Unterrichtsmaterialien zum Thema "Armut"

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Regionale Disparitäten mit WebGIS

Unterrichtseinheit

Die von der UNO nach dem HDI klassifizierten Länder werden mithilfe eines WebGIS umfassender untersucht. Es geht dabei um Merkmale, die einerseits unterentwickelte Länder, aber auch hochentwickelte Länder prägen.Seit Jahren arbeitet die UNO mit dem Human Development Index (HDI), um regionale Entwicklungsunterschiede auf Länderbasis darzustellen. Die dafür verwendeten Indikatoren bilden aber nur einen geringen Teil von Merkmalen der jeweiligen Länder ab. Weitere Merkmale zu finden und zu verallgemeinern ist ohne eine zeitintensive Datenrecherche nicht möglich. Hier bietet das in dieser Unterrichtseinheit genutzte WebGIS eine große Erleichterung. Mithilfe thematischer Karten und gezielter Abfragen können die Schülerinnen und Schüler selbstständig Merkmale von unterentwickelten und hochentwickelten Ländern finden. Die hier vorgestellte Unterrichtseinheit basiert auf der Grundlage eines WebGIS-Dienstes, der kostenfrei auf dem sächsischen Bildungsserver zugänglich ist. Außer einer schnellen Internetverbindung und einem Browser wird keine Software benötigt.Geographische Informationssysteme (GIS) sind in erster Linie Werkzeuge, um komplexe Fragestellungen zu beantworten. Dies gilt umso mehr für webgestützte GIS, da sie aufgrund ihrer eingeschränkten Funktionalität oft als reine "Info-GIS" fungieren. Durch eine Vielfalt aktueller thematischer Karten und die Möglichkeit, verknüpfte Datenbankabfragen der gespeicherten Merkmale von wirtschaftlichen-, sozialen- und Umweltindikatoren visualisieren zu lassen, entsteht für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die sonst an Einzelbeispielen gewonnen Merkmale zu verallgemeinern. Die thematische Vielfalt der Indikatoren dürfte eine weitere Datenrecherche erübrigen. Insofern dient das WebGIS einer effektiven Erarbeitung von Inhalten und spart zeitintensive Recherchen. Technische Hinweise und Unterrichtsverlauf Die Frage nach Entwicklungsunterschieden auf der Erde wird zunächst mithilfe einer HDI-Karte erarbeitet. Im weiteren Verlauf werden mithilfe des WebGIS weitere Merkmale von unterentwickelten und hoch entwickelten Ländern gefunden. Fachbezogene Ziele Die Schülerinnen und Schüler sollen anhand des HDI regionale Disparitäten erkennen und räumlich beschreiben können. anhand thematischer Karten mit wirtschaftlichen und sozialen Indikatoren, sowie Indikatoren zur Umwelt Merkmale unterentwickelter beziehungsweise hochentwickelter Länder herausfinden. mit Abfragen Merkmale der genannten Ländergruppen verallgemeinern (Nutzung des WebGIS-Abfragemanagers). Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Arbeit am Computer als kommunikative und interaktive Gruppenarbeit verstehen. ein WebGIS als Informationsquelle nutzen. Thema Regionale Disparitäten auf der Erde Autor Jens Joachim Fach Geographie Zielgruppe ab Klasse 7 Zeitraum 1-2 Stunden Technische Voraussetzung ein Computer pro Arbeitsgruppe (2-3 Lernende), Beamer, Internetanschluss, Internet-Browser (Javascript und Popup-Menüs müssen zugelassen sein) Die prinzipiellen Funktionalitäten des WebGIS erschließen sich von selbst. Eine ausführliche Handreichung mit Screenshots erleichtert die Einarbeitung und steht zum Ausdrucken bereit (handling_webGIS.pdf). Die extra einfach gehaltene Oberfläche stellt keinerlei Schwierigkeiten dar. Die Indikatoren sind nach wirtschaftlichen, sozialen und Umweltindikatoren geordnet. Mit einem Klick auf einen Indikator in der Kartenebene wird die geforderte thematische Karte samt Legende aufgebaut. Wie die Kartenebenen ist auch die Anordnung der Merkmale in den aufgerufenen Tabellen zu den Ländern strukturiert. Weitere Unterstützung bietet die Hilfeseite (Buchsymbol), die an Beispielen die Funktionalität des Identifers ("i" auf schwarzem Grund) und des Abfragemanagers (Tabelle mit Fragezeichen) klärt. Letzterer sollte in der Grundeinstellung "Länder" (unter "Übersicht") genutzt werden, da die Länder der erzielten "Abfrage-Treffer" gelb eingefärbt werden, was bei farbigen Karten schnell untergeht. Mit den standardmäßigen Sicherheitseinstellungen ist das WebGIS ohne Probleme nutzbar. Zu beachten ist, dass Javascript und Popup-Menüs zugelassen sind. Die per Popup geöffneten Tabellen können per Drag and Drop in ein Tabellenkalkulationsprogramm übertragen und damit weiter bearbeitet werden. Die thematischen Karten und Legenden sind Bilder im PNG-Format und lassen sich damit in andere Programme übertragen, die dieses Format unterstützen. Der Human Development Index (HDI) Ausgangspunkt ist die Frage nach Entwicklungsunterschieden auf der Erde. Diese kann nur beantwortet werden, wenn Kriterien für eine Unterscheidung festgelegt werden. Hierzu bieten sich die WebGIS-Karte zum HDI und dessen inhaltliche Erklärung an. Für die Erklärung des Index lässt sich das kostenlose Online-Lexikon Wikipedia nutzen. Es sollte deutlich werden, dass für die Einschätzung des Entwicklungsstandes neben wirtschaftlichen auch soziale und Umweltindikatoren herangezogen werden müssen. Dabei stellt der HDI trotz aller Kritik ein wesentlich besseres Instrument dar, als die Reduzierung des Entwicklungsstandes auf das BSP (Bruttosozialprodukt). Diese Bezeichnung kann auch in die Diskussion mit aufgenommen werden, denn bewusst spricht die UN nicht von Entwicklungs- und Industrieländern oder anderen Einteilungen, die sich ausschließlich am BSP orientieren (zum Beispiel LDC, Least Developed Countries). Mit der Karte kann die regionale Verteilung auf der Erde erarbeitet werden (Arbeitsblatt "regionale_disparitäten_ab1.pdf"). Anmerkung zu Wikipedia: Die auf der Internetseite angegebenen Werte und Einteilungen für den HDI werden für das Jahr 2005 angegeben. Sie entsprechen zwar den im September 2005 aktuellsten Daten der UN - diese stammen aber aus dem Jahr 2002. Hier zeigen sich somit auch Grenzen eines ungeprüften Internet-Lexikons. Entsprechende Updates der UN werden selbstverständlich in das System eingepflegt. Merkmale unterentwickelter und hochentwickelter Länder Im weiteren Verlauf des Unterrichts geht es darum, neben den Merkmalen des HDI weitere Merkmale von unterentwickelten beziehungsweise hochentwickelten Ländern zu finden. Dies lässt sich mithilfe der thematischen Karten des WebGIS und spezieller Abfragen realisieren (Arbeitsblatt "regionale_disparitäten_ab2.pdf"). In Gruppenarbeit können hier Teams an zwei Rechnern arbeiten. Dabei stellt ein Team die Abfrage nach den unterentwickelten Ländern, die andere nach den hochentwickelten Ländern, um so Indikatoren (zum Beispiel Lebenserwartung) vergleichen und quantitativ einschätzen zu können. Auch hier sollten die Grenzen der Aussagekraft der Zahlen aufgezeigt werden, da die Durchschnittszahlen Disparitäten innerhalb eines Landes zudecken. Von "geschönten" beziehungsweise geschätzten Zahlen ganz zu schweigen. Für die Nutzung in der Sekundarstufe I ist es sicher hilfreich, die Indikatoren auf dem Arbeitsblatt vorzugeben, um eine zielgerichtete Arbeit zu garantieren.

  • Geographie
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

AIDS und Bevölkerungsentwicklung

Unterrichtseinheit

Im südlichen Afrika ist AIDS ein wesentlicher Faktor der Bevölkerungsentwicklung. Dramatische Veränderungen in der Lebenserwartung sind eine Folge, die die Entwicklung der Länder auf viele Jahre hinaus beeinflussen wird. Mit dem Online-Dienst „WebGIS Sachsen“ stellen die Lernenden Zusammenhänge zwischen der Infizierung der Bevölkerung mit HIV und der Lebenserwartung her.Seit seiner Entdeckung 1981 hat sich das Human Immunodeficiency Virus (HIV) global sehr unterschiedlich verbreitet. Heute sind insbesondere die Länder des südlichen Afrikas betroffen. Jeder fünfte Einwohner Namibias, Botswanas und Zimbabwes trägt das Virus in sich. AIDS ist südlich des Äquators zur häufigsten Todesursache geworden, und eine Änderung ist vorerst nicht in Sicht. Mit ?WebGIS Sachsen? können die Zusammenhänge zwischen der HIV-Verbreitung, der Lebenserwartung und dem Bevölkerungswachstum herausgearbeitet werden. Online verfügbare Bevölkerungspyramiden bestätigen diese Zusammenhänge und führen zu erschreckenden Prognosen für die Bevölkerungsentwicklung. Hier darf der Unterricht aber nicht stehen bleiben: Welche Auswirkungen hat dies alles für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Länder? Mithilfe eines Wirkungsschemas erarbeiten Schülerinnen und Schüler Zusammenhänge der komplexen Problematik.Inhaltlich ordnet sich diese Unterrichtseinheit in die Behandlung Afrikas ein. Geht es um die Zukunftsperspektiven des Kontinents, wird man an AIDS und dessen Auswirkungen nicht vorbeikommen. Im Geographieunterricht geht es dabei nicht um die Erkrankung und deren Prävention an sich, sondern um die Folgen und Auswirkungen des massenhaften Auftretens der Krankheit. Möglichkeiten zum fächerverbindenden Arbeiten liegen beim Thema AIDS aber auf der Hand. Es empfiehlt sich daher, mit der Kollegin oder dem Kollegen aus der Biologie vorab zu klären, ob und wie das Thema AIDS schon behandelt wurde oder behandelt werden soll. Technische Voraussetzungen und Abfragemanager Hilfen zur Arbeit mit "WebGIS Sachsen" und ein Beispiel zum Einsatz des Abfragemanagers mit Screenshots. Materialien und Hinweise zum Einsatz im Unterricht Hier können Sie die Arbeitsblätter der Unterrichtseinheit sowie die entsprechenden Lösungsvorschläge einzeln herunterladen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die wesentlichen Einflüsse von AIDS auf die Bevölkerungsentwicklung eines Landes erkennen. mit Bevölkerungspyramiden Prognosen für die Alterstruktur beschreiben. Auswirkungen von AIDS auf die Entwicklung eines Landes in Form eines Wirkungsschemas erarbeiten. Möglichkeiten der Prävention am Beispiel konkreter Maßnahmen beschreiben. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen die Arbeit am Computer als kommunikative und interaktive Gruppenarbeit verstehen. ein WebGIS als Analysewerkzeug einsetzen. Bevölkerungspyramiden auswerten. Informationen aus dem Internet recherchieren und aufbereiten. Thema AIDS und Bevölkerungsentwicklung Autor Jens Joachim Fach Geographie Zielgruppe ab Klasse 7 Zeitraum 1-2 Stunden Technische Voraussetzungen 1 Computer pro Arbeitsgruppe (2-3 Lernende), Beamer, Internetanschluss, Browser (Javascript und Popups müssen zugelassen sein) Die prinzipiellen Funktionalitäten des Onlinedienstes "WebGIS Sachsen" und damit auch die des Abfragemanagers (Tabellensymbol mit rotem Fragezeichen in der oberen Werkzeugleiste des WebGIS) werden in einer Kurzanleitung beschrieben, die als PDF-Datei zur Verfügung steht. Eine ausführlichere Anleitung bietet die Online-Hilfe zum "WebGIS Sachsen". Für das einwandfreie Funktionieren des Online-Dienstes müssen Popups und Javascript in den Browsereinstellungen zugelassen sein. WebGIS Sachsen Auf dem sächsischen Bildungsserver finden Sie den Online-Dienst zum Thema "Regionale Disparitäten auf der Erde". Klicken Sie dazu auf "direkt zum Dienst". Um die Übersicht unter den vielen Indikatoren nicht zu verlieren, sollten die Indikatoren mit dem Werkzeug "Indikatorauswahl" ausgewählt werden. Das Symbol für die Indikatorauswahl finden Sie in der oberen Werkzeugleiste: Die Arbeit mit dem Abfragemanager verläuft über folgende Schritte: Klicken Sie auf das Werkzeug "Abfragemanager" in WebGIS-Werkzeugleiste: Wählen Sie einen Indikator aus, legen Sie die Relation fest und tragen Sie den gewünschten Zahlenwert ein. Klicken Sie auf "Abfrage übernehmen". Klicken Sie zur Durchführung der Abfrage auf "Ausführen". Danach werden die betroffenen Länder in der Karte rot dargestellt und es erscheint ein Fenster mit einer "Treffertabelle". Abb. 2 zeigt die dem in Abb. 1 dargestelltem Abfrageergebnis zugrunde liegenden Eingaben in den Abfragemanager. Diese entsprechen auch der Aufgabenstellung von Arbeitsblatt 1 dieser Unterrichtseinheit (aids_webgis_ab1). Sollte das WebGIS-System keine Resultate anzeigen, liegt ein Eingabefehler vor. Im WebGIS-Fenster wird die zuletzt gestellte Abfrage links unterhalb der Karte in blauer Schrift dargestellt. Die häufigste Fehlerquelle bei der Arbeit mit dem Abfragemanager ist ein falsches Relationszeichen oder eine von Anführungszeichen eingeschlossene Zahl. Mit einem erneuten Aufrufen des Abfragemanagers kann nach dem Klicken auf den Butten "Letzte Abfrage" eine Korrektur der zuletzt gestellten Abfrage durchgeführt werden. Arbeit mit dem WebGIS Ausgangspunkt der Unterrichtseinheit ist die Frage nach den Auswirkungen von AIDS auf die Bevölkerungsentwicklung und darüber hinaus auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung eines Landes. Um die Dramatik der Ausbreitung von AIDS sichtbar zu machen, werden zunächst die Aufgaben 1 und 2 von Arbeitsblatt 1 (aids_webgis_ab1) bearbeitet. Das Ausfüllen einer Tabelle (HIV-Infizierte, Lebenserwartung, Wachstumsrate der Bevölkerung) verdeutlicht die Folgen von AIDS in Ländern wie Botswana, Lesotho oder Swaziland. Um die Zusammenhänge deutlich zu machen, kann mithilfe des Abfragemanagers zum Beispiel folgende kombinierte Abfrage gestellt werden: "In welchen Ländern liegt die Lebenserwartung höher als 50 Jahre und der Anteil der HIV-Infizierten zugleich über 20 Prozent ?". Als Ergebnis meldet das System "Nichts gefunden", was in diesem Fall bedeutet, dass es keine Treffer gibt. Damit bestätigt sich der Zusammenhang zwischen AIDS und dem Bevölkerungswachstum. Analyse von Bevölkerungspyramiden Mit der Untersuchung und dem Vergleich von Bevölkerungspyramiden und -prognosen für Botswana aus den Jahren 2000, 2025 und 2050 von der Website des US Census Bureau lernen die Schülerinnen und Schüler auf andere Weise die Auswirkungen von AIDS eindrucksvoll kennen (Arbeitsblatt 1, Aufgabe 3). Durch die Vorgabe des Links zur Website des US Census Bureau mit den Bevölkerungspyramiden wird die Recherchezeit eingespart beziehungsweise stark abgekürzt. Die Bearbeitung der Aufgaben von Arbeitsblatt 1 sollte direkt in dem entsprechenden Dokument am Rechner erfolgen, da so die Grafiken der Bevölkerungspyramiden sowie der Screenshot aus dem WebGIS in das Arbeitsblatt hineingezogen (Drag and Drop) beziehungsweise -kopiert werden können (siehe aids_webgis_ab1_lsg). Wir bieten Ihnen das Arbeitsblatt daher im Word-RTF-Format (editierbar, aber großer Dateiumfang), im Word-DOC-Format (editierbar und kleine Dateigröße) sowie als PDF-Datei an ( Adobe-Reader [kostenloser Download] zum Lesen und Adobe-Destiller zum Editieren erforderlich). Das zweite Arbeitsblatt (aids_webgis_ab2) widmet sich den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen von AIDS sowie möglichen Gegenmaßnahmen. In ein Wirkungsschema sollen vorgegebene Wortgruppen eingetragen werden. Im Rahmen von Aufgabe 2 recherchieren die Schülerinnen und Schüler auf vorgegebenen Webseiten, auf denen Maßnahmen zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung von AIDS beschrieben werden. Selbstständig und je nach Sprachkompetenz beschäftigen sie sich mit einer der angegeben Seiten (zum Teil englischsprachig). Daran sollte sich eine Diskussion über die dort dargestellten Maßnahmen anschließen.

  • Geographie
  • Sekundarstufe I

La Haine

Unterrichtseinheit

Der Regisseur Mathieu Kassovitz zeigt in diesem Film 24 Stunden aus dem Leben von drei jungen Männern aus der "Cité", einer trostlosen Betontrabantenstadt an der Peripherie von Paris.Hier konzentrieren sich sozial schwache Gruppen, die wegen der niedrigen Mieten in diese Wohnghettos abgedrängt wurden: Arbeiter, Kinderreiche, Immigranten, Araber, Farbige. Die Bilder, in schwarz-weiß aufgenommen, machen die grauen Vorstädte in der Pariser Umgebung noch beklemmender. In dieser Unterrichtsreihe für die Sekundarstufe II lernen die Schülerinnen und Schüler den Film "La Haine" durch eine DVD kennen. Sie nutzen das Internet, um Hintergründe zu verstehen und zu reflektieren. Der Film La Haine eignet sich zur Arbeit im Französischunterricht der Sekundarstufe II, da er auf bedrückende Weise Gesellschaftskritik äußert und zur Auseinandersetzung mit eigenen Wertvorstellungen auffordert. Der Mangel an Zukunftsperspektiven, das trostlose Leben in der Banlieue und die Darstellung von gewalttätigen Übergriffen der Polizei provozieren und schockieren. Der Film liefert eine außergewöhnlich wirklichkeitsgetreue Darstellung der Lebenssituation der französischen Jugend in den Stadtrandgebieten von Paris. La Haine behandelt das in Frankreich sehr aktuelle und schwerwiegende Problem, das von Chirac mit "fracture sociale" ("sozialer Bruch") umschrieben wird. Inhalt des Filmes "La Haine" Hier können Sie eine kurze inhaltliche Zusammenfassung und Kurzinformationen zum Film einsehen. Vorüberlegungen Es bietet sich an, diese Unterrichtseinheit im Rahmen des Themas "L'immigration/les immigrés en France" durchzunehmen, da die Problematik der zweiten und dritten Generation der Kinder von Einwanderern eindringlich geschildert wird. Eine DVD im Fremdsprachenunterricht? Die unterschiedlich anwählbaren Sprachausstattungen einer DVD bieten besondere Vorteile für die Arbeit im Unterricht. Hier erhalten Sie weitere Informationen. Arbeitsaufträge Die Online-Arbeit zum Film - Fiche de travail 1-3 Die Arbeitsaufträge rund um den Film La Haine werden hier in eine unterrichtliche Progression eingeordnet. Die Schülerinnen und Schüler sollen Internetrecherchen unter Anleitung durchführen und dabei Informationen recherchieren. sich mit einem französischen Film nicht nur sprachlich auseinandersetzen. das Leben in den Pariser Banlieue kennen lernen. ihren Wortschatz in den Bereichen Film und Kino sowie Banlieue erweitern. das Medium Film und das Medium Bild als non-verbale Kommunikationsträger kennen lernen. lernen, sich zu komplexen Themen in der Fremdsprache zu äußern, Stellung zu nehmen und zu argumentieren. Zeit totschlagen und herumhängen Hubert, Vinz und Saïd leben in einer Pariser Banlieue. Sie sind jung und stammen aus der zweiten bzw. dritten Generation außereuropäischer Einwanderer. Vinz ist Jude, Hubert ist Afrikaner und Saïd Araber. Sie gehen nicht in die Schule und haben keine Arbeit. Das ist jedoch nichts Außergewöhnliches in der Banlieue. Hubert, Vinz und Saïd schlagen die Tage tot, und weil das mehr Spaß macht, tun sie es zusammen. Straßenschlachten und eine verlorene Dienstwaffe Der Film schildert einen Tag - 24 Stunden - im Leben der drei Hauptdarsteller. In der Nacht hat es Straßenschlachten zwischen Jugendlichen und der Polizei gegeben. Ein Junge ist dabei festgenommen und beim Verhör schwer verletzt worden. Ein Polizist hat während der Ausschreitungen seine Dienstwaffe verloren. Vinz hat die verloren gegangene Waffe des Zivilfahnders gefunden und schwört, im Falle von Abdels Tod mit dieser Waffe einen Polizisten zu erschießen. Polizisten, Skinheads und ein Toter Die Stimmung in der Banlieue ist aggressiv und gereizt. Immer wieder entlädt sie sich in Auseinandersetzungen zwischen den Jugendlichen und der Polizei. Am Abend nehmen die drei Protagonisten den Vorstadtzug nach Paris. Sie wollen Geld eintreiben und herumstreichen. Doch verläuft der Abend anders als geplant. Sie bekommen das Geld nicht und fallen der Polizei in die Hände. Dort werden sie Opfer eines brutalen Verhörs. Zweimal stoßen sie mit Skinheads zusammen. Die letzte Bahn verpassen sie und müssen die Nacht bis zur nächsten Bahn in Paris verbringen. Dann erfahren sie vor einer großen Monitorwand, dass der verletzte Junge gestorben ist. Vinz dreht beinahe durch. Schließlich gibt es einen Toten. Und dann zielen ein Junge und ein Polizist mit den Waffen aufeinander ... ...das wäre jetzt aber richtig gemein, wenn wir Ihnen den Ausgang des Filmes verraten würden, oder? Bezugsquellen der DVD "La Haine" Die DVD "La Haine" ist über den Buchhandel, Online Shops (Amazon, fnac) oder Lingua Video zu beziehen. Letztgenannte Organisation bietet eine sehr gute Auswahl an Originalvideos und DVDs für den Fremdsprachenunterricht an. Verschiedene Sprachausgaben Die CD verfügt über eine hervorragende Ausstattung. Neben zusätzlichen Szenen gibt es einen Kurzfilm des Regisseurs als "Bonbon". Es lassen sich die Sprachen Französisch, Deutsch und Englisch auswählen, bei den Untertiteln kann man zwischen mehr als 10 Sprachen wählen, darunter natürlich Französisch, Deutsch, Englisch und Spanisch. Dieses Ausstattungsmerkmal ist der entscheidende Vorteil gegenüber einem Video. Bei Bedarf kann eine Szene auf Französisch ohne Untertitel gezeigt werde, ein französischer Untertitel kann als Verstehenshilfe eingeblendet werden, oder aber gleich die deutsche Übersetzung. Jugendslang der Banlieues Bei der Kombination von Audiosprache und Untertitel sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Das ist bei diesem Film um so wichtiger, als dass die gesprochene Sprache der Jugendlichen in der Banlieue fast unverständlich für unsere SprachlernerInnen ist. Voll krass! Im Übrigen bieten sich hier hervorragende Anknüpfungspunkte zur Weiterarbeit mit französischer Umgangssprache: Argot (Slang der französischen Jugend) und Verlan (Wortverdrehung im Argot) der Banlieues spiegeln die Identität dieser Vorstadtkinder wieder, und von ihren Sprachschöpfungen machen sie auch reichlich Gebrauch. Szenen des Film können in Sekunden gefunden werden, da die DVD in Kapitel unterteilt ist und "bookmarks" zulässt, mit denen man den Film in individuelle Szenen einteilen kann. Sprachenauswahl und Untertitelung Zusätzliche Szenen - meist ein "Making of" Manchmal zusätzliche Kameraeinstellungen: wenn vorgesehen, kann während der Wiedergabe der Film aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden Zur Vorführung der DVD können ein handelsübliches DVD-Gerät und ein Fernseher verwendet werden. Noch eindrucksvoller aber ist die Projektion über den PC. Dazu brauchen Sie ein DVD Laufwerk (heute schon Standard), eine DVD Player-Software (meist vorinstalliert) und gute Surroundboxen. Mit dieser Ausstattung können sie auf ihrem PC in bester Qualität einen Film ansehen. Wenn sie dann noch einen Datenprojektor an den PC anschließen, erleben Sie echte Kinoatmosphäre. An dieser Stelle kann die in der Unterrichteinheit "Claude Chabrol" vorgestellte Activités avant le visionnement du film von Dr. Manfred Overmann erfolgen: Quand avez-vous été pour la dernière fois au cinéma? Quel film avez-vous vu? Quel était le thème du film? Est-ce que le film vous a plu / déplu? Dites pourquoi. Conseilleriez ou déconseilleriez-vous ce film? Diriez-vous que vous êtes cinéphile? Lisez-vous des critiques sur les nouveaux films qui sortent? Vous laissez-vous conseiller par vos amis? Fiche de travail 1 Zur Sensibilisierung dienen auch die ersten Fragen auf dem ersten Arbeitsblatt. Die Schülerinnen und Schüler sollten bereits auf das Thema des Film "La Haine" eingestimmt werden. Neugier und Spannung können so schon vor der Filmvorführung erzeugt werden. Fiche de travail 2 Das zweite Arbeitsblatt begleitet die Schülerinnen und Schüler während des Films. Fiche de travail 3 In dieser Phase begeben sich die Schülerinnen und Schüler ins Internet. Einschlägige Websites zum Film helfen ihnen, die zentralen Aussagen zu reflektieren.

  • Französisch
  • Sekundarstufe II

Deutschland Ost: Krisenstimmung zum Tag der Einheit

Unterrichtseinheit

Zum Tag der Deutschen Einheit vereint die Deutschen in diesem Jahr offenbar nur die allgemeine Krisenstimmung.15 Jahre nach der Einheit zeigt sich Deutschland immer noch gespalten. Bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen feierten rechtsextreme Parteien und die PDS Wahlerfolge. Wie zu DDR-Zeiten protestierten die Bürger in den vergangenen Wochen vor allem im Osten mit Montagsdemonstrationen gegen die Hartz-Reformen. Und auch im Westen kommt Unmut über die Hilfen für den Osten auf. Der Bundespräsident stieß die Debatte weiter an, indem er betonte, es werde weiterhin unterschiedliche Lebensbedingungen in Ost und West geben. 15 Jahre nach dem Fall der Mauer dominieren Zukunftsangst und Pessimismus. Ein Blick auf die Erwartungen der Wendezeit und die Entwicklung im Osten erklärt die Stimmung.Die Schülerinnen und Schüler sollen sich über die allgemeinen Erwartungen zur Zeit der Wende und der Wiedervereinigung informieren. sich über die politischen und wirtschaftlichen Probleme der ostdeutschen Bundesländer informieren. die Ursachen für die Demonstrationen und das Wahlverhalten im Osten erkennen. den aktuellen Stand der deutschen Einheit diskutieren. das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen. Thema Deutschland Ost: Krisenstimmung zum Tag der Einheit Autoren Wolfgang Bauchhenß und Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek II, ab Klasse 10 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung mindestens 3 Stunden Medien Computer mit Internetzugang Einheit im Eiltempo Am 9. November 1989 fiel die Mauer, zehn Monate später unterzeichnete die Volkskammer in Ost-Berlin den "Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes", und am 3. Oktober 1990 feierten Millionen Menschen in Ost und West die deutsche Einheit. Die Stimmung war optimistisch bis euphorisch. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) erklärte, er sei "mehr denn je davon überzeugt, dass wir in den nächsten drei bis vier Jahren in den neuen Bundesländern blühende Landschaften gestalten werden". Risiko-Finanzierung Die Erwartungen im Osten waren dementsprechend groß, doch an eine solide Finanzierung der Einheit war zunächst nicht zu denken. Zwar wurde ein Solidaritätsbeitrag eingeführt, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmer automatisch mit der Einkommensteuer zahlen. Der Großteil der Gelder für den Aufbau Ost stammte aber aus den vollen Sozialkassen des Westens. Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit leerten diese Töpfe inzwischen, neues Geld kommt kaum nach - auch ein Grund, warum nun eine Reform der Sozialsysteme dringend nötig ist. Der Preis 80 bis 90 Milliarden Euro fließen Jahr für Jahr von West nach Ost. Nach einer gerade veröffentlichten Studie des Leiters des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin, Klaus Schroeder, belaufen sich die bislang entstandenen Kosten der Einheit gar auf 1.500 Milliarden € (= 1,5 Billionen). Diese Zahlen wurden von der Bundesregierung und dem für den Aufbau Ost zuständigen Verkehrsminister Manfred Stolpe jedoch sofort dementiert. Wie hoch die exakten Kosten auch sein mögen, die Probleme im Osten wachsen weiter, und auch die westlichen Bundesländer, Städte und Gemeinden leiden unter hohen Belastungen unter der angespannten wirtschaftlichen Lage, beklagten in den vergangenen Jahren geringe Steuereinnahmen und hohe Sozialausgaben. Währungsunion Nach dem Fall der Mauer wollten die Ostdeutschen schnell die D-Mark als Zahlungsmittel haben. Die damalige Bundesregierung unter Helmut Kohl trieb daher die Währungsunion voran und schuf schon vor dem Einheitsvertrag zum 1. Juli 1990 eine Wirtschafts- und Währungsunion zwischen Bundesrepublik und DDR. Zum 1. Juli 1990 wurde die D-Mark als einziges Zahlungsmittel in der DDR eingeführt. Fortan galt die D-Mark als einziges Zahlungsmittel in der DDR. Umstritten war der Umtauschkurs, mit dem die DDR-Mark in D-Mark umgerechnet wurde: Entgegen dem Rat vieler Experten legten die Regierungen für kleinere Sparguthaben bis 6000 Mark, Löhne, Gehälter und Renten einen Umtauschkurs von 1:1 fest. Die Renten wurden neu berechnet und dadurch im Durchschnitt um 30 Prozent angehoben. Für größere Sparguthaben galt lediglich ein Umtauschkurs von 2:1. Zusammenbruch der Planwirtschaft Als Konsequenz stiegen für ostdeutsche Firmen die Produktionskosten stark an, sie waren dem Wettbewerb nicht mehr gewachsen. Die sozialistische Planwirtschaft im Osten, ohnehin völlig marode und verschuldet, brach zusammen. Hunderttausende Menschen verloren ihre Arbeit. Heute sind in ganz Deutschland 4,3 Millionen Menschen ohne Arbeit, 1,6 Millionen von ihnen im Osten. Arbeitslosigkeit und Abwanderung sind heute die Hauptprobleme im Osten. Einige Ausnahme-Regionen stehen aber auch für wirtschaftlichen Aufschwung und können es längst mit dem Westen aufnehmen. Arbeitslosigkeit gehört zum Alltag Seit dem Zusammenbruch der Industrie im Osten ist die Arbeitslosigkeit ein zentrales Problem. Volkseigene Betriebe (VEBs) und Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPGs) wurden nach der Wende aufgelöst. Wo Betriebe schließen mussten, fanden sich oft keine Nachfolger, die die Arbeitskräfte übernehmen konnten. Die Arbeitslosenquote in den neuen Ländern liegt im Durchschnitt über 18 Prozent. In Mecklenburg Vorpommern und Sachsen-Anhalt sogar bei über 20 Prozent. Jeder Zweite der bis 59-Jährigen hat dort seit 1990 mindestens einmal seine Stelle verloren. Arbeitslosigkeit ist in den neuen Bundesländern also ein Problem, das fast jede Familie aus eigener Erfahrung oder Freundes- und Verwandtenkreis kennt. Auf in den Westen Aus ländlichen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern wandern junge, flexible Arbeitskräfte in den Westen ab; zurück bleiben oft ältere Arbeitslose, die nur wenige Chancen haben, noch einmal eine Stelle zu finden. Auch Unternehmensgründer siedeln sich unter solchen Umständen kaum an; nur in größeren Städten sehen sie eine Zukunft. Aber auch in den Städten im Osten sinkt seit 1990 die Einwohnerzahl. Einige Beispiele: In Schwerin lag der Bevölkerungsrückgang von 1990 bis 2000 bei über 20 Prozent, in Magdeburg bei über 17 Prozent, in Erfurt bei über 10 Prozent. Seit der Wende ist die Einwohnerzahl der neuen Länder um über eine Million auf 13,5 Millionen gefallen. Die Geburtenrate ist niedrig und ein demografischer Wandel im Osten ohne wirtschaftlichen Aufschwung daher nicht abzusehen. Die Abwanderung von Ost nach West schwächte sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2003 im Vergleich zu den Vorjahren jedoch ab. Positive Ausnahmen durch Auto- und Chipindustrie "Blühende Landschaften" gibt es bis heute nur an wenigen Orten im Osten. In Technologiezentren wie Jena, Dresden oder Leipzig siedelten sich - gefördert von der Politik - moderne, internationale Firmen an, die vor Ort für zahlreiche neue Arbeitsplätze sorgten. Sachsen ist so seit der Wende zum gefragten Standort der Auto- und Chipindustrie geworden. In diesen Modellregionen entspricht der Lebensstandard durchaus dem westlichen Niveau. Doch die positiven Beispiele bleiben Ausnahmen. Zwar haben Bund und Länder in den letzten Jahren mit riesigen Anstrengungen die Infrastruktur im Osten modernisiert, aber in vielen Regionen bleiben die Investoren aus. Zukunftsangst Die hohe Arbeitslosigkeit im Osten spiegelt sich auch in den Protesten gegen die bevorstehenden Sozialreformen wider. Die Angst vor den so genannten Hartz-IV-Reformen der Bundesregierung trieb im Sommer 2004 viele Menschen in Montagsdemonstrationen auf die Straße. So, wie sie 15 Jahre zuvor in Leipzig und anderen Städten gegen die DDR-Regierung protestiert hatten, machten sie nun ihrer Furcht vor der ungewissen Zukunft Luft. Viele Menschen haben Angst vor dem Abrutschen in die Sozialhilfe, wenn es nur noch ein Jahr lang Arbeitslosengeld geben soll. Hoffnung, durch die Reformen leichter wieder einen Job zu finden, haben die wenigsten. (Mehr Informationen zu Hartz IV und zum Arbeitslosengeld II finden Sie in der Rubrik "Zusatzinformationen" auf der Startseite oder Hartz IV ? Was steckt dahinter? ). Vertrauensverlust für Volksparteien Die Landtagswahlen im September 2004 in Sachsen und Brandenburg haben die Politiker in Deutschland aufgeschreckt. Während die großen Parteien CDU und SPD zum Teil kräftig verloren haben, schicken die rechtsextremen Parteien NPD und DVU nun ihre Vertreter in die Landtage zweier ostdeutscher Bundesländer. Mit platten Parolen wie "Schnauze voll" (NPD) haben sie zuvor gegen die Reformen protestiert und "einfache Lösungen" propagiert. Das Ausland blickt mit wachsender Besorgnis auf Deutschland. Internationale Zeitungen meldeten am Montag nach der Wahl auf ihren Titelseiten die Erfolge der Rechten. Schon fürchten sächsische Politiker, dass sich ausländische Investoren nicht mehr ins Land trauen, und dass der aufblühende Tourismus unter den negativen Schlagzeilen leidet. Die PDS, Nachfolgepartei der früheren DDR-Staatspartei SED, die im Wahlkampf ebenso wie die Rechten gegen die Reformen der Bundesregierung Stimmung gemacht hatte, hat sich in den neuen Bundesländern zu einer großen Volkspartei entwickelt. Im Westen reagieren viele Menschen mit Unverständnis auf diese Wahlergebnisse. PDS und Rechtsextreme profitieren vom Protest Sowohl die PDS als auch die rechten Parteien haben im Vorfeld der Wahlen die Ablehnung der Hartz-Reformen zu ihrem Hauptthema gemacht und sich damit den allgemeinen Unmut über die Reformen zu Nutzen gemacht. Darin sehen Wahlforschungsinstitute auch den Erfolg der Parteien bei den vergangenen Landtagswahlen. Sie schwammen auf der allgemeinen Protestwelle mit; zudem haben die Wählerinnen und Wähler das Gefühl, bei den etablierten Parteien eigentlich keine Wahl zu haben: CDU, SPD, FDP und Grüne sind sich im Prinzip einig darüber, dass die Reformen wichtig und notwendig sind. Wer Angst vor den Folgen dieser Reformen hat und sie deshalb ablehnt, wählt entweder gar nicht, oder er wendet sich den Protestparteien zu. Rechter Spuk Bislang haben sich rechtsextreme Parteien nie lange in den Parlamenten halten können - meist stellten sie sich als unseriöse Gruppen heraus, die sich in kürzester Zeit zerstritten und der Arbeit in einem Parlament intellektuell kaum gewachsen waren. Einiges spricht dafür, dass das auch in den östlichen Bundesländern so bleibt. Dennoch sehen viele Beobachter die Entwicklung im Osten mit Sorge, da die Extremisten an einigen Orten hohe Wahlergebnisse erzielen konnten und ihre Vertreter in einzelnen Regionen scheinbar feste Anhänger gewonnen haben. Einheit ohne Gleichheit Wenige Wochen vor den Landtagswahlen sorgte auch noch Bundespräsident Horst Köhler für deutsch-deutsches Aufsehen: In einem Interview sagte er, dass es in Deutschland nicht überall gleiche Lebensverhältnisse geben könne. Diese Unterschiede seien nur durch weitere Subventionen einzuebnen, und das würde kommenden Generationen hohe Schulden aufbürden. Verpflichtungen durch das Grundgesetz Während einige Beobachter den Bundespräsidenten für seine Ehrlichkeit lobten, empörten sich besonders Politiker aus dem Osten über Köhlers Aussagen. Sie zitierten das Grundgesetz. Es sieht ausdrücklich vor, dass in ganz Deutschland alle Bürger in gleichwertigen Verhältnissen leben sollen; die "Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse" ist in Artikel 106 (3) verankert. Der Präsident spalte das Land, warfen ihm seine Kritiker vor, und löse eine Neid-Debatte aus: Westdeutsche ärgerten sich über die großen Summen, die in den Osten fließen, und Ostdeutsche fühlten sich als Almosenempfänger. Andererseits herrschen auch im Westen keinesfalls überall gleiche Lebensverhältnisse: Im Ruhrgebiet träumt man von Beschäftigungsquoten wie in München oder Stuttgart. Eigenverantwortung statt Bevormundung 15 Jahre nach dem Fall der Mauer scheint Deutschland also keineswegs ein geeintes Land zu sein. Im Osten wie im Westen gibt es Sorgen um die Zukunft; Ost- und Westdeutsche stehen sich neidisch gegenüber. Einer Umfrage des "Spiegel" zufolge wünschen sich immerhin 21 Prozent der Deutschen die Mauer zurück: 12 Prozent der Ostdeutschen und 24 Prozent der Westdeutschen. Das Satiremagazin "Titanic" hat eine Partei gegründet, deren Hauptforderung ist, die Mauer wieder aufzubauen. Generell aber wünschen sich die Ostdeutschen keineswegs die DDR zurück. Weniger denn je stimmen laut Spiegel-Umfrage der These zu, dass der Sozialismus eine gute Idee sei. Und 60 Prozent der Befragten sagten, dass ihnen Eigenverantwortung lieber sei als ein Staat der fürsorglichen Bevormundung. Einheit war und ist richtig Wie sich die Lage und die Stimmung im Osten weiter entwickeln, bleibt abzuwarten. 15 Jahre nach dem Fall der Mauer sind die Erwartungen realistischer geworden. Fast 60 Prozent der Ostdeutschen sagten in der Spiegel-Umfrage, dass es noch mehr als zehn Jahre dauern werde, bis die Wirtschafts- und Lebensbedingungen in Ost und West angeglichen sind. Die Hoffnung bleibt. Die Zustimmung zur Wiedervereinigung ist nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen jedoch nach wie vor unter allen Bundesbürgern groß. Bei einem Politbarometer Extra sagten 83 Prozent der Befragten, auch aus heutiger Sicht sei die Vereinigung der beiden deutschen Staaten 1990 richtig gewesen. Regierung und Opposition beschließen Neuregelung Die Bundesregierung hat die Hartz IV genannten Arbeitsmarktreformen im Sommer 2004 gemeinsam mit der Opposition verabschiedet. Das war nötig, da die Reform sonst am Einspruch des Bundesrates gescheitert wäre, wo die CDU/CSU-geführten Bundesländer derzeit über eine Mehrheit verfügen. Also musste sich die Regierung mit der Bundesratsmehrheit arrangieren und dabei auch Kompromisse eingehen - am Ende stand Hartz IV. Nach einem Jahr nur noch Arbeitslosengeld II Die wichtigste Neuregelung ist dabei, dass Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum so genannten Arbeitslosengeld II (ALG II) zusammengelegt werden. Wer also nach einem Jahr Arbeitslosigkeit keinen neuen Job gefunden hat, bekommt dann das neue ALG II. Das ist - im Gegensatz zur bisherigen Arbeitslosenhilfe - keine Versicherungsleistung mehr, sondern eine aus Steuermitteln finanzierte Fürsorgeleistung des Staates. Die konkrete Höhe der Leistungen orientiert sich deshalb am Bedarf der Empfänger und nicht mehr am letzten Nettolohn. Dabei beträgt das Arbeitslosengeld II für einen Erwachsenen 345,- Euro monatlich in den westlichen (einschließlich Berlin) und 331,- Euro in den östlichen Bundesländern. Hinzu kommen Unterkunfts- und Heizkosten, soweit sie "angemessen" sind. Vermögen wird angerechnet Doch bevor man das ALG II bekommt, muss der Arbeitslose einen Antrag ausfüllen, in dem er sein ganzes Vermögen offen legt. Denn erst wenn man - bis auf bestimmte Freibeträge - wirklich kein Geld zur Verfügung hat, zahlt der Staat. Das sorgte für einigen Unmut, denn auch Lebensversicherungen und das Sparbuch-Vermögen minderjähriger Kinder über 4.850 € fallen unter dieses anrechenbare Vermögen. Zeit: Hartz IV - Gute Information, schlechte Aussichten Magdeburg hat ein erfolgreiches Bildungsträger-System installiert, trotzdem herrscht bei den künftigen ALG II-Empfängern eine resignative Stimmung. Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Arbeitsmarktreform Informationen des Bundesministeriums zu allen Neustrukturierungen im Bereich des Arbeitsmarktes.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Est-ce que nous voulons organiser un Grand Don?

Unterrichtseinheit

Warum stellen sich Menschen in Paris auf die Straße und verschenken Gegenstände? Wie reagieren Passanten, Beschenkte und Beobachter? Antworten auf diese Fragen erarbeiten fortgeschrittene Französischlernende über eine Podcast-Episode und einschlägige Internetseiten.Diese Unterrichtsreihe stellt auf Basis der Audio-Reportage "L'Avarice" Umsetzungsideen zum Thema "Est-ce que nous voulons organiser un Grand Don?" vor. Die Sequenz ist problem- und handlungsorientiert konzipiert. Sie beinhaltet detailliert ausformulierte Unterrichtsimpulse und Vorschläge für Tafelbilder. Am Ende der Sequenz ist zu entscheiden und zu begründen, ob die Lerngruppe einen "Grand Don" organisieren will oder nicht. Die intensive Arbeit mit den Materialien aus der Podcast-Episode dient als Grundlage dafür, eine Begründung für oder gegen diesen Vorschlag zu formulieren.Ihre Schülerinnen und Schüler erlernen den Umgang mit Podcast-Episoden und inhaltlich verwandten Internetseiten: Sie recherchieren selbstorganisiert Informationen zum Thema "Grand Don". Diese Informationen nutzen sie in Rollenspielen und Gesprächsrunden, nachdem sie sie für die Antwort auf die Frage "Est-ce que nous voulons organiser un Grand Don ?" aufbereitet haben. Neben Hörverstehensübung und Internetrecherche stehen also Simulation und Textanalyse im Mittelpunkt der Sequenz. Fachwissenschaftliche und -didaktische Vorbemerkungen Podcasts helfen, (fremd)sprachliche Unterrichtsanforderungen zu bedienen. In diesem Fall kommt auch der inhaltliche Anspruch nicht zu kurz. Durchführung Vom dreischrittigen Detailverstehen gelangen die Lernenden in dieser Einheit über die Meinungsbildung zur Projektplanung. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen begründen, ob sie einen Grand Don organisieren wollen. Die dazu notwendigen Informationen erhalten sie im Internet in Form einer Audio-Quelle und durch einschlägiges Textmaterial. die Funktionsweise des Grand Don in Paris erarbeiten. die Reaktion der Pariser Bevölkerung auf den Grand Don beobachten und beschreiben. einen Grand Don simulieren und ihre eigene Reaktion beschreiben. Argumente für und gegen die Organisation eines eigenen Grand Don formulieren. die Beweggründe der Organisatoren des Grand Don kennen lernen. eine abschließende eigene Position formulieren. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen den Umgang mit Podcast-Episoden erlernen. Informationen zum Thema "Grand Don" recherchieren. zusätzliche Informationen von Internetseiten erarbeiten. die gesammelten Informationen in argumentierenden Stellungnahmen verwenden. eventuell Plakate zur Ankündigung des eigenen Grand Don erstellen. Anforderungen an den Französischunterricht Wir wünschen uns vom Französischunterricht, er möge das selbstständige Arbeiten fördern, gute Kompetenzen im Hörverstehen ausbilden, durch Binnendifferenzierung alle Lernenden individuell ereichen und sie im Umgang mit authentischem Sprachmaterial schulen. Die vielfältigen Podcast-Angebote im Internet können helfen, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Angebote im Podcast-Bereich So bieten Fernsehsender wie France 2 und France 3, la cinquième und Canal+ Mitschnitte von Fernsehsendungen und Nachrichten. Radiostationen wie ARTE Radio oder rire et chanson stellen Reportagen und Sketche zur Verfügung. Das Angebot ändert sich schnell, kann entweder im Live-Streaming für einige Tage oder Wochen online genutzt oder zuweilen sogar problemlos abgespeichert werden (so wie die Sendungen von ARTE Radio). Selbstständiges Arbeiten initiieren Für den Unterricht ergibt sich also die Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler auf solche Angebote hinzuweisen, die sie dann beispielsweise für die Portfolioarbeit nutzen können, indem sie Transkripte, Anleitungen und Zusammenfassungen anfertigen und in ihrem Portfolio dokumentieren (Material 1). Methodenkompetenz ausbilden Sinnvoll ist es, den Umgang mit den Podcast-Materialien im Unterricht einzuüben, um den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu den Materialien zu erleichtern. Außerdem werden ihnen Methoden vermittelt, mit denen sie die Inhalte der Materialien selbstständig erschließen können. Über das Hören zum Sprechen Will man die Podcast-Materialien im Unterricht nutzen, so stellt sich die Frage, in welchen methodischen Schritten man vorgeht. Es gilt, einen Weg zu finden, wie man Hörverstehensübungen nutzbar macht, um im Plenum der Klasse Unterrichtsgespräche zu initiieren, die die Inhalte der Materialien für problemorientierte Kommunikations- und Entscheidungsprozesse nutzbar machen. Dieses Beispiel für die Arbeit mit einer Podcast-Episode von ARTE Radio zeigt Möglichkeiten und Methoden auf. In der Unterrichtseinheit finden die folgenden Methoden Anwendung: Hörverstehensübung Simulation Textanalyse Internetrecherche Entwerfen eines Plakates (optional) Das Thema der Unterrichtseinheit "Est-ce que nous voulons organiser un Grand Don ?» leistet einen wichtigen Beitrag für die Sensibilisierung Ihrer Schülerinnen und Schüler für die zentralen Schlüsselfragen der modernen westlichen Gesellschaften: Ist der durch das Geld vermittelte Austausch von Waren die einzig denkbare Form, unsere Gesellschaft zu organisieren? Ist es sinnvoll, immer mehr Besitz anzuhäufen? Führt stetiges Wachstum wirklich zu einem besseren Leben? Ist Geiz ein verallgemeinerbarer Wert oder brauchen unsere westlichen Gesellschaften nicht gerade in Zeiten fortschreitender Globalisierung unter neoliberalen Vorzeichen eine neue Kultur des "Gebens"? Erschließung von Podcast-Episoden Die hier angewendete Methode der Erschließung von Podcast-Episoden folgt dem Vorschlag von Maike Johannpeter (im Beitrag Podcasts im Französischunterricht , in dem sie drei Schritte vorsieht. Hören: Globalverstehen Hören: Selektivverstehen Schreiben und Sprechen: Detailverstehen Hypothesen bilden erste Wörter weitere Informationen suchen Wo? wichtige Schlüsselwörter Inhalt genau beschreiben Wer? Wörter zu einem bestimmten Thema Thema beurteilen, Inhalt analysieren Verstehen durch Recherchen und Gespräche Besondere Beachtung findet die Phase des Detailverstehens. Hier ist zentral der Wechsel zwischen auswertenden Unterrichtsgesprächen und Recherche, Lese- und Schreibaufgaben zur inhaltlichen Vertiefung des Themas und zur Vorbereitung auf die Unterrichtsgespräche. Podcast zur Verfügung stellen Zunächst wird der Beginn der Podcastsendung von «Jeune femme: C'est vrai que ...» bis «... pour les donner aux passants» vorgespielt. ARTE radio: "Venez, c'est gratuit" Dieser Link führt direkt zum Beitrag. Häppchenweise hören Es hat sich erwiesen, dass es nicht ratsam ist, gleich die ganze Reportage vorzuspielen. Sie ist mit sieben Minuten zu lang und das Interesse der Schülerinnen und Schüler lässt schnell nach. Hören - Hypothesen bilden - Hypothesen verifizieren Nach einem ersten Hören werden Hypothesen an der Tafel notiert. Nachdem der Beginn ein zweites Mal angehört wurde, können die Hypothesen verifiziert oder ergänzt werden. Das Ergebnis wird wie in Material 2 vorgeschlagen an der Tafel gesichert. Selektivverstehen Die zweite Etappe der Arbeit mit der Podcast-Sendung zielt auf ein Selektivverstehen. Vorgespielt wird die nächste Passage bis zu «Je jette un coup d'œil, c'est gentil». Hörauftrag Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Hörauftrag «Comment fonctionne le Grand Don ?» und notieren Informationen zu dieser Frage. Die Ergebnisse werden an der Tafel gesichert (siehe Material 2). Gesamten Beitrag hören In der dritten Etappe kann die komplette Sendung von Beginn bis zum Ende vorgespielt werden, da es gilt, nun alle Beteiligten an dem Grand Don zu bestimmen ("Qui participe au Grand Don ?»). Auch hier wird das Ergebnis an der Tafel notiert (siehe auch Material 2). Präzise Höraufträge als Hausaufgabe Die vierte Etappe der Arbeit mit dem Podcast sollte als Hausaufgabe aufgegeben werden. Um das Medium Podcast optimal zu nutzen, bietet es sich an, in einer Hausaufgabe ein erneutes, möglichst mehrmaliges Hören zu veranlassen. Die Schülerinnen und Schüler sollten präzise Höraufträge erhalten. Auswertung in Kleingruppen In der Auswertungsstunde sollte dann das Erhörte durch die Lektüre des Transkripts, möglichst in Kleingruppenarbeit, kontrolliert werden. Für Schülerinnen und Schüler, die technische Schwierigkeiten haben, sollten CD-ROMs in ausreichender Anzahl vorbereitet werden. Denkbar ist auch, dass im Informatikraum selbstständig gearbeitet wird, wenn alle PCs mit Lautsprechern (besser noch mit Kopfhörern) ausgestattet sind und die Lärmkulisse nicht zu störend wird. Alternativ nutzen die Lernenden ihre MP3-Player oder die Abspielfunktion in ihren Handys. So erkennen sie zudem, dass diese Geräte auch für die schulische Arbeit nützlich sein können. Est-ce que nous voulons organiser un Grand Don ? Das Thema der Stunde «Est-ce que nous voulons organiser un Grand Don ?» wird zu Beginn an die Tafel geschrieben. In einer Gruppenarbeitsphase mit dem Arbeitsauftrag «Trouvez des arguments pour et contre le Grand Don! Travaillez en groupe ! Notez vos arguments sur une feuille et présentez-les !» sollen dann Thesen formuliert und abschließend präsentiert werden. Thesensammlung Die Thesen können auf ausreichend großen Papierstreifen notiert und an der Tafel mit Magneten oder Klebestreifen notiert werden. Blitzlicht: Spendensammlung Zunächst wird ein eigener Grand Don nur simuliert. Als Impulse gibt die Lehrperson vor, nach zwei Minuten Bedenkzeit in einer Blitzlichtrunde auf die Frage "Quels objets personnels est-ce que vous donneriez pour le Grand Don ? Notez deux objets sur une carte et fixez la carte au tableau !" zu antworten. Die «gespendeten» Gegenstände werden auf der Tafel oder auf einer Folie präsentiert. Quel effet est-ce que le Grand Don pourrait avoir ? Nun schließt sich ein Unterrichtsgespräch an, in dem die Auswirkungen dieses fiktiven Grand Don beurteilt werden sollen. Auf den Impuls «Quel effet est-ce que notre Grand Don pourrait avoir sur les passants ?» äußern die Schülerinnen und Schüler ihre Vermutungen, die, wie in Material 4 vorgeschlagen, notiert werden. Hypothesen diskutieren Diese Vermutungen sollen nun verifiziert werden, um objektiv abschätzen zu können, ob der möglicherweise selbst organisierte Grand Don die erhofften positiven Wirkungen haben wird. Planungsgespräch initiieren Hierzu wird mit den Impulsen «J'ai noté toutes vos hypothèses. Qui a raison ?» (sehr offen, zielt bewusst darauf ab, keine Lösung, sondern eine Kontroverse zu erzeugen) und «Qu'est-ce qu'on peut faire pour savoir qui a raison ?» (zielorientierte Frage) zunächst ein Planungsgespräch initiiert. Im Verlauf des Gesprächs sollte deutlich werden, dass es zwei Möglichkeiten gibt, die möglichen Reaktionen des Publikums näher zu bestimmen: Pour savoir qui a raison nous pouvons ... observer la réaction des Parisiens au Grand Don. simuler un Grand Don dans la classe. Diese Möglichkeiten werden als Tafelbild notiert und zwei vorbereitete Arbeitsaufträge leiten in die nächste Phase über. Beobachtung und Rollenspiel Arbeitsteilige Gruppenarbeit bietet sich in dieser Phase an. Die beiden Arbeitsaufträge lauten: Le groupe A Pour mieux connaître l'effet d'un Grand Don, observez comment les gens réagissent au Grand Don à Paris. Qu'est-ce que vous observez ou entendez? Comment réagissent les passants, les SDF (les gens sans domicile fixe) devant les objets ? Que font les organisateurs ? Le groupe B Pour mieux connaître l'effet d'un Grand Don, mettez-vous à la place des passants qui vont voir notre stand. Défilez devant notre stand fictif. Choisissez, si vous voulez, un objet. Expliquez pourquoi vous en avez pris un ou pourquoi vous n'en avez pas pris ! Vortragsvorbereitung: Korrekturschleife Die Ergebnisse der Gruppenarbeitsphase sollen präsentiert werden. Denkbar wäre hier, die im Unterricht oft vernachlässigte Form des freien Vortrages einzuüben. Die Schülerinnen und Schüler notieren ihre Ergebnisse in sprachlich korrekter Form, legen diesen Vortrag der Lehrperson vor (per E-Mail, handschriftlich oder im virtuellen Klassenraum von lo-net). Freier Vortrag: leichter sprechen, leichter verstehen Nachdem eventuell enthaltene Fehler korrigiert worden sind, bereiten sich die Gruppen darauf vor, die Ergebnisse frei, also ohne Notizen, vorzutragen. Diese Form des freien Vortragens führt in der Regel dazu, dass sich die Schülerinnen und Schüler in einfacheren Sätzen ausdrücken und so besser verständlich machen, als wenn sie die Texte vorlesend präsentieren. Ergebnissicherung Eine schriftliche Sicherung der Arbeitsergebnisse erfolgt dann in der nächsten Phase während eines Unterrichtsgesprächs an der Tafel. Un Grand Don ne sert à rien - Diskussion Das Unterrichtsgespräch wird durch einen provozierenden Auswertungsimpuls («D'après ce que j'ai observé et compris, je pense que un Grand Don ne sert strictement à rien ! Vous êtes d'accord avec ce que je dit ?") eingeleitet. Die Diskussionsbeiträge werden an der Tafel wie in Material 4 vorgeschlagen schriftlich gesichert. Originalquellen konsultieren Um die Intention des Grand Don noch besser verstehen zu können, sollte eine mögliche Antwort der Organisatoren erarbeitet werden. Hierzu dienen eine Internetrecherche und eine Textarbeitsphase, die durch den folgenden Impuls initiiert wird. Auch das Ergebnis dieser Phase wird schriftlich gesichert. Qu'est-ce que les organisateurs du Grand Don répondraient à cette thèse ? a) Faites une recherche d'Internet sur la question. Présentez le résultat de vos recherches ! b) Lisez les deux textes sur le Grand Don (Material 5) c) Notez leurs réponses sur une feuille et présentez-la au tableau ! In einer Schlussrunde, die eventuell eine Abstimmung einleitet, müssen nun alle Stellung beziehen: «Quelle conclusion est-ce que vous tirez de nos observations pour répondre à la question «Est-ce que vous voulons organiser un Grand Don ?». Zumindest aber muss ein Argument auf die Frage «Est-ce que nous voulons organiser un Grand Don ?» geliefert werden. Eine Sicherung der Ergebnisse ist nun nicht mehr notwendig. Denkbar ist die Durchführung eines Grand Don in der Schule oder in der Stadt, der mit Fotos und selbst geschriebenen Texten dokumentiert werden könnte. Vor der Durchführung könnte eine Ankündigung, ein Plakat gestaltet werden (beispielhafte Plakate finden Sie auf der Grand Don Website ). Viel Erfolg!

  • Französisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Kinderarbeit in England

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtssequenz zum Thema Kinderarbeit für den Englisch- oder bilingualen Geschichtsunterricht erfahren die Schülerinnen und Schüler, welches Ausmaß und welche Folgen die Kinderarbeit einst hatte und auch noch heute in manchen Ländern haben kann.Die Industrialisierung veränderte das Alltagsleben derer, die dann in den Fabriken ihr Brot verdienen mussten, grundlegend. Das Gewinnstreben und der Wettbewerb, insbesondere aber auch das Überangebot an Arbeitskräften, hielten den Lohn der Fabrikarbeiter niedrig. Wenn nur der Mann in der Familie Geld verdiente, genügte dies häufig nicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Um Ernährung, Miete und Kleidung bezahlen zu können, mussten Frauen und Kinder ebenfalls arbeiten. In Deutschland per Gesetz seit 1839 (Preußen) verboten, scheint Kinderarbeit auf den ersten Blick ein rein historisches Phänomen zu sein und sich deutlich vom Ferienjob oder dem Jobben neben der Schule her zu unterscheiden. Doch auch heute noch gehört Kinderarbeit in vielen Ländern zum Alltag. Internet-Recherche: Fakten zur Kinderarbeit In einem ersten Teil recherchieren die Schülerinnen und Schüler, welche Tätigkeiten Kinder in den Fabriken zu verrichten hatten, welche gesundheitlichen Schäden deswegen auftraten, wie lange Kinder täglich arbeiten mussten und wie hoch der Anteil der Kinder an der Arbeiterschaft war. So erschließen sie die historische Dimension und üben dabei auch den Umgang mit Tabellen und Grafiken sowie der entsprechenden Software. Verfassen einer Petition aus Sicht eines Unternehmers Im nächsten Schritt sollen die Lernenden handlungsorientiert eine Petition gegen die Kinderarbeit verfassen, bei der sie nicht aus der Sicht eines betroffenen Kindes, sondern aus der des Unternehmers argumentieren sollen. Durch diesen Perspektivenwechsel soll deutlich werden, dass soziale Verbesserungen durchaus auch im Sinne der Fabrikbesitzer sein konnten. Freie Recherchearbeit: Gesetzliche Regeln In den nächsten, dieses Mal freien Rechercheschritten finden die Schülerinnen und Schüler heraus, wann von staatlicher Seite die Kinderarbeit verboten wurde und wie die gesetzlichen Regeln heute lauten. Diskussion: Warum gibt es auch heute noch Kinderarbeit? Im letzten Teil der Unterrichtssequenz erfahren die Lernenden dann, dass Kinderarbeit kein rein historisches Phänomen ist, sondern auch heute aus ähnlichen Gründen wie im 19. Jahrhundert existiert und ähnlich schlimme Folgen für die Betroffenen hat. Als Abschluss kann eine Diskussion im Klassenverband initiiert werden, die der Frage nachgeht, warum es in bestimmten Ländern heute noch Kinderarbeit gibt.Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der historischen Dimension der Kinderarbeit in England auseinander. lernen die Umstände kennen, unter denen Kinder in den frühen Fabriken arbeiten mussten. lernen die Folgen dieser schweren und inhumanen Arbeit kennen. erfahren, dass es auch heute noch viele Länder gibt, in denen Kinderarbeit zum Alltag gehört. eruieren die Gründe für heutige Kinderarbeit und vergleichen sie mit denen während der industriellen Revolution. erweitern ihren englischen Wortschatz und vertiefen ihre Sprachkenntnisse. schulen ihre Methodenkompetenz bei der Nutzung digitaler Medien.

  • Geschichte  / Religion / Ethik
  • Sekundarstufe II

Inmigración a España

Unterrichtseinheit

Ausgehend von verschiedenen Texten setzen sich die Lernenden aus Grund- oder Leistungskurs kritisch mit der Thematik "Inmigración a España" auseinander.Die Schülerinnen und Schüler lernen, in einer "actividad de poslectura" im Wiki von lo-net² einen "comentario" zu verfassen, ihn zu überarbeiten und ihre Ergebnisse zu publizieren. Sie sollen in dieser Sequenz ihre medialen Kompetenzen erweitern und ihre Schreibkompetenz schulen, indem sie in arbeitsteiliger Gruppenarbeit eine Website zum Thema "inmigración" erstellen. Hier sollen sie ihre - in gegenseitiger Korrekturarbeit entstandenen - Kommentare zu ausgesuchten Forentexten veröffentlichen.Die Unterrichtseinheit findet zum großen Teil im Computerraum statt. Durch eine geforderte hohe Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler am Computer können Teile des Projekts auch am heimischen Rechner bearbeitet werden. Die Einheit gliedert sich in drei größere Phasen. Vorbemerkungen Das Internet ist das zentrale Arbeitsmedium der Sequenz. Hier werden die Lernenden zur kreativen Medienarbeit angeregt. 1. Phase: Vorbereitung und Textarbeit (Klassenraum) Die erste Phase der Einheit umfasst die ersten fünf bis sechs Stunden. Sie soll die Lernenden an die folgende inhaltliche Arbeit heranführen. 2. Phase: Textproduktion und Überarbeitung Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit authentischem Material, kommentieren es und korrigieren die Texte der Mitlernenden. 3. Phase: Publikation und Evaluation Zum Abschluss wird die Ergebniswebsite erstellt, und eine Evaluationsphase wird angeschlossen. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Inmigración a España als eine aktuelle und kontroverse Thematik kennen lernen, indem sie sich kritisch mit den verschiedenen Sichtweisen und Fakten auseinandersetzen. ihre Schreibkompetenz erweitern, indem sie "comentarios" verfassen und dabei verschiedene Phasen der Überarbeitung durchlaufen. lernen, ihre Kenntnisse und Ergebnisse der Textproduktion für die Publikation als "sitios web" im Wiki aufzubereiten. ihre soziale Kompetenz schulen, indem sie in kooperativen Arbeitsformen Texte erschließen, produzieren, überarbeiten und publizieren. Vorkenntnisse und Internetnutzung Für die Durchführung dieser Unterrichtsreihe sind bei den Schülerinnen und Schülern keine speziellen technischen Vorkenntnisse hinsichtlich des Umgangs mit einer Software nötig. Basiswissen im Umgang mit dem Wiki, mit dessen Hilfe die Website erstellt werden soll, kann den Schülerinnen und Schülern im Rahmen von zwei Unterrichtsstunden vermittelt werden. Voraussetzungen sind lediglich ein Computerraum mit funktionierendem Internetanschluss und mit der notwendigen Anzahl von Rechnern, so dass jeweils maximal zwei Lernende an einem Rechner arbeiten können. Des Weiteren muss gesichert sein, dass die Schülerinnen und Schüler auch zuhause über einen Zugang zum Internet verfügen, was aber der Regelfall ist. lo-net² als Arbeitsumgebung Geplant ist eine Reihe vom etwa 15 bis 16 Unterrichtsstunden. Je nach Kursgröße und Leistungsstärke kann die Stundenzahl erhöht oder gesenkt werden. Bei der Planung wurde von einer Kursstärke zwischen 25 und 30 Personen und einem leistungsmediokren und durchschnittlich leistungs-heterogenen Kurs ausgegangen. Alle Lernenden müssen einen individuellen Zugang zum Wiki erhalten, so dass alle sich auch von zuhause aus zum Arbeiten einloggen können. Diese Voraussetzung erfüllt die Arbeit mit lo-net². Der Einsatz dieser Unterrichtssequenz ist sowohl in der Mitte der gesamten Unterrichtsreihe als auch am Ende möglich, wobei sich als Anschluss an die Veröffentlichungen der Kommentare eine Gruppendiskussion anbietet. Es handelt sich um ein mittelfristiges Projekt, was den Lernenden eine gewisse Persistenz im Hinblick auf das gegenseitige Lesen und Korrigieren abverlangt. Die Lehrkraft sollte deshalb versuchen, den Schülerinnen und Schülern das Produkt "Website" der Reihe als ein erstrebenswertes Projekt darzustellen, indem sie folgende Aspekte anführt: Die Schülerinnen und Schüler produzieren eigene Texte und korrigieren sich in dieser Textproduktion fast ausschließlich eigenständig und gegenseitig (horizontale Kommunikations- oder Korrekturstrukturen anstatt vertikale). Am Ende steht ein fertiges Produkt, das im Netz frei zugänglich gemacht werden kann und mit dem die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen sach- und textorientierten Meinungsäußerungen zum Thema veröffentlichen. Generell ist es ja schmeichelhaft, wenn der eigene Name unter einem verfassten Text im Internet erscheint - diesen Prestigeeffekt sollte die Lehrkraft nutzen. So können die Lernenden das Gefühl erlangen, dass sie durch diese Texte etwas bewirken, indem etwa andere Jugendliche, die auch Spanisch lernen, sich über ihre Website über das Thema informieren und sich damit befassen (und wenn es nur aufgrund der Abiturvorbereitung geschieht). Dafür kann auf der Homepage auch einfach ein Gästebuch eingerichtet werden, in das sich die Besucherinnen und Besucher eintragen. Erarbeitung der Ausgangstexte in der Textarbeitsphase (Gruppenpuzzle) Beim Erstellen der Website entscheidet jede Gruppe gemeinsam, wie sie ihre Texte und das Layout arrangieren möchte. Die Ausgangstexte, auf deren Basis die Argumentensammlung erarbeitet wird, entstehen in Gruppenarbeit. Hausaufgaben (auch in Wiki und an den comentarios) Bei der Produktion der einzelnen Texte, die in Wiki veröffentlich werden sollen Die Partnerarbeit kann bei Bedarf und je nach Lerngruppe anstelle die verschiedenen Gruppenarbeiten ersetzen. Visuelle Impulse Die Reihe wurde so konzipiert, dass in einer Vorphase in der ersten Stunde noch einmal Vorwissen zusammengetragen wird. Angeregt wird dies in der ersten Stunde mit verschiedenen Materialien, wie aussagekräftigen Fotos oder einer pointierte Karikatur. Motivation zur kreativen Arbeit Durch den Vorschub dieser Phase wird gesichert, dass alle Schülerinnen und Schüler auf den gleichen Wissensstand gelangen und das zum Teil träge Vorwissen wieder aktiviert wird. Zudem erhöht sie durch den Einsatz von anschaulichem und spannendem Material die Motivation, gemeinsam ein Produkt zu diesem Thema zu erstellen. In der Durchführung sind MindMaps am besten geeignet, um dieses Ziel zu erreichen. Bei Bedarf lässt sich diese Phase auch auf zwei Stunden ausdehnen. Inhaltliche Erarbeitung In der zweiten bis vierten Stunde werden die Grundlagentexte mit den Schülerinnen und Schülern inhaltlich unter genauer Berücksichtigung der Leitfragen erarbeitet. Diese Texte stellen die Grundlagen beziehungsweise die Ausgangspunkte für die späteren Meinungsäußerungen der Schülerinnen und Schüler dar. Die ausgewählten Texte beziehen sich auf folgende Leitfragen, denen sich die Unterrichtsreihe widmet: España como destino de los inmigrantes - ¿paraíso o infierno? Inmigrantes - ¿delincuentes o víctimas? Inmigración - ¿problema o necesidad para España? Texte als Arbeitsgrundlage Zunächst wird also eine gemeinsame Basis mit möglichst vielfältigen Argumenten erarbeitet, damit später sachorientiert argumentiert werden kann und die Schülerinnen und Schüler nicht drohen, in Allgemeinplätze zu verfallen. Außerdem wird auf diese Weise natürlich der themenspezifische Wortschatz erweitert und gefestigt. Die vorliegenden Texte sind Vorschläge. Falls andere gewählt werden, sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht zu lang sind, aber in ihrer Aussage möglichst provokant und polarisierend, so dass die Schülerinnen und Schüler animiert werden, ihre eigene Meinung zu äußern. Argumente strukturieren und formulieren Die stichhaltig formulierten Argumente werden in den verschiedenen Gruppen A bis C getrennt erarbeitet und dann im Plenum zusammengetragen. Für alle Lernenden werden sie später in Form von MindMaps übersichtlich zugänglich gemacht. So ist gesichert, dass die Schülerinnen und Schüler beim Argumentieren eine objektive Grundlage haben, also mit Sachargumenten arbeiten und nicht rein intuitiv oder impulsiv-unsachlich argumentieren. Strukturierung der Argumente Die folgenden vorbereiteten MindMaps helfen den Lernenden bei der Strukturierung der Pro- und Contra-Argumente. Übung für die Abiturprüfung: comentario In der 5. und 6. Stunde wird die reine inhaltliche Textarbeit ergänzt durch eine kurze Phase der formalen Schulung in Bezug auf das Verfassen eines comentario. Da dies zentraler Bestandteil der schriftlichen Abiturprüfung ist, wird dieser in der vorliegenden Unterrichtssequenz vertiefend geübt. Dies geschieht, grob zusammengefasst, dadurch, dass später alle Lernenden eigenständig einen Kommentar verfassen, der dann mit Nennung der Namen auf der Website veröffentlicht wird. Schreibübung Sichergestellt muss sein, dass alle Lernenden über Grundlagenkenntnisse der Formalien dieser Methode verfügen. Zu diesem Zweck werden in einer Stunde die grundlegende Struktur eines comentario sowie entsprechende sprachliche Mittel erarbeitet, etwa anhand eines gelungenen comentario. Die Schülerinnen und Schüler schreiben einen eigenen comentario zu einem Leserbrief eines Immigranten (Inhalt: Anklage an die Gesellschaft wegen diskriminierender Behandlung). Textpuzzle Zur Sicherung der ersten eigenen Entwürfe eignet sich ein Textpuzzle, das zerschnitten und von den Lernenden zusammengesetzt wird, so dass die dem comentario inhärente typische Struktur deutlich wird. Dies ist als idealtypische Vorlage zu betrachten. Auf diese Stunde sollte eine geeignete Hausaufgabe folgen, mit der die Schülerinnen und Schüler ihre neu erworbenen Kenntnisse anwenden können. Quelle Einen Vorschlag für die modellhafte Erarbeitung des comentario inklusive Arbeitsblätter (Puzzle/opinión) finden Sie in: Engelbrecht, Doris: "Un joven inmigrante acusa- Einführung in das Thema opinión" in: DER FREMDSPRACHLICHE UNTERRICHT Spanisch, Heft 17, 2007, S. 16-21. Freie Arbeit in der Online-Phase In der 7. und 8. Stunde erhalten beziehungsweise nutzen die Schülerinnen und Schüler den eigenen Zugang zu lo-net² und bekommen eine Einführung in die Arbeitstechniken mit dem Wiki. Hier werden sowohl der Zeitrahmen abgesteckt, in dem die Online-Phase inklusive Veröffentlichung abgeschlossen sein muss, als auch die Gruppen mit den verschiedenen Themen eingeteilt, denen sich die Schülerinnen und Schüler frei zuordnen können. Arbeitsmaterial Material für die Einführung in die Wiki-Arbeit steht unter den Downloads "lo-net² - Funktionsbeschreibung" und "Kurzanleitungen - Wiki" im öffentlichen Bereich bei lo-net² bereit. Textanalyse Nun soll wieder in Gruppen gearbeitet werden: Je vier Schülerinnen und Schüler erhalten den gleichen Text. Hierbei handelt es sich nicht um Sachtexte wie Zeitungsartikel. Denn um eine authentische Meinungsäußerung zu provozieren, werden die Schülerinnen und Schüler mit teils sehr polarisierenden Forumsbeiträgen aus dem Internet konfrontiert. Jede Gruppe kann sich einen solchen Forumsbeitrag aussuchen und muss ihn bearbeiten, also das Argumentationspotential und die Sichtweise des Textes herausstellen. Nun schreibt jeder und jede einen individuellen comentario dazu, immer mithilfe der MindMaps und den ergänzenden Hilfestellungen. Unterstützung durch die Gruppe Die Schülerinnen und Schüler können und sollen also beim Schreiben der Meinungsäußerungen auf die MindMaps mit der Argumentensammlung zurückgreifen. Nun folgt der eigentliche Schreibprozess. Er vollzieht sich in Einzelarbeit, aber die Gruppe bleibt im Schonraum für Rückfragen zusammen. Ein produktiver Effekt dieser Arbeitsweise ist, dass zu einem Forumsbeitrag noch einmal mehrere verschiedene Meinungen stehen und so die Meinungsvielfalt der Lernenden später auf der Website repräsentiert wird. Die Leitfragen spielen in dieser Phase keine Rolle mehr. Es bietet sich auch an, dass die Lehrkraft darauf achtet, möglichst heterogene Gruppen zusammenzufügen, damit der Helfereffekt als Maßnahme der Binnendifferenzierung bestehen bleibt. Feedback und Korrektur Im Anschluss werden die Texte, eventuell auch zum Teil als Hausaufgabe, handschriftlich verfasst und dann, auch als Hausaufgabe möglich, ins Wiki gestellt, so dass sie für alle einsehbar sind. Die Korrekturarbeit findet dann online zwischen den Gruppen statt. Der Prozess der Korrektur sei hier beispielhaft dargestellt: Je zwei Schülerinnen und Schüler aus Gruppe A1, A2 und A3, korrigieren den Text der Lernenden aus Gruppe B1, B2 und B3. Die Korrektur-Arbeit sollte auf Basis der folgenden Punkte erfolgen: Sprachliches (metasprachliche Ausdrücke und sprachliche Korrektheit) Inhaltliches (Textkohäsion und -kohärenz, sachliche Darlegung der Argumente) Die Methode In dieser Phase vertiefen sich die Lernenden in die Texte der anderen Gruppen und fokussieren lupenähnlich jeweils einen fremden Text. Dieses Verfahren nennt sich "Lupentechnik" und bewirkt, dass sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Texten ihrer Mitlernenden sowohl sprachlich als auch inhaltlich auseinander setzen. Ziel: konstruktive Kritik Auf die Korrektur folgt ein von den Schülerinnen und Schülern verfasster Kommentar im Wiki, in dem sie die Korrekturvorschläge in Stichworten darlegen. Je nach Niveau der Lerngruppe kann dies auf Spanisch oder auf Deutsch stattfinden. Die Schülerinnen und Schüler müssen dafür sensibilisiert werden, dass nur sachorientierte und konstruktive Kritik erlaubt ist, denn es geht ja um ein gemeinsames Produkt. Neue Zuordnungen Die Korrektur-Phase wird in den Stunden 12 bis 14 noch einmal wiederholt. Nun sollen die Gruppen sich neue Forumstexte aussuchen und den gesamten Prozess noch einmal durchlaufen, aber aus einer anderen Perspektive. Der Effekt ist, dass so eine möglichst große Anzahl von Schülerinnen und Schülern Einblick in möglichst viele Texte und in möglichst verschiedenartige Argumente erhält und vor allem, dass die Schreikompetenz vertieft geschult wird. Binnendifferenzierung Am Ende steht die Überarbeitung der Texte durch die ursprünglichen Autorinnen und Autoren, die die Anregungen der anderen verarbeiten. So hat an dieser Stelle auch schon eine Sicherung stattgefunden und zwar durch die Schülerinnen und Schüler selbst. Dies zeigt die starke Schülerorientierung und -aktivität dieser Reihe. Die Funktion der Lehrkraft beschränkt sich in dieser Phase auf die Lektüre der Schülerversionen mit abschließenden Korrekturhinweisen, bevor die Texte veröffentlicht werden. Dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler sich ausschließlich gegenseitig helfen, findet automatisch eine Binnendifferenzierung statt, denn die Schwächeren veröffentlichen genau das gleiche Produkt wie die Stärkeren und erhalten von diesen produktive Hilfestellungen. In der 15. und 16. Stunde wird die Grundstruktur der Websites erstellt. Der Aufbau kann sich an den Leitfragen orientieren: España como destino de los inmigrantes - ¿paraíso o infierno? Inmigrantes - ¿delincuentes o víctimas? Inmigración - ¿problema o necesidad para España? Anlegen der Website bei lo-net² Die Feinstruktur richtet sich nach den zuvor festgelegten Gruppenthemen. Für jede Gruppe wird in dieser Struktur eine Unterseite angelegt. Mit dem Website-Generator von lo-net² ist dies besonders einfach. Die Unterseiten werden auf die passende Hierarchie-Ebene geschoben. Jede der Gruppen erhält so einen geschlossenen Arbeitsbereich. Veröffentlichung der Texte Im Anschluss daran erfolgt die Veröffentlichung der Texte auf der Website der jeweiligen Gruppe. Durch die Möglichkeit, die fertigen Texte an die neue Stelle auf der Website zu kopieren, kann der Aufbau der Website sehr schnell erfolgen. Dies geschieht ebenfalls in gemeinschaftlicher Arbeit der Gruppen, die zuvor jeweils den gleichen Forumsbeitrag bearbeitet haben. Darauf folgt eine Evaluation über die Unterrichtsreihe, gestützt auf einen eigens dafür ausgearbeiteten Evaluationsbogen. Des Weiteren ist eine Plenumsrunde angesetzt, in der die Schülerinnen und Schüler mit der Lehrkraft das Ergebnis und den Verlauf der Unterrichtsreihe auswerten. Ein Vorschlag für die modellhafte Erarbeitung des comentarios inklusive Arbeitsblätter (Puzzle/opinión) zu finden in: Engelbrecht, Doris: "Un joven inmigrante acusa- Einführung in das Thema opinión" in: DER FREMDSPRACHLICHE UNTERRICHT Spanisch, Heft 17, 2007, S. 16-21. Klink, Hella u. Schattschneider, Petra: Rutas. Arbeitsbuch Spanisch für die Oberstufe. Paderborn: Schöningh. 2007, p.336-337.

  • Spanisch
  • Sekundarstufe II