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Brettspiel "Lösungsformel für quadratische Gleichungen" mit Selbstkontrolle

Kopiervorlage

Dieses Arbeitsmaterial zum Thema Lösungsformel für quadratische Gleichungen bietet eine Kopiervorlage für ein Brettspiel mit Anleitung und Selbstkontrolle. Spielerisch üben Schülerinnen und Schüler die Mitternachts- oder ABC-Formel und lösen quadratische Gleichungen mit einer, zwei oder keiner Lösung. Die Kopiervorlage für das Brettspiel wird doppelseitig auf Papier gedruckt und laminiert. Die Schülerinnen und Schüler spielen das Spiel am besten zu zweit oder zu dritt. Jede Gruppe benötigt einen Würfel, eine Spielfigur pro Spielerin beziehungsweise Spieler, 10 Muggelsteine/Perlen oder Ähnliches pro Spielerin beziehungsweise Spieler (am besten jeweils 10 von einer Farbe). Die Mitternachtsformel spielerisch üben Durch Würfeln rückt die Spielfigur auf das entsprechende Feld vor. Die Aufgabe wird von der Spielerin beziehungsweise dem Spieler mithilfe der "Mitternachtsformel" gelöst. Die Lösung der Aufgabe findet sich in einem der Lösungsfelder in der Mitte. Dieses Feld wird mit einem Muggelstein besetzt. Wer vertikal, horizontal oder diagonal drei Steine in einer Reihe hat, erhält einen Punkt. Zwei Zusatzfelder erhöhen den Spielspaß (siehe Anleitung). Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lösen quadratische Gleichungen, welche eine, zwei oder keine Lösung(en) besitzen, mithilfe der "Mitternachtsformel". geben die Lösung(en) als Lösungsmenge an. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben selbständig und spielerisch. kontrollieren ihre Ergebnisse eigenständig.

  • Mathematik / Rechnen & Logik
  • Sekundarstufe I

Corona: kein Anspruch auf Homeschooling für Schülerinnen und Schüler

Fall des Monats

Es ist relativ egal, ob sich Deutschland in der zweiten Welle der Pandemie oder in einer "Dauerwelle" befindet, wie ein prominenter Virologe jüngst konstatierte. Entscheidend ist, welche Rechte und Pflichten die Einzelnen haben. Mit den bisherigen Maßnahmen an den Schulen soll einer abstrakten Gefahr begegnet werden. Können Schülerinnen und Schüler sich deshalb von der Pflicht, zur Schule zu gehen, befreien lassen? Oder haben sie gar einen Anspruch auf Homeschooling? Der konkrete Fall Eine Schülerin wollte nicht mehr am Präsenz-Unterricht teilnehmen, da ihr Vater zur Corona-Risikogruppe gehört. Die Richter lehnten den Wunsch des Mädchens in diesem konkreten Fall ab. Die Entscheidung des Gerichts Grundsätzlich sind Schülerinnen und Schüler verpflichtet, am Präsenz-Unterricht teilzunehmen. Sie können sich auch dann nicht davon befreien lassen, wenn ein Haushaltsmitglied zur Coronavirus-Risikogruppe gehört. So entschied das Verwaltungsgericht Hannover am 10. September 2020 (AZ: 6 B 4530/20). Corona: Anspruch auf Homeschooling bei abstrakter Gefahr? Schülerinnen und Schüler können in besonders begründeten Ausnahmefällen allerdings von der Pflicht zum Schulbesuch befreit werden. Beispielsweise dann, wenn das Gesundheitsamt für einen bestimmten Zeitraum eine konkrete Infektionsschutz-Maßnahme an der Schule verhängt hat. Allgemeine Schutzmaßnahmen reichen nicht aus. Es müssen vielmehr konkrete Fälle vorliegen und Maßnahmen ergriffen worden sein. Und natürlich muss nachgewiesen werden, dass ein Haushaltsmitglied einer Risikogruppe angehört. Befreiung von Präsenz-Unterricht bei Infektionsschutz-Maßnahme möglich Eine allgemeine (nur) abstrakte Gefährdungslage reicht nicht aus. Die Schule habe für das Schuljahr 2020/2021 bereits besondere Hygiene-Regelungen aufgestellt, etwa die grundsätzliche Maskenpflicht im Schulgebäude, so das Gericht. In dem Fall, den das Verwaltungsgericht Hannover verhandelte, gab es aber keine konkrete Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus. Das zuständige Gesundheitsamt hatte keine Neuinfektion an der Schule nachgewiesen. Wird aus der abstrakten aber eine konkrete Gefährdungslage, ermöglicht dies die Befreiung einer Schülerin oder eines Schülers von der Teilnahme am Präsenz-Unterricht. Und damit zur Teilnahme am "Homeschooling" für den Zeitraum, für den die Infektionsschutz-Maßnahme verhängt worden ist. Eine derart ausdifferenzierte Regelung bringe die widerstreitenden Interessen zwischen der Schulpflicht und dem staatlichen Schutzauftrag in verfassungskonformer Weise zu einem möglichst schonenden Ausgleich, erklärten die Richter.

  • Fächerübergreifend

Projekt Büchertausch: "Wer nicht liest, ist doof!"

Kopiervorlage

Das Arbeitsmaterial zum Thema Büchertausch beschreibt ein Projekt, das Schülerinnen und Schüler der Klassen 2 bis 4 zu nachhaltiger Leselust motiviert. Ausgelesene Bücher der Kinder werden eingesammelt, auf einem Büchertisch ausgelegt und laden somit zum "Schnuppern" in aller Ruhe ein. Dies gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre abgelegten und ausgelesenen Bücher ohne finanzielle Aufwendung untereinander zu tauschen. Projektbeschreibung Über einen festgelegten Zeitraum (zum Beispiel 14 Tage) werden ausgelesene und abgelegte Bücher der Schülerinnen und Schüler eingesammelt. Die abgegebenen Bücher werden hinsichtlich möglicher (störender) Gebrauchsspuren durchgesehen und anschließend abgelegt. Jede Schülerin und jeder Schüler erhält eine "Bücherkarte", auf der die Abgabe des Buches oder mehrerer Bücher mit einem Stempel vermerkt wird. Das kann ein Stempel des Klassentieres oder des Lieblingstieres der meisten Kinder sein, aber auch Sticker können hierzu verwendet werden. Am Tag des Büchertausches werden die abgegebenen Bücher ausgelegt und übersichtlich (zum Beispiel nach Kategorien – Abenteuer, Sachbuch, Märchen, Kinderkrimi und so weiter) präsentiert. Auch besteht die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler ihr Lieblingsbuch vorstellen, um anderen Kindern einen besseren Einblick in ihren Lieblingsschmöker zu gewähren. Der Titel des Buches wird notiert und andere Schülerinnen und Schüler können weitere Buchempfehlungen auf einem Flipchart oder Ähnlichem notieren. Am Projekttag hat jedes Kind ausreichend Zeit, die einzelnen Bücher zu betrachten, zu schmökern und sich neue Bücher auszusuchen. Für jeden auf der Bücherkarte eingetragenen Stempel kann ein neues Buch vom Büchertisch eingetauscht werden. Zusatztipp: Eltern können für diese Idee begeistert werden und sich am Tag des Büchertauschs engagiert beteiligen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler bauen durch das vielfältige Angebot neuer Leselektüre eine nachhaltige Lesemotivation auf. können eigene Leseinteressen äußern. verschaffen sich durch einen gezielten Überblick entsprechende Informationen. können aufgrund der eingeholten Informationen und ihrem Interesse entsprechend eine Buchauswahl treffen. verstehen die Absichten und Ziele des Projekttages und können den Erkenntnisgewinn durch das Lesen von Büchern benennen und begründen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler informieren und empfehlen sich gegenseitig Leselektüre.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben / DaF / DaZ
  • Primarstufe

Aufgepasst: Hier kommt der digitale Helfer für den Schreibunterricht!

News

Mit dem STABILO EduPen erhalten Lehrkräfte Unterstützung bei der Vermittlung des Schriftspracherwerbs. Der digitale Helfer lässt sich leicht in den Unterricht integrieren und macht die Arbeit einfacher: Neben der schnellen Einstufung der Schreibkompetenz unterstützt er mit Übungen bei der individuellen Förderung eines jeden Kindes.Der digitale Stift inklusive App sorgt für eine schnelle Einstufung der Schreib- und Grafomotorik von Schülerinnen und Schülern ab der ersten Klasse. Nach einem kurzen Test mit dem EduPen auf Papier wertet die App die Grafo- und Schreibmotorik der Schulkinder aus und ordnet diese je nach Förderschwerpunkt automatisch einem Schreibteam zu. Für eine individuelle, differenzierte und kompetenzorientierte Förderung erhalten Lehrkräfte Handlungsempfehlungen direkt in der App: Dort stehen passende Arbeitsblätter in verschiedenen Differenzierungsstufen sowie automatisch erstellte Berichte als objektive Grundlage für Elterngespräche bereit. Mit dieser Innovation treibt STABILO Education nicht nur die Digitalisierung im Klassenzimmer voran, sondern bietet Lehrkräften gleichzeitig ein ganzheitliches pädagogisch-didaktisches Konzept für den Unterricht, das Kinder beim Schreibenlernen unterstützt. Die Einzigartigkeit dieses Bildungsangebots bestätigt auch das positive Feedback auf der didacta 2019 in Köln. An der Grundschule Heroldsberg ist der STABILO EduPen bereits im Einsatz . Für Schulleiterin Gabriele Meier stellt der digitale Stift einen großen Mehrwert für die tägliche Arbeit dar: "Mit dem EduPen können wir die Kinder mit geringem Zeitaufwand objektiv und gezielt fördern. Da die Daten individuell erfasst und ausgewertet werden, holen wir jedes Kind an seinem persönlichen Entwicklungsstand ab und können mit passenden Übungen die Schreibmotorik trainieren." Aktuell wird für die Nutzung der App ein Tablet ab Android 5.0 benötigt, in Kürze folgt eine iOS Version.

  • Deutsch / Lesen und Schreiben
  • Grundschule

Schreib- und Graphomotorik: Diagnose und Förderung in allen Altersstufen

Fachartikel

Probleme mit der Handschrift haben nicht selten Einfluss auf die generellen schulischen Leistungen und dies auch weit über die Grundschulzeit hinaus. Vielseitige Arbeitsmaterialien und digitale Diagnose Tools von STABILO Education unterstützen bei der kompetenzorientierten Förderung der Grapho- und Schreibmotorik.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben

Notenmitteilung und -begründung: Kommunikationsstrategien für Lehrkräfte

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel zum Thema "Notenmitteilung und -begründung" zeigt situationsbezogen verschiedene Kommunikationsstrategien auf und hilft Lehrkräften somit, die Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler in Vier-Augen-Gesprächen strukturiert und transparent zu beurteilen; auch im Fall von Einwänden. Leistungsbeurteilung kommunizieren Quartalsende: Die Schülerinnen und Schüler warten (mehr oder weniger) gespannt auf ein Feedback zur Summe ihrer schriftlichen und mündlichen Leistungen – natürlich verbunden mit der Hoffnung auf ein möglichst gutes, wohlwollendes Gesamtresultat. Auch Sie als Lehrkraft sind möglicherweise recht nervös, wenn Sie den individuellen Leistungsstand der Lernenden "unter vier Augen" in Form einer Note auf der Skala zwischen 1 und 6 mitteilen und begründen müssen – vor allem, wenn es am Ende des vierten Quartals um die Versetzungen geht. Leistungsbeurteilung gehört zum Kerngeschäft im Lehrkräfteberuf. Dafür gibt es viele klare Vorgaben – vom Grundprinzip Transparenz über die Definition der sechs Notenstufen bis hin zu fachspezifischen Teilleistungen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums von den Lernenden erbracht werden müssen. Um das korrekte Zustandekommen einer Note, das sich in den entsprechenden Vorschriften nachlesen lässt und für eine Lehrkraft mit der Zeit zur Routine wird, soll es in diesem Fachartikel allerdings nicht gehen. Für das Thema dieses Fachartikels – die Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern über deren Leistungsstand – gibt es kein "Patentrezept". Klar ist lediglich, dass ich als Lehrkraft eine Note mitteile und dafür eine fachlich und pädagogisch gerechtfertigte Begründung liefere. Dabei bleiben viele Fragen offen – zum Beispiel: Nenne ich erst die Note und begründe sie dann oder umgekehrt? Frage ich die Schülerinnen und Schüler gezielt nach ihrer Selbsteinschätzung? Wie gehe ich mit Einwänden oder gar "Protest" gegen meine Leistungsbewertung um? Auf der Grundlage meiner langjährigen Erfahrungen als Lehrer stelle ich im Folgenden verschiedene "Kommunikationsstrategien" vor. Gerade für "Neulinge" im Lehrerberuf ist es sinnvoll, sich die verschiedenen Varianten der Notenmitteilung und -begründung bewusst zu machen. Professionalität zeichnet sich in der Praxis letztlich dadurch aus, die Bandbreite der Möglichkeiten zu kennen und situationsgerecht anwenden zu können. Variante 1: Sie nennen zuerst die Note und liefern danach die Begründung Diese Variante bietet sich an, wenn es sich um eine "eindeutige" Note handelt, mit der die Schülerin beziehungsweise der Schüler womöglich schon gerechnet hat. Der Schwerpunkt liegt auf der eigentlichen Notennennung, die nachfolgende Begründung ist dann meist nur eine "Formsache" und kann kurz gestaltet werden. Auch wenn die Schülerin beziehungsweise der Schüler signalisiert, dass es ihr beziehungsweise ihm vor allem darum geht, schnellstmöglich Klarheit über das Notenresultat zu bekommen, ist diese Variante zu empfehlen, um das quälende Gefühl der Unsicherheit zu beseitigen. Gerade wenn sie oder er "zwischen zwei Noten steht" und Sie sich als Lehrkraft für die bessere entschieden haben, sollten Sie Ihr Gegenüber bei der Notenmitteilung nicht unnötig "auf die Folter spannen" und mit der Nennung der Note beginnen. Variante 2: Sie beschreiben zunächst die Leistung und leiten daraus die Note ab Manche Noten erfordern eine intensive Begründung – beispielsweise wenn mündliche und schriftliche Teilleistungen weit auseinanderliegen oder Quantität und Qualität von Beiträgen nicht übereinstimmen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, zunächst die Leistungen der Schülerin oder des Schülers zu beschreiben und transparent zu gewichten. Auf diese schlüssige Darstellung der Leistung folgt dann die Nennung einer Note, die "ins Bild passt". In der Regel folgt die Schülerin oder der Schüler Ihrer Argumentation und akzeptiert das Resultat, auch wenn es "gefühlt" enttäuschend ist. Variante 3: Das Gespräch beginnt mit einer Selbsteinschätzung "Johanna, welche Deutsch-Note wird wohl auf deinem Zeugnis stehen und wie begründest du deine Einschätzung?" – Bei dieser Variante liegt der Ball (bildlich formuliert) zunächst im Feld der Schülerin. Sie wird dazu aufgefordert, über ihre Leistungen zu reflektieren. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass sich die Lernende gezielt ihre Stärken und Schwächen bewusst macht, um daraus Konsequenzen ziehen zu können. Eine eigenständige Reflexion wirkt erfahrungsgemäß nachhaltiger als eine Fremdbeurteilung durch die Lehrkraft. Diese Variante ist allerdings nur bei "reifen" Schülerinnen und Schülern sinnvoll, die mit einer realistischen Selbsteinschätzung nicht überfordert sind und die Chance zur Reflexion seriös nutzen. In vielen Fällen beurteilen Lernende ihre eigenen Leistungen so realistisch, dass Sie die Ausführungen am Ende nur noch bestätigen müssen. Natürlich kann es auch vorkommen, dass die Selbsteinschätzung der Schülerin von Ihrer Leistungsbeurteilung abweicht. Bei diesem Vorgehen wissen Sie dann konkret, welche Teilleistungen Sie im Anschluss besonders tiefgründig beurteilen müssen, wenn die Wahrnehmung der Schülerin abwegig erscheint. Variante 4: Schriftliche Selbsteinschätzung und Gespräch bei Bedarf Bei der Kommunikation über den Leistungsstand Ihrer Schülerinnen und Schüler können Sie auch einen ziemlich unkonventionellen Weg wählen: Geben Sie ihnen die Aufgabe, die vermutete Fachnote auf einem Blatt Papier zu notieren und stichpunktartig zu begründen. Sammeln Sie die schriftlichen Selbsteinschätzungen ein und vergleichen Sie diese mit Ihrer Leistungsbeurteilung. Stimmen die Noten und die Begründungen überein, erübrigt sich ein Gespräch. Ist dies nicht der Fall, bietet die schriftliche Reflexion konkrete Anlässe, um Abweichungen "unter vier Augen" zu thematisieren. Wie bei Variante 3 ist dieses Vorgehen nur empfehlenswert, wenn die Lernenden über eine gewisse "Reife" verfügen. Den Vorteil einer seriösen Selbsteinschätzung habe ich im letzten Abschnitt bereits beschrieben. Für Sie als Lehrkraft kann die Methode der schriftlichen Selbsteinschätzung der Lernenden eventuell eine große Zeitersparnis bedeuten, wenn die Zahl der anschließenden Gespräche aufgrund von Diskrepanzen bei der Beurteilung überschaubar bleibt. Bei vielen Abweichungen ist diese Variante allerdings mit einem großen Aufwand verbunden und daher nicht zeitökonomisch. Tipps zum Umgang mit "typischen" Einwänden von Schülerinnen und Schülern Grundsätzlich sollten Sie Schülerinnen und Schülern explizit die Möglichkeit bieten, zu Ihrer Leistungsbewertung Stellung zu nehmen. Weisen Sie aber deutlich darauf hin, dass Noten kein "Verhandlungsgegenstand" sind. Wenn Sie individuelle Leistungen sachlich korrekt, pädagogisch begründet und hinreichend dokumentiert beurteilen, können Sie sich gelassen mit Einwänden Ihrer Schülerinnen und Schüler auseinandersetzen. Lehrerinnen und Lehrer sind nicht "unfehlbar"; prinzipiell sollten Sie den "Protesten" gegen Ihre Leistungsbewertung daher Gehör schenken. In seltenen Fällen kann es sein, dass Ihnen dadurch bewusst wird, dass Sie bestimmte Teilleistungen nicht ausreichend berücksichtigt haben. Beziehen Sie die Aspekte in eine korrigierte Leistungsbeurteilung ein und passen Sie die Note an. Einige "typische" Einwände von Schülerinnen und Schülern sind dagegen eher unsachlich formuliert und in manchen Fällen "taktisch" motiviert. Lassen Sie sich von unangebrachten Vorwürfen gegen Ihre Leistungsbewertung nicht verunsichern und bemühen Sie sich um eine sachliche Klärung. "Sie geben mir eine 3, ich sehe mich aber im Zweierbereich." Dies ist ein Beispiel für eine sehr pauschale Kritik, mit der man als Lehrkraft hin und wieder konfrontiert wird. In einem solchen Fall sollten Sie die "Beweislast" umdrehen und an die Schülerin oder den Schüler appellieren: "Dann begründe doch bitte ausführlich, weshalb du statt der 3 eine 2 verdienst." In der Regel ist die argumentative Grundlage für die Forderung nach einer "Notenanhebung" nicht fundiert und damit so "angreifbar", dass Sie den Einwand sachlich "entschärfen" können. "Ich melde mich ja immer, aber Sie nehmen ständig nur Dominik und Jana dran." Lehrkräfte, die Fächer unterrichten, in denen die mündliche Beteiligung ein starkes Gewicht haben, bekommen ähnliche Einwände nicht selten zu hören. In solchen Situationen stelle ich zunächst einmal grundsätzlich klar: "Wir sprechen hier nicht über die Leistungen von Mitschülerinnen und Mitschülern. Du würdest es ja auch nicht mögen, wenn ich hier mit Jana oder Dominik unter vier Augen über dich reden würde." Daraufhin versichere ich: "Als Lehrer bemühe ich mich, alle Meldungen im Unterricht fair zu berücksichtigen. Du kannst dich darauf verlassen, dass das auch in dieser Klasse der Fall war." Das Prinzip der Fairness zu betonen ist klüger und souveräner als eine rückblickende Rechtfertigung des eigenen Verhaltens, um den wahrscheinlich haltlosen Vorwurf zu entkräften. "Sie übersehen mich ständig" , lautet eine ähnliche Kritik im Kontext der Bewertung mündlicher Mitarbeit im Unterricht. Auch in diesem Fall sollten Sie eine problematische "Rechtfertigungshaltung" vermeiden. Ein Versprechen für die Zukunft kann Ihr Gegenüber meistens zufriedenstellen: "Obwohl ich deinen Vorwurf nicht nachvollziehen kann, werde ich künftig verstärkt darauf achten, deine Beiträge im Unterrichtsgespräch angemessen zu berücksichtigen. Wir können gerne regelmäßig über deine Beteiligung im Unterricht reden." Damit signalisieren Sie, dass Sie die Schülerin beziehungsweise den Schüler ernst nehmen, auch wenn Sie den geäußerten Einwand für ungerechtfertigt halten. Diese Art von Respekt sichert – so meine Erfahrung – ein gutes Verhältnis zu den Lernenden, auch wenn die Einschätzungen zu erbrachten Leistungen manchmal auseinandergehen.

  • Fächerübergreifend

Zu Halloween: Geisterschrift entschlüsseln

Kopiervorlage

In diesem Arbeitsmaterial zum Thema "Geisterschrift" geht es um die Entschlüsselung und Transformation einer rätselhaften Schrift. Bei richtiger Decodierung ergibt die Lösung den bekannten Halloween-Spruch: "Gib was Süßes, sonst gibts was Saures!" Passend zur Unterrichtseinheit Halloween: die Geschichte hinter dem Gruselfest präsentiert dieses Arbeitsmaterial eine "Geisterschrift", die entschlüsselt werden muss. Zur Einstimmung und zum Verständnis der Aufgaben kann das Aufgabenformat zunächst eingeübt werden, indem die Lehrkraft einen Satz in "Geisterschrift" (wie Arbeitsblatt 1) an die Tafel schreibt. Statt der Symbole sind die richtigen Buchstaben einzusetzen (gleicher Buchstabe = gleiches Symbol). Auf dem Arbeitsblatt werden Symbole und Piktogramme von Geistern und Gespenstern statt Schriftzeichen angeboten. Insgesamt 12 Buchstaben müssen den 12 verschiedenen Gespenstern zugeordnet werden. Zur Erleichterung der Aufgabe werden auf dem Arbeitsblatt für vier Symbole schon die richtigen Buchstaben vorgegeben. Anschließend können die Lernenden mithilfe der Lösungsschablone ihre entzifferten Buchstaben und den Lösungssatz vergleichen. Erweitert werden kann die Übung, indem die Lernenden selbst Geheimschriften erfinden. Vielleicht möchte die ein oder der andere sogar die Gespenster selber zeichnen? ;-) Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler verstehen die Aufgabenstellung und können sie eigenständig umsetzen. erkennen den Sinnzusammenhang zwischen Wort und Bild und können die richtige Zuordnung treffen. decodieren einen verschlüsselten Text. vergleichen ihr Ergebnis mit dem Lösungssatz und korrigieren sich gegebenenfalls. fügen die einzelnen Wörter zu einem sinnvollen Lösungssatz zusammen.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Primarstufe

Halbleiterphysik für Fortgeschrittene – Grundlagen des Bipolartransistors

Unterrichtseinheit
14,99 €

In dieser Unterrichtseinheit zur Halbleiterphysik werden die Lernenden mit dem bipolaren Transistor vertraut gemacht. Bei diesem handelt es sich um ein Halbleiterbauelement, das meistens aus Silizium besteht. Die Lernenden erkennen, dass der Transistor sowohl als Schalter als auch als Verstärker eingesetzt werden kann.Mit entsprechenden Abbildungen, Videos und Animationen werden die Schülerinnen und Schüler mit dem Aufbau des Transistors bekannt gemacht. Sie sehen, dass der Transistor aus drei dünnen Halbleiterschichten aufgebaut ist, die übereinandergelegt sind. Seine Bezeichnung ist aus seiner Funktion abgeleitet. So wird bei einer Widerstandsänderung in einer Halbleiterschicht auch der Widerstand in der anderen Schicht beeinflusst – aus dem Begriff "transfer resistor" entstand die Bezeichnung Transistor. Dabei wird zwischen einem npn- oder pnp-Transistor unterschieden, entsprechend der n- oder p-dotierten Schichten. Die jeweils mittlere Schicht ist verglichen mit den beiden anderen Schichten sehr dünn. Jede Schicht ist mit metallischen Anschlüssen versehen, die aus dem Transistorgehäuse herausführen und mit dem zugehörigen Stromkreis verbunden sind. Die Außenanschlüsse des bipolaren Transistors bestehen aus Kollektor C und Emitter E. Die mittlere Schicht wird als Basis B bezeichnet und dient als Steuerelektrode oder auch als Steuereingang des Transistors. Halbleiterphysik für Fortgeschrittene – Grundlagen des Bipolartransistors Die vielfältigen Möglichkeiten für den Einsatz von Transistoren in Form von Schaltern, Datenspeichern und Verstärkern auf teilweise miniaturisierten integrierten Schaltkreisen haben Technologien möglich gemacht, die unseren heutigen – meist selbstverständlichen – Umgang mit PC, Fernsehgeräten und Smartphone erst ermöglicht haben. Die meist nur noch von spezialisierten Fachleuten durchschaubaren physikalischen Abläufe werden durchschnittlichen Nutzerinnen und Nutzern verborgen bleiben – deshalb ist es wichtig, im Physik-Unterricht zumindest die Grundprinzipien von Transistoren so anschaulich wie möglich zu vermitteln. Vorkenntnisse Grobe Vorkenntnisse können nur von Lernenden erwartet werden, die sich von klein an mit Elektronik in Form von Baukästen et cetera beschäftigt haben. Für alle anderen wird die Halbleitertechnologie und im Besonderen der Transistor völliges Neuland sein. Didaktische Analyse Bei der Behandlung des Themas muss man darauf achten, dass die prinzipiell gut nachvollziehbare Arbeitsweise eines Transistors so anschaulich wie nur möglich vermittelt wird. Das Modell mit zwei sich ergänzenden Wasserkreisen ist dafür sehr gut geeignet. Methodische Analyse Neben der schrittweisen Heranführung an Bau und Funktion von Transistoren ist es sehr wichtig, durch geeignete Übungsaufgaben die zunächst für viele etwas komplex wirkenden Schaltkreise genau zu beschreiben und zu erläutern. Wichtig wird dabei auch werden, auf den Unterschied zwischen technischer Stromrichtung (von + nach –) im Gegensatz zur tatsächlichen Fließrichtung der Elektronen (von – nach +) einzugehen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können Bau und Funktionsweise eines Bipolartransistors beschreiben und erklären. wissen um die große Bedeutung von Transistoren in der Mikroelektronik. können einfache Berechnungen zur Verstärker-Wirkung von Transistoren ausführen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren selbständig Fakten, Hintergründe und Kommentare im Internet. können die Inhalte von Videos, Clips und Animationen auf ihre sachliche Richtigkeit hin überprüfen und einordnen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen durch Partner- und Gruppenarbeit das Zusammenarbeiten als Team. setzen sich mit den Ergebnissen der Mitschülerinnen und Mitschüler auseinander und lernen so, deren Ergebnisse mit den eigenen Ergebnissen konstruktiv zu vergleichen. erwerben genügend fachliches Wissen, um mit anderen Lernenden, Eltern, Freunden et cetera wertfrei diskutieren zu können.

  • Physik / Astronomie / Technik / Sache & Technik
  • Sekundarstufe I

Reflexionsraum als Maßnahme gegen Unterrichtsstörungen – ein Erfahrungsbericht

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel ist ein Erfahrungsbericht über die praktische Umsetzung des Trainingsraum-Konzepts an einer weiterführenden Schule unter der Bezeichnung "Reflexionsraum". Unterrichtsstörungen: "Stop and go" statt "Flow" Kennen Sie einen Beruf, in dem man während der Ausübung der Arbeit so häufig mit Störungen konfrontiert wird wie im Lehrerberuf? Unterrichtsstörungen und der Umgang damit beschäftigen Lehrerinnen und Lehrer – mehr oder weniger – während des gesamten Berufslebens. Leidtragende sind aber nicht nur Lehrkräfte, sondern vor allem die lernbereiten Schülerinnen und Schüler, deren Recht auf ungestörten Unterricht durch Mitschülerinnen und Mitschüler verletzt wird. Dass eine Schulstunde nicht von einem "Flow", sondern von einem nervenzehrenden "Stop-and-go" geprägt wird, ist leider oft traurige Realität. Der Reflexionsraum als Instrument zum Umgang mit Unterrichtsstörungen Seit vielen Jahren versuchen Schulen mit dem sogenannten "Trainingsraum-Konzept", das ich selbst an einer weiterführenden Schule unter dem Namen "Reflexionsraum" kennengelernt habe, dem Problem der Unterrichtsstörungen zu begegnen, die Interessen der Lehrkräfte und der lernwilligen Schülerinnen und Schüler zu wahren und den Störenden nach einer strukturierten Aufarbeitung des Fehlverhaltens eine neue Chance zu geben. Um die wissenschaftliche Fundierung des "Trainingsraum-Konzepts", das unter anderem von Dr. Stefan Balke (Bielefeld) entwickelt wurde, soll es in meinem Fachartikel nicht gehen. Im Vordergrund steht vielmehr die praktische Umsetzung, die ich persönlich als Lehrer erlebt und mitgestaltet habe. Wichtig ist mir der Hinweis, dass die hier beschriebene Realisierung der Grundidee durchaus von der Praxis an anderen Schulen abweichen kann. Ein Ausdruck der individuellen Umsetzung ist beispielsweise die Verwendung des Begriffs "Reflexionsraum" anstelle von "Trainingsraum". Der Reflexionsraum lässt sich prägnant als Instrument zur Aufarbeitung von Unterrichtsstörungen bezeichnen. Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass es sich beim Reflexionsraum weder um eine "Therapieanstalt", noch um ein "Rausschmeißprogramm" für problematische Schülerinnen und Schüler handelt. Das Konzept basiert auf drei Prinzipien: Jede(r) Lernende hat das Recht, ungestört zu lernen. Jede Lehrkraft hat das Recht, ungestört zu unterrichten. Es ist eine elementare Aufgabe der Lehrkraft, die Interessen der lernwilligen Schülerinnen und Schüler zu vertreten. Die praktische Umsetzung lässt sich folgendermaßen beschreiben: Wer in einer Unterrichtssituation zum ersten Mal die Rechte anderer (siehe oben) verletzt, wird per Ermahnung daran erinnert und verpflichtet sich zur Einhaltung ("Gelbe Karte"). Wer seine Selbstverpflichtung nicht befolgt um zum zweiten Mal stört, wird in den Reflexionsraum geschickt ("Rote Karte"). Mit der Aufarbeitung der Störung im Reflexionsraum wird den Störenden signalisiert, dass dieses Verhalten ernst genommen wird. – Gleichzeitig kann der Unterricht im Sinne der lernwilligen Schülerinnen und Schüler fortgesetzt werden. Die schriftliche Reflexion wird der entsprechenden Fachlehrkraft übergeben, welche die Aufzeichnungen mit der Schülerin beziehungsweise dem Schüler bespricht. Gegebenenfalls wird der Inhalt der Reflexion mit der Klassenlehrkraft und der Schulsozialarbeit thematisiert. Die schriftliche Reflexion – Kern des Konzepts Jede Lehrkraft, die den Reflexionsraum nutzt, ist mit Laufzettel-Vordrucken ausgestattet, die bei Bedarf eingesetzt werden, um eine Störung zu dokumentieren. Dieser Laufzettel sollte folgende Angaben enthalten, die von der jeweiligen Fachlehrkraft eingetragen werden: Name der Schülerin beziehungsweise des Schülers Klasse Name oder Kürzel der Fachlehrkraft Datum, Schulstunde und Zeitpunkt der ausschlaggebenden Unterrichtsstörung Störungsart – beispielsweise: unaufgefordertes Sprechen, respektlose Äußerung, demonstrative Leistungsverweigerung, motorische Unruhe, unaufgefordertes Aufstehen, aggressives Verhalten (Felder zum Ankreuzen vereinfachen das Ausfüllen) Unterschrift der Fachlehrkraft Der störende Schüler oder die störende Schülerin geht mit dem Laufzettel direkt in den Reflexionsraum. Die Aufsichtskraft protokolliert den Zeitraum des Aufenthalts und unterschreibt den Laufzettel schließlich. Nun erhält die Schülerin beziehungsweise der Schüler die Anweisung, auf dem Laufzettel zu folgenden Punkten eine schriftliche Reflexion zu verfassen: Weshalb musste ich den Unterricht verlassen? Welche Auswirkung(en) hat mein Fehlverhalten für den Unterricht? Welche Ursache(n) hat mein Fehlverhalten? Ich verpflichte mich, mein Verhalten durch folgende Grundsätze zu verbessern: ... Mit seiner Unterschrift übernimmt die Schülerin beziehungsweise der Schüler Verantwortung für seine Reflexion. Selbstverständlich werden alle Angaben vertraulich behandelt. Der ausgefüllte Laufzettel bleibt bis zum Ende des Schultages im Reflexionsraum und wird von der letzten Aufsichtskraft in das Postfach der Lehrkraft gelegt, bei der die Störung stattgefunden hat. Die Aufsichtsperson überprüft die Seriosität der Reflexion (Ermessenssache) und schickt die Schülerin beziehungsweise den Schüler bei angemessener Reflexion in den Unterricht zurück. Die Verweigerung einer angemessenen Reflexion wird der Schulleitung gemeldet und führt zu Ordnungsmaßnahmen. Die Lehrkraft, die Aufsicht führt, kann die Zeit im Reflexionsraum, in der sie nicht "gefordert" wird, für Unterrichtsvorbereitungen beziehungsweise Korrekturen nutzen. Praktische Organisation Die praktische Umsetzung des Reflexionsraum-Konzepts basiert auf folgenden Organisationsprinzipien: Der Reflexionsraum ist täglich in der Kern-Unterrichtszeit (1. bis 6. Stunde) mit einer Lehrkraft besetzt. Alle Lehrerinnen und Lehrer haben die Möglichkeit, störende Schülerinnen und Schüler während der Unterrichtszeit in den Reflexionsraum zu schicken. Die störende Schülerin beziehungsweise der störende Schüler reflektiert im Reflexionsraum schriftlich über ihr beziehungsweise sein Fehlverhalten und wird spätestens in der Folgestunde wieder in den Unterricht der Klasse eingegliedert. Die den Reflexionsraum betreuende Lehrkraft protokolliert die Anwesenheit der Schülerin beziehungsweise des Schülers und leitet die schriftliche Reflexion an die jeweilige Fachkollegin oder den jeweiligen Fachkollegen weiter. Eine Reflexionsraumbeauftragte beziehungsweise ein Reflexionsraumbeauftragter wertet wöchentlich die Protokolle über die Anwesenheit von Schülerinnen und Schülern im Reflexionsraum aus; diagnostizierte Auffälligkeiten werden bei Bedarf mit der Schulsozialarbeit besprochen. Der Einsatz einer Lehrkraft als Aufsicht Reflexionsraum beruht auf Freiwilligkeit. Die Anrechnung der Aufsichtstätigkeit wird schulintern geregelt – zum Beispiel: 1 Schulstunde Aufsicht = Anrechnung als 1/3 Stunde, (da kein Vorbereitungs- und Korrekturaufwand anfällt). Die zur Betreuung eingesetzten Lehrkräfte können die Zeit im Reflexionsraum unter Umständen auch zur eigenen Unterrichtsvorbereitung oder für Korrekturen nutzen. Auch die Nutzung des Reflexionsraums für Nachschreibklausuren ist im begrenzten Umfang möglich. Diese Funktionsweise wurde an meiner Schule durch ein Team in Absprache mit der Schulleitung erarbeitet. Zur Schulung der Aufsichtskräfte des Reflexionsraums fand im Vorfeld der Einführung (2008) eine Fortbildung mit (dem bereits erwähnten) Dr. Stefan Balke statt. Daran nahmen im Übrigen auch die Klassensprecherinnen und Klassensprecher teil. Im Folgenden möchte ich im Sinne eines "Erfahrungsberichts" aus meiner Praxis auf positive Effekte, aber auch auf Probleme und Herausforderungen bei der Umsetzung des Reflexionsraum-Konzepts eingehen. Ich bleibe aber bei der Problembeschreibung nicht stehen, sondern liefere jeweils erfahrungsbasierte Lösungsansätze. Positive Effekte Das Vorhandensein des Instruments Reflexionsraum hat in erster Linie eine Signalwirkung an die Schülerinnen und Schüler: Die Schule legt Wert auf gegenseitigen Respekt und nimmt dementsprechend Störungen ernst. Transparente Regeln und eine konsequente Umsetzung des Konzepts haben einen spürbaren positiven Effekt auf den Unterrichtsalltag. Bereits nach kurzer Zeit wird das Verfahren im Umgang mit Unterrichtsstörungen – "gelbe Karte", "rote Karte", Ausfüllen des Laufzettels durch die Lehrkraft, schriftliche Reflexion im Reflexionsraum - für alle Beteiligten zur Routine. Erfahrungsgemäß finden Unterrichtsstörungen vor allem am späten Vormittag statt, wenn bei vielen Lernenden die Konzentration nachlässt. Auch bestimmte Stressphasen im Verlauf eines Schuljahres – wie die hektische Zeit vor den Halbjahreszeugnissen – sind für viele Schülerinnen und Schüler eine besondere Belastung, die zu vermehrtem "Fehlverhalten" im Unterricht führen kann. Das Instrument Reflexionsraum hilft gerade in diesen Situationen, einen "Flow" des Unterrichts zu gewährleisten und die Rechte der Lehrkräfte sowie die lernbereiten Schülerinnen und Schüler zu wahren. Bewährt hat sich vor allem die Einschaltung der Schulsozialarbeit, wenn Schülerinnen und Schüler mehrfach in den Reflexionsraum geschickt wurden. Auf diese Weise lassen sich die Ursachen für das Fehlverhalten tiefgründig analysieren und auch nachhaltige pädagogische Konsequenzen ziehen. Insofern bietet ein Reflexionsraum eine hervorragende Chance, schulische und persönliche Probleme von Jugendlichen frühzeitig zu erkennen und als Schule angemessen zu intervenieren. Probleme, Herausforderungen – und Antworten Trotz klarer Regeln lässt sich natürlich eine "Empörung" störender Schülerinnen und Schüler, die über ihr Fehlverhalten reflektieren müssen, nicht vermeiden. Ein Beispiel: "Kevin und Justin haben auch gestört, aber nur ich werde in den Reflexionsraum geschickt. Das ist unfair." – In dieser Situation hilft es, als Lehrkraft die Rolle eines "Schiedsrichters" einzunehmen, wie auf dem Fußballplatz: Pfiff ist Pfiff, auch wenn elf Spieler einer Mannschaft sich darüber aufregen. Eine Diskussion über die "Schiedsrichterentscheidung" findet nicht statt. Die Metaphern "gelbe Karte" und "rote Karte" unterstützen dieses Vorgehen in Anlehnung an den Sport. Bei der Umsetzung des Reflexionsraum-Konzepts kann es noch zu weiteren – viel grundsätzlicheren – Schwierigkeiten kommen: Selbst wenn eine große Mehrheit des Kollegiums dieses Instrument unterstützt und in der Praxis nutzt, kann es problematisch sein, Aufsichtskräfte zu rekrutieren, wenn der Einsatz im Reflexionsraum nicht gebührend angerechnet wird. – Die Anrechnung der Aufsicht sollte von der Schulleitung möglichst attraktiv gestaltet werden, mindestens mit 1/3 Stunde. Der Mehrwert eines Reflexionsraums für den Unterrichtsalltag rechtfertigt auf jeden Fall eine gewisse Ressourceninvestition. In den Händen der Schulleitung liegt es auch, dass Aufsichtskräfte im Reflexionsraum nicht für Vertretungen in anderen Klassen "abgezogen" werden, sodass der Raum plötzlich unbesetzt ist und Schülerinnen und Schüler "vor verschlossener Tür" stehen. – Auch in personell schwierigen Phasen des Schuljahres, beispielsweise bei hohem Krankenstand im Kollegium oder bei Abschlussprüfungen, sollte der Reflexionsraum besetzt bleiben, um das Konzept nicht zu verwässern. Ebenso ist es erforderlich, beim Ausfall einer Aufsichtskraft eine Vertretung einzusetzen. Schließlich sollte die eventuell gewährte Möglichkeit, den Reflexionsraum für Nachschreibarbeiten zu nutzen, nur in Ausnahmefällen in Anspruch genommen werden. – Der Erfolg des Konzepts hängt davon ab, dass der Reflexionsraum nicht für andere Zwecke "missbraucht" wird. Dies sollte dem Kollegium stets bewusst sein. Fazit Stimmen die organisatorischen Rahmenbedingungen – fester Raum, festes Team, klare Regeln – und findet das Konzept im Kollegium ernsthafte Unterstützung, kann ein Reflexionsraum seine positive Wirkung als Instrument zur nachhaltigen Optimierung des Unterrichtsklimas voll entfalten. Dies verbessert nicht nur den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler, sondern erleichtert auch die Berufsausübung der Pädagoginnen und Pädagogen. Von einem "Flow" im Unterricht profitieren letztlich alle Beteiligten im Klassenraum. Weiterführende Literatur Bründel, H. und Simon, E.: Die Trainingsraum-Methode. Unterrichtsstörungen – klare Regeln, klare Konsequenzen, Beltz-Verlag, 2013. Staufenbiel, C.: Der Trainingsraum. Ein Konzept zum Umgang mit Unterrichtsstörungen, Grin-Verlag, 2015 (Examensarbeit).

  • Fächerübergreifend
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