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Afrikas politische Perspektiven

Unterrichtseinheit

Dieser Projektvorschlag "Afrikas politische Perspektiven" - ein exemplarischer Auszug aus der CD-ROM "Globales Lernen mit Disneys König der Löwen" - vermittelt ein differenziertes Bild der ökonomischen und sozialen Situation in den Ländern Schwarzafrikas. Afrika bleibt für Europa in vielerlei Hinsicht der "dunkle, schwarze Kontinent". Ungeachtet ihrer unterschiedlichen kulturellen Traditionen und politischen Entwicklungen, hängt allen 60 Staaten des Kontinents das Klischee des "Krisen- und Kriegskontinents" an. Dieser Projektvorschlag analysiert nicht allein die Probleme, sondern auch die unterschiedlichen Lichtblicke auf dem Kontinent. Ziel ist die Vermittlung eines differenzierten Afrika-Bildes. 60 Staaten, ein Klischee Afrika ist in unseren Köpfen ein Krisen- und Katastrophen-Kontinent. Dies hat seine Berechtigung, allerdings auch fatale Konsequenzen. Dazu gehört, dass ein solches Afrikabild ein einheitliches Klischee zu rund 60 verschiedenen Staaten produziert und die Tatsache unterschlägt, dass die Mehrheit der rund 650 Millionen Bewohner Schwarzafrikas trotz schwierigster politischer und ökonomischer Rahmenbedingungen ihren Lebensunterhalt bestreitet und ein Leben jenseits absoluter Armut führt. Katastrophenbilder motivieren nicht Katastrophenbilder haben außerdem zur Folge, dass viele Menschen - nicht nur Schülerinnen und Schüler - jede Beschäftigung damit als Zumutung empfinden und natürlich auch jegliche Option auf Veränderung für aussichtslos halten. Wer diese Folgen vermeiden will, muss bemüht sein, ein differenzierteres Afrikabild in Schulen und anderen Kontexten zu vermitteln. Wichtig ist dabei ein Lernansatz, der auf die Fähigkeit abzielt, die Welt auch aus der Perspektive anderer Menschen und Völker zu betrachten. Gesamtgesellschaftliche Probleme und Lichtblicke Bei all dem kann es nicht darum gehen, die sozialen, politischen und ökonomischen Missstände in Afrika zu leugnen. Alle internationalen Statistiken weisen Afrika den niedrigsten sozialen Entwicklungsstand zu - bei einer Höchstzahl militärischer und politischer Konflikte und einem nur minimalen Anteil an den globalisierten ökonomischen Prozessen. Angesichts von Armut, Hunger, Krieg, AIDS und ökonomischem Stillstand ist der Selbstbehauptungswille der kleinen Leute, der mühsame, aber meist erfolgreiche Überlebenskampf des größeren Teils der Bevölkerung, eindrucksvoll. Auch dieser Lebensmut und die kreative Suche nach Nischen für das ökonomische Überleben gehören zu Afrika, wie im übrigen auch die erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler oder die Musik, die ein großes Publikum jenseits von Afrika beeindruckt. Krisenkontinent Afrika Ohne Zweifel hemmen Krisen und Kriege die Entwicklung vieler afrikanischer Länder. Informationen über die Ursachen, aber auch über positive demokratische Tendenzen, finden Sie hier . Afrika im Unterricht: didaktische Überlegungen Mehr Informationen zu den thematischen Aspekten, die bei einer differenzierten unterrichtlichen Analyse der politischen Perspektiven Afrikas berücksichtigt werden sollten, finden Sie hier . Ethnische Konflikte als Bremse Alle Ansätze einer positiven Entwicklung sind auf dem afrikanischen Kontinent immer wieder bedroht durch die Dominanz von Gewalt, die sich in vielen Regionen Afrikas rasant ausgebreitet hat. Kriegerische Konflikte militärisch hoch gerüsteter Gruppen sind weit verbreitet. Die häufig ethnisch begründeten oder ethnisch aufgeladenen Konflikte zwischen Regierungen, Warlords und Regionalfürsten lähmen das afrikanische Entwicklungspotential, verhindern ökonomische Fortschritte und lassen alle Entwicklungspläne zur Makulatur verkommen. (Diese Aspekte greift das Arbeitsblatt "Kriegskontinent" auf.) Krieg um Rohstoffe Häufig sind lukrative Rohstoffquellen (vor allem Diamanten, Gold, Koltan) der Stoff, aus dem die Kriege sind oder aus dem sie bezahlt werden. Diese Gewaltmärkte verhindern soziale Entwicklung, ohne dass die Aussicht besteht, dass die staatliche Macht der Zentralregierung dagegen einschreiten könnte oder wollte. Häufig paktieren die Staatsbediensteten sogar mit diesen Gruppen oder aber sie sind nur gegen erhebliche Geldtransfers bereit, ihrer Pflicht nachzukommen. Diese weitverbreitete Korruption ist häufig auch von afrikanischen Intellektuellen beklagt worden und findet etwa im Korruptionsindex von Transparency International ihren Niederschlag. (Diese Aspekte thematisiert das Arbeitsblatt "Handy-Kongo" .) Außer-afrikanische Staaten nehmen Einfluss An der gesamtwirtschaftlichen Situation nicht ganz unschuldig sind westliche Firmen und Regierungen, die sich gerne willfähriger Lokalfürsten bedient haben, um ihre Interessen durchzusetzen. Dies galt für die Zeit des Kolonialismus, aber auch in den Zeiten des Kalten Krieges. Während des Ost-West-Konfliktes durften sich afrikanische Regierungen westlicher oder östlicher Unterstützung sicher sein, sofern sie nur auf der richtigen Seite standen. Doch mit dem Ende dieser Ära besteht auch die Chance, die internationale Zusammenarbeit auf Entwicklungsziele und die Einhaltung der Menschenrechte auszurichten. Das Märchen von der afrikanischen Unschuld Im ökonomischen Bereich sind die Außenbeziehungen Afrikas noch immer von extremer Ungleichheit geprägt. In den Bereichen Welthandel, Investitionen, Finanzpolitik und Verschuldung, Kommunikationswege und Kulturaustausch ist die relative Schwäche der afrikanischen Position unübersehbar. Dies verstehen viele Machthaber Afrikas als Einladung, alle Missstände Afrikas auf den Westen zu schieben. Doch die Ursachen für die sozialen, ökonomischen und politischen Notlagen liegen ganz sicher nicht nur in den internationalen Beziehungen, und Afrika ist weder ohnmächtig noch unschuldig an der Misere, wie es viele Diktatoren uns glauben machen wollen. Verwirklichung von "Good Governance" Eine Befreiung aus der afrikanischen Tragödie wird nur gelingen, wenn man diese Befreiung nicht nur den afrikanischen Führern überlässt, sondern demokratiefreundliche Strukturen schafft und auf eine stärkere Partizipation der Bevölkerung setzt. Diese muss in demokratischen Prozessen die Möglichkeit haben, ihre Interessen einzubringen, ohne dass dies allerdings in tribalistischer Dominanz über Minoritäten endet. Engagierte Menschen kämpfen in verschiedenen Ländern Afrikas für eine solche Demokratisierung. Die afrikanischen Regierungen hätten in diesem Zusammenhang die Aufgabe, solche Beteiligungen der Zivilgesellschaft zu fördern und für verlässliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Eine solche "Good Governance" zu unterstützen ist auch die Aufgabe einer neuen Afrikapolitik für den Westen. (Diese Aspekte thematisiert das Arbeitsblatt "gutes-Regieren" .) Wege aus der Krise Erste Ansätze für diesen Weg gibt es. Die Entschuldung der ärmeren Entwicklungsländer wird seit zwei Jahren mit der Verpflichtung kombiniert, nationale Pläne zur Armutsreduktion aufzustellen und auch die Entwicklungszusammenarbeit/Entwicklungshilfe orientiert sich an einer neuen Partnerschaft, in der beide Seiten ihre Verpflichtungen kennen und wahrnehmen. Vielleicht ist auch der Zusammenschluss der afrikanischen Länder zur "African Union" ein Schritt, zumindest langfristig diese politischen Prozesse zu befördern. Immer aber wird es darum gehen, dass die Länder und Völker Afrikas einen eigenen politischen Weg finden, der auch ihr traditionelles Erbe nicht außer Acht lässt. Unser Afrika-Bild: Klischees und Abwertungsmechanismen Eine Beschäftigung mit den "politischen Perspektiven Afrikas" kann nicht nur die Vermittlung von neuen Fakten und Zusammenhängen über politische Systeme in Afrika bedeuten, obwohl in der Tat das Wissen über diesen Kontinent gering ist und - wenn man einer Untersuchung von Schmidt-Wulfen (1999) glauben will - auch im Laufe der Schulzeit nicht besonders zuzunehmen scheint. Vielmehr scheint es erforderlich, dass wir uns auch im Unterricht mit den Klischees, Vorurteilen und Abwertungsmechanismen beschäftigen, die unser Afrika-Bild prägen und wirksam sind, noch bevor der erste Versuch gestartet wurde, im Unterricht über Afrika zu sprechen. Medienkritische Reflektion Unsere "Bilder von Afrika" sind weitgehend medial geprägt. So gilt es zunächst, dieses mediale Afrikabild zu reflektieren. Hierzu können die Arbeitsblätter "Bild-von-Afrika", "Korrespondent-in-Afrika" und "Zeitungsanalyse-Afrika" dienen, die Sie auf der Startseite der Unterrichtseinheit "Afrikas politische Perspektiven" herunterladen können. Aufschlussreich und empfehlenswert als Hintergrundinformation für alle Lehrerinnen und Lehrer zum Afrikabild in unseren Köpfen ist die Studie "Afrika in deutschen Medien und Schulbüchern" von Anke Poenicke (siehe Zusatzmaterial im Download-Bereich der Unterrichtseinheit "Afrikas politische Perspektiven" ). Aspekte afrikanischer Wirklichkeit Darüber hinaus zielen die hier formulierten didaktischen Vorschläge darauf ab, bestimmte Aspekte der afrikanischen Wirklichkeit (zum Beispiel die Kriegssituation, Außenhandelsprobleme, Korruption) den Schülerinnen und Schülern näher zu bringen. Dadurch soll eine vertiefte Sichtweise wichtiger ökonomischer und politischer Probleme möglich werden, wobei diese Probleme durchaus nicht als Binnenprobleme Afrikas, sondern auch als "Nord-Süd-Beziehungsprobleme" gesehen werden. Dies kommt auch da zum Ausdruck, wo sich die didaktischen Vorschläge auf Wege aus der afrikanischen Krise beziehen, auf nationale und internationale Bemühungen, zu neuen politischen Strukturen und ökonomischen Beziehungen zu kommen. Komplexe Strukturzusammenhänge Heilswege aus Armut und Elend können jedoch nicht versprochen werden. Lernen über die "politischen Perspektiven Afrikas" bedeutet auch, komplexe Strukturzusammenhänge zur Kenntnis zu nehmen und es auszuhalten, dass weder die internationale Staatengemeinschaft noch einzelne Regierungen mit kurzfristig wirkenden Maßnahmen das Steuer völlig herumwerfen können. Der politische Wille zur Veränderung braucht langen Atem.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Musik und Instrumente aus Afrika

Unterrichtseinheit
14,99 €

Musik ist eine universelle Sprache, die Grenzen überwindet und viel zum Kulturaustausch beiträgt. In dieser Einheit über Musik aus Afrika lernen die Schülerinnen und Schüler neue Instrumente und darüber auch unterschiedliche afrikanische Länder kennen. Im Internet können sie dazu interaktiv arbeiten. Musikalische Beiträge machen sie mit einigen afrikanischen Sprachen, angesagten Weltstars aus Nigeria und Südafrika sowie neuen Hörwelten bekannt. Diese Unterrichtseinheit zum Globalen Lernen vermittelt Einblicke in afrikanische Musikkulturen. Klassische und zeitgenössische Instrumente aus verschiedenen Regionen Afrikas werden vorgestellt und sinnlich erfahrbar gemacht – mit dem Ziel, den Reichtum und die Diversität afrikanischer Musik kennenzulernen. Gleichzeitig lernen die Schülerinnen und Schüler einige Länder Afrikas kennen (Mali, Simbabwe und Nigeria). Globales Lernen im Musik-Unterricht anhand des Themas "Musik und Instrumenten aus Afrika" "Gerade im Musikunterricht in Deutschland ist eine lange Tradition eurozentrischer Sichtweisen auf Musiken festzustellen, die im 19. Jahrhunderts global verbreitet wurde und bis heute in weiten Teilen akzeptiert wird. Bildung für nachhaltige Entwicklung im Bereich der Musik erfordert in einem ersten Schritt, sich mit diesem Blickwinkel reflektierend auseinanderzusetzen und durch Perspektivenwechsel die eigenen musikbezogenen Praxen (das heißt den vielfältigen Umgang mit Musik) wahrzunehmen" (Clausen, Mascher, Vogels; in: Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung ; S. 192). Anhand der Beschäftigung mit Musik und Instrumenten aus Afrika wird insbesondere der Themenbereich 1 "Vielfalt der Werte, Kulturen und Lebensverhältnisse: Diversität und Inklusion" (vgl. KMK-Papier Seite 197) bedient und wichtige Kompetenzen wie der Perspektivenwechsel und Empathiefähigkeit sowie das Erkennen von Vielfalt geschult. Vorkenntnisse Interesse und Vorwissen zu afrikanischen Musikkulturen und aktueller Popmusik aus Afrika sind wünschenswert, aber nicht Bedingung. Grobe Unterschiede zwischen klassischer, moderner und Popmusik sollten bekannt sein. Didaktische Analyse Die Unterrichtseinheit trägt zu einer Erweiterung und Korrektur des Afrika-Bildes bei. Denn auch in Schulbüchern gibt es nur wenige positive Beispiele zum afrikanischen Kontinent. Die anschaulichen Beispiele über Musik und Instrumente aus Afrika sollen zur positiven Wahrnehmung Afrikas und seiner Menschen beitragen und den kulturellen Reichtum afrikanischer Länder verdeutlichen. Das bedeutet für die Lernenden, sich eine differenzierte Perspektive zu bilden und Vorurteile zu überdenken. Methodische Analyse Die Darstellung sinnlich erfahrbarer Beispiele, wie durch die Hörbeispiele afrikanischer Instrumente und das Kennenlernen weltweit gefeierter Popstars aus Nigeria, stellt Bezüge zum Alltagsleben der Kinder her und bietet die Möglichkeit zur positiven Identifikation. Die kulturelle Diversität unseres Nachbarkontinents wird sicht- und erfahrbar gemacht. Fachbezogene Teilkompetenzen bezogen auf die Kernkompetenzen des Lernbereichs Globale Entwicklung Die Schülerinnen und Schüler erfahren etwas über die afrikanische Musikgeschichte. entdecken afrikanische Instrumente, Musikerinnen und Musiker und damit neue Musikkulturen. nehmen verschiedene musikalische Stilistiken hörend wahr und belegen sie mit Beispielen. öffnen sich noch nicht vertrauter Musik einfühlend und gehen der Wertschätzung, die diese Musik durch andere erfährt, nach. verstehen Musik als transkulturelles Phänomen, das uns ermöglicht, die Vielfalt der Musikwelten über die Wahrnehmung des Fremden in uns zu erschließen. beziehen zur Kommerzialisierung von Musik im Zuge der Globalisierung Stellung. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler rufen vorgegebene Webseiten auf, suchen dort passende Informationen und stellen diese zusammen. präsentieren ihre Ergebnisse vor der Klassengemeinschaft. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Gruppen. können rassistische und diskriminierende Vorurteile abbauen und lernen sie zu hinterfragen. üben sich im Perspektivwechsel und erkennen Diversität als Bereicherung menschlichen Lebens. lernen Diversität auch im eigenen Klassenzimmer zu schätzen. üben sich in interkultureller Kompetenz.

  • Musik
  • Primarstufe, Sekundarstufe I

Global Pop: die aktuelle Musikszene in Nigeria

Unterrichtseinheit
14,99 €

Globales Lernen im Musikunterricht: Die Schülerinnen und Schüler erhalten vielfältige Einblicke in die Musikszene Nigerias, lernen einige der aktuell angesagtesten Künstlerinnen und Künstler kennen und entdecken die kulturelle Vielfalt des westafrikanischen Landes, die sich nicht nur in der Musik wiederspiegelt. Musik kennt keine Grenzen! Das war schon immer so, aber in Zeiten der globalen Digitalisierung und von Social Media bekommt diese Aussage noch eine stärkere Dimension. Ein anschauliches Beispiel dafür bietet die aktuelle Musikszene in Nigeria, von wo aus Popstars ihren Siegeszug in die globale Popwelt starten. Afrika ist der zweitgrößte Kontinent der Erde und der "jüngste" Kontinent, was die Bevölkerung betrifft. Die Chancen stehen daher gut für die jetzt schon florierenden Musikmärkte und die wachsenden Streamingdienste insbesondere in den Metropolen Afrikas. Heute brauchen Afrikas Superstars Europa oder die USA nicht mehr, um im globalen Musikmarkt erfolgreich zu sein. Denn auch in der afrikanischen Diaspora in Europa und den USA werden Superstars wie zum Beispiel Burna Boy oder Yemi Alade aus Nigeria gefeiert und verehrt. Das Thema "Global Pop" im Unterricht Mit dieser Unterrichtseinheit wird den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung von Afrika als Musikmarkt der Zukunft am Beispiel Nigerias vorgestellt. Dabei wird auch die Problematik von Geschlechterrollen in Musikvideos am Beispiel von nigerianischen Popstars verdeutlicht und das Yoruba als eine der vorherrschenden Sprachen des Landes und in den Musikvideos vorgestellt. Vorkenntnisse zum Thema Global Pop, insbesondere aus Afrika, wären von Vorteil. Didaktische Analyse Die Unterrichtseinheit trägt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen Entwicklung und Veränderung in der globalen Musikindustrie bei und vermittelt dabei fundierte und konkrete Einblicke in die Musikszene Nigerias mit ihren zahlreichen Superstars. Gleichzeitig wird am Beispiel der Musikvideos ermöglicht, das Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Musikbranche zu überdenken. Methodische Analyse Die Darstellung der vorgegebenen Beispiele zum Thema Global Pop aus Nigeria erfolgt durch das Sichten kurzer Videobeiträge. Einen umfassenden Einblick in das Thema liefert der Arbeitstext, der auch als Basis zur Bearbeitung der Gruppen-Arbeitsaufträge dient. Die unterschiedlichen Aufgabenstellungen helfen dabei, das komplexe Thema aufzuschlüsseln und verständlicher zu machen. Gleichzeitig werden so auch Bezüge zum Alltagsleben der Jugendlichen hergestellt und Möglichkeiten zur kritischen Auseinandersetzung mit der globalen Musikindustrie, aber auch mit Geschlechtergerechtigkeit geboten. Dabei werden zentrale Methoden des Globalen Lernens wie die Förderung von Perspektivwechsel, Empathie und Solidarität umgesetzt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen die Globale Musikindustrie am Beispiel der nigerianischen Popmusik und ihrer Superstars kennen. lernen die sogenannten angesagten Afrobeats als weltweites und populäres Phänomen kennen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren und kooperieren. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Teamarbeit. lernen lösungsorientierte Hinweise zur kritischen Analyse von Musikvideos. erhalten am Beispiel von Global Pop aus Afrika Einblicke in einen fremden Kulturraum und erhalten am Beispiel der weltweit populären "Afrobeats" einen positiv besetzten Zugang zum afrikanischen Kontinent.

  • Musik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

AIDS und Bevölkerungsentwicklung

Unterrichtseinheit

Im südlichen Afrika ist AIDS ein wesentlicher Faktor der Bevölkerungsentwicklung. Dramatische Veränderungen in der Lebenserwartung sind eine Folge, die die Entwicklung der Länder auf viele Jahre hinaus beeinflussen wird. Mit dem Online-Dienst „WebGIS Sachsen“ stellen die Lernenden Zusammenhänge zwischen der Infizierung der Bevölkerung mit HIV und der Lebenserwartung her.Seit seiner Entdeckung 1981 hat sich das Human Immunodeficiency Virus (HIV) global sehr unterschiedlich verbreitet. Heute sind insbesondere die Länder des südlichen Afrikas betroffen. Jeder fünfte Einwohner Namibias, Botswanas und Zimbabwes trägt das Virus in sich. AIDS ist südlich des Äquators zur häufigsten Todesursache geworden, und eine Änderung ist vorerst nicht in Sicht. Mit ?WebGIS Sachsen? können die Zusammenhänge zwischen der HIV-Verbreitung, der Lebenserwartung und dem Bevölkerungswachstum herausgearbeitet werden. Online verfügbare Bevölkerungspyramiden bestätigen diese Zusammenhänge und führen zu erschreckenden Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung. Hier darf der Unterricht aber nicht stehen bleiben: Welche Auswirkungen hat dies alles für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Länder? Mithilfe eines Wirkungsschemas erarbeiten Schülerinnen und Schüler Zusammenhänge der komplexen Problematik.Inhaltlich ordnet sich diese Unterrichtseinheit in die Behandlung Afrikas ein. Geht es um die Zukunftsperspektiven des Kontinents, wird man an AIDS und dessen Auswirkungen nicht vorbeikommen. Im Geographieunterricht geht es dabei nicht um die Erkrankung und deren Prävention an sich, sondern um die Folgen und Auswirkungen des massenhaften Auftretens der Krankheit. Möglichkeiten zum fächerverbindenden Arbeiten liegen beim Thema AIDS aber auf der Hand. Es empfiehlt sich daher, mit der Kollegin oder dem Kollegen aus der Biologie vorab zu klären, ob und wie das Thema AIDS schon behandelt wurde oder behandelt werden soll. Technische Voraussetzungen und Abfragemanager Hilfen zur Arbeit mit "WebGIS Sachsen" und ein Beispiel zum Einsatz des Abfragemanagers mit Screenshots. Materialien und Hinweise zum Einsatz im Unterricht Hier können Sie die Arbeitsblätter der Unterrichtseinheit sowie die entsprechenden Lösungsvorschläge einzeln herunterladen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die wesentlichen Einflüsse von AIDS auf die Bevölkerungsentwicklung eines Landes erkennen. mit Bevölkerungspyramiden Prognosen für die Alterstruktur beschreiben. Auswirkungen von AIDS auf die Entwicklung eines Landes in Form eines Wirkungsschemas erarbeiten. Möglichkeiten der Prävention am Beispiel konkreter Maßnahmen beschreiben. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Arbeit am Computer als kommunikative und interaktive Gruppenarbeit verstehen. ein WebGIS als Analysewerkzeug einsetzen. Bevölkerungspyramiden auswerten. Informationen aus dem Internet recherchieren und aufbereiten. Thema AIDS und Bevölkerungsentwicklung Autor Jens Joachim Fach Geographie Zielgruppe ab Klasse 7 Zeitraum 1-2 Stunden Technische Voraussetzungen 1 Computer pro Arbeitsgruppe (2-3 Lernende), Beamer, Internetanschluss, Browser (Javascript und Popups müssen zugelassen sein) Die prinzipiellen Funktionalitäten des Onlinedienstes "WebGIS Sachsen" und damit auch die des Abfragemanagers (Tabellensymbol mit rotem Fragezeichen in der oberen Werkzeugleiste des WebGIS) werden in einer Kurzanleitung beschrieben, die als PDF-Datei zur Verfügung steht. Eine ausführlichere Anleitung bietet die Online-Hilfe zum "WebGIS Sachsen". Für das einwandfreie Funktionieren des Online-Dienstes müssen Popups und Javascript in den Browsereinstellungen zugelassen sein. WebGIS Sachsen Auf dem sächsischen Bildungsserver finden Sie den Online-Dienst zum Thema "Regionale Disparitäten auf der Erde". Klicken Sie dazu auf "direkt zum Dienst". Um die Übersicht unter den vielen Indikatoren nicht zu verlieren, sollten die Indikatoren mit dem Werkzeug "Indikatorauswahl" ausgewählt werden. Das Symbol für die Indikatorauswahl finden Sie in der oberen Werkzeugleiste: Die Arbeit mit dem Abfragemanager verläuft über folgende Schritte: Klicken Sie auf das Werkzeug "Abfragemanager" in WebGIS-Werkzeugleiste: Wählen Sie einen Indikator aus, legen Sie die Relation fest und tragen Sie den gewünschten Zahlenwert ein. Klicken Sie auf "Abfrage übernehmen". Klicken Sie zur Durchführung der Abfrage auf "Ausführen". Danach werden die betroffenen Länder in der Karte rot dargestellt und es erscheint ein Fenster mit einer "Treffertabelle". Abb. 2 zeigt die dem in Abb. 1 dargestelltem Abfrageergebnis zugrunde liegenden Eingaben in den Abfragemanager. Diese entsprechen auch der Aufgabenstellung von Arbeitsblatt 1 dieser Unterrichtseinheit (aids_webgis_ab1). Sollte das WebGIS-System keine Resultate anzeigen, liegt ein Eingabefehler vor. Im WebGIS-Fenster wird die zuletzt gestellte Abfrage links unterhalb der Karte in blauer Schrift dargestellt. Die häufigste Fehlerquelle bei der Arbeit mit dem Abfragemanager ist ein falsches Relationszeichen oder eine von Anführungszeichen eingeschlossene Zahl. Mit einem erneuten Aufrufen des Abfragemanagers kann nach dem Klicken auf den Butten "Letzte Abfrage" eine Korrektur der zuletzt gestellten Abfrage durchgeführt werden. Arbeit mit dem WebGIS Ausgangspunkt der Unterrichtseinheit ist die Frage nach den Auswirkungen von AIDS auf die Bevölkerungsentwicklung und darüber hinaus auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung eines Landes. Um die Dramatik der Ausbreitung von AIDS sichtbar zu machen, werden zunächst die Aufgaben 1 und 2 von Arbeitsblatt 1 (aids_webgis_ab1) bearbeitet. Das Ausfüllen einer Tabelle (HIV-Infizierte, Lebenserwartung, Wachstumsrate der Bevölkerung) verdeutlicht die Folgen von AIDS in Ländern wie Botswana, Lesotho oder Swaziland. Um die Zusammenhänge deutlich zu machen, kann mithilfe des Abfragemanagers zum Beispiel folgende kombinierte Abfrage gestellt werden: "In welchen Ländern liegt die Lebenserwartung höher als 50 Jahre und der Anteil der HIV-Infizierten zugleich über 20 Prozent ?". Als Ergebnis meldet das System "Nichts gefunden", was in diesem Fall bedeutet, dass es keine Treffer gibt. Damit bestätigt sich der Zusammenhang zwischen AIDS und dem Bevölkerungswachstum. Analyse von Bevölkerungspyramiden Mit der Untersuchung und dem Vergleich von Bevölkerungspyramiden und -prognosen für Botswana aus den Jahren 2000, 2025 und 2050 von der Website des US Census Bureau lernen die Schülerinnen und Schüler auf andere Weise die Auswirkungen von AIDS eindrucksvoll kennen (Arbeitsblatt 1, Aufgabe 3). Durch die Vorgabe des Links zur Website des US Census Bureau mit den Bevölkerungspyramiden wird die Recherchezeit eingespart beziehungsweise stark abgekürzt. Die Bearbeitung der Aufgaben von Arbeitsblatt 1 sollte direkt in dem entsprechenden Dokument am Rechner erfolgen, da so die Grafiken der Bevölkerungspyramiden sowie der Screenshot aus dem WebGIS in das Arbeitsblatt hineingezogen (Drag and Drop) beziehungsweise -kopiert werden können (siehe aids_webgis_ab1_lsg). Wir bieten Ihnen das Arbeitsblatt daher im Word-RTF-Format (editierbar, aber großer Dateiumfang), im Word-DOC-Format (editierbar und kleine Dateigröße) sowie als PDF-Datei an ( Adobe-Reader [kostenloser Download] zum Lesen und Adobe-Destiller zum Editieren erforderlich). Das zweite Arbeitsblatt (aids_webgis_ab2) widmet sich den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von AIDS sowie möglichen Gegenmaßnahmen. In ein Wirkungsschema sollen vorgegebene Wortgruppen eingetragen werden. Im Rahmen von Aufgabe 2 recherchieren die Schülerinnen und Schüler auf vorgegebenen Webseiten, auf denen Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung von AIDS beschrieben werden. Selbstständig und je nach Sprachkompetenz beschäftigen sie sich mit einer der angegeben Seiten (zum Teil englischsprachig). Daran sollte sich eine Diskussion über die dort dargestellten Maßnahmen anschließen.

  • Geographie / Jahreszeiten
  • Sekundarstufe I

Click that 'hood! Länder und Städte zusammenpuzzeln

Tool-Tipp

Wo liegt was? In dem Browsergame "Click that 'hood!" klicken Sie sich durch Länder, Städte und Kontinente und testen so Ihr Geografie-Wissen. Die Bundesländer Deutschlands sollte man - so hoffen wir doch - richtig zuordnen können. Schwieriger wird es, wenn man einen unbeschrifteten Stadtplan von Berlin vor sich liegen hat und die Stadtteile ergänzen muss. So ähnlich funktioniert das Browsergame "Click that 'hood!". Wählen Sie aus einer langen Liste den Kontinent oder das Land aus, von dem Sie glauben, dass Sie sich dort besonders gut auskennen - oder es gerne würden. Sie sehen nur die Umrisse und müssen möglichst schnell die angegebenen Länder, Städte beziehungsweise Stadtteile anklicken. Richtige Cracks können sich so beispielsweise auch durch die U-Bahnstationen Londons klicken, durch die größten Städte der USA oder die Länder Afrikas zusammenpuzzeln. Wir üben dann mal fleißig ...

  • Geographie

Frankophone Länder: le Sénégal

Unterrichtseinheit
14,99 €

Diese landeskundliche Unterrichtseinheit thematisiert den Senegal in seinem Facettenreichtum. Ein interaktiv gestaltetes Hörsehverstehen, begleitet durch unterstützende Aufgabenformate und mündend in eine Internet-Recherche zu weiteren frankophonen Ländern in Afrika, erweitert das interkulturelle Verständnis sowie den Wortschatz der Schülerinnen und Schüler. Die Unterrichtseinheit zum Thema "Frankophone Länder: le Sénégal" gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, neue Horizonte auf einem audiovisuellen Weg und mithilfe von digitalen Formaten aufzuzeigen, indem sie an erster Stelle ein afrikanisches frankophones Land entdecken, seine Leute kennenlernen und dann virtuelle Wege durch Afrika einschlagen. Senegal, die Senegalesinnen und Senegalesen bilden das Hauptthema. Zunächst findet eine Vorentlastung dank zweier Wortschatzaufgaben statt: Eine spielerische Zuordnungsübung mit Bildern und eine weitere Einsetzübung. Diese Unterrichtseinheit beschäftigt sich mit aktuellen kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Aspekten des Ziellandes. Es geht hierbei auch um seine Gastronomie und Mythen. Das Video wird mit interaktiven Aufgaben begleitet. Das Hören ist mit gutem Recht besonders präsent im Laufe dieser landeskundlichen Einheit, die anderen Sprachfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Sprechens sind dabei aber durchaus präsent. Nach der intensiven Auseinandersetzung mit dem Senegal erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Recherche-Auftrag, wobei es darum geht, per Gruppenarbeit über interessante Informationen von fünf weiteren frankophonen Ländern mithilfe vorgeschlagener Links im Internet zu recherchieren und ihre Ergebnisse per PowerPoint zu präsentieren. Mehr über andere Zielsprachenländer zu erfahren ist ein wichtiger Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts. In diesem Sinne fördert das Erlernen einer fremden Sprache interkulturelle Kompetenz und ermöglicht, Vorurteile gegenüber anderen Völkern und Kulturen abzubauen. Das im äußersten Westafrika direkt am atlantischen Ozean liegende Land Senegal gehört zu den frankophonen Ländern: Es hat eine Fläche von etwa 197.000 km2, die Bevölkerung beträgt circa 17 Millionen Menschen, mehr als 20 Volksgruppen – darunter 95 Prozent Muslime – leben friedlich zusammen. Senegal ist eines der politisch stabilsten Länder Afrikas. Die Diversität betrifft aber nicht nur die Demographie, sondern auch die Gastronomie, die Kulturen und Weiteres. Jede Volksgruppe hat ihre jeweilige Sprache. Französisch ist und bleibt aber doch die Amtssprache. Das Land ist zudem reich an Mythen. Unter anderem sind die Geschichten vom Tamarinier in Kaolack und die von Tabaa Konkoron erwähnt. Die senegalesische Gastronomie ist vielfältig. So ist die bekannteste Spezialität Thiéboudjeun – eine Speise aus Reis, Fisch, Öl, Gemüse und mehreren Gewürzen (darunter die Tamarin, die Früchte des Tamarinier Baumes) – , welche im Dezember 2021 sogar zum UNESCO-Welterbe anerkannt wurde. Die Zubereitung gelingt mit oder ohne Tomaten; daher unterscheidet man zwischen dem roten vom weißen Thiéboudjénne oder Cébu Jénn . Dass Reis das Grundnahrungsmittel der Bevölkerung bildet, wird im Video noch von zwei weiteren Spezialitäten bestätigt: Yassa poulet und Thiou . Senegalesinnen und Senegalesen essen dabei scharf und sie trinken ihren Kaffee und Tee stark gesüßt. Eine Tee-Zeremonie nach dem Essen ist ein wichtiger Aspekt der senegalesischen Kultur und trägt dazu bei, soziale und familiäre Beziehungen zu festigen. Im Senegal sind die Menschen sehr gastfreundlich. Dabei haben Gäste Vorrang und werden stets zuerst bedient. Eine Tee-Zeremonie dauert lange und gibt Zeit und Anlass, über alles Mögliche zu diskutieren. Das Heißgetränk wird mindestens zweimal serviert – mit oder ohne Minze beziehungsweise Nelken. Die vorliegende Einheit hat fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler als Zielgruppe. Diese benötigen alltagssprachliche Grundkenntnisse und ein Minimalwissen über Geographie, Politik, Wirtschaft und so weiter. Der Einstieg und das Glossar können sich dann bei der Bearbeitung der interaktiven Übungen als hilfreich erweisen. Eine Recherche-Aufgabe im Internet zu fünf weiteren afrikanischen frankophonen Länder bildet den Schluss, erweckt nochmals Neugier und dient zur Anwendung und Festigung des Gelernten. Die Behandlung der Einheit erfolgt durch die Verwendung von Computer, Tablet oder Smartphone. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler hören und analysieren Inhalte in der Zielsprache. schreiben und sprechen in der Zielsprache. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verwenden Computer, Tablet oder Smartphone. recherchieren zielorientiert Internet. arbeiten und präsentieren mit digitalen Formaten. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten individuell. recherchieren in Gruppen. lernen andere Menschen und ihre Kulturen kennen.

  • Französisch
  • Sekundarstufe II

Blutige Handys

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit werden die Schülerinnen und Schüler an die Problematik der Handyherstellung herangeführt. Sie setzen sich kritisch mit ihrer Rolle als Verbraucherinnen und Verbrauchern auseinander und lernen, den negativen Folgen der Handyherstellung im Alltag entgegenzuwirken.Das Handy ist aus dem Leben nicht mehr wegzudenken. Insbesondere für Jugendliche ist das Leben ohne Smartphone nicht vorstellbar, doch als Verbraucherinnen und Verbraucher tragen sie auch Verantwortung. Immer wieder geraten Handyhersteller in die Schlagzeilen, weil die Rohstoffe, die in unseren Handys stecken, unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut werden. Der Abbau zerstört ganze Landstriche und finanziert Kriege. In dieser Unterrichtseinheit gehen die Schülerinnen und Schüler der Handyherstellung mit all ihren Folgen auf den Grund und werden sich ihrer Verantwortung als Verbraucherinnen und Verbraucher bewusst.Diese Unterrichtseinheit ist so angelegt, dass sich die Schülerinnen und Schüler das Thema weitgehend selbstständig erarbeiten können. Bei den einzelnen Aufgaben wird darauf geachtet, dass sie einen Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen haben und sie die Lernenden als Verbraucherinnen und Verbraucher ansprechen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Arbeitsauftrag, sich über Folgen der Handyherstellung zu informieren, diese Informationen kritisch zu beleuchten und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler hinterfragen ihr eigenes Verhalten in Bezug auf Handys. erwerben Kenntnisse über Produktion, Vertrieb und Konsum von Smartphones. setzen sich selbstständig mit einem komplexen Thema auseinander. entwickeln eine eigene Meinung zum Thema und können diese argumentativ vertreten. erkennen den Zusammenhang zwischen Handyindustrie und Ausbeutung. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren selbstständig im Internet. lernen, unterschiedliche Webseiten kritisch zu analysieren und deren Inhalte zu hinterfragen. entwerfen eine Wandzeitung und einen Flyer. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Standpunkte kennen und akzeptieren. arbeiten im Team. stellen gemeinsam ihre Arbeiten vor. lernen Kompromisse zu schließen und diese zu akzeptieren. erfahren ihre eigene Verantwortung bezüglich des Themas und hinterfragen ihr eigenes Verhalten. lernen, ihren Standpunkt argumentativ und vor Publikum zu vertreten. Die folgenden Links können von Ihren Schülerinnen und Schülern zur Recherche und Bearbeitung der Arbeitsaufträge genutzt werden. regenwald-schuetzen.org: Coltan - das begehrte Erz Auf dieser Seite erhalten die Jugendlichen fundierte Hintergrundinformationen über das begehrte Erz Coltan. kongo-kinshasa.de: Handy und Krieg "Was hat mein Handy mit dem Krieg im Kongo zu tun?" - Die Antwort auf diese Frage beantwortet diese Internetseite. gesichter-afrikas.de: Coltan Diesen Link können Ihre Schülerinnen und Schüler ebenfalls nutzen, um sich über "Coltan" zu informieren. Ideen für die Präsentation Für die anschließende Präsentation vor dem Klassenplenum ist eine Doppelstunde ausreichend. Die SchülerInnen sollen die erarbeiteten Ergebnisse in einer HTML-Datei zusammenstellen und als klasseneigene 'EU-Website' präsentieren. Dabei werden die jeweiligen Arbeitsergebnisse mündlich im Klassenplenum besprochen und diskutiert. Andere mögliche Präsentationsformen können eine Wandzeitung oder die PowerPoint-Präsentationen sein.

  • Religion / Ethik / Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Australian wildlife

Unterrichtseinheit

Landeskundliche Aspekte zu vermitteln ist ein wichtiger Teilbereich des Englischunterrichts in der Grundschule. Der Kontinent Australien bietet mit seiner außergewöhnlichen Tierwelt einen besonderen Anreiz für fremdsprachliches Lernen.Dank der isolierten geografischen Lage haben sich in Australien etliche Tierarten erhalten, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt - ein guter Anlass, um mit Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe die Tierwelt Europas, Afrikas und Australiens vergleichend zu betrachten. Beim Sammeln von Tiernamen und Tierbildern werden auch englischsprachige Internetseiten als Recherchequelle genutzt. Dabei erweitern die Kinder ihre Sprach- und Medienkompetenz. Abschließend gestalten die Schülerinnen und Schüler ein Wandbild in Form einer Fotocollage, das auf den Umrissen des australischen Kontinents landestypische Tierarten, ihre englischen Namen und die wichtigsten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes zeigt.Das Thema ist für ein viertes Schuljahr geeignet. Die Kinder sollen schon einige Tiernamen kennen, diese in kurzen Sätzen beschreiben können und wissen, wie man eine bestimmte Internetseite aufruft. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Gruppen selbstständig an verschiedenen Aufgaben. Die Ergebnisse werden zusammengetragen und zu einer Fotocollage verarbeitet. Unterrichtsverlauf Hier finden Sie Hinweise zu den einzelnen Arbeitsschritten und können die verwendeten Arbeitsmaterialien einzeln anklicken und speichern. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Namen australischer Tiere kennen lernen (beispielsweise kangaroo, wallaby, wombat, dingo, koala, platypus, echidna, kookaburra). den Tierbildern die entsprechenden Wortkarten zuordnen. die Namen der Tiere lesen und schreiben. einige Sehenswürdigkeiten Australiens kennen lernen (zum Beispiel Ayers Rock und Opera House). eine Collage zum Thema in Gruppenarbeit anfertigen. eventuell einen Tiersteckbrief erstellen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen mit einem Textverarbeitungsprogramm einen englischen Text schreiben. im Internet eine kleine englischsprachige Geschichte aufrufen und anhören. sich im Internet über die australische Tierwelt informieren. Bilder und Malvorlagen von Tieren im Internet suchen und ausdrucken. die Microsoft Clip Gallery kennen lernen. Thema Australian wildlife Autorin Irene Overlack Fach Englisch in der Grundschule Zielgruppe Klasse 4 Zeitraum 3 - 4 Stunden Technische Voraussetzungen Computer/Medienecke mit Internetanschluss in der Klasse/im Computerraum; Drucker Konkrete Aufgaben für die Kleingruppen Von dieser gemeinsamen Ausgangsbasis aus arbeiten die Kinder in Gruppen weiter. Für die Teams stehen insgesamt sechs verschiedene Arbeitsaufträge zur Verfügung (Arbeitsblatt "australian_wildlife_arbeitsauftraege_ab01.pdf"), die je nach Gruppenzahl auch doppelt vergeben werden können. Einige Gruppen erhalten ergänzende Arbeitsblätter mit weiteren Aufgabenstellungen. Ziel ist die Gestaltung eines Wandbilds, auf dem Tiere und wichtige Sehenswürdigkeiten Australiens und deren englische Bezeichnungen zu sehen sind. Gruppe 1 Gruppe 1 hört und liest im Internet die Geschichte von Barnaby Bear in Australien. Danach wird der Lückentext (Arbeitsblatt "australian_wildlife_barnaby_ab02.pdf") ausgefüllt. Gruppe 2 und 3 Gruppe 2 informiert sich auf der Internetseite ozshots über australische Tiere und trägt einige Namen in ein Arbeitsblatt ein (Arbeitsblatt "australian_wildlife_names_ab03.pdf"). Anschließend werden mit den Tiernamen in einem Textverarbeitungsprogramm wordcards für die Collage erstellt. Gruppe 3 erhält denselben Arbeitsauftrag wie Gruppe 2, informiert sich aber auf einer anderen Internetseite, der Seite enchantedlearning . Gruppe 4 Gruppe 4 druckt Malvorlagen von bestimmten Tieren aus, die ebenfalls auf der Website enchantedlearning zu finden sind. Gruppe 5 Gruppe 5 lädt einige kleine Puzzles mit australischen Tieren aus der Homepage activityvillage auf den Computer und versucht diese zu lösen. Gruppe 6 Gruppe 6 sucht mithilfe der Bildersuche von google einige Sehenswürdigkeiten Australiens und druckt sie aus. Die Bilder werden in die Collage integriert. Absprachen zur Arbeitsteilung Die Schüler und Schülerinnen einer Gruppe sprechen ihre Arbeitsteilung ab, da je nach Gruppengröße nicht alle Kinder gleichzeitig am Computer arbeiten können. Das arbeitsteilige Verfahren hat den Vorteil, dass die Arbeiten zügig vorangehen. Alle Kinder sind beschäftigt. Bildersuche im Internet Die Arbeit im Internet hat einen hohen Motivationscharakter. Die meisten Kinder wissen, wie man sich ins Internet einwählt und eine Seite aufruft. Auch die Druckfunktion ist bekannt. Neu war für die Kinder die Funktion "Bilder", die alle Suchmaschinen anbieten. Hier ist die Hilfe der Lehrkraft gefragt. Nach dem Abschluss der Arbeiten im Internet und mit dem Textverarbeitungsprogramm werden alle Teile (Fotos, Tierbilder, Wortkarten) als Fotocollage auf den Umriss des australischen Kontinents geklebt. Dabei erläutert jede Gruppe ihren Anteil der Arbeit. Das Gesamtwerk wird beurteilt. Je nach Zeit und Lernstand der Schülerinnen und Schüler können noch Tiersteckbriefe erstellt werden. Die Microsoft Clipart Gallery bietet viele australische Tiere als Farb- oder Schwarz-Weiß-Zeichnungen zur Auswahl. Die Kinder lernen, wie man ein solches Bild auf ein Arbeitsblatt einfügt (Arbeitsblatt "australian_wildlife_clipgallery_ab04.pdf"). Sie können dann entweder den Lückentext am Computer ausfüllen (Arbeitsblatt "australian_wildlife_kangaroo_ab05.pdf") oder das Blatt zum Ausfüllen ausdrucken (Arbeitsblatt "australian_wildlife_beispiel_ab06.pdf").

  • Englisch
  • Primarstufe, Sekundarstufe II

Der digitale Graben durch die Informationsgesellschaft

Unterrichtseinheit

Die neuen Informationstechnologien bieten viele Vorteile. Profitieren können von ihnen aber bei weitem nicht alle: Weltweit sind 606 Millionen Menschen online, in Afrika jedoch nur 6 Millionen. Die Ursachen und Folgen der digitalen Spaltung erläutert dieser Basisartikel. Beim ersten "Weltgipfel der Informationsgesellschaft" der UNO stand eines der großen globalen Themen im Mittelpunkt: Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und der "digitale Graben". Der teilt die Welt in Menschen, die Zugang zu diesen Technologien haben und in jene, die ohne sie auskommen müssen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich über die Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien weltweit informieren. sich über die Verbreitung digitaler Inforrmations- und Kommunikationstechnologien in der Welt informieren. sich bewusst werden, welche Auswirkungen der digitale Graben auf Menschen und Kontinente wie Afrika hat. das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen. Thema Die Informationsgesellschaft und der digitale Graben Autoren Wolfgang Bauchhenß und Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 9 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung mindestens 3 Stunden Medien Computer mit Internetzugang Informationsmedium Internet Noch eine Woche haben Jessica und ihre Klassenkameradinnen Zeit: In einer Arbeitsgruppe müssen sie eine Facharbeit in Politik zur Erweiterung der Europäischen Union schreiben - ein ganz aktuelles Thema, über das in ihren Schulbüchern noch fast nichts steht. Doch für die Oberstufenschülerinnen ist es kein Problem, an aktuelle Informationen zu gelangen. Nach dem Unterricht treffen sie sich einfach im Computerraum ihrer Schule und recherchieren im Internet. Umgang mit neuen Technologien ist selbstverständlich Nach einem kurzen Blick in eine der zahlreichen Suchmaschinen drucken sie sich die Berichte und Statistiken, die sie im Internet gefunden haben, einfach aus. Jessica wirft gleichzeitig noch einen kurzen Blick in ihre Mailbox - eine Freundin, die gerade ein Austauschjahr in den USA verbringt, hat ihr geschrieben. Dann machen sich die drei gut gerüstet auf den Heimweg. Sie müssen das Material jetzt noch sichten, die wichtigsten Informationen zusammenstellen und eine Gliederung für ihre Arbeit erstellen. Internet statt Schulbibliothek Anstatt wie früher in der Schulbibliothek veraltete Bücher zu bestellen und darin nach ebenso alten Informationen zu suchen, können Jessica und ihre Schulfreundinnen ihre Recherchen heute in kurzer Zeit im Internet erledigen - ob in der Schule oder vom heimischen Computer aus. Voraussetzung ist natürlich die richtige Suchstrategie. Für die meisten deutschen Schülerinnen und Schüler ist es mittlerweile selbstverständlich, die neuen Kommunikationsmittel wie Internet oder E-Mail zu nutzen, die in den letzten zehn Jahren die Kommunikation und die Arbeitswelt von Grund auf verändert haben. Fast jeder von ihnen hat schon einmal einen Computer benutzt, im Internet gesurft und gechattet oder mit einem Handy telefoniert. 81 Prozent der Jugendlichen online Die Ausstattung mit Informations- und Kommunikationstechnik ist in Deutschland gut. 2003 waren 81 Prozent der deutschen Schülerinnen und Schüler online; im Vorjahr lag ihr Anteil noch bei 74 Prozent. Der Anteil der Internet-Nutzer in dieser Altersgruppe liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt von 50,1 Prozent. Nur 15,8 Prozent der Jugendlichen in Deutschland leben offline (Quelle: (N)Online-Atlas 2003). Computertechnik und neue Medien haben in den vergangenen Jahren auch in den Schulen ihren Einzug gehalten. 2003 waren 96 Prozent der deutschen Schulen mit Computern für den Unterrichtseinsatz ausgestattet. In jeder Schule der Sekundarstufe I und II kommt rein rechnerisch ein Computer auf 14 Schülerinnen und Schüler, so eine Bestandsaufnahme des Bundesbildungsministeriums aus dem Jahr 2003. Ähnlich gut ausgestattet wie deutsche Jugendliche - sei es privat oder in der Schule - sind ihre Altersgenossen in anderen Ländern Westeuropas und Nordamerikas. politik-digital: Internet-Nutzung in Deutschland Der Artikel fasst vier aktuelle Studien aus dem Jahr 2003 zusammen. (N)Onliner-Atlas 2003 Die Studie von EMNID und der Deutschen Telekom liefert Daten zur Nutzung des Internets in Deutschland (PDF-Datei). Digitaler Graben Doch der Umgang mit neuen Technologien ist gar nicht so selbstverständlich, wie es hierzulande für viele scheint. Denn nicht überall haben die Menschen Zugang zu den elektronischen Technologien. Es gibt ein Gefälle bei der Nutzung der Neuen Medien. Enwickelt hat sich das Bild vom "digitalen Graben", der Nutzer und Nicht-Nutzer, "User" und "Loser" voneinander trennt. Sozialer Graben Der Graben besteht einerseits zwischen reichen Ländern und wenig entwickelten Staaten; andererseits zwischen sozialen Gruppen. In den USA lässt sich bei der Computer- und Internetnutzung bereits eine Spaltung zwischen Jugendlichen aus finanziell gut gestellten und aus ärmeren Familien feststellen. Da die neuen Medien wie etwa das Internet keine passiven Medien sind (wie etwa das Fernsehen), sondern "aktive" Nutzung verlangen, erfordert ihre Beherrschung einige Kenntnisse. Und die kann man nur dann ausbauen, wenn man die Technologie häufig nutzt, zum Beispiel in der Freizeit, wenn man privat über einen Computer mit Internetzugang verfügt. UN-Informationsgipfel 2003 in Genf Auf dem ersten weltweiten Informationsgipfel der UNO im Dezember 2003 ging es darum, wie der "digitale Graben" zwischen Nord und Süd überwunden und wie die Nutzung der neuen Kommunikationstechnologien in den Ländern, die bisher kaum Zugang dazu haben, gefördert werden kann. Fast 14.000 Teilnehmer aus aller Welt diskutierten in Genf die Probleme und Chancen der modernen Informationsgesellschaft. Neben Vertretern der Regierungen nahmen an der Konferenz auch mehrere hundert Nichtregierungs-Organisationen (NRO) teil. Sie alle hatten schon in den Monaten vor dem Treffen in der Schweiz die Probleme analysiert und ihre Forderungen eingebracht. Nutzen der Informationstechnologien für Entwicklungsländer Die neuen Informations- und Kommunikationstechniken können gerade in gering entwickelten Ländern äußerst nützlich sein: Sie gewähren einen schnellen Zugriff auf große Mengen an Informationen und vermehren die Bildungsmöglichkeiten. Zudem können sie helfen, die medizinische Forschung und Versorgung zu verbessern. Durch die Beschleunigung der Kommunikation können sie die Effizienz von Verwaltungen erhöhen; außerdem sind in den letzten Jahren ganz neue Industriezweige und Firmenmodelle entstanden, die auf den neuen Technologien basieren und zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes beitragen können. Mobilfunk ist unabhängig von länderspezifischer Infrastruktur Gerade in wenig entwickelten Gebieten ist die Einführung der neuen Informationstechnologien verhältnismäßig einfach möglich, da die Systeme oft auf Satellitenkommunikation basieren. Der mühsame Aufbau einer Infrastruktur ist dadurch nicht unbedingt notwendig. Schon heute wächst in einigen Ländern Afrikas die Zahl der Mobiltelefone, da die Infrastruktur für die Festnetz-Anschlüsse nur schlecht funktioniert, der Mobilfunk aber gut möglich ist. Schnellerer Informationsaustausch Die Beschleunigung der Kommunikation ist dabei ein besonderer Vorteil der neuen Technik. Über das Internet kann sich Jessicas Freundin in den USA immer auf dem Laufenden halten, was daheim in Deutschland gerade passiert. Neben E-Mails von Freunden liest sie auch ihre Lokalzeitung im Internet. Auf dieselbe Weise kann sich ein Arzt in Afrika jederzeit über den letzten Stand der medizinischen Forschung informieren. Viele Forscher veröffentlichen ihre Ergebnisse im Internet, weil sie auf diese Weise mehr Kollegen erreichen und dadurch eine breitere Diskussion über ihre Ideen möglich ist. Besonders in der AIDS-Forschung ist das weltweite Netz so zu einem wichtigen Medium des wissenschaftlichen Austauschs geworden. Gipfelthemen.de Ausführliche Informationen zum Gipfel, offizielle Dokumente und journalistische Beiträge gibt es auf dieser Seite von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen und politik-digital. politik-digital: UN-Weltinformationsgipfel in Genf Ausführliches Dossier zum Weltinformationsgipfel, zur allgemeinen Bedeutung des Internets und zur digitalen Spaltung. 606 Millionen Internetnutzer weltweit, 6 Millionen in Afrika Während viele Menschen in den reichen Industrieländern wie selbstverständlich mit Computer und Internet umgehen, sieht das in den Entwicklungsländern ganz anders aus. Im Jahre 2002 nutzten weltweit mehr als 606 Millionen Menschen Internet, Mobiltelefone und ähnliche Technologien. Die große Mehrheit von ihnen kam aus Europa, Nordamerika und Asien. Nur 33 Millionen Menschen hatten in Lateinamerika Zugang zu dieser Technik, in ganz Afrika waren es lediglich sechs Millionen. Starke Unterschiede innerhalb der afrikanischen Länder Der afrikanische Kontinent ist das Musterbeispiel für den digitalen Graben. Er ist fast komplett vom Fortschritt abgeschnitten, denn selbst von den sechs Millionen Nutzern kommt die Hälfte aus dem relativ reichen Südafrika - hier sind 6,8 Prozent der Bevölkerung online - oder aus den nordafrikanischen Ländern wie Tunesien, Ägypten oder Marokko. In Ghana nutzen dagegen nur 0,8 Prozent der Bevölkerung das Internet, in Niger sind gar nur 0,1 Prozent online. Festnetzanschlüsse fehlen Dass die neuen Technologien auf dem Kontinent so ungleichmäßig verteilt sind, hat verschiedene Gründe. Zum einen ist die Infrastruktur vieler Länder schlecht. Es existieren kaum Telefonanschlüsse: Während in Europa auf 100 Einwohner 90 Festnetz-Anschlüsse kommen, sind es in Afrika gerade einmal sieben. Und dort, wo es Telefone gibt, sind die Gebühren oft sehr teuer und kaum jemand kann sich diesen Luxus leisten. Informationstechnologien bergen Entwicklungschancen Der Ausbau der Infrastruktur kann Entwicklungsländern durchaus Vorteile bringen, wie das Beispiel Indien zeigt. Einige europäische und amerikanische Unternehmen haben ihre Callcenter in das Entwicklungsland verlegt. Dort sind die Lohnkosten so niedrig, dass für die Firmen indische Arbeitskräfte billiger sind als europäische. Da die Berater mit den Kunden ohnehin nur telefonisch in Kontakt kommen und zudem meist gut Englisch sprechen, spielt es keine Rolle, wo sie sich befinden. Entwicklungsbarriere Analphabetismus Ein weiteres Problem der Entwicklungsländer ist der Analphabetismus. Viele Menschen können weder lesen noch schreiben können und sind so natürlich nicht in der Lage, das Internet zu nutzen. Allerdings könnten gerade die neuen Technologien hier Ansporn und Werkzeug zugleich sein, um lesen und schreiben zu lernen. Staatliche Überwachung der Inforrmationskanäle In einigen Staaten wie der Volksrepublik China oder in Kuba kontrollieren autoritäre Regierungen den Zugang zum Internet. Sie fürchten, dass die Informationen von außerhalb Missstände im eigenen Land offen legen, die die eigenen Medien auf staatlichen Druck hin verschweigen müssen. Die Regierungen beider Staaten kontrollieren jeglichen Datenverkehr über das Internet; die Seiten vieler kritischer Zeitungen aus dem Ausland sind für kubanische und chinesische Surfer gesperrt. Auch der Mailverkehr wird kontrolliert. Selbst wenn das Prinzip des World Wide Web eigentlich keine Ländergrenzen kennt, bleibt das Prinzip der Pressefreiheit in den Netzen dieser Länder außen vor. Kommunikationsnetz zum Ausbau des weltweiten Handels Zwar zeigen sich die Regierungen dieser Staaten sehr offen, wenn es um den Ausbau der Infrastruktur geht. Dafür nehmen sie gern die Unterstützung der reichen Industrieländer an. Doch den Bürgerinnen und Bürgern dieser Staaten nutzt das letztlich wenig. Die Kommunikationsnetze werden trotzdem zensiert und staatlich überwacht; die neuen Technologien dienen den autoritären Regierungen in erster Linie dazu, die Kommunikation im Handel mit den Industrienationen zu verbessern. Keine konkreten Ergebnisse in Genf In diesen Fragen konnte auch der Gipfel von Genf letztlich keine Lösungen aufzeigen. China akzeptierte zum Schluss zwar die Meinung der Mehrheit zu Meinungsfreiheit und Menschenrechten - doch rechtlich bindende Erklärungen wurden auf dem Gipfel ohnehin nicht verabschiedet. Die Formulierungen des Abschlusspapiers hören sich daher sehr allgemein an: Die "digitale Welt" soll mithelfen, Hunger und Armut zu bekämpfen, den Analphabetismus zu senken, die Kindersterblichkeit zu verringern, die Stellung der Frauen zu verbessern, Krankheiten zu bekämpfen und die Umwelt zu schützen. Aktionsplan : Bis 2015 mehr als 50 Prozent der Menschheit vernetzen Etwas konkreter nimmt sich da der Aktionsplan aus, den die Gipfelteilnehmer verabschiedeten. In den kommenden zwölf Jahren soll mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung einen Internetanschluss in Reichweite haben. Zudem sollen bis 2015 weltweit alle Dörfer, alle Schulen und Universitäten, Bibliotheken, Kulturzentren, Museen, Postämter, Archive und Krankenhäuser digital vernetzt sein. Regierungen und Verwaltungen online Sämtliche Regierungen und öffentliche Verwaltungen sollen in elf Jahren per E-Mail erreichbar sein und sich auf Webseiten darstellen. Auch die etwas älteren Technologien werden gefördert: Bis zum Jahr 2015 sollen alle Menschen weltweit Zugang zu Radio und Fernsehen haben. Doch bis zur Überwindung des digitalen Grabens dürfte es noch ein weiter Weg sein - bis heute hat die Hälfte der Weltbevölkerung noch nie ein Telefon benutzt. politik-digital: Ende gut, alles gut? Ein Artikel über die Schwierigkeiten, sich weltweit auf eine Definition der Informationsfreiheit zu einigen. NZZ online: Keine Information ohne Freiheit Dass die Medien- und Meinungsfreiheit weltweit ein gefährdetes Gut ist, zeigt dieser Artikel.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Globales Lernen: Aids bedroht Jugendliche weltweit

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Bedrohung durch Aids" bietet Arbeitsvorschläge und Projektideen, wie sich das Thema Aids unter einer ebenso globalen wie differenzierten Perspektive in den Unterricht einbinden lässt. "Jugendliche unterschätzen die Gefahr von Aids" - Schlagzeilen wie diese weisen auf die große Sorglosigkeit und Unwissenheit deutscher Schülerinnen und Schüler beim Thema Aids hin. Trotz verschiedener Kampagnen, frei zugänglicher Informationen und allgegenwärtiger witziger Kondomwerbung ist Aids für die meisten Jugendlichen bei uns kein Thema: "Eine HIV-Infektion, das passiert mir doch nicht!" Darin unterschieden sie sich nicht von Gleichaltrigen in Osteuropa, Afrika oder in Asien. Wenn Aids Alltag ist Was bei uns ein riskantes Verhalten ist, wird zur tödlichen Gefahr in den Ländern, in denen 20 bis 50 Prozent der jungen Leuten das HI-Virus in sich tragen. In Südafrika kennt jeder einen Aids-Infizierten, am Wochenende ist man auf einer Beerdigung und fast jede Familie hat bereits Waisenkinder aus der Verwandtschaft aufgenommen - Aidswaisen. Die Jugendlichen dort müssen sich dem Problem HIV-Infektion stellen, wenn sie überleben wollen. Und auch uns kann es nicht gleichgültig sein, wenn sich alle sechs Sekunden jemand auf der Welt mit dem Aids-Virus ansteckt. Selbstständig recherchieren und präsentieren Der Artikel liefert Anregungen, wie das Thema Aids im Unterricht oder in Projekten aufgegriffen werden kann. Neben Methoden der Informationsrecherche werden dabei kreative Methoden der Ergebnispräsentation (Wandzeitung, Umfrage, ...) vermittelt. Durch selbstständiges Lernen in Kleingruppen sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Sozial- und Planungskompetenzen ausbauen. Aids im Unterricht Die Ideen dieser Unterrichtsanregung zum Thema Aids wollen eine Brücke schlagen zwischen den Jugendlichen hier und den Jugendlichen in Afrika. Das südliche Afrika dient dabei als Beispiel für eine der weltweit am stärksten betroffenen Regionen. Die modular konzipierten Projektvorschläge bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln im Unterricht eingesetzt und abgewandelt werden. Im Zentrum stehen die Fragen Was hat Aids mit mir zu tun? Warum ist Aids zu einer weltweiten Katastrophe geworden, wieso betrifft es einige Länder stärker als uns? Wie kann man als Kind oder Jugendlicher überhaupt für die Zukunft planen, wenn der Aids-Tod zum Alltag gehört? Was ist der beste Schutz vor Aids: Enthaltsamkeit, Kondome oder andere Mittel? Ablauf der Unterrichtseinheit "Aids bedroht Jugendliche weltweit" Die folgenden Seiten geben Aufschluss über die Durchführung der Unterrichtseinheit "Aids bedroht Jugendliche weltweit". Das Thema Aids im Unterricht Informationen zum Grundlagenteil und zu den einzelnen Unterrichtsmodulen. Ideen für den Einstieg Fallbeispiel, Zeitungsanalyse oder Kartenabfrage - Ideen für die Einführung des Themas. Themenschwerpunkte der Arbeitsgruppen Die Arbeitsvorschläge für die einzelnen Gruppen können modular eingesetzt und variiert werden. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen wesentliche Fakten über Aids, die Infektionswege und Schutzmöglichkeiten kennen. werden sich der Ausmaße des Problems HIV/Aids weltweit bewusst und erkennen, dass Mädchen und Frauen weltweit am meisten von Aids betroffen sind. gewinnen Einblicke in die Alltagsprobleme von Kindern und Jugendlichen, die in einem Land im südlichen Afrika leben und von Aids besonders betroffen sind. setzen sich mit den verschiedenen Präventionsmöglichkeiten und den ihnen zu Grunde liegenden Wertentscheidungen auseinander. erkennen, dass Aids nicht nur ein Problem von "Randgruppen" ist. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen das Internet als Medium zur Recherche ein. lernen Online-Ausgaben von Tageszeitungen und Fernsehsendern kennen und nutzen ihre Archive. vergleichen Medienberichte zum UNAIDS-Bericht und zum Welt-Aids-Tag. Politik, Biologie, Geographie oder Religion/Ethik In den Lehrplänen der unterschiedlichen Schulformen im Bereich der Sekundarstufe I gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte zum Thema Aids. Sowohl in Geografie (Probleme eines Entwicklungslandes), in Religion (Auseinandersetzung mit Sterben und Tod), Sozialkunde/Gemeinschaftskunde (Verantwortung für Mitmenschen), Ethik (Lebensgestaltung und Verantwortung) als auch in Biologie (Sexualkunde) hat das Thema seinen Platz. Fächerverbindender Unterricht oder Projektarbeit Die Auseinandersetzung mit Aids hat eine weltweite soziale und gesellschaftliche Dimension. Außerdem ist Aids ein Thema, das jeden Einzelnen persönlich betreffen kann - zum Beispiel bei der Partnerwahl. Aids ist daher kein einfaches Thema für den Unterricht. Über reine biologische Fakten hinaus geht es dabei um ethische Werte wie Verantwortung, Selbstbestimmung, Solidarität und um weltanschauliche Grundeinstellungen im Umgang mit Sexualität. Wegen dieser Vielschichtigkeit eignet sich das Thema gut für einen fächerübergreifenden Unterricht, für Projekttage oder Aktionswochen. Es ist aber selbstverständlich möglich, Aspekte der Unterrichtseinheit im fachgebundenen Unterricht zu behandeln - zum Beispiel in den Sozialwissenschaften oder in Religion. Basiswissen zu Aids Die verschiedenen Projektvorschläge zum Thema Aids gehen auf unterschiedliche Aspekte ein und ergänzen sich, sind allerdings auch einzeln im Unterricht einsetzbar. Ein biologisches Basiswissen zu Aids ist in der Klasse jedoch erforderlich, damit nicht "aus dem hohlen Bauch" heraus über Prävention oder Behandlungsmöglichkeiten gesprochen wird. Dieses Basiswissen kann im Rahmen einer der Projektgruppen erarbeitet werden, die nötigen Hinweise dazu finden sich im Projektvorschlag 1. Vielleicht ist dieses Grundlagenwissen jedoch bereits im Biologieunterricht oder einer Projektwoche erarbeitet worden und muss nur kurz aktualisiert werden. Bevor die Klasse oder die Arbeitsgruppen sich den anderen Projektthemen widmen, können Sachinformationen über Aids auch kurz vorangestellt werden: Per Referat von einer Arbeitsgruppe/einem Klassenmitglied, die/das sich sachkundig gemacht hat. Durch eine "klassische" Hausaufgabe der Einzelnen, deren Ergebnissen in der Klasse zusammengetragen werden. Von der Lehrkraft im Rahmen eines kurzen Vortrags. Unterrichtsschwerpunkt: Südliches Afrika Auch wenn die Aids-Pandemie ein Problem von globalem Ausmaß ist, ist es sinnvoll, an einem Ort genau hinzuschauen, um die Lage der Menschen an einem konkreten Beispiel kennen zu lernen und zu verstehen. Die Lösungsansätze, die die Betroffenen entwickelt haben, sehen in Osteuropa anders aus als in den Ländern Asiens oder Afrikas oder als bei uns. Aids betrifft alle Teile einer Gesellschaft. Lösungen können daher nur aus dieser Gesellschaft kommen und nicht von Experten am Tisch in irgendeiner westlichen Metropole entwickelt werden. Die folgenden Beispiele stammen deshalb vorwiegend aus Süd- und Zentralafrika, Regionen, die besonders stark von Aids betroffen sind. Global, aber differenziert betrachten Im Sinne des globalen Lernens ist es wichtig, ein differenziertes Bild der Ursachen und Auswirkungen von Aids zu entwickeln und die eigenen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen. All zu leicht werden in der Aids-Berichterstattung Katastrophenszenarien entwickelt, die zu Abwehrreaktionen statt zu kritischer Auseinandersetzung und Solidarität führen. Mitbedacht werden müssen bei diesem Thema auch die Vorurteile, die aus Afrika ohnehin einen "Katastrophenkontinent" machen. Es wäre fatal, wenn das Ausmaß der Aids-Infektion nun zu einem weiteren Mosaikstein in diesem Bild würde, anstatt die Ursachen differenziert zu sehen und die beachtlichen Anstrengungen der afrikanischen Gemeinschaften zu würdigen, mit den anstehenden Problemen weiter zu leben. Schließlich unternehmen dort Nachbarschaftsgruppen, Aktionskreise oder Kirchengemeinden alles, um das soziale Zusammenleben und die Zukunft ihrer Gemeinschaft aufrechtzuerhalten. Internet bietet Aktualität und Bezug zur Lebenswelt Die Aids-Problematik entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter. Der Bezug zur Aktualität und die Hinweise auf die Arbeit von Initiativen und Organisationen können Jugendlichen den Bezug zu ihrer Lebenswelt verdeutlichen. Die verschiedenen Projektgruppen greifen daher auf Materialien und Berichte im Internet zurück. Dabei sollten sie einzelne Arbeitsblätter und Hintergrundinformationen, Statistiken oder Zeichnungen in neuen Zusammenhängen befragen. Genaue Angaben über die verantwortlichen Organisationen helfen Ihnen bei der Einordnung der Informationen. Insgesamt sollen sie lernen, die Angaben verschiedener Internetquellen zu vergleichen und Zielsetzungen zu erkennen. Ein persönlicher Bericht aus Deutschland Irene Müller erfuhr nach der Geburt ihres zweiten Kindes, dass sie HIV-positiv ist. Sie lebte von dem Vater ihrer Kinder getrennt und ihr neuer Partner hatte ihr seine Infektion verschwiegen. In der Broschüre "Aids hat viele Gesichter" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) berichtet sie in einem Interview über ihr Leben mit der Infektion in einer süddeutschen Kleinstadt. 1996 starb sie an den Folgen ihrer Krankheit. Synchrone oder diachrone Vergleiche der Berichterstattung Zur Zeit der großen Weltaidskonferenzen (2002 in Durban, 2004 in Bangkok) häuften sich die Artikel über das Ausmaß der Aids-Pandemie und das Ausbleiben einer adäquaten Hilfe. Anlässlich des Weltaidstages am 1.Dezember 2004 wird in den Medien sicher wieder über Aids in der Welt berichtet. Im Unterricht bietet sich eine synchrone oder diachrone Untersuchung der Berichterstattung an: Haben sich die Schlagzeilen und Themenschwerpunkte in der Aids-Berichterstattung in den vergangenen Jahren geändert? Wie berichten verschiedene Zeitungen über ein Ereignis wie den UNAids-Bericht 2004? Welche Schlagzeilen gibt es, welche Bilder, was wird in den Mittelpunkt gestellt? Im Anhang finden Sie einige ausgewählte Berichte zum UNAids-Bericht 2004. Ältere Zeitungsartikel können die Schülerinnen und Schüler im Online-Archiv der jeweiligen Tageszeitungen und Zeitschriften oder über Suchmaschinen recherchieren. Brainstorming oder Schreibgespräch Zum Einstieg in das Thema sind auch Methoden der Moderationstechnik wie eine Kartenabfrage zu Aspekten wie "Bei Aids denke ich an..." oder "Aids in Afrika ist...". Eine weitere Möglichkeit ist das "stumme Schreibgespräch". Eingangsstatements könnten dabei Aussagen sein wie "Aids ist die schlimmste Krankheit, von der die Menschen betroffen sind" oder das provozierende Statement "Über Aids mache ich mir keine großen Sorgen". Wer die Schülerinnen und Schüler direkt beim Einstieg zu individuellen Stellungnahmen bewegen möchte, sollte allerdings bedenken, dass je nach "Klassenklima" oder Gruppendynamik bei einigen Jugendlichen Hemmschwellen vorhanden sind. Dieser persönliche Zugang zum Thema setzt sicherlich ein gutes Verhältnis zwischen den Jugendlichen und der Lehrkraft, aber auch innerhalb der Klasse, voraus. Gruppe 1: Aids, das passiert mir doch nicht Gruppe 2: Aids bedroht Kinder und Jugendliche in aller Welt Gruppe 3: Alltag mit Aids – Jugendliche im südlichen Afrika Gruppe 4: Strategien der Aidsprävention aus der Sicht von Jugendlichen Internetadressen für die Informationsrecherche gibt es auf allen Arbeitsblättern und in der Rubrik "Externe Links" auf der Startseite des Artikels. Nicht nur Randgruppen sind betroffen Aids ist nicht nur ein Problem von Randgruppen, von Drogenabhängigen, Prostituierten oder so genannten "homosexuellen Abenteurern" - jeder Jugendliche muss damit rechnen, sich zu infizieren, wenn er oder sie sich nicht schützt. Der Weltaidstag 2004 hat die Situation von Frauen und Mädchen in den Mittelpunkt gestellt - und damit sind nicht nur diejenigen in Afrika oder Asien gemeint. Die Projektgruppe zu diesem Themenschwerpunkt informiert sich per Internet-Recherche über folgende Fragen: Was bedeuten die Begriffe Aids und HIV? Seit wann gibt es Aids? Wie stark ist Aids in der Welt verbreitet? Wie wird Aids übertragen? Wie wirkt eine Infektion mit dem HI-Virus im Körper? Welche Medikamente helfen Aids-Infizierten? Gibt es ein Heilmittel gegen Aids? Was kann ich im Kontakt mit HIV-Infizierten alles tun, ohne Angst vor Ansteckung? Präsentation der recherchierten Informationen Die Gruppe kann eine Wandzeitung mit selbst gezeichneten Comics und kurzen Statements zu Aids erstellen. In einem weiterführenden Schritt ist eine Umfrage zum Thema Aids möglich. Die Gruppe erarbeitet dafür einen kurzen Fragebogen, zum Beispiel mit dem Multiple choice-Verfahren, bei dem richtige und falsche Antworten vorgeben sind. Die Umfrage wird auf dem Schulhof oder in der Innenstadt durchgeführt. Das kann mit einem seriös aussehenden Fragebogen geschehen, aber auch witzig aufgemacht, mit richtigen und absurden Antworten - je nach Entscheidung der Arbeitsgruppe. Die Umfrageergebnisse werden dann per Wandzeitung oder in einem Beitrag auf der Schulhomepage präsentiert. Aids breitet sich weiter aus Die Zahl der HIV-Infektionen hat 2004 weltweit einen neuen Höchststand erreicht. Nach einer Studie der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit fast 40 Millionen Menschen mit dem Aids-Virus. Allein 2004 starben mehr als drei Millionen Menschen an der Krankheit, heißt es in dem Bericht. Krisenregion Nummer eins ist nach wie vor das südliche Afrika. Aber auch in Asien und Osteuropa steigt die Zahl der Infektionen dramatisch - und auch in Deutschland gibt es Aids. Die Verbreitung der Krankheit in den Regionen der Welt unterscheidet sich jedoch stark. In Deutschland waren Ende 2003 rund 43.000 Menschen mit dem HI-Virus infiziert, also circa 0,05 Prozent der Bevölkerung, in Burundi ist jeder Fünfte HI-positiv ( 20 Prozent der Bevölkerung), in Botswana sogar jeder Dritte (33 Prozent der Bevölkerung). Ein Trend ist dabei deutlich zu erkennen: Fast die Hälfte der HIV-Infizierten weltweit sind nach Angaben der UNO inzwischen Frauen. Konkrete Beispiele vergleichen Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der unterschiedlichen Verbreitung von Aids in der Welt auseinander setzen. Sie sollen die Probleme der einzelnen Länder bei der Bekämpfung der Pandemie erkennen und die einzelnen Strategien diskutieren. Es ist sinnvoll, diese Fragen an konkreten Beispielländern zu recherchieren. Auch wenn das südliche Afrika das weltweit am stärksten betroffene Gebiet ist, gilt es zwischen der Politik und den Maßnahmen der einzelnen Länder zu unterscheiden, um den Jugendlichen ein differenziertes Bild zu vermitteln. Präsentation der recherchierten Informationen Die Zahlen zu Aids sind so erschreckend, dass es einer kreativen Umsetzung bedarf, damit wir sie überhaupt wahrnehmen. Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise Pflastersteine auf dem Schulhof mit Kreide bemalen: Von hundert Steinen werden 33, also jeder Dritte rot bemalt - so hoch ist die Zahl der HIV-Infizierten in Botswana. Oder sie können eine Collage aus Köpfen erstellen, in der jede Dritte Person nur als dunkler Umriss zu erkennen ist. Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es eine tickende Uhr die anzeigt, wie häufig sich weltweit ein Mensch mit Aids ansteckt. Vielleicht fallen Ihnen und der Arbeitsgruppe noch weitere Möglichkeiten einer kreativen Umsetzung der Statistiken ein. Weg von anonymen Zahlen Zahlen sagen nur wenig darüber aus, wie Kinder und Jugendliche mit der Bedrohung durch Aids leben, zum Beispiel im südlichen Afrika, dem Gebiet mit den weltweit höchsten Aids-Raten. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in dieser Arbeitsgruppe mit persönlichen Berichten und Lebensbeschreibungen von Kindern auseinander, die Eltern, Geschwister oder Freunde durch Aids verloren haben oder selbst mit Aids leben. Neben Materialien von Hilfsorganisationen wie dem Kinderaidsfonds oder Unicef bieten sich Jugendromane zum Thema an. "Das Rätsel des Feuers" von Henning Mankell oder "Township Blues" von Lutz van Dijk sind zwei empfehlenswerte Beispiele zu diesem Thema (mehr Informationen dazu unter "Unterrichtsmaterialien" in der Rubrik Zusatzinformationen auf der Startseite des Artikels). Verschiedene Arbeitsgruppen werten je eine der genannten unterschiedlichen Quellen aus. Folgende Aspekte stehen dabei im Vordergrund: Was bedeutet es für Kinder, wenn die Eltern oder Geschwister an Aids sterben? Welche Träume und Zukunftspläne haben diese Jugendlichen? Welches sind die Hauptprobleme, was Wohnen, Schule oder Ernährung angeht? Wo setzen Projekte von Hilfswerken an? Präsentation der recherchierten Informationen Die Möglichkeiten, die Ergebnisse der gesamten Klasse oder der Schulöffentlichkeit zu präsentieren, sind vielfältig. Sie reichen vom kreativen oder journalistischen Schreiben bis hin zur Wandzeitung. Eine Möglichkeit der Aufarbeitung ist es, selbst Kurzgeschichten über einen der porträtierten Jugendlichen zu schreiben. Die Arbeitsgruppe kann mit ausgewählten Geschichten eine Lesung veranstalten (auf einem Aktionstag). Ein Artikel in der Schülerzeitung ist für die Leser interessant, wenn dabei eines der von Aids betroffenen Kinder aus dem südlichen Afrika vorgestellt wird und die Erfahrungen der Arbeitsgruppe in der Auseinandersetzung mit Aids ein Thema sind. Im Rahmen einer Schreibwerkstatt können die Schülerinnen und Schüler eine eigene Geschichte schreiben. "Was ist mir wichtig im Leben?" "Was wäre, wenn jemand aus meiner Familie /meinem Freundeskreis sich infizieren würde?" Gibt es eine offene Atmosphäre in der Arbeitsgruppe, so sind Gespräche möglich: Was würde es für ein Kind in Deutschland bedeuten, wenn beide Eltern sterben? Was wäre gleich, was anders als in Afrika? Eine eher kognitive Art der Aufarbeitung steht im Vordergrund, wenn die Gruppe eine Wandzeitung mit einer Dokumentation über die Probleme und Lösungsmöglichkeiten rund um Aids in den Ländern des südlichen Afrika erstellt. Unterschiedliche Weltbilder Keiner muss Aids bekommen, der Schutz ist ganz einfach: "Man muss nur keinen Sex haben", sagen die Einen. "Man muss nur Kondome benutzen - Safer Sex ist angesagt!", sagen die Anderen. Und trotzdem steigt die Zahl der Jugendlichen, die sich infizieren. Weltweit! Wie muss eine erfolgreiche Aidsprävention aussehen? Unterschiedliche Organisationen engagieren sich im weltweiten Kampf gegen Aids: kirchliche Gruppen, Nicht-Regierungs-Organisationen (NRO), UNAIDS, die Aidshilfe... Sie haben nicht nur verschiedene Arbeitsschwerpunkte, sondern vertreten auch unterschiedliche Strategien in der Prävention. Die Auseinandersetzung mit diesen, auch weltanschaulich bedingten Unterschieden ist Teil dieser Gruppenarbeit. Abstinenz ... Die kirchlichen - katholische wie evangelische - Hilfswerke engagieren sich in der Aidsprävention auf der Grundlage der "ABC-Strategie". Dabei steht A für Abstinenz, B für "be faithfull"- also Treue zum Partner und C für "condom" (für diejenigen, die den christlichen Lebensstil nicht schaffen). Der Schwerpunkt der Kampagne liegt darin, den jungen Leuten Mut zum "Nein" zu machen, zum Recht, über ihren Körper zu verfügen. In Tansania wurde dazu die "Flotte der Hoffnung" entwickelt, auf die sich viele Materialien des Kinderaidsfonds beziehen. Besonders pointiert stellt Bischof Hubert Bucher von Bethlehem (Südafrika) in einem Hirtenbrief klar, dass "sicherer Sex" durch Kondome seiner Meinung nach ein Mythos ist, der zur raschen Verbreitung von Aids beiträgt. ... oder Safer Sex? Diese Meinung, die von etlichen afrikanischen Bischöfen geteilt wird, ist eine pointierte Gegenposition zur Safer Sex Kampagne, so wie sie von der Aidshilfe oder der BzgA unterstützt wird. UNICEF Namibia unterstützt dagegen zwei Kampagnen "My future is my choice" und "Take control". Die Schülerinnen und Schüler sollen die unterschiedlichen Strategien der Aids-Bekämpfung, ihre Wirksamkeit und ihre Wirkung auf Jugendliche diskutieren. Präsentation der recherchierten Informationen Die Klasse kann sich aufteilen und über die verschiedenen Strategien der Prävention informieren. Danach wird eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Eventuell können einige Schülerinnen und Schüler im Rollenspiel die Positionen verschiedener Organisationen vertreten, während das Publikum kritisch nachfragt. Denkbar ist auch eine Collage zur Safer Sex Kampagne. Mit der Digitalkamera werden dafür Plakate, Kondom-Automaten oder -Läden aufgenommen. Eine weitere Möglichkeit sind Gesprächskreise (eventuell getrennt nach Jungen und Mädchen) zum Thema "My future is my choice". Sie verbinden die eigenen Erfahrungen der Jugendlichen mit den Informationen über Aids-Kampagnen in den Ländern des südlichen Afrika. Henning Mankell: Das Rätsel des Feuers Eine Erzählung von Sofia aus Mosambik, die damit konfrontiert wird, dass ihre Schwester Rosa sich mit AIDS infiziert. Das Buch gibt einen guten Einblick in das Denken und Handeln von Jugendlichen in einem afrikanischen Dorf, von ihren Träumen und Sorgen, der ersten Liebe und den Folgen, die AIDS für diese Gemeinschaft hat. (Jugendroman, ab 12 Jahre, Oetinger Verlag, 216 Seiten, 10,90 €) Lutz van Dijk: Township Blues Aids, Gewalt und Armut prägen die Lebensbedingungen von Jugendlichen in südafrikanischen Townships. Mit Respekt und Wärme erzählt dieses Jugendbuch von der 14-jährigen Thina, die nach einer Vergewaltigung durch andere Jugendliche HIV positiv ist und ihrem Freund Thabang, dessen Mutter gerade an Aids gestorben ist. (Jugendroman, ab 14 Jahre, Bertelsmann TB, München 2003, 5,90 €; kostenlos zu beziehen bei der Landeszentrale für politische Bildung NRW)

  • Politik / WiSo / SoWi / Religion / Ethik
  • Primarstufe, Sekundarstufe I
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