Hitzeschutz an Schulen: Wie Unterricht bei hohen Temperaturen gelingen kann

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veröffentlicht am 19.08.2026

Überhitzte Klassenräume erschweren die Konzentration und können die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen. Während einige Schulträger in den Ferien nachgerüstet haben, fordern Gewerkschaften bundesweit verbindliche Konzepte und eine bessere Finanzierung für den Hitzeschutz.

Hohe Temperaturen werden für Schulen zunehmend zu einer organisatorischen und pädagogischen Herausforderung. In mehreren Bundesländern begann das neue Schuljahr 2026 bei mehr als 30 Grad. In schlecht gedämmten Gebäuden heizen sich Klassenräume besonders schnell auf. Für Lehrkräfte bedeutet das, Unterricht kurzfristig anzupassen und zugleich die gesundheitliche Belastung der Lernenden im Blick zu behalten.

Hitze beeinträchtigt Konzentration und Gesundheit

In der Frankfurter Helmholtzschule sind Temperaturen von 30 Grad in den Klassenräumen keine Seltenheit. An einer Grundschule im hessischen Egelsbach wurden vor den Ferien sogar mehr als 40 Grad gemessen. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und eine starke Belastung durch Sonneneinstrahlung erschweren dann den Unterricht.

Kinder sind von Hitze teilweise besonders betroffen. Bis etwa zum 14. Lebensjahr können sie Wärme noch nicht so gut über das Schwitzen abgeben wie Erwachsene. Nach Einschätzung von Fachleuten wird der Unterricht bereits ab einer Raumtemperatur von 26 Grad schwieriger. Ein Muster-Hitzeschutzplan empfiehlt unter anderem, regelmäßig zum Trinken aufzufordern, Schattenplätze zu schaffen und bei 35 Grad Raumtemperatur auf Sportunterricht zu verzichten.

Schulträger setzen auf unterschiedliche Maßnahmen

Einige Kommunen haben die Sommerferien genutzt, um kurzfristig nachzurüsten. Im hessischen Kreis Offenbach wurden an mehreren Schulen Fenster ausgetauscht, Außen-Jalousien angebracht sowie Dächer saniert. An weiteren Schulen kamen Sonnensegel und Schirme für Schulhöfe hinzu. Für akute Hitzeschutz-Maßnahmen stellte der Kreis 2026 nach eigenen Angaben 2,6 Millionen Euro bereit.

Auch in Frankfurt und anderen hessischen Kommunen werden Schulgebäude und Außenflächen schrittweise angepasst. Bei Neubauten sollen Sonnenschutz, begrünte Fassaden und Möglichkeiten zur nächtlichen Lüftung von Anfang an berücksichtigt werden. Eine einheitliche Lösung gibt es jedoch nicht: Je nach Gebäude können Verschattung, Belüftung, Dämmung oder bauliche Veränderungen sinnvoll sein.

Kurzfristig verkürzen Schulen den Unterricht, verlegen einzelne Stunden ins Freie oder nutzen Sonnenschutzfolien. Mobile Klimageräte können zwar vorübergehend helfen, sind wegen ihres Energieverbrauchs und der eingesetzten Kühlmittel jedoch keine dauerhafte Lösung.

GEW fordert Hitzeschutz-Ampel für Schulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Niedersachsen schlägt ein landesweites Ampel-System vor. Ein Gebäudekataster soll den Zustand aller Schulen erfassen. Bei Rot müssten sofort Maßnahmen wie eine Klimatisierung eingeleitet werden, bei Gelb wären sie nachrangig, bei Grün zunächst nicht erforderlich.

Die Forderung zielt darauf, Hitzeschutz nicht länger allein den einzelnen Schulen zu überlassen. Für Lehrkräfte und Schulleitungen könnten klare Kriterien eine verlässliche Orientierung bieten. Langfristig braucht es jedoch Investitionen in Dächer, Fenster, Außen-Jalousien, Verschattung und entsiegelte Schulhöfe. Hitzefrei kann eine kurzfristige Entlastung sein, ersetzt aber keinen systematischen Hitzeschutz, der gesundes Lernen und Arbeiten auch bei häufigeren Hitzewellen ermöglicht

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