Klassengröße nicht entscheidend - Bildungsaussage sorgt für Ärger

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veröffentlicht am 30.07.2026

Die neue rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig stellt die Klassengröße nicht als ausschlaggebenden Faktor für Lernerfolg in den Mittelpunkt. Stattdessen verweist sie auf gut ausgebildete Lehrkräfte, individuelle Förderung und den gezielten Einsatz digitaler Werkzeuge im Unterricht. Auch Bildungsforschung und OECD-Analysen ordnen die Klassengröße als wichtigen, aber nicht allein entscheidenden Faktor ein.

Lernerfolg hängt von mehreren Faktoren ab

Für die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig ist die Größe einer Lerngruppe nur ein Kriterium unter mehreren, wenn es um guten Unterricht und Lernerfolg geht. Nach ihrer Einschätzung könne auch in größeren Klassen erfolgreich gearbeitet werden, wenn Lehrkräfte gut ausgebildet und für heterogene Lerngruppen gut vorbereitet seien. Gerade die Unterschiedlichkeit der Lernvoraussetzungen mache jedoch eine stärkere Individualisierung des Unterrichts nötig.

Binnendifferenzierung im Unterricht wird wichtiger

Eiling-Hütig verweist darauf, dass digitale Werkzeuge helfen können, Aufgaben im Unterricht passender zu staffeln: für leistungsschwächere Lernende, für die mittlere Gruppe und für besonders leistungsstarke Kinder und Jugendliche. Damit rückt die Binnendifferenzierung in den Mittelpunkt, also die gezielte Anpassung von Lernangeboten innerhalb einer Lerngruppe. Für Lehrkräfte bedeutet das vor allem: Unterricht wird dann wirksam, wenn fachliche Qualität, gute Diagnostik und passende Lernangebote zusammenkommen.

Auch die Forschung ordnet die Klassengröße nicht als alleiniges Steuerungsinstrument ein. OECD-Daten zeigen, dass sich die durchschnittliche Klassengröße im Primarbereich im OECD-Raum seit 2013 kaum verändert hat. Zugleich wird in Studien und Fachbeiträgen immer wieder betont, dass die Qualität des Unterrichts, die Ausbildung der Lehrkräfte und die Lernorganisation stärker auf den Lernerfolg wirken können als die reine Zahl der Schülerinnen und Schüler pro Klasse.

Was das für Schulen und Lehrkräfte bedeutet

Für Schulen stellt sich damit weniger die Frage nach einer einfachen Formel als nach einem tragfähigen Gesamtkonzept. Entscheidend sind laut der Debatte um guten Unterricht unter anderem gut vorbereitete Lehrkräfte, verlässliche Rahmenbedingungen und Möglichkeiten zur individuellen Förderung. Das gilt besonders dort, wo Klassen heterogen zusammengesetzt sind und Lernstände stark auseinandergehen.

Die Aussage der Ministerin fügt sich damit in eine längere bildungspolitische Diskussion ein: Kleinere Klassen können helfen, sind aber nicht automatisch die Lösung für alle Qualitätsprobleme im Bildungssystem. Für die schulische Praxis bleibt deshalb zentral, Unterricht so zu organisieren, dass Lernende möglichst passgenau gefördert werden - unabhängig davon, ob eine Klasse eher groß oder klein ist.

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