus jeweils unterschiedlichen Gründen die Komplexität der Gesellschaft erhöhen und neue Verfahren des Umgangs mit dieser Komplexität erfordern. In fast allen diesen Verfahren spielt Technologie eine wichtige Rolle, denn sie erlaubt es, die stark steigende Volumina an Daten und Kommunikation bewältigen zu können und neue Formen des Handelns in der Welt zu entwickeln." In dieser neuen Zeit spielen Referentialität und auch Selbstreferentialität, Gemeinschaftlichkeit sowie Algorithmizität bedeutende Rollen. (Selbst-)Referentialität, also die Fokussierung und Schaffung eines persönlichen, auch subjektiven Bezugssystems, ist angesichts einer stetig über uns schwappenden Flut von Informationen genauso unerlässlich geworden wie Gemeinschaftlichkeit – der und dem Einzelnen ist die Orientierung in einer so komplex gewordenen Umwelt kaum mehr möglich. Algorithmizität bezeichnet schließlich jene Aspekte der kulturellen Prozesse, die inzwischen von Maschinen (vor-)geordnet und von uns häufig weder durchschaut noch hinterfragt werden. Zukunftskompetenzen von Lernenden: Aufgaben abarbeiten oder Projekte selbstständig durchführen? All dies bedingt ebenso, dass wir Lernende heute anders ausbilden und zu anderen Dingen befähigen müssen als einst – denn die Welt, in der wir sie nach ihrer Schulzeit entlassen, hat mit der unserer Schulzeit kaum mehr etwas gemeinsam. Schülerinnen und Schüler, die heute brav dem eng vorgeplanten Unterrichtsgang folgen und vorgefertigte Aufgaben sowie Arbeitsblätter abarbeiten, sollen später häufig selbstständig Projekte durchführen, agil arbeiten und Prozesse optimieren . Doch Bildungsgänge, Schulstrukturen, Lehrpläne, Unterrichtsgerüste sowie Prüfformate sind beharrlich und verweigern sich hartnäckig einer sich verändernden Welt. Worauf sie viel zu wenig Wert legen, sind elementare Kompetenzen und Fähigkeiten, die in einer Kultur der Digitalität dringend benötigt werden. Das "4K-Modell des Lernens" – kurz nach der Jahrtausendwende von "Partnership for 21st Century Learning", einer US-amerikanischen Non-Profit-Organisation entwickelt – beschreibt mit den Aspekten Kommunikation und Kollaboration (andockend an Gemeinschaftlichkeit) kritisches Denken (Algorithmizität) und Kreativität (Referentialität) schon ganz gut, worauf es jetzt ankommt. Doch damit nicht genug: In Zeiten nicht zuletzt durch digitale Prozesse immer brüchiger werdenden Hierarchien geht es heute ebenso um Partizipation (sich einbringen können, an Planung und Vorgehensweise beteiligt werden), angesichts wachsender Vielfalt um Persönlichkeit (im Sinne von Individualität und Entfaltungs-Freiraum) und Perspektivwechsel (als Notwendigkeit, andere Sichtweisen einzunehmen und Empathie zu zeigen), angesichts neuer Herausforderungen bei schnell verfügbarem Wissen um Problemlösen und angesichts des damit einhergehenden Kontrollverlusts um Partnerschaft (verstanden als Form des Vertrauens und der Solidarität).

  • Fächerübergreifend

Ängste und Stress bei Kindern: Was können Lehrkräfte und Eltern tun?

Fachartikel
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Dieser Fachartikel behandelt das Thema Ängste und Stress bei Kindern. Dabei geht es um Entstehung und Vorbeugung, den Ansatz des Kindermentaltrainings sowie Übungen für den Schulunterricht. Woher kommen Ängste und Stress bei Kindern? Wie können Eltern und Lehrkräfte vorbeugen oder intervenieren? Was versteht man unter Kindermentaltraining? Gibt es spezielle Übungen für den Schulunterricht? Der Kindermentaltrainer, Kinesiologe und memotional Coach Marcus Kerti steht im Interview Frage und Antwort. Wie entstehen Ängste und Stress bei Kindern? Stress kann durch Ängste und andere Emotionen ausgelöst werden. Somit ist Stress die zwangsläufige Folge von Angst. Bei jedem Kind äußert sich Angst unterschiedlich, und das kann sowohl körperlich als auch physisch sein. Bei Kindern entstehen die meisten Ängste in den ersten sieben Lebensjahren. In dieser Phase des Lebens werden alle Einflüsse aus unserer Umgebung ungefiltert aufgenommen und im Unterbewusstsein als Wahrheit abgespeichert. Daraus ergeben sich immer wiederkehrende Ängste und gleiche Verhaltensmuster. Diese bewirken, dass Neurotransmitter wie Adrenalin oder Kortisol ausgeschüttet werden, was wiederum den Stress im Körper begünstigt. Entscheidend ist es, dass nicht nur die tatsächlichen Erlebnisse Kinder ängstigen. Es sind oftmals "nur" ihre Gedanken an eine Situation oder ein Erlebnis, die den gleichen Effekt auslösen. Deshalb sollten Kinder früh lernen, sich zu entspannen. Dadurch kann zum Beispiel vermieden werden, dass ein "Gedankenkarussell" startet, das oftmals zu Ängsten führt. Wie können Eltern und Lehrkräfte Ängsten und Stress bei Kindern vorbeugen? Wenn sich Kinder wohl und geborgen fühlen, nehmen Ängste keinen so großen Raum ein. Dazu brauchen Kinder einen sicheren Ort, an den sie sich jederzeit zurückziehen können. Der erste Schritt zur Vorbeugung von Ängsten und Stress bei Kindern ist es also, eine ruhige und entspannte Atmosphäre zu schaffen, in der sie sich sicher und geborgen fühlen. Begegnet man zudem Kindern mit aufrichtiger Zuwendung, trägt das ebenfalls zu einer Wohlfühlatmosphäre bei, in der sich Kinder weitestgehend ohne Ängste und Stress entwickeln können. Eltern können in erster Linie mit bedingungsloser Liebe ihren Kindern, deren Verhalten und auch sich selbst gegenüber Ängsten und Stress vorbeugen. Schon in der Schwangerschaft werden Emotionen und somit auch Ängste auf Ungeborene übertragen, deshalb kann bereits in dieser Zeit mit der Vorbeugung von Ängsten und Stress begonnen werden. Lehrerinnen und Lehrer können vor allem durch individuelle Kommunikation mit Kindern und der Begegnung auf Augenhöhe präventiv handeln. Strahlen Lehrkräfte oder Eltern generell Ruhe aus, so macht sich das zusätzlich bei den Kindern bemerkbar. Sind Erwachsene ruhig und gelasssen, so hat das in der Regel einen postiven Einfluss auf Kinder, indem sich die Ruhe auf sie überträgt. Was sind Anzeichen dafür, dass ein Kind unter Ängsten und Stress leidet? Grundsätzlich sollte nicht jede kleinste Verhaltensänderung bei Kindern als Anzeichen von Ängsten und Stress gedeutet werden. Oftmals sind es die Eltern selbst, die Stress erzeugen. Deshalb ist es ratsam, bei ersten Anzeichen zunächst Ruhe zu bewahren und das Kind eine Zeit lang zu beobachten. Treten jedoch gravierende Veränderungen über einen längeren Zeitraum auf, sollten diese in jedem Falle hinterfragt werden. Ängste und Stress können sich auf vielfältige Weise bemerkbar machen: Es kann vorkommen, dass ein Kind auf einmal wiederholt über Bauchschmerzen klagt, wenn es in die Schule gehen soll. Hier zeigt sich der Stress in körperlichen Symptomen. Auch die Konzentration kann durch Stress beeinflusst werden. Ist ein Kind mit vielen Gedanken und Emotionen beschäftigt, kann es dadurch abgelenkt und in der Konzentration gebremst werden. Stress kann sich außerdem in Aggressionen niederschlagen, insbesondere auch anderen Kindern gegenüber. Ein weiterer Hinweis kann eine Verhaltensänderung sein. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn sich ein lebensfrohes, extrovertiertes Kind plötzlich zum Gegenteil entwickelt. Was sind sinnvolle Strategien für den Umgang mit Ängsten und Stress bei Kindern? Treten bei Kindern Ängste und Stress auf, ist es essentiell, sie ernst nehmen. Häufig verniedlichen Erwachsene das Ganze oder ziehen es ins Lächerliche mit Aussagen wie: "Komm, so schlimm ist das doch nicht!", "Gespenster gibt es doch nicht, du bist doch kein Baby mehr!" oder "Brauchst doch keine Angst haben!". Doch jede Angst hat ihre Berechtigung. Und die wichtigste aller Fragen – "Vor was hast du denn Angst?" – gibt dem Kind das Gefühl, dass es ernst genommen wird. Erwachsene sollten daher Verständnis zeigen, sich der Situation annehmen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Es ist es sinnvoll, dem Kind eine "Heldin" oder ein "Helden" für schwierige Situationen an die Seite zu stellen, um konkret gegen Ängste und Stress vorzugehen. Sie oder er sollte die Fähigkeiten besitzen, die für das Kind relevant sind, um seine Ängste zu bewältigen. Wie schon erwähnt, ist es zudem wichtig, für betroffene Kinder spielerische Lösungen zu finden. Gibt es Übungen und Techniken, die Lehrkräfte in den Unterricht integrieren können? Zur Vermeidung oder zum Abbau von Stress gibt es außerdem einfache Methoden, die im Schulunterricht eingesetzt werden können: Zunächst sollte in der Schule von Lehrkräften eine angenehme Umgebung geschaffen werden, in der sich Kinder wohlfühlen, die sie gerne besuchen und die sie mitgestalten können. Da viele Kinder und auch Lehrkräfte schon gestresst und voller Angst zur Schule kommen, sollte jeder Tag idealerweise mit Entspannungsübungen starten. Hier kann schon eine kurze Phantasiereise Wunder wirken. Durch Entspannungstechniken verlieren Stress und Ängste ihre Energie und Aufmerksamkeit. Am besten sind Übungseinheiten von fünf Minuten am Morgen. Dazu bieten sich beispielsweise Entspannungsmusik, Klangschalen, Geschichten oder das sogenannte "Palmieren" an. Hierbei werden die Handflächen aneinander gerieben und dann die warmen Handinnenseiten auf die geschlossenen Augen gelegt. Was zeichnet ein Kindermentaltraining aus? Vereinfacht gesagt, ist Mentaltraining die gedankliche Vorbereitung auf beziehungsweise das Hineinfühlen in eine bestimmte Situation oder Emotion. Das Besondere am Kindermentaltraining ist es, dass alles sehr spielerisch und erlebnisorientiert angelegt ist. Durch Entspannungs- und Besinnungsübungen, Phantasiereisen oder Vorstellungsübungen, bei denen die gesamte Vielfalt des Wahrnehmungs- und Erlebnisspektrums abgedeckt werden kann, geraten die Kinder und Jugendlichen in einen emotionalen und Emotionen stimulierenden Zustand mit entsprechenden Körperempfindungen. Anhand von Übungen, die gezielt an bestehende körperliche und emotionale Zustände anknüpfen, kann einzeln und in Gruppen gearbeitet werden. Spaß und spielerische Elemente sowie die Möglichkeit, vieles auszuprobieren und selbst zu erleben sollten dabei immer im Vordergrund stehen. Wie läuft ein Mentaltraining ab? Können Lehrkräfte mit der ganzen Klasse ein Mentaltraining starten? Beim Mentaltraining geht es um Üben und Trainieren von mentalen Techniken, die regelmäßig gezielt und nach einem bestimmten Muster erfolgen. Kinder werden dadurch für bestimmte Situationen im Leben gestärkt. Sie lassen sich leicht begeistern, sind wissbegierig, wollen Neues entdecken und sind offen. Eine ideale Mischung, um die schlummernden Fähigkeiten der Kinder zu stärken und an die Oberfläche zu bringen. Die Übungen fördern Konzentration, Achtsamkeit, Entspannung, inneres Gleichgewicht, Selbstbewusstsein und den Umgang mit Ängsten beziehungsweise Emotionen. Dadurch werden Verbindungen zwischen Kopf und Körper geschaffen. Das Mentaltraining führt also aus lernpsychologischer Sicht durch die Nutzung verschiedener Erlebnisebenen zur besseren Verankerung neuer Verhaltensweisen. Wie wird der Erfolg des Mentaltrainings gemessen? Erfolgreiches Mentaltraining zeichnet sich dadurch aus, dass sich Kinder nach dem Training besser fühlen und mit stressigen Situationen entspannter umgehen können. Aber auch am gesamten Verhalten ist ein Erfolg sehr schnell zu erkennen. Erwachse müssen sich eingestehen, dass ihnen Kinder in diesem Thema um Welten voraus sind. Sie zweifeln nicht an den Möglichkeiten, hinterfragen nicht alles, brauchen keine Beweise und wissenschaftlichen Studien. Sie probieren aus und hören auf ihr Gefühl, und es hilft ihnen. Kinder sind von dieser Art der Arbeit sehr begeistert und nehmen die Übungen gerne an, um sie in den passenden Situationen in ihrem Leben einzusetzen. Mentaltraining kann mit der Kinesiologie auch der erste Schritt bei der Behandlung von Lernblockaden sein, sogar noch vor der Nachhilfe. Wo finden Eltern und Lehrkräfte mehr Informationen zur Vorbeugung? Ich empfehle sowohl Lehrkräften als auch Eltern, sich einen Tag zum Thema "Kindermentaltraining" in Form eines Workshops zu gönnen und selbst am eigenen Körper zu erleben, welche großartigen Möglichkeiten diese Methode bietet und wie einfach sie anzuwenden ist. Der Mehrwert für Lehrkräfte ist insbesondere auf den Schulalltag ausgelegt. Bei Eltern geht es darum, wie das Mentaltraining im privaten Bereich unterstützend wirken kann. Das betrifft den Bereich der Ruhe und Entspannung der Eltern, aber auch die Stärkung der Kinder. Zu guter Letzt bedeutet es für jeden Teilnehmenden eine Weiterentwicklung seiner eigenen Persönlichkeit in Bezug darauf, mit bestimmten Situationen besser umgehen zu können. Sicherlich können wir zum Thema viel Literatur verschlingen, jedoch ist nichts so effektiv wie die eigene praktische Erfahrung mit Methoden zur Vorbeugung gegen Ängste und Stress.

  • Fächerübergreifend / Ich und meine Welt / Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Sport / Bewegung / Religion / Ethik

Neues Schulfach Digitalkunde? – Chancen und Herausforderungen

Fachartikel
5,99 €

Dieses Experten-Interview beantwortet Fragen zur derzeit vielfach geforderten Einführung des Schulfachs Digitalkunde. Doktor Frederik Weinert hat kürzlich ein Buch zum Thema veröffentlicht, in dem er ein Konzept zur Etablierung des Fachs vorstellt. Braucht es wirklich ein eigenes Schulfach Digitalkunde? Welche Methoden und Inhalte sollten bei einem solchen Schulfach im Vordergrund stehen? Und was benötigen Schulen und Lehrkräfte, um Digitalkunde als Schulfach erfolgreich zu etablieren? Diese und weitere Fragen hat uns Doktor Frederik Weinert beantwortet, unter anderem Autor der Bücher "Digitalkunde als Schulfach" und "Hilfe, mein Kind ist ein Smombie. Unsere Kids im digitalen Rausch". Herr Doktor Weinert ist Medienwissenschaftler und als Medienexperte für Digitalisierung und Medienbildung tätig. Sie halten öffentlich ein Plädoyer dafür, Digitalkunde als Schulfach einzuführen. Warum? Viele Kinder und Jugendliche lernen bereits jetzt effizient mit YouTube, Learning-Apps und ihren Smartphones. Von Verblödung oder gar digitaler Demenz kann keine Rede sein. Das Potenzial ist gigantisch, doch es gibt ein Problem. Die meisten Kids kennen sich in den digitalen Welten zwar extrem gut aus, was die Bedienung von Apps, Social Media und Spielen angeht, allerdings sind sie dabei sehr unachtsam. Die Kids verbringen zu viel Zeit mit ihren Smartphones, werden süchtig nach Likes oder machen sich in den Sozialen Medien angreifbar. Aus diesem Grund plädiere ich für eine professionelle Medienerziehung, die allumfassend sein muss. Die meisten Eltern können diese Aufgabe nicht übernehmen, also muss das Schulsystem ran. Mit dieser Meinung stehe ich ja auch nicht alleine da, denn die CSU um Staatsministerin Dorothee Bär hat exakt das gleiche Ziel. Ich bin fest davon überzeugt, dass das Schulfach Digitalkunde kommen wird. Aber braucht es wirklich ein eigenes Schulfach oder ist es nicht sinnvoller, digitale Bildung in die bestehende Fächerstruktur zu integrieren? Ich wünsche mir ganz klar das neue Schulfach Digitalkunde. Die Forderung eines eigenen Schulfachs hat auch damit zu tun, dass wir Lehrpersonal brauchen, das entsprechend ausgebildet ist. Ich kann dem 60-jährigen Deutschlehrer nicht zumuten, zig Fortbildungen zu besuchen und sich mit Urheberrecht auf YouTube auseinanderzusetzen. Oder doch? Das würde dann aber einen Aufschrei geben. Der Plan ist, dass die Lehrerausbildung an den Hochschulen revolutioniert wird. Nichtsdestotrotz sollten möglichst auch in die aktuellen Fächer innovative Lehrinhalte integriert werden. Welche Inhalte sollte das Schulfach Digitalkunde haben beziehungsweise welche Kompetenzen sollten vermittelt werden? Für das Schulfach Digitalkunde habe ich ein innovatives Vier-Säulen-Modell entwickelt. Ganz wichtig ist die medienpädagogische Säule , also Medienerziehung und Medienbildung sowie Methodik und die Ausbildung von Medienkompetenz. Da geht es dann beispielsweise um den Umgang mit digitalen Wortgefechten und Shitstorms in den Sozialen Medien, Medienproduktion und Online-Recherche. Die fachspezifische Säule orientiert sich an den klassischen Schulfächern wie Deutsch, Englisch, Geschichte, Sozialkunde, Musik und Kunst. Neu ist, dass sich die Inhalte des Digitalkunde-Unterrichts nicht an den offiziellen Lehrplan halten müssen. Das hat den Vorteil, dass Platz für hochmoderne Themen ist, die genau jetzt im Trend liegen. Wie funktioniert digitale Werbung? Welchen Vorteil haben fremdsprachige YouTube-Videos? Wie wird das Dritte Reich in Computerspielen wie Call of Duty dargestellt? Wie lassen sich historische Meilensteine als Hashtags verschlagworten? Das alles sind spannende Fragen mit noch spannenderen Antworten. Die dritte Säule orientiert sich dann an den Lehrplänen , stellt jedoch das Smartphone und Tablet als Arbeitsgerät heraus. Ebenso plädiere ich für eine Stärkung der Informatik, weil Programmier-Kenntnisse einfach wichtig sind, um in der Wirtschaft Fuß zu fassen. Die anwendungsinnovative Säule ist so konzipiert, dass Medien-Camps, schulübergreifende Großprojekte und vor allem Kooperationen mit der Wirtschaft vorgesehen sind. Es lässt sich darüber streiten, ob Digitalkunde ab der ersten Klasse eingeführt werden sollte. Grundsätzlich ist Digitalkunde ein Fach für alle Schülerinnen und Schüler, denn es geht hier auch um soziale Gleichstellung und die Bereitstellung von Geräten, die sich nicht alle Eltern leisten können. Konkurriert das Fach Digitalkunde inhaltlich nicht mit dem Fach Informatik? Das Schulfach Digitalkunde versteht sich nicht als Konkurrenzprodukt zur Informatik. Die Digitalkunde möchte das Schulfach Informatik sogar stärken, indem die digitale Medienbildung in Zukunft in den Bereich des Schulfachs Digitalkunde fällt. Auf diese Weise kann die projekt- und anwendungsbezogene Informatik (Programmierung, Softwareentwicklung und so weiter) intensiviert werden, um die Schülerinnen und Schüler auf das spätere Berufsleben ideal vorzubereiten. Ob die Informatik als Schulfach eigenständig bleibt oder mit dem neuen Schulfach Digitalkunde gemeinsam eine starke Einheit bildet, entscheidet letztlich die Politik. Welche Methoden sollten im Schulfach Digitalkunde im Vordergrund stehen? Digitale Präsentationstechniken sind nicht nur in der Schule wichtig, sondern auch im Studium und Berufsleben. Referate sind zwar seit jeher ein beliebtes didaktisches Mittel, das Arbeiten mit Tageslichtprojektor, Tafel und Farbkreide ist jedoch steinzeitlich. In Sachen Medienkompetenz müssen die Lehrkräfte natürlich mit gutem Beispiel vorangehen. Voraussetzung ist sowohl technisches als auch medienpädagogisches Know-how. Wie schließe ich ein modernes Tablet an den Schul-Beamer an? Welche Adapter werden benötigt? Brauche ich eine Tonausgabe? Wie erstelle ich eine Präsentation am Tablet? Neben den Tablets ist die Arbeit mit dem Smartphone wichtig. Das Smartphone ist nämlich ein mächtiges Arbeitsgerät, sofern es vom Benutzer als solches erkannt und eingesetzt wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Kids zu schulen, um das Potenzial des Smartphones als Arbeitsgerät optimal auszuschöpfen. Ich wünsche mir außerdem eine in regelmäßigen Abständen angebotene App-Stunde im Schulgebäude . In dieser Zeit haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sach- und altersgerechte Apps zu testen. Hierfür werden nicht die privaten Smartphones oder Tablets genutzt, sondern Schulgeräte. Entsprechend ausgebildete Lehrkräfte betreuen die App-Stunde. Übrigens: Hausaufgaben machen im Schulfach Digitalkunde gar keinen Sinn. Aus Sicht der Medienpädagogik ist es ja gerade der pädagogisch-begleitende Unterricht in der Schule, der das Schulfach Digitalkunde so wichtig und attraktiv macht. In ihrer Freizeit können die Kinder und Jugendlichen schließlich nicht betreut werden, und die Eltern sind meist nicht hinreichend (aus-)gebildet, um dieser Aufgabe nachzukommen. Sie schreiben in Ihrem Buch, dass Digitalkunde als Schulfach auch außerhalb der Schule stattfinden sollte. Was meinen Sie damit genau? Ja, Digitalkunde als Schulfach sollte auch außerhalb der Schule stattfinden. Das allerdings nicht in Form einer passiven Hospitation, sondern aktiv, indem erworbene Kompetenzen angewandt werden. Der neue Digitalkunde-Unterricht berücksichtigt den Wunsch der Wirtschaft und gestaltet den schulpraktischen Unterricht so praxistauglich wie möglich. Der gewonnene Input im Unterricht sollte frühzeitig nach außen getragen werden, um außerschulpraktische Erfahrungen zu sammeln. Kooperiert werden könnte mit Social-Media-Agenturen und Startups. Doch auch Behörden und alteingesessene Betriebe brauchen Hilfe im Bereich Digitalisierung und Soziale Medien. Solche Praktika eignen sich vor allem für ältere Schülerinnen und Schüler. Denkbar sind ebenfalls mehrtägige Medien- und Programmiercamps. Das alles klingt natürlich sehr herausfordernd. Aus diesem Grund schlage ich in meinem Buch vier Phasen vor: Konzeptionsphase, Erprobungsphase, Evaluationsphase und Praxisphase. Wir haben in Deutschland sehr viele kluge Köpfe. Deshalb bin ich mir sicher, dass das Schulfach Digitalkunde langfristig gelingen wird. Was brauchen Schulen und Lehrkräfte denn konkret, um Digitalkunde erfolgreich als Schulfach zu etablieren? Die Schulen brauchen natürlich Geld, Geld und nochmals Geld. Von der SPD kam bereits die Forderung, dass alle Schülerinnen und Schüler mit einem Schul-Tablet ausgerüstet werden sollten. Wenn man bedenkt, dass so ein Teil rund 500 Euro kostet, kommt da eine beträchtliche Summe zusammen. Außerdem brauchen die Schulen schnelles WLAN. Das Lehrpersonal muss ebenfalls entsprechend ausgebildet werden, beispielsweise durch Workshops, Vorträge und Fortbildungen. Wichtig ist, dass sich die Politik, und damit meine ich alle Parteien, mit dem Thema Digitalkunde beschäftigt und Entscheidungen trifft. Schon jetzt können die Lehrkräfte allerdings den Schulunterricht digitalisieren. Ich denke da an E-Learning und Unterrichtsstunden, in denen über Cyber-Mobbing, Social Media und Computerspiele gesprochen wird. Viele Lehrkräfte stehen der Digitalisierung ihres Unterrichts trotz aller Ideen und Bemühungen skeptisch gegenüber – aus Mangel an Zeit und den nötigen Kompetenzen. Was entgegnen Sie diesen Lehrkräften? Die Angst ist verständlich, sie bringt uns und vor allem die Kinder aber nicht weiter. Digitalkunde soll Spaß machen – auch den Lehrkräften. Von den Schülerinnen und Schülern wird täglich erwartet, die Komfortzone zu verlassen. Wie fühlt sich wohl ein Kind, das zum ersten Mal ein Referat hält? Von den Lehrkräften darf ebenfalls erwartet werden, den eigenen Horizont zu erweitern.

  • Fächerübergreifend

Die Bibliothek der ungelesenen Bücher: Lesekompetenz im Unterricht fördern

Fachartikel

In diesem Fachartikel geht es um eine besondere Art der Leseförderung. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Büchern auseinander, die sie (noch) nicht gelesen haben. Im Rahmen des Projekts wird auch Sachwissen über Bibliotheken, den Buchmarkt und die Besonderheiten digitalen Lesens vermittelt. Dieser Fachartikel bietet Hintergrundinformationen und Tipps zur Umsetzung eines Projekts zur Leseförderung . In den Arbeitsblättern werden die Schülerinnen und Schüler dazu angeleitet, Interviews zu ungelesenen Büchern vorzubereiten, durchzuführen und auszuwerten (siehe Verlinkungen im Artikel). Gelesen oder ungelesen, das ist hier die Frage Über das Lesen von Büchern ist bereits viel geschrieben worden. In berühmten Romanen wie Robert Musils Mann ohne Eigenschaften , James Joyces Ulysses , Umberto Ecos Der Name der Rose oder, aktueller, Carlos Ruiz Zafóns Der Friedhof der vergessenen Bücher spielen Bibliotheken eine wichtige Rolle. In der Erzählung Die souveräne Leserin (2008), einer "Liebeserklärung an die Queen und die Literatur" (siehe Umschlagtext), schildert Alan Bennett, wie sich die britische Königin durch einen Bibliotheksbus zur Liebhaberin schöngeistiger Literatur entwickelt. Aber auch die Sachliteratur widmet sich dem Thema Bücherlesen: Erich Schön zum Beispiel untersucht den Verlust der Sinnlichkeit oder Die Verwandlung des Lesers (1987), Dieter E. Zimmer fragt nach der Bibliothek der Zukunft (2000) und Wolfgang Herles stellt Bücher die Geschichte machten (2007) vor. Das Lesen von Büchern ist auch ein wichtiges Thema in der didaktisch-methodischen Literatur, überwiegend, aber nicht nur für den Deutsch-Unterricht. Es geht um Lesekompetenz und Leseförderung und in diesem Zusammenhang auch um Leselust , also um die Frage: Wie werden Kinder zu Leserinnen und Lesern? Schulische Leseförderung schöpft dabei aus einem vielfältigen Repertoire: Buchvorstellung , Lesekiste , Lesetagebuch , Lesenacht , Lesecafé, Lesefest (zum Beispiel Frederick Tag ) und vieles mehr wird aufgeboten, um Kinder und Jugendliche zum Lesen von Büchern zu animieren. Man verspricht sich davon, dass sie damit ihre Kommunikationskompetenz, ihr Wissen über die Welt, ihre Vorstellungskraft, Kreativität und Empathie entfalten. Solch hohe Ziele üben einen gewissen Druck auf die Schülerinnen und Schüler, oft auch auf die Eltern, aus. Doch trotz ausgeklügelter Methoden der Leseförderung vermeiden oder verweigern viele Kinder und Jugendliche das Bücherlesen. Am Gespräch über Bücher nehmen sie nicht teil. Das vorgeschlagene Projekt weicht vom üblichen Weg ab. Es folgt nicht dem bekannten Schema: Wir lesen ein Buch/Bücher, um im Anschluss darüber zu sprechen und dabei das Leseverständnis zu überprüfen, gegebenenfalls auch zu benoten. Es fragt stattdessen nach den ungelesenen Büchern und fordert dazu auf, diese genauer zu beschreiben. Die Vorstellungskraft wird nicht mehr während des Lesen, sondern vor dem Lesen aktiviert und in Interviews kommunikativ vermittelt. Im Unterricht erlernte Kategorien (zum Beispiel Genre, Erzählperspektive, Erzählzeit, Hauptfigur, Spannung und so weiter), die für das angemessene Verstehen und Beschreiben von Literatur wichtig sind, werden dabei quasi wie von selbst angewandt. Interviews zu ungelesenen Büchern Julius Deutschbauers Bibliothek der ungelesenen Bücher dient als Vorbild für die Interviews, die von den Schülerinnen und Schülern geführt werden. Als Partnerin oder Partner für das Interview eignet sich fast jede und jeder: Mitschülerinnen und Mitschüler aus der eigenen oder einer anderen Klasse, Lehrkräfte, Schulleitung, Mitarbeitende im Sekretariat, Hausmeisterinnen und Hausmeister, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Schulbibliothekarinnen und Schulbibliothekare, Mitarbeitende der Mensa und so weiter. Auch außerhalb der Schule finden sich Personen, die befragt werden können: Geschwister, Eltern, Großeltern, Verwandte, Bekannte, Buchhändler/-innen. Das Projekt kann also sehr individuell gestaltet werden, zum Beispiel als klasseninterne kurze Unterrichtssequenz oder als längerfristiges Projekt für die ganze Schule. Dabei soll in jedem Fall eine reale Bibliothek der ungelesenen Bücher entstehen, die von möglichst vielen Leserinnen und Lesern genutzt wird. Grundstruktur des Projekts Die Grundstruktur der Projektarbeit bleibt immer gleich: Eine Person führt mit einer anderen Person ein etwa 10-minütiges Interview durch, in dem es um ein ungelesenes Buch geht: ein Buch, das ungelesen im eigenen Regal steht oder auf dem Nachttisch liegt, ein Bestseller, den man eigentlich lesen wollte, ein schwieriger Klassiker, den man kennen müsste, ein dicker Wälzer, für den man einfach keine Zeit hat und so weiter. Gemeinsam entwickelte oder vorgegebene Leitfragen können helfen, das Gespräch vorzubereiten und zu strukturieren. ( Arbeitsblatt 1 , Arbeitsblatt 2 ) Gerade in höheren Klassenstufen empfiehlt es sich, einige von Deutschbauers Interviews anzuhören oder zumindest hineinzuhören ( julius-deutschbauer.com ). Sie sind alphabetisch nach den Nachnamen der befragten Personen, nicht der Autorinnen und Autoren, aufgelistet. Manche Buchtitel, unter anderem Der Mann ohne Eigenschaften, Ulysses, Der Zauberberg, sind mehrmals vertreten, wie man mit der Suchfunktion der Bücherlisten schnell herausfinden kann ( julius-deutschbauer.com ). Schon die Frage der Auswahl – Warum hast du gerade dieses Interview angehört? – kann zu spannenden Gesprächen in der Klasse führen. Natürlich kann die Lehrkraft auch eine Vorauswahl treffen. Hinweise zur Vorbereitung des Projekts Warum stehen manche Bücher jahrelang ungelesen im Regal? Über die vielfältigen Gründe dafür sollen sich die Schülerinnen und Schüler in einer vorbereitenden Reflexionsphase bewusst werden. ( Arbeitsblatt 1 ) Je nach Zeitbudget und Zielsetzung kann das Projekt durch einen Bibliotheksbesuch vorbereitet werden. ( Leseförderung in der Bibliothek ) Nach einer kurzen informativen Einführung in die Bibliothek (unter anderem Bibliotheksordnung, Ausleihregeln, Katalog, Bestand, Aufstellung, Signatursystem und so weiter) bekommen die Schülerinnen und Schüler den Auftrag, sich umzusehen und ein noch nicht gelesenes Buch aus dem Regal zu nehmen. Für die Beschäftigung mit diesem Buch sollten etwa 10 bis 15 Minuten zur Verfügung stehen, danach werden die Bücher im Plenum knapp vorgestellt. Die Leitfragen dafür werden auf einem Flipchart visualisiert: Warum hast du unter den xx (Anzahl) Büchern gerade dieses aus dem Regal gezogen? Was hast du damit gemacht? Würdest du dieses Buch gerne ganz lesen? Die vorgestellten Bücher werden der Reihe nach auf einen Tisch gelegt. Am Ende nimmt sich jede Person ein Buch (nicht das eigene!) und stellt es an die richtige Stelle im Regal zurück. Auch eine Recherche zum Buchmarkt kann den Interviews vorgeschaltet werden. Auf einschlägigen Internetseiten ermitteln die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, wie viele Bücher jährlich erscheinen, wie viele Bücher Leserinnen und Leser im Schnitt kaufen und so weiter. Eine persönliche Statistik zum Leseverhalten der Schülerinnen und Schüler lässt sich ganz einfach aufstellen: Jede Schülerin und jeder Schüler ermittelt die Zahl der Bücher im eigenen Regal, die sie oder er (noch) nicht gelesen hat. Auch andere Familienmitglieder können mit einbezogen werden. Fazit: Ungelesene Bücher sind kein "Versagen" der Leserschaft, sondern bieten eine Chance, denn sie warten aufs Gelesenwerden! Ausgehend von einem japanischen Ritual, dem Tsundoku , lernen die Schülerinnen und Schüler etwas über die Kunst des Büchersammelns und bekommen Anregungen, wie sie mit ungelesenen Büchern umgehen können. Tsundoku: Die japanische Kunst des Büchersammelns | RITUALS Hinweise zur Durchführung des Projekts Bei klasseninternen Interviews empfiehlt es sich, nach dem Zufallsprinzip Paare zu bilden, zum Beispiel durch zwei Sätze von Karten mit Bildern, Grafiken oder Symbolen zum Thema Buch (zum Beispiel Fotos oder Zeichnungen von Lesern, Leseorten und -plätzen, Wort "Buch" auf Englisch, Französisch, Latein und so weiter, Zitate zum Lesen und so weiter). ( Arbeitsblatt 3 ) Wird das Projekt klassenübergreifend durchgeführt, muss zunächst der Kontakt zu den Interviewpartnerinnen und -partnern hergestellt und ihr Einverständnis eingeholt werden. Das Anhören einiger Beispielinterviews, entweder als Hausaufgabe oder gemeinsam im Unterricht, kann wichtige Impulse für die Interviews der Schülerinnen und Schüler setzen. Auch ein Fragenkatalog ( Arbeitsblatt 2 ) kann die Interviewarbeit erleichtern. Die Fragen sind dabei als Anregungen zu verstehen, sie müssen nicht der Reihe nach abgearbeitet werden. Die Interviews, egal ob face to face oder per Video Call, müssen als Audiodatei gesichert werden (Smartphone), um nachhaltige Ergebnisse zu erhalten. Nach den Interviews muss genügend Zeit für die Auswertung eingeplant werden: für die individuelle Reflexion, die Besprechung im Plenum, das gemeinsames Anhören einiger Interviews. Zum Abschluss sollten die ungelesenen Bücher eingebunden, mit einer Signatur (Name der "Nicht-Leserin" oder des "Nicht-Lesers") versehen und an geeigneter Stelle gesammelt werden (Klassenbibliothek, Extraregal in der Schulbibliothek). Die Bücherspende kann entweder von der Leserin beziehungsweise dem Leser selbst kommen oder von Sponsoren (Buchhandlungen, Eltern, Förderverein und so weiter). Einen interessanten Exkurs bildet die Frage nach der Bedeutung von e-Books: Wer liest sie? Welche Vorteile/Nachteile bieten sie? Wie funktionieren sie? Dabei muss thematisiert werden, dass Lesende dabei unter ständiger Beobachtung stehen: Amazon und andere Anbieter registrieren, wie schnell, wie häufig, zu welcher Uhrzeit, wie lange wir lesen und ob wir ein Buch ganz lesen. Roland Schulz bringt es im Süddeutsche Zeitung Magazin auf den Punkt: "Während wir lesen, lesen sie [die Bücher] uns."

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben

Populismus als Phänomen der Netz- und Jugendkultur

Fachartikel
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In diesem Fachartikel zum Thema Populismus als Phänomen der Netz- und Jugendkultur erklärt Dr. Frederik Weinert, wie sich Rassismus und Beleidigungen in den Schulalltag einschleichen. Vor allem in WhatsApp-Gruppen entwickelt sich schnell eine gefährliche Eigendynamik. Warum Populismus im Netz? Mutproben wie Selfies auf Bahngleisen und gefilmte Schlägereien sind seit Jahren Bestandteil der digitalen Kindheit. Horrorclowns und Gewaltvideos stürzen wasserfallartig in das Kinderzimmer, das schon lange kein geschützter Raum mehr ist (vergleiche Weinert 2019: 31). Kinder, die zu ihrer sozialen Gruppe dazugehören wollen, schauen sich diese schockierenden Inhalte bis zum Ende an und leiten sie an Klassenkameradinnen und -kameraden weiter. Schnell wird klar: Wer cool sein will, muss Grenzen überschreiten. Das gilt auch für politische Ansichten. Flüchtlingskrise, Holocaust und Adolf Hitler – all das sind Themen, über die wir in Deutschland lieber mit Bedacht sprechen sollten. Die Regeln der politischen Korrektheit sollten eingehalten werden, denn ansonsten kommt es zum Skandal. Allerdings wissen sowohl Kinder als auch Erwachsene, dass verbotene Früchte besonders süß schmecken. In einer polarisierten Gesellschaft ist derjenige, der polarisiert, auch medial präsent. Das führt Prominente sowie Politikerinnen und Politiker in Versuchung, Normen zu brechen. Die Comedy-Branche als Vorbild Populismus hat das Ziel, die Gunst der Massen zu gewinnen. Politikerinnen und Politiker sprechen das aus, was Wählerstimmen bringt. Deutschlands bekannteste Komiker überspitzen gerne die politische Lage, auch wenn der Humor vielleicht nicht immer politisch korrekt ist. Entscheidend ist, dass das Publikum lacht. Nazi-Witze und Anspielungen auf das Dritte Reich sind plötzlich salonfähig, das zeigt regelmäßig auch die heute show im ZDF. Aufgrund der eigenen Nazi-Vergangenheit sind die Deutschen sehr vorsichtig, was sie sagen dürfen – und was nicht! Beinahe wohltuend scheint es dann zu sein, wenn Kabarettisten und Komiker über die Stränge schlagen. "Der Humor ist der Regenschirm der Weisen", sagte nämlich einst schon Erich Kästner. Das bedeutet: Humor ist eine der subklinischen Arten, schlimme Ereignisse zu verarbeiten. Doch wie viel Humor ist eigentlich erlaubt? Bülent Ceylan ist ein bekannter Vertreter der so genannten Ethno-Comedy. Ceylan kokettiert mit deutschen und türkischen Stereotypen, ohne das wirklich böse zu meinen. Auf YouTube kursiert ein Video, das Ceylan bei einer Hitler-Parodie zeigt. "Hipp, hipp", ruft er. Das Publikum ergänzt unisono: "Hurra!" Doch plötzlich schreit der Komiker: "Sieg!" Und tatsächlich: Einige aus dem Publikum kontern mit einem amüsierten "Heil", ebenso Bülent Ceylan, der danach noch uniformierte Männer einmarschieren lässt und von "Gestapo" spricht (vergleiche Weinert 2018a: 185). Das Live-Publikum ist begeistert, und die YouTube-User, darunter viele Jugendliche, verteilen fleißig Likes. Auf ähnliche Weise provozierte einst Late-Night-Legende Harald Schmidt mit seinem "Nazometer". Das Nazometer war ein fiktives Gerät, das Nazi-Vokabeln wie "Blitzkrieg" mittels Signalton meldete. Entsprechend grotesk sah der Dialog mit Oliver Pocher aus, der nur darauf aus war, dass das Messgerät möglichst oft anschlägt. Das Publikum lachte trotzdem – oder auch gerade deshalb. Polen-Witze sind vor allem unter jungen Menschen beliebt. Politisch korrekt ist das nicht. Wohl kaum jemand hätte gedacht, dass Thomas Gottschalk, der immer für Spiel und Spaß im deutschen Fernsehen stand, selbst in ein solches Fettnäpfchen treten könnte. Doch am 27. Januar 2018 verkündete Thomas Gottschalk via Twitter, er habe seine DNA aufschlüsseln lassen: "Afrika war ja klar. Aber über 50 Prozent Osteuropäer! Deswegen habe ich als Kind so geklaut" (Passauer Neue Presse 2018). Der Tweet deutet an, dass Osteuropäerinnen und Osteuropäer gerne klauen, auch wenn Gottschalk das wohl nicht so gemeint hat. Zum Shitstorm kam es trotzdem. Rassismus im Chat – Beispiele aus dem Alltag Jugendlicher Provokationen sind in den Sozialen Medien an der Tagesordnung , um überhaupt erst aufzufallen. Möglichst bunt und schrill muss es sein. Ähnlich verhält es sich auf dem Schulhof. Die lautesten Jungs, also die Draufgänger und Spaßvögel, gelten als besonders cool. Sie trauen sich Dinge, die sich andere nicht trauen – wie beispielsweise das Ansehen von harten Porno-Videos oder das Weiterleiten von gruseligen Sprachnachrichten im Messenger-Dienst WhatsApp. Kids, die wegschauen und nicht mitmachen, werden schnell zu Außenseiterinnen und Außenseitern. Das kann zu Mobbing und Cyber-Mobbing führen, weshalb es wichtig ist, dass Lehrkräfte und Eltern hinschauen, was die Kids mit ihren Smartphones so treiben. Denn viele riskante Inhalte sind harmlos verpackt. Denn was bitte soll daran gefährlich sein, wenn drei gelbe Küken ein schwarzes Küken aus der Stadt jagen? Das ist doch lustig – eben nicht! Da gibt es nämlich diese Grafik, die im Internet kursiert: Süße Entenbabys trappeln über eine kleine Steinmauer. Sie sind gelb befiedert und knuffig. Ganz in der Nähe steht ein schwarzes Küken und fuchtelt wild mit den noch nicht ganz ausgewachsenen Flügelchen. Von den gelben Küken geht eine Sprechblase aus: "Jesus Maria, ein Asylant!!!" Die Urheber solcher Grafiken sind meist unbekannt oder haben sich rechtzeitig aus dem Staub gemacht. Kinder, die darüber lachen, sind nicht unbedingt ausländerfeindlich. Bezeichnungen wie "Asylant" schleichen sich allerdings schnell in den Wortschatz ein. Kürzlich kursierte sogar ein Nazi-Kettenbrief, der via WhatsApp an Jugendliche verschickt wurde. Kurios: Der Angeschriebene wird mit Erhalt des Kettenbriefs "gehitlert". Zu sehen ist ein Hakenkreuz und die Aufforderung, den Brief an zehn weitere Kids weiterzuleiten, um "ein Führer zu werden" (Weinert 2018b: 285). Der Erhalt des Nazi-Kettenbriefs ist natürlich kein krimineller Akt, doch die Weiterleitung ist verboten. Gerade das macht den Reiz aus. Das zeigt sich auch am Beispiel einiger Polizeianwärter in Hessen, die sich in einer WhatsApp-Gruppe ein Bild schickten, das Juden in einem Deportationszug zeigt (vergleiche Pfitzenmaier 2019). Dazu der Text: "Genieß das Leben in vollen Zügen!" Mindestens genauso makaber ist es dann, wenn Teenager aus dem Wort "Holocaust" das Wort "Yolocaust" machen. Zur Erinnerung: Das Akronym YOLO steht für you only live once. Zivilcourage – ja oder nein? Digitale Wortgefechte und Diskussionen sind Teil der demokratischen Streitkultur in den Sozialen Medien. Das ist einerseits gut und wichtig, weil das Recht auf freie Meinungsäußerung, auch geschichtlich betrachtet, ein wertvolles Kulturgut ist. Andererseits tut es keiner Kinderseele gut, selbst im digitalen Kreuzfeuer zu stehen. Der Upload eines Profil-Bildes kann genügen, um beschimpft zu werden. Dass Kinder und Jugendliche mit ihren Smartphones den ganzen Tag online sind, ist nicht gerade ein Schutzschild. Doch wie verhält man sich, wenn Freunde und Klassenkameraden rassistische Bildchen verschicken? Junge Menschen, die sich tolerant und weltoffen zeigen, laufen nämlich Gefahr, für ihre Sichtweise verbal attackiert zu werden. Im November 2017 erhält die 15-jährige Emilia aus Dresden den Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus. Es ist ein ganz normaler Schultag in ihrer Klasse. Plötzlich amüsieren sich die Schülerinnen und Schüler, weil der Akku nur noch 88 Prozent anzeigt – die 88 steht in der rechten Szene für "Heil Hitler". Diese Art von Humor schaukelt sich hoch. Irgendwann taucht das Foto einer Rauchwolke mit der Bildunterschrift "Jüdisches Familienfoto" auf. Emilia wehrt sich dagegen und meldet die Schülerinnen und Schüler. Nicht ohne Folgen: Ein Mitschüler beschimpft Emilia und meint, sie habe "wohl zu viele tote Juden eingeatmet" (Weinert 2018b: 135). Zivilcourage ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Wer sich einmischt, wird möglicherweise aufgemischt. Fazit Lehrkräfte sollten mit den Schülerinnen und Schülern darüber sprechen, welche Strategien in den Sozialen Medien einen gewissen Schutz gewährleisten und wann sie das Gespräch mit den Lehrkräften suchen sollten. Aufklärung ist wichtig, denn schließlich ist es prinzipiell demokratiefördernd, die eigene Meinung zu äußern. Populismus kann mit Mut und den richtigen Argumenten entschärft und aufgedeckt werden. Das ist Teil der Medienerziehung und Medienbildung im Zeitalter der Digitalisierung. Literaturverzeichnis Pfitzenmaier, Marc (2019). Hitlerbilder und "Judensterne" im Chat angehender Lehrer. Welt.de . Online: www.welt.de/politik/deutschland/article204006968/Antisemitismus-Hitlerbilder-in-WhatsApp-Chat-fuer-Lehramtsstudenten.html Weinert, Frederik (2018a). Promis und Populismus in den Sozialen Medien. Wie Stars und Sternchen mit rechter Sprache umgehen. In: Altmeppen, Dieter/Filipovic, Alexander (Herausgeber): Communicatio Socialis. Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft, 51. Jahrgang Baden-Baden, Seite 182-191. Weinert, Frederik (2018b). Die Sprache der Rechten. Wie wir täglich manipuliert werden. Baden-Baden: Tectum. Weinert, Frederik (2019). Digitalkunde als Schulfach. München: UVK/UTB. Weiterführende Literatur Weinert, Frederik (2019): Hilfe, mein Kind ist ein Smombie. Unsere Kids im digitalen Rausch. Baden-Baden: Tectum.

  • Politik / WiSo / SoWi

Online-Gaming als Thema in Schule und Unterricht

Fachartikel
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Dieses Experten-Interview beantwortet Fragen rund um die Themen Online-Gaming und Online-Sucht. Es informiert über positive Lerneffekte und Risiken von Online-Games und gibt Tipps, wie das Thema in Schule und Unterricht behandelt werden kann. Welche Online-Games sind bei Jugendlichen aktuell am beliebtesten? Wie können Jugendliche für Risiken des Online-Gamings sensibilisiert werden? Und welchen Beitrag können Schule und Unterricht leisten? Diese und weitere Fragen hat uns Susanne Rödiger von JUUUPORT beantwortet. Susanne Rödiger ist medienpädagogische Projektmanagerin bei der Online-Beratungsplattform JUUUPORT und koordiniert dort die Abläufe in der JUUUPORT-Beratung, dem Team und der Vereinsarbeit. Welche Online-Games sind bei Jugendlichen aktuell am beliebtesten? Zu den bei Jugendlichen aktuell beliebtesten Spielen gehören neben den Online-Shootern wie Fortnite oder Call of Duty auch Open World-Spiele und Action-Spiele wie The Legend of Zelda, Assassin‘s Creed, Grand Theft Auto oder Read Dead Redemption 2. Ebenso beliebt sind sogenannte MMORPG's (Massively Multiplayer Online Role Playing-Games), bei denen sich mehrere tausend Spielerinnen und Spieler gemeinsam in einer digitalen Welt bewegen und miteinander über Chats interagieren können. Welche Risiken birgt das Spielen von Online-Games? Online-Games sind so angelegt, dass sie die Spielenden permanent im Spiel halten wollen. Es findet ein ständiger Wechsel zwischen Anspannung und Belohnung statt. Level, die erreicht wurden, werden beispielsweise mit Upgrades für Ausrüstung oder besseren Fertigkeiten belohnt. Das spornt die Spielenden an, weiter voranzukommen. Das "Flow"-Erlebnis, das Mihály Csikszentmihalyi erstmalig beschrieben hat, wird im Zusammenhang mit dem Spielen dann zum Problem, wenn das Verlangen danach übermäßig wird und andere Freizeitaktivitäten keine oder nur noch eine stark untergeordnete Rolle spielen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2018 die daraus folgende Online-Spielsucht offiziell in ihren Katalog der Krankheiten aufgenommen. Ein weiteres Risiko stellen In-App-Käufe dar, insbesondere in Free-to-Play-Games. Zunächst kostenfrei angebotene Spiele laden über zusätzliche kostenpflichtige Spielinhalte (In-App-Käufe) dazu ein, beispielsweise im Spiel schneller voran zu kommen oder andere Vorteile gegenüber nicht zahlenden Spielerinnen und Spielern zu erhalten. Online zu spielen gehört für die meisten Jugendlichen heute zur Freizeitbeschäftigung einfach dazu. Hierbei mit den Freundinnen und Freunden mithalten zu wollen ist ähnlich wichtig wie beim Sportunterricht nicht als Letzer aufgerufen zu werden. Immer mithalten zu wollen, kann aber auch dazu verführen, übermäßig viel zu spielen oder im Spiel jeden Preis zahlen zu wollen. Zuletzt darf man auch die Gefahr, die von so genannten Cybergroomern ausgeht, nicht vergessen. Erwachsene legen sich im Spiel eine (oft falsche) Identität zu, mit der sie zunächst anonym mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt treten können. Mit der Zeit wird Vertrauen aufgebaut, oft nutzen die "Groomer" dabei fehlende freundschaftliche oder familiäre Bindungen aus. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem sexuellen Missbrauch der oder des Heranwachsenden. Wie können Jugendliche für diese Risiken sensibilisiert werden? Eine besonders wichtige Rolle spielen die Eltern . Der beste Schutz ist ein gutes Verhältnis und eine enge Bindung zu den eigenen Kindern. Besteht diese, ist es im besten Fall so, dass Kinder und Jugendliche vor ihren Eltern keine Geheimnisse darüber haben, was sie wie oft und lange spielen. Computerspiel-Zeiten zu vereinbaren, kann vor allem bei Kindern und jüngeren Jugendlichen sehr hilfreich sein. Eltern sollten ihren Kindern außerdem beibringen, welche Informationen sie im Netz auf keinen Fall von sich preisgeben sollten, wie den realen Namen, die Adresse oder die Telefonnummer. Vor allem jedoch sollte das Kind immer das Gefühl haben, dass es, egal was passiert ist, zu den Eltern gehen und sich Hilfe holen kann. Um Jugendliche zu sensibilisieren, sollten die Eltern ihnen - ähnlich wie im Straßenverkehr - alle wichtigen Regeln beibringen. Das bedeutet auch, dass Eltern sich in die (Online-Spiel)-Welt ihres Kindes einarbeiten müssen. Hilfsangebote wie der Spielerratgeber NRW können einen guten ersten Überblick geben, wie geeignet Spiele für welche Altersgruppe sind. Außerdem schafft der gesetzliche Jugendschutz eine wichtige Grundlage für die Medienerziehung. Dazu gehören die Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die, wie die Kennzeichen der FSK bei Filmen, eine Auskunft über eine mögliche Entwicklungsbeeinträchtigung der Spiele geben. Die Kennzeichen gibt es nicht nur für Spiele im Handel, sondern mittlerweile auch für Apps und Online-Spiele. Eltern können technische Schutzsysteme nutzen, um den Zugang zu Spielen einzuschränken. Damit kann man zum Beispiel bestimmte Altersstufen sperren, aber auch Zeitbudgets festlegen, Chat-Funktionen ein- oder Ausgaben beschränken. Bei auffälligen Online-Inhalten können sich Jugendliche und ihre Eltern außerdem an die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM), an die FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia), an jugendschutz.net oder an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) wenden. Insbesondere die KJM verfolgt in Zusammenarbeit mit jugendschutz.net Verstöße konsequent. Hierfür sind sowohl im Jugendschutzgesetz als auch im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder Bußgelder festgelegt. Welchen Beitrag können Schulen leisten? Computerspiele oder Online-Games sind bislang in vielen Schulen kein Thema. Das liegt an der häufig fehlenden technischen Ausstattung in den Schulen und viele Lehrkräfte haben selbst auch keinen Bezug zu diesem Thema. Ich denke aber, Online-Games können ein guter Muntermacher innerhalb des Unterrichts sein. Beispielsweise die "Assassin's Creed"-Reihe kann Lust darauf machen, die im Spiel erlebten historischen Figuren besser kennenzulernen und tiefer in ihre Geschichte einzusteigen. Grundsätzlich gibt es eine große Bandbreite an Spielen zum Einsatz in Schulfächern und Experten raten nicht immer nur zu so genannten "Serious Games", die direkt für das Lernen konzipiert wurden. Indem Lehrkräfte zeigen, dass sie sich für die Lebenswelt ihrer Schülerinnen und Schüler interessieren, kann das Verhältnis enger und der Unterricht interessanter werden. Wer dabei als Lehrkraft nicht extra ins Computer-Kabinett umziehen und alle technischen Herausforderungen, die damit an vielen Schulen heute noch verbunden sind, bewältigen möchte, kann auch kurze Einblicke über "Let's Plays" nutzen, bei denen Gamerinnen und Gamer ihr eigenes Spiel als Video festgehalten haben. Zusätzlich können Lehrkräfte die Erziehungsaufgaben der Eltern unterstützen und über die Gefahren im Netz und in Online-Games aufklären. Dies kann im Fachunterricht, aber auch durch medienpädagogische Projekte an Schulen geschehen, bei denen auch Hilfsangebote wie unsere JUUUPORT-Beratung vorgestellt werden. Bei JUUUPORT können sich Jugendliche, die Fragen rund um das Thema Gaming haben, melden und erhalten Hilfe von Gleichaltrigen, die sich in Online-Games häufig viel besser auskennen als Erwachsene. Welche Netzwerkpartner und Materialien rund um den Themenkomplex Online-Gaming können Schulen zu Rate ziehen? Die USK bietet einen Leitfaden für Lehrkräfte zum Einsatz von Computerspielen im Unterricht an. Ebenfalls auf dieser Seite findet man auch den Elternratgeber, der praktische Tipps aus dem Erziehungsalltag gibt und bestimmt auch für Lehrkräfte interessant ist. Der bereits erwähnte Spieleratgeber NRW kann Anregungen vermitteln, welche Spiele für den Einsatz im Unterricht geeignet sind. Auch die Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien informiert über aktuelle Trends im Bereich Online-Games. Sie haben ja schon das Thema Computerspiel-Sucht angesprochen. Wann ist ein Kind oder Jugendlicher gefährdet? Ein Kind oder Jugendlicher ist dann gefährdet, an Computerspiel-Sucht zu erkranken, wenn das eigene Leben fast ausschließlich aus Computerspielen besteht. Die Alarmglocken sollten läuten, wenn Betroffene über einen längeren Zeitraum hinweg Termine vernachlässigen und das Spielen über alle anderen Aktivitäten stellen. Das kann bei Kindern und Jugendlichen beispielsweise auch bedeuten, der Schule fernzubleiben und nach der Schule ausschließlich Zeit mit Computerspielen zu verbringen, statt die Hausaufgaben zu erledigen oder anderen Freizeitaktivitäten nachzugehen. Auch Übergewicht zu entwickeln und die eigenen körperlichen Bedürfnisse (schlafen, essen, Körperpflege) zu vernachlässigen, können in diesem Zusammenhang Anzeichen einer Sucht sein. Unter spielsucht-therapie.de findet man eine Beschreibung der Anzeichen, die auf eine Computerspiel-Sucht hindeuten und entsprechende Hilfsangebote. Was kann ich als Lehrkraft konkret tun, wenn ein Sucht-Fall in meiner Klasse bekannt wird? Wenn Lehrkräfte den Eindruck haben, dass jemand in der eigenen Klasse betroffen ist, ist ein wichtiger Schritt zunächst, die Eltern zu informieren und gemeinsam mit der oder dem Betroffenen und den Eltern Strategien aus der Abhängigkeit heraus zu entwickeln. Dazu gehört vor allem, die Ursachen der Sucht herauszufinden – ist die Computerspiel-Sucht eine Kompensation von anderen Dingen im Leben der oder des Betroffenen, die gerade schief laufen? Im zweiten Schritt ist es wichtig, das Leben umzustellen und neue Aktivitäten anstelle des Computer-Spielens zu setzen. Das kann beispielsweise ein neues Hobby sein, über welches der oder die Betroffene häufig dann auch den Kontakt zu anderen Jugendlichen wieder aufbaut. Wenn Betroffene, Lehrkräfte und Eltern an der Stelle überfordert sind, gibt es Anlaufstellen wie den Fachverband Medienabhängigkeit oder Erste Hilfe Internetsucht , die unterstützen können. Lehrkräfte können das Thema Computerspiel-Sucht auch im Unterricht oder in der Elternarbeit aufgreifen. Beispielsweise bietet die Initiative klicksafe.de eine Handreichung für einen Elternabend an, bei dem auf Internetangebote für pädagogische Fachkräfte eingegangen wird.

  • Fächerübergreifend

Demografischer Wandel am Beispiel des SHK-Handwerks

Fachartikel

Der Fachartikel für den fächerübergreifenden sowie den Politik- und Wirtschaftsunterricht beleuchtet den demografischen Wandel als gesellschaftliche Herausforderung am Beispiel des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks (SHK). Thematisiert werden der Renteneintritt der sogenannten Babyboomer-Generation, der daraus resultierende Fachkräftemangel und Lösungsansätze wie die verstärkte Integration von Frauen in männerdominierte Berufsfelder. Demografischer Wandel im Unterricht Die Überalterung der Gesellschaft und die damit zusammenhängenden Wandlungsprozesse in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sowie auf dem Arbeitsmarkt sind fest lehrplanverankert im Sozialkunde- und Politik-, Geografie-, Wirtschafts-, Geschichts- und Religions-/Ethik-Unterricht. Seit vielen Jahren lässt sich der demografische Wandel in der Realität beobachten, doch gerade heutzutage manifestiert er sich konkret in den unterschiedlichsten Teilbereichen. Wie er ganze Berufsbilder beeinflussen, tradierte Rollenbilder aufbrechen, Impulse zu nachhaltiger, generationengerechter Baukultur liefern und auch neue berufliche Perspektiven eröffnen kann, thematisiert dieser Fachartikel am Beispiel des Handwerks Sanitär Heizung Klima. Demografischer Wandel verändert SHK-Berufsbild Eine alternde Bevölkerungsstruktur, der demografische Wandel, macht sich in vielen Branchen und in den Anforderungen an sie immer deutlicher bemerkbar. Das trifft auch auf das Berufsbild Sanitär Heizung und Klima (SHK) zu. Laut Statistischem Bundesamt steigt die Zahl der Pflegebedürftigen von Jahr zu Jahr. Waren es 1999 noch knapp 2 Millionen Menschen, waren es im Dezember 2021 fast 5 Millionen. Gleichzeitig steigt auch der Anteil derer, die zu Hause gepflegt werden. Im Jahr 2021 wurden 84 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Das ist ein Anstieg von fast 10 Prozent gegenüber 2017 (Mehr Pflegebedürftige, 2023). Immer mehr Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben. Um diesen Wunsch zu erfüllen, muss die Wohnung altersgerecht sein. Bei der Schaffung von altersgerechtem Wohnraum kommt dem SHK-Handwerk eine Schlüsselrolle zu. Kernkompetenz Badsanierung – zukunftssichere Branche Denn die Badsanierung gehört zu den Kernkompetenzen des SHK-Handwerks. Allein im Jahr 2018 haben die SHK-Innungsbetriebe eine halbe Million Bäder saniert – rund 40 Prozent davon wurden mit dem Pflegewohngeld gefördert. Das heißt, es wurde Wohnraum altersgerecht umgebaut (Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima, 2020 Pflegebad, S. 5). SHK-Handwerkerinnen und -Handwerker beraten dabei private Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer beim altersgerechten Umbau und dessen Planung. In den letzten Jahren lag der Forschungsschwerpunkt im SHK-Handwerk – neben digitalen Assistenzsystemen – daher auch auf pflegegerechtem Wohnen (ZVSHK, Studie zum Bedarf fürs Pflegebad). Gesundheitspolitischer Grundsatz "ambulant vor stationär" – Handlungsbedarf In der deutschen Gesundheitspolitik gilt der Grundsatz "ambulant vor stationär". Das bedeutet, dass medizinische Leistungen und Behandlungen in der Regel zuerst in ambulanten Einrichtungen erbracht werden, bevor eine stationäre Versorgung in einem Krankenhaus in Betracht gezogen wird. Mit der alters- und pflegerechten Badezimmergestaltung trägt das SHK-Handwerk zur Umsetzung dieses Leitsatzes bei. Es hat das Fachwissen und die Beratungskompetenz, um Badezimmer alters- und pflegegerecht zu konzipieren und umzusetzen. Der Verband arbeitet konstruktiv mit Pflege- und Wohnberaterinnen/-beratern, Nutzerinnen und Nutzern sowie Pflegekassen zusammen, um sicherzustellen, dass bauliche Lösungen für die Pflege zu Hause verbessert werden (statement, 2019, S. 8f.). Demografischer Wandel im Handwerk Der Wandel betrifft aber auch die Alters- und Geschlechterstruktur des SHK-Handwerks selbst. Ende 2022 veröffentlichte das Statistische Bundesamt eine Studie, aus der hervorging, dass in den folgenden zehn Jahren die sogenannten Babyboomer, also die Geburtsjahrgänge 1955 bis etwa 1969, in Rente gehen. Diese besonders geburtenstarken Jahrgänge machen derzeit im Bundesdurchschnitt 22 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus (Statistisches Bundesamt, Sanitär- und Heizungsbau, 2022). In einigen Branchen und Bundesländern ist der Anteil noch deutlich höher. So sind in Berlin in der Gebäudetechnik, zu der auch die Berufe des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks gehören, 43,5 Prozent der Beschäftigten älter als 55 Jahre (Daehler und Schneider 2022). Herausforderungen: Tradierte Strukturen aufbrechen, Frauen einbinden Das SHK-Handwerk braucht also Nachwuchs und eines ist sicher: Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel im Handwerk sind ohne Frauen nicht zu bewältigen. Der Frauenanteil im SHK-Handwerk wächst stetig, dennoch ist es noch eine Männerdomäne. Mit 1,5 Prozent liegt der Frauenanteil der Auszubildenden im SHK-Handwerk unter dem Durchschnitt aller Ausbildungsgruppen/-zweige (34,5 Prozent) (Statistisches Bundesamt, Sanitär- und Heizungsbau, 2022). Vor diesem Hintergrund sprechen sich immer mehr Fachleute der Branche für eine stärkere Beteiligung von Frauen aus. Gleichzeitig müssen aber hier auch veraltete Geschlechtervorstellungen thematisiert und überwunden werden (Jahn, Frauen im Blaumann). Konkrete Maßnahmen, um mehr Frauen für die Branche zu gewinnen, sind daher vor allem politische, aber auch betriebliche Aufklärungsarbeit (Linda, Handwerk, 2020). Ebenso fördern Angebote wie der jährlich stattfindende Girls‘ Day die Sichtbarkeit von Frauen in der Branche. Besonders die inhaltlichen Veränderungen im SHK-Handwerk, weg von körperlich schwerer Arbeit hin zu mehr Kopf- und Planungsarbeit, könnten mehr Frauen in den Beruf bringen (ZVSHK, Girls‘ Day). Vor allem aber braucht es weibliche Vorbilder in der Branche selbst (Peters, Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten, S. 3f.). Ausbildung im SHK-Handwerk im Trend Dabei ist die Branche so beliebt wie kaum eine andere und befindet sich, was die Berufsinhalte betrifft, besonders im Wandel. Die Digitalisierung bringt frischen Wind in den Berufsalltag und verändert damit auch das Berufsbild an sich. Digitale Assistenzsysteme unterstützen die Fachkräfte bei ihrer Arbeit. Aber auch neue Themen und Einsatzgebiete rücken den Klimawandel und die älter werdende Bevölkerung verstärkt in den Fokus der Branche. In schulischen Berufsorientierungsphasen, an Girls‘ and Boys‘ Days oder durch Praktika in SHK-Betrieben können Schülerinnen und Schüler ein Verständnis für die Bedeutung und Vielfalt dieses Handwerks entwickeln. Die Beliebtheit der Branche spiegelt sich auch in den Ausbildungszahlen wider, die kontinuierlich steigen (Statistisches Bundesamt, Sanitär- und Heizungsbau, 2022). Die SHK-Branche ist eine der wenigen, die die Trendwende geschafft hat. Sie gehört zu den Top 3 der Ausbildungsberufe bei Jungen im Jahr 2022 (Boys' Day, Top 10). Neue Herausforderungen auch für die Ausbildung Die neuen Herausforderungen, die sich aus den veränderten Berufsinhalten ergeben, werden das Berufsbild auch in Zukunft weiter verändern. Vor diesem Hintergrund müssen auch die Ausbildungsinhalte durch den Verband laufend angepasst werden, damit sowohl der Nachwuchs als auch die erfahrenen Fachkräfte den Anforderungen des Berufes gewachsen sind. Zukunftsbranche mit vielen Facetten Der demografische Wandel, die Digitalisierung und der Klimawandel stellen das SHK-Handwerk vor Herausforderungen und neue Möglichkeiten. Die Branche entwickelt sich dadurch zu einem vielseitigen Berufsbild, das die Nutzung moderner Technologien sowie gesellschaftlich relevante Tätigkeiten wie das altersgerechte, digitale und klimaneutrale (Um-)Bauen von Wohnraum umfasst. Diese Vielfalt macht die SHK-Branche zu einer zukunftssicheren, die gebraucht wird. Eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung des Branchen internen demografischen Wandels kommt vor allem den Frauen und ihrer verstärkten Integration in dieses Handwerk zu. Im Hinblick auf die Berufsorientierung können Schulen eine entscheidende Rolle spielen. Durch eine intensivere Auseinandersetzung mit dem SHK-Handwerk in Form von Praktika und Betriebsbesichtigungen, aber insbesondere auch im lebensweltnahen Unterricht können Schülerinnen und Schüler die Vielseitigkeit und Relevanz dieses Handwerksfeldes erleben. Verwendete Internetadressen Boys' Day: Top 10 der beliebtesten Ausbildungsberufe bei jungen Männern, 2023. Online: https://www.boys-day.de/ueber-den-boys-day/statistiken-und-evaluation/statistiken-zur-studien-und-berufswahl/top-10-der-ausbildungsberufe . Jahn, Martina: Frauen im Blaumann – nicht immer akzeptiert, handwerk.com, 2018. Online: https://www.handwerk.com/frauen-im-blaumann-nicht-immer-akzeptiert . Linda: Handwerk: Immer mehr Frauen setzen auf handwerkliche Berufe, Frauenpanorama, 2020. Online: https://frauenpanorama.de/handwerk-immer-mehr-frauen-setzen-auf-handwerkliche-berufe/ . Peters, Horst (Hrsg.): Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten für einen erhöhten Frauenanteil im Handwerk, Hochschule Düsseldorf (HSD), 2016. Online: https://weiterbildung.hs-duesseldorf.de/heat/Documents/Erh%C3%B6hter_Frauenanteil_im_Handwerk_HEAT.pdf . Statistisches Bundesamt (Destatis): Mehr Pflegebedürftige. Online: https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/Hintergruende-Auswirkungen/demografie-pflege.html#:~:text=Pflegebed%C3%BCrftige%20nach%20Versorgungsart%202021&text=vollstation%C3%A4r%20in%20Heimen-,End%20of%20interactive%20chart.,Pflegebed%C3%BCrftige%20%C3%BCberwiegend%20durch%20Angeh%C3%B6rige%20gepflegt . Statistisches Bundesamt (Destatis): Sanitär- und Heizungsbau. Zahl der Erwerbstätigen binnen 10 Jahren um 9 % zurückgegangen. Online: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/07/PD22_N047_13_61.html . Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima: 2030 Pflegebad. Online: https://www.zvshk.de/zvshk/shk-gewerke/installateur-und-heizungsbauer/betriebswirtschaft/details/artikel/7166-pflegebad-2030/ . Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (Hrsg.): statement. Das Meinungsmedium des ZVSHK, 2019. Online: https://www.zvshk.de/fileadmin/zvshk.de/user_upload/Redaktion/PDF_Dokumente/Statement_Ausgabe-19_web.pdf . Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima: Wissenswertes rund ums SHK-Handwerk: was ist der Girls‘ Day?, Zeit zu starten. Online: https://www.zeitzustarten.de/blog/details/girlsday2023 .

  • Politik / SoWi

KI in der Grundschule – (k)ein Thema?

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In diesem Artikel wird die Relevanz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Grundschule thematisiert, wobei Lehrkräfte und Eltern oft unsicher über die Vor- und Nachteile sind. Der Beitrag betont die persönliche Auseinandersetzung mit diesem Thema. Welche Facetten hat das Thema Einsatz von KI in der Grundschule ? Vielleicht fragt sich der eine oder die andere beim Lesen der Überschrift dieses Beitrags: "Muss ich mich jetzt auch noch mit KI beschäftigen? Wir haben doch schon genug andere, wichtige Themen." Das stimmt auch. Dennoch ist das Thema Digitalisierung ein Thema, das sich laufend überholt und entsprechend sollte Schule auch darauf reagieren. Schulische Vorgaben müssen ständig überprüft und angepasst werden. Wie bei jedem digitalen Thema lässt sich auch der Einsatz von KI nicht ausschließlich auf den Medien- oder Sachunterricht beschränken. Die Welt ist im Wandel und die KI wird sehr viel verändern, auch das Lernen, ebenso die Unterrichtsvor- und -nachbereitung. Allerdings ist KI nicht unfehlbar. Nur wer versteht, wie KI funktioniert , kann sie kompetent nutzen. Wer nicht klar formuliert oder nicht in KI-Sprache "promptet" , wird auch nicht von der Technologie profitieren. Genau darum geht es: Medienkompetenz. Da wäre es "grob fahrlässig", das Thema KI außen vorzulassen. Was sagen die Bildungspolitik und die Bildungsforschung? "Unsere Schulen sollen Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit KI vertraut machen. Sie müssen lernen, wie KI-basierte Textgeneratoren funktionieren, deren Potentiale und Risiken erkennen und die gesellschaftlichen Auswirkungen verstehen", so die NRW-Schulministerin Dorothee Feller in einer Pressemitteilung im Februar 2023. Ein dazugehöriger Handlungsleitfaden ist auf der Webseite des Ministeriums verfügbar. In der Veröffentlichung findet man Hinweise zur Nutzung von Programmen wie ChatGPT im Unterricht sowie rechtliche Hinweise, insbesondere zu Datenschutz und Datensicherheit. Auch andere Bundesländer, wie die Senatsverwaltung für Bildung in Berlin, haben ähnliche Handreichungen herausgegeben. Konkrete Anleitungen für den Unterricht fehlen jedoch bislang. Was sagt die Lernforschung zum Thema KI im Unterricht? Der deutsche Wissenschaftler Ulrich Trautwein, der unter anderem zur Digitalisierung in Lernkontexten forscht, äußerte sich im August 2024 in einem Interview mit der GEO zur Rolle von KI im Schulunterricht. Er sieht drei mögliche Szenarien: KI spielt kaum eine Rolle im Unterricht. KI ersetzt die Lehrkraft vollständig. KI wird unterstützend im Unterricht eingesetzt. Für Trautwein ist das dritte Szenario am wahrscheinlichsten. Er betont, dass KI gezielt bei Problemen helfen und auf individuelle Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler eingehen kann, was das Lernen bereichert. Die KI gehört schon länger zur Lebenswelt der Kinder – Wo begegnet sie ihnen? Es ist eine spannende Frage, die man gemeinsam mit den Kindern erkunden sollte. Obwohl das Thema KI noch nicht in allen Köpfen der Erwachsenen präsent ist, haben viele Kinder schon ein gewisses Vorwissen. Unter dem Punkt KI als Thema im Unterricht werden verschiedene Ideen und Ansätze vorgestellt. KI in der Unterrichtsvor- und -nachbereitung Ein Arbeitsblatt zum Thema Wortarten (Arbeitsblatt 01) Der Einsatz von KI-Tools kann Lehrkräfte bei der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts unterstützen. Beispielsweise kann man ein KI-Programm wie ChatGPT anweisen, ein Arbeitsblatt zum Thema Wortarten zu erstellen, inklusive eines Blattes zur Selbstkontrolle. Dabei ist es wichtig, einen präzisen "Prompt" einzugeben, der beschreibt, wie das Arbeitsblatt aussehen soll und für welche Zielgruppe es bestimmt ist. Ein "Prompt" ist eine klar formulierte Anweisung oder Frage, die darauf abzielt, eine konkrete Antwort von der KI zu erhalten. Nach der Erstellung sind manchmal kleine Anpassungen nötig, wie die ansprechende Gestaltung des Arbeitsblattes mit Symbolen oder Piktogrammen. Ein Beispiel habe ich für Sie vorbereitet. Ein zielgruppenrelevanter Lesetext für den Leseunterricht in ein paar Sekunden Lehrkräfte sind oft auf der Suche nach passenden Lesetexten für ihre Klassen. Besonders durch das neue Konzept der "Lesezeit" und das verpflichtende Lesenüben von 3 x 20 Minuten pro Woche in Nordrhein-Westfalen wird häufig geeigneter Lesestoff benötigt. Mit klar formulierten "Prompts" kann ein Text erstellt werden, der genau auf die Zielgruppe abgestimmt ist. Ein Beispiel für eine Eingabe könnte lauten: "Erstelle einen Text mit 4.000 Zeichen für eine vierte Grundschulklasse, in dem es um die Freundschaft einer Katze zu einer Maus geht." Sollte der vorgeschlagene Text noch nicht ganz passend sein, schlägt die KI Änderungsmöglichkeiten vor. Im Zweifelsfall wird der Text von der Lehrkraft verfeinert. Auch ein passendes Bild kann von der KI erstellt werden, zum Beispiel durch den Prompt: "Erstelle zu der Geschichte ein passendes Bild." Wer es auf die Spitze treiben möchte, kann sogar einen Liedtext dazu schreiben lassen. Probieren Sie es aus! KI für Feedbacks Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler können Texte in eine KI eingeben und erhalten auf Wunsch Überarbeitungstipps. Dies erleichtert die Arbeit der Lehrkräfte und unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, ihre Texte zu verbessern. Die KI gibt konkrete Hinweise zur Optimierung und fördert so den Lernfortschritt. Adaptives Lernen, wie es zum Beispiel das Mathematikprogramm bettermarks bietet, passt sich den individuellen Schwierigkeiten der Lernenden an. In einigen Bundesländern ist dieses Programm bereits etabliert, und die Kosten werden vom Land übernommen. KI für Elternbriefe In Schulen mit einem hohen Anteil fremdsprachiger Eltern kann der Einsatz von KI ebenfalls von großem Nutzen sein. Elternbriefe lassen sich schnell in Leichte Sprache oder Fremdsprachen übersetzen. Lehrkräfte können den Brief per Copy/Paste in die KI einfügen oder ihn direkt von der KI schreiben lassen. Diese Möglichkeit eignet sich auch für die Kommunikation mit fremdsprachigen Kindern. KI als Thema im Unterricht – Medienkompetenz erlangen mit und durch KI Beispiele für KI-basierte Anwendungen Die Fortbildungsplattform fobizz bietet verschiedene KI-Tools in einem "geschützten Raum" an, in dem Schülerinnen und Schüler KI-generierte Bilder und Texte erstellen können. Lehrkräfte können Projekte mit passenden Aufgabenstellungen und KI-Tools für ihre Klassen entwickeln. Der Zugang erfolgt einfach per QR-Code, ohne dass sich die Kinder registrieren müssen, und die Daten sind geschützt. Die Plattform, die vor allem Fortbildungen anbietet, ist kostenpflichtig, aber das Ausprobieren ist kostenlos. In einigen Bundesländern wurde den Schulen ein vom Land finanzierter Zugang zur Verfügung gestellt. Alternativ kann der Zugang zu fobizz , einschließlich der KI-Tools, auch über den Fortbildungsetat der Schulen finanziert werden. SchulKI – ChatGPT für Schulen Die Plattform SchulKI ermöglicht es Schülerinnen und Schülern, ChatGPT in der Schule sicher und datenschutzkonform zu nutzen. Die Schülerversion kann kostenlos und ohne Registrierung verwendet werden. Unterrichtsideen zum Thema KI Im Folgenden werden Ideen vorgestellt, wie das Thema KI im Unterricht der Grundschule thematisiert werden kann. Sie können dafür die Arbeitsblätter nutzen und kopieren. Ebenso denkbar ist auch, dass die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe per QR-Code auf ihr Tablet übertragen. Die ABs wurden mit dem Worksheet-Crafter erstellt, der es zulässt, den Kindern die Aufgabe per QR-Code zur Verfügung zu stellen. Vorsicht Datenschutz Bevor man mit den Kindern mit einer KI arbeitet, muss man sich über die unterrichtlichen Vorgaben informieren, da diese in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt werden können. Es kann an dieser Stelle keine verbindliche Rechtsauskunft gegeben werden. Klar sollte sein, dass weder Kinder noch Lehrkräfte personenbezogene Daten, Fotos oder Videos von Personen in einem Prompt verwenden dürfen, da diese möglicherweise weiterverarbeitet werden. Wirklich abgesichert sind Kinder in einer eigens für den Unterricht erstellten KI-Anwendung, wie sie beispielsweise die oben genannten Programm fobizz oder schulKI bieten. Die sicherste Variante ist die Nutzung einer auf Tablets installierten App, wie zum Beispiel Microsoft Copilot , die in einer eingeschränkten Version kostenlos erhältlich ist. Weiterführende Infos erhalten Sie auf der Seite Datenschutz-Schule . Aufgabe 1: Was ist Künstliche Intelligenz? Wo finden wir sie? Mit diesen Fragen können die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen oder im Plenum besprechen, was ihnen dazu einfällt. So wird das Vorwissen der Kinder aktiviert. Die Antworten können digital notiert werden, zum Beispiel in Mentimeter oder einem anderen kollaborativen Programm der Schule. Alternativ können die Kinder ihre Ergebnisse auf einem Tablet festhalten und auf die digitale Tafel übertragen. Erfahrungsgemäß haben viele Kinder den Begriff KI schon einmal gehört, können aber, wie viele Erwachsene, noch nicht viel damit anfangen. Häufig genannte Beispiele sind: "Gesichtserkennung am Handy, Google Lens , selbstfahrende Autos und Alexa ." Falls den Kindern keine Beispiele einfallen, können sie das Video Künstliche Intelligenz – kindgerecht erklärt von der Bundeszentrale für politische Bildung ansehen und danach Stichpunkte zu den Fragen aufschreiben. Mentimeter ist übrigens ein in der Free-Version kostenloses, digitales Umfrage- und Brainstorming-Tool, das auch von Grundschulkindern sehr einfach genutzt werden kann. Die Lehrkraft stellt eine Frage ein und präsentiert diese zum Beispiel am Active Board oder per Beamer. Die Kinder scannen einen QR-Code und geben ihre Antworten ein. Auf dem Active Board oder der Leinwand kann die Entstehung der Ergebnisse live verfolgt werden. Aufgabe 2: Frag doch mal die KI (Arbeitsblatt 02) Die Kinder sollen herausfinden, wie eine KI funktioniert. Dies kann in Gruppen erfolgen: Eine Gruppe nutzt die KI (zum Beispiel ChatGPT, Copilot), eine andere recherchiert mit einer Kindersuchmaschine im Internet, und eine dritte interviewt beispielsweise den Digitalisierungsbeauftragten der Schule. Anschließend werden die Ergebnisse verglichen und diskutiert, welche Gruppe die besten Antworten gefunden hat. Je nach Fragestellung werden die Kinder feststellen, dass die Antworten der KI nicht immer zielführend oder altersgerecht sind. Die Expertin oder der Experte (Pädagogin/Pädagoge und Digitalisierungsbeauftragte) kann dann gegebenenfalls konkretere Antworten liefern. Aufgabe 3: Vorbereitung eines Themas per KI (Arbeitsblatt 03) Die Kinder sollen sich in Gruppen mithilfe der KI auf ein Thema vorbereiten. Dabei lernen sie, wie wichtig es ist, zielführende Prompts zu erstellen. Im anschließenden Unterrichtsgespräch wird besprochen, ob die Kinder mit ihren Texten zufrieden sind und ob sie diese verstehen. Die Lehrkraft kann erklären, dass die KI Texte auch in Leichter Sprache ausgeben kann. Dies kann gemeinsam im Plenum und mit der digitalen Tafel ausprobiert werden. Aufgabe 4: Hat die KI immer Recht? Warum sollten wir in der Schule überhaupt noch etwas lernen? (Arbeitsblatt 04) Die Kinder sollen abschließend darüber diskutieren, ob man der KI immer vertrauen kann und warum man überhaupt in der Schule noch etwas lernen muss, obwohl es doch die KI gibt. Es ist sicher interessant, welche Argumente die Kinder dazu vorbringen. Literaturverzeichnis Ministerium für Schule und Weiterbildung (2024): Umgang mit textgenerierenden KI-Systemen. Online Teschner, Johannes (2024): Jedes Kind käme näher an sein Leistungsmaximum : Ein Bildungsforscher erklärt, warum wir KI im Unterricht brauchen, Interview mit Ulrich Trautein aus der Geo. Online Weiterführende Literatur In diesem kostenlosen Schulbuch zur KI erhalten Sie eine gute und einfach verständliche Beschreibung aller KI relevanten Themen. Das Buch ist eher für ältere Schülerinnen und Schüler geeignet, aber sicher eine Unterstützung für die Lehrkraft. Julian Dorn (Autor), Josi Künstler (Autorin), Johannes Dorn (Wissenschaftler) (2024): Das Schulbuch zur Plattform: schulKI-2024-07-21-helle-edition.pdf

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Vom Refendariat zur "vollen Stelle" – worauf Sie beim Berufseinstieg achten sollten

Fachartikel
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Dieser Fachartikel zum Thema "Berufseinstieg" vermittelt Referendarinnen und Referendaren ein realistisches Bild von typischen Herausforderungen, die der Berufseinstieg mit einer "vollen Stelle" mit sich bringt. Vor allem zeigt er aber durch praktische Hinweise auf, wie der Start in diesen neuen Lebensabschnitt gut zu meistern ist. Ohne Schwimmflügel im tiefen Wasser Von einer ausgelassenen Partystimmung konnte keine Rede sein, als wir Referendarinnen und Referendare Ende Januar 2005 ein letztes Mal im Studienseminar zusammenkamen, um im Rahmen einer kleinen Zeremonie die Staatsexamenszeugnisse entgegenzunehmen. Die Freude darüber, die Mühen des Referendariats "geschafft" zu haben, wurde spürbar von einem Gefühl der Anspannung gedämpft, die eindeutig mit dem nahenden 1. Februar zusammenhing. Ab diesem Datum sollte für die allermeisten von uns ein neuer Lebensabschnitt beginnen – zusammengefasst mit der Formel "neue Schule, volle Stelle". Die volle Konzentration auf die Lehrproben, die Staatsexamensprüfung und die Stellensuche hatte während des Referendariats kaum Gelegenheit geboten, sich intensiv mit der "Zeit danach" zu befassen. "Erst einmal das Referendariat bestehen, alles andere wird schon werden", war bei vielen Referendarinnen und Referendaren eine sehr verständliche (und letztlich notwendige Gelassenheit spendende) Grundhaltung gewesen. Nun aber ließ sich die nächste "Welle", die beruflich auf uns zurollte, nicht mehr verdrängen. Der "richtige" Berufseinstieg mit 26 Wochenstunden an einer neuen Schule fühlte sich für mich – um es wieder metaphorisch auszudrücken – wie ein Sprung in tiefes Wasser an, wo ich fortan ohne Schwimmflügel meine Bahnen zu schwimmen hatte. Durchaus etwas neidisch schaute ich, damals ein End-Zwanziger, auf die älteren Lehrkräfte, mit denen ich nun "in einer Liga spielte". Deren Souveränität, Routine, Erfahrungsschatz und Materialbestand hätte ich gerne schon gehabt. Heute weiß ich: Am Sammeln eigener Erfahrungen führt kein Weg vorbei. Ja, die ersten Monate des Berufseinstiegs mit dem Status "Beamter auf Probe" waren – gefühlt – eine harte Zeit, zumal die anstehende Prüfung zur "Lebenszeit-Verbeamtung" wie im Referendariat für einen unangenehmen Leistungsdruck sorgte. Viele gestandene Kolleginnen und Kollegen, die heute ihren Ruhestand genießen, haben mich damals in meiner Rolle als "Neuling" unterstützt. Ein gutes Kollegium ist in dieser Phase von großem Wert. In diesem Fachartikel möchte ich meine Erfahrungen mit heutigen Referendarinnen und Referendaren, die auf den Berufseinstieg mit "voller Stelle" zusteuern, teilen. Dabei geht es mir nicht nur darum, die spezifischen Herausforderungen bewusst zu machen, sondern in der Praxis bewährte Wege der Bewältigung aufzuzeigen. Frühzeitig, vorausschauend und klug planen Vorausschauend zu denken, wichtige Termine sowohl im Kalender als auch im Hinterkopf zu haben und Ihre private Lebensplanung mit den Pflichten in Einklang zu bringen, haben Sie wahrscheinlich schon in der Schule, während des Studiums oder spätestens im Referendariat gelernt. Trotzdem sollten Sie als Berufsanfängerin und Berufsanfänger besonders auf eine penible Planung achten, um böse Überraschungen und den damit verbundenen Stress zu vermeiden. Investieren Sie so früh wie möglich eine Stunde (oder mehr), um das vor Ihnen liegende Halbjahr zu planen. Erkundigen Sie sich im Terminplan der Schule (oder direkt bei der Schulleitung oder im Kollegium) nach wichtigen "Deadlines" – vor allem für die Mitteilung des Leistungsstands und die Eingabe von Zeugnisnoten. Filtern Sie die Konferenzen und außerunterrichtlichen Aktivitäten, bei denen Sie zur Teilnahme verpflichtet sind, aus der Informationsflut des Schultermin-Plans heraus und tragen Sie diese – ebenso wie die "Deadlines" – in Ihren privaten Kalender ein. Dieses "allgemeine" Termingerüst kennen Sie sicherlich bereits aus dem Referendariat. Wenn Sie aber nun Ihren neuen Stundenplan für die erste "volle Stelle" heranziehen, werden Sie einen gravierenden Unterschied feststellen. Jetzt beginnt die eigentliche Planungsarbeit. Die Anzahl der Klassenarbeiten und Klausuren in einem Fach pro Halbjahr ist festgelegt. Die Termine dafür müssen Sie allerdings selbst setzen, sofern es sich nicht um "Parallelarbeiten" handelt – auch danach sollten Sie sich frühzeitig erkundigen. Weitere Punkte, die Sie bei Ihrer Halbjahresplanung unbedingt berücksichtigen sollten, sind besondere Projekte, Exkursionen, Klassenfahrten und – nicht zu unterschätzen – die Einarbeitung in neue Themen. All diese Aktivitäten kosten Zeit und Kraft. Ob Sie in dem vor Ihnen liegenden Schulhalbjahr viel oder wenig Stress erleben werden, hängt vor allem von der Planung Ihrer Korrekturen ab. Wer "korrekturintensive" Fächer wie Deutsch oder Englisch unterrichtet, wird bereits im Referendariat ein Gespür für den Zeitaufwand bekommen haben, der damit verbunden ist. Planen Sie gerade in diesen Fächern großzügige Korrektur-Zeiträume ein. Wer dagegen eine Woche vor den Zeugniskonferenzen noch eine Leistungskurs-Klausur schreiben lässt, darf sich nicht über sieben Nächte am Schreibtisch wundern. Korrektur-Stressphasen lassen sich auch dadurch abmildern, dass Sie Arbeiten in "Nebenfächern" zwischen den Hauptfach-Terminen platzieren. Rechnen Sie aber vorsichtshalber immer damit, dass die Phase vor den Zeugniskonferenzen am Halbjahresende sehr stressig wird. Klassenfahrten und Projekte sollten Sie lieber durchführen, wenn die Noten feststehen und eingetragen sind. Dies gilt übrigens auch für größere private Vorhaben: Halten Sie die Feier Ihres runden Geburtstags, Ihrer Verlobung oder gar Ihrer Hochzeit von den schulischen "Deadlines" fern. Vorbereitungsaufwand realistisch gestalten Vielen Referendarinnen und Referendaren gibt ein minutiöser Ablaufplan Sicherheit bei der Durchführung einer Unterrichtsstunde. Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger mit einem Hang zum Perfektionismus, die an dieser Form der sehr detaillierten Stundenplanung festhalten, werden sich allerdings während der ersten Wochen mit der "vollen Stelle" von diesem Vorgehen trennen müssen. Der Autor spricht da aus Erfahrung. Sie werden merken, dass Sie angesichts der hohen Anzahl an Unterrichtsstunden sehr schnell eine Souveränität entwickeln, die Ihnen die Professionalität gibt, den Unterricht ohne minutiösen Ablaufplan zu gestalten und flexibel auf Abweichungen zu reagieren. Wenn Ihnen dann bewusst ist, dass die Qualität der Stunde nicht davon abhängt, ob Sie ein gewisses Teilziel in Minute 7 oder erst in Minute 15 erreicht haben, strahlen Sie eine professionelle Gelassenheit aus, die Ihr Profil als Lehrerin oder Lehrer vor der Klasse stärkt. Umgekehrt können Sie sich ausmalen, welche Wirkung Sie bei den Lernenden erzielen, wenn Sie verkrampft ins Schwitzen geraten, weil Sie in Minute 14 noch nicht das Teilziel erreicht haben, das für Minute 7 vorgesehen war. Zudem werden Sie feststellen, dass eine minutiöse Planung jeder einzelnen Unterrichtsstunde bei einer "vollen Stelle" zeitlich und kräftemäßig nicht durchzuhalten ist. Stellen Sie sich vor, dass Sie nach einem Schultag mit sieben Stunden erschöpft nach Hause kommen. Der Kühlschrank ist leer, es muss eingekauft werden. Um 16 Uhr steht ein Zahnarzttermin auf dem Programm, um 18 Uhr haben Sie Badminton-Training. Auf dem Schreibtisch warten noch zwei Heftstapel, die korrigiert werden wollen. Um fit zu sein, wenn der Wecker am nächsten Tag kurz vor sechs Uhr klingelt, benötigen Sie Ihre sieben Stunden Nachtschlaf. Sie müssen außerdem ja noch essen und trinken und möchten vielleicht noch die eine oder andere Nachricht in Ihren sozialen Netzwerken beantworten. – Wie wollen Sie da die sieben Stunden des nächsten Schultags bis ins letzte Detail planen? – Und wenn Sie dann auch noch Kinder haben… Es hat selbstverständlich seinen Sinn, dass Sie im Referendariat lernen, eine Unterrichtsstunde strukturiert zu planen und dafür mit viel Kreativität und Präzision passendes Material zu gestalten. Beim Antritt Ihrer "vollen Stelle" kommt es aber nicht mehr darauf an, tagtäglich Ihr didaktisches Geschick unter Beweis zu stellen. Sie dürfen – und müssen – sich von Ihrem "inneren Fachleiter" trennen. Von nun an zählt nämlich vor allem Pragmatismus. Greifen Sie – statt mit viel Zeit und Kraft (und einem oft mageren Ergebnis) das Rad für jede Stunde neu erfinden zu wollen – auf bewährte Lehrwerke oder fertig konzipiertes Online-Material zurück, wie Sie es unter anderem bei Lehrer-Online finden. Und kooperieren Sie mit netten Kolleginnen und Kollegen. Nur so lässt sich der neue Schulalltag bewältigen. Fragen statt verzagen Wo muss ich eigentlich die schriftliche Entschuldigung der Schülerin abheften? Wie bewerte ich Rechtschreibfehler in einer Geschichtsklausur? Wer gibt mir eine Fernbedienung für die Beamer? – Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Gerade in der Phase Ihres Berufseinstiegs schießen Ihnen immer neue Fragen in den Kopf wie Pilze aus dem Boden. Sicherlich werden sich die Schulleitung und das Kollegium an Ihrer neuen Schule bemühen, Sie über die wichtigsten Abläufe und Regeln im Schulbetrieb aufzuklären, aber den Grad an "Betreuung", den Sie im Referendariat erfahren haben, bekommen Sie bestimmt nicht. Sie müssen also fest damit rechnen, dass noch viele Fragen offen bleiben werden und zunächst permanent neue Fragen hinzukommen – vor allem, wenn Sie erstmals eine Klassenleitung übernehmen. Nachzufragen oder gar um Hilfe zu bitten, wenn man mal nicht weiterkommt, kollidiert bei vielen mit dem Anspruch, nach außen hin perfekt zu wirken. Schließlich geht es ja um das Image, das man in den ersten Wochen an der neuen Schule aufbaut. – Wer aus diesem falschen Stolz heraus darauf verzichtet, scheinbar "peinliche" Fragen zu stellen oder Hilfe anzunehmen, bereitet sich sehr viel unnötigen Stress und wird erst recht in einige "Fettnäpfchen" treten. Gerade als Pädagoginnen und Pädagogen sollten wir gelassen mit "Fehlern" umgehen – auch mit "Anfängerfehlern". Sie können sich sicher sein, dass auch Ihre Schulleiterin oder Ihr Schulleiter in der Phase des Berufseinstiegs nicht alle Prozeduren des Schulalltags perfekt beherrscht hat. Haben Sie also keine Angst, sich zu blamieren, und fragen Sie nach, statt zu verzagen. Nutzen Sie die Fragen auch als Gesprächsanlässe, um Ihre neuen Kolleginnen und Kollegen besser kennenzulernen. Und tauschen Sie sich vor allem intensiv mit anderen Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern aus, die sich in derselben Situation wie Sie befinden. Ein solches Informationsnetzwerk, das die sozialen Medien einbezieht, nimmt Ihnen Hemmungen und gibt Ihnen Sicherheit. Nein sagen können Während man als Lehrerin oder Lehrer im Unterricht in der Regel abgeschottet sein eigenes Süppchen kocht, gelten außerunterrichtliche Aktivitäten als Möglichkeit, sich in unserem Beruf zu profilieren – vor allem, wenn es später um eine Beförderungsoption geht. Engagement zu zeigen gehört für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger zum guten Ton dazu, gerade im Hinblick auf eine "Lebenszeit-Verbeamtung". Daher kann es durchaus sinnvoll sein, die Leitung eines Projekts oder einer AG zu übernehmen. Wenn man auch noch echte Freude an der Sache hat, wird die außerunterrichtliche Tätigkeit den Schulalltag bereichern. Als jemand, der gerne schreibt, war ich beispielsweise sehr froh, an meiner neuen Schule die Redaktion der Schulzeitung leiten zu dürfen. Vergessen Sie jedoch bei allem Eifer nicht, dass der Unterricht Ihr Kerngeschäft ist. Ich habe einige neue Lehrkräfte erlebt, die zunächst kraftstrotzend anfingen, in vielen außerunterrichtlichen Töpfen zu rühren, nach einiger Zeit aber sichtlich erschöpft wirkten, da sie sich offensichtlich übernommen hatten. Die Grundregel für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger sollte demnach lauten: Ich komme erst einmal mit meinem Unterricht klar und beurteile dann, für welche außerunterrichtlichen Tätigkeiten ich noch Kapazitäten habe. Kurz gefasst: Nichts überstürzen. Viele junge Lehrerinnen und Lehrer realisieren zunächst nicht, dass es niemanden gibt, der ihren Übereifer ausbremst und ihnen sagt: "Es ist genug." Gerade in der Phase des Berufseinstiegs sollten Sie selbst daher ein klares Bewusstsein für die Grenzen Ihrer Belastbarkeit haben und diese respektieren. Schwieriger ist es natürlich, wenn von außen – womöglich sogar von der Schulleitung – Ansprüche an Sie gestellt werden, die Ihnen Bauchschmerzen bereiten. Ja, es gibt die Tendenz, dass bei der Verteilung neuer (und nicht immer angenehmer) Aufgaben vorrangig junge Lehrkräfte gefragt werden, die Gründe dafür liegen auf der Hand. Stellen Sie sich vor, dass Sie in der Pause im Lehrerzimmer sitzen und plötzlich ein Studiendirektor auf Sie zukommt: "Wir brauchen noch dringend jemanden für die Arbeitsgruppe Schulstatistik." Sie schlucken und denken: "Noch ein Projekt?" Sie engagieren sich doch schon in der Umwelt-AG, in der Steuergruppe und im Planungsteam Schüleraustausch. Ein Kollege scherzte mal, in solchen Situationen könne man nur spontan mit "ja" oder "ja, gerne" antworten. Das wäre allerdings fatal. – Vermeiden Sie voreilige Zusagen, wenn Sie sich überrumpelt fühlen, und bestehen Sie auf Bedenkzeit, um eine Entscheidung zu treffen, mit der Sie gut leben können. Vor allem aber: Wagen Sie ein Nein und begründen Sie es sachlich – mit der Vielzahl an anderen außerunterrichtlichen Projekten, bei denen Sie sich bereits engagieren, oder mit dem Anspruch, sich erst einmal voll auf das Kerngeschäft – den Unterricht – konzentrieren zu wollen. Dieses Argument ist unschlagbar. Fazit Die Phase des Berufseinstiegs mit einer "vollen Stelle" nach dem Referendariat ist eine anspruchsvolle Zeit. Machen Sie sich die Belastungen, die auf Sie warten, frühzeitig bewusst und planen Sie Ihre Zeit- und Kraftressourcen sinnvoll ein. Vergessen Sie vor allem nicht, dass es auch ein Leben "neben der Schule" gibt. Die sogenannte Work-Life-Balance ist in diesem Zusammenhang kein hohles Schlagwort, sondern eine wichtige Orientierungshilfe, damit Sie nicht verkrampfen, sondern auch im Schulstress gelassen bleiben können.

  • Fächerübergreifend

Digitale Schreibanlässe

Selbstlernkurs

Dieser Selbstlernkurs eröffnet neue Wege, digitale Schreibanlässe zur Förderung von Schreibkompetenz durch innovative Tools einzusetzen. Von der Auswahl möglicher Anwendungen über Praxisbeispiele bis hin zur Bewertung werden alle wichtigen Schritte für einen zielführenden Einsatz im Unterricht veranschaulicht. Der Kurs ist in den offiziellen Fortbildungsportalen mehrerer Bundesländer gelistet. Dieser Online-Selbstlernkurs bietet eine Einführung in digitale Schreibanlässe zur Förderung der Schreibkompetenz. In vier Lernschritten werden Lehrenden zentrale Aspekte vermittelt, um digitale Schreibanlässe gezielt in den Unterricht zu integrieren. Dabei werden verschiedene digitale Tools mit praktischen Anwendungsbeispielen für formelle und informelle Schreibanlässe vorgestellt. Abschließend werden Kriterien zur Bewertung digitaler Schreibprozesse und -produkte thematisiert und Möglichkeiten für ein lernerzentriertes und motivierendes Feedback aufgezeigt. Einen Selbstlernkurs zum Thema Feedback finden Sie hier . Nach Abschluss aller Lernschritte erhalten Sie ein digitales Zertifikat in Form eines Online-Badges . Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Kurses erwerben Kompetenzen in den folgenden Bereichen auf der Grundlage des Europäischen Rahmens für die Digitale Kompetenz von Lehrenden ( DigCompuEdu ): 2.1 Auswählen digitaler Ressourcen 3.1 Lehren 3.3. Kollaboratives Lernen 3.4 Selbstgesteuertes Lernen 4.1 Lernstand erheben 4.3 Feedback und Planung 5.2 Differenzierung und Individualisierung

  • 4 Lernschritte
  • 2 Stunden

Die Deutsche Digitale Bibliothek – ein wichtiges Tool für den schulischen Bildungsbereich

Fachartikel

Sie möchten im Unterricht Handschriften aus dem 15. Jahrhundert lesen, bedeutende Kunstwerke im Klassenzimmer betrachten oder Ihre Schülerinnen und Schüler mittels historischer Zeitungsartikel in eine frühere Zeit mitnehmen? Die Deutsche Digitale Bibliothek und ihre weiteren Portale Archivportal-D und Deutsches Zeitungsportal bietet einen einfachen und sicheren Zugang zum digitalisierten kulturellen und wissenschaftlichen Erbe Deutschlands. Kostenlos, ohne Registrierung und für alle frei zugänglich! Die Deutsche Digitale Bibliothek ermöglicht direkten Zugang zu Kulturgütern in digitaler Form. Hierfür kooperiert sie mit etablierten Kultur- und Wissenseinrichtungen – Archive, Bibliotheken, Museen, Denkmalpflege- und Forschungsinstitutionen –, deren Bestände zentral online sichtbar gemacht werden. Die zugänglich gemachten Daten des öffentlich getragenen Portals sind authentisch und rechtssicher verwendbar.

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Von Inflation und Stabilität – Unterrichtsmaterial zur virtuellen Ausstellung

Fachartikel

Das multimediale Informations- und Lernangebot "Von Inflation und Stabilität – eine Reise durch die Währungsgeschichte" gibt in vier Ausstellungsräumen einen informativen und interaktiven Einblick in die deutsche Währungsgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. Die begleitende digitale Lehrerhandreichung bietet Arbeitsmaterial und didaktisch-methodische Hinweise zum Einsatz der virtuellen Ausstellung im schulischen Kontext. Das Materialangebot kann in den Klassenstufen 9 bis 13 eingesetzt werden.

  • Geschichte / Früher & Heute / Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft
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