Die Unterrichtseinheit setzt dort an, wo viele Schulen vor einer Doppelaufgabe stehen: Lernende sollen KI-Chatbots gewinnbringend nutzen, ohne sie unkritisch als Ersatz für eigenes Denken zu verwenden. Die Schülerinnen und Schüler lernen
- das Leistungsvermögen von Sprach-KI kennen,
- die Grenzen von KI einzuschätzen und
- warum Ergebnisse von KI immer überprüft und bewertet werden müssen.
Im Mittelpunkt stehen KI-Chatbots (wie zum Beispiel ChatGPT, Copilot, Gemini), die über Texteingabe und -ausgabe arbeiten und sich in nahezu allen Fächern nutzen lassen. Ausgangspunkt sind alltagsnahe Beispiele zu Sprach-KI und autonomem Fahren, anhand derer grundlegende Begriffe wie KI-Sprachmodell, Training mit Daten, neuronale Netze und Wahrscheinlichkeitsberechnungen verständlich eingeführt werden. Ein kurzes Erklärvideo und Klassengespräche verdeutlichen, wie KI-Systeme trainiert werden und welche Rolle menschliche KI-Trainer spielen.
Im weiteren Verlauf vergleichen die Lernenden klassische Internetsuche mit KI-Chatbots und halten fest, wie Prompts, Trainingsdaten und Mustererkennung die Antworten prägen. Sie erarbeiten in eigenen Worten, wie KI-Modelle Anfragen verarbeiten und warum sie trotz beeindruckender Leistungen Fehler machen können – von ungenauen Prompts bis hin zu sogenannten KI-Halluzinationen, die sie anhand eines TÜV-Fachartikels analysieren.
Im praktischen Teil werden dann drei prototypische Aufgabentypen bearbeitet:
- Bei der Textproduktion wird zwischen Sachtexten (objektiv überprüfbar) und Schmucktexten (subjektiv zu bewerten) unterschieden. Dies wird am Beispiel einer Einladung zu einem Schulfest als Mischform konkretisiert.
- Zum Bereich Kreativität wird die Ideenfindung für neue schulische Arbeitsgemeinschaften erprobt. Ein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt es hier nicht, wohl aber unterschiedliche Bewertungskriterien.
- Zum Bereich Information und Wissen fordern die Schülerinnen und Schüler einen Sachtext zum Thema Insektensterben an. Dieser wird fachlich und hinsichtlich der Textqualität bewertet sowie mit externen Quellen abgeglichen.


