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Haben Lernende Anspruch auf mündliche Abiturprüfungen an deutschen Auslandsschulen?

Fall des Monats

Die Abiturprüfungen stellen den Zenit der Schullaufbahn von Schülerinnen und Schülern dar. Doch was geschieht, wenn ebendiese nicht stattfinden? Im Hinblick auf Lernende, die an deutschen Auslandsschulen unterrichtet werden, tut sich mitunter die rechtliche Frage auf, ob Betroffene dazu berechtigt sind, im Rahmen ihres Auslandsaufenthaltes das mündliche Abitur zu absolvieren. Der konkrete Fall Die privat geführte Europaschule setzte für dieses Jahr die zusätzlichen mündlichen Prüfungen in den schriftlichen Abiturprüfungsfächern Deutsch, Mathematik und Englisch ab. Sie berief sich auf die Corona-Pandemie. Als Ausgleich zu den schriftlichen Abiturprüfungen sollte ein fiktives Prüfungsergebnis, das aus dem Durchschnitt der Halbjahresergebnisse der vier Schulhalbjahre der Qualifikationsphase gebildet wird, dienen. Die Europaschule im Ausland ist als mit innerstaatlichen Hoheitsrechten auf dem Gebiet des Prüfungsrechts beliehener privater Schulträger. Gegen die Absetzung der zusätzlichen mündlichen Prüfungen wandte sich ein Schüler erfolgreich im Eilverfahren. Die Entscheidung des Gerichts Private Schulen, die das Recht zur Abiturprüfung haben, müssen für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfungen sorgen, so das Oberverwaltungsgericht (OVG). Wenn eine deutsche Auslandsschule demnach zu Abiturprüfungen berechtigt ist, muss sie in diesem Jahr auch mündliche Prüfungen anbieten und darf darauf nicht mit Hinweis auf Corona-Pandemie verzichten. Die Lernenden haben einen Anspruch, in den Hauptfächern auch zusätzlich mündlich geprüft zu werden. Nur so können Schwächen aus den schriftlichen Prüfungen ausgeglichen werden. Das Rechtsportal anwaltauskunft.de informiert über eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen vom 22. Juni 2022 (AZ: 19 B 233/21). Lernende haben Anspruch auf mündliche Abiturprüfungen Der Verzicht auf die zusätzlichen mündlichen Prüfungen stelle für die betroffenen Lernenden einen gravierenden Nachteil dar. Diesen Lernenden werde die Möglichkeit genommen, die Defizite bei den schriftlichen Prüfungsergebnissen durch die zusätzliche mündliche Prüfung auszugleichen, entschieden die Richterinnen und Richter. Die vorgesehene Anrechnung eines fiktiven Prüfungsergebnisses stelle keinen gleichwertigen Ersatz dar. Im Gegensatz zu dem in der Prüfungsordnung festgelegten Verfahren bliebe so kein Raum, mit einer intensiven Prüfungsvorbereitung die Leistungen aus der Qualifikationsphase zu übertreffen. Die Europaschule wurde damit im Weg der einstweiligen Anordnung verpflichtet, für den Antragsteller zusätzliche mündliche Prüfungen in den schriftlichen Abiturprüfungsfächern Deutsch, Mathematik und Englisch anzusetzen. Informationen und Anwaltssuche: www.anwaltauskunft.de

  • Fächerübergreifend

Tägliches (Lehr-)Kraftritual: der Körper kennt alle Antworten

Kopiervorlage

Dieses Kurzritual für den Morgen oder Abend schenkt Lehrkräften in circa zehn Minuten Kraft und Ruhe für den Tag. Dabei geht es auf den eigenen Körper sowie auf die eigenen täglichen Bewertungen und Verurteilungen ein. Was, wenn wir unsere Einzigartigkeit sowie jene aller anerkennen und verstehen lernen und wir Heilung, Kreationskraft und Urvertrauen ermöglichen? Alle kennen diese Momente, in denen der Körper Signale sendet, denn Gefühle sind körperlich erfahrbar: Das Herz ist schwer, eine Last liegt auf den Schultern, die Knie sind weich, die Schmetterlinge tanzen im Bauch, der Kloß steckt im Hals und die Kehle ist wie zugeschnürt. Wie ist es möglich, dass wir im Alltag die Signale des Körpers ernst nehmen und vor allem wahrnehmen? Dieses kurze Kraftritual für den Morgen und/oder Abend bietet sich für Lehrkräfte und Lernende gleichsam an, um achtsam mittels Assoziationen Kraft und innere Ruhe für den Tag und/oder für die Nacht zu tanken. Grundgedanken Bereits im Moment der Befruchtung beginnt sich ein einzigartiger Organismus zu entwickeln. Jede der vielen Billionen Zellen weiß, was zu tun ist, wo sie hingehört, was ihre Aufgabe ist. Dabei sind bereits Neugeborene auf Berührung angewiesen: Sie spüren sich, wenn sie berührt werden, denn dies ist essentiell für ihr Überleben. Kinder, die nicht wahrgenommen und berührt werden, sterben (vgl. NZZ). Als Kind erfahren sich Menschen mit ihrem Körper, indem sie laufen, essen, sich waschen, spielen, Roller fahren und mehr lernen; alle Möglichkeiten und Grenzen werden ausgetestet. Im Laufe des Lebens aber scheinen Menschen die Anerkennung für die Genialität ihres Körpers manchmal zu verlieren. Sie beurteilen sich als zu dick, zu langsam, zu schwach, die Nase zu lang, die Ohren zu groß, die Brust zu klein, die Haare zu dünn, die Haut zu faltig – auch Lehrkräfte sind hiervor nicht gefeit. Dieses einfache, aber wirkungsvolle Ritual lädt Sie dazu ein, sich durch Achtsamkeit , Berührung und Assoziationen wahrzunehmen und anzuerkennen – sich anzuerkennen dafür, dass die Genialität des Körpers unübertroffen ist: Dass die Augen sehen können, der Mund sprechen, die Hände greifen und die Beine den Körper um die Welt tragen können. Der Körper verrichtet viele Aufgaben ohne bewusstes Zutun, ohne Befehl: Das Herz schlägt, die Lider schließen und öffnen sich, die Lunge atmet, die Organe verdauen und entledigen sich der Stoffe, die nicht mehr gebraucht werden – und das viele Jahre lang. Sich dessen bewusst zu werden, dem Körper dafür täglich zu danken und sich dadurch der eigenen Genialität, Energie und Stärke bewusst zu werden, dazu kann dieses Ritual beitragen. Literatur Lexikon der Psychologie: "Waisenkindversuche", in: Spektrum: www.spektrum.de/lexikon/psychologie/waisenkinderversuche/16645 . Selbstkompetenz Die Lehrerinnen und Lehrer beziehungsweise die Schülerinnen und Schüler nehmen ihren Körper achtsam wahr. tragen aktiv zur eigenen Gesundheit durch Achtsamkeit bei.

  • Fächerübergreifend
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Instrumentenkunde I: Instrumente und Instrumentengruppen

Kopiervorlage / Interaktives / Video

Instrumente und Instrumentengruppen kennen und erkennen lernen – so einfach wie ein C-Dur Akkord? Vermitteln Sie Instrumente und Instrumentengruppen anschaulich und interaktiv für Ihre Lernenden. Beginnen Sie mit einer Präsentation, bauen Sie ein kurzes Video ein, schaffen Sie den Transfer mit einer Kopiervorlage und enden Sie mit einem digitalen Quiz. Das Unterrichtsmaterial richtet sich an die Klassenstufen fünf und sechs und führt grundlegend in Instrumente und Instrumentengruppen ein. Dabei geht es einführend und exemplarisch vor, indem es Bilder, Hörbeispiele sowie Übungen mit einbezieht. Durch das zugehörige Video kann eine grundlegende begriffliche und definitorische Einordnung des Themas audio-visuell vermittelt werden. Die Kopiervorlage geht gesondert auf das Thema Aufbau und Spielweise ein und schafft den Transfer mit einer Rechercheaufgabe für die Schülerinnen und Schüler. Der H5P-Inhalt kann als abschließende, spielerische Überprüfung und zur Diskussion genutzt werden. Die PowerPoint-Präsentation kann als theoretischer Input zur Thematik genutzt werden. Sie enthält folgende Inhalte: Einführung, Instrumente und Instrumentengruppen, Instrumente im Orchester; Exkurs: Elektronische Instrumente. Das Video kann zusätzlich zur Präsentation oder als Hausaufgabe zur Festigung/Wiederholung des Wissens angesehen werden. Es stellt zunächst den Begriff Instrument vor und, warum man Instrumentenkunde betreibt. Weiterhin werden Beispiele gebracht, die die Wichtigkeit des Wissens um Instrumente verdeutlichen. Die Kopiervorlage kann zur Vervielfältigung genutzt und für Lernende ausgeteilt werden. Die Lösung derer kann präsentiert und anschließend gemeinsam besprochen werden. Hier geht es konkret um das Tamburin und die Gitarre sowie bei der Recherche-Aufgabe um ein eigens gewähltes Instrument. Zudem kann sie als Verbindung von theoretischem Input und praktischen Anteilen zur Erarbeitung eines bestimmten Instruments dienen. Der interaktive H5P-Inhalt kann am Ende eingesetzt werden, um das Gelernte zu überprüfen. Alternativ kann dieser auch zu Beginn und am Ende eingesetzt werden, damit Lernverläufe und -zuwächse verdeutlicht werden. Er bündelt dabei Fragen, die sich auf die Präsentation beziehen. Außerdem geht er auch darüber hinaus, indem er beispielsweise weitere interessante Fragen (zum Beispiel welcher Instrumentengruppe der Dudelsack zugehörig sein könnte) aufwirft und somit fortführendes Interesse am Thema wecken kann. Die übergeordneten Lernziele sind: Instrumente und Instrumentengruppen vom Aussehen und Klang erkennen, sie zu Gruppen zuordnen zu können, sie generell beschreiben und deren Funktionsweise erklären zu können, Beispiele deren Einsatzes in der Praxis kennen/erklären zu können (zum Beispiel im Orchester / als Soloinstrument / in der Band). Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können theoretisches Wissen anwenden. lernen den Unterrichtsgegenstand praktisch kennen und wiederzuerkennen. können ihre eigene Erfahrung (zum Beispiel durch das Musizieren in einer Musikschule) mit in den fachbezogenen Unterricht einfließen lassen und ihn damit bereichern. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können digital selbst nach Instrumenten suchen sowie relevante Informationen fokussieren und diese entsprechend aufbereiten. können audio-visuelle Elemente als spielerische Vermittlungsform von theoretischen Inhalten erleben. können selbst den Umgang mit interaktiven Lernmedien (wie H5P) lernen oder diesen gemeinsam in der Klasse anwenden. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wertschätzen und akzeptieren sich, beim Erraten der Hörbeispiele und beim Lösen des Quiz. lernen andere Meinungen zu akzeptieren oder über diese konstruktiv zu diskutieren. erfahren ein Teamgefühl/Teamgeist, indem die Recherchearbeit vorgetragen und durch aktive Diskussion und Interesse am Thema gewürdigt wird. Instrumentenkunde: unterrichtsbegleitendes Video

  • Musik
  • Sekundarstufe I

Die antike Götterwelt interaktiv erkunden

Interaktives / Video
0,00 €

In diesem interaktiven Arbeitsmaterial mit Erklär-Video machen sich die Schülerinnen und Schüler spielerisch mit der antiken Götterwelt vertraut. Sie lernen römische und griechische Gottheiten mitsamt ihrer Attribute in drei interaktiven Übungen kennen. Die Kultur im antiken Rom ist ebenso Bestandteil des Latein-Unterrichts wie der Spracherwerb . Dazu zählen auch die antiken Gottheiten, auf die in diversen authentischen Texten Bezug genommen wird. In diesem interaktiven Arbeitsmaterial lernen die Schülerinnen und Schüler die Götter der römischen und griechischen Mythologie kennen. Zwei Erklär-Videos stellen die wichtigsten Götter der Antike, ihre Aufgaben, Attribute und Verwandtschaftsbeziehungen vor. In drei interaktiven Übungen wird das Erlernte anschließend wiederholt und gefestigt. Übung 1 wiederholt die Namen der Götter und ihre Beziehungen in hierarchischer Reihenfolge. In der zweiten Übung werden die Namen der Götter in Verbindung mit ihren Aufgaben abgefragt. Abschließend ordnen die Lernenden den römischen Göttern ihr griechisches Pendant zu. Das Thema "Die antike Götterwelt" im Latein-Unterricht Das Ziel der gesamten Sequenz ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler spielerisch mit der antiken Götterwelt vertraut machen. Entscheidend bei diesem Thema ist, dass sich die Lernenden bewusst werden, dass griechische und römische Mythologie und damit auch die Götterwelten untrennbar miteinander verbunden sind. Sie entstammen einem gemeinsamen Ursprung: Die römische Mythologie hat ihre Wurzeln in der griechischen Mythologie. Durch den Einblick in die Götterwelt lernen die Schülerinnen und Schüler einen großen Baustein der antiken Kultur kennen, wodurch sie ein tieferes Verständnis für die Texte generieren, die im weiteren Verlauf des Spracherwerbs und der Lektürephase gelesen werden. Darüber hinaus erhält das Fach Latein durch die oft amüsanten und interessanten Geschichten, Verwicklungen und auch Gründungsmythen einen neuen, modernen und zeitlosen Anstrich. Didaktische Analyse Die Erklär-Videos und interaktiven Übungen lassen sich im Unterricht vielfältig einsetzen. Da sie eine in sich geschlossene Einheit bilden, allerdings auf Textarbeit verzichten, können sie ergänzend zu unterschiedlichen Unterrichtsbausteinen eingesetzt werden. Das Arbeitsmaterial zu den Göttern der lateinischen Kultur ist als Einführung, Auflockerung oder Vertiefung einsetzbar. Denkbare Verwendungsmöglichkeiten sind die Einführung in oder der Rückblick auf den Ursprung der römischen Sagenwelt, das Aufgreifen des Gründungsmythos Roms oder ein Blick in den künstlerischen Bereich, in dem zahlreiche Götter-Rezeptionen zu finden sind. Ιnterdisziplinär sind demnach keine Grenzen gesetzt. Des Weiteren bietet diese Unterrichtssequenz auch den Spielraum, leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler abzuholen, da hier der Fokus je nach Belieben auf Inhalt, Textwiederholung oder Grammatik gelegt werden kann, die durch den mythologischen Inhalt begleitet werden. Methodische Analyse Mit Erklär-Videos können Lernende eigenständig einfache Unterrichtsinhalte erwerben oder wiederholen. Die Videos zu römischen und griechischen Göttern sind beliebig oft anhalt- und abspielbar, sodass die Lernenden sie in ihrem eigenen Tempo erarbeiten können. Die Aufteilung in zwei Video-Sequenzen ermöglicht es außerdem, die Götterwelt in Gruppenarbeit oder verschiedene Unterrichtsstunden aufzuteilen. Die interaktiven Übungen geben den Lernenden Rückmeldung zu ihren Leistungen, sodass die Möglichkeit der Selbstkontrolle besteht. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen den gemeinsamen Ursprung der griechischen und römischen Mythologie. machen sich mit der antiken Götterwelt vertraut. erlangen das nötige Hintergrundwissen für das Verstehen von Inhalten lateinischer Texte. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler informieren sich eigenständig mithilfe von Info-Klappkarten über die Götterwelt. rezipieren zwei Erklär-Videos und überprüfen so ihr Wissen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen in Eigenverantwortung und in ihrem eigenen Tempo. reflektieren ihren eigenen Wissensstand.

  • Latein / Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Einführung in das Schulrecht: Schulpflicht

Fachartikel
5,99 €

Dieser Fachartikel behandelt die gesetzlich verankerte und für das deutsche Bildungssystem zentrale Bezugsnorm der Schulpflicht. Dabei informiert Dr. Florian Schröder, Jurist und Experte für Schulrechtsfragen, prägnant über allgemeine Rechtsgrundlagen sowie -inhalte und zeigt mögliche Konsequenzen auf, die bei Schulpflichtverletzungen zu antizipieren sind. Nicht nur Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch Eltern finden hier für den Schulalltag Wissenswertes. Der vorliegende Beitrag ist Teil einer systematischen Einführung in das Schulrecht und in schulrelevante weitere Rechtsgebiete. Bereits erschienen sind: Verfassungs- und grundrechtliches Fundament von Schule Einführung in das allgemeine Verwaltungsrecht für Schule Rechte und Pflichten der Schulleitung Rechte und Pflichten der Lehrkräfte Einführung in das Schulrecht: der rechtliche Rahmen der Konferenzarbeit Schulische Sanktionen gegenüber Schülerinnen und Schülern: Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen Einführung in das Schulrecht: Aufsicht und Haftung Einführung in das Schulrecht: Urheberrecht für Schulen Datenschutz für und an Schulen: Grundlagen und Blick auf Videokonferenz-Systeme Der rechtliche Rahmen der Kindeswohlgefährdung Da das Schulrecht in wesentlichen Teilen Landesrecht ist, ist es nicht möglich, auf die Rechtslage jedes der 16 Bundesländer im Detail einzugehen. Dort, wo landesrechtliche Regelungen maßgeblich sind, wird in der Beitragsserie daher stellvertretend für die Flächenländer jeweils anhand des niedersächsischen Landesrechts erläutert, stellvertretend für die Stadtstaaten steht das hamburgische Landesrecht. Schulpflicht Schulpflicht besteht in allen 16 Bundesländern, unterscheidet sich hierbei aber im Detail durchaus. Die Landeschulgesetze behandeln die Schulpflicht teilweise sehr ausführlich, so in §§ 63 bis 70 des Niedersächsischen Schulgesetzes (NSchG), teilweise aber auch sehr schlank, so in den §§ 37 bis 40 des Hamburgischen Schulgesetzes (HmbSG). Begrifflich von der Schulpflicht zu unterscheiden ist die (§ 58 NSchG oder § 28 Abs. 2 HmbSG statuierte) Pflicht zur Teilnahme, Mitwirkung und Leistungserbringung, die über die originäre Schulpflicht hinausgeht und inhaltliche Pflichten der Schülerinnen und Schüler konkretisiert. Blickt man über den nationalen Tellerrand, so ist festzustellen, dass die deutsche Schulpflicht durchaus nicht die Regel darstellt. In vielen Staaten besteht zwar eine Beschulungspflicht, eine Schulpflicht mit Präsenzpflicht ist hingegen vergleichsweise selten. Stattdessen werden vielerorts auch Homeschooling und Ähnliches toleriert, die in Deutschland regelmäßig ausgeschlossen werden. Beginn und Dauer der Schulpflicht Schulpflichtig ist, wer seinen Wohnsitz im jeweiligen Bundesland hat und das 6. Lebensjahr vollendet hat, wobei sich die Landesregelungen im Detail leicht unterscheiden. Ist etwa in Hamburg das gesamte Jahr, in dem ein Kind das 6. Lebensjahr vollendet, in verschiedenen Konstellationen Anknüpfungspunkt für den Beginn der Schulpflicht (§ 38 HmbSG), zielt zum Beispiel § 64 NSchG darauf ab, dass alle Kinder schulpflichtig sind, die bis zum 30. September sechs Jahre alt werden. Auf Antrag der Erziehungsberechtigten kann die Schulpflicht aber auch hier früher oder später beginnen. Die Dauer der Schulpflicht beträgt in Niedersachsen gemäß § 65 NSchG grundsätzlich 12, in Hamburg gemäß § 37 Abs. 3 HmbSG 11 Schulbesuchsjahre, wobei Hamburg und andere Bundesländer die sinnvolle Regelung treffen, dass die Schulpflicht mit der Volljährigkeit endet. Dies erspart in schwierigen Fällen kleinteilige Berechnungen. Teilweise wird in den Landesgesetzen über die reine Dauer der Schulpflicht hinaus auch geregelt, wie lange der Besuch der einzelnen Schulstufen dauern muss (so etwa §§ 66 f. NSchG). Auszubildende sind auch nach Abschluss ihrer allgemeinbildenden Schullaufbahn berufsschulpflichtig (siehe § 37 Abs. 2 HmbSG). Auch besondere Fälle regeln die Schulgesetze mit variierender Ausführlichkeit. So befasst sich etwa § 69 NSchG mit langfristigen Erkrankungen, besonderem sonderpädagogischen Förderbedarf sowie Schülerinnen und Schülern in Strafhaft oder Heimen. § 39 HmbSG fasst sich hier kürzer und fingiert das Ende der Schulpflicht nach erfolgreichem Durchlaufen der Berufsfachschule. Daneben findet sich eine Öffnungsklausel für Einzelfallentscheidungen der Schulverwaltung. Ruhen und Ende der Schulpflicht Das sogenannte Ruhen der Schulpflicht regeln § 70 NschG und § 40 HmbSG. Ein Ruhen der Schulpflicht kann etwa während des Mutterschutzes einer Schülerin sowie bei Ableistung freiwilligen Wehrdienstes, eines Freiwilligen Sozialen (FSJ) oder Ökologischen Jahres (FÖJ) eintreten. Das Ende der Schulpflicht ergibt sich regelmäßig aus der Erfüllung der Schulbesuchsjahre. Teilweise gibt es auch hierzu weitergehende Regelungen, so in § 70 Abs. 6 NSchG, wonach die Schulpflicht mit Erlangung der allgemeinen Hochschulreife endet, außerdem wenn die Schulpflicht mindestens ein Jahr geruht hat sowie bei besonderem sonderpädagogischen Förderbedarf, wenn mindestens ein Jahr eine Ersatzmaßnahme für die Sekundarstufe II (Vollzeitunterricht an einer Berufsbildenden Schule, Arbeit in einer Jugendwerkstatt oder Ähnliches) absolviert wurde. Schulpflichtverletzung Die Schulpflicht trifft nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern mittelbar auch jeweils die Erziehungsberechtigten, die (zum Beispiel über § 71 NschG und § 41 HmbSG) dafür zu sorgen haben, dass ihre Kinder am Unterricht regelmäßig teilnehmen. Die Nichtbefolgung ist als Ordnungswidrigkeit ausgestaltet, kann also mit Bußgeldern belegt werden (siehe § 176 NSchG). Daneben besteht die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler zwangsweise der Schule zuzuführen, sogenannter Schulzwang (siehe etwa § 177 NSchG und § 41a HmbSG). Regelungen zur Frage, wie konkret mit Absentismus umzugehen ist (normalerweise sind die gesetzlichen Bußgelder und Schulzwang die letzten Mittel), finden sich üblicherweise nicht unmittelbar im Landesschulgesetz, sondern in dazu ergangenen Verwaltungsvorschriften. Am niedersächsischen Beispiel soll hier dargestellt werden, was die Regelungen vorzusehen pflegen: Ziffer 3.3.2. der "Ergänzenden Bestimmungen zum Rechtsverhältnis zur Schule und zur Schulpflicht" regelt, dass bei unentschuldigtem Fehlen zunächst die Erziehungsberechtigten zu einem Gespräch einzuladen sind. Kommt kein Gespräch zustande, sind sie schriftlich zu informieren. Wiederholt sich das unentschuldigte Fehlen trotzdem, erfolgt eine schriftliche Information durch die Schulleitung an die Erziehungsberechtigten, dass bei weiterem Fehlen Jugend- und Ordnungsamt eingeschaltet werden. Das Jugendamt hat sodann die Aufgabe, eine mögliche Kindeswohlgefährdung (§ 8a des Achten Sozialgesetzbuches / SGB VIII) zu prüfen, das Ordnungsamt der Stadt oder Gemeinde (teilweise auch die Schulverwaltung selbst) ist zuständig für die Verhängung von Bußgeldern gegen die Erziehungsberechtigten. Der Schülerin beziehungsweise dem Schüler gegenüber können daneben Ordnungsmaßnahmen verhängt werden. Weiterführende Literatur Schröder, Florian (2019). Handbuch Schulrecht Niedersachsen . Köln: Carl Link Verlag.

  • Fächerübergreifend

Digitalisierung: Eine Cloud für Schulen – einfach erklärt

Video-Tutorial

Dieses Erklärvideo des Bündnis für Bildung richtet sich an Schulleitungen und Schulträger und gibt einen Überblick über die Nutzung von Clouds an Schulen. Neben Einsatzmöglichkeiten und Funktionen werden auch Vorteile von cloud-basierter IT-Infrastruktur behandelt. Sie fragen sich, was eine Cloud eigentlich genau ist oder was sie im schulischen Kontext leisten kann? Sie möchten wissen, welchen Mehrwert der Einsatz von Clouds für Sie als Schulleitung, Lehrkraft oder in der Verwaltung hat? Oder überlegen Sie in welchen Bereichen Sie eine Cloud an Ihrer Schule überall einsetzen können? Auf all diese Fragen gibt das Erklärvideo des Bündnis für Bildung eine einfach verständliche Antwort. Denn Cloud-Lösungen sind im Zuge der Digitalisierung von Schulen in vielerlei Hinsicht vorteilhaft. Gleichzeitig sind die Einsatzmöglichkeiten und Vorteile, die mit der Nutzung von Clouds im administrativen, organisatorischen und unterrichtlichen Kontext an Schulen einhergehen, oft nicht vollständig bekannt. Die AG Cloud des Bündnis für Bildung trägt mit diesem Video dazu bei, die Einsatzmöglichkeiten und Chancen der Cloud-Technologie für den Bildungssektor zu vermitteln. Das gelungene Video erklärt verständlich, wie ein Einsatz von Clouds an Schulen beispielhaft aussehen kann, welche Vorteile damit einhergehen und welchen Beitrag er zu einer digital gestützten Bildung leisten kann.

  • Fächerübergreifend
  • Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Cartoon der Woche: Erfolgreich desensibilisiert!

Cartoon

Pädagogisch desensibilisiert: eine Lehrkraft im Umgang mit "Problemschülern". Eine Karikatur von Michael Hüter.

  • Fächerübergreifend

Stationsarbeit zum Messen, Anreißen und Prüfen in der Metallbearbeitung

Kopiervorlage

Diese Unterrichtsmaterialien zum Thema Messen, Anreißen und Prüfen sind handlungsorientierte Übungen zur Anwendung von Grundfertigkeiten der Metallbearbeitung.Kenntnisse und Fertigkeiten zum Messen, Anreißen und Prüfen sind Grundkompetenzen, die in Bereichen des beruflichen und privaten Umfelds bei der Ausübung vieler Tätigkeiten benötigt werden. Leider werden diese Kompetenzen in der Schule zu wenig gefördert. In dieser Stationsarbeit werden der Umgang mit dem Messschieber, das Eintragen von Maßen in eine Technische Zeichnung, das Anwenden eines Maßstabes, das Übertragen von Maßen auf ein Stahlblech und das Prüfen von Werkstücken handlungsorientiert angewendet und damit eingeübt. Voraussetzung für die erfolgreiche Bearbeitung der Stationsaufgaben sind folgende Kenntnisse und Fertigkeiten: Umgang mit dem Messschieber Grundkenntnisse zum Technischen Zeichnen Bedeutung von Vergrößerungs- und Verkleinerungsmaßstäben kennen Umgang mit einfachen Mess- und Prüfmitteln (zum Beispiel Stahlmaßstab, Winkel) Ablauf der Stationsarbeit Ausgangspunkt für die Stationsarbeit ist die Lösung eines konkreten (fiktiven) Problems. Hängeschränke werden häufig mit Hilfe von Schrankaufhängern an der Wand befestigt. Die in Baumärkten angebotenen Schrankaufhänger sind im konkreten Problemfall zwar in der Form geeignet, aber leider etwas zu klein dimensioniert. Um größere, aber formgleiche Aufhänger zu fertigen, müssen die Aufgaben der drei Stationen bearbeitet werden. Die Ausgangssituation, Hängeschränke mit Schrankaufhängern zu befestigen, sollte zu Beginn mit den Schülerinnen und Schülern thematisiert und möglicherweise an einem Beispiel demonstriert werden. Die erste Station gibt es in der Variante Basis, wo bereits die Maßlinien in der Zeichnung eingetragen sind und in der Variante Profi, bei der die Maßlinien selbstständig in die Zeichnung eingezeichnet werden müssen. Die Eintragungen sollten denen des bereitgestellten Lösungsblattes entsprechen. Abweichungen von 1 mm sind tolerierbar. In der zweiten Station werden die eingetragenen Maße mithilfe des angegebenen Vergrößerungsmaßstabes 3:2 umgerechnet (Beispiel: Länge 65 mm • 3/2 = 98 mm). Anschließend werden die eingetragenen Maße auf ein Stahlblech übertragen. In der Metallbearbeitung werden die Maße mit Hilfe einer Reißnadel oder einem Reißzirkel in das Material eingeritzt. Mittelpunkte von Bohrungen werden mit einem Körnerpunkt markiert. Zur Orientierung werden die benötigten Werkzeuge in einer Tabelle vorgestellt. Die Lehrkraft stellt das Stahlblech (circa 120 x 80 mm) und die Werkzeuge bereit. In der dritten Station prüfen die Schülerinnen und Schüler in Paar-Arbeit ihre Werkstücke gegenseitig, tragen die aufgenommenen IST-Maße in die Tabelle ein, vergleichen mit dem SOLL-Maß und bestimmen die Abweichungen. Da es sich um eine fiktive Aufgabe handelt, bleibt es der Lehrkraft überlassen, ob die angerissenen Werkstücke am Ende auch gefertigt werden, oder ob man es beim Anreißen und Prüfen der Maße auf einem Stahlblech belässt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler kennen Werkzeuge zum Messen, Anreißen und Prüfen und deren Anwendungen. lesen technische Skizzen und Zeichnungen. nutzen Werkzeuge zum Messen, Anreißen und Prüfen der Metallbearbeitung. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wählen Werkzeuge zum Messen, Prüfen und Anreißen sachgerecht aus. nutzen digitale Übungsprogramme zum Ablesen des Messschiebers. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbstständig oder arbeitsteilig. überprüfen ihre Ergebnisse in Paararbeit.

  • Technik / Sache & Technik
  • Sekundarstufe I

Der Mittelalter-Meme-Generator

Tool-Tipp

Meme-Fans aufgepasst! Mit dem kostenlosen "Bayeux Historic Tale Construction Kit" lassen sich ganz einfach tolle Mittelalter-Memes selbst gestalten.

  • Geschichte / Früher & Heute / Fächerübergreifend

Soziale Medien im Unterricht: den verantwortungsbewussten Umgang anhand eines Projektes schulen

Fachartikel
5,99 €

Soziale Medien sind in der heutigen Zeit ein ständiger Begleiter von Schülerinnen und Schülern. Dieser Fachartikel thematisiert anhand des Social Media-Projekts @ichbinsophiescholl Chancen und Risiken, die mit der Nutzung sozialer Medien einhergehen. Auch Möglichkeiten, potentielle Gefahren der Social Media-Nutzung im Unterricht aufzugreifen, und die Vermittlung eines verantwortungsbewussten Umgangs sind Thema des Artikels. Soziale Medien in der (Lebens-)Welt der Schülerinnen und Schüler In der regelmäßig erscheinenden JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) werden Jugendliche zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Eine wichtige Rolle spielt in der aktuellen Studie aus dem Jahr 2021 auch die Nutzung von Social Media-Anwendungen. Nicht überraschend belegte die Kommunikationsanwendung WhatsApp hierbei sowohl in der Gruppe der befragten Mädchen als auch unter den befragten Jungen den ersten Rang. Mit etwa der Hälfte der für WhatsApp abgebenden Stimmen wurde Instagram auf Platz zwei dieser Umfrage gewählt. Hierbei zählte sie für 42% der Mädchen und 31% der Jungen zu den wichtigsten Apps auf ihrem digitalen Endgerät. Auf den weiteren Rängen folgten YouTube, TikTok und Snapchat. Konkret befinden sich unter den fünf häufigsten Nennungen dieser Studie alle Apps, die auch Sie regelmäßig aus dem Mund ihrer Schülerinnen und Schüler hören, denn soziale Medien sind nach wie vor im Trend. Umso wichtiger ist es, sich auch als Lehrkraft mit diesen Medien auseinanderzusetzen und die Schülerinnen und Schüler zu einem bewussten Umgang damit anzuleiten. Denn auf diesen Plattformen kann man nicht nur Eindrücke und Bilder teilen – sie stellen auch eine große Gefahr dar. Gefahren und Risiken im Umgang mit Social Media Soziale Medien nehmen im Zeitalter der Digitalität eine immer größere Rolle ein: TikTok, Instagram und andere soziale Medien dienen unter anderem der Kommunikation, der Unterhaltung sowie der Information und sind aus der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Deshalb ist es unabdingbar, sich sowohl mit Möglichkeiten, Chancen und Vorteilen zu beschäftigen als auch mit Risiken und Gefahren, um einen sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit sozialen Medien zu fördern. Die heutige Generation von Kindern und Jugendlichen ist sich oftmals nicht bewusst, dass die Nutzung sozialer Medien auch Risiken bergen kann: Beispielsweise teilen die Influencerinnen und Influencer diverser Plattformen nur einen Teil ihres Lebens mit der Öffentlichkeit und diese Einblicke werden gezielt von den Protagonistinnen und Protagonisten der einzelnen Kanäle gesteuert. Vergleichen Jugendliche ihr eigenes Leben mit den auf Instagram dargebotenen Inhalten sind sie oft enttäuscht und fühlen sich minderwertig. Auf Social Media geht es allerdings nicht um die Darstellung von Wirklichkeit, sondern um Klicks, Aufmerksamkeit und die eigene Vermarktung. Indem Medienschaffende sich nahbar, als "beste Freundin" oder "bester Freund" inszenieren, vermarkten sie Produkte für verschiedene Konzerne und verdienen so viel Geld. Von Jugendlichen werden diese Produkte – meist unreflektiert – nachgekauft. Dass diese teilweise weder qualitativ hochwertig noch preislich angemessen, sondern schlicht überteuert sind, wird dabei von den Influencerinnen und Influencern gekonnt verschwiegen. Jugendliche sollen geblendet und somit zu deren Konsum angeregt werden – ein Konzept, welches sich sowohl für die beteiligten Firmen als auch die Influencer, die für ihre Werbung bezahlt werden, durchaus lohnt. In Deutschland herrscht zwar eine gesetzliche Pflicht zur Kennzeichnung von Werbung, diesem Beschluss wird meist aber eher dezent und dezentriert nachgekommen. Der Fachartikel "Das Thema Influencer in Schule und Unterricht" zeigt auf, wie diese Thematik in den Unterricht eingebunden werden kann. Neben der schillernden Scheinwelt stellt auch die schnelle und teilweise öffentliche Verbreitung von Informationen und Bildmaterial via Social Media eine Gefahr für die Jugendlichen dar. Ein peinliches Foto, gar ein Nacktfoto, geht in Sekunden viral und wird mit der ganzen Welt geteilt. Solche Bilder werden in der Regel nicht von den Betroffenen selbst hochgeladen, sondern sind das Ergebnis von Mobbing im Netz. Dies endet nicht selten in psychischen Problemen. Auch Fake News und Hassbotschaften verbreiten sich über soziale Medien rasend schnell. Nur 77% der befragten Schülerinnen und Schüler der aktuellen JIM -Studie geben an, regelmäßig Desinformation und Beleidigungen im Netz zu begegnen. Die Sensibilisierung der Lernenden für Falschmeldungen und Hass in den sozialen Medien ist ein zentraler Punkt der medienpädagogischen Arbeit an den Schulen. Jugendliche müssen den richtigen Umgang mit diesen gezielt üben . Schulung eines bewussten Umgangs mit Instagram bei den Schülerinnen und Schüler: das Projekt @ichbinsophiescholl All diese Gefahrenpunkte können mit Hilfe des Einsatzes von Instagram oder einer anderen Social Media-Plattform im Unterricht thematisiert werden. Dem Unterricht kommt eine wichtige Rolle zu, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche für einen verantwortungsbewussten Umgang mit den sozialen Medien zu sensibilisieren. Im Folgenden geht es um ein konkretes Beispiel, das im Geschichtsunterricht aufgegriffen werden kann, um Medien- und Urteilskompetenz sowie einen reflektierten Umgang zu schulen. Praxisbeispiel @ichbinsophiescholl im Geschichtsunterricht Haben Sie auch schon einmal überlegt, Social Media in ihren Unterricht zu integrieren? Ein Beispiel ist die Unterrichtseinheit "Das Social Media-Projekt @ichbinsophiescholl im Unterricht" . Diese Einheit setzt sich mit der Darstellung von Geschichte auf Instagram und dem im Netz verbreiteten Hass auseinander. Das Verbundprojekt @ichbinsophiescholl von BR und SWR zum 100. Geburtstag der Widerstandskämpferin thematisiert die letzten 10 Monaten des Lebens von Sophie Scholl. Schauspielerinnen und Schauspieler stellten verschiedene Schlüsselszenen nach, die sich vor der Ermordung der Widerstandskämpferin ereigneten. Veröffentlicht wurden diese anschließend auf Instagram und in der ARD-Mediathek . Letztere ist für den Einsatz im Unterricht zu empfehlen, da Instagram aufgrund des Datenschutzes nicht im Unterricht eingesetzt werden darf. Die Auseinandersetzung mit dem Projekt bietet sich auch an, da sich Schülerinnen und Schüler kritisch mit den eingangs erwähnten Punkten auseinandersetzen: Aspekte wie das Generieren von Klicks und die eigene Vermarktung spielen auch hier eine Rolle und werden im Verlauf der Einheit kritisch hinterfragt: Wo gelingt es dem Projekt, Geschichte "authentisch" zu erzählen und wo rutscht dieser Punkt in den Hintergrund, um mehr Aufmerksamkeit zu generieren? Hierbei können die Schülerinnen und Schüler auch ihre eigenen Erfahrungen einfließen lassen, um so den Umgang mit sozialen Medien gezielt zu reflektieren. Medien- und Urteilskompetenz sowie einen reflektierten Umgang mit Social Media fördern In der Einheit "Das Social Media-Projekt @ichbinsophiescholl im Unterricht" findet eine kritische Auseinandersetzung mit der dargestellten Botschaft auf Instagram und der öffentlichen Rezeption des Projekts statt. So informieren sich die Lernenden anhand bestimmter Szenen über die historischen Hintergründe des Projekts und vergleichen hier die historischen Ereignisse mit der Darstellung im Rahmen des Projekts. Somit setzen sie sich nicht nur mit dem Konstrukt-Charakter von Geschichte auseinander, sondern sehen auch, welche Aspekte für das Rezipieren von Geschichte relevant sind und welche Chancen, aber auch Risiken Projekte wie @ichbinsophiescholl für die Vermittlung von Geschichte bieten. Hierzu tauchen im Rahmen der Arbeit verschiedene kritische, aber auch lobende Kommentare auf, welche es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, im Sinne der Urteilskompetenz ein eigenes Urteil in dieser Frage zu entwickeln. Wichtig ist an dieser Stelle, den Lernenden zu verdeutlichen, dass es sich bei dem Social Media-Projekt um eine reine Darstellung von Geschichte handelt, die nicht unbedingt das wirkliche Leben der Sophie Scholl abbildet. Viele Schülerinnen und Schüler könnten hier dem Irrtum aufliegen, dass der Kanal die historische Wahrheit widerspiegelt. Wichtig ist es aber, dass sie die Darstellung des Instagram-Kanals kritisch hinterfragen. Durch die Behandlung dieses Projektes im Unterricht wird nicht nur der Umgang mit Konstruktionen von Geschichte geschult, sondern auch der kritische Umgang mit Beiträgen auf Instagram trainiert. Das geschieht immer mit Bezug zum eigentlichen Projekt, sodass der dort aufgegriffene Konstrukt-Charakter von Geschichte immer im Fokus bleibt. Hier bietet sich eine Verknüpfung mit dem Thema "Fake News" an, da auch diese immer implizieren, die Wahrheit zu sagen, aber eben nur konstruiert sind, um eine gewisse Botschaft zu vermitteln. Neben den Instagram-Clips ist auch "Jana aus Kassel" und ihr Vergleich mit Sophie Scholl ein Aspekt dieser Einheit. Ohne Frage ist der Vergleich der jungen Studentin mit Sophie Scholl aus der Luft gegriffen und nicht tragbar, dennoch kann man in diesem Kontext über den Hass und die Anfeindungen sprechen, welche der jungen Studentin aufgrund ihrer bedenklichen Aussage entgegenschlugen. Durch die virale Verbreitung ihres Auftritts wurde eine Lawine losgetreten, die das ganze Land eingenommen hat. Schülerinnen und Schüler erkennen hierbei, wie schnell sich Informationen im Netz verbreiten können und welche Ausmaße dies annehmen kann. Zudem erkennen sie, dass solche Inhalte nicht wieder aus dem Netz genommen werden können. Im Rahmen der Einheit wird also auch die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen gezielt geschult. Das bezieht auch die Chance ein, den Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen, wie wichtig ein reflektiertes Verhalten im Umgang mit sozialen Medien ist – nicht nur in Bezug auf die Darstellung von geschichtlichen Ereignissen, sondern auch auf den allgemeinen Umgang mit Social Media. Weiterführende Literatur Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest. "JIM-Studie 2021. Jugend, Information, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger. mpfs . Online: www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2021/JIM-Studie_2021_barrierefrei.pdf , S. 37–42.

  • Fächerübergreifend / Geschichte / Früher & Heute

Geschichte des Universums: Erstellen von Zeitachsen

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In diesem Arbeitsmaterial von ESERO Germany setzen sich die Lernenden mit der Geschichte des Universums auseinander. Dies geschieht mittels der Erstellung von Zeitstrahlen. Die Weiten des Universums sind unendlich und teils unergründlich. Die Zahlen, mit denen bei der Erforschung des Universums gerechnet wird, sind oftmals so groß, dass sie unser Vorstellungsvermögen sprengen. Gerade für junge Lernende ist das hohe Alter des Universums möglicherweise nur schwer zu verstehen und in die richtige Perspektive zu rücken. Mit dieser kreativen und mathematischen Forschungsaufgabe können Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Hauptereignisse der Geschichte des Universums gewinnen und sie auf den leicht verständlichen Zeitmaßstab eines Jahres übertragen. Das Arbeitsmaterial umfasst Hintergrundinformationen zu folgenden Thematiken: Eine kurze Geschichte des Universums Asteroiden Kometen Millionen, Milliarden und Zehnerpotenzen Darüber hinaus gibt es für die Lernenden einen Aufgabenblock mit Arbeitsblättern, welcher sich der Erstellung einer persönlichen Zeitachse sowie einer Zeitachse für das Universum widmet. Dazu gibt es Informationen zur Berechnung von Zeitmaßstäben sowie zu Schlüsselereignissen in der Geschichte des Universums. Eine Lehranleitung sowie Lösungen der Arbeitsblätter für die Lehrkraft sind ebenfalls im Material enthalten. Bei den Aufgaben in diesem Arbeitsmaterial arbeiten die Schülerinnen und Schüler gruppenweise, um Zeitachsen zu erstellen: zunächst eine für ihr eigenes Leben und dann eine für die Hauptereignisse in der Geschichte des Universums. Anschließend rechnen sie die Ereignisse in der Geschichte des Universums auf den Maßstab eines Jahres um, um ein besseres Gefühl für die Verhältnisse der zeitlichen Abläufe zu gewinnen. Ferner untersuchen die Lernenden die Ereignisse und erstellen Werkstücke als Begleitinformation, um sie schließlich vor der Klasse zu präsentieren. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen, dass das Universum sehr alt ist. lernen, dass die Erde erst vor relativ kurzer Zeit entstand. lernen, dass die Menschen erst seit relativ kurzer Zeit auf der Erde leben. lernen die Erstellung einer Zeitachse von Ereignissen ab dem Beginn des Universums bis heute. lernen den Einfluss von Einschlägen auf die Entwicklung der Erde. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Gruppen an ihren Zeitachsen. präsentieren ihre Forschungsergebnisse im Plenum.

  • Physik / Astronomie / Mathematik / Rechnen & Logik
  • Sekundarstufe I

All.täglich: Erfindungen der Raumfahrt

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Dieses Arbeitsmaterial von ESERO Germany regt die Lernenden dazu an, sich auf alltagsbezogene Art und Weise mit Erfindungen aus der Raumfahrt auseinanderzusetzen. Dazu arbeiten sie in Gruppen und erstellen Präsentationen zu unterschiedlichen Themen.Die Erforschung des Weltraums und die Forschung unter Weltraumbedingungen liefert seit Jahrzehnten Wissen und Innovationen für die gesamte Menschheit. Viele dieser neuen Technologien haben allerdings nicht nur für die Raumfahrt einen Nutzen. So trägt die Weltraumforschung oft ganz gezielt, manchmal aber auch auf ungeahnte Weise, zu einer Verbesserung unserer Lebensweise bei. Einige Beispiele solcher Erfindungen hat das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt e.V. in einer Ausstellung zusammengetragen. Die "All.täglich INNOSpace Expo" präsentiert in sechs verschiedenen Kategorien 29 unterschiedliche Forschungen und Erfindungen, die unser Leben in Zukunft verändern könnten . Das Arbeitsmaterial enthält Informationstexte für Schülerinnen und Schüler zu den folgenden Themen, die als Grundlage für die Präsentationen dienen können: Brennstoffzellen ISS Solarenergie Wettervorhersage aus dem All Augenlasern Gleitsichtgläser Mit diesen Arbeitsblättern erhalten die Schülerinnen und Schüler die Chance, sechs unterschiedliche physikalische Erfindungen kennenzulernen, diese selbst aufzuarbeiten und anschließend zu präsentieren. So entsteht eine eigene kleine Weltraumausstellung im Klassenraum, mit der die Lernenden das Thema Weltraumforschung auf eine alltagsnahe und handlungsbezogene Art erfahren . Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entdecken eine physikalische Erfindung oder Innovation der Raumfahrt. arbeiten diese Erfindung binnendifferenziert aus und präsentieren ihre Arbeitsergebnisse anschaulich. erkunden weitere Erfindungen und Innovationen in individueller Geschwindigkeit. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erstellen Präsentationen zu ihren Arbeitsergebnissen gegebenenfalls mit PowerPoint. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten kooperativ in Gruppen. präsentieren ihre Ergebnisse im Plenum.

  • Physik / Astronomie
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II
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