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Gesundheitsschutz: Gesundheitsrisiken durch Stäube

Unterrichtseinheit

Ziel dieser Lerneinheit ist es, die Schülerinnen und Schüler für mögliche Gesundheitsgefahren durch den Gefahrstoff Staub zu sensibilisieren. Ihnen sollen die gesundheitlichen Risiken – vor allem auch die langfristigen – durch Staubbelastungen am Arbeitsplatz bewusst werden und sie sollen lernen, wie sie sich effektiv schützen können. Um eine Erfahrungsbasis zu bekommen, auf der die Informationsfülle im Hinblick auf die kognitive Wahrnehmung und besonders auf das eigene Verhalten produktiv verarbeitet werden kann, sollten die jungen Leute anhand einer Exkursion in ein fremdes Unternehmen oder durch eine Umfrage im eigenen Betrieb einen Einblick in die Arbeitsschutzpraxis vor Ort erhalten. Ein wichtiges Lernziel dabei ist, dass die Lernenden neben der Erarbeitung von Daten und Fakten erkennen, dass sich der verantwortungsvolle Umgang mit dem Gefahrstoff Staub für sie persönlich lohnt. Im Rahmen der Unterrichtseinheit werden folgende Inhalte vermittelt: Grundwissen Staub: Was ist Staub? Wie definiert man Staub? Wie entsteht Staub? Wie unterscheidet man Staubpartikel im Hinblick auf ihre Gesundheitsgefährdung? Welche Grenzwerte gelten für die Staubbelastung am Arbeitsplatz? Der natürliche Schutzmechanismus der Atemwege Auswirkungen gefährlicher Stäube auf Körper und Gesundheit Spezielle Gefährdungen an bestimmten Arbeitsplätzen Schutzmaßnahmen gegen Staubbelastung im Betrieb Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler definieren Staub, und benennen unterschiedliche Staubarten und Arbeitsplatzgrenzwerte. begreifen, wie der natürliche Schutzmechanismus der Atemwege funktioniert. wissen, wie sich eine hohe Staubbelastung auf die Gesundheit auswirken kann. zählen spezielle Gefährdungen an bestimmten Arbeitsplätzen auf. benennen die wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Staubbelastung am Arbeitsplatz. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler planen und unternehmen eine Exkursion zu einem staubbelasteten Arbeitsplatz. führen vor Ort Interviews. präsentieren ihre Ergebnisse vor dem Plenum. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten verschiedene Aufgaben gemeinsam und stärken damit ihre Teamfähigkeit. erfragen und reflektieren eine spezielle Arbeitsplatzbelastung. erweitern ihre Kommunikations- und Vortragsfähigkeit.

  • Arbeitsschutz / Arbeitssicherheit / Ernährung & Gesundheit / Gesundheitsschutz / Pflege, Therapie, Medizin
  • Berufliche Bildung

Berufsbedingte Allergien: Entstehung, Folgen, Schutzmaßnahmen

Unterrichtseinheit

Ziel der Lerneinheit ist es, junge Leute für allergene Belastungen am Arbeitsplatz und damit verbundene Risiken zu sensibilisieren. Sie schätzen mit Hilfe eines Tests ihr eigenes Allergierisiko ein und erarbeiten selbstständig die wichtigsten Schutzmaßnahmen. Das Thema "Berufsbedingte Allergien" ist für junge Menschen vor der Berufswahl sowie für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger ein absolutes Muss. Viele reagieren bereits vor dem Berufseinstieg überempfindlich auf allergene Substanzen und leiden unter Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma. Das Problem: Wer bereits durch eine Allergie vorbelastet ist, trägt ein erhöhtes Risiko, im Job eine weitere Allergie zu entwickeln oder die bestehende zu verschlimmern. Ziel dieser Lerneinheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ist es, junge Leute für allergene Belastungen am Arbeitsplatz und damit verbundene Risiken zu sensibilisieren. Sie sollen ihr eigenes Allergierisiko realistisch einschätzen und im Hinblick darauf für ihren Berufswunsch bewusst Verantwortung übernehmen können. Im Rahmen der Unterrichtseinheit werden folgende Inhalte vermittelt: Grundkenntnisse über die Entstehung von Allergien und mögliche Folgen in Bezug auf Gesundheit und Arbeitsplatz Informationen über typische allergene Arbeitsstoffe und Berufe mit hohem Allergierisiko Schutzmaßnahmen und Tipps zum Umgang mit Allergierisiken am Arbeitsplatz Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler ordnen bestimmten Berufen potenziell allergieauslösende Stoffe zu und erkennen, in welchen Berufen das Allergierisiko besonders hoch ist. erarbeiten Strategien, wie man einer Sensibilisierung vorbeugen und sich am Arbeitsplatz vor allergenen Stoffen schützen kann. setzen sich anhand eines Tests mit ihrem eigenen Allergierisiko auseinander. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler benennen die Kernbotschaften eines themenbezogenen Videos. recherchieren selbstständig über berufsbedingte Allergien im Internet und lernen dabei Informationsangebote der gesetzlichen Unfallversicherungsträger kennen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler diskutieren und bearbeiten Aufgaben in der Kleingruppe und stärken damit ihre Teamfähigkeit. beurteilen Vorträge anderer. erweitern und stärken ihre Kommunikations- und Vortragsfähigkeit.

  • Ernährung & Gesundheit / Gesundheitsschutz / Pflege, Therapie, Medizin
  • Berufliche Bildung

Sicherheitszeichen

Unterrichtseinheit

Wo muss ich einen Schutzhelm tragen? Wie kann ich das Gebäude schnell verlassen? Am Arbeitsplatz weisen Sicherheitszeichen auf Risiken und Gefahren hin und regeln das Verhalten im Notfall. Gerade auch Auszubildende sollten mit ihnen vertraut sein.Sicherheitszeichen warnen vor Gefahren am Arbeitsplatz und weisen auf richtiges Verhalten hin. Und für den Notfall zeigen sie an, wo man Brandschutzvorrichtungen oder Erste-Hilfe-Einrichtungen findet und sich schnell in Sicherheit bringt. Eine richtige Kennzeichnung kann lebensrettend sein. Es lohnt sich also, die Bedeutung von Sicherheitszeichen zu kennen.Diese Unterrichtsmaterialien sensibilisieren Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen für das Thema Sicherheitskennzeichnung. Im ersten Teil erkennen die Schülerinnen und Schüler den Stellenwert einer vorschriftsmäßigen Sicherheitskennzeichnung und verstehen die Systematik der Zeichensymbole . Die Bedeutung einzelner Sicherheitszeichen wird ihnen dabei auf spielerische Weise anhand eines computergestützten Trainingsprogramms (Web-Based Training) vermittelt. Im zweiten Teil prüfen die jungen Leute die Sicherheitskennzeichnung in ihrem Ausbildungsbetrieb und diskutieren sie anschließend in der Klasse. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler begreifen die Bedeutung einer korrekten Sicherheitskennzeichnung. verstehen die Systematik der Sicherheitskennzeichnung. wissen, wer im Sinne eines betrieblichen Arbeitsschutzes für die Sicherheitskennzeichnung zuständig ist. kennen die Bedeutung einzelner Sicherheitszeichen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler wenden ein medienbasiertes Lern-Tool an (Web-Based Training). erkundigen selbstständig, wie es um die Sicherheitskennzeichnung an ihrem Ausbildungsbetrieb steht. erweitern ihre Vortragsfähigkeit, indem sie die Rechercheergebnisse im Plenum präsentieren. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler stärken durch Gruppenarbeit ihre Teamfähigkeit. begreifen, dass sie auch persönlich an ihrem Arbeitsplatz Verantwortung bezüglich der Sicherheitskennzeichnung übernehmen müssen.

  • Arbeitsschutz / Arbeitssicherheit
  • Berufliche Bildung

Persönliche Schutzausrüstung (PSA) am Arbeitsplatz konsequent benutzen

Unterrichtseinheit

Im Fokus der vorliegenden Unterrichtseinheit stehen Interaktionsmethoden zur Motivation der Auszubildenden mit dem Ziel, sie verstärkt zum konsequenten Benutzen von PSA am Arbeitsplatz zu bewegen. Anhand der Arbeitsmaterialien erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, modisch designte PSA-Produkte selbst zu recherchieren und die Arbeitsergebnisse in der Rolle von Marketingprofis zu präsentieren. Wenn Gefährdungen bei der Arbeit durch Substitution sowie technische oder organisatorische Maßnahmen nicht auszuschließen sind, braucht der Körper Schutz. Oft wird jedoch das Tragen von Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) am Arbeitsplatz nicht ausreichend ernst genommen. Die Ausreden hören sich beispielsweise so an: „Mit der Brille sehe ich bescheuert aus“, „Das Anziehen dauert so lang“, „Wird schon nichts passieren“. Besonders dann, wenn bereits negative Erfahrungen gemacht wurden, wenn es bei der Anschaffung von PSA nur um die Einhaltung von Mindestanforderungen und möglichst niedrige Kosten geht, wenn Qualität kleingeschrieben wird oder Beschäftigte bei der Auswahl der Produkte nicht mitreden dürfen, kann die Akzeptanz für das Tragen von PSA in der Belegschaft gering ausfallen. Ziel dieser Unterrichtseinheit ist es, Auszubildenden das erforderliche Know-how über attraktive PSA zu vermitteln und sie zu motivieren, am Arbeitsplatz konsequent PSA zu benutzen . Was in der Sport- und Freizeitwelt längst als selbstverständlich gilt, ist auch auf den Job übertragbar. PSA ist der "walk on the safe side", PSA ist stylisch, bunt, bequem, funktional. Diese Unterrichtseinheit kann eigenständig oder ergänzend zu den Unterrichtsmaterialien "Persönliche Schutzausrüstungen" eingesetzt werden. In "Persönliche Schutzausrüstungen" geht es um die Vermittlung allgemeine Grundkenntnisse. Im Fokus der vorliegenden Unterrichtseinheit stehen dagegen Interaktionsmethoden zur Motivation der Auszubildenden mit dem Ziel, sie verstärkt zum konsequenten Benutzen von PSA am Arbeitsplatz zu bewegen. Dabei wird am stylischen Charakter zeitgemäßer PSA (Augenschutz, Fußschutz, Atemschutz) angesetzt. Anhand der Arbeitsmaterialien erhalten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, modisch designte PSA-Produkte selbst zu recherchieren und die Arbeitsergebnisse in der Rolle von Expertinnen und Experten im Marketing zu präsentieren. Im Rahmen der Unterrichtseinheit werden folgende Inhalte vermittelt: Moderne PSA sind Hightechprodukte Moderne PSA können an den Benutzer oder die Benutzerin optimal angepasst werden, sind funktional und bequem Moderne PSA ähneln Lifestyleartikeln, kombinieren modischen Chic mit einer hohen Schutzfunktion Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich ein Grundwissen zum Thema Persönliche Schutzausrüstungen (PSA). erkennen anhand eigener Recherchen, dass moderne PSA trendige, bequeme Hightechprodukte sind, deren Benutzung selbstverständlich sein sollte. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler beantworten einen Fragebogen zur Akzeptanz von Persönlichen Schutzausrüstungen und werten ihn statistisch aus. führen in Kleingruppen Internetrecherchen durch und machen sich mit modernen PSA-Produkten einschlägiger Lieferanten vertraut. bereiten ihre Rechercheergebnisse mit Hilfe einer Präsentationssoftware visuell auf. entwickeln ein Drehbuch für einen PSA-Werbespot. erfahren und bewerten PSA praxisnah anhand einer kleinen Ausstellung. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler bilden Teams und wirken aktiv an Gruppenarbeitsprozessen mit. präsentieren ihre Arbeitsergebnisse und stärken damit ihre Vortragskompetenz.

  • Arbeitsschutz / Arbeitssicherheit
  • Berufliche Bildung

Erstellen eines Organisationshandbuchs

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtseinheit entwickeln die Schülerinnen und Schüler im Fach Bürowirtschaft ein Organisationshandbuch. Dazu wird der Fachunterricht mit der Nutzung des Internets als Informationsquelle und der Anwendung eines Textverarbeitungsprogramms verbunden.Ein Modellunternehmen, die Fashion Jeans GmbH, fordert seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf, an der Erstellung eines Organisationshandbuches mitzuwirken und sich im Vorfeld über gesetzliche Grundlagen, Ergonomie am Arbeitsplatz und DIN-Normen zu informieren.Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten mithilfe der Website www.ergo-online.de ein "Organisationshandbuch" für das Modellunternehmen. Dabei werden die Inhalte der Ergonomie und der Arbeitsplatzgestaltung in arbeitsteiliger Gruppenarbeit kennen gelernt. In einem sich anschließenden Rollenspiel, der "Mitarbeiterschulung", werden die Arbeitsergebnisse präsentiert. Allen Schülerinnen und Schülern werden abschließend die erarbeiteten Inhalte in Form von unformatierten Word-Dateien zur Verfügung gestellt. Die Schülerinnen und Schüler verbinden die Dateien und erstellen sich ihr eigenes Organisationshandbuch. Dabei können in Word Formatierungen und Formatvorlagen kennen gelernt werden.Die Schülerinnen und Schüler lernen, welchen Einfluss die Gestaltung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsraumes auf die Arbeit im Büro haben. lernen dabei die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen kennen. lernen Arbeitsergebnisse in ansprechender Form zu präsentieren. lernen die effektive Nutzung eines Textverarbeitungssystems für die Teamarbeit durch das Zusammenfügen verschiedener Dateien. lernen die Formatierungsmöglichkeiten in einem Textverarbeitungsprogramm als rationelles Hilfsmittel kennen.

  • Orga / Bürowirtschaft
  • Sekundarstufe II

Gesundheitsrisiken in Stehberufen

Unterrichtseinheit

Stehen ist Schwerstarbeit für den Körper. Das weiß jeder, der im Job von früh bis spät auf den Beinen ist. Gegen typische Begleitsymptome wie Rückenschmerzen und müde Beine hilft vor allem eins: In Bewegung bleiben. Die Schülerinnen und Schüler sollen für diese gesundheitlichen Risiken in Stehberufen sensibilisiert werden und erkennen, dass sie selbst sehr viel dafür tun können, beschwerdefrei zu bleiben. Weil die Kernbotschaft hierbei heißt „Immer in Bewegung bleiben“, sollen mit diesen Unterrichtsmaterialien nicht nur theoretische Erkenntnisprozesse gefördert, sondern auch gymnastische Ausgleichsübungen vor Ort umgesetzt werden. Im Rahmen der Unterrichtseinheit werden folgende Inhalte vermittelt: In welchen Berufen muss man besonders viel stehen? Warum belastet stundenlanges Stehen am Arbeitsplatz den gesamten Stützapparat und Blutkreislauf? Gesundheitsrisiken in Stehberufen Der dynamische Steharbeitsplatz: organisatorische, ergonomische und persönliche Präventivmaßnahmen Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler zeigen auf, dass stundenlanges Stehen am Arbeitsplatz den Halte- und Bewegungsapparat sowie das Kreislaufsystem belastet. recherchieren, welche Gesundheitsrisiken für Stehberufe typisch sind. lernen, wie man Gesundheitsproblemen in Stehberufen vorbeugen kann. entwickeln und üben einfache Ausgleichsübungen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler führen ein Brainstorming durch. benennen die Kernbotschaften zweier Kurzfilme. präsentieren ihre Ergebnisse im Plenum. nutzen das Internet als Recherchemedium. suchen sich selbstständig Ausgleichsübungen aus und üben diese. führen selbstständig themenbezogene Interviews durch. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten verschiedene Aufgaben gemeinsam, nehmen aufeinander Rücksicht und stärken damit ihre Teamfähigkeit. erweitern ihre Kommunikations- und Vortragsfähigkeit.

  • Ernährung & Gesundheit / Gesundheitsschutz / Pflege, Therapie, Medizin / Arbeitsschutz / Arbeitssicherheit
  • Berufliche Bildung

Inklusiver Unterricht: Umgangsformen am Arbeitsplatz

Unterrichtseinheit

In dieser Unterrichtssequenz werden anhand ausgewählter Beispiele zum Themenkomplex "Umgangsformen am Arbeitsplatz" Möglichkeiten des inklusiven Unterrichts in der beruflichen Bildung vorgestellt. Dabei werden sowohl körperliche, geistige und sprachliche Förderbedarfe als auch die Bedarfe von Menschen mit geringen Deutschkenntnissen berücksichtigt.Die hier vorgestellten Materialien zum Thema "Umgangsformen am Arbeitsplatz" decken beispielhaft drei alltägliche Situationen des Berufslebens ab: die Begrüßung von Kundinnen und Kunden, den Telefondienst und den Umgang mit Kolleginnen und Kollegen. Diese Situationen werden von Lernenden mit verschiedenen Förderbedarfen (zum Beispiel mit körperlichen, geistigen oder sprachlichen Förderbedarfen oder mit geringen Deutschkenntnissen) teilweise unterschiedlich aufgenommen. Je nach Grad der Einschränkung können leichte, mittlere und anspruchsvollere Aufgaben bewältigt werden. Für den Unterricht mit Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund werden zudem kulturelle Unterschiede berücksichtigt. Medien und Methoden Ein gemeinsamer Einstieg dient als Ausgangspunkt für die spätere Differenzierung nach Schwierigkeitsgrad und Förderbedarf. Die hier vorgestellten Situationen sind dem Bereich des sozialen Lernens zuzuordnen. Ausführliche und situationsbezogene Unterrichtsgespräche, das Ausfüllen von Arbeitsblättern und vor allem kleine Rollenspiele sollen die Kommunikationsfähigkeit und das Sozialverhalten der Lernenden fördern. Unterrichtsbausteine Material-Übersicht und Einsatzmöglichkeiten In dieser Tabelle finden Sie eine Übersicht der Arbeitsblätter und ihrer Einsatzmöglichkeiten, differenziert nach Schwierigkeitsgrad und Förderbedarf. Unterrichtsverlauf Ablauf der Unterrichtseinheit "Umgangsformen am Arbeitsplatz " Die Lernenden setzen sich mit drei alltäglichen Situationen des Berufslebens auseinander: Begrüßung von Kunden, Telefondienst und Umgang mit Kolleginnen und Kollegen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen bestimmte Begriffe der deutschen Sprache kennen. erhalten einen Überblick über deutschsprachige Grußformeln. üben, wichtige Informationen sachgerecht kurz zu notieren. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler üben den Umgang mit verschiedenen Fragestellungen ein, indem sie Arbeitsblätter ausfüllen. lernen, eine Telefonnotiz aufzunehmen und dabei wesentliche Informationen übersichtlich festzuhalten. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich selbst und ihre Wirkung auf andere einzuschätzen. üben verschiedene Möglichkeiten des Umgangs mit Kolleginnen und Kollegen ein. lernen verschiedene typische Verhaltensweisen unseres Kulturkreises kennen. sollen einsehen, dass bestimmte Verhaltensweisen im Beruf vorteilhaft sein können. Wählen Sie Ihren Typ! Als gemeinsame Grundlage für alle weiteren Bausteine dient Arbeitsblatt 1 "Rollenverteilung". Ziel ist, den Schülerinnen und Schülern die Wirkung des eigenen Verhaltens auf ihre Mitmenschen bewusst zu machen. Dies gelingt aus einer gewissen Distanz heraus, indem man die Wirkung ausgewählter Tiere vergleicht und einschätzt. Das Pferd wird mit durchweg positiven Eigenschaften assoziiert, der Löwe ist zwar der "König der Tiere", hat aber nicht unbedingt immer angenehme Charakterzüge. Der Igel lebt zu zurückgezogen mit der Tendenz, seine Stacheln zur Abwehr zu benutzen. Das Krokodil übernimmt die Rolle des Bedrohlichen und Gefährlichen, das abzulehnen ist. Diese Charaktertypen können mehr oder weniger ausführlich besprochen werden, bevor das Arbeitsblatt ausgefüllt werden soll. Mögliche Anpassungen bei verschiedenen Förderbedarfen Sehbehinderung Vergrößerung der Abbildungen oder des ganzen Arbeitsblatts; Einsatz von Leselupen Geistige Behinderung Verzicht auf die schriftliche Bearbeitung, stattdessen ausführliche Besprechung. Das Einkreisen des bevorzugten, eigenen Tier-Charakters sollte möglich sein. Sprachliche Defizite Genaue Klärung der Aufgabenstellung. Vor allem die Bedeutung der Adjektive im Kasten ist von Bedeutung für den Spracherwerb. Eventuell kann zusätzlich ein "Vokabelheft" oder eine Wortkartei angelegt werden. Weiterführung: Rollenspiel Die vier recht unterschiedlichen Tier-Typen werden durch ein kleines Rollenspiel auf menschliches Verhalten übertragen, veranschaulicht und in ihrer Wirkung vertieft. Ziel ist nicht eine nur stumme, pantomimische Darstellung, sondern dass die Lernenden kurz miteinander ins Gespräch kommen. Folgende Situation könnte dazu geeignet sein: Eine Schülerin oder ein Schüler betritt den Unterrichtsraum durch die Tür und begrüßt die Mitschülerinnen und Mitschüler. Dann fragt sie beziehungsweise er, wo sie/er Platz nehmen darf. Die oder der Lernende nimmt dabei eine konkrete Rolle gemäß der vorher erarbeiteten Tier-Charaktere ein. Diese kurze Szene soll mit allen Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern durchgespielt werden. Nach Möglichkeit sollen die vier typischen Verhaltensweisen (freundlich, überheblich, unfreundlich, bedrohlich) vorkommen und im Plenum entsprechend kritisch besprochen werden. Inhalt: Begrüßung von Kunden Konkretisierung Nachdem der Einstieg aus der Distanz mithilfe von Tiermetaphern erfolgt ist, soll mit dem folgenden Baustein eine realistische Begrüßungssituation durchgespielt werden. Die Idee ist, dass die Schülerinnen und Schüler im Kundenbüro oder am Empfang einer Firma eine neue Kundin, einen neuen Kundin zunächst begrüßen und im weiteren Verlauf ansatzweise bedienen. Verwendung von Grußformeln Auf Arbeitsblatt 2 "Begrüßung von Kunden I" wird eine Reihe möglicher Begrüßungssätze vorgestellt. Dabei unterscheiden sich die Formulierungen von geschickt/freundlich/zuvorkommend bis hin zu unfreundlich/abweisend. Einige Formulierungen sind auch regional geprägt. Je nach Vorwissen müssen diese Formulierungen erklärt oder übersetzt werden. Dabei wird zur Sprache kommen, dass eine Anrede ohne vorherigen Gruß (zum Beispiel "Guten Tag!") unhöflich und damit für den Geschäftsinhaber beziehungsweise Arbeitgeber nachteilig sein kann. Mögliche Anpassungen bei verschiedenen Förderbedarfen Sehbehinderung Vergrößerung des ganzen Arbeitsblatts; Einsatz von Leselupen Geistige Behinderung Verzicht auf die Zuordnungsübung, stattdessen ausführliche Besprechung. Das Einkreisen des bevorzugten, eigenen Symbols sollte möglich sein. Sprachliche Defizite Genaue Klärung der Aufgabenstellung, vor allem die Bedeutung der Grußformeln ist von Bedeutung für den Spracherwerb. Eventuell kann zusätzlich ein "Vokabelheft" oder eine Wortkartei angelegt werden. Weiterführung Leichte Behinderungen: Rollenspiel Ein kleines Rollenspiel veranschaulicht die Wirkung einer freundlichen Begrüßung und übt Möglichkeiten der Fortsetzung des Kundenkontakts ein. Die Lernenden sollen sich in die Situation einer Mitarbeiterin/eines Mitarbeiters eines Schuhgeschäfts versetzen. Nach der Begrüßung wird die Kundin oder der Kunde zur gewünschten Abteilung geführt und um einen kurzen Moment Geduld gebeten, bis ein anderer Mitarbeiter übernimmt. Möglichst alle Lernenden sollen mindestens einmal eine Rolle (Mitarbeiterin/Mitarbeiter, Kundin/Kunde oder beides) übernehmen und dabei das Verhalten in einer freundlichen Gesprächsatmosphäre einüben. Sprachliche Defizite: Händeschütteln Auf Arbeitsblatt 3 "Begrüßung von Kunden II" werden zunächst grundsätzliche Thesen zur Geste des Händeschüttelns vorgestellt. Vor allem Migrantinnen und Migranten aus fremden Kulturkreisen soll auf diese Weise alltägliches Verhalten in Deutschland nahegebracht werden. Daher ist eine genaue Besprechung dieser Geste, eventuell mit praktischen Übungen, nötig: - Wie reicht man die Hand? - Die Handflächen sollten senkrecht stehen. - Wie wirkt kräftiges Händeschütteln? - Dabei entsteht eine komische oder sogar unbehagliche Situation. - Missachtung einer dargebotenen Hand kann als unhöflicher Affront empfunden werden. - Man schaut sich beim Händeschütteln freundlich, aber nicht aufdringlich in die Augen. Inhalt: Telefondienst Konkretisierung Je nach Förderbedarf können die Lernenden auch im Telefondienst eingesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass sie sich akustisch verständlich machen und zuverlässig das Wichtigste notieren können. Mit Bezug auf die vorausgehende Einstufung in verschiedene Charaktertypen muss deutlich gemacht werden, wie wichtig ein freundlicher, zuvorkommender Eindruck im Umgang mit Kundinnen und Kunden ist. Viele Abläufe kann die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter am Telefon zwar nicht selbst erledigen, aber durch eine geschickte Notiz an die passende Stelle weiterleiten. Telefonnotiz anfertigen Mithilfe von Arbeitsblatt 4 "Telefonnotiz anfertigen" wird der Sinn und Zweck einer Telefonnotiz ausführlich besprochen. Dabei kann die Vorlage im oberen Teil des Arbeitsblatts als Muster von den Schülerinnen und Schülern ausgefüllt werden (vergleiche Arbeitsblatt 4 - Lösung). Verschiedene "klassische" Gründe für Anrufe können an dieser Stelle durchgesprochen werden, zum Beispiel "Bitte um Rückruf", "Reklamation" oder "Bestellung". Arbeitsblatt 5 "Vorlagen Telefonnotiz" muss den Lernenden in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, damit sie das Entgegennehmen eines Anrufs mehrfach üben können. Mögliche Anpassungen bei verschiedenen Förderbedarfen Sehbehinderung Vergrößerung des ganzen Arbeitsblatts und der Leerformulare; Einsatz von Leselupen Sprachliche Defizite Genaue Klärung der Aufgabenstellung, vor allem der Begriffsklärung kommt große Bedeutung zu. Das Einüben standardisierter Floskeln kann hilfreich sein (zum Beispiel "Könnten Sie bitte Ihren Namen wiederholen oder buchstabieren?"). Eventuell kann zusätzlich ein "Vokabelheft" oder eine Wortkartei angelegt werden. Mit zunehmender Sprachsicherheit kann der Schwierigkeitsgrad angepasst werden. Weiterführung: Rollenspiele Die Entgegennahme von Anrufen muss mehrfach geübt werden. Dabei sollten möglichst verschiedene Rollen berücksichtigt werden: Männlicher/weiblicher Anrufer, männlicher/weiblicher Mitarbeiter, verschiedene Einschränkungen (Sehstörung, Hörschwäche, fremde Muttersprache) und deren mögliche Auswirkungen auf das Gelingen der Kommunikation. In kurzen Rollenspielen wird die Aufnahme einer Telefonnotiz durchgespielt. Jeweils eine Teilnehmerin/ein Teilnehmer übernimmt die Rolle des Anrufers, eine oder ein anderer nimmt das Telefonat entgegen und notiert das entsprechende Anliegen. Beispielsweise lassen sich folgende Gesprächssituationen immer wieder neu kombinieren und durchprobieren: Anrufer |Mitarbeiter am Telefon || Weiblich, Reklamation wegen fehlerhafter Produkte (zum Beispiel Kaffeemaschine)|Männlich, Rückfrage zum Namen und der genauen Produktbezeichnung|| Männlich, Bitte um den Besuch eines Kundendienstmitarbeiters|Weiblich, Rückfrage nach dem Grund des gewünschten Besuchs|| Männlich, Bestellung eines Ersatzteils innerhalb einer bestimmten Frist|Männlich, Weiterleitung an den zuständigen Kundendienstmitarbeiter|| Weiblich, Reklamation wegen einer falschen Rechnungsstellung |Weiblich, Bitte um genaue Angaben zu Rechnungsnummer und -Datum| Ähnliche Situationen können nach Belieben auch auf konkrete Branchen oder Geschäftszweige bezogen werden. Wichtig ist, dass die Lernenden jeweils aussagekräftige Telefonnotizen anfertigen. Diese Notizen sollten jeweils im Anschluss gemeinsam besprochen und gegebenenfalls korrigiert werden. Mögliche Differenzierungen Erleichterung bei umfangreicherem Förderbedarf Das Gespräch wird entgegengenommen, und die Anruferin/der Anrufer wird mit dem höflichen Hinweis "Ich leite das Gespräch an den zuständigen Mitarbeiter weiter. Haben Sie bitte einen Moment Geduld!" weitergeleitet. Eine schriftliche Telefonnotiz ist in diesem Fall nicht erforderlich. Mittlerer Förderbedarf Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter notiert lediglich Name, Firma und Grund des Anrufs und verspricht baldigen Rückruf. Die schriftliche Telefonnotiz beschränkt sich auf die dafür nötigen Daten: Name, Firmenname, Telefonnummer sowie Datum und Uhrzeit des Anrufs. Erhöhter Schwierigkeitsgrad bei geringem Förderbedarf Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter kann detaillierter nachfragen, was der Grund des Anrufs ist. Sie/er füllt die Vorlage der Telefonnotiz vollständig und gewissenhaft aus und kümmert sich nach dem Anruf um die zuverlässige Weiterbearbeitung des Anliegens der Kundin oder des Kunden. Konkretisierung Das richtige Verhalten am Arbeitsplatz trägt wesentlich zu einem guten Betriebsklima und zum Erfolg des ganzen Unternehmens bei. Mit Bezug auf die vorausgehende Einstufung in verschiedene Charaktertypen muss deutlich gemacht werden, wie wichtig ein freundlicher, zuvorkommender Eindruck auch im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen ist. Einfügen ins Team Was sage ich nach der Begrüßung zu den Kollegen? Für Lernende mit verschiedensten Förderbedarfen ist Arbeitsblatt 5 "Einfügen ins Team" gedacht. Da der erste Eindruck manchmal entscheidend ist, soll mit der ersten Aufgabe auf diesem Blatt die richtige Art der Vorstellung am neuen Arbeitsplatz angesprochen werden. Nach dem Ankreuzen einer Wahlmöglichkeit wird eine Einschätzung der Wirkung dieser Vorstellung abgegeben. Sowohl die Wahlmöglichkeiten als auch die Wirkungen sollten möglichst ausführlich im Unterrichtsgespräch diskutiert werden. Wie suche ich meinen Platz im Team? Die zweite Aufgabe auf diesem Arbeitsblatt erfasst eine alltägliche Situation. Die neue Mitarbeiterin/der neue Mitarbeiter hat noch keinen Platz im "alten", eingespielten Team, und muss sich erst einen solchen Platz suchen. Auch hier gibt es geschickte und weniger geeignete Verhaltensweisen, die durch Ankreuzen und anschließende Bewertung ausgesucht und analysiert werden. Wie rede ich mit meinen neuen Kollegen? Der dritte Bereich "Tipps zum Smalltalk" auf dem Arbeitsblatt ist für Fortgeschrittene gedacht, die kaum Probleme sprachlicher Art im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen haben. Mögliche Anpassungen bei verschiedenen Förderbedarfen Sehbehinderung Vergrößerung des ganzen Arbeitsblatts; Einsatz von Leselupen Geistige Behinderung: Je nach Schwere der Behinderung sind nur Aufgabe 1 oder Aufgaben 1 und 2 des Arbeitsblatts 5 "Einfügen ins Team" zu bearbeiten. Arbeitsblatt 7 "Zusammenarbeit am Arbeitsplatz" wird nicht behandelt. Sprachliche Defizite Genaue Klärung der Aufgabenstellung, vor allem der Begriffsklärung kommt große Bedeutung zu. Ein bereits angelegtes "Vokabelheft" oder eine Wortkartei kann durch neue Begriffe ergänzt werden. Lernende aus fremden Kulturkreisen Für Lernende aus fremden Kulturkreisen sind vor allem die Thesen auf Arbeitsblatt 7 "Zusammenarbeit am Arbeitsplatz" von Bedeutung. Sie müssen sprachlich vollständig erfasst und inhaltlich akzeptiert werden, damit die Zusammenarbeit gelingen kann. Weiterführung Rollenspiele Aufgabe 1 und 2 des Arbeitsblatts 5 "Einfügen ins Team" eignen sich zur Einübung in kleinen Rollenspielen. Die jeweils angedachten Situationen sollen mehrmals durchprobiert werden. Dabei sollte sowohl positives als auch ungeeignetes Verhalten präsentiert und anschließend genau besprochen werden. Solche Rollenspiele sind für Lernende mit jeder Art von Behinderung machbar, sofern auf bestimmte Defizite Rücksicht genommen wird. Unterrichtsgespräch Die Thesen auf Arbeitsblatt 7 "Zusammenarbeit am Arbeitsplatz" lassen sich am besten im zwanglosen Unterrichtsgespräch auf ihre Praxistauglichkeit überprüfen. Der Unterrichtende kann dabei zum Beispiel auf folgende Aspekte achten: - Wie gehen einzelne Lernende mit Menschen anderer Herkunft, anderen Geschlechts, anderer Religion um? - Lassen sie den anderen/die andere ausreden? - Machen sich einzelne über andere lustig? - Gehen die Lernenden höflich miteinander um? - Helfen sie sich gegenseitig oder versucht einer nur, vom anderen zu profitieren? Förderbedarfe |Begrüßung von Kunden|Telefondienst |Umgang mit Kollegen Körperliche Behinderung (Sehen, Hören, Sprechen, Bewegung)|Leicht: Grußformeln (Arbeitsblatt 2)|Leicht: Telefonnotiz erstellen (Arbeitsblatt 4)|Leicht: Smalltalk (Arbeitsblatt 7)|| |Mittel: Bitte zu warten|Mittel: Rückruf vereinbaren (Arbeitsblatt 6)||| |Schwer: Hilfsangebote weiterleiten|Schwer: Termin/Bestellung aufnehmen|Schwer: Zusammenarbeit am Arbeitsplatz (Arbeitsblatt 8)|| Geistige Behinderung (geringe Flexibilität, eingeschränkte Fähigkeiten, eventuell Lese- und/oder Schreibprobleme)|Leicht: Grußformeln (Arbeitsblatt 2)|Leicht: Telefonnotiz erstellen (Arbeitsblatt 4)|Leicht: Smalltalk (Arbeitsblatt 7: nur Aufgabe 1 - Erster Arbeitstag)|| |||Mittel: Smalltalk (Arbeitsblatt 7: zusätzlich Aufgabe 2 - Platz suchen)|| Sprachliche Defizite (zum Beispiel bei Migranten: eingeschränkter Wortschatz)|Leicht: Begrüßung (Arbeitsblatt 3)|Leicht: Telefonnotiz erstellen (Arbeitsblatt 4)|Leicht: Smalltalk (Arbeitsblatt 7)|| ||Mittel: Rückruf vereinbaren (Arbeitsblatt 6)|Mittel: Zusammenarbeit am Arbeitsplatz (Arbeitsblatt 8)|| ||Schwer: Termin oder Bestellung aufnehmen||| Die hier vorgestellten Unterrichtsinhalte sind keine ausgearbeiteten Schulstunden im 45-Minuten-Raster, sondern Bausteine, die je nach Bedarf frei kombinierbar sind. Dabei ist von der Lehrkraft in besonderem Maß die Leistungsfähigkeit der Lerngruppe zu berücksichtigen. Je nach Behinderung oder sprachlichen Defiziten kann ein einzelner Baustein als leicht, mittel oder schwer empfunden werden, benötigt mehr oder weniger Zeit zum Bearbeiten und vor allem ausführliche Vor- und Nachbereitung mit der gesamten Lerngruppe. Einige Lernwege werden im Folgenden beschrieben. Sie dienen als Beispiel und müssen je nach Bedarf angepasst werden.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben
  • Berufliche Bildung, Spezieller Förderbedarf

Arbeitsmarkt und Niedriglohnsektor

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema "Arbeitsmarkt und Niedriglohnsektor" führt anhand eines Erklärfilmes in die Grundfragen beschäftigungspolitischer Steuerung und daraus resultierender Einkommensverteilung ein. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei anhand einer Podiumsdiskussion auch mit Erfahrungen aus ihrem realen Alltag konfrontiert. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich in mehreren Lernrunden die Grundmechanismen des Arbeitsmarktes sowie die Vor- und Nachteile von Niedriglohn-Arbeitsplätzen. In diesem Zusammenhang wird auch die Diskussion um die Auswirkungen eines gesetzlichen Mindestlohnes thematisiert. Zielsetzung soll nicht nur sein, dass die Lernenden den eingeengten Handlungsspielraum staatlicher Arbeitsmarktpolitik verstehen, sondern auch individuelle Meinungen zur aktuellen Beschäftigungspolitik entwickeln und argumentativ üben. Diese Unterrichtseinheit ist in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau entstanden, das mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Forschung Schülerinnen und Schülern, Studierenden sowie dem wissenschaftlichen Nachwuchs näherbringen möchte. Die Unterrichtseinheit ergänzt dabei das Materialangebot der Mediathek der Lindauer Nobelpreisträgertagungen um konkrete Umsetzungsvorschläge für die Unterrichtspraxis in den Sekundarstufen. Weitere Unterrichtseinheiten aus diesem Projekt finden Sie im Themendossier "Die Forschung der Nobelpreisträger im Unterricht" . Der Themenbereich Arbeitsmarkt und Niedriglohnsektor im Unterricht Eine florierende Wirtschaft und gut dotierte Arbeitsplätze sind für den Wohlstand und sozialen Frieden unseres Landes zentral. Da ein freier Güter- und Arbeitsmarkt dies erfahrungsgemäß nicht leisten kann, sind staatliche Eingriffe zwingend erforderlich. Vorkenntnisse Die Unterrichtseinheit setzt keine speziellen Kenntnisse aufseiten der Lernenden voraus. Es wäre allerdings hilfreich, wenn die Schüler bereits eine Vorstellung des Begriffes "Markt" hätten. Didaktische Analyse Die Lernenden müssen erkennen, dass auch der "Arbeitsmarkt" im Kern ein "Markt" ist, der sich nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage richtet. Auch staatliche Eingriffe, wie zum Beispiel die Einführung eines Mindestlohnes, müssen sich daran orientierten. Gleichzeitig muss der Gesetzgeber die Folgen seiner Eingriffe bedenken: Führt etwa die Einführung von steuer- und sozialversicherungsbegünstigten Minijobs zu mehr Wohlstand oder zu einem immer stärkeren Auseinandertriften von Arm und Reich? Methodische Analyse Arbeitsmarktpolitische Überlegungen werden für die Lernenden umso erfahrbarer, je mehr sie methodisch veranlasst werden, das Problem auf sich zu beziehen und persönlich Stellung zu nehmen oder fiktive Entscheidungen zu treffen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler erläutern die Funktionsweise des Arbeitsmarktes. können Vor- und Nachteile von Niedriglohnsektoren und Mindestlöhnen darstellen und persönlich beurteilen. können die sozialen Folgen von einem Anwachsen der Geringverdiener und Minijobbern. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können den Informationsgehalt eines Erklärvideos erfassen, strukturiert und aufgabengenbezogen wiedergeben und anwenden. recherchieren Hintergrundinformationen im Internet recherchieren. können die Glaubwürdigkeit und Interessensbezogenheit von Internetinformationen beurteilen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten konstruktiv in Teams zusammen und setzen sich mit den Arbeitsergebnissen anderer Gruppen respektvoll auseinander. entwickeln Fachwissen und Werturteile, die sie auch gegenüber anderen vertreten können. können ihre persönlichen Meinungen und Werthaltungen argumentativ vortragen und verteidigen. Hier können Sie sich das Video zur Unterrichtseinheit anschauen.

  • Wirtschaftslehre
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II

Dezember 2008: Die Wirtschaftskrise

Unterrichtseinheit

Es kam, wie es viele Wirtschaftsexperten befürchtet hatten: Die Finanz- und Bankenkrise des Herbstes 2008 weitete sich zu einer weltweiten Wirtschaftskrise aus. Aussichten für 2009 und Hintergründe recherchieren Lernende auf Basis dieses Beitrags. Inzwischen berichten die Medien fast täglich über neue Hiobsbotschaften, und ein Ende ist bislang nicht absehbar. Ganz im Gegenteil: Die EU-Kommission geht in ihrer Anfang November veröffentlichten Herbstprognose davon aus, dass das Wirtschaftswachstum im Euroraum fast zum Stillstand kommen wird. Für 2009 erwartet sie ein Absinken bis auf 0,2 Prozent - eine Rezession droht. Welche wirtschaftlichen Maßnahmen bieten sich an, und welche Lösungsvorschläge hat die Politik? Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen sich aktiv an der Diskussion zur Wirtschaftskrise beteiligen. Zusammenhänge wirtschaftlicher Phänomene kennen und einordnen lernen. Lösungsvorschläge kritisch bewerten. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen Informationen, die sie für Diskussionen benötigen, online recherchieren. zu Annahmen oder Vermutungen, die sich in Diskussionen ergeben, online recherchieren. Thema Die Wirtschaftskrise: Schlechte Aussichten für 2009 Autor Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek I und II, ab Klasse 8 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung 2 bis 6 Stunden Medien je ein Computer mit Internetzugang für zwei Schülerinnen und Schüler Dieser Beitrag widmet sich auf den Unterseiten bestimmten Teilaspekten des Themas. Diese einzelnen Seiten können Sie nutzen, um den Lernenden Texte zu diesen Teilaspekten zur Verfügung zu stellen. Zudem bieten die Unterseiten Anregungen zur weiteren thematischen Recherche. Die Wirtschaftsflaute zeichnet sich ab Nachdem die internationale Finanzkrise im September einen vorläufigen Höhepunkt erreichte, zeigten sich im Oktober 2008 die ersten Symptome einer Wirtschaftsflaute. Erste Gegenmaßnahmen der Politik Die Krise der Autohersteller rief die Regierungen in aller Welt auf den Plan und sie überlegten, wie man der Branche unter die Arme greifen könnte. Wie geht es weiter? Die deutsche Politik diskutiert - sogar regierungsintern - über mögliche Steuersenkungen. Und die EU-Kommission stellt ein Konjunkturpaket vor. In den USA mussten die Autohersteller dramatische Absatzeinbrüche verkraften: Experten schätzen, dass der US-Automarkt in diesem Monat um 31 Prozent auf 850.000 Fahrzeuge geschrumpft sein dürfte. Es wird weiter erwartet, dass im gesamten Jahr 2008 weniger als 14 Millionen Autos verkauft werden. Das mag sich zunächst nicht so schlimm anhören, doch damit schrumpft der US-Automarkt, der größte der Welt, auf das Niveau von Anfang der 1980er Jahre. Fünf Millionen Autos weniger Auch für Europa erwarten die Experten drastische Folgen. Eine Ende Oktober 2008 veröffentlichte Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) geht davon aus, dass in Amerika und Westeuropa bis 2011 rund fünf Millionen Autos weniger vom Band rollen werden als geplant. Demnach werden 2011 in den 15 Staaten, die vor der letzten großen Erweiterungsrunde zur EU gehörten, lediglich 13,7 Millionen Autos hergestellt werden. Zum Vergleich: 2007 waren es 14,1 Millionen. Automobilindustrie verlängert Weihnachtsferien Diese Absatzeinbrüche sorgen natürlich dafür, dass die Automobilindustrie weniger Fahrzeuge produziert - in Deutschland hat dies beispielsweise dazu geführt, dass viele Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in verlängerte Weihnachtsferien schicken oder sogar entlassen müssen. Automobilindustrie gibt das Problem weiter Für die Zulieferbetriebe, das sind Unternehmen, die einzelne Autoteile herstellen und dann an die großen Autobauer verkaufen, brechen harte Zeiten an. So warnte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), dass die Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Zulieferindustrie immer dramatischer werden und Investitionen und Arbeitsplätze in Deutschland gefährden. Schlüsselindustrie schützen Mit über 330.000 Beschäftigten allein in Deutschland erwirtschafteten die Zulieferer im vergangenen Jahr über 75 Milliarden Euro, mit den vorgelagerten Industrien hingen über eine Million Arbeitsplätze von den Zulieferern ab, so der VDA-Präsident. "Wenn Deutschland in diesem Bereich stark bleiben soll, müssen wir gemeinsam alles tun, um diese Schlüsselindustrie vor den Auswirkungen der Finanzmarktkrise zu schützen", forderte Wissmann. Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Recherchiert weitere Informationen über die Begriffe "Rezession" sowie "Wirtschaftswachstum" und erklärt diese mit eigenen Worten. Überlegt: Welche Folgen werden die für die nächsten Jahre prognostizierten Absatzeinbrüche für die internationale Automobilindustrie haben? Skizziert, warum auch die so genannte Zulieferindustrie gefährdet ist. Schnell zeichnete sich ab, dass auch andere Wirtschaftszweige unter Druck geraten werden. Denn in Krisenzeiten neigen die Menschen dazu, nicht mehr so viel zu konsumieren, sondern ihr Geld zu sparen. Doch dies führt dazu, so paradox es klingen mag, dass es der Wirtschaft noch schlechter geht. Der Grund: Wenn die Menschen ihr Geld nicht ausgeben, verkaufen die Unternehmen weniger Produkte und Dienstleistungen und müssen damit auch weniger produzieren oder anbieten - doch dann benötigen sie auch nicht mehr so viele Angestellte; Entlassungen sind die Folge. Doch wer arbeitslos wird, der konsumiert auch nicht mehr so viel, und die Wirtschaft gerät weiter unter Druck. Abschwung stoppen Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat die Bundesregierung Anfang November 2008 ein so genanntes Investitionspaket verabschiedet. Damit will sie Investitionen von Unternehmen, privaten Haushalten und Kommunen fördern sowie gleichzeitig mit steuerlichen Entlastungen den Konsum der Bürger ankurbeln. So erhalten Unternehmen beispielsweise besondere Abschreibungsmöglichkeiten und wenn man sich ein neues Auto kauft, muss man bis zu zwei Jahre lang keine Kfz-Steuer zahlen. Arbeitsplätze sichern Außerdem stellt die Bundesregierung mehr Geld für ihr Klimaschutz-Gebäudesanierungsprogramm und für Investitionen in die Infrastruktur bereit. Darüber hinaus können Privathaushalte Handwerkerrechnungen bis zu 6.000 Euro im Jahr mit 20 Prozent steuerlich geltend machen. Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, dass die Wirtschaft gestützt wird und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden. Unvorhersehbare Krise Diese Ausgaben schlagen sich natürlich auch im Bundeshaushalt nieder. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) betonte im Rahmen der Haushaltsdebatte im Bundestag, dass das Ausmaß der Finanzmarktkrise und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaftslage Mitte des Jahres noch nicht vorherzusehen gewesen seien. Auch heute könne niemand vorhersagen, wie lange und wie tief die Krise gehe, so Steinbrück. Mehr Schulden als geplant Eigentlich hatte die Bundesregierung im kommenden Jahr nur noch 10,5 Milliarden Euro neue Schulden machen und die Neuverschuldung damit bis zum Jahr 2011 auf Null zurückfahren wollen. Doch wegen des schwächeren Wachstums im nächsten Jahr stehen dem Bund rund 2,2 Milliarden Euro weniger an Steuereinnahmen zur Verfügung. Daher wird die Nettokreditaufnahme mit 18,5 Milliarden Euro um acht Milliarden Euro über der von der Bundesregierung beschlossenen Neuverschuldung liegen. Außerdem könne ein Haushalt ohne Neuverschuldung nicht mehr bis zum Jahr 2011 erreicht werden. Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Erklärt mit eigenen Worten, warum sinkender Konsum schlecht für die Wirtschaft oder das Wachstum ist. Recherchiert weitere Informationen zum Investitionspaket der Bundesregierung und stellt eine Übersicht der wichtigsten Maßnahmen zusammen. Eigentlich wollte die Bundesregierung im Jahr 2011 keine neuen Schulden mehr machen. Diskutiert: War die Entscheidung der Bundesregierung, dieses Ziel aufzugeben, sinnvoll? Merkel: Gegen Steuersenkungen Kritiker werfen der Bundesregierung vor, dass die bislang beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Krise in den Griff zu bekommen. Insbesondere die CSU, die bayerische Schwesterpartei der CDU, setzt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unter Druck. Während Merkel sich strikt gegen Steuersenkungen ausspricht, fordert sie Horst Seehofer, der seit Oktober 2008 amtierende CSU-Parteivorsitzende, vehement. Seehofer: Für rasche Steuersenkungen In einer CSU-Pressemitteilung vom 2. Dezember 2008 heißt es, Steuersenkungen müssten noch vor der Bundestagswahl kommen. Das sei bereits überfällig, so Seehofer. In der ökonomischen Fachwelt bekäme die CSU für ihre Forderung "sehr viel Unterstützung". Mit Blick auf die ablehnende Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte Seehofer: "Ich halte die Festlegung, auf rasche Steuersenkungen zu verzichten, schlicht und einfach für falsch." Angela Merkel hatte kurz zuvor auf dem CDU-Bundesparteitag erklärt, dass die CDU erst im kommenden Frühjahr die Ausarbeitung eines Steuerkonzepts beginnen wolle, um die Menschen finanziell zu entlasten, ohne dabei die Aufgaben des Staates zu vernachlässigen. Befristete Steueranreize Auch auf europäischer Ebene wurde die Politik aktiv: Die EU-Kommission hat Ende November ein Konjunkturpaket vorgestellt, mit dem sie die Nachfrage ankurbeln und das Vertrauen in die Wirtschaft wiederherstellen will. Ziel ist, die gegenwärtige Wirtschaftskrise zu überwinden. Das Programm sieht befristete Steueranreize in Höhe von rund 200 Milliarden Euro beziehungsweise 1,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) der EU vor. Diese finanzieren sich sowohl aus den nationalen Haushalten mit rund 170 Milliarden Euro (1,2 Prozent des BIP) als auch aus den Haushalten der EU und der Europäischen Investitionsbank mit rund 30 Milliarden Euro (0,3 Prozent des BIP). EU hat Bürger im Blick EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte: "Es geht um die Arbeitsplätze und das Wohl unserer Bürger. Wie es bei der Koordinierung der Finanzmärkte so beispielhaft gelungen ist, muss Europa auch in der Realwirtschaft in abgestimmter Weise vorgehen." Allerdings ist dies nur ein Vorschlag, über den 27 Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfeltreffen am 11. und 12. Dezember 2008 noch diskutieren werden. Die folgenden Arbeitsaufträge können als Anregungen für die unterrichtliche Weiterarbeit genutzt werden. Recherchiert: Warum sollen Steuersenkungen helfen, die Wirtschaftkrise in den Griff zu bekommen? Welche beiden Ziele will die EU-Kommission mit ihrem Konjunkturprogramm erreichen?

  • Wirtschaft
  • Sekundarstufe II, Sekundarstufe I

Kirch-Insolvenz: Warum der Kanzler eingreift

Unterrichtseinheit

Der Medienunternehmer Leo Kirch ist pleite. Sein Unternehmen hat er durch riskante Spekulationen in den Konkurs getrieben. Banken und Politiker, allen voran Gerhard Schröder, bemühen sich nun um eine „nationale Lösung“ des Falls. Die größte deutsche Wirtschaftspleite der Nachkriegsgeschichte ist zum Wahlkampfthema geworden. Der Mediengroßunternehmer Leo Kirch hatte monatelang um das Überleben seines mächtigen Imperiums gekämpft, doch am 8. April 2002 musste er die Insolvenz von KirchMedia anmelden. Mit immer neuen Krediten hatte Leo Kirch jahrelang das Wachstum seines Unternehmens "auf Pump" finanziert und wurde dabei von den Banken großzügig unterstützt. Allein die halbstaatliche Bayerische Landesbank gab dem hoch pokernden Unternehmer insgesamt 2,2 Milliarden Euro Kredit. Die Finanzkrise Kirchs, der schon des öfteren finanzielle Probleme hatte, war noch nie so schwer wie jetzt. Angesichts von rund 7 Milliarden Euro Schulden, entscheidet nun der Insolvenzverwalter, ob der Konzern weitergeführt, zerschlagen oder an neue Investoren veräußert wird, um die Verbindlichkeiten der Kreditgeber zu befriedigen. Fortsetzung Die Schülerinnen und Schüler sollen den Basistext gliedern und sinnvolle Überschriften finden. die wichtigsten Aussagen des Textes herausarbeiten und in Themengebiete gliedern. mithilfe von Online-Lexika unbekannte Begriffe kennen lernen und in eigene Worte fassen. sich ausführlich mit den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft auseinander setzen und daraufhin die Eingriffe der Bundesregierung in Insolvenzfälle beurteilen. sich mit AnsprechpartnerInnen der beteiligten Gruppen in Kontakt setzen. einen Zeitungskommentar zum Eingreifen von PolitikerInnen in Insolvenzfälle wie Holzmann und Kirch schreiben. Der Mediengroßunternehmer Leo Kirch hatte monatelang um das Überleben seines mächtigen Imperiums gekämpft, doch am 8. April 2002 musste er die Insolvenz von KirchMedia anmelden. Mit immer neuen Krediten hatte Leo Kirch jahrelang das Wachstum seines Unternehmens "auf Pump" finanziert und wurde dabei von den Banken großzügig unterstützt. Allein die halbstaatliche Bayerische Landesbank gab dem hoch pokernden Unternehmer insgesamt 2,2 Milliarden Euro Kredit. Die Finanzkrise Kirchs, der schon des öfteren finanzielle Probleme hatte, war noch nie so schwer wie jetzt. Angesichts von rund 7 Milliarden Euro Schulden, entscheidet nun der Insolvenzverwalter, ob der Konzern weitergeführt, zerschlagen oder an neue Investoren veräußert wird, um die Verbindlichkeiten der Kreditgeber zu befriedigen. Fortsetzung des Basisartikels Die Pleite der KirchMedia AG ist ein Beispiel für die weitreichende Verquickung von Medien, Politik und Wirtschaft in Deutschland. Gleichzeitig ist sie ein Paradebeispiel für das Agieren von Politikern aus reinen Imagegründen, ohne sich an den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft zu orientieren. Durch die Auseinandersetzung mit dem Basisartikel "Kirch-Insolvenz: Warum der Kanzler eingreift" sollen die SchülerInnen lernen, nicht kritiklos begeistert über das Retten von Arbeitsplätzen durch PolitikerInnen zu sein, sondern deren Beweggründe zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung über die Konsequenzen eins solchen Verhaltens zu bilden. Katrin Schaumann ist Mitarbeiterin von politik-digital Fortsetzung Döpfner beruft sich dabei auf vertragliche Abmachungen, gegen die Kirch jedoch Einspruch erhoben hat. Auch der australische Medienunternehmer, Rupert Murdoch, der seine Chancen zum Einstieg in den deutschen Medienmarkt gewittert hat, drohte daraufhin Kirch, sein Geld aus dem defizitäre Bezahlfernsehen Premiere World abzuziehen. Mitschuld der Banken Dem angeschlagenen Unternehmer versagten zuletzt auch die Banken ihre Loyalität. Rolf Breuer, der Chef der Deutschen Bank, brach ein Tabu und zweifelte die Kreditwürdigkeit seines Kunden, der Kirch-Gruppe, öffentlich an. Dies war allerdings ohnehin kein Geheimnis mehr, ist der Medienmulti doch bei fast allen namhaften deutschen Banken verschuldet: bei der Deutschen Bank, der Dresdner Bank, der Commerzbank, der HypoVereinsbank und der DG Bank. Auch die bayerische Landesbank, in deren Aufsichtsrat Mitglieder der Landesregierung sitzen, hatte Kirch bisher in seinen riskanten Wachstumsplänen mit Milliardenkrediten unterstützt und versagt ihm jetzt weitere Zugeständnisse. Für Kanzlerkandidat Stoiber ist es gegenwärtig heikel, sich noch weiter in den Fall zu verstricken. Die Banken ziehen sich nun von dem Unternehmer zurück, dem sie durch ihre bereitwillig zur Verfügung gestellten Kredite erst die Möglichkeit eröffneten, sein riesiges Imperium aufzubauen. Deutsche Medienlandschaft Die Pleite des Unternehmens wird weit reichende Auswirkungen auf die deutsche Medienlandschaft haben. Die Kirchgruppe zählte mit den Sendern Pro Sieben, Sat.1, Kabel 1, N24 und dem Pay-TV Premiere World neben den öffentlich rechtlichen Sendern (ARD, ZDF und die Landesrundfunkanstalten) und der dem Bertelsmann Konzern angehörenden RTL-Gruppe zu den tragenden Säulen der deutschen Fernsehlandschaft. Es wird demnach nicht nur um Geld und Arbeitsplätze gehen, sondern auch um Macht und Einfluss auf die öffentliche Meinung, da Kirchs Medienimperium auch 40 Prozent am Springer-Verlag (Bildzeitung) hält. Fortsetzung II Ein Motiv des Kanzlers dürfte sein, dass die Rettung eines großen Unternehmens medienwirksam inszeniert werden kann und ihm im Wahljahr Pluspunkte einbringt. Doch ist eine Intervention im Falle Kirch noch umstrittener als bei der Rettung des Baukonzerns Holzmann 1999, wo Schröder mit einer Bürgschaft des Bundes die Arbeitsplätze sicherte und seine Popularität schlagartig steigern konnte. Marktwirtschaft Ob der Staat bei großen Unternehmen, die vor dem Konkurs stehen, eingreifen sollte, ist jedoch umstritten, denn erstens werden in der Marktwirtschaft Firmenpleiten als notwendiges Übel angesehen, um den Markt zu reinigen und zweitens sollte der Staat in der Theorie der Sozialen Marktwirtschaft vielmehr die Rahmenbedingungen setzen und garantieren, als in den Wettbewerb einzugreifen. Dass der Eingriff weder für das Unternehmen noch für die Arbeitnehmer etwas gebracht hat, zeigt nun die Tatsache, dass Holzmann letztlich doch Konkurs anmelden musste. Dieses Scheitern war nach Darstellung des Präsidenten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, absehbar. Schon 1999 sei klar gewesen, dass die Intervention des Bundeskanzlers ein Strohfeuer sein würde. Ihn rege vor allem «die enorme Ungleichbehandlung» auf. Im Jahr vor der Pleite Holzmanns seien mehr als 6000 mittelständische Baubetriebe mit mehr als 150 000 Beschäftigten in Konkurs gegangen, um die sich niemand gekümmert habe. Vielfältige Gründe Da im Wahlkampf vor allem die Wirtschaftskompetenz der Kandidaten eine wichtige Rolle spielt, hat sich Gerhard Schröder nun doch für eine "nationale Lösung" zur Erhaltung des Konzerns und der Arbeitsplätze eingesetzt. Dies bringt ihm als Helfer in der Krise einerseits einen Imagegewinn gegenüber seinem Kontrahenten Stoiber, dem eine Mitverantwortung an der Kirch-Pleite vorgeworfen wird. Anderseits würde Schröder mit dem Erhalt des Münchner Medienkonzerns dem Bayerischen Ministerpräsiden aus der Patsche helfen. Doch sind die Arbeitsplätze und vermeintliche Wirtschaftskompetenz wirklich die einzigen Gründe für ein Eingreifen der Politik? Vielmehr stellt der Einstieg des konservativen australisch-amerikanischen Medienmoguls Rupert Murdoch in die deutsche Medienlandschaft, in den Augen vieler Politiker eine große Gefahr dar, da Kirch nicht nur Fernsehsender, sondern auch 40 Prozent am Springer-Verlag besitzt. Der Verlag ist mit Presseorganen wie der "Bild-Zeitung" oder der "Welt" im Meinungsbildungsprozess innerhalb Deutschlands zu mächtig, als dass es führenden Politikern egal sein könnte, ob ein ultrakonservativer Unternehmer dort die Finger im Spiel hat. Murdoch, der international operiert und der unter anderem den britischen Pay-TV-Sender BSkyB (British Sky Broadcasting) kontrolliert, hat beispielsweise in Großbritannien zuletzt den linken Premierminister Tony Blair durch seine Kampagnen und Meinungsmache in Bedrängnis gebracht. Medien und Politik Ist aber ein derartiges Eingreifen der Politik, das nicht zuletzt der eigenen Machtsicherung dient, legal? Und sind solche legendären Rettungsaktionen wie bei Philipp Holzmann nicht letztendlich Formen von symbolischer Politik, die nur auf die Außenwirkung setzten und der eigenen Popularität dienen sollen? An der Rolle der bayerischen Landesregierung, die Kirch immer wieder unterstützt hat, zeigt sich, dass die Politik ohnehin in den Fall verstrickt ist. Die Verquickung von Medien und Politik in der Bundesrepublik wird nicht nur an der Karriere Leo Kirchs besonders deutlich, dessen Aufstieg eng mit Namen konservativer Politiker wie Franz-Josef Strauss oder Helmut Kohl verbunden ist, die den Medienunternehmer stets gefördert haben. Ebenso sind die Vertreter von Staatsorganen und Parteien in den Gremien des öffentlich-rechtlichen Medien, den Rundfunkräten, präsent und vertreten dort auch parteipolitische Interessen. Deshalb forderte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Clement kürzlich in DIE ZEIT eine Reform des öffentlich-rechtliche Rundfunks, bei der sich vor allem die Politiker aus den Gremien zurückziehen sollen. Gliedern Sie den Text und finden Sie sinnvolle Überschriften für die einzelnen Kapitel. (In dem Basistext für die SchülerInnen wurden Absätze und Überschriften deshalb weggelassen) Arbeiten Sie die wichtigsten Aussagen aus dem Text und gliedern Sie diese in Themenbereiche, die Sie vertiefen möchten. Informieren Sie sich in dem Online-Börsenlexikon über die Bedeutung von Insolvenz, Intervention, Soziale Marktwirtschaft etc. Besuchen Sie die Website "Chancen für alle" und informieren sich dort ausführlicher über die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft. Erarbeiten Sie aus dem Text Motive für das Eingreifen der PoltikerInnen in die Wirtschaft und stellen Sie eine Liste ihrer Motive zusammen. Wie beurteilen Sie nach dem Besuch der Website "Chancen für alle" und dem vorliegenden Artikel die Eingriffe von PolitikerInnen in Insolvenzfälle wie Holzmann und Kirch? Schreiben Sie eine Stellungnahme zu dem Verhalten und senden Sie diese an verschiedene Parteien, aber auch an den Verband der Mittelständischen Unternehmer, die KirchMedia AG und die Holzmann AG. Werten Sie die Antworten aus und formulieren Sie einen Zeitungskommentar zum Eingreifen von PoltikerInnen in Insolvenzfälle wie Holzmann und Kirch. Gliedern Sie den Text und finden Sie sinnvolle Überschriften für die einzelnen Kapitel. (In dem Basistext für die SchülerInnen wurden Absätze und Überschriften deshalb weggelassen) Arbeiten Sie die wichtigsten Aussagen aus dem Text und gliedern Sie diese in Themenbereiche, die Sie vertiefen möchten. Informieren Sie sich in dem Online-Börsenlexikon über die Bedeutung von Insolvenz, Intervention, Soziale Marktwirtschaft etc. Besuchen Sie die Website "Chancen für alle" und informieren sich dort ausführlicher über die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft. Erarbeiten Sie aus dem Text Motive für das Eingreifen der PoltikerInnen in die Wirtschaft und stellen Sie eine Liste ihrer Motive zusammen. Wie beurteilen Sie nach dem Besuch der Website "Chancen für alle" und dem vorliegenden Artikel die Eingriffe von PolitikerInnen in Insolvenzfälle wie Holzmann und Kirch? Schreiben Sie eine Stellungnahme zu dem Verhalten und senden Sie diese an verschiedene Parteien, aber auch an den Verband der Mittelständischen Unternehmer, die KirchMedia AG und die Holzmann AG. Werten Sie die Antworten aus und formulieren Sie einen Zeitungskommentar zum Eingreifen von PoltikerInnen in Insolvenzfälle wie Holzmann und Kirch.

  • Politik / WiSo / SoWi / Wirtschaft
  • Sekundarstufe II

Handelsstreit, Handelskrieg: Führt "America First" von Donald Trump zum Ende des Welthandels?

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit konfrontiert die Lernenden, ausgehend von den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA unter dem Einfluss von Donald Trump und anderen Ländern, mit den Grundfragen zwischenstaatlicher Handelsbeziehungen und einer globalen Wirtschaft.Der US-amerikanische Donald Trump hat allen internationalen Warnungen zum Trotz sein Wahlversprechen "America First" umgesetzt und rigorose Strafzölle gegen ausländische Importeure verhängt, um die heimische Wirtschaft und die Arbeitsplätze vor Ort zu schützen. Gegenmaßnahmen Chinas und der EU, die nun ebenfalls ihre Einfuhrzölle erhöht haben, beschwören inzwischen die Gefahr echter Handelskriege herauf, die den internationalen Warenhandel und damit auch die wirtschaftliche Entwicklung und den Wohlstand ernsthaft gefährden könnten. In dieser Situation erscheint es hilfreich, sich der Grundmechanismen des Welthandels und seiner Vorteile zu erinnern zu erinnern: Welche Verträge liegen dem Welthandel zugrunde? Was versteht man unter Freihandel und welche Vor- und Nachteile birgt er in sich? Welche Welthandelsabkommen und Freihandelsabkommen gibt es bereits? Warum ergreifen Länder protektionistische Maßnahmen und wann schlagen ihre positiven Wirkungen ins Gegenteil um? Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Unterrichtseinheit die Dilemmatasituationen aller Nationen und Regierungen erkennen und verspüren, die sich einerseits dem Welthandel öffnen wollen und Vorteile für ihre eigene Wirtschaft erhoffen, die aber zugleich um die negativen Folgen einer übermächtigen ausländischen Konkurrenz für das eigene Land fürchten. Die Lernenden loten dieses Dilemmata im Verlauf mehrerer Lernrunden in unterschiedlichen Rollen aus, um ein fundiertes Werturteil zum Freihandelsgrundsatz und Europäischen Binnenmarkt zu entwickeln. Das Thema "Handelsstreit, Handelskrieg: Führt "America First" zum Ende des Welthandels?" im Unterricht US-Präsident Trump sorgt nicht nur für politische Unruhe, inzwischen haben seine Twitter-Botschaften und Bestrafungsaktionen auch das internationale Wirtschaftssystem erschüttert. Strafzölle, selbst gegen befreundete Nationen und Bündnispartner, massive Vorwürfe und Forderungen, Androhung von Wirtschaftssanktionen und Einführung protektionistischer Maßnahmen zum Schutze einheimischer Unternehmen und Arbeitsplätze – und dies nicht aus ökonomischen Gründen, sondern angeblich aus nationalem Sicherheitsinteressen. Dazu kommen noch die einseitige Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran und die Ankündigung neuer Sanktionen, die noch zusätzlichen Druck auf die ausländischen Unternehmen ausüben. Steht die globale Wirtschaft schon heute vor einem Scherbenhaufen oder ist die Wiederkehr von Protektionismus und Handelskriegen noch abwendbar? Diese Unterrichtseinheit will die Schülerinnen und Schüler mit den Grundprinzipien des internationalen Handels vertraut machen, sie aber auch in zahlreiche politische und unternehmerische Entscheidungssituationen hineinversetzen, um sie im Verlauf mehrerer Lernrunden zu einem fundierten persönlichen Werturteil zu führen. Eigenverantwortliches Arbeiten und Methodenvielfalt Die fünf Lernrunden reichen von Internetrecherchen, Textinterpretationen und Präsentationen über Argumentationsspiele, Abstimmungen und Podiumsdiskussionen bis hin zu zwei kleinen Fallstudien in Form von Entscheidungssimulationen am Beispiel von Regierungen und Unternehmensvorständen. Die Infotexte werden durch zahlreiche Erklärvideos ergänzt. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler können zahlreiche wirtschaftliche Grundbegriffe wie Handelskrieg, Freihandel oder Protektionismus anderen Menschen erklären. verstehen das Wesen der World Trade Organization (WTO) und können aktuelle Anwendungsbeispiele erklären. haben zu den aktuellen internationalen Handelskonflikten, zu aktuellen Freihandelsabkommen, zum Europäischen Binnenmarkt und zur Frage eines Austritts Deutschlands aus der EU eine klare persönliche Meinung und können diese auch argumentativ vertreten. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler recherchieren zielgerichtet nach aktuellen Informationen zu Handelskonflikten. schätzen die Glaubwürdigkeit von Internetinhalten angemessen ein. rufen Erklärvideos auf und werten diese inhaltlich aus. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler werten in einer Gruppe zielgerecht Informationen aus und setzen sie in eine Präsentation um. präsentieren ihre Ergebnisse im Team. behaupten sich in verschiedenen Kommunikationsformen und bringen sich konstruktiv in die Gruppenarbeit ein.

  • Wirtschaft
  • Berufliche Bildung, Sekundarstufe II, Hochschule

Wirtschaftsstandort Deutschland: Erwartungen für 2005

Unterrichtseinheit

Die Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung und den Arbeitsmarkt sind auch im neuen Jahr nicht rosig. Es gibt vorsichtigen Optimismus, doch auch 2005 werden die Debatten um Arbeitszeit, Lohnkosten und den Standort Deutschland weitergehen. Wochenarbeitszeit, Lohnzahlung, Kündigungsschutz - zentrale Säulen der Arbeitswelt gerieten 2004 ins Wanken. Die Drohung einzelner Firmen, Standorte von Deutschland nach Osteuropa zu verlagern, zwang Arbeitnehmer und Gewerkschaften zu Zugeständnissen. Die Debatte um den Wirtschaftsstandort Deutschland wird angesichts gedämpfter Konjunkturaussichten auch 2005 weitergehen - zumal sich auf dem Arbeitsmarkt weiterhin keine positive Entwicklung abzeichnet. Die Schülerinnen und Schüler sollen verschiedene Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung 2005 vergleichen. sich über die allgemeine Debatte um Arbeitszeiten und Standortfaktoren informieren. die Positionen von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Politik kennen lernen und vergleichen. sich der Zusammenhänge zwischen Arbeitsmarkt, Wirtschaftslage und Konjunktur bewusst werden. die Vor- und Nachteile der wirtschaftlichen Entscheidungsmöglichkeiten diskutieren. das Internet als Informations- und Recherchemedium nutzen. Thema Wirtschaftsstandort Deutschland: Die Erwartungen 2005 Autoren Wolfgang Bauchhenß und Michael Bornkessel Fach Politik, Sozialwissenschaften Zielgruppe Sek II, ab Klasse 10 Zeitaufwand je nach Intensität und Schwerpunktsetzung circa 3 Stunden Medien Computer mit Internetzugang Neuverschuldung knapp unter Investitionen Ende November 2004 stellte Finanzminister Hans Eichel seinen Haushaltsentwurf für das Jahr 2005 im Bundestag vor: Insgesamt will er 254,3 Milliarden Euro ausgeben, davon sind allein 40,4 Milliarden Euro Zinszahlungen. Die Neuverschuldung liegt mit 22 Milliarden nur knapp unter den Investitionen von 22,7 Milliarden. Damit entspricht der Haushalt den Vorgaben des Grundgesetzes. Das schreibt nämlich vor, dass die Neuverschuldung die Investitionen nicht übersteigen darf. Das meiste Geld bekommt wieder einmal das Sozialministerium: Ihm stehen 84,4 Milliarden Euro zur Verfügung, wobei ein Großteil direkt in die Rentenkasse fließt. Das Wirtschaftsressort bekommt knapp 38 Milliarden Euro und die Bundesagentur für Arbeit fast vier Milliarden Euro. Das Bildungsministerium darf 8,54 Milliarden Euro ausgeben. Finanzierung auf unsicheren Füßen Allerdings kann der Finanzminister die Kreditaufnahme nur unter der Investitionssumme halten, weil er sich rund 23 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Staatseigentum erhofft. Die Opposition ließ sich erwartungsgemäß nicht von dem Haushaltskonzept der Regierung beeindrucken, kritisierte die vorgelegten Zahlen und sprach von einem "finanzpolitischen Desaster und einem Offenbarungseid". Auch der Rechnungshof äußerte in seinem Bericht "erhebliche Bedenken"; man sehe die Gefahr des Verfassungsbruchs und bei der Finanzierung erhebliche Risiken. Bundesministerium der Finanzen: Bundeshaushalt 2005 Tabellen und Übersichten stehen als Download zur Verfügung. Leichtes Wachstum In die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands schauen regelmäßig die so genannten Fünf Weisen - offiziell heißt das Gremium "Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung". Sie gehen in ihrer Prognose für das Jahr 2005 von einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,4 Prozent aus. Damit werde sich das Wachstum im Vergleich zu 2004 (1,5 Prozent) leicht abschwächen. Doch da 2005 weniger Arbeitstage als 2004 hat, signalisiere diese Zuwachsrate "ein in etwa unverändertes Tempo der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung", bilanziert der Sachverständigenrat. Von einem durchgreifenden Aufschwung der Binnenwirtschaft sei Deutschland allerdings noch "ein gutes Stück" entfernt. Schere zwischen Binnen- und Außennachfrage Die konjunkturelle Erholung 2004 sei vor allem auf die Außenwirtschaft, das heißt auf die Exporte ins Ausland, zurückzuführen. Hier sehen die Sachverständigen "eine tiefe Spaltung" und warnen, dass "einer sehr lebhaften Exportentwicklung und einem kräftig steigenden Außenbeitrag (...) eine weiterhin kraftlose binnenwirtschaftliche Entwicklung" im Jahr 2005 drohe. Doch solange sich Auslands- und Binnennachfrage nicht die Waage halte, bleibe "die Hoffnungen auf eine Fortsetzung der konjunkturellen Belebung fragil". Denn der hauptsächlich vom starken deutschen Außenhandel getragene Aufschwung drohe im nächsten Jahr nachzulassen: Zum einen sei der immer weiter steigende Ölpreis dafür verantwortlich, zum anderen könne auch der immer stärker werdende Euro das Wachstum negativ beeinflussen. Während also die Exporte den Aufschwung ermöglichen, droht die immer noch schleppende Binnenkonjunktur die guten Ansätze zunichte zu machen. Unternehmer wieder optimistisch Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert eine positive wirtschaftliche Entwicklung für 2005: "Der Aufschwung hält an", fasst der Direktor Michael Hüther die Ergebnisse der Herbstumfrage zusammen. Insgesamt würden die Antworten der mehr als 1.500 befragten ost- und westdeutschen Unternehmen zeigen, dass die Produktion steige, der Exporte weiter zunehme und 2005 endlich auch wieder mehr investiert werde. Das Institut sieht damit seine im Oktober gestellte Prognose für 2005 mit einem Wachstum des BIP von bis zu zwei Prozent bestätigt. Es ist damit zugleich optimistischer als die Bundesregierung, die Wirtschaftsweisen und die meisten führenden Wirtschaftsinstitute. Gleichwohl sei in Westdeutschland erneut ein höheres Wachstum als in den neuen Bundesländern zu erwarten: Im Osten verzerre die Krise in der Bauwirtschaft den Durchschnitt. Endlich wieder etwas mehr Erwerbstätige Nach ersten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes gab es 2004 im Durchschnitt rund 38,4 Millionen Erwerbstätige in Deutschland. Das waren 128.000 Personen oder 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit kam es im Jahresdurchschnitt 2004 erstmals seit 2001 wieder zu einem Anstieg der Erwerbstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamtes durch die Reformen am Arbeitsmarkt im Rahmen der Hartz-Gesetze I und II (Ich-AGs und Mini-Jobs) sowie die Neuregelung des Arbeitslosengeldes II durch Hartz IV (Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II) begünstigt. Entspannung nicht in Sicht Insgesamt ist jedoch noch keine deutliche Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt in Sicht. Laut dem arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) befindet sich Deutschland zwar auf der ersten Stufe einer "Beschäftigungsstabilisierung", doch eine generelle Besserung stehe 2005 noch aus. Lediglich 18 Prozent der Firmen glauben, den Personalbestand im nächsten Jahr aufstocken zu können. Auch die Fünf Weisen rechnen für 2005 mit keiner durchgreifenden Belebung: Zwar sei die Einführung des Arbeitslosengeldes II (ALG II) einer der "bedeutendsten Reformschritte auf dem Arbeitsmarkt der letzten Jahrzehnte", man könne aber die konkreten Auswirkungen noch nicht abschätzen. Außerdem seien noch weitere Reformen, vor allem der Kranken- und Pflegeversicherung, notwendig. Höchster Stand seit 1997 Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist Ende 2004 deutlich gestiegen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg waren im Dezember 4,46 Millionen Personen (10,8 Prozent) arbeitslos gemeldet, fast 207.000 mehr als im November 2004 und 150.000 mehr als zum Jahresende 2003. Im Durchschnitt des vergangenen Jahres belief sich die Arbeitslosigkeit auf fast 4,4 Millionen und damit auf den höchsten Stand seit 1997. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement sagte, er rechne erst für 2006 mit einer nachhaltigen Trendwende auf dem Arbeitsmarkt. Um neue Arbeitsplätze zu schaffen, gab es bereits 2004 verschiedene Ansätze. Es begann die Debatte um die Verlängerung der Arbeitszeit. Aber auch Lohnkosten stehen als Standortfaktoren immer wieder im Zentrum der Debatte. Siemens: Längere Arbeitszeiten statt Werksschließung Die Firma Siemens stellte ihre Belegschaft an zwei Standorten in Nordrhein-Westfalen im Sommer 2004 vor die Wahl: Entweder sie akzeptiere, künftig 40 Stunden statt bisher 35 zu arbeiten, oder Siemens würde die Produktion von Mobiltelefonen ganz nach Ungarn verlagern. Zwei Handy-Werke in Bocholt und Kamp-Linfort hätten dann schließen müssen. Das Argument der Konzernleitung: Nur niedrigere Produktionskosten garantieren weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit auf dem hart umkämpften Handy-Markt. Die Belegschaft überlegte daher nicht lange und stimmte dem Angebot zu - andernfalls wären die 4.500 Beschäftigten in den zwei Werken arbeitslos geworden. Zugeständnisse aus Angst vor Arbeitslosigkeit Ähnliche Szenen spielen sich derzeit auch in anderen Firmen ab: Die Arbeitgeber fordern von ihren Beschäftigten Zugeständnisse wie niedrigere Löhne oder längere Arbeitszeiten. Die Angst vor Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig schlechter Wirtschaftslage macht es möglich: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen derzeit zähneknirschend viele Forderungen ihrer Chefs akzeptieren. Mit der Drohung, den Betrieb dorthin zu verlegen, wo die Produktion billiger ist, streichen die Arbeitnehmer Rechte, die sich die Beschäftigten jahrelang mühsam erkämpft haben. Es war einmal: Der Weg zur 35-Stunden-Woche In den 80er und 90er Jahren forderten die Gewerkschaften die 35-Stunden-Woche in den Betrieben der Metallindustrie. Da die Arbeitslosigkeit damals massiv anstieg, es also immer weniger Arbeit gab, schien sie ein konsequenter Weg, die vorhandene Arbeit besser zu verteilen. Doch die Rechnung ging nicht auf: Die Arbeitslosigkeit stieg weiter an, gleichzeitig wurden die Löhne stetig teurer. Die Gewerkschaften hängen auch heute noch an ihrem Modell kürzerer Arbeitszeiten, während die Arbeitgeber lieber länger arbeitende Beschäftigte wollen, die im Schnitt weniger kosten. Die Gewerkschaften fordern jetzt, dass auch das Management seinen Teil zu den Einsparungen beitragen müssen. "Wer sich in den letzten Jahren seine Bezüge so exorbitant erhöht hat wie viele deutsche Top-Manager, kann leicht auf ein paar Prozent für ein Jahr verzichten", sagte IG-Metall-Chef Jürgen Peters in einem Zeitungsinterview. Gewerkschaften gehen Kompromisse ein Insgesamt zeigen sich die Gewerkschaften in letzter Zeit beim Thema Arbeitszeit aber sehr flexibel, wenn einzelne Betriebe in der Klemme stecken und Arbeitsplätze in Gefahr sind: Zahlreiche Sonderklauseln und betriebsinterne Absprachen ermöglichen es den Arbeitgebern, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter länger arbeiten zu lassen als das in den Tarifverträgen ursprünglich vereinbart wurde. Zwar sperren sich die Gewerkschaften weiterhin gegen eine flächendeckende und dauerhafte Verlängerung der Arbeitszeit, doch sie halten bei Problemfällen nicht mehr dogmatisch an ihren Zielen fest und sind zu Kompromissen bereit. Lohnkosten im Visier Der Fall Siemens hat eine allgemeine Debatte um Lohnkosten entfacht. Einige Arbeitgeber-Funktionäre und Politiker verlangten sogar, die Deutschen müssten pauschal 50 Stunden arbeiten oder sollten auf ein paar Urlaubstage verzichten. Nur so könne Deutschland wieder wettbewerbsfähig werden. Aber diese Aussagen sind Extrempositionen, die wohl ebenso wenig durchsetzbar sind wie eine 35-Stunden-Woche für alle. Die OECD, die Organisation der Industrieländer, hält eine pauschale Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit jedoch nicht für geeignet, um die Arbeitslosigkeit zu senken und dämpft die Erwartungen der Arbeitgeber. Und nach einer Untersuchung des Kölner Instituts zur Erforschung sozialer Chancen (ISO) liegt die tatsächliche Wochenarbeitszeit für Vollzeitkräfte in Deutschland mit Überstunden schon jetzt über 40 Wochenstunden. Verzicht auf Feiertage oder Kaffeepausen? Im Herbst 2004 stellte die Bundesregierung einen weitere Idee vor, wie man die Arbeitszeit - sozusagen durch die Hintertür - verlängern könnte: Kurz vor dem 15. Jahrestag des Mauerfalls machte sie den Vorschlag, den Tag der Deutschen Einheit als Feiertag vom 3. Oktober auf den ersten Oktober-Sonntag zu verlegen. So wollte sie das Wirtschaftswachstum ankurbeln und hoffte gleichzeitig auf mehr Steuereinnahme. Dieser Vorschlag als Teil eines Konzepts zur Haushalts-Sanierung stieß jedoch auf breite Kritik und wurde schnell zu den Akten gelegt. Manchmal nimmt die Diskussion um längere Arbeitszeiten sogar skurrile Züge an. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, schlug vor, nur noch "echte Arbeitszeit" zu entlohnen: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Job rauchen oder Tee trinken wollten, sollen dies auch weiterhin tun dürften. "Aber keiner kann verlangen, dass Arbeitgeber Zigaretten- und Teepausen auch noch bezahlen", so Walter. Sein Vorschlag wurde allerdings meist nur belächelt. Der Fall Telekom: Lohnverzicht Wie ein Mittelweg funktionieren kann, zeigen zahlreiche Betriebe bereits seit einigen Jahren: Nach dem deutschen Tarifrecht können Arbeitgeber und Arbeitnehmer flexibel mit den Regelungen zur Arbeitszeit verfahren. So können sich Belegschaft und Geschäftsführung in einzelnen Absprachen für jeden Betrieb darauf einigen, auf bestimmte Privilegien zu verzichten, um die Arbeitsplätze nicht zu gefährden. So zeigten sich etwa die Beschäftigten der Telekom bereit, auf Teile ihres Lohns zu verzichten, um die Stellen von 10.000 ihrer Kollegen zu erhalten. Andere Firmen handeln mit ihren Angestellten um zwei oder mehr Stunden verlängerte Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich aus, um die Kosten zu senken und so konkurrenzfähig zu bleiben. Der Fall DaimlerChrysler: Lohnerhöhung bleibt aus DaimlerChrysler hat nun eine neue Variante ins Spiel gebracht. Arbeitgeber und Belegschaft einigten sich darauf, die Arbeitskosten um 500 Millionen Euro pro Jahr zu senken. Dafür verzichten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eine für 2006 vereinbarte Lohnerhöhung von knapp drei Prozent. Aber auch die Bezüge des Vorstands sollen nach Angaben von Konzernchef Jürgen Schrempp gekürzt werden. Als Gegenleistung für die Kürzungen versprach der Konzern für die 160.000 Arbeitnehmer in Deutschland eine Beschäftigungsgarantie bis 2012. Der Fall Opel: Schließungs-Drohung aus den USA Im Oktober 2004 bekamen die Beschäftigten beim Autobauer Opel schlechte Nachrichten aus den USA. Die Muttergesellschaft General Motors (GM) plane bis zum Jahr 2006 europaweit 12.000 der insgesamt 63.000 Stellen abzubauen, davon allein 10.000 - fast jeden dritten Arbeitsplatz - bei Opel in Deutschland. Es drohe sogar die komplette Schließung des Bochumer Werks, berichteten die Medien. Werksleitung und Betriebsrat der Adam Opel AG einigten sich bei Verhandlungen mit der Muttergesellschaft anschließend auf Zugeständnisse bei den Lohnkosten und den Arbeitszeiten. Obwohl sich die Verhandlungen schwierig gestalten, nähert man sich langsam an: Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz gab Anfang Dezember bekannt, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben solle. Die Zahl der Arbeitsplätze soll zwar wie von General Motors gefordert um 10.000 reduziert werden. Der Großteil der Betroffenen in den Werken Rüsselsheim und Bochum soll aber nicht entlassen werden, sondern in Beschäftigungsgesellschaften wechseln. General Motors (GM) müsse aber noch zustimmen, so Franz. Der Fall Volkswagen: Langfristige Arbeitsplatzgarantie für Nullrunden Auch bei Volkswagen standen die Zeichen lange Zeit auf Sturm: Mehrere Wochen verhandelten die Gewerkschaften mit dem Konzern, der nach Angaben von Personalvorstand Peter Hartz bis zum Jahr 2011 die Arbeitskosten um 30 Prozent senken will. In dieser Tarifrunde musste ein Volumen von einer Milliarde Euro eingespart werden, das vor allem durch eine zweijährige Nullrunde erreicht werden sollte. Anfangs forderten die Gewerkschaften aber eine Lohnerhöhung von vier Prozent sowie eine Job-Garantie für die Beschäftigten in den westdeutschen Werken, und unterstrichen ihre Kampfbereitschaft später auch durch Warnstreiks. Hartz konterte unter anderem mit der Drohung, bis zu 15.000 Arbeiter entlassen zu müssen, sollten die Gewerkschaften sich weiter hart zeigen. Doch am Ende der Verhandlungen präsentierten beide Seiten einen Kompromiss, mit dem alle leben können: Die 103.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den sechs westdeutschen VW-Werken verzichten für 28 Monate auf Lohnerhöhungen und erhalten im Gegenzug die geforderte Job-Garantie: Betriebsbedingte Kündigungen bleiben nach den Vereinbarungen bis Ende 2011 ausgeschlossen. Im März 2005 erhalten die Angestellten außerdem noch eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro. Für Neueinstellungen und übernommene Auszubildende wird es aber geringere Löhne geben als es der Haustarifvertrag bislang vorsah. Deutsche Welle: Weitere Proteste gegen Daimler-Sparpläne DaimlerChrysler in Deutschland will 500 Millionen Euro sparen oder der Vorstand verlagert Arbeitsplätze. Die ZEIT: Jahresrückblick 2004 Nachrichten aus der Wirtschaftswelt des vergangenen Jahres im Überblick. Deutsche arbeiten durchschnittlich 37,7 Stunden Vielen Firmen erscheint es immer attraktiver ins Ausland zu gehen, wo die Löhne niedriger und die Arbeitszeiten länger sind. Viele europäische Länder haben längere Arbeitszeiten als Deutschland: Mit 37,7 Stunden pro Woche liegen deutsche Arbeitnehmer auf einem mittleren Platz, während in Osteuropa fast durchweg 40 Stunden gearbeitet wird. Im EU-Vergleich liegt Deutschland damit rund eine Wochenstunde unter dem Durchschnitt von 38,5 Stunden. Die Debatte um die Arbeitszeiten in Deutschland schwappt inzwischen schon über die Grenzen nach Frankreich, Belgien und in die Niederlande. Produktionsverlagerung nach Polen Gerade im vereinten Europa ist es für viele Firmen einfach, in einem Land die Zelte abzubrechen und in das nächste Land weiterzuziehen. Opel will beispielsweise ab 2005 sein Modell Zafira in Polen bauen. Da die Bundesrepublik mit Polen im gemeinsamen europäischen Binnenmarkt ist, hat Opel kaum höhere Kosten, wenn die Firma die Produktion in unser östliches Nachbarland verlegt. Doch bei den Arbeitslöhnen kann Opel kräftig sparen. Sie sind in Polen - wie auch in anderen europäischen Ländern - deutlich niedriger als in Deutschland. Ungleiche Bestimmungen zum Kündigungsschutz Zudem ist es in vielen anderen Ländern einfacher, Arbeiter in Zeiten schlechter Konjunktur vor die Tür zu setzen. Während die Gewerkschaften in Deutschland einen umfangreichen Kündigungsschutz durchgesetzt haben, existieren solche Regelungen anderswo in weit weniger umfangreicher Form. Doch auch hier werden wir wohl in Zukunft Abstriche hinnehmen müssen: Beispielsweise fordert die CDU, dass der Kündigungsschutz erst ab Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten und bei Neueinstellungen erst ab dem vierten Jahr gelten soll. Durch gelockerte Bestimmungen könne, so die CDU, Langzeitarbeitslosen und älteren Arbeitnehmern auf diesem Weg wieder ein Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat eine Änderung des Kündigungsschutzgesetzes dagegen abgelehnt. Der Standard: Deutsche Arbeitszeitdebatte macht Schule Das österreichische Magazin berichtet über die Diskussionen in Belgien, den Niederlanden und Frankreich. General Electric geht nach München Doch es gibt nicht nur negative Beispiele - manche Firmen kommen wegen besonders guter Bedingungen nach Deutschland. General Electric, der weltweit größte Elektrokonzern aus den USA, eröffnete erst im Sommer ein Forschungszentrum bei München. Die Firma geht nach Deutschland, weil sie auf dem hiesigen Markt noch Wachstumschancen sieht. Außerdem ist Deutschland nach Angaben des Konzerns ein idealer Standort vor den Toren des ökonomisch keimenden Osteuropas. Ein wichtiger Grund, das Forschungszentrum gerade in München anzusiedeln, war für General Electric die Vernetzung mit der dortigen Technischen Universität und anderen europäischen Hochschulen. Das Unternehmen lobt die Qualität der deutschen Forschung und die Ausbildung der Facharbeitskräfte. Guter Ruf des Hochschulstandorts Die solide Ausbildung deutscher Ingenieurinnen und Ingenieure kommt also auch bei ausländischen Unternehmen gut an. Überhaupt schätzen viele Firmen Deutschland sehr positiv ein. Eine Umfrage im Frühjahr 2004 ergab, dass unser Land zu den drei attraktivsten Wirtschaftsstandorten in der Welt gehört. Trotz der Pisa-Studie haben unsere Hochschulabsolventen also einen guten Ruf weltweit, und nicht zuletzt ist Deutschland für viele Konzerne als Markt hochinteressant. Mehr qualifizierte, weniger unqualifizierte Arbeitskräfte Dennoch scheint sich eine Tendenz auf dem Arbeitsmarkt zu bestätigen: Die Arbeitsplätze in der Produktion, für die keine höhere Ausbildung nötig ist, verschwinden nach und nach ins Ausland, wo ähnlich qualifizierte Arbeitskräfte für niedrigere Löhne arbeiten. Deutsche Welle: Standort Deutschland im Aufwind "Made in Germany" steht weltweit hoch im Kurs: Im Ranking der attraktivsten Standorte rückt es weiter vor Die ZEIT: I love Germany Amerikanische Unternehmer loben den Standort Deutschland. Reformen der Agenda 2010 gehen weiter Bevor sich auch die Politiker in diesem Sommer auf den Weg in ihren Urlaub machen konnten, war in Berlin ein Abstimmungs-Marathon angesagt: 99 Beschlüsse verhandelte der Bundesrat im Juli, darunter auch die letzte Stufe der so genannten Hartz-Reformen. Der Bundeskanzler und seine Minister hoffen, mit diesen und anderen Maßnahmen den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern und die Konjunktur endlich anzukurbeln. Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt schlecht Auf dem Arbeitsmarkt ist daher keine Besserung in Sicht. Noch immer haben Arbeitslose kaum Hoffnung, eine passende Stelle zu finden: Die Arbeitslosigkeit bleibt weiter auf einem Rekordhoch von über 10 Prozent. Auch Wirtschaftsforscher schätzen, dass sich die Lage frühestens in einem Jahr leicht bessern könnte, wenn der seit dem Frühjahr spürbare leichte wirtschaftliche Aufschwung anhält. Wirtschaftsforscher haben im Juni festgestellt, dass sich der weltweite Aufschwung langsam auch auf Deutschland überträgt; das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bemängelt allerdings, dass die Binnennachfrage noch nicht stark genug sei - die Deutschen konsumieren nicht genug, um der eigenen Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Arbeitsmarktreform ? Was bringt Hartz IV? Die FAZ sammelt in diesem Themen-Dossier Artikel rund um die Reform des Arbeitsmarkts. Yahoo: Nachrichten vom Arbeitsmarkt Kompakte Nachrichtensammlung von (Agentur-) Meldungen rund um das Thema Arbeitsmarkt. Mehr Eigenvorsorge, weniger Sozialleistungen Die Regierung hofft nun, dass durch die Reformen der Agenda 2010 mehr Menschen eine Arbeit finden, beziehungsweise die Wirtschaft mehr Arbeitsplätze schafft. Mit der so genannten Hartz-IV-Reform, die Anfang 2005 in Kraft treten wird, will die rot-grüne Bundesregierung das Sozialsystem umbauen. Die Reform soll besonders Langzeitarbeitslosen und Jugendlichen zu neuen Jobs verhelfen, denn die Arbeitsagenturen sollen diese Gruppen künftig besonders intensiv betreuen. Wer schon längere Zeit arbeitslos ist, muss künftig auch Jobs annehmen, die nicht seiner früheren Arbeit entsprechen. Die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II soll die leeren Sozialkassen entlasten, denn bevor der Staat hilft, sollen die Antragsteller künftig erst Teile ihrer Ersparnisse aufbrauchen. Bundesregierung: Agenda 2010 ? Innovation und Wachstum Die Bundesregierung informiert in einer pdf-Broschüre über die Agenda 2010. CDU: Projekt Wachstum ?Wie gelingt es, in Deutschland mehr Wachstum und Arbeitsplätze zu generieren?? Um diese Frage zu beantworten, hat die CDU ?Projekt Wachstum? ins Leben gerufen.

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