Trendmonitor zeigt neue Herausforderungen für KI im Unterricht
Der aktuelle Trendmonitor "KI in der Bildung" untersucht 258 Anwendungen für Schulen und beschreibt zentrale Entwicklungen im deutschsprachigen und internationalen Markt. Für Lehrkräfte rückt vor allem die Frage in den Mittelpunkt, wie KI genutzt werden kann, ohne wichtige Lern- und Digitalkompetenzen zu schwächen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der KI-Markt für Schulen wächst rasant: Ein neuer Trendmonitor untersucht 258 Anwendungen und zeigt, welche Entwicklungen den Bildungsbereich prägen.
- Mehr KI bedeutet nicht automatisch besseres Lernen: Fachleute warnen vor Kompetenzverlusten und einer wachsenden digitalen Kluft - kritisches Denken und selbstständiges Lernen bleiben zentral.
- Schulen brauchen klare Strategien: Der Trendmonitor gibt Impulse dafür, wie KI verantwortungsvoll im Unterricht und künftig verstärkt in der Schulverwaltung eingesetzt werden kann.

KI-Anwendungen für Schulen nehmen zu
Künstliche Intelligenz verändert den Schulalltag - und das Angebot an Anwendungen wächst weiter. Der neue Trendmonitor "KI in der Bildung" der Deutschen Telekom Stiftung untersucht, welche Technologien aktuell für Schulen verfügbar sind, welche Potenziale sie bieten und welche Herausforderungen auf Bildungseinrichtungen zukommen. Die Analyse wurde vom mmb Institut gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) erstellt.
Für den Trendmonitor 2026 wurden 258 KI-Anwendungen recherchiert und systematisiert. 87 davon stammen aus dem deutschsprachigen Raum. Im Vorjahr waren es 51. Gleichzeitig wurden 104 Anwendungen von US-amerikanischen Technologieunternehmen erfasst. Der Markt im deutschsprachigen Raum entwickelt sich damit deutlich, bleibt aber weiterhin von US-amerikanischen Anbietern abhängig.
Befragt wurden außerdem 81 Fachleute aus den Bereichen Bildung und Künstliche Intelligenz. Sie sehen in der Marktabhängigkeit eine der größten Herausforderungen für das deutsche Bildungssystem. Eine weitere Herausforderung besteht in der ungleichen Verteilung digitaler Kompetenzen. Der sogenannte Digital Skills Gap könnte sich durch den Einsatz von KI vergrößern, wenn nicht alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu geeigneten Anwendungen und einer kompetenten Begleitung erhalten.
Lernkompetenzen und kritisches Denken stärken
Die Fachleute warnen zudem vor einem möglichen Kompetenzverlust. Wenn KI Denkarbeit dauerhaft übernimmt, könnten Lernende wichtige Fähigkeiten nicht erwerben oder wieder verlieren. Im Trendmonitor werden diese Entwicklungen als Skill Skipping und Deskilling bezeichnet.
Für den Unterricht bedeutet das: KI sollte nicht nur als Werkzeug zur schnellen Bearbeitung von Aufgaben eingesetzt werden. Schülerinnen und Schüler benötigen Gelegenheiten, Informationen kritisch zu prüfen, Ergebnisse zu hinterfragen und das eigene Lernen bewusst zu planen. Die Kultusministerkonferenz hebt ebenfalls hervor, dass Schulen einen konstruktiv-kritischen Umgang mit KI fördern und Prüfungsformate weiterentwickeln müssen.
KI in Schulverwaltung und Unterricht
Die größten Entwicklungen erwarten die befragten Fachleute in den kommenden fünf Jahren bei Anwendungen für die Schulverwaltung. Dazu gehört beispielsweise Educational Data Mining, mit dem datenbasierte Entscheidungen auf Schul- und Systemebene unterstützt werden können. Aktuell ist KI in diesem Bereich jedoch noch wenig verbreitet: Von 37 untersuchten Anwendungen für die Schulverwaltung sind nur 13 speziell für schulische Zwecke entwickelt.
Der Trendmonitor formuliert Handlungsempfehlungen für Schulen, Politik, Verwaltung, Wissenschaft und die Entwicklung von KI-Anwendungen. Die Deutsche Telekom Stiftung stellt die Publikation jährlich bereit, um die dynamische Entwicklung des Feldes zu beobachten und für Lehrkräfte sowie weitere Akteurinnen und Akteure im Bildungsbereich einzuordnen.
Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag
Für Ihren Unterricht bedeutet der Trendmonitor, dass neben der Auswahl geeigneter KI-Anwendungen vor allem die Lernziele im Mittelpunkt stehen sollten. Prüfen Sie beispielsweise in einer Unterrichtsreihe der Jahrgangsstufen 8 bis 10, welche Arbeitsschritte Schülerinnen und Schüler selbstständig erledigen müssen und an welcher Stelle KI sinnvoll unterstützen kann. Lassen Sie Ergebnisse vergleichen, Quellen prüfen und Eingaben dokumentieren. Ein Austausch im Kollegium über gemeinsame Regeln für KI-Nutzung und Leistungsbewertung kann helfen, die Entwicklung planvoll zu begleiten.

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Quellen
- Deutsche Telekom Stiftung: Neuer Trendmonitor KI in der Bildung erschienen
https://www.telekom-stiftung.de/presse/neuer-trendmonitor-ki-in-der-bildung-erschienen - Deutsche Telekom Stiftung: Trendmonitor KI in der Bildung
https://www.telekom-stiftung.de/projekte/trendmonitor-ki-in-der-bildung - Kultusministerkonferenz: Bildungsministerkonferenz verabschiedet Handlungsempfehlung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz
https://www.kmk.org/aktuelles/pressearchiv/mitteilung/bildungsministerkonferenz-verabschiedet-handlungsempfehlung-zum-umgang-mit-kuenstlicher-intelligenz-1.html

