DDR-Geschichte im Unterricht: SED-Opferbeauftragte fordert Gedenkstättenbesuche

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veröffentlicht am d.m.Y

Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke fordert, dass alle Schülerinnen und Schüler mindestens einmal eine Gedenkstätte zur DDR-Diktatur besuchen. Für Lehrkräfte stellt sich damit auch die Frage, wie außerschulische Lernorte sinnvoll vorbereitet und nachbereitet werden können.

Am 13. August 2026 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 65. Mal. Aus diesem Anlass fordert die SED-Opferbeauftragte des Deutschen Bundestags, Evelyn Zupke, eine verbindlichere Vermittlung der DDR-Geschichte in der Schule. Sie kritisiert, dass die Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik im Unterricht nicht überall ausreichend berücksichtigt werde.

Forderung nach verpflichtenden Gedenkstättenbesuchen

Zupke spricht sich dafür aus, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens einmal eine Gedenkstätte zur Geschichte der DDR besucht. Dabei gehe es nicht nur um den Mauerbau, sondern auch um politische Verfolgung, Haft, Überwachung und die Einschränkung grundlegender Freiheitsrechte. Die Schülerinnen und Schüler sollten verstehen, dass es sich bei der DDR um eine Diktatur und einen Unrechtsstaat gehandelt habe.

Nach Angaben der Opferbeauftragten haben noch etwa 37.000 Menschen Anspruch auf eine Opferrente, weil sie aus politischen Gründen in der DDR inhaftiert waren. Insgesamt habe es zwischen 1945 und 1989 rund 250.000 politische Häftlinge gegeben. Die Zahlen verdeutlichen, dass die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte auch eine Perspektive der Betroffenen und ihrer Familien einschließt.

Die Forderung nach verpflichtenden Besuchen wirft zugleich organisatorische und pädagogische Fragen auf. Gedenkstätten unterscheiden sich in ihren thematischen Schwerpunkten und pädagogischen Konzepten. Ein Besuch sollte deshalb nicht als isolierter Programmpunkt stattfinden, sondern in eine Unterrichts-Reihe eingebettet sein.

Gedenkstätten als außerschulische Lernorte

Die Bundeszentrale für politische Bildung empfiehlt, Gedenkstättenbesuche inhaltlich vor- und nachzubereiten. Kurze Führungen für große Gruppen allein reichen demnach nicht aus, um historische Zusammenhänge nachhaltig zu erschließen. Für die Unterrichtspraxis können Leitfragen, Quellen-Arbeit, Zeitzeugenberichte oder die Analyse von Biografien eingesetzt werden.

Das Stasi-Unterlagen-Archiv unterstützt Lehrkräfte mit Bildungsangeboten und Quellen für die Arbeit im Unterricht. Auch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur stellt Materialien, Zeitzeugen-Angebote und einen Bildungskatalog bereit. Damit können Lernende beispielsweise untersuchen, wie Überwachung funktionierte, welche Handlungsspielräume Menschen hatten und wie sich politische Entscheidungen auf ihren Alltag auswirkten.

Zwischen verbindlichem Auftrag und pädagogischer Offenheit

Eine verbindliche Verankerung der DDR-Geschichte könnte dazu beitragen, dass das Thema unabhängig vom Schulstandort und von der verfügbaren Unterrichtszeit behandelt wird. Gleichzeitig sollten Lehrkräfte ausreichend Spielraum haben, regionale Bezüge und unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Dazu gehören auch die Erfahrungen von Menschen aus Ost- und Westdeutschland sowie die Folgen der deutschen Teilung nach 1989.

Für einen verpflichtenden Gedenkstättenbesuch müssten zudem Finanzierung, Barrierefreiheit, fachliche Begleitung und angemessene Vorbereitungszeit gesichert sein. Erst dann kann der außerschulische Lernort dazu beitragen, historische Kenntnisse zu vertiefen und demokratische Urteilskraft zu fördern.

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