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Flächenland – Unterricht gegen eindimensionales Denken

Unterrichtseinheit

In diesem fächerübergreifenden Unterrichtsprojekt gewinnen die Schülerinnen und Schüler anhand der Parabel "Flächenland" von Edwin A. Abbott grundlegende physikalische und ethisch-moralische Erkenntnisse. Das Buch kann zur Erhellung einiger fundamentaler Zusammenhänge beitragen.Kennen Sie Flächenland? Führen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler in die zweidimensionale Welt eines kleinen Quadrates und lassen Sie sie einiges über Raum und Zeit, über Dimensionen und über ein- und mehrdimensionales Denken in einer ganz besonderen Gesellschaft entdecken. Die Flächenland-Parabel von Edwin A. Abbott (1838-1926), eine Gesellschaftssatire aus dem viktorianischen England, dient in der hier vorgestellten Unterrichtseinheit als Basis für grundlegende physikalische und ethisch-moralische Erkenntnisse. Sie kann zur Erhellung einiger fundamentaler Zusammenhänge beitragen. "Flächenland" bietet sich dabei für fächerübergreifende Unterrichtsprojekte an. Unterrichtsverlauf und Arbeitsmaterialien Die Unterrichtseinheit ist modular aufgebaut, Sie können also beliebig Module weglassen, austauschen oder auch erweitern. Dennoch wird auf den folgenden Seiten ein Unterrichtsverlauf beschrieben, der als Vorschlag zu verstehen ist. Dabei findet ein allmählicher Übergang von dem rein physikalisch-mathematischen Verständnis der Dimensionen zu den sozialkritischen und ethischen Aspekten im Zusammenhang mit eindimensionalem Denken statt. Was ist Flächenland? Für alle, die den Roman noch nicht kennen: Eine Kurzfassung der Story und worum es in der Parabel eigentlich geht. Allgemeine Hinweise, Modul 1 bis 3 Der thematische Einstieg erfolgt über ein Experiment oder die Betrachtung von Stereogrammen. Die Schülerinnen und Schüler lernen den Roman kennen, zeichen und betrachten verschiedendimensionale Formen und klären den Begriff der "Dimension". Modul 4 bis 8 Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit den Verständnisschwierigkeiten zwischen der Kugel und dem Quadrat, der Rolle der Frauen in Flächenland und der politischen Dimension von Vorurteilen. Schließlich schreiben sie eine eigene Geschichte. Fächerverbindender Unterricht - Beispiel Mathematik Der Flächenland-Roman bietet sich auf vielfältige Weise für fächerverbindende Ansätze an. Wie schön (und humorvoll) diese im Fach Religion/Ethik durchgeführte Unterrichtseinheit mit der Behandlung der mathematischen Inhalte des Romans verzahnt werden kann, zeigt der folgende Beitrag aus dem Fachportal Mathematik. Die dort vorgestellte Lernumgebung kann zum Beispiel zwischen den Modulen 3 (Dimensionen) und 4 (Das Quadrat begegnet der Kugel) zum Einsatz kommen. Eine Reise ins "Flächenland" mit GEONExT Interaktive Applets, die mit der dynamischen Geometriesoftware GEONExT erzeugt wurden, veranschaulichen Schülerinnen und Schülern den mathematischen Hintergrund von Textpassagen aus dem Roman "Flächenland". Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erfahren und verstehen das Prinzip der Dimensionen. definieren den Begriff "Dimension" im physikalisch-mathematischen und im philosophisch-ethischen Sinne. können die (teilweise gefahrvolle) Situation eines "freien" Denkers innerhalb einer engstirnigen Gesellschaft nachvollziehen. lernen das Entdecken neuer Perspektiven und einer neuen, ungewohnten Weltsicht als innovativ und wichtig für den Erkenntnisfortschritt einer Gesellschaft kennen. erkennen Zusammenhänge zwischen eindimensionalem Denken und Vorurteilen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Internet als Medium zur gezielten Recherche. lernen mit der Zeichenfunktion von Word (oder mit einer Geometriesoftware) umgehen. stellen eigene Beiträge ins Internet und diskutieren in einem Forum die Beiträge der Mitschülerinnen und Mitschüler. Der Roman "Flächenland" ("Flatland - A romance of many dimensions") des Briten Edwin A. Abbott erschien 1884 in England. Er zählt längst zu den Klassikern der Science-Fiction-Literatur, ist aber eigentlich eine geometrische Humoreske, ein in viele Richtungen lesbares und interpretierbares Gedankenexperiment, das als Gesellschaftssatire und als Plädoyer für die Freiheit des Denkens verstanden werden kann. Die Erzählung thematisiert die Situation des Denkers, der eine neue, riskante Sicht auf die Welt wagt - in einer Gesellschaft, die diese Perspektive (noch) nicht nachvollziehen kann und will. Physikalisch gesehen kann der Roman auch als Gleichnis für die Entdeckung der für uns schwer vorstellbaren "Raumzeit" dienen. Die Parabel von Flächenland zeigt, dass es Dimensionen gibt, die wir zwar nicht wahrnehmen oder anschaulich verstehen, die aber dennoch existieren können. Ein altes Quadrat, Bewohner der fiktiven 2D-Welt "Flächenland", erzählt von seinem zweidimensionalen Land, in dem Dreiecke, Vierecke und Kreise leben, die bestimmte, genau definierte und geordnete Funktionen und Kompetenzen haben, und von dem Besuch einer Kugel aus der 3D-Welt. Diese zunächst unerklärliche Erscheinung löst bei den einfachen Bewohnern von Flächenland Verwirrung und Panik aus. Dem cleveren und neugierigen Quadrat gelingt jedoch die Kommunikation mit der Kugel, es macht Reisen in das eindimensionale "Linienland" und das dreidimensionale "Raumland" und begreift das Prinzip der Dimensionen. Zurück in der Heimat versucht das Quadrat, von seinen Erlebnissen und Erkenntnissen zu berichten, wird aber von den Priestern, die das Wissen über die Existenz der dritten Dimension dem Volk vorenthalten wollen, bedroht und von deren Justizgewalt ins Gefängnis gebracht. Der Roman "Flächenland" (1884) von Edwin A. Abbott Infos zum Inhalt des Romans auf der Website der Humboldt-Gesellschaft. Flatland - A romance of many dimensions Die englischsprachige Ausgabe des Romans mit Illustrationen des Autors im Internet. Einige Punkte der Unterrichtseinheit setzen im Zusammenhang mit dem Thema Dimensionen einen recht hohen Abstraktionsgrad und auch ein gewisses geometrisches Grundverständnis voraus. Daher wird in diesen Modulen methodisch und inhaltlich zwischen jüngeren (Klasse 6 und 7) und älteren Schülerinnen und Schülern (Klasse 8 bis 10) unterschieden. Die Arbeitsblätter werden in diesen Fällen in zwei Varianten angeboten. Verschiedendimensionales auf dem Schulhof Besonders für jüngere Schülerinnen und Schüler ist es sicher sinnvoll und motivierend, den Unterschied zwischen ein- und mehrdimensionalen Verhältnissen physisch-räumlich zu erfahren. Deshalb schlagen wir hier einen praktischen Versuch auf dem Schulhof vor, der schnell und einfach zu realisieren ist und - ganz im Sinne eines beweglichen Verstandes - ein wenig Bewegung in den Unterricht bringt. Die Klasse wird dazu in vier Gruppen aufgeteilt, die jeweils die Eigenschaften von "Punkt-, Linien, Flächen- und Raumland" erfahren sollen. Arbeit mit Stereogrammen Eine andere Möglichkeit für den Einstieg in das Thema Dimensionen bieten die 3D-Effekte von Stereogrammen, mit deren Hilfe Schülerinnen und Schüler anschaulich erleben und verstehen können, was sich ändert, wenn sich an einem ganz bestimmten Punkt eine dritte Dimension öffnet und eine andere "Welt" zeigt. Die Stereogramme können einzeln oder zu zweit am Bildschirm betrachtet werden. Als Alternative bietet sich aber auch die Projektion ausgewählter Stereogramme per Beamer an. Dabei kann dem Ganzen noch eine sportliche Note gegeben werden: "Wer erkennt als erster das verborgene 3D-Bild?" Anhand von Texten aus dem Internet lernen die Schülerinnen und Schüler Flächenland kennen. Die Internetseiten geben einen Überblick über den Inhalt des Romans und führen direkt in die zweidimensionale Welt des Romanhelden, eines Quadrates, und seiner Mitbewohner ein. Hier geht es um die Lektüre der Kapitel 15 ("Einen Fremden aus Raumland betreffend") und 16 ("Wie der Fremde vergeblich versucht, mit Worten die Geheimnisse von Raumland zu enthüllen") aus der Erzählung "Flächenland" und die Umsetzung des Gelesenen in ein kurzes Rollenspiel. Dabei soll das Verständnis für die konsequent logische Argumentation der Kugel (der das zweidimensionale Quadrat aber nur theoretisch folgen kann) sichergestellt werden. Der vierten - für Nicht-Physiker und Nicht-Mathematiker schwer vorstellbaren - Dimension ist zur Vertiefung im Rahmen der Unterrichtseinheit ein eigenes Modul gewidmet, obwohl das Prinzip bereits in Modul 4 deutlich wurde. Der Transfertext aus "Alice im Wunderland" bietet an dieser Stelle Anknüpfungspunkte für den Deutschunterricht. Das 4. Romankapitel lautet "Über die Frauen". Da diese in Flächenland die Form gerader Linien haben, erscheinen sie von vorne als Punkt, sind also praktisch unsichtbar. Für die Flächenländer stellen sie daher eine große Gefahr dar - Frontalzusammenstöße mit ihnen enden tödlich. Die Frauen unterliegen deshalb "zum Schutze der Bürger" einer besonderen Gesetzgebung, die sie diskriminiert, mit tödlichen Strafen bedroht und ihnen ein normales, gleichberechtigtes Leben unmöglich macht. Der satirische Charakter der Erzählung ist in diesem Kapitel nicht zu übersehen. Die Parallelen zum fundamentalistisch verstandenen Islam sind offensichtlich, dennoch sollten die Schülerinnen und Schüler vor platten Gleichsetzungen gewarnt und zu vielfältigen Interpretationen der Parabel ermuntert werden (zumal Abbot zu seiner Zeit sicher eine etwas andere Perspektive hatte). In einer offenen Debatte könnten diverse Diskriminierungen und Randgruppenprobleme unserer heutigen Gesellschaft angesprochen werden, was zu Modul 7 überleiten könnte. Dieses Modul basiert auf einem relativ langen Text auf der Website von Martin Blumentritt zum Thema Die politische Dimension von Vorurteilen . Es ist deshalb nur für ältere Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I (Klasse 8 bis 10) geeignet. Es empfiehlt sich gegebenenfalls, auf ein Detailverständnis des gesamten Textes zu verzichten und sich nach einer Globallektüre auf den ersten Teil zu konzentrieren, der dann mit den üblichen textanalytischen Verfahren erschlossen werden kann. Hier wird vorgeschlagen, mit Schlüsselwörtern zu arbeiten und ein Strukturskizze anzufertigen. Dafür könnte ein MindMap-Programm benutzt werden. Als kreative Aufgabe im Sinne einer Transferleistung soll von den Schülerinnen und Schülern ein eigener Text mit einer Situation entworfen werden, die mit derjenigen von Flächenland vergleichbar ist. Auch hier gibt es wieder Arbeitsblattvarianten für den Einsatz in Klasse 6 und 7 beziehungsweise Klasse 8 bis 10, wobei bei den älteren Schülerinnen und Schülern schon ein gewisses gesellschaftspolitisches Bewusstsein vorausgesetzt wird. Um die Schreibmotivation zu erhöhen, könnten die Texte im Internet veröffentlicht werden, zum Beispiel im Webspace eines virtuellen Klassenraums im Lehrer-Online-Netzwerk (lo-net). Mithilfe eines Homepagegenerators ist dies problemlos ohne HTML-Kenntnisse möglich. Im Forum des virtuellen Klassenraums können die Texte der Mitschülerinnen und Schüler kommentiert und diskutiert werden.

  • Religion / Ethik / Mathematik / Rechnen & Logik / Physik / Astronomie
  • Sekundarstufe I

Online-Buchhandel

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema Online-Buchhandel beschäftigt sich mit dem starken Konkurrenzdruck im Handel, der von einer Einkaufsstätte eine ausgeprägte Kundenorientierung verlangt. Je individueller Marketingmaßnahmen auf den Kunden zugeschnitten sind, desto größer ist die Chance durch gezielte Maßnahmen den Kunden in seinen konkreten Wünschen anzusprechen und sein Kaufverhalten zu beeinflussen.Das Internet ermöglicht es, den Informationsfluss zwischen Handel und Kunde in beide Richtungen zu individualisieren. Aufgrund der technischen Gegebenheiten des Internet können nicht nur Präferenzen und Kaufgewohnheiten des Kunden aufgezeichnet werden, sondern der Kunde kann auch individuell angesprochen und sein Kaufverhalten durch gezielte Information/ Werbung beeinflusst werden. Um dieses Thema geht es in der hier vorgestellten Unterrichtsreihe. Problematisierung Kundenorientierung ist erst möglich, wenn die Einkaufsstätte etwas über die Kaufgewohnheiten, Wünsche und Kundenpräferenzen weiß. Kundenindividuelles Marketing Anhand eines Schaubildes werden unterschiedliche Marketingformen erarbeitet. Die gelenkte Internetrecherche dient dazu, Begriff, Funktionsweise und die Rolle des Internet beim kundenindividuellen Marketing herauszuarbeiten. Beispiel Amazon Im Anschluss soll der Online-Shop Amazon im Hinblick auf dessen Instrumente für kundenindividuelles Marketing analysiert werden. Exkurs In einer Zusatzaufgabe beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage, warum Amazon so erfolgreich ist. Online versus Offline Schließlich werden traditioneller Buchhandel und Online-Buchhandel gegenüber gestellt. Die Schülerinnen und Schüler sollen den Einfluss des Internets auf Vertriebswege und Marketingkonzeptionen kennen lernen. die Informationsbeziehung zwischen Handel und Verbraucher erarbeiten. den Begriff und die Bedeutung eines kundenindividuellen Marketings (One-to-one-Marketing) erarbeiten. die konkreten Möglichkeiten des E-Commerce für die Gestaltung kundenindividuellen Marketings erkennen. Informationsfluss zwischen Handel und Kunde Der starke Konkurrenzdruck im Handel verlangt von einer Einkaufsstätte eine ausgeprägte Kundenorientierung. Diese ist aber erst dann möglich, wenn der Verkäufer etwas über die Kaufgewohnheiten, Wünsche und Kundenpräferenzen weiß. Auch muss sie wissen, wie sie den Kunden eventuell beeinflussen kann, um werbende Maßnahmen überhaupt sinnvoll planen zu können. Für eine Einkaufsstätte im traditionellen Handel ist es mitunter jedoch gar nicht leicht, an diese Informationen über den Kunden zu kommen. Im traditionellen Handel gibt es daher oft ein Informationsproblem zwischen Handel und Verbraucher, das eine individuelle Kundenansprache und -orientierung erschwert. Darstellung im Rollenspiel Diese Ausgangsproblematik sollte den Schülerinnen und Schülern zu Beginn der Unterrichtseinheit nahe gebracht werden. Möglich wäre hier der Einstieg über ein Rollenspiel, in dem eine typische Situation aus dem traditionellen Handel nachgespielt wird, in der der Informationsfluss zwischen Handel und Verbraucher nur schleppend verläuft. Das Informationsproblem zwischen Handel und Verbraucher könnte im Anschluss an das Rollenspiel anhand des Schaubildes noch einmal in allgemeiner Form dargestellt werden. Informationsfluss - Marketing ist nicht gleich Marketing Je individueller Marketingmaßnahmen auf den Kunden zugeschnitten sind, desto geringer ist das im Rollenspiel erarbeitete Informationsdefizit und desto größer ist die Chance, durch gezielte Maßnahmen den Kunden in seinen konkreten Wünschen anzusprechen und sein Kaufverhalten zu beeinflussen. Um das Informationsdefizit abzubauen, müssen Informationen über die Kunden gesammelt und ausgewertet werden. Das Internet bietet hier gegenüber dem traditionellen Handel einige zusätzliche Möglichkeiten, die die Schüler und Schülerinnen anhand einer gelenkten Internetrecherche erarbeiten sollen. Das Internet ermöglicht es, den Informationsfluss zwischen Handel und Kunde in beide Richtungen zu individualisieren. Aufgrund der technischen Gegebenheiten des Internets können nicht nur Präferenzen und Kaufgewohnheiten des Kunden aufgezeichnet werden, sondern der Kunde kann auch individuell angesprochen und sein Kaufverhalten durch gezielte Information oder Werbung beeinflusst werden. Schaubild und Internetrecherche Anhand eines Schaubildes und einer gelenkten Internetrecherche sollen diese Schritte erarbeitet werden. Schaubild Zur Arbeit mit der Grafik empfiehlt es sich, die Unterschiede der genannten Marketingformen anhand von konkreten Beispielen zu verdeutlichen und dabei zu erörtern, inwieweit die jeweilige Form das in der Ausgangslage aufgeworfene Informationsproblem zwischen Handel und Verbraucher verringern kann. Beispiele Undifferenziertes Massenmarketing entspräche beispielsweise einer Postwurfsendung an alle Haushalte. Differenziertes Massenmarketing besteht zum Beispiel in Postwurfsendungen an Haushalte, die bestimmte Kriterien erfüllen, beispielsweise an alle Haushalte mit Kindern. Segmentorientiertes Marketing: Wenn zum Beispiel das Marktsegment der Jugendlichen zwischen 12 und 16 angesprochen werden soll, wäre eine Anzeige in einer Zeitschrift wie Bravo ein Beispiel für segmentorientiertes Marketing. Nischenorientiertes Marketing wäre dann der Fall, wenn in einem bestimmten Szene-Magazin eine Anzeige geschaltet würde, um speziell in der Szene Werbung zu machen. Kundenindividuelles Marketing ist die direkte Ansprache eines einzelnen Kunden, in der auf seine Vorlieben und Wünsche eingegangen wird. One-to-One-Marketing Gelenkte Internetrecherche Anhand von zwei Internetquellen sollen Begriff, Funktionsweise und die Rolle des Internets beim kundenindividuellen Marketing herausgearbeitet werden. Dabei taucht immer wieder ein Synonym für kundenindividuelles Marketing auf "One-to-One-Marketing". Dieser Begriff sollte, wenn er nicht sofort von den Schülerinnen und Schülern adaptiert wird, geklärt werden. Die ersten beiden Quellen sind relativ kurz und prägnant, während die dritte Quelle sehr anschaulich geschrieben, dafür aber auch sehr ausführlich ist. Alle wichtigen Informationen für die Unterrichtseinheit finden sich jedoch im ersten Drittel der Quelle. Im Anschluss an die Auswertung der Quellen kann ein kleiner Exkurs zur Schulung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler gemacht werden, indem sie sich kritisch mit Autoren und Anbietern der jeweiligen Internetquellen auseinandersetzen. Amazons Instrumente für kundenindividuelles Marketing Der dritte Lernschritt beinhaltet die Analyse des Online-Shops Amazon.de im Hinblick auf dessen Instrumente für kundenindividuelles Marketing. Amazon.de ist der deutsche Ableger des weltweiten Online-Shops Amazon. Amazon wurde ursprünglich als reiner Online-Versand für Bücher, Videos und Musik gegründet. Innerhalb kürzester Zeit ist Amazon zum weltgrößten Online-Shop avanciert. Ein explosionsartiges Wachstum hat mittlerweile zu weltweit über 25 Millionen Kunden geführt. Die Profitabilität dieses Systems ließ jedoch lange auf sich warten. Den ersten operativen Gewinn erwirtschaftete Amazon im 4. Quartal 2001. Analyse der einzelnen Funktionen Amazon gilt als der Vorreiter bei der Nutzung der technischen Möglichkeiten des Internet für kundenindividuelles Marketing. Als Beispiele seien hier Rezensionen, persönliche Kaufvorschläge oder der Wunschzettel genannt. Sämtliche Funktionen, die auch von den Schülerinnen und Schülern untersucht werden sollen, dienen auf unterschiedliche Weise der Stärkung der Kundenzufriedenheit und eröffnen Möglichkeiten, den Kunden individuell anzusprechen, Cross-Selling-Potenziale zu fördern und den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und Kunden zu verbessern. Damit hat sich Amazon sehr konsequent mit allen Geschäftsprozessen auf die Wünsche und Gewohnheiten seiner Kunden ausgerichtet. Eine Tabelle (siehe Download) dient den Schülerinnen und Schülern zur Strukturierung ihrer Analyse, mit welchen Instrumenten Amazon kundenindividuelles Marketing betreibt. Warum ist gerade Amazon so erfolgreich? E-Commerce-Systeme wie zum Beispiel Amazon bieten aufgrund ihrer technischen Möglichkeiten Ansatzpunkte für eine Verringerung des Informationsproblems zwischen Handel und Verbraucher. Doch nicht alle Online-Shops nutzen die technischen Möglichkeiten des Internets in der gleichen Weise wie Amazon. Die Online-Buchshops, die es auf einen relativ großen Bekanntheitsgrad gebracht haben, werden auch diejenigen Anbieter sein, die ähnlich wie Amazon eine hohe Kundenorientierung und Individualisierung anbieten. Einige wenige Anbieter werden die Schülerinnen und Schüler aus dem Gedächtnis nennen können. Es gibt jedoch noch eine Vielzahl weiterer Anbieter im Internet. Die Namen von mindestens zehn Anbietern sollen im Wege einer freien Recherche herausgefunden werden und verglichen werden, inwieweit hier die technischen Möglichkeiten des Internets für kundenindividuelles Marketing ausgeschöpft werden. Recherche im Internet Die Schülerinnen und Schüler können über eine Volltext-Suchmaschine wie Google oder Altavista oder über eine katalogbasierte Suchmaschine wie Yahoo oder Web.de nach entsprechenden Angeboten im Internet suchen. Vielleicht wählen die Schülerinnen und Schüler auch einen dritten Weg. Experimentieren und Ausprobieren unterschiedlicher Wege durch das Internet sollte bei dieser überschaubaren Aufgabe im Vordergrund stehen. Es bietet sich hier an, Schnelligkeit zu belohnen, zum Beispiel indem man diese Aufgabe in Form eines Wettbewerbs gestaltet, um ein zielgerichtetes Vorgehen zu fördern. Unterschiedliche Kundenbedürfnisse Im Anschluss an die Analyse des kundenindividuellen Marketings im E-Commerce sollten die Schülerinnen und Schüler die Beziehung zwischen Online- und Offline-Handel kritisch reflektieren, denn der traditionelle Buchhandel ist natürlich nicht tot. Im Gegenteil, für viele Menschen bietet der traditionelle Buchladen um die Ecke einige bedeutende Vorteile. Die persönliche Beratung durch einen Menschen ist für viele Kunden immer noch befriedigender als eine noch so gute virtuelle Präsentation. Noch bedeutender mag die Tatsache sein, dass man ein Buch im Buchhandel auch tatsächlich in die Hand nehmen kann. Durch die Einrichtung von Leseecken oder Literaturtreffs bzw. -cafés kann der Buchhandel diesen Aspekt noch zusätzlich unterstreichen. Um sich gegenüber der Online-Konkurrenz zu behaupten, könnte der traditionelle Buchhandel eine Art kulturelle Strategie verfolgen, indem er die kulturellen Bedürfnisse der Kunden anspricht, z. B. durch Themenabende, Autorenlesungen, Fachvorträge und Buchbesprechungen. Auf diese Weise könnte er den Erlebniswert eines Buchkaufes oder von Literatur insgesamt erhöhen. Statt Entweder-oder ein Sowohl-als-auch Kundenindividuelle Ansprache könnte der traditionelle Buchhandel durch Informationsterminals und die Einrichtung von Online-Diensten erreichen. Insofern geht es bei dem Vergleich zwischen Online-Buchhandel und traditionellem Buchhandel nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch. Jede der beiden Formen bietet verschiedene Vor- und Nachteile. Die Kooperation, die der Online-Anbieter Buch.de jüngst mit der Buchhandelskette Thalia/Phönix eingegangen ist, deutet darauf hin, dass sich beide Vertriebsformen langfristig ergänzen werden.

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Musikvideoclips im Spanischunterricht

Unterrichtseinheit

Musikvideoclips im Unterricht – das kommt Ihnen spanisch vor? Hier zurecht. Denn mit spanischsprachigen Musikvideos lässt sich die Sprachkompetenz Ihrer Klasse effizient verbessern. Umso motivierender, wenn Ihre Schülerinnen und Schüler zum Abschluss sogar ihren eigenen Musikvideoclip drehen dürfen... Musikvideos stellen nicht nur durch ihren Unterhaltungs- und Motivationswert eine Bereicherung für den Fremdsprachenunterricht dar. Kurze Laufzeit, inhaltliche Verdichtung und Informationsvermittlung über verschiedene rezeptive Kanäle - all das macht sie vielfältig und effizient einsetzbar. Und dies bei überschaubarem technischem Aufwand. Diese Unterrichtseinheit bietet eine attraktive Möglichkeit, nicht nur Sprach- sondern auch Medienkompetenz im Spanischunterricht zu fördern: Lernende produzieren eigene Clips, in denen sie das Thema "Straßenkinder in Lateinamerika" umsetzen. Musikvideoclips sind fester Bestandteil der Lebenswelt der meisten Jugendlichen. Der unterrichtliche Einsatz von Medien, mit denen die Schülerinnen und Schüler aus ihrer Freizeit vertraut sind, wirkt motivierend und weckt ihr Interesse. Die Einsatzmöglichkeiten von Musikvideoclips zur sprachproduktiven, kreativen und auch kognitiven Arbeit in der Zielsprache sind vielfältig und lassen sich auf lerngruppenspezifische Kompetenzen anpassen. In dieser Unterrichtseinheit wird ein besonderes Augenmerk auf die Sprachprogression von gesteuertem zum freien Sprechen gelegt. Ablauf der Unterrichtseinheit Hier finden Sie eine detaillierte Beschreibung der Unterrichtseinheit. Auf die benötigten Arbeitsblätter wird an den entsprechenden Stellen verlinkt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen sich über Armut in politisch unterdrückten Ländern Lateinamerikas und ihre Folgen für die Bevölkerung informieren. die Lebensumstände der Straßenkinder in Lateinamerika kennenlernen. die Lebensbedingungen der sozial schwachen Bevölkerung Lateinamerikas mit der Lebenswelt der reichen Bevölkerung Lateinamerikas vergleichen. sich mit der Bedeutung von Geld in unserer Lebenswelt auseinander setzen. Perspektiven zur Überwindung sozialer Ungleichheit erkennen. sich mit den Themen "Rebellion" und "Ziviler Ungehorsam" auseinander setzen. den Wert demokratischer Rechte erkennen. ihren spanischen Wortschatz zu den Themen Armut und Reichtum sowie Film und Musik erweitern. den subjuntivo de presente anwenden lernen. in der Zielsprache Meinungen und Ideen zu vorgegebenen Musikvideoclips äußern lernen. aufgrund von Bildimpulsen Hypothesen zum Inhalt eines Musikvideoclips äußern. vom gesteuerten Sprechen nach und nach zum freieren und freien Sprechen gelangen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Kamera-Operationen identifizieren, benennen und anwenden können. auf der Basis von Textinterpretation sowie der gezielten Anwendung filmsprachlicher Mittel ein eigenes Medienprodukt erstellen. sich in der Präsentation von Ergebnissen üben. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen einander bei der Arbeit helfen. sich gemeinsam auf ein zu bearbeitendes Thema verständigen. Regelungen für die Nutzung von Computer-Arbeitsplätzen treffen und einhalten. Empathie für sozial Benachteiligte entwickeln. Technische Vorbereitungen Folgende Vorbereitungen sollten vor Beginn der Unterrichtseinheit getroffen werden: Bereitstellen eines Lehrer-Computers mit Soundkarte, RealPlayer oder Windows Media Player; Beamer, Lautsprecherboxen Bereitstellen einer oder optimalerweise mehrerer digitaler Videokameras sowie eines Schneideprogramms Erstellen von Screenshots Aus urheberrechtlichen Gründen ist es nicht möglich, für die Arbeitsblätter dieser Unterrichtseinheit Screenshots mitzuliefern. Die Vorbereitung der Unterrichtseinheit sollte deshalb berücksichtigen: Erstellen eines Screenshots aus dem Musikvideo "Vamos a portarnos mal" von Calle 13: Einstellung bei 00:04, Blick auf Wohnquartiere sozial Schwacher. Erstellen von Screenshots für Arbeitsblatt 7 aus dem Musikvideo "El baile de los pobres" : Einstellungen bei 00:08, 00:25, 00:55, 1:29, 2:21, 02:42, 03:20, 3:43. Erstellen von Screenshots für Arbeitsblatt 9 aus dem Musikvideo "El baile de los pobres" : Einstellungen bei 00:22, 00:47, 01:06, 01:23, 03:17. Gesteuertes Sprechen Als Einstieg in das Thema "Riqueza y pobreza en Latinoamérica" bietet sich das Musikvideo "La historia de Juan" an. Juan wurde von seinen Eltern misshandelt und floh auf die Straße, wo er ein erbärmliches Leben ohne Familie und ohne Freunde führt. Die Schülerinnen und Schüler sollen Stellung nehmen zu der im Video dargestellten Situation des Jungen sowie zur musikalischen und szenischen Umsetzung der Geschichte im Video. Anhand vorgegebener Satzelemente üben sie Redewendungen zum Subjuntivo de Presente ein. Musikvideo: Juanes, „La historia de Juan“ Das Video veranschaulicht die Situation der Straßenkinder in Lateinamerika anhand des Lebens des Jungen Juan. Erstellen eines Zeitungsartikels Im nächsten Schritt sollen sich die Lernenden in Juan hineinversetzen. Sie überlegen, welche Wünsche und Träume er für die Zukunft hat und welche Lebensauffassung er vertritt. Indem sie einen fiktiven Artikel für die Tageszeitung El País schreiben, vertiefen sie die Redewendungen zum subjuntivo de presente. Gesteuertes Interview Schließlich sollen die Schülerinnen und Schüler anhand eines Tandeminterviews sowohl die Rolle von Juan als auch die eines Reporters einnehmen und somit eine Innen- und Außensicht auf die Situation der Straßenkinder einnehmen. Das Interview kann alternativ mithilfe eines vorgegebenen Textes in der Zielsprache (Arbeitsblatt 3) oder anhand von Leitfragen in Deutsch (Arbeitsblatt 4) geführt werden. Sammeln von Assoziationen zu einem Musikvideo Das Video zu "Vamos a portarnos mal" von Calle 13 beleuchtet einen anderen Aspekt von Armut. Es spiegelt auf humorvolle Weise den Widerstand gegen die politische Ungerechtigkeit und die miserable Situation wider, in der viele Völker Lateinamerikas leben. Zunächst wird den Schülerinnen und Schülern ein Screenshot der Anfangseinstellung des Musikvideos über Beamer gezeigt (siehe Vorbereitung); alternativ kann das Video ohne Ton gestartet und bei 00:04 als Standbild gezeigt werden. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben zunächst das Ausgangsbild des Videos und sammeln Assoziationen zum Bild und dem im Bild enthaltenen Zitat. Musikvideo: Calle 13: "Vamos a portarnos mal" Das Video eignet sich besonders, um die Thematik Rebellion und ziviler Ungehorsam zu behandeln. Einfaches freies Sprechen Im Anschluss überlegen die Lernenden, wofür sie selbst auf die Straße gehen und demonstrieren würden. In Kleingruppen wählen sie eines der auf Arbeitsblatt 6 vorgeschlagenen Themen und bereiten hierzu eine Erklärung vor. Die Schülerinnen und Schüler simulieren anschließend zu dem von ihnen gewählten Thema eine Mini-Demo in der Klasse. Danach kann als Transfer reflektiert werden, was es für die Lernenden bedeutet, in einer Demokratie zu leben. Vertiefung freien Sprechens: Assoziatives Erfinden einer Geschichte In einem weiteren Musikvideo von Calle 13, "El baile de los pobres", werden der Gegensatz von Armut und Reichtum, die dadurch entstehenden Probleme für das Individuum und die Gesellschaft sowie Lösungsperspektiven thematisiert. Ohne das Video angeschaut zu haben, erarbeiten die Schülerinnen und Schüler zunächst, was für sie Armut und Reichtum ausmachen (¿Qué es la riqueza para ti?) und welche Werte für sie von Bedeutung sind. Im nächsten Schritt stellen die Lernenden anhand von ausgewählten Screenshots (siehe Vorbereitung) oder einzelnen tonlos vorgeführten Sequenzen aus dem Video Vermutungen über dessen Inhalt an; sie erfinden eine Geschichte. Die Bilder können über Beamer gezeigt oder von der Lehrkraft vorab in Arbeitsblatt 7 eingefügt werden. Musikvideo: Calle 13: „El baile de los pobres“ Um Armut und Reichtum geht es in diesem Musikvideo, mit dem auszugsweise gearbeitet wird. Vertiefung freien Sprechens: Reflexion der Assoziationen Nun betrachten die Lernenden das gesamte Video. Die Schülerinnen und Schüler vergleichen ihre Vermutungen mit dem Inhalt des Musikvideoclips und diskutieren Übereinstimmungen und Unterschiede. Charakterisierung und Rollenspiel In einem weiteren Schritt ordnen die Lernenden den drei Hauptcharakteren des Videos (chico, chica, padre) Charaktereigenschaften zu. Im Rahmen eines Expertenpuzzles erarbeiten sie ein Rollenspiel, in dem die drei Personen aufeinander treffen und ihren Konflikt diskutieren. Hierzu bietet Arbeitsblatt 8 Rollenkärtchen, die die Schülerinnen und Schüler noch ergänzen können. Wortfeldarbeit: Elemente von Armut und Reichtum Auch das Musikvideo "Pobre pero contento" von Alicastro thematisiert, was es bedeutet, arm zu sein. Darüber hinaus wird hier die Bedeutung von Geld im Allgemeinen angesprochen. Der Titel des Liedes bietet Anlass zur Spekulation über den Inhalt des Videos. Auch dieses Video kann zunächst ohne Ton abgespielt werden, um Eindrücke zu sammeln und Symbole von Armut und Reichtum heraus zu arbeiten. Musikvideo: Alicastro, „Pobre pero contento“ Fazit des Videos ist, dass Liebe und Beziehungen wichtiger sind als Geld. Interaktive Gesprächsformen Das Lied lässt sich sehr gut zur Einführung des Konditional II nutzen. Anhand einer Übung zu ausgewählten Screenshots des Videos (siehe Vorbereitung) wird die Verwendung des Konditional II geübt und durch eigene Ideen ergänzt. Themenfindung für Videoclip der Lernenden Das Lied "El jorobadito" von Attaque 77 greift thematisch verschiedene Elemente der vorherigen Videos auf und verbindet sie miteinander. In einem eigenen Video können sie das bisher Gelernte reflektieren und die Themen des Liedes eigenständig visualisieren. Hierzu ist es erforderlich, filmsprachliche Mittel (beispielsweise Kameraeinstellungen und Kamerabewegung) in elementarer Form einzuführen. Die Lernenden formulieren zunächst in Kleingruppen Themen, die im Lied angesprochen werden und sich für die Umsetzung in einem Video eignen. Lied: Attaque: „El jorobadito“ Der recht gut verständliche Text motiviert die Schülerinnen und Schüler, in Gruppen selbst ein Musikvideo zu drehen. Schreiben eines Drehbuchs Mit wenigen Grundkenntnissen der medialen Gestaltung und anhand der Leitfragen in Arbeitsblatt 11 können die Schülerinnen und Schüler schließlich in Kleingruppen die wesentlichen Elemente der Videoproduktion festlegen. Sie erstellen ein kleines Drehbuch und starten die Videoproduktion. Präsentation von Drehbuch oder Videoclip Alternativ zur Produktion eines Videos kann die Unterrichtseinheit auch mit der freien Präsentation und gemeinsamen Reflexion der Drehbücher enden. Sofern ein Video produziert wird, präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse im Plenum. Die jeweils gewählte Vorgehensweise, den Umgang mit Kameraoptionen sowie die visuelle Umsetzung des Liedtextes diskutieren die Lernenden anschließend gemeinsam.

  • Spanisch
  • Sekundarstufe II

Schnecken: interaktive Lerneinheit

Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit zum Thema Schnecken umfasst eine Vielzahl von Arbeitsblättern sowie eine interaktive Lernumgebung, die als digitale Plattform für die Internetrecherche und verschiedene Übungen am Computer dient.Die meisten Schnecken gibt es zwar ganzjährig, aber wenn im Herbst die Erde feucht wird und die Sonne ihr Erscheinen auf ein Mindestmaß reduziert, stößt man im Garten, an Wegen oder im Wald verstärkt auf ihre Spuren. Sie werden nicht unbedingt geliebt, faszinieren aber durch ihre kunstvollen Gehäuse und bei näherem Kennenlernen durch einige außerordentliche Fähigkeiten. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Unterrichtseinheit zum Thema Schnecken im Internet gezielt Arbeitsaufträge recherchieren, ein interaktives Quiz und Puzzle am Computer lösen, interaktive Übungen (Hot Potatoes) durchführen und herkömmliche Arbeitsblätter bearbeiten, für die das Internet als Informationsquelle dient.Wegen ihrer langsamen Bewegungen und ihrer unkomplizierten Haltung eignen sich Schnecken hervorragend für erste Beobachtungsaufgaben im Unterricht. Sie brauchen lediglich ein abgedecktes Gefäß (möglichst aus Glas) mit Luftlöchern, etwas feuchte Erde und Steine und genügend Pflanzen als Nahrung (Salat, Löwenzahn). Kurzbeschreibung der Lerneinheit "Schnecken" Eine Zusammenstellung themenspezifischer Inhalte zum Thema Schnecken leitet die Kinder gezielt ins Internet. Arbeitsmaterial und interaktive Lernumgebung "Schnecken" Die 15 Arbeitsblätter der Lerneinheit "Schnecken" können Sie hier einzeln im PDF-Format herunterladen, ebenso wie die interaktive Lerneinheit. Diese können Sie damit auch ohne Internetzugang nutzen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erreichen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Kunst, Englisch und Musik Fächerspezifische Lernziele des Projekts "Schnecken" . Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler treffen Absprachen zur Benutzung der Computer-Arbeitsplätze. treffen Absprachen zur Auswahl der Experimente. helfen sich gegenseitig. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler führen arbeitsteilige Gruppenarbeit durch (Experimente). schreiben ein Versuchsprotokoll. präsentieren Arbeitsergebnisse (mit Versuchsprotokoll). Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kopieren ein Bild aus dem Internet und drucken es aus. bearbeiten die interaktive Lerneinheit am Computer und machen dabei Erfahrungen mit dem Prinzip der Verlinkung. lösen interaktive Puzzles (Drag & Drop), Lückentext und Quiz (Multiple Choice). schauen Video-Dateien im Internet an. Die Schülerinnen und Schüler ordnen Schnecken als Weichtiere ein. lernen den typischen Körperbau der Weichtiere kennen. unterscheiden Schnecken nach ihrem Aussehen (Nacktschnecken, Gehäuseschnecken) und ihrem Lebensraum (Meer, Land, Süßwasser). schauen verschiedene Schnecken an und malen eine Schnecke aus dem Internet ab. malen die wichtigsten Körperteile der Schnecke kennen. erfahren, wie Schnecken sich bewegen und führen ein Experiment dazu durch. erfahren, wozu das Gehäuse dient und woraus es besteht. finden "Schnecken" (Windungen) in der Umwelt. lernen Schnecken als Zwitter kennen. erfahren, wovon und wie Schnecken sich ernähren (Radula). lernen natürliche Feinde der Schnecken kennen. führen Versuche zu den Sinnesleistungen der Schnecke durch. Die Schülerinnen und Schüler lösen Worträtsel. vervollständigen Lückentexte. geben Antworten durch Multiple Choice. lesen eine kurze Schneckengeschichte. schreiben eine eigene Schneckengeschichte. üben Wörter mit "ck". üben Schnecken-Wörter (zusammengesetzte Nomen). entziffern Geheimschriften. Die Schülerinnen und Schüler durchstöbern eine englische Internetseite für Kinder. lernen einige englische Wörter zum Thema kennen. malen Schnecken oder kleben Schneckenbilder ein. lernen ein Singspiel zum Thema und führen es durch. führen gezielte Recherchen im Internet durch und nutzen das Internet als Informationsquelle. Schnecken und Ekelgefühle Von besonderem Interesse für diese Unterrichtseinheit sind Gehäuseschnecken. Sie haben den Vorteil, dass auch Kinder, die Ekelgefühle haben, am Schneckenhaus eine Stelle finden, die sie anfassen können. Pflege von Lebewesen Sehr wichtig ist der pflegliche Umgang mit den Tieren. Auch Schnecken sind Lebewesen und dürfen nicht gequält werden, weder direkt noch durch unsachgemäße Behandlung oder Haltung. Am Schluss der Beobachtungszeit sollen sie an ihren Fundort zurückgebracht werden. Vorkenntnisse Die Kinder sollten bereits an offene Unterrichtsformen gewöhnt sein. Kenntnisse im Umgang mit dem Internet sind nicht unbedingt nötig, da die Links direkt über die Lerneinheit angeklickt werden und keine Internetadressen eingegeben werden müssen. Der externe Link öffnet sich allerdings nicht in einem separaten Fenster, das bedeutet, man muss auf jeden Fall darauf aufmerksam machen, dass die Rückkehr zur heimischen Rechneroberfläche über den Rückwärtspfeil des Browsers erfolgt. Die Eingangsseite Die Startseite der Lernumgebung bietet den Kindern Informationen zum Einstieg ins Thema. Am linken Rand befinden sich die Links zu den Hauptseiten. Acht Hauptseiten Die acht Hauptseiten der interaktiven Lernumgebung zu Schnecken decken die folgenden Themenbereiche ab: Schnecken, Schnecken Schnecken-Sprache Schnecken-Aufgaben Schnecken-Kunst Snails Schnecken-Musik Schnecken-Experimente Spiel und Spaß Zudem enthält die interaktive Lernumgebung sieben intern verlinkte interaktive Hot-Potatoes-Übungen und 45 externe Links. Arbeitsanweisungen Die Arbeitsanweisungen auf den meisten Arbeitsblättern zur Unterrichtseinheit "Schnecken" beziehen sich auf direkt aufrufbare Internetseiten, was natürlich einen Internetzugang voraussetzt. Diese Arbeitsblätter sind besonders gekennzeichnet, auch auf dem Deckblatt. Die internen Links dagegen können offline bearbeitet werden. Die einzelnen Seiten sind frei wählbar, müssen also nicht in einer bestimmten Reihenfolge abgerufen werden - die Schülerinnen und Schüler entscheiden nach Neigung. Arbeits- und Sozialformen Organisation des Unterrichts und Zeitraum der Arbeit hängen unmittelbar von der Anzahl der vorhandenen Computer-Arbeitsplätze ab und davon, ob sie in einem Netzwerk gemeinsamen Zugang zum Internet haben. Sinnvoll hat sich auf jeden Fall Partnerarbeit erwiesen, da sich zum einen so die Zahl der auf einen Computer wartenden Kinder halbiert und zum anderen die zusammenarbeitenden Kinder sich gegenseitig unterstützen können. Eine Einteilung der Paare kann nach den folgenden Kriterien erfolgen: freie Wahl, Zufallsprinzip durch Ziehen von Kärtchen, Festlegung durch die Lehrkraft. Die Experimente wiederum sind sinnvollerweise im arbeitsteiligen Gruppenunterricht zu erarbeiten. Dazu sollten die einzelnen Experimente so verteilt werden, dass zum Schluss zu jedem ein Ergebnis im Plenum präsentiert werden kann. Die Kinder sollen dabei ihr Versuchsprotokoll (schnecken_ab15_protokoll.pdf) zu Hilfe nehmen oder Plakate mit den wichtigsten Informationen herstellen. Auch hier müssen Absprachen getroffen werden, da die Anzahl der Terrarien und Schnecken begrenzt sein sollten. Koordination der Computer-Nutzung Wichtig ist die Organisation des Unterrichtsablaufs: Absprachen bezüglich der Computer-Nutzung müssen getroffen werden, da nicht alle gleichzeitig am Rechner sitzen können. Vorschläge der Kinder sollten aufgegriffen werden, weil sie erfahrungsgemäß die Einhaltung eigener Vorschläge auch selbst überprüfen. Tägliches Feedback Wichtig sind außerdem eine gemeinsame Einführung und Erklärung der Handhabung der interaktiven Lerneinheit zu Schnecken sowie ein tägliches Feedback, bei dem exemplarisch einige Gruppensprecherinnen und -sprecher über ihre Arbeit und etwaige Probleme berichten, für die dann gemeinsam Lösungswege gesucht werden. Vertiefende Themen und weitere Übungen Als zusätzliches Angebot können im Bedarfsfall weitere Arbeitsblätter zu Schnecken zur Verfügung gestellt werden, die die in der Lerneinheit angesprochenen Themen vertiefen: Zum Beispiel Tierlexika, Sachbücher zum Thema anschauen, weitere Wortschatzübungen, Übungen zur Rechtschreibung, eine Diktat-Vorbereitung zum Thema, Rätsel zu Schnecken erfinden (beispielsweise: Wer hat ein Haus ohne Fenster und Türen? Wer geht aus und bleibt immer zuhause?), Sachaufgaben. Der fächerübergreifende Ansatz ermöglicht es, den normalen Stundenplan für die Projektdauer außer Kraft zu setzen. Sicherheitseinstellungen beachten Je nachdem welche Sicherheitseinstellungen die jeweiligen Rechner haben, ist es möglich, dass beim Aufruf des interaktiven Quiz eine Sicherheitswarnung erscheint. Dies geschieht beispielsweise, wenn das Öffnen von Popups blockiert ist. Über den Menüpunkt "Extras", "Popupblocker deaktivieren" können Sie Popups zulassen. Weitere Informationen zu Popups und welche Einstellungen die Kinder schrittweise vornehmen müssen, wenn die Sicherheitswarnung erscheint, finden Sie im folgenden Download. Zur Erfolgskontrolle heftet jedes Kind seine fertigen Arbeitsblätter und gelösten Aufgaben aus der Unterrichtseinheit zum Thema Schnecken in einem Hefter ab. Dieser wird nach Abschluss des Projekts eingesammelt und von der Lehrkraft überprüft. Anatomie und Bewegung Schnecken gehören zu den Weichtieren. Sie haben einen wenig gegliederten Körper, der aus Kopf und dreiteiligem Rumpf (Mantel, Eingeweidesack und Fuß mit Kriechsohle) besteht (Ausnahme: Nacktschnecken). Landschnecken besitzen zwei Fühlerpaare, von denen die oberen die Augen tragen, die unteren sind Tastfühler. Das Gehäuse dient zum Schutz vor Kälte, Trockenheit und Feinden. Es besteht aus Kalk und wächst durch Anlagerung von Kalkringen, zu erkennen an den Gehäuserillen. Die Schnecke bewegt sich durch wellenförmige Muskelbewegungen, die gut erkennbar sind. Dabei rutscht sie auf einer zähen Schleimschicht, die sie außerdem vor Verletzungen schützt und ihr Austrocknen verhindert, vorwärts. Der Schleim ermöglicht der Schnecke das Kriechen auf glatten und steilen Flächen. Nahrungserwerb Die meisten Schnecken ernähren sich von Pflanzenteilen. Die Teile werden vom Kiefer abgerissen und von der Radula (Zunge mit vielen Zähnchen) geraspelt. Durch die Riechzellen in den Fühlern und am Fuße kann die Schnecke Nahrung unterscheiden. Sexualität Die meisten Schnecken sind Zwitter, das heißt, sie begatten sich gegenseitig. Sie legen circa vier Wochen nach der Begattung 50 bis 70 Eier ab und vergraben sie in einer Erdmulde. Die jungen Schnecken schlüpfen nach weiteren vier Wochen. Gehäuseschnecken sind nach dem Schlüpfen schon mit einem weichen Gehäuse ausgestattet, das später hart wird. Die Willkommensseite gibt den Schülerinnen und Schülern eine Einweisung in den Umgang mit der Lerneinheit. Sie stellt die Navigation vor und gibt Verhaltenstipps.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Technik / Sache & Technik / Geographie / Jahreszeiten
  • Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Eigene Programme erstellen: Programmieren mit dem Calliope mini

Fachartikel

Dieser Fachartikel zum Thema "Eigene Programme erstellen – Programmieren mit dem Calliope mini" beschreibt, wie bereits Kindern der Grundschule die Grundlagen des Programmierens näher gebracht werden können. Zum Programmieren wird der Mikrocontroller "Calliope mini" verwendet. Der Artikel wurde im Kontext des von der Deutschen Telekom Stiftung geförderten Programms "Digitales Lernen Grundschule" entwickelt. Hintergründe zum Projekt Im Rahmen einer Explorationsstudie der Universität Bremen wurde mit dem Calliope mini gearbeitet. Dies ist ein sogenannter Mikrocontroller , der explizit dafür entwickelt wurde, Grundschulkindern erste eigene Programmiererfahrungen zu ermöglichen. Der Calliope mini kann puzzelnd programmiert werden. Das bedeutet, dass nicht direkt eine Programmiersprache zur Programmierung verwendet wird. Einzelne Programmier-Elemente in Form von Puzzleteilen werden zusammengesetzt. So können auch nur Teile zusammengesetzt werden, die funktional zusammenpassen. Der Mikrocontroller reagiert dann entsprechend der Programmierung auf Knopfdruck oder auf Umgebungsbedingungen wie Licht, Schütteln, Wärme oder seine eigene Lage und zwar indem er beispielsweise blinkt, Laufschrift anzeigt, etwas steuert oder Töne erzeugt. Benötigt werden ein Computer (Laptop, Tablet oder ähnliches), ein Calliope mini und eigene Ideen oder Anregungen. Insgesamt wurden im Projekt sechs Unterrichtsvorschläge entwickelt, deren Ziel es war, Grundlagen der Programmierung bereits im Grundschulalter begreifbar zu machen. Diese wurden in drei verschiedenen Schulen erprobt. Dabei sollte Verschiedenes in Erfahrung gebracht werden: Was brauchen Lehrkräfte, um mit Kindern im Grundschulunterricht zu programmieren? Was verstehen Kinder? Welche Ideen und Umsetzungen können sie in kleinen Teams selbstständig entwickeln? Welche Randbedingungen sind nötig, um den Calliope mini erfolgreich im Deutsch-, Sach- oder Mathematik-Unterricht einzusetzen? Die Unterrichtseinheiten wurden in insgesamt sechs Module eingeteilt. Modul 1 dient dabei der Einführung "Was ist Programmieren?" Die übrigen fünf Module lassen sich weitestgehend unabhängig voneinander durchführen. Als Basis ist jedoch immer die Durchführung des ersten Moduls empfohlen. Informatische Bildung in der Grundschule Die Schülerinnen und Schüler der heutigen Generation wachsen als Digital Natives auf. Technik gehört rund um die Uhr zum Alltag vieler Kinder. Die reine Nutzung der Geräte führt jedoch nicht zu einem Grundverständnis der Funktionsweisen . Es bietet sich also an, informatische Konzepte bereits in der Grundschule einzuführen. Dies soll durch forschendes Lernen, algorithmisches Denken und vor allem lebensweltnah umgesetzt werden. Türen, die sich öffnen, wenn man sich ihnen nähert, Rolltreppen, die anspringen, wenn man sie betritt, Bedarfsampeln, Apps auf dem Smartphone – wir alle begegnen im Alltag oft unbewusst programmierten Funktionen und Geräten. Wie Steuerungen für Geräte aufgebaut sind und was nötig ist, um per Knopfdruck eine Laufschrift zu starten, können Kinder am besten erfahren, indem sie selbst solche Programme erstellen. Der Calliope mini lässt sich beispielsweise so programmieren, dass er als Alarmanlage für eine Schatztruhe eingesetzt werden kann: Wenn der Deckel der Truhe geöffnet wird, fällt Licht auf den Lichtsensor und ein Warnton ist zu hören. Unterrichtsvorschlag "Sensoren und Aktoren (Alarmanlage)" Im Folgenden wird eine Einheit aus den Handreichungen (siehe Linkliste am Ende der Seite) exemplarisch dargestellt. Dabei wird gezeigt, wie Schülerinnen und Schüler der Grundschule mit dem Calliope mini eine kleine Alarmanlage produzieren . Diese lässt sich fächerübergreifend in den Sachunterricht einbetten und ist auf etwa zwei Unterrichtsstunden ausgelegt. Ziel der Einheit ist es, dass Schülerinnen und Schüler den Unterschied zwischen Sensoren und Aktoren begreifen. Sensoren können Dinge erfassen, zum Beispiel ein Temperatur-Sensor. Aktoren können hingegen Dinge bewirken. Ablauf Nach einem Einstieg kann ein Gespräch darüber folgen, welche Sensoren und Aktoren den Schülerinnen und Schülern aus ihrem Alltag bekannt sind. Mögliche Antworten sind hier Türen, die sich automatisch bei Annäherung öffnen oder Straßenlaternen, die anfangen zu leuchten, wenn es dunkel wird. Anschließend erfolgt die Definition der Begrifflichkeiten und wie diese in Beziehung zueinander stehen. Daraufhin beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Lichtsensor: Diesen können die Lernenden auf dem Calliope mini identifizieren. Zudem erfolgt eine Einteilung, ab welchen Werten Licht hell und ab welchen es dunkel ist. Nach der theoretischen Einführung besprechen die Schülerinnen und Schüler, wofür eine Alarmanlage genutzt werden kann: Haustür, Tresor oder auch Keksdose. Somit kann auf andere Sensoren eingegangen werden (Lichtsensor, Lagesensor). Es ist in allen Einheiten üblich, dass mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam überlegt wird, welche Bausteine sie für nun für die Programmierung benötigen. Der entsprechende Code wird abschließend auf dem Calliope mini gesichert und kann beispielsweise an einer Box oder einem Schuhkarton getestet werden. Didaktisch-methodische Hinweise und Empfehlungen Es erscheint sinnvoll, wenn diese Unterrichtseinheit in eine kleine Geschichte eingearbeitet wird, zum Beispiel: " Stellt euch vor, ihr habt eine Box, in der ihr etwas sehr Wertvolles aufbewahren wollt. Ihr möchtet nicht, dass eine andere Person an den Inhalt eurer Box kommt. Deshalb möchtet ihr eine Alarmanlage programmieren, um eure Box zu schützen. Was benötigt ihr dafür? " Die Geschichte kann natürlich entsprechend der aktuellen Unterrichtsthemen angepasst und verändert werden. Dies gilt auch für die Programmierung: Soll der Alarm losgehen, wenn die Box geöffnet wird oder bereits, wenn die Box bewegt wird? Einen detaillierten Ablaufplan, Arbeitsblätter und nähere Erläuterungen finden Sie in der folgenden Linkliste. Dort sind auch alle weiteren Unterrichtsvorschläge mit den entsprechenden Handreichungen zu finden.

  • Technik / Sache & Technik

Edvard Munch: sinnlich-ästhetisch und digital

Unterrichtseinheit

Ausgehend von einer sinnlich-ästhetischen und schreibenden Auseinandersetzung mit einem originalen Werk von Edvard Munch werden szenische und digital gestalterische Möglichkeiten der experimentellen Kunstrezeption aufgezeigt. In der Auseinandersetzung mit einem Bild im Museum sollen die Schülerinnen und Schüler angeregt werden, sich sinnlich-ästhetisch dem Werk zu nähern. Anhand des Bildes "Mädchen am Meer" (1906/07) von Edvard Munch in der Hamburger Kunsthalle werden in dieser Unterrichtseinheit szenische und digital gestalterische Möglichkeiten der experimentellen Kunstrezeption aufgezeigt. Die leitende Fragestellung der Unterrichtseinheit ist: Welche spezifischen Wahrnehmungen und Erfahrungen machen die Schülerinnen und Schüler im sinnlichen und digitalen Crossover der Medien zwischen räumlich erfahrenem Kunstwerk, geschriebenem Text, gemeinsamer Inszenierung und ihrer gestalteten digitalen Bild- und Text-Präsentation? Experimentelle Herangehensweise an ein Kunstwerk Eine Annäherung an das Kunstwerk erfolgt in visuellen, akustischen, bewegungs- und raumorientierten Wahrnehmungen und in einer mit geschlossenen Augen durchgeführten Imaginationsübung. Danach werden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, ihre Wahrnehmungserfahrungen schreibend und eventuell auch zeichnend auszudrücken. In solch einem experimentellen Herangehen an Kunst wird nicht nur das Werk in seinem Inhalt und seiner formalen Struktur erfasst. Es werden auch die Beziehungen und Interaktionsformen der wahrnehmenden Schülerinnen und Schüler mit dem Bild und untereinander thematisiert. In einer experimentellen Haltung richtet sich das Augenmerk neben dem "Was" auch auf das "Wie" der Wahrnehmungen, auf die Verfahrensweisen und auf das Entstehen von Sinn und Struktur. Sinnlich-ästhetische Auseinandersetzungen mit Kunst Die experimentelle Annäherung eröffnet Projektionsräume für die Phantasie. Begegnung mit dem Kunstwerk im Original Welche spezifischen Erfahrungen vor dem Original gemacht werden und welche Kunstwerke sich für diese Unterrichtseinheit eignen. Szenische Inszenierung der Bilderfahrungen Wie im szenischen Spiel die Erfahrungen vor dem Original zu neuen Geschichten führen und dokumentiert werden können. Digitale Dokumentation und Präsentation der Ergebnisse Wie die szenischen Inszenierungen in der digitalen Gestaltung von Bild- und Text-Präsentationen am Computer aufbereitet werden. Crossover zwischen alten und neuen Medien Zu den Besonderheiten der neuen Medien in der vorgestellten Unterrichtseinheit. Fachliche Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler erfahren ein Kunstwerk in einer experimentellen, all-sinnlichen und schreibenden Auseinandersetzung. werden zu eigenen Deutungen des Bildes und Erfindungen von Geschichten werden. werden zu szenischen und medialen Inszenierungen angeregt. übersetzen ihre erlebten Szenen in eigene Bild-/Text-Gestaltungen und Geschichten. werden in einer ästhetisch-biografischen Arbeit zu vielfältigen Identifikationsmöglichkeiten geführt. Medienkompetenzen Die Schülerinnen und Schüler bilden eine ästhetische Medienkompetenz im rezeptiven und produktiven Umgang aus. werden im Crossover materialer und digitaler Medien für verschiedene Wirklichkeitsversionen sensibilisiert. stärken ihre Experimentierfreude und technische Kompetenzen. Biografisch orientierte Werkerfahrungen In der Inszenierung verschiedener experimenteller Annäherungen an ein Kunstwerk provozieren die Lehrerin und der Lehrer ein vielfältiges Rezeptionsgeschehen, dessen Verlauf und Ausgang offen bleiben muss. Während die Kunsterfahrungen der Schülerinnen und Schüler selbst zufällig und nicht steuerbar sind, können die unterschiedlichen sinnlich-ästhetischen Zugangsweisen präzise inszeniert werden. In Prozessen subjektnaher Auseinandersetzung mit Kunst verknüpfen die Schülerinnen und Schüler das, was sie wahrnehmen, mit dem, was sie wissen und was durch das Wahrgenommene im Prozess des Erinnerns, Assoziierens und Nachdenkens aktiviert wird. Projektionsräume für die Phantasie Eine Verbindung der wahrgenommenen Bilder mit den eigenen Lebenszusammenhängen findet zum Beispiel statt, wenn Schülerinnen und Schüler nicht nur Menschen, Gegenstände und Situationen aus ihrer Umwelt, aus Geschichten und Medienereignissen in die Bilder hineinprojizieren, sondern auch ihre Wünsche, Träume und Phantasien, ihre Probleme und Ängste. Erst ein dadurch entstandenes persönliches Interesse ermöglicht es ihnen, eigene Zugangsweisen zum Werk zu finden. Die Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit von Kunstwerken bietet Interpretationsspielräume. Sie ermöglichen ein Stutzen und Staunen über die fremden Bildwelten. In Gesprächen sollten mögliche Irritationen und Differenzen zwischen der eigenen subjektiven Wirklichkeitssicht und dem Dargestellten aufgearbeitet werden. Im Crossover der Medien kann man Unsagbares schreiben Im Prozess einer sinnlich-ästhetischen Auseinandersetzung mit Kunst ist neben dem Sprechen eine schriftliche Vergegenwärtigung der eigenen Erfahrungen unerlässlich. Modellversuche in Schulen haben gezeigt, dass ein Schreiben im medialen Übergangsraum zwischen der eigenen Wahrnehmung und einem fremd anmutenden Bild (originales Kunstwerk ebenso wie digitales Bild) einen ungeheuren Schreibdruck bei den Schülerinnen und Schülern erzeugt. Im Begehren der Annäherung wollen sie dem Unsichtbaren, Amorphen, dem, was noch keinen Ausdruck hat, sprachlich eine Form geben. In ihren Texten wird Bekanntes fremd und Fremdes kommt im individuellen Ausdruck als Differenz zur Darstellung. Voraussetzung dafür ist eine freie Aufgabenstellung, die den Lernenden hilft, sich ganz auf ihr unmittelbares Erleben zu konzentrieren. Perspektivwechsel Die Schülerinnen und Schüler werden angeregt, das Original aus möglichst vielen verschiedenen Perspektiven zu betrachten: ganz nah, ganz weit weg, liegend, sitzend, stehend, von rechts, von links, durch zwei Räume hindurch. Während dieses circa fünfminütigen Arbeitsauftrags sollte möglichst nicht gesprochen werden. Danach findet ein kurzes Auswertungsgespräch mit folgenden Fragen statt: Was habt ihr beobachtet? Was erfährt man von dem Bild aus den verschiedenen Positionen und Haltungen heraus? Das Bild erleben Die Schülerinnen und Schüler sitzen möglichst dicht beieinander in einem mittleren Abstand vor dem Bild. Die Lehrkraft ermuntert sie, etwa eine Minute lang die Augen zu schließen, sich zu konzentrieren, nicht zu sprechen und in das Bild "hineinzuspringen": "Schließt die Augen, sprecht bitte nicht und "springt" in das Bild. Was seht, hört, schmeckt, riecht ihr und was erlebt ihr in dem Bild?" Danach sollte es kein Gespräch geben, sondern gleich eine Schreibaufgabe gestellt werden: "Schreibe auf, was du wahrgenommen und erlebt hast." Künstlerische Werkthematik von Edvard Munch Das Bild Mädchen am Meer von Edvard Munch eröffnet durch seine inhaltliche und malerische Mehrdeutigkeit sehr interessante Interpretationsfelder, in denen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Erfahrungen aus der Lebenswelt einbringen und wieder finden können. Es symbolisiert auf vielfältige Weise mediale Übergänge. Die rote Figur befindet sich im Prozess der Trennung, dabei entstehen Ambivalenzen von Zusammenhalt und Ausgrenzung, aktivem Fortgehen und passivem Verlassenwerden, Gemeinschaft und Einsamkeit, Abschied und Neuanfang. Es gibt geheimnisvolle Interaktionen im Übergangsraum zwischen den Figuren am Strand und der Boot-Gruppe auf dem Wasser. Das Bild verweist auf Erfahrungen mit Natur, Meer, Strand, aber auch auf äußere und innere Konfliktsituationen und ihre Lösungsmöglichkeiten. Die Begegnung mit dem Original Um ein produktives Crossover der Medien zu nutzen, ist eine originale Begegnung in einer Ausstellung immer der Arbeit vor einer digitalen Reproduktion eines Bildes vorzuziehen. Wenn es nicht möglich ist, eine Exkursion in die Hamburger Kunsthalle zu machen, lassen sich vielleicht andere Bilder von Edvard Munch in einer näher gelegenen Ausstellung besuchen. Sollte es nicht gelingen, ein Bild von Munch im Original zu betrachten, so sollte eine ähnliche Bildthematik gesucht werden. Es bieten sich alle Bilder an, die in ihrer inhaltlichen und malerischen Gestaltung komplex sind und auf geheimnisvolle Weise Probleme thematisieren, die in ihrer existenziellen Dimension einen Bezug zur Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern aufweisen. Vorzugsweise sollten sich die Bilder im Übergang zwischen einer noch ahnbaren Gegenständlichkeit und einer malerischen Autonomie befinden. Bilder des Expressionismus, des magischen Realismus, aber auch zeitgenössische Werke, die in ihrer Problemstellung zu vielfältigen szenischen Interpretationen anregen, sind geeignet. Im szenischen Spiel entstehen neue Geschichten Die im Museum gewonnenen Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit dem Gemälde werden in der Schule oder im Außenraum in einer eigenen Inszenierung der Bilddramatik weiter ausgedeutet. Im szenischen Spiel entstehen Fotos und Texte, die am Computer zur Erfindung neuer Geschichten im Kontext der Bildproblematik führen (Erläuterungen zu fünf Beispielen und die PowerPoint-Präsentation einer vierten Klasse finden Sie unten im Download-Bereich). Die Schülerinnen und Schüler lernen, in Gruppen zu kooperieren, gemeinsam eine Geschichte zu erfinden und sie in Gesten und Handlungsverläufe umzusetzen. Inhaltliche Problemstellungen bei der Auseinandersetzung mit dem Bild von Edvard Munch können folgende Aspekte sein: das Verhältnis von Einzelnen und Gruppe, das Ausgegrenztsein, das Alleinsein, Erfahrungen mit Natur, Strand, Wasser, mögliche Interaktionen zwischen Menschen am Strand und Menschen im Boot, Abschied und Begrüßung. Die Schülerinnen und Schüler lernen ihr szenisches Spiel in Standbildern fotografisch festzuhalten. Sie üben mit Bildausschnitten, Nah- und Totalaufnahmen zu experimentieren. Arbeitsaufträge zur szenischen Inszenierung Ausgangspunkt sollte eine kurze Beschäftigung mit den eigenen, im Museum geschriebenen Texten sein. Die Schülerinnen und Schüler lesen sich kurz ihre Texte vor und werden dabei durch eine Reproduktion (Fotokopie) an das Originalbild aus dem Museum erinnert. Fragen zum Besprechen der Texte können sein: Was haben die einzelnen Vortragenden im Bild erlebt? Welche Probleme werden geschildert? Wie lässt sich das Gehörte im Bild wieder finden und auf welche Weise? Danach sind die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, ihre Erfahrungen, die sie bei der gemeinsamen und individuellen Auseinandersetzung mit dem Original erlebt haben, in kleinen Gruppen szenisch zu inszenieren: "Erinnert euch an euren Text zum Munch-Bild und erfindet gemeinsam eine Geschichte zum Bild; setzt die Geschichte in gespielte Handlungen um." Nach der szenischen Improvisation kann eine weitere Schreibaufgabe gestellt werden: "Schreibt auf, was in eurer Szene passiert ist." Für die Inszenierungen sollte bestenfalls das Klassenzimmer verlassen und nach geeigneten - vielleicht auch ungewöhnlichen - Räumen, zum Beispiel außerhalb des Schulgebäudes, gesucht werden. Arbeitsaufträge zur fotografischen Arbeit Eine dargestellte und erzählte Szene soll in Standbildern deutlich durch Gesten und Haltungen und nicht durch die Sprache zum Ausdruck kommen: "Versucht, die Geschichte, die ihr darstellt, in fünf bis acht eindeutigen "eingefrorenen" Standbildern fotografisch festzuhalten; die Bilder sollten einen Anfang, eine Entwicklung und ein Ende der Geschichte sichtbar machen." Bei älteren Schülerinnen und Schülern kann ein Kind fotografieren und die übrige Gruppe dirigieren oder von der Gruppe dirigiert werden. Bei jüngeren Kindern sollten Lehrpersonen auf Anweisung der Kinder fotografieren. Durch Bilderreihen Geschichten erzählen Die Schülerinnen und Schüler lernen, die erlebte Szene bildnerisch neu zu fassen und in eine eigene Bildordnung zu bringen. Texte verdeutlichen dabei die dargestellte Geschichte. Das können Dialoge in den Bildern (Sprechblasen) oder ein Fließtext unter den Bildern sein. Es sollte in Zweier- oder Dreiergruppen vor dem Computer an einer Präsentation gearbeitet werden. Bestenfalls entstehen auf diese Weise zwei oder drei verschiedene Präsentationen zu einer Gruppeninszenierung. Wenn möglich, können die vorhandenen Fotos auch mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms digital bearbeitet werden. Als Arbeitsaufgabe gilt: "Trefft eine Auswahl aus den entstandenen Fotos und stellt eine sinnvolle Abfolge der Fotos her. Gestaltet mit dieser Auswahl von Fotos aus eurer Gruppe eine Geschichte in Bildern und mit Texten. Ihr könnt eure gespielte Geschichte nehmen oder aus den vorhandenen Bildern eine neue erfinden." Zwischenergebnisse als motivationsfördernde Überraschung Das Anschauen im Bildschirmpräsentations-Modus von PowerPoint ist für alle Gruppen in der Arbeit zwischendurch und in der abschließenden Betrachtung eine motivationsfördernde Überraschung, da die Gestaltung nun in der Fläche des gesamten Bildschirms auf ihre Wirkung untersucht werden kann. Größen, Farb- und Formentscheidungen, die in der Normalansicht im Programm nicht deutlich werden, fallen auf und können gezielt verändert werden. Manche, vor allem die jüngeren Schülerinnen und Schüler, verlieren in der Konzentration auf die Beschriftung des Einzelfotos manchmal den Bezug zum gesamten Verlauf der Bild-/Text-Geschichte. Hier hilft das wiederholte Abspielen und genaue Beobachten der bisher gestalteten Bilder im Bildschirmpräsentations-Modus. Abschließende Betrachtung In der abschließenden Betrachtung der eigenen Bild-/Text-Sequenzen erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass diese ganz anders wirken können als die ursprünglich gespielte Szene selbst. Sie erbringen Übersetzungsleistungen zwischen dem tatsächlich Erlebten und dem medial durch Bild und Text Dargestellten. Im Vergleich der verschiedenen Präsentationen aus einer Inszenierungsgruppe erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass aus demselben Bildmaterial ganz unterschiedliche Bild-/Text-Geschichten und Gestaltungen entstehen können. Sie werden aufmerksam auf formale und inhaltliche Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen den einzelnen Gestaltungsvariationen und zu den szenischen Geschichten und Gestaltungen aus den anderen Spielgruppen. Dabei kann sich ihre eigene Sichtweise relativieren und durch die Gestaltungen der anderen ergänzt und erweitert werden. Abschließend können Parallelen, Unterschiede und Anschlussstellen zur inhaltlichen und malerischen Gestaltung des ursprünglichen Kunstwerkes erfahren werden. Diskussion der einzelnen Präsentationen Jede digitale Gestaltung der Schülerinnen und Schüler sollte gewürdigt und besprochen werden. Es bietet sich an, Gestaltungen, die von unterschiedlichen Schülerpaaren zu dem Bildmaterial aus einer Inszenierungsgruppe hergestellt wurden, gemeinsam zu betrachten. Ein möglicher Beobachtungsauftrag ist: "Schaut euch die Bilder und Texte genau an, welche Unterschiede fallen euch in dem Inhalt und der Art der Gestaltung in den einzelnen Präsentationen auf?" Sehr wichtig ist der abschließende Rückbezug zum originalen Kunstwerk. Dieses sollte auch digital präsentiert werden und mit einzelnen Bild-/Text-Gestaltungen direkt verglichen werden: "Gibt es etwas Gemeinsames zwischen eurer Bild-/Text-Gestaltung und dem Bild von Munch? An welcher Stelle im Munch-Bild könnte eure Geschichte spielen?" Nach dem Auswertungsgespräch können die einzelnen Bild-/Text-Gestaltungen auch in eine PowerPoint-Präsentation zusammengefasst und bei einer Schulausstellung oder auf einem Elternabend im automatischen Bilddurchlauf gezeigt werden. Sinnproduktion im medialen Übergang Jedes Medium - das wahrgenommene Bild, der geschriebene Text, der im Handeln agierende Körper, der fotografische Blick und die digitale Präsenz des Computers - fordert ein immer wieder neues situatives Einlassen und fördert damit eine ständige Neuproduktion von Sinn im medialen Übergang. Im digitalen Medium ist diese fortdauernde Herausforderung, sich absichtsvoll oder zufallsgesteuert auf etwas Neues einlassen zu müssen, besonders deutlich. Die Leichtigkeit mit der zum Beispiel Fotos produziert, in ihrer Ansicht verändert, in ihrer Reihenfolge verschoben, mit Text versehen und animiert werden können, provoziert eine Schnelligkeit in der Sinnproduktion und eine Veränderung der Sichtweisen. Intensivierung von Sinnerfahrungen Auf der anderen Seite ermöglicht die Spezifik des Computers auch eine Verlangsamung und Intensivierung von Sinnerfahrungen durch die Herstellung von Gestaltungsvariationen und das Abbilden unterschiedlicher Arbeitsstadien. Lernprozesse können in ihren verschiedenen Phasen visualisiert und in Einzel- oder Gruppengesprächen mit den Schülerinnen und Schülern thematisiert und reflektiert werden. Das Kunstwerk und seine mediale Übersetzung in eigene digitale Gestaltungen kann den Schülerinnen und Schülern helfen, neue Blicke auf ihnen bekannte Probleme im Alltag zu werfen und Wege der Veränderung zu entwickeln. Auf der anderen Seite kann durch die Projektion eigener Erfahrungen in das Kunstwerk die künstlerische Darstellungsweise von zum Beispiel Edvard Munch in besonderer Weise erkannt und mit Leben gefüllt werden. Verbindungen zwischen Rezeption und Produktion Im Modellversuch "Schwimmen lernen im Netz", in dem diese Unterrichtseinheit entstand, entdeckten die Schülerinnen und Schüler vielfältige Verbindungen zwischen ihren digitalen Präsentationen und dem Munch-Bild. Durch die imaginative Erschließung des Bildraumes im Museum war ihre Perspektive auf das Bild komplexer geworden und nicht nur auf das momentan Sichtbare fixiert. Es gelang ihnen, bildnerische Anknüpfungspunkte für ihre eigenen digital gestalteten Geschichten und Szenen im Bild zu finden. Sie argumentierten durchaus überzeugend, dass das, was man visuell nicht sieht, trotzdem erlebt werden kann, da es sich als verstecktes Motiv in dem Munch-Bild befindet. In diesem Sinne kann man als letzten Arbeitsschritt alle Präsentationen der Schüler mit der digitalen Fassung des ursprünglichen Kunstwerkes an geeigneten Bildstellen im Präsentationsprogramm verlinken. Auch hierzu eignet sich PowerPoint gut. Zwischen Text und Bild Dehn, Mechthild / Hoffmann, Thomas / Lüth, Oliver / Peters, Maria: Zwischen Text und Bild. Schreiben und Gestalten mit neuen Medien. Fillibach Verlag, Freiburg im Breisgau, 2004 Maria Peters: "Auf den Versuch hin leben" "Auf den Versuch hin leben". Biografische Arbeit in sinnlich-ästhetischen und digitalen Gestaltungen von Kindern und Studierenden. In: Dehn, Mechthild / Hüttis-Graf, Petra (Hrsg.), Kompetenz und Leistung im Deutschunterricht. Spielraum für Muster des Lernens und Lehrens. Ein Studienbuch. Fillibach Verlag, Freiburg im Breisgau, 2005, S. 207-221 Munch-Ausstellungskatalog, Kunsthalle Hamburg Munch und Deutschland, Hamburg, 1994 Munch-Ausstellungskatalog, Kunstverein Hamburg Edvard Munch - Höhepunkte des malerischen Werks im 20. Jahrhundert, Hamburg, 1984

  • Kunst / Kultur
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Klassenfahrten: Bedeutung und Zielsetzung

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel beschreibt die Bedeutung von Klassenfahrten aus Sicht der Organisierenden und richtet sich an alle Lehrerinnen und Lehrer. Dabei geht es vor der Planung und Durchführung einer Klassenfahrt zunächst darum, die Zielsetzung der Fahrt zu definieren und sich die zahlreichen Gründe für eine gemeinsame Reise mit der Klasse bewusst zu machen. Gemeinsam mit der Klasse zu verreisen bedeutet für die Lehrkraft stets eine große Verantwortung im Hinblick auf die Aufsichtspflicht. Aber was gehört eigentlich zu einer durchdachten, zielgerichteten, für die jeweilige Schülergruppe passenden und letztlich nachhaltig gelungenen Klassenfahrt dazu? Die Kurzfassung: gründliche Planung und Vorbereitung, die gelungene Durchführung und auch die Nachlese. In diesem Artikel soll es nun zunächst aber darum gehen, zu erläutern, warum die gemeinsame Fahrt mit der Klasse ein so wichtiges Abenteuer darstellt. Jede Lehrerin und jeder Lehrer, jedes Elternteil und letztlich jede Person, die einmal eine Klassenfahrt erlebt hat, wird ohne Zögern zustimmen, dass Klassen-, Stufen- oder Kursfahrten zu den wichtigsten und prägenden Projekten der Schullaufbahn gehören. Egal, wie jung oder alt Sie heute sind: Woran erinnern Sie sich zuverlässig, wenn Sie an Ihre eigene Schulzeit zurückdenken? Eben! Dabei sollte möglichst jede Klassenfahrt für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte zu einer wunderbaren und nachhaltig positiven Erfahrung werden. Bei meinen eigenen Klassenfahrten denke ich an Stockbrot und Nachwanderung, an Zahnpasta unter Türklinken, an Klopapiergirlanden im Treppenhaus und an den zugenähten Schlafanzug des Lehrers. Kommt auch Ihnen etwas davon bekannt vor? Bedeutung der Klassenfahrt für die Lernenden Die Perspektive von Lehrkräften und Begleitpersonen auf Klassenfahrten ist selbstverständlich eine völlig andere als die der Schülerschaft: viel Arbeit und vielleicht auch zähe Diskussionen im Vorfeld und auf Tour dann ein Übermaß an Verantwortung bei tagelangem Schlafmangel und die permanente Sorge um das Wohl einer Schar meist pubertierender Jugendlicher. Und doch ist es das alles wert! Denn die Klassenfahrt ist auch eine Zeit neuer, oft verblüffender Erfahrungen mit jungen Menschen, die man eigentlich schon gut zu kennen glaubte. Gemeinsam auf Tour zu gehen macht einfach Freude – fast immer auch den Lehrpersonen. Die andere Form des Zusammenseins fördert das Sozialverhalten und den positiven Umgang miteinander. Sie macht aus der Klasse ein Team. Sie fördert das Selbstbewusstsein und macht die Gemeinschaft stark. Sie macht selbstständig, schafft Erinnerungen; im Idealfall überwiegend gute, aber eben auch wertvolle weniger gute und in jedem Fall solche, die wahrscheinlich sehr lange nachwirken. Manchmal ein Leben lang. Kein Wunder, denn Klassenfahrten stehen für Freiheit: Freiheit von Eltern, von Zwängen, von Terminen – und das nicht nur bei den Lernenden. Vielleicht auch, wenigstens zeitweise, Freiheit vom Smartphone. Klassenfahrten verschaffen allen Reisenden Glücksmomente, vielleicht aber auch Traurigkeit. Sie können eine gute Gelegenheit sein, auch mal Aggression und Frust zuzulassen und zu bewältigen, Beziehungen zu klären und zu entwickeln. Die Fahrt kann ein großer Spaß sein, kann Liebe erleben lassen, oft die erste. Von den größten und unwahrscheinlichsten Katastrophenszenarien einmal abgesehen sind Klassenfahrten fast immer vor allem einfach wunderschön. Spätestens im Rückblick. Für manche Kinder bedeutet eine Klassenfahrt zudem die einzige Möglichkeit, überhaupt zu reisen. Einfach, weil es – aus familiären, wirtschaftlichen oder anderen Gründen – keine anderen Reisen für sie gibt. Für diese Kinder hat eine Klassenfahrt einen unermesslichen Wert. Kurz: die Bedeutung von Klassenfahrten kann kaum überschätzt werden. Und gerade deshalb ist bei den Verantwortlichen, bei Lehrkräften und Begleitpersonen sowie den Veranstaltern auch der Druck so hoch. Organisation der Klassenfahrt Auf den ersten Blick scheint die Organisation einer gelungenen Klassenfahrt ganz einfach: Ziel und Termin festlegen, Unterkunft buchen, Busunternehmen beauftragen, Geld einsammeln und los geht es. Wenn alles gut läuft, werden alle Schülerinnen und Schüler am Ende vollzählig, möglichst gesund und unverletzt wieder abgeliefert. Fertig. Fertig? Von wegen. Klassenfahrten sind anstrengend und machen eine Menge Arbeit – und zwar schon lange, bevor es überhaupt losgeht. Die einbezogenen Schülerinnen und Schüler können sich nicht einigen. Dabei haben sie manchmal völlig unrealistische Vorstellungen zum Reiseziel, zur Unterkunft, zum Programm. Und dann die Eltern! Wollen alles besser wissen, sind misstrauisch, kritisch und kleinkariert. Zu teuer wird die ganze Sache sowieso, und die Kolleginnen und Kollegen widersprechen sich mit ihren Tipps auch gegenseitig: Rom ist immer schön – Rom ist zu heiß! Weimar ist das Zentrum der Klassik – Weimar ist das Zentrum der Langeweile! Hotels sind besser als Jugendunterkünfte – Hotels sind zu teuer! Der Bus ist das einzig Wahre – der Bus ist ein Alptraum auf Rädern! Kommt man erst mal in den Niederungen der Detailplanung an, wird es erst richtig aufreibend: Welcher Kollege, welche Kollegin fährt eigentlich mit? Wer wäre bereit und letztlich nicht Belastung, sondern eine Hilfe, auch bei der Organisation? Natürlich will man auch nicht mit jedem der Kollegen losziehen, Sympathie spielt schließlich auch eine Rolle. Eigentlich ist ja auch gar keine Zeit für eine Klassenfahrt. Die vielen Schulprojekte, Fortbildungen, Schulveranstaltungen, Sprechtage. Und alles andere im Lehrplan geht natürlich vor. Die "verlorene Zeit" muss ja irgendwie wieder reingeholt werden. Die Vertretungsproblematik und vielleicht dazu noch Missgunst im Kollegium, die ganzen Haftungsfragen, die unklaren Regelungen zu Fahrtkostenerstattungen für Lehrkräfte, Versicherung, Aufsichtspflicht und andere juristische Fragen, die Thematik Reiserecht ganz grundsätzlich – alles Hürden. Und privat muss ja auch alles geregelt werden für eine mehrtägige Abwesenheit von zu Hause. Dazu kommen noch – vielleicht schwierige –Schülerinnen und Schüler und anspruchsvolle Eltern. Das Beste wäre also: gar keine Klassenfahrt!? Das ist natürlich Unfug. Die Klassenfahrt gehört nicht nur zu den bedeutendsten persönlichen und kollektiven Erfahrungen jeder Schulklasse und häufig auch der Lehrkräfte. Die Klassenfahrt bietet eine besondere Gelegenheit zum Lernen außerhalb der Schule. Sinnvoll und zielgerichtet geplant, können die Tage am "außerschulischen Lernort" unvergleichlich produktiv sein – vor allem jenseits des Lehrplans. Eine Klassenfahrt kann die Lebenskompetenz und den Blick über den Tellerrand schärfen, Stärken und Grenzen erkennen lassen, sogar Berufswünsche reflektieren helfen. Lernenden diese Erfahrung vorzuenthalten hieße auch den Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule links liegen lassen. Und deswegen finden, allen Hürden zum Trotz, unglaublich viele Klassenfahrten statt. Die etwa 8,36 Millionen Schülerinnen und Schüler an Allgemeinbildenden Schulen in Deutschland bilden, bei durchschnittlich etwa 21 Lernenden pro Klasse, fast 400.000 Schulklassen. Im Primarbereich der Schulen dürften erfahrungsgemäß nur sehr wenige mehrtägige Klassenfahrten stattfinden. Anders in den Klassenstufen der Sekundarstufen I und II, auf die etwa 60 Prozent der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler entfallen – also etwa 5,2 Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland. Geht man davon aus, dass die Lernenden dieser Klassenstufen während ihrer Schullaufbahn sicherlich alle drei bis vier Jahre mehrtägige Klassenfahrten absolvieren, gehen jährlich etwa 25 bis 35 Prozent der 5,2 Millionen Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II auf Klassenfahrt. Angesichts dieser beeindruckenden Zahlen darf man sich darüber wundern, dass ein derart komplexes und wichtiges Thema wie die Klassenfahrt weder in der Lehrerausbildung noch in der Fortbildung Erwähnung findet. Zu diesem frappierenden Mangel hinzu kommt der immer wieder zu Recht beklagte Missstand unzureichender Reisekostenerstattungen für die begleitenden Lehrkräfte. Deshalb gilt allen, die es dennoch machen, Respekt. Die vielen Schülerinnen und Schüler, die in Deutschland jedes Jahr auf Tour gehen, sind ihren Pädagoginnen und Pädagogen sowie Begleitpersonen dankbar für das Glück, an einer Klassenfahrt teilnehmen zu dürfen und dieses einmalige Erlebnis genießen zu können. Fazit Es ist gar nicht so schwer, eine gelungene Klassenfahrt zu realisieren, die Lernenden und Begleitpersonen gleichermaßen starke, sinnvolle, nachhaltige Erlebnisse verschafft, an die sich garantiert alle Beteiligten noch sehr, sehr lange erinnern werden. Auch wenn am Ende einige gute Vorsätze, diverse Habseligkeiten und viele Nerven auf der Strecke geblieben sein werden: Ein bisschen Schwund ist immer. Aber das wunderbare, lehrreiche, unersetzliche Abenteuer Klassenfahrt entschädigt für sehr, sehr vieles.

  • Fächerübergreifend

Canva im Unterricht

Fachartikel
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Dieser Fachartikel stellt das digitale Tool "Canva" für den unterrichtlichen Einsatz vor. Es werden Anwendungsszenarien gegeben, um Lernmaterialien zu entwickeln, fächer- und jahrgangsübergreifenden Unterricht zu gestalten und selbstgesteuertes Lernen im Unterricht sowie kollegialen Materialaustausch zu fördern. In den letzten Jahren zeigte sich der Bedarf an digitalen Tools für den Unterricht auf Distanz deutlich. Erkennbar war in diesem Zusammenhang aber auch, dass grundsätzlich ein Bedarf an Lösungen besteht, die den Unterricht an die gesellschaftlichen Entwicklungen des 21. Jahrhunderts anpassen. Canva als Möglichkeit, den Unterricht zu digitalisieren Mit " Canva " existiert ein einfach anzuwendendes Tool, das ganzheitlich Unterricht eingesetzt werden kann und zudem DSGVO-konform ist. Durch die Möglichkeit, mediatisiert individuelle, interaktive und kreative Ergebnisse zu gestalten, hat Canva einen motivierenden Charakter. Es fördert durch digitales Erarbeiten von Lernmaterial die Medienkompetenz und kann in verschiedene Lernplattformen beziehungsweise Learning-Management-Systeme (LMS) integriert werden. Die Funktion des virtuellen Klassenzimmers ermöglicht kollaboratives Arbeiten in Echtzeit, aber auch kooperatives Arbeiten zu individuellen Lernzeiten oder Einzelarbeit ist möglich. So kann Canva beispielsweise flexibel für Gruppenarbeiten genutzt werden. Fächer- und jahrgangsstufenübergreifender Unterrichtseinsatz Mittels Canva können diverse interaktive Lernmaterialien von Lernenden sowie Lehrenden erstellt werden. Das Tool kann dabei fächer-, methoden- und inhaltsübergreifend eingesetzt werden. Es eignet sich für den Einsatz ab der Jahrgangsstufe fünf. Technische Voraussetzungen Für die Anmeldung bei Canva ist zumindest auf Seiten der Lehrkraft eine E-Mail-Adresse oder ein Google-, Facebook- oder Apple-Account notwendig. Die Webseite wird auf Deutsch angezeigt. Für den Einsatz von Canva im Unterricht ist ein digitales Endgerät (Smartphone, Tablet, Computer) notwendig. Gebraucht wird auch ein Internetzugang und bei Bedarf ein Beamer oder ein interaktives Whiteboard. Kosten von Canva Die Anmeldung bei Canva ist in der Basisversion kostenlos. Dabei stehen über 250.000 Vorlagen, verschiedene Designtypen und Fotos sowie ein 5GB Cloudspeicher zur Verfügung. Die eigentlich kostenpflichtige Pro-Version steht Lehrkräften und Bildungseinrichtungen gratis zur Verfügung. Enthalten sind alle Features der Basisversion sowie zusätzliche Vorlagen, Designtypen, Fotos und Gestaltungsmöglichkeiten. Außerdem ist ein 100GB Cloudspeicher inkludiert. Canva anwenden – Lernmaterial entwickeln Sofern im Rahmen der Anmeldung angegeben, erhalten Lehrkräfte auf sie abgestimmte Vorschläge zum Erstellen von Unterrichtsmaterialien – die sogenannten Designs. Ein häufig verwendetes Design ist die Infografik. Diese kann den individuellen Ansprüchen (je nach Fach und Thema) gestalterisch und inhaltlich angepasst werden. Dafür stehen diverse Infografik-Vorlagen mit Bearbeitungsoptionen zur Verfügung. Bearbeitet werden können beispielsweise Schriftart, Schriftfarbe oder Effekte und Animationen. In die interaktive Infografik können auch eigene Grafiken oder Audiodateien eingebunden werden. Datenschutz und Sicherheit beachten Um minderjährigen Schülerinnen und Schüler die Arbeit mit Canva zu ermöglichen, ist es als Lehrkraft unabdingbar, sich die Einwilligung der Erziehungsberechtigten einzuholen. Außerdem sollten Tracking Cookies deaktiviert werden, um zu vermeiden, dass das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer über das Internet aufgezeichnet und ausgewertet wird. Ergänzend sollte Canva über einen sicheren Browser anstelle einer mobilen App verwendet werden.

  • Fächerübergreifend / Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / Mathematik / Rechnen & Logik / Ernährung & Gesundheit / Gesundheitsschutz / Pflege, Therapie, Medizin / Englisch / DaF / DaZ / Musik

Lärm, Geräusche und Gesundheit erforschen

Kopiervorlage

Mit dem Arbeitsblatt für den Sachunterricht der Klassen 3–4 entdecken Schülerinnen und Schüler, wie Lärm im Schulalltag entsteht, wie sich Geräuschquellen im Klassenraum identifizieren und Lautstärken messen lassen – und wie man durch einfache Maßnahmen zur Lärmprävention in der Grundschule beitragen kann. Das Material fördert gesundes Lernen durch bewussten Umgang mit Lautstärke, Schall und Hörschutz. Das Arbeitsblatt "Lärmdetektive – Geräusche erforschen, Lautstärke messen, Gesundheit schützen" eignet sich ideal für den Sachunterricht, Vertertungsstunden oder Klassenleitungsstunden. Im Rahmen des Sachunterrichts kann es in Themenbereichen wie "Gesundheit", "Sinneswahrnehmung/Hören" oder "Alltags- und Umweltkompetenz" eingesetzt werden. Zugleich lässt es sich gut mit Stunden zu Klassengemeinschaft, Rücksichtnahme und Klassenregeln verknüpfen: Welche Lautstärke hilft uns beim Lernen? Wie gehen wir miteinander um, damit alle gut lernen können? Mit dem Arbeitsblatt können Schülerinnen und Schüler auf einfache, handlungsorientierte Weise untersuchen, wie laut ihre Klassenräume und das Schulgelände im Alltag sind, welche Geräuschquellen zur Lärmentstehung beitragen und wie sie Lärm vermeiden oder sich davor schützen können. Die Aufgabenstellung ermöglicht es, in der Gruppe oder im Klassenverband aktiv mit Messverfahren (zum Beispiel einer Dezibel-Skala oder Schallpegel-Messgeräten) Geräuschpegel zu ermitteln — und anschließend die Ergebnisse gemeinsam zu reflektieren. Im Unterrichtseinstieg sammeln die Lernenden zunächst "Lärm" beziehungsweise "Geräusche", die ihnen im Schulalltag begegnen und stellen erste Reflexionen dazu an, zum Beispiel ob Geräusche beim Lernen störend sein können. Anschließen messen die Schülerinnen und Schüler im Kleingruppen die Lautstärke auf dem Schulgelände und im Klassenraum mit einer Dezibel-Skala zu verschiedenen Zeiten und Situationen (zum Beispiel Einzelarbeit, Gruppenarbeit, Frühstück, Pausen) und dokumentieren die Werte, bevor sie mithilfe eines Lesetextes erarbeiten, warum Lärm schädlich sein kann und wie sie diesen vermeiden oder sich davor schützen können. So fördert das Arbeitsblatt das Bewusstsein der Kinder für Geräuschquellen, angenehmes Lernklima und respektvollen Umgang mit Lärm — wichtige Aspekte im Sinne eines gesundheitsfördernden Schulalltags. Einsatzmöglichkeiten umfassen: Einstieg in eine Unterrichtsreihe zu "Sinneswahrnehmung / Hören / Schall" Thematisierung von "Gesundheit und Wohlbefinden im Schulalltag" Erarbeitung oder Reflexion von Klassenregeln: Welche Lautstärke ist in welchem Moment angemessen? Projekt- oder fächerübergreifender Unterricht — zum Beispiel in Sachunterricht, Musik oder Deutsch Schülerinnen und Schüler werden aktiv in die Untersuchung einbezogen, erleben Lärm und Lautstärke real, und erkennen zugleich, wie ihre eigene Verhaltensweise und Klassenraumstruktur zu einem gesunden Lernumfeld beitragen können. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben, Schall und Lautstärke wahrzunehmen und zu messen. erkennen, dass Geräusche unterschiedliche Lautstärken haben und diese je nach Kontext als störend empfunden werden kann. lernen, dass Lärm negative Auswirkungen auf Konzentration, Wohlbefinden und das Gehör haben kann. entwickeln Strategien, um Lärm zu vermeiden oder sich davor zu schützen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben den Umgang mit Messskalen (Dezibel-Skala), Messgeräten bzw. einfachen Mess-Apps. beobachten Geräuschquellen, dokumentieren Ergebnisse und reflektieren Messwerte gemeinsam. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen Rücksicht zu nehmen. thematisieren und reflektieren gemeinsam die Klassenlautstärke. reflektieren, wie ihr Verhalten den Raum und das Lernklima beeinflusst.

  • Sache und Technik
  • Primarstufe

Corona: Schmerzensgeld für Lehrerin wegen Quarantäne?

Fall des Monats

Aufgrund der rezenten Corona-Pandemie wurden beziehungsweise werden besondere Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung unerlässlich. Auf ihrem Höhepunkt mussten sich nicht nur positiv-getestete Personen zum Schutze der Allgemeinheit in Quarantäne begeben, sondern auch entsprechende Kontaktpersonen, die sich womöglich mit dem Virus infiziert haben könnten. Ob der hieraus resultierenden sozialen Einschränkung und psychischen Belastung forderte eine von vorsorglicher Quarantäne betroffene Lehrerin nun Schadensersatzleistungen vom Kreis Vechta. Wie das Gericht entschied, erfahren Sie hier. Die Ausgangssituation Im Rahmen der Bekämpfung der Corona-Pandemie mussten auch Personen in Quarantäne, die Kontakt zu mit Corona infizierten Personen hatten. Dies war auch dann der Fall, wenn bei ihnen selbst keine Krankheitssymptome vorlagen – so beispielsweise bei Lehrkräften, die Kontakt mit positiv-getesteten Schülerinnen und Schülern hatten. Die Frage mit der sich das Oberlandesgericht Oldenburg in diesem Kontext am 30. März 2022 (AZ: 6 U 12/22) beschäftigte, war, ob negativ-gestestete aber von Quarantäne betroffene Personen einen Anspruch auf eine Entschädigung, etwa Schmerzensgeld, haben können. Über das entsprechende Urteil informiert das Rechtsportal "anwaltauskunft.de" des Deutschen Anwaltvereins (DAV). Der konkrete Fall Eine Lehrerin klagte gegen eine Quarantäne-Anordnung. Obgleich ihr PCR-Test nach dem Kontakt mit einer positiv getesteten Schülerin negativ ausgefallen war, musste sie in Quarantäne. Wegen der sozialen Einschränkungen und psychischer Belastung durch die Quarantäne meinte die Lehrerin, einen Entschädigungsanspruch gegen den Landkreis Vechta zu haben. Sie verlangte Schmerzensgeld. Die Entscheidung des Gerichts Das Landgericht Oldenburg hat die Klage abgewiesen. Die Voraussetzungen, nach denen nach dem Infektionsschutzgesetz eine Quarantäne habe angeordnet werden können, hätten vorgelegen. Diese gelte auch für "Ansteckungsverdächtige", die selbst keine Krankheitssymptome aufwiesen. Daraufhin legte die Lehrerin Berufung gegen die Entscheidung des Landgerichts ein. Das Oberlandesgericht wies darauf hin, dass es sich bei einer Quarantäneanordnung nicht um eine Freiheitsentziehung, sondern nur um eine Freiheitsbeschränkung handelte. Die Quarantäne-Anordnung war aufgrund der mitunter unberechenbaren Inkubationszeit bei einer COVID-19-Erkrankung sowie der hieraus resultierenden, womöglich von der Lehrerin ausgehenden Infektionsgefahr rechtmäßig. Zwar verlange diese rechtmäßige Maßnahme den Betroffenen ein spürbares, angesichts der schwerwiegenden Gefahren für die Gesellschaft insgesamt aber geringfügiges Opfer zu Gunsten der Gemeinschaft ab. Daher gäbe es weder unter Ausgleichs- noch unter Genugtuungsaspekten einen entsprechenden Schmerzensgeldanspruch. Auf diesen Hinweis nahm die Lehrerin ihre Berufung zurück.

  • Fächerübergreifend

LRS und Legasthenie: Definition und Fördermöglichkeiten

Fachartikel
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Der Großteil aller Schulkinder (ca. 65 %) lernt weitestgehend problemlos Lesen und Schreiben. Bei den Übrigen ist der Erwerb der Schriftsprache gestört. Im schulisch-pädagogischen Kontext wird im Allgemeinen von Lese-/Rechtschreibschwäche, Lese-/Rechtschreibschwierigkeiten beziehungsweise einer Lese-/Rechtschreibstörung gesprochen (=LRS). Im medizinischen Kontext wird eher der Begriff Legasthenie verwendet. In diesem Fachartikel werden die Begriffe Lese-/Rechtschreibstörung sowie Legasthenie unterschieden sowie Fördermöglichkeiten aufgezeigt. Kinder mit Problemen im Schriftspracherwerb brauchen eine spezielle Förderung, da die Probleme sich in der Regel nicht von alleine auswachsen. Die Probleme beim Lesen und Schreiben lernen können sowohl durch individuelle als auch durch soziale Voraussetzungen entstehen. LRS/Legasthenie Definition Die Weltgesundheitsorganisation klassifiziert Probleme beim Lesen und Schreiben als umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten bei zugrundeliegenden Problemen von angeborenen oder frühkindlich entwickelten Störungen der für die Wahrnehmungsverarbeitung relevanten, basalen Teilleistungen des Gehirns (ICD-10, F81). Der Erwerb der Schriftsprache erfordert ein sehr komplexes Zusammenspiel besonders der neuronalen Seh- und Hörverarbeitung, also der Weiterverarbeitung der aufgenommenen Reize zum/im Gehirn. Eine fehlerhafte oder gestörte auditive (Selektionsschwäche, zentrale Fehlhörigkeit) und visuelle Sinneswahrnehmung sowie Mängel im Raumlageempfinden, im Körperschema und in der Serialität sind beim Erwerb der Schriftsprache hinderlich. Mangelnde Intelligenz spielt in der Regel keine Rolle. Im Gegenteil ist Intelligenz eher eine relevante Messgröße in der Beurteilung einer, wodurch auch immer verursachten, gestörten Lese-Rechtschreibleistung. Symptome von LRS Das Grundproblem für Menschen mit Lese-/Rechtschreibschwäche besteht darin, dass bei der Übertragung von gesprochener Sprache in Schriftsprache nur unzureichend auf die deutschen Rechtschreibregeln zurückgegriffen werden kann. Zumeist besteht ein diffuses System aus einfachen Laut-Buchstabe-Beziehungen (man schreibt das, was man hört) und ungesicherter Regelanwendung. Regionale Einflüsse aus der gesprochenen Sprache können zusätzlich verunsichern, sodass zwischen Kirchtürmen und Kirschtürmen auf der Schriftebene kein Unterschied gemacht wird. Menschen mit LRS lesen langsamer und oft nicht Sinn entnehmend. Während beim Lesen mit fortschreitendem Alter einige Ersatz-Strategien zur Anwendung gelangen, bleiben Fehler auf der Schreib-Ebene meist hartnäckig bestehen. Schule und psycho-soziale Faktoren In der Grundschule sollen die Kinder das Lesen und Schreiben automatisiert erlernen. Dies ist die Voraussetzung für die aufbauenden Lerninhalte der weiterführenden Schule. Deshalb ist ein möglichst früher Förderbeginn wünschenswert. Er verkürzt den Weg und damit die Zeit, die benötigt wird, um nicht nur den schriftsprachlichen, sondern auch den inhaltlichen Anschluss an die Alterskohorte zu bewältigen. So kann auch dem Entstehen von Sekundärproblematiken vorgebeugt werden. Ab Mitte der ersten Klasse können Auffälligkeiten im Schriftspracherwerb zum Beispiel mit der Hamburger Schreibprobe (HSP) diagnostiziert werden. Kinder mit einer Lese-Rechtschreibstörung haben, teilweise in hohem Umfang Schulleistungsprobleme, die sich in schlechten Noten, Klassenwiederholungen und dem Besuch eines niedrigeren Schultyps manifestieren. Der durchschnittliche Schulabschluss von Betroffenen bleibt ohne eine entsprechende Förderung oft deutlich hinter den Leistungen zurück, die von Kindern mit einer ähnlichen Grundintelligenz erreicht wird. Der Leidensdruck ist groß und wächst ohne entsprechende Förderung. Die Kinder empfinden sich selbst zunehmend als "dumm" und entwickeln, je nach Temperament, Strategien um mit diesem selbst empfundenen Defizit umzugehen. Verhaltensweisen wie Rückzug, Clownerie, Aggression, Verweigerung, aber auch psychosomatische Erkrankungen sind zu beobachten. Die Förderung Zur Förderung der betroffenen Kinder ist eine sogenannte symptomorientierte Therapie sinnvoll. Anhand des individuellen Fehlerprofils wird die schlechte Rechtschreibung und fehlerhafte Strategienutzung erkannt und behoben. Sie basiert auf der Einsicht, dass sich sichere Rechtschreiber bei Unkenntnis der richtigen Schreibung eines Wortes nicht am Klangbild, sondern am Schriftbild der Bedeutung, den sogenannten Wortstämmen (lateinisch: Morpheme) - bestehend aus Vorsilben und Endungen - , orientieren. Über ausreichend viel Schreiberfahrung weiß man irgendwann, wie ein Wort auszusehen hat. Die Schreibung ist als Bild im Gedächtnis abgelegt (Wortbildgedächtnis). Die morphembasierten Lehrmaterialien des FIDD Förderinstituts gehen auf die individuelle Ausprägung der LRS differenziert ein und führen das Kind weg von "schreib wie du hörst" hin zu "schreib wie du denkst". Das Ziel ist, Wortbild und Wortbedeutung in Übereinstimmung zu bringen. Dafür muss das Kind erkennen, dass sich die Wortbausteine - Vorsilbe, Wortstamm und Endung - im Text systematisch ändern. Das FIDD-Fördermaterial hilft den Schülerinnen und Schülern, sich schneller auf der Bedeutungsebene eines Wortes zu bewegen und der Wortbildebene zuzuordnen. Die Schreibung von Wörtern orientiert sich nicht mehr am Klang, sondern an der Bedeutung. In Therapieangeboten wird immer wieder erlebt, wie wichtig es ist, ausreichend viel zu wiederholen. Nur über fehlerfreie Wiederholungen ist es möglich, dass sich das Gehirn umbaut und so Automatismen entstehen, die nicht willentlich kontrolliert werden müssen und trotzdem fehlerfrei ablaufen.

  • Lesen und Schreiben

Auswirkungen und Prävention von Lärmverschmutzung

Fachartikel

Dieser Fachartikel behandelt die Auswirkungen von Lärmverschmutzung auf Menschen und Tiere. Er zeigt, wie allgegenwärtiger Lärm Stress, Konzentrationsprobleme und Hörschäden verursachen kann und beleuchtet gleichzeitig Maßnahmen zur Lärmminderung – von Raumakustik über Gehörschutz bis hin zu gesellschaftlichen Strategien. Dabei macht der Artikel deutlich, welche Bedeutung ein bewusster Umgang mit Schall für Gesundheit, Umwelt und Lebensqualität hat. Das moderne Leben: Allgegenwärtigkeit von Geräuschen und Lärm Unser Leben ist dominiert von Geräuschen und Lärm aller Art: Sei es der Laubbläser, das vorüberfliegende Flugzeug, die Baustelle nebenan, die Autostraße oder neueste Unterhaltungstechnik. Analog zur Lichtverschmutzung ist Lärmverschmutzung Teil des modernen Lebens, prägt damit auch den Alltag von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und beeinflusst ihre Gesundheit und Lebensqualität. Lärmverschmutzung durch den Menschen im Tierreich Auch für Tiere ist der von Menschen verursachte Lärm auf Dauer schädlich. Technisch erzeugte Geräusche und Lärm – zum Beispiel durch einen Hubschrauber in der Luft – können bei Tieren in der Luft und auf dem Boden Stress und entsprechende Reaktionen wie Fluchtverhalten verursachen. Darüber hinaus sind Beeinträchtigungen des Gehörs, der Umgebungswahrnehmung und Kommunikation untereinander zu beobachten, die Erschwernis beim Jagen sowie bei Fortpflanzung und Jungenaufzucht. Zudem bilden Lärmquellen Hindernisse bei den Wanderungen beispielsweise zu Paarungsregionen. Selbst in Gewässern stellt die menschenverursachte Lärmverschmutzung etwa durch Schiffsverkehr oder Energieerzeugung ein massives Problem dar und führte im vergangenen Jahrhundert zu einem mehr als doppelt so hohen Lärmpegel im Meer. Diese omnipräsente Schallbelastung "zählt zu den gefährlichsten Bedrohungen für Meerestiere und das ökologische Gleichgewicht des Ozeans" (ifaw.org). Einfluss von Lärm auf den menschlichen Organismus Lärm ist eine Herausforderung für die Ohren, denn er stresst und macht krank. Die durch Lärm verursachten Krankheitserscheinungen erstrecken sich von grundsätzlichen Leiden wie Konzentrationsschwierigkeiten über Schlaf- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu einer dauerhaften Verminderung des Hörvermögens. Gehörschädigungen können auf natürlichem Weg nicht wieder ausgeglichen werden: "Es ist ein Irrglaube[n], dass sich die Ohren an Lärm gewöhnen. Ein Hörverlust ist irreversibel" (richtig-gut-hoeren.de: Lärm). Problematisch ist vor allem, dass Lärm nicht durchweg im ersten Moment als solcher identifiziert wird, jedoch trotzdem gesundheitsgefährdend sein kann: Wird beispielsweise der Presslufthammer unmittelbar als störend erlebt, trifft das auf Musik in gleicher Lautstärke nicht bei allen zu. Das Gehör ist also durch freiwillige wie unfreiwillige Lärmbelastung im Berufsalltag, in der Freizeit und im Straßenverkehr gefährdet. Dabei kann eine schlagartige Veränderung des Luftdrucks das Trommelfell gefährden, etwa beim Tauchen oder im Flugzeug. Ebenso können Dauerbeschallung wie auch kurzzeitige Lärmpeaks den Gehörsinn angreifen, denn die sensiblen Haarsinneszellen des Innenohrs können zum Beispiel durch einen Knall verursachten Druck Schaden nehmen. Erste Symptome für ein Knalltrauma, für Ohrgeräusche (Tinnitus) oder gar einen Hörsturz können dabei ein "watteartiges, dumpfes Gefühl, ein Rauschen, Piepen oder Dröhnen sein" (richtig-gut-hoeren.de: Lärm). Während ein Hörsturz eine zeitlich begrenzte Höreinschränkung darstellt, ist eine Schwerhörigkeit dauerhaft. Bedeutung von Hörverlust und spezifischen Hörschädigungen Das Gehör beziehungsweise der Gehörsinn übernimmt wichtige Funktionen zur Bewältigung diverser Lebenssituationen, die – im Sinne einer "Funktionseinheit" (Eitner 2022: 136) – miteinander verknüpft sind: Es handelt sich um Informations-, Warnungs-, Alarmierungs- und Aktivierungsfunktion (Letzteres durch Stimulation der Hirnrinde), Orientierungs- und Kommunikationsfunktion sowie eine soziale und emotionale Funktion der Wahrnehmung des lautlich Gesprochenen (vgl. dazu auch die Unterrichtseinheit "Das menschliche Ohr erforschen" ). Eine Hörbeeinträchtigung ist daher "mehr als eine auditive Leistungsminderung" (Eitner 2022: 136) und führt häufig "zu einer Lebenserschwernis und zu einer Gefährdung der sozialen Einbindung" (Eitner 2022: 136). Individuelle Schutzmaßnahmen für das Gehör (Hörhygiene) Für einen aktiven Gehörschutz (Hörhygiene), für die sich Hörakustikerinnen und Hörakustiker einsetzen, sollte Folgendes beachtet werden: Generell gilt es, ein dauerhaftes Geräuschlevel von 85 Dezibel (entspricht etwa dem Lärm auf einer Baustelle) möglichst nicht zu überschreiten, andernfalls sind Schutzmaßnahmen für das Gehör zu ergreifen. Beim Musikhören sollte der Lautstärkeregler nicht mehr als 60 % aufgedreht werden. Die Lautstärke sollte in etwa der bekannten Zimmerlautstärke entsprechen. Entgegen der weitläufigen Meinung, In-Ear-Kopfhörer seien schädlicher als aufliegende Kopfhörer, ist nicht die Kopfhörer-Form ausschlaggebend, sondern mit welcher Lautstärke über welche Zeit gehört wird. Das sollte beim Musikhören berücksichtigt werden. In lautem Umfeld in Beruf und Freizeit oder bei Musik- und Freizeitveranstaltungen ist die Verwendung von Ohrstöpseln oder durch Ohrabformung maßgefertigtem Gehörschutz sinnvoll. Ferner ist es ratsam, sein Gehör in regelmäßigen Abständen von Spezialistinnen oder Spezialisten überprüfen und beispielsweise einen Hörtest durchführen zu lassen. Allgemeine Maßnahmen gegen Lärmverschmutzung Das Umweltbundesamt ist seit 2002 aufgrund der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Bewertung und die Bekämpfung von Umgebungslärm dazu angehalten, Umgebungslärm und Lärmbelastung in Ballungsräumen von mehr als 100.000 Einwohnern, von Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen alle fünf Jahre zu messen und in Lärmkarten festzuhalten. Mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen und Belästigungen für die Bevölkerung können anschließend in Lärmaktionsplänen der Behörden berücksichtigt werden. Auch "Stadtplaner und Umweltforscher könnten von Lärmlandkarten profitieren, die auf den durch die Hörsysteme ermittelten Daten zur Geräuschbelastung basieren" (umweltbundesamt.de: Lärmkarten). Es existieren zudem spezielle Umwelt- und Nachhaltigkeits-Förderprogramme, die Maßnahmen zur Lärmvermeidung beispielweise durch Kreditvergaben an Unternehmen und Freiberufler und Freiberuflerinnen unterstützen. Auch zur Lärmminderung in Schulen gibt es schon seit Jahren Konzepte, denn die Lärmbelastung für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler ist in vielen Klassenräumen in Deutschland zu hoch und führt zu Beeinträchtigungen von Sprachbildung und Konzentration (Eberle 2013; Deutsches Schulportal). So kann schon in Planungsphasen von Schulneubauten auf eine gesunde Raumakustik geachtet und bei Bestandsbauten Lärmschutzmaßnahmen wie Schallabsorber, Vorhänge und Filzgleiter beim Arbeitgeber eingefordert werden. Auch die Unfallkassen bieten Präventionsmaßnahmen zu Lärm an. Es wird also schon einiges gemacht, jedoch bestehen auch weiterhin große Handlungsbedarfe. Gehörschädigungen und das Hörakustiker-Handwerk Mit über 5,4 Millionen Menschen zählt die indizierte Schwerhörigkeit "zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen" (Akademie für Hörakustik: Hightech-Simulatoren). Aufgrund der steigenden Lärm- und Stressintensität in Alltag und Beruf sind inzwischen Menschen aller Altersgruppen von Hörschwierigkeiten betroffen und auf Hörhilfen angewiesen. Damit gewinnt das Hörakustiker-Handwerk zunehmend an Bedeutung: "Hier ist Feingefühl im Umgang mit Menschen gefragt" (der-hoerakustiker.de), denn die Aufgabe besteht darin, auf das jeweilige Individuum zugeschnittene Hörlösungen zu entwickeln, einzusetzen und instand zu halten. Hörakustikerinnen und Hörakustiker beraten des Weiteren zu Themen rund um Hören und Hörgesundheit. Das Hörakustiker-Handwerk verbindet somit medizinisches, psychologisches, kommunikatives und technisches Knowhow in einer lärmbelasteten Gesellschaft (vgl. dazu auch den Fachartikel " Schnittstelle Gesundheit und MINT: Digitalisierung im Hörakustiker-Beruf "). Fazit Trotz seiner Unsichtbarkeit "gehört Lärm zu den bedeutendsten Umweltverschmutzungen unserer Zeit" (laerm.ch). Tiere zu Lande und zu Wasser werden durch technisch bedingte Lärmquellen in ihren Lebensprozessen vielfach beeinträchtigt. Der menschliche Organismus – und damit auch die Psyche – nimmt durch dauerhafte wie auch kurzzeitig intensive Beschallung Schaden, vorübergehend wie beim Hörsturz über Ohrgeräusche (Tinnitus) bis hin zu irreversibler Schwerhörigkeit. Daher sind individuelle und gesellschaftspolitische Maßnahmen erforderlich, um den für das tägliche Leben essenziellen Gehörsinn zu erhalten. In dieser Hinsicht leistet das Hörakustiker-Handwerk, das sich für empathische wie auch handwerklich und technisch affine Schülerinnen und Schüler anbietet, eine wichtige Aufgabe: "Hören können bereichert die Lebensqualität durch Begegnungsfähigkeit. Hörhilfen sind deshalb auch Lebenshilfen" (Richtberg 1999: 193). Verwendete Internetadressen Akademie für Hörakustik: Auf Anfrage: https://www.afh-luebeck.de/kontakt/ . Akademie für Hörakustik: Hightech-Simulatoren im Einsatz: Training an "smarten Ohren". Online: https://www.afh-luebeck.de/blog/2023/03/20/hightech-simulatoren-im-einsatz-training-an-smarten-ohren/ . Deutsches Schulportal der Robert Bosch Stiftung. Online: https://deutsches-schulportal.de/schulkultur/was-hilft-gegen-laerm-in-der-schule/ . foerderkompass.net. Online: https://www.foerderkompass.net/foerderung-nachhaltigkeit . Gillert, Sonja: "In-Ear-Kopfhörer – Sind sie schädlich für die Ohren?", in: WELT. Online: https://www.welt.de/podcasts/aha-zehn-minuten-alltags-wissen/article247664222/In-Ear-Kopfhoerer-Sind-sie-schaedlich-fuer-die-Ohren-Podcast.html . ifaw.org. Online: https://www.ifaw.org/de/journal/die-larmbelastung-der-meere-und-ihre-todlichen-auswirkungen-auf-meereslebewesen . laerm.ch. Online: https://laerm.ch/laermwissen/laerm-gesundheit/ . mrn-news.de. Online: https://www.mrn-news.de/2023/09/06/innovationen-im-hoerakustiker-handwerk-sind-nun-fester-bestandteil-der-meisterpruefung-511173/ . naturtipps.com. Online: http://www.naturtipps.com/laerm.html . presseportal.de: Welttag des Hörens. Online: https://www.presseportal.de/pm/70547/5447997 . richtig-gut-hoeren.de: Lärm. Online: https://www.richtig-gut-hoeren.de/das-ohr/laerm-alarm-fuer-die-ohren/ . richtig-gut-hoeren.de: Wachstumsbranche Hörakustik.Online: https://www.richtig-gut-hoeren.de/aktuelles/news/detailansicht/news/wachstumsbranche-hoerakustik-ein-anspruchsvoller-abwechslungsreicher-beruf-mit-zukunft/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=0bfdbcb86695e2f5bc58c11dc5eb766a umweltbundesamt.de. Online: https://www.umweltbundesamt.de/themen/laerm/ umgebungslaermrichtlinie/laermkarten . umweltbundesamt.de. Online: https://www.umweltbundesamt.de/themen/laerm/ laermwirkungen#larmwirkungen-auf-tiere . umweltbundesamt.de. Online: https://www.umweltbundesamt.de/themen/laerm/ umgebungslaermrichtlinie . Verwendete Literatur Eberle, Wolfgang (2013). "Lärmminderung in Schulen". Umwelt und Geologie. Lärmschutz in Hessen 4. 2., korrig. Aufl. Wiesbaden: Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie. Eitner, Johannes (2022). Zur Psychologie und Soziologie von Menschen mit Hörschädigung . 4., überarb. und erw. Aufl. Heidelberg: Median. Richtberg, Werner (1999). "Vom Zuhören zur Begegnung". In: Hörgeschädigktenpädagogik 53. 188-193.

  • Biologie
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