Referendariat in Bayern: Mehr als 400 angehende Lehrkräfte fordern Entlastung

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veröffentlicht am 13.08.2026

Eine Umfrage der GEW Bayern zeigt eine hohe Belastung im Vorbereitungsdienst. Mehr als die Hälfte der befragten Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter hat bereits über einen Abbruch der Ausbildung nachgedacht.

Umfrage zeigt hohe Belastung im Vorbereitungsdienst

Mehr als 400 Referendarinnen und Referendare sowie Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter aus Bayern haben an einer Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern teilgenommen. Viele Befragte erleben den Vorbereitungsdienst als stark belastend. Obwohl sich die Mehrheit grundsätzlich gut betreut fühlt, hat mehr als die Hälfte nach eigenen Angaben bereits über einen Abbruch der Ausbildung nachgedacht.

Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Sie gibt jedoch Hinweise darauf, welche Herausforderungen angehende Lehrkräfte im Referendariat besonders stark wahrnehmen. Nach der Auswertung der GEW sehen mehr als 60 Prozent der Teilnehmenden beim sogenannten Schriftwesen den größten Handlungsbedarf.

Schriftliche Ausarbeitungen als zusätzlicher Zeitdruck

Zum Schriftwesen gehören umfangreiche schriftliche Ausarbeitungen, die neben Unterricht, Unterrichts-Vorbereitung, Seminar-Veranstaltungen und Prüfungs-Anforderungen angefertigt werden müssen. Viele Befragte empfinden den zeitlichen Aufwand als unverhältnismäßig. Die schriftlichen Aufgaben nähmen Zeit in Anspruch, die für die praktische Ausbildung und die Vorbereitung von Unterricht fehle.

Eine ergänzende Auswertung von News4teachers berichtet, dass sich 47 Prozent der Befragten in den vier Wochen vor der Umfrage “sehr oft” gestresst und überfordert fühlten. Weitere 27 Prozent wählten die zweithöchste Belastungsstufe. Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die Teilnehmenden der nicht repräsentativen Umfrage.

GEW kündigt Reformvorschläge an

Die GEW Bayern will die Ergebnisse nutzen, um konkrete Vorschläge für eine Weiterentwicklung des Referendariats zu erarbeiten. Geplant sind unter anderem eine Überarbeitung des Schriftwesens und weitere Maßnahmen, die den Vorbereitungsdienst stärker an der pädagogischen Praxis ausrichten sollen.

In Bayern dauert der Vorbereitungsdienst in der Regel 24 Monate und gliedert sich in zwei jeweils zwölfmonatige Ausbildungs-Abschnitte. Während dieser Zeit übernehmen die angehenden Lehrkräfte bereits Unterricht, werden begleitet und beurteilt und bereiten sich parallel auf die Zweite Staatsprüfung vor.

Mehr Zeit für Unterrichts-Praxis

Aus Sicht der GEW sollte die Ausbildung angehende Lehrkräfte stärken, statt zusätzliche Belastungen zu erzeugen. Im Mittelpunkt sollten die Entwicklung professioneller Handlungskompetenz, die Unterrichts-Praxis und eine verlässliche Begleitung stehen. Weniger vermeidbarer Verwaltungs- und Schreibaufwand könnte dazu beitragen, dass Referendarinnen und Referendare ihre Zeit stärker für Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht nutzen können.

Die Debatte über das Referendariat berührt auch die Frage, wie Schulen künftig qualifizierte Lehrkräfte gewinnen und langfristig im Beruf halten können. Gute Ausbildungs-Bedingungen sind daher nicht nur für die betroffenen Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter wichtig, sondern auch für die Sicherung des Lehrkräfte-Nachwuchses.

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