Deutsches Schulbarometer 2026: Bedeutung von psychischer Belastung, Mobbing und fehlende Mitbestimmung
Das Deutsche Schulbarometer 2025/26 zeigt, dass viele Kinder und Jugendliche in der Schule unter Druck stehen: 25 Prozent weisen psychische Auffälligkeiten auf, rund ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen erlebt regelmäßig Mobbing, und viele wünschen sich mehr Mitbestimmung. Für Lehrkräfte sind die Ergebnisse vor allem deshalb relevant, weil unterstützende Beziehungen, ein gutes Klassenklima und angemessen herausfordernder Unterricht das schulische Wohlbefinden nachweislich stärken.
Die aktuellen Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers Schüler:innen 2025/26 liefern wichtige Hinweise für die Unterrichts- und Schulentwicklung. Für die repräsentative Befragung wurden bundesweit 1.507 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 17 Jahren sowie jeweils ein Elternteil einbezogen; durchgeführt wurde die Erhebung von forsa im Auftrag der Robert Bosch Stiftung. Im Zentrum standen Lebensqualität, schulisches Wohlbefinden, Unterrichtsqualität, Partizipation sowie erstmals auch Mobbingerfahrungen im Schulkontext.
Unterricht und Schulklima: Warum die Ergebnisse für Lehrkräfte wichtig sind
Besonders aufmerksam macht der Befund zur psychischen Gesundheit: 25 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen gelten als psychisch auffällig oder liegen im Grenzbereich. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 21 Prozent. Überdurchschnittlich betroffen sind junge Menschen aus einkommensschwachen Familien sowie Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Gleichzeitig berichten 26 Prozent von einer geringen Lebensqualität, und 16 Prozent zeigen ein geringes schulisches Wohlbefinden.
Für die Unterrichtspraxis ist entscheidend, dass Schule nicht nur als Belastungsfaktor erscheint, sondern auch als wirksamer Schutzraum. Die Auswertung zeigt, dass sich Kinder und Jugendliche wohler fühlen, wenn Lehrkräfte sie konstruktiv unterstützen, die Anforderungen als passend erleben und das Miteinander in der Klasse stimmt. Laut Bericht hängt das schulische Wohlbefinden zu rund 60 Prozent mit genau diesen Faktoren zusammen.
Leistungsdruck, Überforderung und Unterrichtsmaterialien
Auch der Blick auf den Unterricht selbst ist für Lehrkräfte aufschlussreich. 61 Prozent der Befragten sagen, dass an ihrer Schule viel verlangt wird, und 47 Prozent geben an, sogar am Wochenende lernen zu müssen, um mitzukommen. Zugleich fühlen sich zwei Drittel mindestens in einigen Unterrichtsstunden überfordert, während mehr als ein Drittel häufig Langeweile erlebt. Für die Unterrichtsplanung bedeutet das: Differenzierung, transparente Lernziele und verständliche Aufgabenstellungen bleiben zentrale Hebel, um Überforderung und Unterforderung zugleich zu vermeiden.
Mehr Partizipation als Impuls für guten Unterricht
Ein weiteres Ergebnis betrifft die Mitbestimmung. Drei Viertel der Lernenden wünschen sich mehr Einfluss auf Unterrichtsthemen oder Prüfungsformate, während vier Fünftel angeben, hier bislang kaum mitreden zu können. Besonders wenig Mitbestimmung erleben sie laut Schulbarometer bei Unterrichtsinhalten, Materialien und Prüfungsterminen. Für Lehrkräfte ist das ein konkreter Ansatzpunkt: Schon kleine Entscheidungsspielräume, etwa bei Lernwegen, Sozialformen oder der Auswahl von Themen, können das Wohlbefinden verbessern.
Mobbing-Prävention für Schule und Klassenzimmer
Zusätzlichen Handlungsbedarf zeigt das Thema Mobbing. Rund ein Drittel der 11- bis 17-Jährigen berichtet, mindestens einmal im Monat von Mitschülerinnen und Mitschülern schlecht behandelt zu werden; 14-Jährige sind mit 38 Prozent besonders häufig betroffen. Mobbing findet vor allem im direkten persönlichen Kontakt statt, häufig aber auch in Verbindung mit digitaler Kommunikation. Für Schulen und Lehrkräfte unterstreichen diese Ergebnisse, wie wichtig feste Ansprechstrukturen, Präventionskonzepte und ein verlässliches Vorgehen bei Konflikten sind.
Für Lehrkräfte liegt der praktische Mehrwert der Studie damit auf der Hand: Wer Klassenklima, Beteiligung und Unterstützung systematisch stärkt, fördert nicht nur Lernprozesse, sondern auch das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen im Schulalltag.
Externe Links
- Deutsches Schulbarometer: 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychisch belastet
Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers Schüler:innen 2025/26
- Robert Bosch Stiftung: Deutsches Schulbarometer Befragung Schüler:innen
Publikationsseite zum Deutschen Schulbarometer Befragung Schüler:innen.
- Robert Bosch Stiftung: Das Deutsche Schulbarometer
Projektseite zum Deutschen Schulbarometer Schüler:innen.
- Robert Bosch Stiftung: Pressemeldung
Pressemeldung zu psychischer Belastung, Mitbestimmung und Mobbing
- DGUV pluspunkt: Schulbarometer 2025/26: Was Schülerinnen und Schüler belastet und stärkt
Einordnung der Ergebnisse mit Fokus auf psychische Belastung und Prävention.