Deutscher Schulpreis 2026: Diese 15 Schulen wurden nominiert

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veröffentlicht am 24.06.2026

Die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung haben 15 Schulen für das Finale des Deutschen Schulpreises 2026 ausgewählt. Der renommierte Wettbewerb zeichnet bundesweit Schulen aus, die mit innovativen Konzepten und engagierter Schulpraxis vorbildlich arbeiten.

Ein Preis für vorbildliche Schulentwicklung

Der Deutsche Schulpreis gilt als die anspruchsvollste Auszeichnung für gute Schulen in Deutschland. Zum zwanzigsten Mal verleihen die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung diese renommierte Auszeichnung. Der Wettbewerb würdigt Schulen, die mit klugen Ideen und großem Engagement den Unterricht besser gestalten.

Sechs Qualitätsbereiche für gute Schulpraxis

Die Jury bewertet die Schulen anhand von sechs Qualitätsbereichen: ‘Unterrichtsqualität’, ‘Leistung’, ‘Umgang mit Vielfalt’, ‘Verantwortung’, ‘Schulleben und Netzwerke’ sowie ‘Lernende Schule’.

Aus 87 Bewerbungen wählte eine rund 50-köpfige Jury aus Bildungswissenschaft, Schulpraxis und Verwaltung zunächst 20 Schulen für die engere Auswahl aus. Im April 2026 begannen dann Juryteams ihre Besuche an diesen Schulen, um sich vor Ort ein umfassendes Bild zu machen. Die Expertinnen und Experten führten intensive Gespräche mit Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern, hospitierten im Unterricht und beobachteten schulische Projekte. Auf Basis dieser detaillierten Besuche nominierte die Jury nun 15 Finalisten-Schulen aus neun Bundesländern: Baden-Württemberg (2), Bayern (4), Berlin (1), Hamburg (1), Hessen (2), Niedersachsen (1), Nordrhein-Westfalen (2), Schleswig-Holstein (1) und Thüringen (1).

Die 15 nominierten Schulen und ihre Besonderheiten

Bertha-von-Suttner-Schule (Mörfelden-Walldorf, Hessen)

Viele Schülerinnen und Schüler starten an der Schule ohne Gymnasialempfehlung, erreichen hier aber auffallend höhere Abschlüsse als prognostiziert. Zentral sind die ‘SegeL-Zeiten’ - 90 Minuten wöchentliche individualisierte Lernarbeit und das ‘Lernnetz’ - ein System aus Diagnose und passgenauen Lernpfaden. Lerncoaches begleiten die Entwicklung langfristig.

Ferdinand-von-Steinbeis-Schule (Tuttlingen, Baden-Württemberg)

Diese berufliche Schule arbeitet mit einem ‘Innovationslabor’, in dem Unterrichtsformate kontinuierlich weiterentwickelt werden. Kurze Inputphasen wechseln mit selbstorganisierten Lernzeiten und differenzierten Aufgaben. Digitale Lernplattformen und praxisnahe Kooperationen verbinden schulisches Lernen mit beruflichen Anforderungen.

Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (Bergkamen, NRW)

Eine Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung, die auf passgenaue ‘pädagogische Welten’ setzt statt einheitlicher Systeme - von stark strukturierten bis zu offeneren Lernformen. Multiprofessionelle Teams und der Fokus auf Selbstständigkeit stehen im Zentrum.

Gemeinschaftsgrundschule Fröndenberg (NRW)

Diese Grundschule arbeitet stärkenorientiert mit heterogener Schülerschaft. Besonderheit: Tiergestütztes Lernen mit Schulhund, Ponys und Kaninchen unterstützen die persönliche Entwicklung. Offene Aufgabenformate und projektorientierte Settings ermöglichen individuelles Lernen.

Georg-Christoph-Lichtenberg-Oberstufengymnasium (Bruchköbel, Hessen)

Dieses Gymnasium begleitet Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Biografien. Eine verbindliche Feedbackkultur prägt den Schulalltag - Schülerinnen und Schüler geben regelmäßig Rückmeldung zum Unterricht. Projekte wie ‘Go and Grow’ und Design Thinking eröffnen neue Lernwege.

Hans-Carossa-Grundschule (Passau, Bayern)

Mit 250 Kindern, vielen mit Migrationshintergrund, arbeitet diese Schule stark an der Sichtbarmachung von Denkprozessen - durch Mathematik- und Schreibkonferenzen, in denen Kinder ihre Lösungswege erklären. Regelmäßige Zielvereinbarungen binden die Kinder in ihre Lernentwicklung ein.

Hans-Leipelt-Schule (Donauwörth, Bayern)

Für Schülerinnen und Schüler, die berufsausbildungserfahren sind, bietet diese FOS/BOS das Unterrichtskonzept ‘BOSVision’: Kurze Instruktionsphasen, anschließend differenzierte Materialien auf verschiedenen Niveaus, Lehrkräfte als Coaches. Die ‘Komm-gut-an-Woche’ erleichtert den Übergang.

Heinrich-Schickhardt-Schule (Bad Boll, Baden-Württemberg)

Ein prägendes Element ist der wöchentliche Projekttag ‘HSS taucht ein’ für jahrgangsgemischte Gruppen. Die Schülerinnen und Schüler wählen Themen selbst und arbeiten über ein Trimester an praxisnahen Projekten, die sich nach außen öffnen. Regelmäßige Selbsteinschätzungen fördern reflektiertes Lernverhalten.

Käthe-Kollwitz-Gymnasium (Berlin)

Dieses Gymnasium mit 940 Schülerinnen und Schülern hat ein ausgeprägtes MINT-Profil (Schach als Mathematik-Unterricht, KI-Wahlkurs mit Machine Learning). Ein UFO-Team aus multiprofessionellem Personal unterstützt emotional. Das 80/10-Minuten-Modell schafft zusätzliche Lernblöcke für individualisiertes Lernen.

Kurt-Tucholsky-Schule (Flensburg, Schleswig-Holstein)

Diese große Sekundarschule arbeitet mit dem ‘Lernhafen-Konzept’: Jedes Kind hat seinen festen Arbeitsplatz. Schülerinnen und Schüler planen ihren Tag sehr selbstständig, wählen zum Beispiel optional Inputs aus einem ‘Vorlesungsverzeichnis’ und entscheiden selbst, wann sie Leistungsnachweise ablegen. Für Kinder mit sozialemotionalen Bedarfen gibt es die ‘Leuchtturmklasse’.

Mittelschule Altdorf (Altdorf, Bayern)

Das Besondere: die ‘glorreichen 7’ (G7) - ein Kompetenzraster mit sieben überfachlichen Fähigkeiten (Organisation, Kommunikation, Sozialkompetenz, Medien-, Lese-, Präsentations- und Reflexionskompetenz). Jedes Kind erhält einen roten G7-Ordner und trägt sein Wachstum darin ein.

Nymphenburger Schulen (München, Bayern)

Diese Privatschule arbeitet mit dem Konzept der ‘vier Fahrspuren’ - alle fahren in eine Richtung, aber auf verschiedenen Spuren und im eigenen Tempo: Instruktion, selbstreguliertes Lernen in Lernateliers, problemorientiertes Lernen in Projekten, und Lernen an außerschulischen Orten (Museum, Gedenkstätte, Theater).

Oberschule Berenbostel (Garbsen, Niedersachsen)

Nach einer Krise durch Schulzusammenlegung entwickelte die Schule das StARK-Konzept für gemeinsames Classroom-Management. Der ‘Frei Day’ wurde zum Erfolgsmodell - Schülerinnen und Schüler arbeiten an selbst gewählten Themen, dann wurde auch Montag-Donnerstag fächerübergreifend umgestaltet (zum Beispiel Themenfeld ‘Wald voller Rätsel’ verbindet Deutsch, Geografie, Naturwissenschaften).

Staatliche Grundschule Tannroda (Bad Berka, Thüringen)

Eine kleine Schule im ländlichen Raum mit bemerkenswerten Besonderheiten: Sie verzichtet auf Ziffernnoten und nutzt stattdessen eigene Leistungsrückmeldebögen mit dem ‘Pflanzenwachstumsmodell’. Altersgemischte Lernhäuser, ‘Lernen braucht Bewegung’ - Bewegung und Entspannung sind fest verankert. Der Schulgarten ist zentraler Lernort.

Stadtteilschule Wilhelmsburg (Hamburg)

Diese Schule im Startchancen-Programm hat 86 Prozent mehrsprachige Schülerinnen und Schüler, viele in prekären Verhältnissen. Das Konzept setzt auf intensive Beziehungsarbeit: Jede Lerngruppe hat zwei Tutorinnen und Tutoren. Wöchentliche zehnminütige Coaching-Gespräche mit jedem Kind sind fest im Stundenplan verankert - Fokus auf ‘Was gelingt dir?’, individuelle Lernfortschritte, persönliche Belange.

Diese 15 Schulen haben gemeinsam, dass sie ihre Ressourcen klug nutzen, die Schülerinnen und Schüler ins Zentrum stellen und kontinuierlich ihre Praxis reflektieren.

Preisverleihung im September mit Bundeskanzler

Die feierliche Preisverleihung findet am 29. September 2026 in Berlin statt. Bundeskanzler Friedrich Merz wird die Preise übergeben. Die Verleihung wird live übertragen. Der Hauptpreis ist mit 100.000 Euro dotiert, fünf weitere Schulen erhalten jeweils 30.000 Euro. Alle übrigen nominierten Schulen bekommen einen Anerkennungspreis von 5.000 Euro. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von etwa 300.000 Euro für herausragende Schulkonzepte vergeben.

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