Unterrichtsmaterialien zum Thema "Volkswirtschaftslehre"

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Nachhaltiges Wirtschaften im Modellunternehmen

Unterrichtseinheit

Das hier vorgestellte Material ist innerhalb des BLK-Modellversuchs "21 - Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" entstanden. Zentrales Bildungsziel ist der Erwerb von Gestaltungskompetenz für die Zukunft.In dem Projekt, das in den Werkstattmaterialien Nr. 18 dokumentiert und zur Nachahmung aufbereitet ist, wurde das Öko-Audit-Verfahren (EMAS) in einem Modellunternehmen mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Das Öko-Audit ist eine ökologische Betriebsuntersuchung. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in arbeitsteiliger Gruppenarbeit an Aufgaben, die auch in der Realität in einem Unternehmen zu bearbeiten sind. Es wird also nicht beabsichtigt, die eigene Schule einem Öko-Audit zu unterziehen, sondern den Audit-Prozess didaktisch reduziert zu reflektieren.Unter einem Modellunternehmen ist ein virtuelles Unternehmen zu verstehen, in dem die SchülerInnen in fünf verschiedenen Abteilungen (Einkauf, Verkauf, Personal, Sekretariat, Rechnungswesen) arbeiten. Eine Zukunftswerkstatt und eine Betriebsexkursion sollen in das Projekt einführen und die Motivation der Schülerinnen und Schüler erhöhen. Das Lernen im Modellunternehmen Grundlegende Merkmale didaktischer Simulationsmodelle Das Thema Nachhaltigkeit Im Spannungsfeld von Ökonomie, Ökologie und sozialer Gerechtigkeit Die Schülerinnen und Schüler sollen das Öko-Audit-Verfahren in Grundzügen kennen lernen. das Einkaufsverhalten eines Betriebes und ihr eigenes Konsumverhalten kritisch hinterfragen. Konfliktsituationen kennen lernen, die durch die Umsetzung eines Öko-Audits in einem wirtschaftlich handelnden Unternehmen entstehen. Produktlinienanalysen von drei Produkten des Modellunternehmens erstellen und dabei die Arbeits- und Produktionsbedingungen in Ländern der so genannten Dritten Welt reflektieren. Die Werkstattmaterialien können entweder von den Seiten des BLK-Programms "21" heruntergeladen oder bestellt werden. Bei den Druckexemplaren liegt eine CD-ROM bei, die zahlreiche Zusatzinformationen enthält. Dafür wurden Internetseiten von den beteiligten Lehrkräften überarbeitet, mit einem Exzerpt versehen und mit einem Fremdwörter- und Umweltlexikon verlinkt. Dadurch wurden die HTML-Seiten für die Schülerinnen und Schüler leichter handhabbar. Freie Universität Berlin Programmwerkstatt Berlin BLK-Programm "21" Hilla Metzner Arnimallee 9 14195 Berlin Nach T. Tramm (s. unten) bestehen die grundlegenden Merkmale didaktischer Simulationsmodelle unter anderem darin, dass die Schülerinnen und Schüler in einem komplexen Unternehmensmodell definierte Arbeitsrollen zum Zwecke des Lernens einzunehmen haben. Diese Rollenübernahme geschieht keineswegs unreflektiert. Statt dessen wird der "Schonraum Schule" genutzt, um ihre Rollen kritisch hinterfragen zu können und Erfahrungen mit "relativ komplexen ökonomischen Systemen und vor allem mit den Auswirkungen ihres Handelns (...) zu machen." Lernen im Modell In einem Modellunternehmen sind zwei Ebenen des Lernens zu unterscheiden. Die eine Ebene ist das Lernen im Modell. Die Modellunternehmung bietet hierbei den Rahmen für das Handeln der Schülerinnen und Schüler. Es definiert die Arbeitsaufgaben und -bedingungen. Rückkopplung erhalten die Schülerinnen und Schüler aus der Richtigkeit oder Fehlerhaftigkeit ihres Handelns. Die Dynamik entsteht also aus der Arbeits- und Lernumwelt selbst. Lernen am Modell Die andere Ebene ist das Lernen am Modell. Hierbei gehen die Schülerinnen und Schüler auf situative Distanz zu den Modellhandlungen. Sie vergleichen die im Modell gewonnenen Erkenntnisse mit der Realität und mit wissenschaftlichen Aussagen unterschiedlicher Disziplinen. Somit steht die Arbeit im Modellunternehmen zwischen der betrieblichen Realität und dem traditionellen Unterricht. Es werden jedoch Anleihen bei beiden Formen gemacht. So kommen beim Lernen am Modell beispielsweise auch fragend-entwickelnde Phasen vor, wodurch die Vorteile auch dieses methodischen Vorgehens genutzt werden können. Zeitliche und technische Voraussetzungen Für dieses Projekt ist ein Zeitraum von circa 32 Unterrichtsstunden vorgesehen. Dabei sollten mindestens jeweils vier Stunden am Stück zur Verfügung stehen. Aufgrund der selbstständigen Informationsbeschaffung und der Präsentationsvorbereitung sind zwei Rechner mit einem Internetbrowser pro Abteilungsgruppe notwendig. Sinnvoll ist es, wenn das Projekt während der gesamten Laufzeit von zwei Lehrkräften betreut wird, da die Anforderungen, gerade bei der "Zukunftswerkstatt", sehr vielfältig sind. Die "Zukunftswerkstatt" Die "Zukunftswerkstatt" sollte möglichst an einem Tag über acht Unterrichtsstunden durchgeführt werden. Es ist von Vorteil, diesen Tag in einem besonderen Raum in der Schule durchzuführen oder sogar außerhalb der Schule, um den besonderen Charakter der Werkstatt zu verdeutlichen. Für die Zukunftswerkstatt sollte ein CD-Spieler zur Verfügung stehen. Außerdem sollte man es nicht versäumen, eine Kamera für die Schülerpräsentationen zur Verfügung zu stellen, da nach unserer Erfahrung äußerst kreative Präsentationen zustande kommen können und es schade wäre, wenn man diese Momente nicht festhalten kann. Quellenangabe Tade Tramm (1991): Entwicklungsperspektiven der Übungsfirmen- und Lernbüroarbeit aus der Sicht einer Didaktik handlungsorientierten Lernens: In : Wirtschaft und Erziehung 7-8/91, S. 248-259 Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit Auch diese Unternehmen integrieren in ihren Nachhaltigkeitsberichten soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte. In einem Modellunternehmen können durch die Herausarbeitung konfliktträchtiger Situationen zwischen den drei gleichrangigen Aspekten der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie und Soziale Gerechtigkeit) Lernsituationen geschaffen werden, die in vielen Unternehmen und auch im kaufmännischen Unterricht oft nicht thematisiert werden. Es ist somit evident, dass in der Schule eine Kombination des Öko-Audits mit Fragestellungen im Sinne eines Nachhaltigkeitsaudits absolut sinnvoll ist. Ziel eines Öko-Audits Ziel eines Öko-Audits ist die Förderung der kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes. Das Thema des "Öko-Audits" an sich ist ein zentrales Thema um Unternehmen zu einer ökologischen Wirtschaftsweise zu veranlassen. Es hat klare ökologische, ökonomische und auch soziale Bezüge, wenn es zum Beispiel um die Formen der Mitarbeiterbeteiligung geht. Von einer langfristigen Bedeutung des Themas ist auszugehen, wenn man bedenkt, dass validierte Betriebe auch überdurchschnittlich wirtschaftlich erfolgreich sind. Auch sind Auditverfahren (zum Beispiel Qualitätsmanagement) häufig angewandte Verfahren in Unternehmen. So können die Schülerinnen und Schüler an Gelerntes anknüpfen, wenn sie im Anschluss der Ausbildung in einen Betrieb wechseln, der für solche Ideen aufgeschlossen ist. Im Anschluss an das Projekt können außerdem Vorschläge zur Verbesserung des schulischen Umweltschutzes verwirklicht werden. vorausschauendes Denken und Kenntnisse im Bereich von Zukunftsszenarien und Zukunftsentwürfen die Kompetenz, interdisziplinär zu arbeiten, Planungs- und Umsetzungskompetenz, die Kompetenz, sich und andere motivieren zu können, die Kompetenz zur distanzierten Reflexion individueller wie kultureller Leitbilder.

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Wasserwende in Deutschland?

Unterrichtseinheit

Diese fächerübergreifende Unterrichtseinheit verknüpft die höchst aktuellen Probleme Wassermangel und nachhaltiges Wirtschaften mit den klassischen Themen Wirtschaftsordnungen und Unternehmensziele.Die Schülerinnen und Schüler sollen im Verlauf mehrerer Lernrunden - anlog zur aktuellen "Energiewende" - ökonomische Lösungsmöglichkeiten für eine "Wasserwende" ausloten und ein fundiertes Werturteil dazu entwickeln. Die sechs Lernrunden sind variantenreich gestaltet (Internetrecherche, Abstimmung, Vernissage, Kanzlerberater, Online-Kommentar, Excel-Berechnungen). Ziel der Lernrunden sind keine fertigen Problemlösungen, sondern die Reflektion von praktischen Lösungsversuchen und die Entwicklung eigener Werthaltungen. Lösungsoffener Ansatz Die Unterrichtseinheit ist weitgehend lösungsoffen angelegt. Dadurch soll erreicht werden, dass die Schülerinnen und Schüler sich ernst genommen fühlen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sie sich ernsthaft und lösungsorientiert mit dem Thema auseinandersetzen und im Zuge der Lernrunden zunehmend eigene Werthaltungen und Einstellungen entwickeln. Wenn dies gelingt, hätten sie sich damit Urteilskriterien erarbeitet, die ihnen eine bessere Orientierung in einer höchst komplexen, komplizierten und natürlich auch stark interessengeleiteten öffentlichen Diskussion ermöglichen. Bezüge zu anderen Lernkonzepten Die Unterrichtseinheit hat damit ansatzweise auch den Charakter einer Fallstudie mit Bezügen zu Lernansätzen wie Szenariotechnik und Zukunftswerkstatt. Auch ein Bezug zu Dilemmata-Lernkonzepten ist gegeben, da die Schülerinnen und Schüler möglichst oft vor Entscheidungssituationen gestellt werden, die sie zu persönlichen Urteilen zwingen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler setzen sich anhand einer vorgegebenen Problemsituation ganz praktisch mit volkwirtschaftlichen Steuerungsmodellen (Erwerbswirtschaftliches, Gemeinwirtschaftliches und Genossenschaftliches Prinzip) auseinander und beurteilen deren Eignung für die Lösung gesamtgesellschaftlicher Aufgabenstellungen. untersuchen die Ursachen von Wasserknappheit in Deutschland und bilden sich eine Meinung darüber. entwickeln ökologische Lösungen für das Problem der Wasserknappheit. beurteilen das Ergebnis einer Volksabstimmung zur Wasserwende. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler führen qualifizierte Internetrecherchen durch. hinterfragen gefundene Internetquellen und interpretieren sie im jeweiligen Interessenskontext. berechnen mithilfe einer Tabellenkalkulation die Wasserpreise für eine deutsche Familie. wählen geeignete mediale Präsentationsformen aus und nutzen sie für ihre Ergebnispräsentationen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Arbeitsgruppen ziel-, ergebnis- und teamorientiert zusammen. bereiten eigene Arbeitsergebnisse adressatengerecht auf. reflektieren und beurteilen konsensorientierte gesellschaftliche Steuerungs- und Lösungsmodelle. untersuchen und entwirren komplexe ökonomisch-ökologisch-soziale Verursachungszusammenhänge. entwickeln gesellschaftliche Werthaltungen in einer grundlegenden Frage der Daseinsvorsorge.

  • Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft

Wirtschaftliches Handeln

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema "Wirtschaftliches Handeln" erarbeiten Schülerinnen und Schüler kooperativ die Subjekte und grundlegenden Prinzipien der Wirtschaft.Zunächst werden die Schülerinnen und Schüler in einer PowerPoint-Präsentation mit vier angedeuteten Problemsituationen konfrontiert, die auf das Thema "Wirtschaftliches Handeln" einstimmen. Im Unterrichtsgespräch werden die dargestellten Konflikte kurz benannt. Im weiteren Verlauf des Unterrichts soll es darum gehen, passend zu den konkreten Einzelfällen, die Subjekte und Prinzipien wirtschaftlichen Handelns kennen zu lernen. Mithilfe der Methode Gruppenpuzzle eignen sich die Schülerinnen und Schüler die Leittexte zu den folgenden Themen selbstständig an: Wirtschaftssubjekt, Ökonomisches Prinzip, Wirtschaftsprinzipien und Ökologisches Prinzip.Diese Unterrichtsreihe folgt im Anschluss an die ausführliche Bearbeitung von Bedürfnissen und Gütern. Die Schülerinnen und Schüler sollen nun erkennen, dass nicht alle Wirtschaftssubjekte die gleichen Ziele verfolgen. Jede Expertengruppe beschäftigt sich mit einem Thema zum wirtschaftlichen Handeln. Im Verlaufe des Gruppenpuzzles sollen sich die verschiedenen Teams mit den einführenden Problemstellungen beschäftigen. Außerdem soll eine zusammenfassende Übersicht erstellt werden. Da sie als Expertinnen und Experten für ein Teilthema ihre Mitschülerinnen und Mitschüler informieren sollen, kommt es auf ihr konzentriertes Arbeiten an.Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten selbstständig die verschiedenen Themen zum wirtschaftlichen Handeln. müssen sich in einem Thema zur "Expertin" und zum "Experten" ausbilden und die erlernten Sachverhalte ihren Mitschülerinnen und Mitschülern vermitteln.

  • Wirtschaftslehre
  • Sekundarstufe II

Ursachen der Inflation

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Inflation erarbeiten die Schülerinnen und Schüler die Ursachen der Änderung des Preisniveaus mittels einer Internetrecherche. Ziel ist es, das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren des Marktes zu durchschauen. Sie selbst erfahren Preissteigerungen im privaten Konsum als unmittelbare Auswirkungen.Der Ursprung des Wortes Inflation (lateinisch; inflare = aufblähen, hineinblasen) deutet auf eine wichtige Voraussetzung anhaltender Preisanstiege hin, nämlich die Aufblähung der Geldmenge. Das bedeutet, dass die Geldmenge in einer Volkswirtschaft auf längere Sicht anhaltend schneller zunimmt als die Gütermenge, weshalb der Geldwert fällt. Das Ausmaß der Änderung des Preisniveaus wird durch Preisindizes gemessen. Der Impuls zu einer Preissteigerung kann von der Nachfrage- oder der Angebotsseite ausgehen. Als nachfragebedingte Beispiele sind die Konsum- und Investitionsinflation zu nennen, angebotsbedingt sollen die Kosten- und Anspruchsinflation genauer erörtert werden. Die eine Hälfte der Schülerinnen und Schüler recherchiert die Inflationsraten der letzten Jahre und stellen diese in einem Programm ihrer Wahl dar. Die andere Hälfte erkundigt sich über die unterschiedlichen Arten der Inflation. Zur Festigung füllen alle Schülerinnen und Schüler anschließend ein Kreuzworträtsel zum Thema Inflation aus.Das Thema "Inflation" aus dem übergeordneten Komplex "Binnenwert des Geldes" ist vielfältig, weshalb einige Reduktionsentscheidungen für die Unterrichtsstunde sinnvoll erscheinen: Im Rahmen der vertikalen Reduktion wird auf die Formen der Inflation verzichtet, in die Folgestunden verschoben werden die Auswirkungen der Inflation. Im Rahmen der horizontalen Reduktion werden die verschiedenen Ursachen anhand von Beispielen verdeutlicht. Die allgemeinen Inhalte werden in Form eines Kreuzworträtsels gesichert. Die Vorgehensweise zur Analyse der Ursachen in Form einer Internetrecherche hat exemplarischen Charakter, da hier die Sach- sowie die Methodenkompetenz gefördert werden. Die Suche nach Inflationsraten und deren grafische Darstellung aus Jahren, die für die Schülerinnen und Schüler eine große emotionale Bedeutung haben, wie das Jahr der Einschulung, der Erlangung der Fachoberschulreife oder des Führerscheins, hat eine motivierende Wirkung. Dadurch fällt es den Lernenden leichter, die Ursachen für die Entwicklung der Inflationsraten zu erkennen.Die Schülerinnen und Schüler grenzen die Ursachen der Inflation auf der Nachfrageseite und der Angebotsseite unterscheiden und voneinander ab. strukturieren, reduzieren und präsentieren die gefundenen Informationen im Programm ihrer Wahl. nutzen selbstständig das Internet zur gezielten Informationsrecherche.

  • Wirtschaftslehre
  • Sekundarstufe II

Die Systeme von Produktionsfaktoren spielend erkunden

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit erschließen sich die Schülerinnen und Schüler schrittweise die wesentlichen Aspekte betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Produktionsfaktoren.Ausgangspunkt der Unterrichtseinheit zu Produktionsfaktoren ist ein spielerisches Element - das Puzzle. In Gruppen, die in einer Wettbewerbssituation miteinander konkurrieren, müssen allgemeine, volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Informationen zum Themengebiet Produktionsfaktoren möglichst schnell und inhaltlich richtig zusammengestellt werden. Die dargestellten Fachinhalte werden von der Siegergruppe vorgestellt. Fehlerhafte Kombinationen können im Anschluss korrigiert werden. In einem zweiten Arbeitsschritt fertigen die Lernenden eine digitale Mindmap und ergänzen Beispiele zu den jeweiligen Produktionsfaktoren. Danach erfolgt die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich Zusammenhänge und erkennen anhand von Leitfragen, warum es Produktionsfaktoren-Systeme gibt. Als Informationsbasis dienen die erarbeiteten Puzzlebilder. Verlaufsmodell und Instrumente Das didaktische Verlaufsmodell des Lernarrangements ist eine Lernspirale, in die selbstständig produktive Erarbeitungsphasen sowie Präsentations- und Reflexionselemente einer handlungsorientierten Lernschleife integriert sind. Die Lernspirale gliedert das Thema in Arbeitsinseln, die einzeln in mehrstufigen eigenverantwortlichen Arbeitsaktivitäten bearbeitet werden. Zu Beginn steht mit dem Puzzle ein spielerisches wie wettbewerbliches Instrument, das dazu dient, das Thema aufzulockern und den Lernenden den Zugang zu den Inhalten zu erleichtern. Spielerisch setzen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst mit den Produktionsfaktoren auseinander und erstellen die Puzzlebilder, ohne sich mit den Inhalten zu beschäftigen. In weiteren Schritten wird diese inhaltliche Arbeit durch eine selbstständig zu erarbeitende Übersicht in Form einer MindMap sowie anhand von Leitfragen eingefordert. Sozialformen und Kompetenzen Die Lernspirale erlaubt der Lerngruppe die wiederholte Beschäftigung mit dem Lerngegenstand in verschiedenen Sozialformen (Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Plenum) und mit unterschiedlichen Sinneskanälen. Die Lernenden erwerben inhaltliche, methodische, kommunikative und teamspezifische Kompetenzen gleichzeitig. Durch das Puzzeln und den Wettbewerb zu Beginn ist die Motivationslage der Lerngruppe gestärkt, und das Arbeitsklima ist positiv. Die selbstständige Aufbereitung der Inhalte erhöht sowohl die Akzeptanz als auch die Nachhaltigkeit. Der Mix der Sozialformen induziert sowohl im kognitiven wie im sozialen Lernzielbereich große Lerneffekte. Die Schülerinnen und Schüler sind im Rahmen des vorgegebenen Lernkorridors selbst für ihren Lernprozess verantwortlich und bestimmen in der Einzel- wie Teamarbeitsphase individuell ihr Lerntempo. Ablauf der Unterrichtseinheit Den Ablauf der Sequenz haben wir hier zusammengestellt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre kognitive Kompetenz, indem sie auf Basis von Sachinformationen erarbeiten, welche Produktionsfaktoren in betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht unterschieden werden. schulen ihre Analysekompetenz, indem sie die verschiedenen Produktionsfaktoren im Kontext betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht als einzelne Phänomene wahrnehmen und in die jeweiligen Gesamtzusammenhänge einordnen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ihre Fähigkeit, Informationen im Internet zu recherchieren und eine gezielte Auswahl von Quellen vorzunehmen. schulen ihre Fertigkeit, Informationen aus dem Lehrbuch gezielt auszuwählen und aufzubereiten. bauen ihre Fähigkeit aus, wesentliche Inhalte in Form einer digitalen Mindmap zu visualisieren. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erkennen eventuell vorhandene Widersprüche von Lehrbuch- und Internet-Informationen und entscheiden sich für eine Information. schulen sich im selbstständigen Erschließen von Texten, indem sie wesentliche Aspekte zusammenfassen und aufbereiten. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler trainieren in der Partner- und der Gruppenarbeit sowie der Präsentationsphase ihre Team-, Dialog- und Interaktionsfähigkeit sowie freies Sprechen und Auftreten vor der Klasse. Unterrichtskiste In einem aktivierenden Einstieg werden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, die für die Unterrichtsstunde benötigten Materialien - Arbeitsaufträge und Puzzleteile - aus einer Kiste auszupacken. Die Lernenden bilden im Anschluss Gruppen, die im Puzzlewettbewerb gegeneinander antreten werden. In den Gruppen liegen die Arbeitsaufträge nach dem Auspacken vor. Arbeitsaufträge Die Schülerinnen und Schüler lesen die Arbeitsaufträge der ersten Arbeitsphase (siehe Arbeitsblatt, differenziert nach Bank und Industrie). Das Arbeitsblatt enthält zwei weitere Arbeitsphasen, die sukzessive durchlaufen werden. Es empfiehlt sich, das Arbeitsblatt so zu falten, dass jeweils nur der aktuelle Arbeitsauftrag zu lesen ist, oder die Arbeitsphasen einzeln in die Lerngruppe zu geben. Erste Stufe: Produktionsfaktor-Puzzle Die Schülerinnen und Schüler puzzeln an den verschieden Produktionsfaktorbildern in Gruppen. Die Gruppe, die am schnellsten alle Puzzle gelöst hat, gewinnt. Die Sieger stellen die Ergebnisse vor und präsentieren die Inhalte der gepuzzelten Bilder. Gegebenenfalls können die Puzzle-Bilder als Folien vorbereitet werden, um die Besprechung visuell zu unterstützen. Mit der kostenfreien Software Jigs@w Puzzle lässt sich mit wenigen Klicks von Bildern ein Puzzle erzeugen, das am Bildschirm gelöst werden kann. Die Puzzles lassen sich als EXE-Dateien speichern und stehen damit jederzeit zur Verfügung. Zweite Stufe: Erstellung einer Mindmap Die Gruppen haben jetzt die Möglichkeit, eventuell falsch gepuzzelte Bilder zu korrigieren, damit die Inhalte für den nächsten Arbeitsschritt vorliegen. In dieser Phase wird einzeln gearbeitet. Die Lernenden erstellen eine digitale MindMap zum Thema, überlegen sich für die gefundenen Produktionsfaktoren Beispiele und ergänzen ihre Struktur gegebenenfalls mit Bildern, die den Zugang sowie das Behalten der Inhalte erleichtern. Dritte Stufe: Leitfragen zu Produktionsfaktoren Für die nächste Arbeitsphase werden wiederum Teams gebildet. Die Aufgabe besteht darin, Leitfragen zum Thema Produktionsfaktoren zu beantworten. Diese Phase ist Kern der inhaltlichen Auseinandersetzung. Je nach gegebenen Voraussetzungen können die Fragen mithilfe der vorliegenden Bilder und ergänzenden Informationen aus einem Lehrbuch oder Leittext gelöst werden (siehe "Links und Literatur zum Thema). Denkbar ist auch, dass an dieser Stelle eine Internetrecherche durchgeführt wird, um gezielt Informationen für die aufgeworfenen Fragen zu finden, zu prüfen und zu selektieren. Präsentation In einer abschließenden Runde, in der die Lerngruppe im Plenum arbeitet, werden die erzielten Ergebnisse vorgestellt und miteinander verglichen. Die Schülerinnen und Schüler können dabei ihre Antworten auf die Leitfragen ergänzen und offene Fragen sowie Probleme klären. Reflexion Im Anschluss erfolgt eine Reflexion der Arbeitsschritte. Dabei sollten neben den Fachinhalten vor allem die methodischen Elemente sowie das Arbeiten in den verschiedenen Sozialformen thematisiert werden. In den Folgestunden kann je nach Einsatz in der didaktischen Planung eine Übung zum Thema angeschlossen werden. Darüber hinaus bietet es sich an, dass die Lernenden in den jeweiligen Lernfeldern bei Bedarf auf ihre MindMap und ihre Notizen zurückgreifen. Blank, A., Hagel, H. (et. al): Ausbildung im Industriebetrieb, 1. Ausbildungsjahr, Troisdorf: Bildungsverlag EINS, 2007. Grill, H., Perczynski, H. (et. al), Wirtschaftslehre des Kreditwesens, 41. Auflage, Troisdorf: Bildungsverlag EINS, 2007. Haak, W., Produktion in Banken, Möglichkeiten eines Transfers industriebetrieblich-produktionswirtschaftlicher Erkenntnisse auf den Produktionsbereich von Banken, Frankfurt a. M, Bern: Lang, 1982 Mattes, W., Methoden für den Unterricht, 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende, Schöningh: Braunschweig, Paderborn und Darmstadt, 2005. Schaefer, S., Unterrichtsmethoden, Schwerpunkt kaufmännische Fächer, Europa: Haan-Gruiten, 2004. Selchert, F. W., Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, Übersichtsdarstellungen, 6. Auflage; Oldenbourg: München, Wien 1997.

  • Wirtschaftslehre
  • Sekundarstufe II

Steuern - nein danke?

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Steuern machen sich die Schülerinnen und Schüler basierend auf einem Beispiel ihrer Lebenswelt Gedanken über Abgaben an das Finanzamt. Dabei wägen sie zwischen dem Engagement für gemeinschaftliche Güter - durch das Zahlen von Steuern - und dem Verfolgen persönlicher Interessen ab. Sie betten ihre Argumente in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext ein und gelangen so zu einem moralisch gereifteren Urteil.Die Unterrichtseinheit zum Thema Steuern startet mit dieser Fragestellung, wie viele Spirituosen oder Zigaretten man aus dem Ausland mit nach Hause bringen darf und ob man diese versteuern muss. Die Schülerinnen und Schülern erhalten im Fishbowl die Gelegenheit, sich diesbezüglich moralisch zu erklären oder sich gegebenenfalls zu revidieren. Kaffee, Zigaretten, Alkohol und mittlerweile auch Benzin sind wahrscheinlich die liebsten "Mitbringsel" von Urlaubern. Und es ist üblich, dass Mitglieder einer Reisegruppe, die diese Waren nicht eingekauft haben, diese dann für diejenigen, die davon zu viel gekauft haben, mit über die Grenze nehmen. Dass auch dies verboten ist, erfahren die Schülerinnen und Schüler in dieser Unterrichtseinheit. Darauf aufbauend erhalten sie dann die Gelegenheit, sich grundsätzliche Gedanken zur Notwendigkeit von Steuern zu machen und ihre diesbezügliche Perspektive zu erweitern.Die Unterrichtseinheit "Steuern - nein danke?" soll Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, moralische Überlegungen zur Notwendigkeit von Steuern anzustellen. Die Untersuchungen von Kohlberg und Turiel belegen, dass moralische Qualitäten nur unzureichend durch direkte Belehrung stimulierbar sind. Veränderungen im moralischen Denken und Handeln können in der Regel erst dadurch erreicht werden, dass Schülerinnen und Schüler ihre Erfahrungen aktiv reorganisieren. Dazu sollen sie durch einen echten Moralkonflikt stimuliert werden. Ablauf der Unterrichtseinheit "Steuern - nein danke?" Einstiegsfall Als Einstieg werden die Schülerinnen und Schüler gefragt, ob sie bei einem bevorstehenden Urlaub - alternativ einer geplanten Klassenfahrt - als Nichtraucher für einen Raucher Zigaretten mit über die Grenze nehmen würden. Die Raucher werden gefragt, ob sie einen Nichtraucher um diese Gefälligkeit bitten würden. Das Ergebnis wird mittels einer Punktabfrage ermittelt. In der Regel entscheidet sich die überwiegende Mehrheit einer Klasse dafür, die Zigaretten mitzunehmen. Internetrecherche zu den rechtlichen Grundlagen Das Tabaksteuergesetz Im Anschluss an die Punktabfrage werden die Lernenden gebeten, im Internet zu recherchieren, wie dieses Thema juristisch geregelt ist. Der § 20 des Tabaksteuergesetzes hilft hier weiter. Die Schülerinnen und Schüler stellen bereits beim Studium des § 20 Abs. 1 TabStG fest, dass man für den Eigenbedarf erworbene Tabakwaren nur selbst in das Steuergebiet verbringen darf. Das Mitnehmen von Tabakwaren für Mitschüler ist somit nicht in Ordnung. Damit ist der Einstiegsfall rechtlich geklärt. Alltagsrelevanz Lesen die Lernenden allerdings im § 20 TabStG weiter, werden sie sich spätestens bei Absatz 4 fragen, wie viele Zigaretten sie denn heute aus der Tschechischen Republik mit nach Deutschland nehmen dürfen. Schließlich gilt die Regelung, dass man nur 200 Zigaretten pro Person einführen darf, seit dem 31. Dezember 2007 nicht mehr. Nun ist guter Rat teuer. Es stellt sich die Frage, wo der § 20 TabStG erläutert wird. Dazu kann man sich zum einen auf die Homepage des Zolls begeben. Hier wird auf die Mengenregelung zum privaten Verbringen erläutert. Alternativ kann man aber auch in der Tabaksteuerverordnung nachschauen. Der § 22 b TabStV (Tabaksteuerverordnung) hilft jetzt weiter. Recherche-Ergebnis Im Ergebnis stellt man fest, dass man seit dem 31.12.2007 bis zu 800 Zigaretten, 200 Zigarren, 400 Zigarillos oder ein Kilogramm Rauchtabak aus dem freien Verkehr eines anderen Mitgliedstaates für den Eigenbedarf selbst in das Steuergebiet, also nach Deutschland, mitbringen darf. Parallelfall: Alkohol-Transport Falls die Schülerinnen und Schüler ergänzend auch noch die Regelungen zu Alkoholika interessieren, kann auf das entsprechende Urteil des EuGH vom 23.11.2006 verwiesen werden. Auch hier wird darauf hingewiesen, dass die für den eigenen Bedarf erworbenen Waren persönlich befördert werden müssen. Somit darf also auch der Transport von Alkoholika nicht an Mitschüler delegiert werden. Erarbeitung steuerethischer Grundlagen Moralischer Konflikt Beim Studium der gesetzlichen Regelungen stellen die Schülerinnen und Schüler fest, dass sie sich bei der Punktabfrage nicht gesetzeskonform entschieden haben. Damit entsteht ein moralischer Konflikt, der sie für den Inhalt sensibilisiert. Sie haben nun in der Regel das Bedürfnis, ihre Einstellung und ihr Wissen um die Gesetzeslage in Einklang zu bringen. Gefahren des Rauchens erwähnen An dieser Stelle bietet es sich zudem an, auch auf die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens hinzuweisen und diese Überlegungen als weiteren Aspekt einzubringen. Internetrecherche Da sie für diese Reorganisation weitere Information benötigen, kann man ihnen nun anbieten, sich in Gruppen mit verschiedenen Perspektiven zum Thema Steuern zu beschäftigen und entsprechendes Material im Internet zu recherchieren. Die Recherche bildet die Basis der späteren Diskussion im Fishbowl . Auswahl der Perspektiven in der Vorbereitung des Fishbowls Bevor man der Klasse die alternativen Perspektiven zur Auswahl stellt, sollte man sich überlegen, wie viele und welche Perspektiven man anbietet. Dabei sind die Anzahl der Lernenden und die Ausgewogenheit zu beachten. Weiterhin sollten die Gruppen "Schüler" und "Adam Smith" im Fishbowl nicht fehlen. Nachdem den Schülerinnen und Schülern einige oder alle der folgenden Perspektiven kurz vorgestellt worden sind, wählen diese eine aus, die sie erarbeiten wollen. Die Gruppengröße sollte auf maximal vier Schülerinnen und Schüler begrenzt sein. Fishbowl Methodische Hinweise Nach der Erarbeitungs- und Recherchephase werden die Perspektiven in einem Fishbowl ausgetauscht. Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, diese Methode noch ein wenig zu ergänzen: Eine Moderatorin oder ein Moderator im inneren Kreis sollte darauf achten, dass die Diskussion nicht abschweift. Falls dies möglich ist, übernimmt eine Schülerin oder ein Schüler diese Rolle. Alternativ springt die Lehrerin oder der Lehrer ein. Weiterhin ist es günstig, eine Zeitwächterin oder einen Zeitwächter zu bestimmen. Eine Redezeitbegrenzung von einer Minute gibt jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer die Gelegenheit, seine Kernargumente vorzutragen. Inhaltliche Hinweise Die Moderation sollte unter anderem dafür Sorge tragen, dass im Fishbowl auch das Free-Rider-Verhalten thematisiert wird. Die Schülerinnen und Schüler sehen sich mit einem Dilemma konfrontiert, bei dem das Engagement für gemeinschaftliche Güter - durch das Zahlen von Steuern - dem individuellen, rationalen Handeln gegenübersteht. Denken die Lernenden ihre in der Punktabfrage getroffene Entscheidung zu Ende, können sie merken, dass sie damit nur ein Suboptimum erreichen. Schlimmstenfalls wird eine dem market of lemons ähnliche Situation entstehen. Überträgt man diese Theorie auf die Steuerehrlichkeit, so wird am Ende jeder von jedem glauben, dass er bei der Steuer betrügt. In der Folge wird dann jeder die Steuer betrügen, um sich nicht schlechter zu stellen. Im Fishbowl haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, sich zu erschließen, dass ein geregeltes, gesellschaftliches Miteinander Vorteile für alle Mitglieder dieser Gemeinschaft bietet. Sicherung der Ergebnisse und erneute Punktabfrage Die Ergebnisse des Fishbowls werden abschließend durch die Lehrerin oder den Lehrer an der Tafel oder am Flipchart gesichert. Abschließend wird die Punktabfrage noch einmal wiederholt und mit dem Ergebnis der ersten Abfrage verglichen. Eine Wertung der Abweichungen wird nicht vorgenommen! Literatur Moralische Entwicklung und Moralerziehung von Lawrence Kohlberg und Elliot Turiel in Sozialisation und Moral - Neuere Ansätze zur moralischen Entwicklung und Erziehung von Gerhard Portele, Weinheim 1978 Die Schülerinnen und Schüler erfassen die Vielschichtigkeit steuerrechtlicher Fragestellungen besser, indem sie sich aus verschiedenen Perspektiven darüber austauschen. lernen über die Kenntnis der verschiedenen Perspektiven ihren persönlichen Standpunkt in gesamtgesellschaftliche Interessenlagen zu integrieren. Aufgabenstellung Als Einstieg werden die Schülerinnen und Schüler gefragt, ob sie bei dem bevorstehenden Urlaub - alternativ einer geplanten Klassenfahrt - als Nichtraucher für einen Raucher Zigaretten mit über die Grenze nehmen würden. Die Raucher werden gefragt, ob sie einen Nichtraucher um diese Gefälligkeit bitten würden. Das Ergebnis wird mittels einer Punktabfrage ermittelt. In der Regel entscheidet sich die überwiegende Mehrheit einer Klasse dafür, die Zigaretten mitzunehmen. Das Tabaksteuergesetz Im Anschluss an die Punktabfrage werden die Lernenden gebeten, im Internet zu recherchieren, wie dieses Thema juristisch geregelt ist. Der § 20 des Tabaksteuergesetzes hilft hier weiter. Die Schülerinnen und Schüler stellen bereits beim Studium des § 20 Abs. 1 TabStG fest, dass man für den Eigenbedarf erworbene Tabakwaren nur selbst in das Steuergebiet verbringen darf. Das Mitnehmen von Tabakwaren für Mitschüler ist somit nicht in Ordnung. Damit ist der Einstiegsfall rechtlich geklärt. Alltagsrelevanz Lesen die Lernenden allerdings im § 20 TabStG weiter, werden sie sich spätestens bei Absatz 4 fragen, wie viele Zigaretten sie denn heute aus der Tschechischen Republik mit nach Deutschland nehmen dürfen. Schließlich gilt die Regelung, dass man nur 200 Zigaretten pro Person einführen darf, seit dem 31. Dezember 2007 nicht mehr. Nun ist guter Rat teuer. Es stellt sich die Frage, wo der § 20 TabStG erläutert wird. Dazu kann man sich zum einen auf die Homepage des Zolls begeben. Hier wird auf die Mengenregelung zum privaten Verbringen erläutert. Alternativ kann man aber auch in der Tabaksteuerverordnung nachschauen. Der § 22 b TabStV (Tabaksteuerverordnung) hilft jetzt weiter. Recherche-Ergebnis Im Ergebnis stellt man fest, dass man seit dem 31.12.2007 bis zu 800 Zigaretten, 200 Zigarren, 400 Zigarillos oder ein Kilogramm Rauchtabak aus dem freien Verkehr eines anderen Mitgliedstaates für den Eigenbedarf selbst in das Steuergebiet, also nach Deutschland, mitbringen darf. Parallelfall: Alkohol-Transport Falls die Schülerinnen und Schüler ergänzend auch noch die Regelungen zu Alkoholika interessieren, kann auf das entsprechende Urteil des EuGH vom 23.11.2006 verwiesen werden. Auch hier wird darauf hingewiesen, dass die für den eigenen Bedarf erworbenen Waren persönlich befördert werden müssen. Somit darf also auch der Transport von Alkoholika nicht an Mitschüler delegiert werden. Moralischer Konflikt Beim Studium der gesetzlichen Regelungen stellen die Schülerinnen und Schüler fest, dass sie sich bei der Punktabfrage nicht gesetzeskonform entschieden haben. Damit entsteht ein moralischer Konflikt, der sie für den Inhalt sensibilisiert. Sie haben nun in der Regel das Bedürfnis, ihre Einstellung und ihr Wissen um die Gesetzeslage in Einklang zu bringen. Gefahren des Rauchens erwähnen An dieser Stelle bietet es sich zudem an, auch auf die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens hinzuweisen und diese Überlegungen als weiteren Aspekt einzubringen. Internetrecherche Da sie für diese Reorganisation weitere Information benötigen, kann man ihnen nun anbieten, sich in Gruppen mit verschiedenen Perspektiven zum Thema Steuern zu beschäftigen und entsprechendes Material im Internet zu recherchieren. Die Recherche bildet die Basis der späteren Diskussion im Fishbowl . Bevor man der Klasse die alternativen Perspektiven zur Auswahl stellt, sollte man sich überlegen, wie viele und welche Perspektiven man anbietet. Dabei sind die Anzahl der Lernenden und die Ausgewogenheit zu beachten. Weiterhin sollten die Gruppen "Schüler" und "Adam Smith" im Fishbowl nicht fehlen. Nachdem den Schülerinnen und Schülern einige oder alle der folgenden Perspektiven kurz vorgestellt worden sind, wählen diese eine aus, die sie erarbeiten wollen. Die Gruppengröße sollte auf maximal vier Schülerinnen und Schüler begrenzt sein. Methodische Hinweise Nach der Erarbeitungs- und Recherchephase werden die Perspektiven in einem Fishbowl ausgetauscht. Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, diese Methode noch ein wenig zu ergänzen: Eine Moderatorin oder ein Moderator im inneren Kreis sollte darauf achten, dass die Diskussion nicht abschweift. Falls dies möglich ist, übernimmt eine Schülerin oder ein Schüler diese Rolle. Alternativ springt die Lehrerin oder der Lehrer ein. Weiterhin ist es günstig, einen Zeitwächter zu bestimmen. Eine Redezeitbegrenzung von einer Minute gibt jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer die Gelegenheit, seine Kernargumente vorzutragen. Inhaltliche Hinweise Die Moderation sollte unter anderem dafür Sorge tragen, dass im Fishbowl auch das Free-Rider-Verhalten thematisiert wird. Die Schülerinnen und Schüler sehen sich mit einem Dilemma konfrontiert, bei dem das Engagement für gemeinschaftliche Güter - durch das Zahlen von Steuern - dem individuellen, rationalen Handeln gegenübersteht. Denken die Lernenden ihre in der Punktabfrage getroffene Entscheidung zu Ende, können sie merken, dass sie damit nur ein Suboptimum erreichen. Schlimmstenfalls wird eine dem market of lemons ähnliche Situation entstehen. Überträgt man diese Theorie auf die Steuerehrlichkeit, so wird am Ende jeder von jedem glauben, dass er bei der Steuer betrügt. In der Folge wird dann jeder die Steuer betrügen, um sich nicht schlechter zu stellen. Im Fishbowl haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, sich zu erschließen, dass ein geregeltes, gesellschaftliches Miteinander Vorteile für alle Mitglieder dieser Gemeinschaft bietet. Die Ergebnisse des Fishbowls werden abschließend durch die Lehrerin oder den Lehrer an der Tafel oder am Flipchart gesichert. Abschließend wird die Punktabfrage noch einmal wiederholt und mit dem Ergebnis der ersten Abfrage verglichen. Eine Wertung der Abweichungen wird nicht vorgenommen! Moralische Entwicklung und Moralerziehung von Lawrence Kohlberg und Elliot Turiel in Sozialisation und Moral - Neuere Ansätze zur moralischen Entwicklung und Erziehung von Gerhard Portele, Weinheim 1978

  • Wirtschaftslehre
  • Sekundarstufe II, Berufliche Bildung

Unternehmertum und Unternehmergeist

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtsreihe zu befassen sich die Lernenden vor dem Hintergrund der Unternehmenslandschaft in Deutschland mit den Themen Unternehmertum und Unternehmergeist. Die einzelnen Einheiten sind miteinander verwoben, sodass ein einheitliches Lernen gewährleistet wird.Im wirtschaftlichen System der Sozialen Marktwirtschaft sind Unternehmen Träger und Initiatoren von Wandel und Fortschritt. Sie sind ein zentraler Faktor im Spiel von Angebot und Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen. Dabei kommt insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen eine tragende Rolle zu. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sind mehr als 99 Prozent aller deutschen Unternehmen kleine und mittelständische Unternehmen, die rund 52 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung des Landes beitragen. Anhand der vorliegenden Unterrichtseinheit befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Rolle des Unternehmertums für den ökonomischen Wettbewerb, den Strukturwandel und das Wirtschaftswachstum sowie mit der Bedeutung von Unternehmen als Arbeitgeber. Besonders intensiv wird dabei die Rolle kleiner und mittlerer Unternehmen betrachtet. Gleichzeitig setzen sich die Lernenden mit der Möglichkeit einer eigenen beruflichen Selbstständigkeit auseinander, indem sie vor dem Hintergrund ihrer eigenen Lebensplanung damit verbundene Chancen aber auch Risiken erkennen und gegeneinander abwägen. Didaktische Überlegungen Ausgehend von der Unternehmenslandschaft in Deutschland und der Bedeutung von Unternehmen für die Soziale Marktwirtschaft setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Thema Unternehmertum und Existenzgründung auseinander. Dabei hinterfragen und testen sie auch, ob und inwieweit für sie nach der Ausbildung eine berufliche Selbstständigkeit infrage kommt. Die Unterrichtseinheit eignet sich für Berufsschülerinnen und Berufsschüler aller Ausbildungsberufe, da sie allgemeine und branchenübergreifende Informationen zur Unternehmenslandschaft in Deutschland vermittelt, die Bedeutung von kleinen und mittleren Unternehmen hervorhebt und sich dabei speziell auf Selbstständige und Existenzgründerinnen und gründer fokussiert. Unternehmertum und Eigeninitiative sind ein wichtiger Bestandteil wirtschaftlichen Handelns und gerade in Berufen, die eine Ausbildung voraussetzen (sowohl in Handel / Gastronomie, Dienstleistung und Industrie) von großer Bedeutung. Immerhin haben fünf von zehn Existenzgründenden in Deutschland als höchste Berufsqualifikation eine Lehre / Berufsfachschule absolviert (Quelle: BMWi, Studie Gründerland Deutschland, 2012). Anbindung an die Lehrpläne Die vorliegende Lerneinheit bildet die ideale Ergänzung zu den nachfolgenden Themenkomplexen der Lehr- und Bildungspläne: Soziale Marktwirtschaft Unternehmensformen Unternehmensführung Die Unterrichtseinheit dient dazu, dass die Schülerinnen und Schüler den Begriff "kleine und mittlere Unternehmen (KMU)" differenziert erläutern und vom Begriff "Großunternehmen" unterscheiden können. die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstandes kennen. über eine unternehmerische Selbstständigkeit als berufliche Perspektive reflektieren. grundlegende Kenntnisse zu den Themen Existenz- und Unternehmensgründung sowie zu erfolgreicher Unternehmensführung erlangen. Ablaufplanung und Arbeitsmaterialien Ablauf der Unterrichtseinheit "Unternehmertum und Unternehmergeist" Auf dieser Seite wird der Verlauf der Unterrichtseinheit "Unternehmertum und Unternehmergeist" mit Hinweisen auf die Arbeitsmaterialien Schritt für Schritt erläutert. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wissen, was kleine und mittlere Unternehmen sind. kennen Zahlen und Fakten zur Bedeutung kleiner und mittelständischer Unternehmen für wirtschaftlichen Fortschritt und Wettbewerb sowie ihre Relevanz als Arbeitgeber und bei der Ausbildung von Fachkräften. nehmen die Arbeit von Unternehmen in ihrem unmittelbaren Umfeld stärker wahr. erlangen Wissen zur Bedeutung und Relevanz von Unternehmensgründungen für den Wirtschaftskreislauf. wägen Chancen und Risiken des Unternehmertums ab. definieren den Begriff "Erfolg". analysieren erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer sowie ihre Geschäftsideen. Dabei erkennen sie, dass es auch erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer in ihrem Lebensumfeld und ihrer Region gibt. lernen unterschiedliche Wege der Unternehmensgründung kennen. kennen wichtige Eigenschaften von erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern beziehungsweise Unternehmensgründerinnen und Unternehmensgründern. reflektieren ihre eigenen Stärken und Schwächen und prüfen darauf aufbauend, ob sie sich als Unternehmerin beziehungsweise Unternehmer eignen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben sich im eigenständigen Beschaffen, Strukturieren und Interpretieren von Informationen. können ausgewählte Aspekte von Texten und Grafiken aufbereiten. setzen sich diskursiv mit der Frage auseinander, ob eine berufliche Selbstständigkeit für sie infrage kommt und können dies rational begründen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen verschiedene Medien zur Informationsbeschaffung. trainieren im Rahmen von Interviews und Präsentationen die eigene Ausdrucksfähigkeit und aktives Zuhören. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler trainieren im Rahmen von Partner- und Gruppenarbeit ihre Zusammenarbeit mit anderen Personen. lernen, Diskussionen argumentativ und rational zu führen. trainieren im Rahmen des Unternehmereignungstests und der Unternehmerinterviews Empathie und Menschenkenntnis. Video "Initiative German Mittelstand" Als Einstieg in die Unterrichtseinheit schauen sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam den Videobeitrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie " Initiative German Mittelstand " an. Alternativ kann im Rahmen von Einzel- oder Partnerarbeit auch die Bildstrecke "Das macht den Mittelstand aus" genutzt werden. Mit Blick auf die zur Verfügung stehende Stundenzahl kann dies auch als vorbereitende Hausaufgabe aufgegeben werden. Informationsblatt "Unternehmen in Deutschland" Auf dieser Grundlage und mithilfe des Informationsblattes "Unternehmen in Deutschland" lernen die Schülerinnen und Schüler anschließend die Rolle und Bedeutung von Wirtschaftsunternehmen für eine Volkswirtschaft kennen. Dabei erfahren sie, dass mit 99,7 Prozent insbesondere kleine und mittlere Unternehmen die deutsche Wirtschaftslandschaft ausmachen. Unterschied Unternehmer und Arbeitnehmer Ausgangslage bildet die Überlegung, worin der Unterschied zwischen einer Unternehmerin beziehungsweise einem Unternehmer und einer Arbeitnehmerin beziehungsweise einem Arbeitnehmer besteht. Dabei soll den Lernenden bewusst werden, dass Unternehmerinnen und Unternehmer (und damit auch Existenzgründerinnen und Existenzgründer) sowohl für ihren eigenen Arbeitsplatz, ihren wirtschaftlichen Erfolg aber auch für andere Menschen verantwortlich sind, indem sie beispielsweise Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen. Hierauf basierend setzen sich die Lernenden in Kleingruppen mit der Rolle und Bedeutung von Existenzgründerinnen und -gründern innerhalb der Sozialen Marktwirtschaft auseinander. Analyse der Gründungs- und Liquidationszahlen Anschließend analysieren die Schülerinnen und Schüler die Entwicklung der Gründungs- und Liquidationszahlen im Zeitraum von 2000 bis 2012 (Infoblatt Existenzgründungen in Deutschland). Indem sie aus den bereitgestellten Zahlen eine Grafik erstellen, erkennen sie, dass die Zahl der Unternehmensgründungen seit Jahren rückläufig ist. Darauf aufbauend diskutieren sie in der Klasse mögliche Gründe für diese Entwicklung. Dabei sollten auch der Aspekt der Gründungsbereitschaft und der Aspekt der Auseinandersetzung mit den Themen Unternehmertum, Existenzgründung oder Selbstständigkeit in der Schule angesprochen werden. Hier sind die Lernenden mit Blick auf den Bezug zur eigenen Lebens- und Erfahrungswelt aufgefordert, über Erfahrungen aus ihrer eigenen Schulbiografie zu berichten. Internet-Recherche Darüber hinaus informieren sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Internet-Recherche über Wettbewerbe und Planspiele zum Thema Unternehmertum und erstellen mit Blick auf die Nachhaltigkeit eine Datenbank zu den gewonnenen Ergebnissen für ihre Schule. Als Recherche-Grundlage kann dabei unter anderem die Internetseite www.unternehmergeist-macht-schule.de genutzt werden. Perspektive Berufliche Selbstständigkeit Kernpunkt der Vertiefung ist die Auseinandersetzung mit der Frage, ob und inwieweit eine berufliche Selbstständigkeit für die Schülerinnen und Schüler nach ihrer Ausbildung bedeutsam und interessant ist. In dieser Phase werden die Schülerinnen und Schüler als potenzielle Unternehmensgründerinnen und -gründer angesprochen. Es empfiehlt sich, für diese Phase mindestens sechs Unterrichtsstunden zu veranschlagen. Ausgangspunkt bildet eine Kartenabfrage, auf der Vorteile aber auch Risiken und Gefahren einer beruflichen Selbstständigkeit aufgeführt sind. Da die vorbereiteten Aussagen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sind von den Schülerinnen und Schülern weitere Punkte zusammenzutragen und auf dem Arbeitsblatt zu notieren. Dabei erkennen die Lernenden auch, dass einige Punkte, wie beispielsweise die Übernahme von Verantwortung, sowohl ein Vorteil als auch ein Risiko sein können. Alternative Alternativ kann die Aufgabe auch gemeinsam an der Tafel und nicht mithilfe des Arbeitsblattes gelöst werden. Hierfür sind durch die Lehrkraft entsprechende Karten mit den Vor- und Nachteilen vorzubereiten und unsortiert an die Tafel oder eine Pinnwand zu hängen. Danach sind die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, die Vorteile auf die eine Seite der Tafel beziehungsweise Pinnwand und die Risiken/Gefahren an die andere Seite der Tafel oder Pinnwand zu heften. Werdegang und Alltag erfolgreicher Unternehmerinnen und Unternehmer Ausgehend von der Erarbeitung einer Definition für den Begriff "Erfolg" (Aufgabenblatt "Was ist Erfolg") setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Werdegang und dem Alltag erfolgreicher Unternehmerinnen und Unternehmer auseinander. Dabei haben sie nicht nur international, sondern auch national und regional erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer im Blick. Zentrales Lernziel dieser Phase ist es, zu erkennen, dass Unternehmerinnen und Unternehmer jeglicher Art klein angefangen haben und auch mit vielen Schwierigkeiten auf dem Weg zum Erfolg zu kämpfen hatten und haben. Eine ausgewählte Unternehmerin und Existenzgründerin beziehungsweise einen ausgewählten Unternehmer und Existenzgründer ihrer Region stellen die Schülerinnen und Schüler in einem Portrait näher vor. Interview Dazu führen sie ein Interview mit der ausgewählten Unternehmerin beziehungsweise dem ausgewählten Unternehmer. Dieses kann persönlich oder auch telefonisch geführt werden. Ein Gesprächsleitfaden mit zentralen Fragen dient dabei als Grundlage (Aufgabenblatt "Erfolgreiche Unternehmer - Werdegang und Alltag"). Mit Blick auf die Realisierung ist darauf zu achten, dass für die Terminabsprache genügend Vorlauf (circa zwei Wochen) eingeplant wird. Es bietet sich an, im Vorfeld wichtige Gesprächsregeln zu wiederholen und die Methode des Interviews beispielsweise in einem Rollenspiel zu trainieren. Das Interview selbst sollte an einem Nachmittag durchgeführt werden, sodass kein Unterricht ausfällt oder verschoben werden muss. Die einzelnen Portraits werden in der Klasse vorgestellt, von der Lehrkraft gesammelt und in Form eines Unternehmerbuches allen Schülerinnen und Schülern zur Verfügung gestellt. Wichtige Unternehmereigenschaften In dieser Phase setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit wichtigen Unternehmereigenschaften auseinander. Im Rahmen einer vorbereitenden Hausaufgabe befragen Sie dazu Eltern, Freunde und Bekannte welche Kompetenzen für einen erfolgreichen Unternehmer beziehungsweise eine erfolgreiche Unternehmerin unerlässlich sind. warum und wofür diese Kompetenzen notwendig sind. Ergebnisse zusammentragen Die Ergebnisse werden auf dem Arbeitsbogen notiert. Diese vergleichen die Schülerinnen und Schüler mit den Kompetenzen, die sie im Rahmen des Interviews mit einem ausgewählten erfolgreichen Unternehmer beziehungsweise einer ausgewählten erfolgreichen Unternehmerin ihrer Region erfahren haben. Abschließend werden diejenigen Eigenschaften, die der Klasse wichtig sind, noch einmal explizit ausgewiesen. Dabei kann auch ein Bezug zum Ausbildungsberuf hergestellt werden. Diese Ergebnisse werden in Form eines Posters aufbereitet und gut sichtbar in der Klasse positioniert. Als Vorlage dient dabei das Raster auf dem Arbeitsbogen. Persönliche Unternehmereigenschaften Abschließend testen die Schülerinnen und Schüler Fähigkeiten, Kompetenzen sowie Persönlichkeitseigenschaften, die eine erfolgreiche Unternehmerin beziehungsweise einen erfolgreichen Unternehmer kennzeichnen. Der Test erfolgt in einem ersten Schritt in Einzelarbeit. In einem zweiten Schritt wird er in Partnerarbeit durchgeführt. Hier bewerten sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig. Ein "Unternehmertyp" sollte dabei nur möglichst wenige Nennungen/Items mit den Noten "mangelhaft" (Note 5) und "ungenügend" (Note 6) haben. Lernende, die überwiegend mittlere Ausprägungen "befriedigend" (Note 3) und "ausreichend" (Note 4) aufweisen, sollten sich ebenfalls gut überlegen, ob sie den Anforderungen an einen Unternehmer beziehungsweise eine Unternehmerin in der Praxis gerecht werden können. Recherche im Internet Alternativ zum Arbeitsblatt kann auch der Gründer Unternehmertest des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie genutzt werden. In Abhängigkeit von der zur Verfügung stehenden Zeit und den Ergebnissen im Test der persönlichen Unternehmereigenschaften recherchieren die Schülerinnen und Schüler nach Fortbildungsseminaren und Kursen im Internet, die Kompetenzen für einen eine erfolgreiche Unternehmerin beziehungsweise einen erfolgreichen Unternehmer vermitteln. Neben den Handwerkskammern bieten dabei auch die örtlichen Industrie- und Handelskammern Recherche-Möglichkeiten. Eine Beschränkung auf den Ausbildungsberuf ist dabei möglich und empfehlenswert.

  • Wirtschaftslehre
  • Sekundarstufe II

Das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit zum Thema Weihnachtsgeschäft informieren sich die Schülerinnen und Schüler durch gezielte Internet-Recherchen zu den Aufgaben des Einzelhandels und ihrer gesamtwirtschaftlichen Bedeutung.Auf das vierte Quartal freut sich der Handel spätestens im August: Wenn das berühmte Sommerloch für Ebbe in der Firmenkasse sorgt, hoffen alle auf das Weihnachtsgeschäft. Die Bedeutung des Weihnachtsgeschäftes ist für den Einzelhandel traditionell sehr groß. Oft macht das Weihnachtsgeschäft ein Fünftel des gesamten Jahresumsatzes aus. Besonders bedeutend ist das Weihnachtsgeschäft in den Branchen Spielwaren, Uhren und Schmuck sowie Bücher inklusive Zeitschriften und Schreibwaren. Wer dieses Geschäft nicht der Konkurrenz überlassen will, muss einen guten Riecher beweisen und die richtigen Produkte in seinem Sortiment zusammen stellen und entsprechend bewerben. Um im Weihnachtsgeschäft nicht plötzlich vor einem Engpass zu stehen, müssen die Händler ihre Lager rechtzeitig füllen und frühzeitig ordern.Die Aufgaben des Einzelhandels und seine gesamtwirtschaftliche Bedeutung werden mithilfe der Rechercheaufgaben erarbeitet. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Arbeitsaufgaben für die geleitete Recherche im Internet, die die Analyse von Grafiken und Statistiken beinhaltet. Aufgaben des Einzelhandels Jedes Handelsunternehmen erfüllt bestimmte Aufgaben, damit die Waren vom Hersteller zu den Konsumenten gelangen können. Diese Aufgaben werden in einem ersten Schritt zusammengestellt und erörtert. Gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Einzelhandels Im zweiten Schritt wird die Bedeutung des Einzelhandels in der Gesamtwirtschaft und die spezielle Rolle des Weihnachtsgeschäfts beleuchtet. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen die Aufgaben des Einzelhandels kennen. können die gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Einzelhandels in Deutschland einschätzen. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler führen eine gezielte Internet-Recherche durch. Aufgaben des Einzelhandels Die Schülerinnen und Schüler sollen sich anhand der genannten Internetquellen mit den Aufgaben des Handels beschäftigen. Die sechs wichtigsten Aufgaben des Einzelhandels sollen die Lernenden anhand von sechs Begriffen benennen und in die Abbildung eintragen. Als zusätzliche Hilfe sind einige Begriffe angegeben, aus denen die Schülerinnen und Schüler die sechs Begriffe zu den Aufgaben des Handels auswählen sollen. Die Aufgaben des Handels sollen die Schülerinnen und Schüler mit eigenen Worten nun selbst kurz skizzieren. Dabei können sie einerseits auf die in den Internetquellen gegebenen Informationen zurückgreifen. Die Informationen des Textes reichen jedoch zur Beantwortung der Aufgabe nicht aus. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich anknüpfend daran noch eigene Gedanken, machen, welche Funktion genau mit den Begriffen verbunden sind und welche Aspekte zu den einzelnen Aufgaben gehören. Die Erläuterungen sollten möglichst kurz und präzise formuliert werden und in die Kästen der Abbildung eingetragen werden. Die PPT-Datei enthält eine mögliche Lösung. Verhältnis von Handel und Herstellern Die Funktion des Handels soll im Rahmen der folgenden Aufgabe noch einmal von einer anderen Seite beleuchtet werden. Zu diesem Zweck sollen die Schülerinnen und Schüler sich einmal überlegen, welche Diskrepanzen zwischen Herstellern und Händlern zu überwinden wären, wenn es den Handel nicht gäbe. Die Diskrepanzen sind räumlicher Art Ort der Herstellung und die Orte des Verbrauchs stimmen nicht überein. zeitlicher Art Lagerhaltung wird beispielsweise notwendig, wenn der Verbrauch oder die Produktion saisonalen Schwankungen unterliegen. quantitativer Art Herstellung erfolgt oft in großen Mengen, während der Verbraucher kleine Mengen benötigt. qualitativer Art Vorstellungen der Verbraucher in Bezug auf Reifegrad, Mischungsverhältnis, Verpackung, Präsentation sind meist anders als es der Hersteller selbst anbieten kann. Diese Diskrepanzen zu überwinden ist die Gesamtaufgabe des Handels. Es macht die Produktivität des Handels aus und begründet damit auch seine Existenzberechtigung und die große Bedeutung, die er gesamtwirtschaftlich einnimmt. Internetrecherche Der Einzelhandel nimmt in Deutschland gesamtwirtschaftlich gesehen eine bedeutende Rolle ein. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen einer kleinen Internetrallye Zahlen und Fakten zum Einzelhandel recherchieren, die diese Bedeutung unterstreichen. Die Recherche ist auf die Seiten des Hauptverbands des deutschen Einzelhandels beschränkt. Im ersten Teil der Aufgaben geht es zunächst um allgemeine Kennzahlen des Einzelhandels wie Umsatzgrößen und Beschäftigte im Einzelhandel. Im zweiten Teil der Aufgaben geht es speziell um die Bedeutung des Weihnachtsgeschäftes. Dabei wird eine aktuelle Pressemitteilung des Hauptverbands des deutschen Einzelhandels vom 23.11.2005 konsultiert und die zugehörigen Grafiken interpretiert. Anteil des Weihnachtsgeschäftes am Jahresumsatz Der Anteil des Weihnachtsumsatzes am Jahresumsatz beträgt durchschnittlich um die 20%, also circa ein Fünftel. Daran wird deutlich, wie stark das Wohlergehen der Branche von den Umsätzen vor Weihnachten abhängt. Abhängigkeit der Branche vom Weihnachtsgeschäft Zur Beantwortung dieser Frage müssen sich die Schülerinnen und Schüler in die Rubrik "Grafik" klicken und die Grafik "Weihnachtsgeschäft einzelner Branchen" anklicken. Besonders groß ist der Anteil des Weihnachtsumsatzes in der Branche Spielwaren (mit 36,1%). Des weiteren sind Uhren und Schmuck sowie Bücher und Zeitschriften die Branchen mit der höchsten Abhängigkeit vom Weihnachtsgeschäft. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt Im Weihnachtsgeschäft 2005 werden über 125.000 Aushilfskräfte zusätzlich eingestellt. Dies hat einen entlastenden Einfluss auf den Arbeitsmarkt. Entwicklung in den letzten zehn Jahren Zur Beantwortung der Frage müssen die Schülerinnen und Schüler die Grafik "Weihnachtsgeschäft 2004" auswerten. Seit 1996 hat sich der Weihnachtsumsatz unterschiedlich entwickelt. Während es zwischen 1997 und 2001 eine Belebung gegeben hat, sinkt der Weihnachtsumsatz seit 4 Jahren in Folge. Auch für 2005 hat der Handel wenig Hoffnung auf eine Belebung. Nach Angaben des Hauptverbands des deutschen Einzelhandels wertet der Handel es bereits als Erfolg, wenn der Umsatz von 2004 wieder erreicht wird. Diese Entwicklung deckt sich auch mit der konjunkturellen Entwicklung. Während es Ende der 90er Jahre eine leichte konjunkturelle Erholung gab, hat sich die gesamtwirtschaftliche Lage seit 2001 von Jahr zu Jahr verschlechtert. Die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, die Menschen müssen mehr Mittel für ihre private Altersvorsorge aufbringen und die Angst um den Arbeitsplatz lässt viele Menschen sparen. Weihnachtsgeschäft und Konjunktur Einerseits wird der Weihnachtsumsatz von der konjunkturellen Lage beeinflusst. Andererseits ist das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel von so tragender Bedeutung, dass es wiederum selbst Einfluss auf die Konjunktur ausübt. Geht es der Volkswirtschaft insgesamt gut, lässt das auf ein gutes Geschäft vor Weihnachten hoffen: Zusätzliche Kräfte werden eingestellt und höhere Einkommen in der Branche erzielt. Eine Rezession wirkt sich negativ auf den Konsum aus. Ist die Stimmung in der Wirtschaft und beim Konsumenten ohnehin schon getrübt, so wirkt sich ein schlechtes Weihnachtsgeschäft zusätzlich negativ auf die Konjunktur aus. Im Extremfall müssen sogar Geschäfte, die im Weihnachtsgeschäft nicht den benötigten Umsatz gemacht haben, aus dem Markt ausscheiden und die Beschäftigten entlassen. Weihnachtsgeschäft und Konjunktur Einerseits wird der Weihnachtsumsatz von der konjunkturellen Lage beeinflusst. Andererseits ist das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel von so tragender Bedeutung, dass es wiederum selbst Einfluss auf die Konjunktur ausübt. Geht es der Volkswirtschaft insgesamt gut, lässt das auf ein gutes Geschäft vor Weihnachten hoffen: Zusätzliche Kräfte werden eingestellt und höhere Einkommen in der Branche erzielt. Eine Rezession wirkt sich negativ auf den Konsum aus. Ist die Stimmung in der Wirtschaft und beim Konsumenten ohnehin schon getrübt, so wirkt sich ein schlechtes Weihnachtsgeschäft zusätzlich negativ auf die Konjunktur aus. Im Extremfall müssen sogar Geschäfte, die im Weihnachtsgeschäft nicht den benötigten Umsatz gemacht haben, aus dem Markt ausscheiden und die Beschäftigten entlassen.

  • Wirtschaftslehre
  • Sekundarstufe II

Das Bruttoinlandsprodukt - ein Wohlstandsindikator?

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtsreihe zum Bruttoinlandsprodukt lernen die Schülerinnen und Schüler, was durch das Bruttoinlandsprodukt erfasst wird, und betrachten diesen Messwert im Hinblick auf seine Funktion als Wohlstandsindikator. Dabei gehen sie von ihrem persönlichen Wohlstandsbegriff aus.Das Bruttoinlandsprodukt als Unterrichtsgegenstand erscheint vielen Schülerinnen und Schülern eher uninteressant und trocken. Um diesen Inhalt attraktiver zu machen, berücksichtigt dieser Unterrichtsentwurf den Wohlstandsbegriff der Jugendlichen und ermöglicht ihnen so, einen persönlichen Bezug zum Inhalt zu entwickeln. Nach einer Betrachtung des historischen Ursprungs des Bruttoinlandsprodukts erfolgt eine qualitative Kritik mittels des Wohlstandsbegriffs der Schülerinnen und Schüler. Anschließend erfolgt eine quantitative Kritik. Qualitative und quantitative Kritik werden schließlich in einem kleinen Projekt zusammengeführt, in dem die Lernenden den Wohlstandsindikator durch die so genannte Kopfstandmethode nachbessern. Basis für den "Kopfstand" ist zunächst ihr persönlicher Wohlstandsbegriff. Weiterhin bessern die Lernenden das Bruttoinlandsprodukt nach, indem sie es um Punkte ergänzen, die dort nicht oder nicht exakt erfasst werden. Hilfestellung beim "Kopfstand" bieten einige alternative Indikatoren, die die Schülerinnen und Schüler zuvor in einer Internetrecherche kennengelernt haben.Um sich mit dem Bruttoinlandsprodukt kritisch auseinandersetzen zu können, benötigen die Schülerinnen und Schüler Hintergrundwissen. Die notwendige Information wird ihnen mit einem fiktiven Interview zwischen dem Journalisten Ö. Konom und dem personifizierten Bruttoinlandsprodukt angeboten. Die drei Teile des Interviews leiten durch die Unterrichtsreihe und geben die relevanten Impulse und Informationen zum Weiterarbeiten. Ablauf der Unterrichtsreihe Hier erfahren Sie mehr über den Aufbau der einzelnen Unterrichtsstunden in der Unterrichtsreihe "Das Bruttoinlandsprodukt - ein Wohlstandsindikator?". Die Schülerinnen und Schüler verstehen die Bedeutung von Indikatoren. formulieren ihren persönlichen Wohlstandsbegriff und vergleichen diesen mit dem im Bruttoinlandsprodukt erfassten. begründen, warum das Bruttoinlandsprodukt kein umfassender Indikator für ihren persönlichen Wohlstand ist. begründen, warum das Bruttoinlandsprodukt kein umfassender Indikator für wirtschaftlichen Wohlstand ist. entwickeln Kritikfähigkeit im Umgang mit wirtschaftspolitischen Aussagen und Indikatoren. Die historische Entwicklung In der ersten Stunde lesen die Schülerinnen und Schüler den ersten Teil des Interviews zwischen dem Journalisten Ö. Konom und dem Bruttoinlandsprodukt. Anhand dieses Interviews erarbeiten sie die historische Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts und stellen fest, dass es ursprünglich nicht dazu bestimmt war, ein Wohlstandsindikator zu sein. Darüber hinaus können sich die Lernenden in dieser Stunde Gedanken machen, was im Allgemeinen die Aufgabe eines Indikators ist. Der persönliche Bezug In der zweiten Stunde überlegen sich die Schülerinnen und Schüler, was für sie Wohlstand bedeutet, und stellen damit einen sehr persönlichen Bezug zu dem Inhalt her. Mittels Kartenabfrage wird zunächst gesammelt, was die Einzelnen persönlich unter Wohlstand verstehen. Die Antworten werden dann auf einem vorbereiteten Plakat gesammelt. Besonders plastisch wird das Ergebnis der Kartenabfrage, wenn man die Karten in einem Venn-Diagramm sammelt, in dem das Bruttoinlandsprodukt als eine Teilmenge des wirtschaftlichen Wohlergehens dargestellt wird, das wiederum als Teilmenge der Lebensqualität dargestellt wird, die als Teilmenge des Glücksempfindens dargestellt wird. Spätestens dann erkennen die Schülerinnen und Schüler sehr anschaulich, wie gering die Schnittmenge dessen ist, was sie selber für Wohlstand halten, und dem, was das Bruttoinlandsprodukt erfasst. Aussageschwächen des Bruttoinlandsprodukts In der folgenden Stunde beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Aussageschwächen des Bruttoinlandsprodukts. Anhand des zweiten Teils des Interviews erarbeiten sie, wo das Bruttoinlandsprodukt die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit ungenau oder gar nicht misst. Diese Aussageschwächen des Bruttoinlandsprodukts werden an der Tafel gesammelt. Im Anschluss werden diese Erkenntnisse durch verschiedene Übungsaufgaben vertieft. Abschließend machen sich die Schülerinnen und Schüler darüber Gedanken, warum ein so ungenaues Bruttoinlandsprodukt in unserem Land ein Wohlstandsindikator darstellt. Diese Reflexion bildet dann einen geschmeidigen Übergang zur vierten Stunde. Alternativen zum Bruttoinlandsprodukt In der vierten Stunde lesen die Schülerinnen und Schüler den dritten und letzten Teil des Interviews zwischen Herrn Ö. Konom und dem Bruttoinlandsprodukt. Anschließend recherchieren sie die Anregungen des Bruttoinlandsprodukts im Internet und lernen verschiedene Alternativen und Ergänzungsmöglichkeiten dazu kennen. Entwicklung eines neuen Bruttoinlandsprodukts Zum Abschluss kreieren die Schülerinnen und Schüler mittels der Kopfstandmethode ein Bruttoinlandsprodukt, das den Wohlstand besser darstellt. Grundlage für den "Kopfstand" sind die Inhalte der vorangegangenen Stunden, insbesondere ihr eigener Wohlstandsbegriff.

  • Wirtschaftslehre
  • Sekundarstufe II, Berufliche Bildung