KI-Chatbots verstehen und Antworten kritisch bewerten

Unterrichtseinheit
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Wie funktionieren KI-Systeme und wie zuverlässig sind Antworten von KI-Chatbots? In dieser Unterrichtseinheit setzen sich Schülerinnen und Schüler praxisnah mit Sprach-KI auseinander, lernen typische Chancen und Risiken kennen und entwickeln Strategien, um KI-Texte kritisch zu bewerten und verantwortungsvoll zu nutzen. Dazu werden praktikable Vorgehensweisen vorgestellt und anhand von Beispielen erprobt.

  • Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co. / Technik / Sache & Technik / Fächerübergreifend
  • Sekundarstufe I
  • 4 Unterrichtsstunden
  • Arbeitsblatt, Arbeitsblatt interaktiv
  • 1 Arbeitsmaterial

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Beschreibung der Unterrichtseinheit

Die Unterrichtseinheit setzt dort an, wo viele Schulen vor einer Doppelaufgabe stehen: Lernende sollen KI-Chatbots gewinnbringend nutzen, ohne sie unkritisch als Ersatz für eigenes Denken zu verwenden. Die Schülerinnen und Schüler lernen

  • das Leistungsvermögen von Sprach-KI kennen,
  • die Grenzen von KI einzuschätzen und
  • warum Ergebnisse von KI immer überprüft und bewertet werden müssen.

Im Mittelpunkt stehen KI-Chatbots (wie zum Beispiel ChatGPT, Copilot, Gemini), die über Texteingabe und -ausgabe arbeiten und sich in nahezu allen Fächern nutzen lassen. Ausgangspunkt sind alltagsnahe Beispiele zu Sprach-KI und autonomem Fahren, anhand derer grundlegende Begriffe wie KI-Sprachmodell, Training mit Daten, neuronale Netze und Wahrscheinlichkeitsberechnungen verständlich eingeführt werden. Ein kurzes Erklärvideo und Klassengespräche verdeutlichen, wie KI-Systeme trainiert werden und welche Rolle menschliche KI-Trainer spielen.

Im weiteren Verlauf vergleichen die Lernenden klassische Internetsuche mit KI-Chatbots und halten fest, wie Prompts, Trainingsdaten und Mustererkennung die Antworten prägen. Sie erarbeiten in eigenen Worten, wie KI-Modelle Anfragen verarbeiten und warum sie trotz beeindruckender Leistungen Fehler machen können – von ungenauen Prompts bis hin zu sogenannten KI-Halluzinationen, die sie anhand eines TÜV-Fachartikels analysieren.

Im praktischen Teil werden dann drei prototypische Aufgabentypen bearbeitet:

  • Bei der Textproduktion wird zwischen Sachtexten (objektiv überprüfbar) und Schmucktexten (subjektiv zu bewerten) unterschieden. Dies wird am Beispiel einer Einladung zu einem Schulfest als Mischform konkretisiert.
  • Zum Bereich Kreativität wird die Ideenfindung für neue schulische Arbeitsgemeinschaften erprobt. Ein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt es hier nicht, wohl aber unterschiedliche Bewertungskriterien.
  • Zum Bereich Information und Wissen fordern die Schülerinnen und Schüler einen Sachtext zum Thema Insektensterben an. Dieser wird fachlich und hinsichtlich der Textqualität bewertet sowie mit externen Quellen abgeglichen.

Unterrichtsablauf

Inhalt
Sozialform

Didaktisch-methodischer Kommentar

Auf die schnelle Verbreitung von Sprach-KIs, die vor den Schultoren nicht Halt gemacht haben, haben die Bildungspolitik und die Bildungsverwaltungen rasch reagiert. Beispielsweise formuliert ein Leitfaden aus NRW (Umgang mit textgenerierenden KI-Systemen), dass es Aufgabe von Schule ist "die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Unterrichts mit KI vertraut zu machen und gemeinsam im geschützten Raum zu erfahren, wie KI-basierte Textgeneratoren funktionieren, welche Potentiale, aber auch welche Risiken damit verbunden sein können."  Dafür greift der schon zuvor bestehende Medienkompetenzrahmen NRW unter "2. Informieren und Recherchieren" im Punkt "2.3 Informationsbewertung" mit dem Ziel, "Informationen, Daten und ihre Quellen … (zu) erkennen und kritisch (zu) bewerten."  Im Oktober 2024 folgte eine Handlungsempfehlung der KMK mit Grundsatzpositionen (Handlungsempfehlung für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen), die von allen Bundesländern übernommen wurde. Ausdrücklich wird kein Nutzungsverbot in Schulen erwogen, sondern es soll eine konstruktiv-kritische Auseinsetzung mit KI in Bildungsprozessen ermöglicht werden.

Die vorliegende Unterrichtseinheit greift aus den in den Verlautbarungen genannten Anforderungen die Bewertung von KI-Chatbot-Ergebnissen als zentrales Thema auf. Sie will ein überzeugendes Verständnis für die Notwendigkeit einer Bewertung entwickeln und arbeitet damit auf weitere, oben genannte Ziele aus den Handlungsleitfäden hin. Das erfolgt in einer Abfolge von Informationsinputs zur Arbeitsweise von KI und ihrer Fehleranfälligkeit mit Reflexions- und Diskussionsphasen der Lernenden. Der so angeleitete aktive Lernprozess mündet über das konkrete Durchspielen von drei typischen, exemplarischen und gut nachvollziehbaren Beispielen aus dem schulischen Umfeld in eine konkrete Handlungspraxis.

Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Lehrkräften wird angeraten, für ihre Vorbereitung die Beispiele differenziert mit mehrmals verfeinerten Prompts durchzuproben und so Erfahrungen mit den konkreten Aufgaben zu sammeln, mit denen sie die Lernenden so leiten können, dass sie hinreichend differenzierte Ergebnisse von der KI erhalten, die dann bewertet werden können.

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Vermittelte Kompetenzen

Fachkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • erklären grundlegende Funktionsweisen von KI-Sprachmodellen und können typische Fehlerquellen (z.B. Halluzinationen) benennen.
  • unterscheiden Sachtexte, Schmucktexte und Mischformen und leiten daraus passende Bewertungskriterien für KI-Texte ab.
  • prüfen fachliche Inhalte von KI-Erklärtexten mithilfe geeigneter Quellen und Checklisten und ziehen begründete Schlussfolgerungen zur Qualität der Texte.

Medienkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • vergleichen klassische Websuche mit KI-Chatbots und reflektieren Unterschiede in Funktionsweise und Ergebnissen.
  • formulieren zielgerichtete Prompts und werten KI-Antworten kritisch im Hinblick auf Richtigkeit, Verständlichkeit und Adressatenbezug aus.
  • nutzen digitale Fachquellen (z.B. Webseiten von Institutionen, Fachartikel) zur Überprüfung von KI-Ausgaben.

Sozialkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • arbeiten in Paar- und Gruppenarbeit kooperativ zusammen und präsentieren ihre Ergebnisse im Plenum.
  • begründen ihre Bewertungen von KI-Texten gegenüber anderen und setzen sich sachlich mit unterschiedlichen Standpunkten auseinander.
  • übernehmen Verantwortung für gemeinsam erstellte Leitfäden und Regeln zum Umgang mit KI im schulischen Kontext.
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Autor

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Erich Schmidt-Dransfeld

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