„Für Extremistinnen ist in der Schule kein Platz": Schülerinnenvertretung verlangt mehr Demokratiebildung

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Autor: Peter Wigand
veröffentlicht am 25.09.2026

Die Bundesschülerinnen- und Bundesschülerkonferenz (BSK) und der LandesSchülerRat Sachsen fordern eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus an Schulen. Zugleich plädieren sie für mehr Demokratiebildung, Schulsozialarbeit und selbstwirksame Beteiligungsformate für Schülerinnen und Schüler.

Die BSK hat gemeinsam mit dem LandesSchülerRat Sachsen eine klare Position gegen Extremismus an Schulen veröffentlicht. Anlass ist eine aktuelle Entscheidung im Fall einer angehenden Lehrkraft, der laut Pressemitteilung eine Nähe zu rechtsextremen Veranstaltungen und zur Identitären Bewegung vorgeworfen wird. Die BSK unterstützt die Forderung, dass Lehrkräfte auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung stehen müssen.

Die Pressemitteilung macht zugleich deutlich, dass schulische Prävention nicht bei einzelnen Entscheidungen enden darf. Nach Einschätzung des LandesSchülerRates Sachsen fehlen vielerorts geeignete Anlaufstellen, eine ausreichend ausgestattete Schulsozialarbeit und niedrigschwellige Beratungsangebote. Politische Bildung und Demokratiebildung müssten deshalb stärker als Querschnittsaufgabe im Schulalltag verankert werden.

Demokratiebildung als Aufgabe der gesamten Schule

Die Forderung nach mehr Demokratiebildung betrifft nicht nur den Politik- oder Geschichtsunterricht. Demokratie wird auch durch die Schulkultur, durch Beteiligungsmöglichkeiten und durch den Umgang mit Konflikten im Alltag vermittelt. Das sächsische Handlungskonzept „W wie Werte" beschreibt dafür unter anderem die Bereiche Schulkultur, Kooperation, Professionalität sowie Lehren und Lernen.

Auch bundesweite Befunde weisen auf einen entsprechenden Bedarf hin: Laut einer Zusammenfassung des Deutschen Schulbarometers 2025 wünschen sich 54 Prozent der befragten Lehrkräfte mehr Aktivitäten zur Demokratiebildung an ihrer Schule. Als wichtige Hürden werden vor allem fehlende Unterrichtszeit und mangelndes Fachwissen genannt.

Für Schulen bedeutet das, demokratische Bildung langfristig und fächerübergreifend zu planen. Dazu gehören beispielsweise Klassenräte, Jugendwahlen, Planspiele und Schülervertretungen. Solche Formate können Lernenden ermöglichen, Entscheidungsprozesse selbst zu erleben und die Wirkung des eigenen Handelns einzuschätzen. Gleichzeitig benötigen Lehrkräfte fachliche Unterstützung, klare schulinterne Absprachen und externe Beratungsangebote. Eine wissenschaftlich begleitete Qualifizierung von Lehrkräften zeigte, dass sich dadurch sowohl der Wissensstand als auch die Handlungssicherheit im Umgang mit rechtsextremen Äußerungen erhöhen können.

Bedeutung für Ihren Unterrichtsalltag

Für Ihren Unterricht bedeutet das: Planen Sie Demokratiebildung nicht nur als Reaktion auf einen konkreten Vorfall. Nutzen Sie beispielsweise im Politik-, Geschichts- oder Deutsch-Unterricht eine Unterrichtsreihe zu demokratischen Grundwerten, extremistischen Strategien oder Hate Speech. Lassen Sie Lernende anschließend in einem Planspiel oder Klassenrat eigene Handlungsmöglichkeiten entwickeln. Prüfen Sie außerdem, welche Beratungsstellen Ihre Schule kennt und ob das Kollegium gemeinsame Regeln für den Umgang mit menschenfeindlichen Äußerungen benötigt. Fortbildungen und ein regelmäßiger Austausch im Kollegium können dabei mehr Sicherheit schaffen.

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