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E-Schrott in anderen Ländern

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit zum Thema Elektroschrott in anderen Ländern sensibilisiert Schülerinnen und Schüler für die weltweite und in Deutschland illegale Entsorgung von Elektroschrott. Hier erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass ein großer Teil des illegal entsorgten Elektroschrotts auf Müllhalden in Afrika landet und dort ein hohes Gesundheitsrisiko für Kinder birgt und deswegen die richtige Entsorgung von Elektroschrott auf dem Wertstoffhof und im Handel so wichtig ist. Die Schülerinnen und Schüler lernen ein Kinderlied aus Afrika kennen und erarbeiten sich anhand eines Erklärtextes Informationen darüber, dass afrikanische Kinder aufgrund der Armut ihrer Eltern gezwungen sind, mit für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen. Die Schülerinnen und Schüler befassen sich mit der Situation der Kinder auf einer der größten Halden für Elektroschrott in Ghana (Globales Lernen) . Sie erfahren, dass die Kinder versuchen, aus weggeworfenen Elektrogeräten und Smartphones die wertvollen Metalle zu isolieren und zu verkaufen. Dabei lernen sie, dass dies mit erheblichen Gesundheitsgefahren verbunden ist. Verknüpfung zu vorangegangenen Einheiten In der vorangegangenen Unterrichtseinheit "Rohstoffe – Woraus besteht eigentlich unser Müll?" , in der es um die wertvollen Inhalte des Elektroschrotts ging, erzeugte das Wissen um die Metalle Silber, Gold und anderer Stoffe in Smartphones eine gewisse Faszination bei den Schülerinnen und Schülern. In dieser Einheit erfahren sie nun, dass unser Elektroschrott das Leben und die Gesundheit armer Kinder in einem anderen Erdteil schwer beeinträchtigt. Nachdem die Schülerinnen und Schüler in Einheit 3 Informationen über das Video "Was hat das Handy mit dem Regenwald zu tun?" erhalten haben, arbeiten die Kinder in dieser Einheit viel mit Textinformationen. Umso wichtiger ist es, dass sie über Musik und Fotos eine weitere inhaltliche Ebene beziehungsweise emotionale Botschaft mit dem Kontext "unser Elektroschrott in anderen Ländern" verbinden können. Über diese Emotionalität entwickeln sie eine gewisse Verantwortungsbereitschaft – sowohl dafür, mit wertvollen Elektrogeräten nicht gedankenlos umzugehen, als auch dafür, wie es Gleichaltrigen in fernen Ländern geht. Diese Einheit nimmt damit Bezug zum Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung im Rahmen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) , der in den folgenden Unterrichtseinheiten breiter aufgefächert wird. Dabei geht es um gemeinsame Verantwortung für eine gute Zukunft für alle Menschen auf diesem Planeten. Schülerinnen und Schüler sollen zentrale Kompetenzen erwerben, zum Beispiel die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel und zur Empathie, und lernen, sich als junge Bürgerinnen und Bürger in der Einen Welt zu verstehen. Sensibler Umgang mit dem Thema Kinderarbeit Gleichwohl ist es in dieser Einheit eine wichtige Aufgabe für Lehrpersonen, beim Thema der "Elektroschrott-Kinder" in Accra nicht zu moralisieren bzeziehungsweise den Schulkindern kein schlechtes Gefühl zu machen. Hilfreicher ist es, aufzuzeigen, was jedes Kind tun kann. Dazu dient insbesondere die zuletzt gestellte Frage "Was können wir selbst tun, damit nicht so viel Elektroschrott in Afrika landet?". Diese Frage leitet bereits über zu den nachfolgenden Einheiten, in denen es um Nachhaltigkeit, Reparieren und das richtige Recyclen geht. Die Begriffe "Kinderarbeit/Kinderrechte" werden hier noch nicht ausdrücklich eingeführt, um die Einheit nicht zu überfrachten. Mit Kinderrechten befassen sich die Schülerinnen und Schüler in einer nachfolgenden Unterrichtseinheit. Mehr Sachinformationen erhalten Sie im Dokument "Ablaufplan", siehe Download-Bereich. Fächerübergreifend lernen: Gesang und Tanz aus Tansania "Simama Kaa" ist ein beliebtes und bekanntes Kinderlied und Bewegungsspiel aus Tansania. Es wird in der ostafrikanischen Sprache Swahili gesungen. Der Liedtext von Simama Kaa beschreibt die Bewegungen des Spiels. Die Kinder stehen auf, sie setzen sich hin, sie hüpfen und laufen im Kreis oder auf der Stelle. Das gemeinsame Singen des Kinderliedes dient als emotionale Brücke (Identifikation) zu den Gleichaltrigen im Erdteil Afrika, die unter Inkaufnahme schwerer gesundheitlicher Belastungen den Elektroschrott nach verwertbaren Komponenten durchsuchen. Das gemeinsame Singen entlastet aber auch beim Verarbeiten der durchaus bedrückenden Informationen. In dieser Einheit werden die Kinder durch Material und gezielte Fragen dazu angeregt, das Thema Elektroschrott in anderen Ländern und unsere Verantwortung dafür zu reflektieren. In unterschiedlichen Settings hören sie einander zu, überlegen gemeinsam und diskutieren. Der für manche Kinder sicher anspruchsvolle Erklär-Text ist in unterschiedlich lange Absätze unterteilt und kommt den unterschiedlichen Vorlesekompetenzen ein wenig entgegen. Das reflektierte Gespräch der eigenen Eindrücke und die Auseinandersetzung mit den Sachinformationen haben hier einen hohen Stellenwert. Deshalb wird empfohlen, nach jedem vorgelesenen Absatz ein kurzes Unterrichtsgespräch einzuplanen. Idealerweise gelingt es den Lehrkräften, auch stille oder schwächere Schülerinnen und Schüler zur Beteiligung zu ermutigen. Das Aufgabenblatt kann auch in Einzelarbeit erarbeitet werden, denn nicht jedes Kind arbeitet gerne in einer Gruppe. Manchen Kindern tut es auch gut, sich der Atmosphäre der großen Gruppe/Klasse hin und wieder zu entziehen; deshalb wird empfohlen, dass Kinder sich auch außerhalb des Raumes dem Aufgabenblatt widmen dürfen. Fachliche und methodische Kompetenzen Die Schülerinnen und Schüler geben ein kriteriengestütztes Feedback zu den Ergebnissen von Hausaufgaben. üben sich im Vortragen eigener Arbeitsergebnisse. lernen in einem kindgerechten Ansatz die umwelt- und geopolitischen Dimensionen der Entsorgung von Elektroschrott kennen. können die gesundheitlichen Gefahren des Verbrennens von Elektroschrott benennen und erfassen. erarbeiten sich anhand eines längeren Informationstextes Sachinformationen. Kompetenzen bezogen auf die Kernkompetenzen des Orientierungsrahmens Globale Entwicklung Die Schülerinnen und Schüler entnehmen und verarbeiten Informationen über die Lebensverhältnisse von Kindern und ihren Familien aus anderen Ländern aus bereitgestellten Informationsquellen. (4.1.2. Erkennen: Informationsbeschaffung und -verarbeitung) analysieren an Beispielen den Wandel der Lebensverhältnisse von Kindern unter Berücksichtigung der sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten. (4.1.2 Erkennen: Analyse des globalen Wandels) berücksichtigen bei Lösungsvorschlägen zu problematischen Lebensverhältnissen die zugrunde liegenden Rahmenbedingungen und Wertvorstellungen. (4.1.2 Bewerten: Perspektivenwechsel und Empathie) bilden sich eine eigene Meinung zu Konfliktfällen: Was sind die Ursachen? Was ist ungerecht? Was wäre fair? (4.1.2. Bewerten: Kritische Reflexion und Stellungnahme) entwickeln Ansätze für eigenes umweltgerechtes Verhalten (4.1.2. Handeln: Handlungsfähigkeit im globalen Wandel) Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler halten sich in reflektierenden Gesprächen an Gesprächsregeln der Gruppe. präsentieren sich durch die Vorstellung eigener Arbeitsergebnisse (oder die anderer) fachlich angemessen vor einer Gruppe. sind fähig, einander zuzuhören. können das gemeinsame Singen als verbindendes Gruppenerlebnis wertschätzen. entwickeln Empathie für Kinder, die außerhalb ihres eigenen soziokulturellen Umfeldes leben.

  • Biologie / Ernährung und Gesundheit / Natur und Umwelt / Informatik / Wirtschaftsinformatik / Computer, Internet & Co.
  • Primarstufe, Sekundarstufe I

Schlagwort Globalisierung

Unterrichtseinheit

Verschiedene Perspektiven des Phänomens Globalisierung sollen in dieser Unterrichtsreihe reflektiert und in Beziehung zu eigenen Erfahrungen und Standpunkten gesetzt werden, um das Schlagwort Globalisierung semantisch zu erweitern.In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts suchte man in Wörterbüchern den Begriff Globalisierung vergebens. Inzwischen gehört das Schlagwort zum allgemein geläufigen Wortschatz. Auf Chancen und Risiken der Globalisierung verweisen Politiker gerne. Mit der Konkurrenzfähigkeit auf globalisierten Märkten wird von Wirtschaftsexperten viel rechtfertigt, sei es den Abbau von Arbeitsplätzen oder die Senkung von Löhnen. Unternehmen verlangen mit dem Verweis auf Globalisierung vom Staat steuer- und abgabengünstige neue Modelle und drohen mit der Abwanderung in andere Weltregionen. Von Globalisierung reden auch die, die das Internet als Möglichkeit zu globaler Kommunikation über alle Grenzen hinweg bis in alle Winkel der Erde anpreisen.Diese Anregung zur Durchführung einer Unterrichtsreihe besteht aus mehreren Bausteinen. Die Bausteine 3, 4, 5 und 6 können entweder komplett in fortlaufenden Unterrichtsschritten oder in Form von Lernstationen angeboten werden. Didaktische Vorbemerkung Globales Lernen als pädagogische Antwort auf Globalisierung Baustein 1 Vorstellungen der Jugendlichen zur Globalisierung als Ausgangspunkt: eine Bestandsaufnahme Baustein 2 Auseinandersetzung mit der multimedialen CD-ROM "Globalisierung" Baustein 3 Globalisierung betrifft viele Lebenszusammenhänge des Einzelnen Baustein 4 Positionen zur Globalisierung - Offizielle Stimmen aus der Bundesrepublik Baustein 5 Positionen zivilgesellschaftlicher Initiativen zur Globalisierung Baustein 6 Karikaturen als Stimmen aus dem Süden zur Globalisierung Die Schülerinnen und Schüler sollen auf die Komplexität von Globalisierung aufmerksam werden, eigene Vorstellungen formulieren und nach der Auseinandersetzung mit anderen Definitionen erweitern können. in ihrer eigenen Lebenswelt auf Globalisierungstendenzen und Folgen von weltweiten Globalisierungsprozessen aufmerksam werden und diese in Ansätzen beschreiben können. darauf aufmerksam werden, dass Globalisierung in den verschiedenen Regionen der Welt unterschiedlich empfunden und interpretiert wird. Thema Globalisierung - ein umstrittener Begriff Autor Martin Geisz Fach SoWi, Politik, Gemeinschaftskunde Zielgruppe Klassen 10 bis 13 Zeitumfang 8-12 Unterrichtsstunden Technische Voraussetzungen Computer mit Internetzugang, Textverarbeitungsprogramm In der Formulierung auf dem Hamburger Bildungsserver heißt es: "Wir verstehen Globales Lernen als pädagogische Antwort auf Globalisierung. Sie macht als Weiterentwicklung des Dritte-Welt-Unterrichts und der Eine-Welt-Pädagogik Zukunftsfähigkeit zum (lebenslangen) Lernziel." Wie sollen Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler mit einem Schlagwort umgehen, das ihnen in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen so undifferenziert präsentiert wird? Wie sollen sie selbst einen eigenen Standpunkt finden? Ein Grundansatz sollte bei der Durchführung dieser Unterrichtseinheit immer vermittelt werden, den die Werkstatt Oekonomie wie folgt formuliert: "Wichtiger aber ist, dass 'Globalisierung' (was das im Einzelnen auch immer sein mag) kein Naturereignis ist, dem Gesellschaften hilflos ausgesetzt wären: Globalisierung wird gemacht und damit ist Globalisierung auch in Grenzen steuerbar. Daher ist es höchste Zeit, der Selbst-Entmachtung der Politik im Zeichen des Fetisch Globalisierung eine neue Ermächtigung demokratischer Politik zur Regulierung der Wirtschaft entgegenzusetzen. Globalisierung verlangt politische Offensiven. In diesem Unterrichtsvorschlag soll der Begriff "Globalisierung" selbst zum Gegenstand von Lernbemühungen werden. Es geht allerdings nicht um eine endgültige Klärung der Begrifflichkeit, sondern um eine Annäherung an das, was sich hinter dem Begriff verbergen kann. Kein schulisches Thema scheint mir so eng mit den Möglichkeiten, Chancen und Gefährdungen von Neuen Medien, insbesondere des Internets, verbunden zu sein, wie die Auseinandersetzung mit Globalisierung. Einerseits ist das WWW Ergebnis von Globalisierungsbemühungen und -tendenzen, andererseits ist es das Medium, mit dem kritische Informationen zum Thema weltweit veröffentlicht werden. Es ist das Medium für Befürworter und Kritiker gleichzeitig. Recherchieren Die freie Recherche ist nicht mehr allein das Privileg von wenigen (Redakteuren, Autoren, Spezialisten), sondern wird allen ermöglicht, die Zugang zum Internet haben. Dass damit neue Probleme aufkommen, ist klar. Hier ist besonders das Problem der Verlässlichkeit von Informationen und die Zuverlässigkeit gefundener Adressen zu nennen. Der Umgang mit der wachsenden Komplexität der angebotenen Informationen bleibt wichtiges Unterrichtsthema. Kriterien zur Glaubwüridgkeit von Internetseiten müssen entwickelt und diskutiert werden [vgl. Martin Geisz: Wir sind drin. AOL-Verlag. Lichtenau 2002, S. 7] Eigene Recherche ist in der Arbeit zu allen Bausteinen eine wichtige Aufgabe. Hier scheint mir wichtig, der weitverbreiteten unkritischen Nutzung von Suchmaschinen zu begegnen. Im Baustein 1 kommt der Blick auf Online-Lexika hinzu. Kommunizieren Auch bei der Kontaktaufnahme ergeben sich durch das WWW neue Möglichkeiten: E-Mail, Chat und Newsgroups ermöglichen schnelle und direkte Verbindungen. Diese Möglichkeiten sollen in dieser Unterrichtseinheit genutzt werden. Präsentieren Das Präsentieren von Arbeitsergebnissen für die Gesamtgruppe, aber auch für eine größere interessierte Öffentlichkeit ist in mehreren Bausteinen denkbar. Besonders in Baustein 6 spielen die Möglichkeiten multimedialer Aufbereitung von Informationen eine pädagogisch wichtige Rolle. So können Zusammenhänge wesentlich anschaulicher und differenzierter verdeutlicht und für die Lernbemühungen nutzbar gemacht werden. Die Differenzierungen, die wir Lehrer von global und lokal haben, entsprechen nicht unbedingt der Vorstellungs- und Lebenswelt von Jugendlichen, die die von ihren Lehrkräften gemachten Erfahrungen gar nicht kennen. Wer zum Beispiel den Kalten Krieg aus eigener Anschauung nicht kennt, denkt anders über weltweite Kontaktmöglichkeiten. Für ihre Gegenwart sind Jugendliche Experten. Lehrkräfte kommen an den Vorstellungen von Jugendlichen von Globalisierung nicht vorbei. Ich schlage vor, auf ein gemeinsames Lernen zu setzen, das auch Lehrervorstellungen durchaus grundlegend in Frage stellen kann. Daher favorisiere ich zu Beginn der Unterrichtsreihe eine Unterrichtsorganisation, die zunächst beim einzelnen Schüler ansetzt und dann die Ergebnisse in einer Gruppe vergleichen lässt. 1.Schritt: Einzelarbeit Schülerinnen und Schüler bearbeiten das Arbeitsblatt 1. 2. Schritt: Kleingruppenarbeit Die eigenen Ergebnisse werden in einer kleinen Gruppe (4 Personen) verglichen. Die Gruppe kann abschließend eine gemeinsame Position formulieren. 3. Schritt: Plenum Alle Gruppenergebnisse werden an einer Infowand gesammelt und von der Gesamtgruppe betrachtet. Am Ende der Unterrichtseinheit können die Ergebnisse nochmals mit den ersten Erwägungen verglichen werden. Die CD-ROM "Globalisierung", herausgegeben vom DGB-Bildungswerk bietet eine Fülle von Informationen zum Themenfeld Globalisierung. Wegen des immensen Umfangs empfiehlt es sich, die thematischen Schwerpunkte arbeitsteilig zu behandeln, so dass zum Beispiel in Form von Schülerreferaten einzelne Aspekte angesprochen und vertieft werden. Sollte die CD-ROM nicht vorhanden sein, lohnt sich auch eine Beschäftigung mit dieser Website Infopool Unter dem Menüpunkt "Infopool" bietet die Homepage Infos, die für den Unterricht zum Teil interaktives Anschauungsmaterial bieten. Kolonien-Spiel: Kennen Sie die ehemaligen afrikanischen Kolonien? Fairer Sport - Faire Produktion? Produktion und Marketing von Sportartikeln. Weltweit agierende Konzerne - welche Modelle für weltweite Verflechtungen gibt es? Weltreise einer Jeans - Weltweite Produktion - von der Baumwolle zur Jeans legt das Produkt viele Kilometer zurück. Vergleich verschiedener Länder mit Deutschland. Im Unterricht sollten verschiedene Aspekte zur Sprache kommen. Das Gruppenarbeitsblatt schlägt Schwerpunkte vor. Für die Schwerpunkte "Alltag", "Schule", "Medien" gibt es auf dem Arbeitsblatt Hilfen. 1. Schritt Auswahl des Schwerpunkts aus dem Angebot 2. Schritt Recherchearbeit in den Gruppen 3. Schritt Auswertung der Ergebnisse 4. Schritt Ergänzung der Ergebnisse aus Baustein 1 5. Schritt Präsentation der Ergebnisse in der Gesamtgruppe In diesem Baustein gibt es - durchaus auch aufbauend auf den Arbeitsergebnissen des Bausteins 1 eine Auseinandersetzung mit offiziellen Stimmen aus der BRD zu "Globalisierung". Für die Arbeit sind markante Positionen herausgegriffen. Sie werden in jeweils einem Arbeitsblatt in Auszügen angeboten, sie sind aber auch ungekürzt im WWW verfügbar. Es bietet sich hier an, das Internet als Kommunikationshilfe zu nutzen (E-Mail, Forum). Nach meiner Erfahrung werden Anfragen durch Schülerinnen und Schüler per E-Mail von offizieller Seite oft kompetent beantwortet. Denkbar wäre, in der Gesamtgruppe gezielte Fragen zu erarbeiten und diese an Parteien/Verbände zu richten und die Antworten in einer eigenen Unterrichtssequenz weiter zu bearbeiten. www.bundespraesident.de "Berliner Rede" von Bundespräsident Johannes Rau zum Thema: "Chance, nicht Schicksal - die Globalisierung politisch gestalten" www.bpb.de Enquetekommission des Bundestags "Globalisierung der Weltwirtschaft - Herausforderungen und Antworten" Diese recht umfangreichen Informationen finden sich in unterrichtsgerechten Auszügen wieder auf der Seite des Autors: www.globlern21.de Bei der Arbeit an der Thematik dieses Bausteins gibt es aber auch die Möglichkeit einer eigenständigen vertiefenden Recherche über diese drei Positionen hinaus. Hier werden die WWW-Adressen von parteinahen Stiftungen, dem DGB und NGOs angeboten. www.fes.de Friedrich-Ebert-Stiftung: "Fokus: Globalisierung und Gerechtigkeit" www.kas.de Grundpositionen der Konrad-Adenauer-Stiftung www.venro.org Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V. Von der Mitgliederdatenbank gelangt man auf die Webseiten der einzelnen Mitglieder. In diesem Baustein sollen zivilgesellschaftliche Impulse aufgegriffen werden. Organisationen wie "attac", Greenpeace oder Organisationen aus der Entwicklungszusammenarbeit, die sich im Dachverband "VENRO" organisiert haben, haben Globalisierungsprozesse und ihre Folgen bei uns, aber auch in anderen Regionen der Welt im Auge. Im Internetangebot nimmt die kritische Auseinandersetzung mit Globalisierungsprozessen einen wichtigen Stellenwert ein. Zur Bedeutung von Zivilgesellschaften finden Sie hier einige verweisende Links. Im Politikunterricht sind Karikaturen ein beliebtes Unterrichtsmedium. Sie kommentieren, provozieren und erregen Anstoß. Die in diesem Baustein präsentierten Karikaturen von Künstlern aus dem Süden nehmen engagiert zu "Globalisierung" Stellung. Die Grafiken dürfen mit freundlicher Genehmigung des Epd (Evangelischer Pressedienst) hier veröffentlicht und zu Unterrichtszwecken verwendet werden. Betrachtung Die Karikaturen werden im Dateiaustausch des virtuellen Klassenraums bei lo-net abgelegt und dort von den Schülerinnen und Schülern betrachtet Kommentierung Die Schülerinnen und Schüler verschriftlichen ihre Eindrücke im lo-net-Forum und kommentieren die Beiträge der anderen Klassenmitglieder. Erarbeitung Erarbeitung nach den Vorgaben des Arbeitsblatts (eventuell in Kleingruppen, arbeitsteilig) Präsentation Präsentation der Karten an einer Infowand Diskussion Betrachtung in der Gesamtgruppe, Gespräch, Diskussion Betrachtung Die Schülerinnen und Schüler müssen die in mehrere Teile zerschnittene Karikatur wieder zusammensetzen. Analyse Die Lehrperson projiziert die Karikatur mithilfe eines Overheadprojektors.

  • Politik / WiSo / SoWi
  • Sekundarstufe II

Die Grundlagen des Islam

Unterrichtseinheit

Der Begriff "Islam" ist allen Schülerinnen und Schülern aus den Nachrichten hinreichend bekannt, der persönliche Umgang mit Musliminnen und Muslimen in der Schule ist alltäglich. Dennoch fehlt es häufig an elementaren Kenntnissen über die Religion des Islam. Diese Einheit vermittelt Grundwissen. Obwohl der Islam bereits in der Sekundarstufe I auf dem Lehrplan steht, ist das tatsächliche Wissen über den Islam eher rudimentär. Meinungen, Wissen und Vermutungen mischen sich. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Schülerinnen und Schüler eingehende Kenntnisse über das Verbreitungsgebiet des Islam oder Mohammeds Biographie besitzen. Mit dem Islam verbinden sie in erster Linie die Türkei und arabische Staaten. Um an einem Dialog mit dem Islam sinnvoll teilnehmen zu können, müssen die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II Kenntnisse über den Islam besitzen. Für die verantwortliche Teilnahme an Diskussionen sind außerdem Kenntnisse über die Moschee, den Koran und die fünf Säulen des Islam wichtig. In zwei Doppelstunden erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler durch ein Lernen an Stationen die Grundlagen des Islam. In einem Lernweg-Heft notieren sie ihre Ergebnisse. Falls das Thema im Ethikunterricht stattfindet, wird es eigene Erfahrungen bei den Lernenden mit der Religion geben, im Religionsunterricht dagegen weniger. Daher bietet es sich an, die direkten Lebenswelterfahrungen von Mitschülerinnen und Mitschülern in den Unterricht einzubinden, eventuell fächerübergreifend. Ebenso gibt es regionale Fragestellungen, die den Lebensweltbezug herstellen können, wie zum Beispiel der Bau einer Moschee in der Gemeinde oder Stadt. Didaktische Überlegungen Hier werden einige didaktische Überlegungen zu Themenauswahl und Einbindung in den Unterricht erläutert. Unterrichtsablauf: "Islam und Mohammed" In der ersten Doppelstunde werden alle Inhalte des Themas "Grundlagen des Islam" zunächst reduziert betrachtet. Unterrichtsablauf: "Koran, fünf Säulen und Moschee? In der zweiten Doppelstunde wird das Thema "Moschee" zunächst nur in religionskundlicher Hinsicht betrachtet. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr Vorwissen zum Islam auffrischen. das Verbreitungsgebiet des Islam darstellen können. das grundlegende Gottesbild des Islam verstehen. den Offenbarungsweg und das Übersetzungsverbot des Korans kennen lernen. die fünf Säulen des Islam und das Verhalten von Muslimen in der Moschee kennen lernen. Bibel und Koran, Jesus Christus und Mohammed, Kirche und Moschee miteinander vergleichen. Methodenkompetenz Die Schülerinnen und Schüler sollen eigene Fragen zum Islam formulieren. aus dem Internet allgemeine Informationen zum Islam, zur Biografie Mohammeds, zum Koran, den fünf Säulen des Islam und der Moschee auswerten. ihre Arbeitsergebnisse auf einem Lösungsblatt ("Lernweg") festhalten und präsentieren. Thema Grundlagen zum Islam Autor Andreas Otte Fach Religion/Ethik Zielgruppe Sekundarstufe II, Gymnasium und Berufskolleg Zeitraum zwei Doppelstunden Technische Voraussetzungen Computer mit Internetanschluss, Beamer, OHP, je ein Computer für 2 Schülerinnen und Schüler Planung Verlaufsplan Islam 1 Verlaufsplan Islam 2 Das Thema "Islam" ist von hoher Gegenwartsrelevanz für die Schülerinnen und Schüler, da eine ständige Medienberichterstattung stattfindet. Diese fokussiert sich meist auf aktuelle Problemfelder wie Terrorismus, "Ehrenmorde", Kopftuch oder diskutiert beispielsweise die Errichtung muslimischer Moscheen. Den Schülerinnen und Schülern können auch die Medienberichte über angebliche "Koran-Schändungen" und die heftigen Reaktionen der muslimischen Welt noch im Gedächtnis sein. Zudem gibt es bei den Lernenden einen hohen Lebensweltbezug, sei es durch die eigene Geschichte (eher im Ethik- als im Religionsunterricht) oder durch Freunde und Bekannte. Bei den Schülerinnen und Schülern ist demnach eine Fragehaltung gegenüber dem Islam zu erwarten. Wie aktuelle Zeitungsmeldungen betonen, ist die derzeitige Haltung vieler Deutscher dem Islam gegenüber eher ablehnend. Aktuelle Schlagzeilen lauten zum Beispiel: "Deutsche fühlen sich durch Islam bedroht" oder "Demo gegen Moschee: Rechte marschierten mit". Um sich in der zukünftigen Gesellschaft zurechtzufinden und an einem Dialog mit dem Islam sinnvoll teilnehmen zu können, müssen die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse über den Islam besitzen. Für die verantwortliche Teilnahme an Diskussionen auf lokaler Ebene ist es darüber hinaus Voraussetzung, dass die Schülerinnen und Schüler wissen, was in einer Moschee überhaupt geschieht. Zentral dafür sind auch Kenntnisse über den Koran und die fünf Säulen des Islam. Exemplarität Anhand ausgewählter Internetseiten informieren sich die Schülerinnen und Schüler über wesentliche Grundlagen des Islam, insbesondere über die Themen "fünf Säulen des Islam" und "Moschee". Zugänglichkeit Die Themen "Grundlagen des Islam", "Koran", "fünf Säulen des Islam" und "Moschee" sind für die Schülerinnen und Schüler zunächst abstrakter Natur. Durch die Auswahl gut verständlicher Internetseiten soll die Zugänglichkeit verbessert werden. Diese Quellen tragen unter anderem durch das verwendete Bildmaterial zu einer höheren Anschaulichkeit und verbesserten Motivation bei. Dies gilt insbesondere beim Thema "Moschee". In der ersten Motivationsphase wird eine Overheadprojektor-Folie mit Fotos einer Moschee und betender Muslime aufgelegt. Dies soll die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler fokussieren, ihr Vorwissen und ihre affektive Haltung zum Islam aktivieren. Anhand der Overheadprojektor-Folie können die Schülerinnen und Schüler dann in der Spontanphase die dargestellte Situation beschreiben und erste Gedanken zum Islam äußern. In der folgenden Konzentrationsphase haben die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Vorwissen. Sie halten für sich selbst im Lernweg-Heft die Antworten auf die Fragen "Was weiß ich vom Islam?", "Was will ich wissen?", "Was stört mich am Islam?" und "Was finde ich gut?" fest. In der Sammelphase nennen die Schülerinnen und Schüler im Plenum ihr Vorwissen und äußern ihre Fragen zum Islam. Die Lehrkraft notiert diese in Stichpunkten auf drei verschiedenen Plakaten. Diese Plakate zeigen gegebenenfalls den speziellen Informations- oder Diskussionsbedarf der Schülerinnen und Schüler. Die Plakate werden im Verlauf der Unterrichtsreihe als Einstieg in neue Themengebiete verwendet. Die Lehrkraft sollte auf die Vielschichtigkeit und Differenziertheit des Islam hinweisen, zum Beispiel auf das umfassende Verbreitungsgebiet und die Richtungen innerhalb des Islam. Auf die Plakate wird auch am Ende der Unterrichtsreihe noch einmal zurückgegriffen, um den Lernfortschritt zu überprüfen. In der ersten Informationsphase werten die Schülerinnen und Schüler in arbeitsgleicher Partnerarbeit allgemeine Informationen zum Islam aus dem Internet aus. Auf hierfür geeignete Internetseiten werden sie mithilfe der PowerPoint-Datei "Lernweg Islam Grundwissen" geleitet. Ihre Arbeitsergebnisse halten die Schülerinnen und Schüler im Lernweg-Heft fest. Zur zweiten Motivation wird die aus der Vorstunde bereits bekannte Overheadprojektor-Folie (Moschee und Muslime beim Gebet) durch die Lehrkraft aufgeblendet. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die dargestellte Situation. Die Lehrkraft informiert nun kurz darüber, dass das Gebet eine der fünf Säulen des Islam ist. Zur Sicherung lösen die Schülerinnen und Schüler ein mit HotPotatoes erstelltes Kreuzworträtsel. Hier können die Schülerinnen und Schüler selbstständig überprüfen, welche Informationen sie behalten haben. Bei Unsicherheiten bietet das Programm Tipps an. Offene Fragen werden anschließend im Plenum geklärt. Vor der anschließenden zweiten Informationsphase werden die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Spielkarten in drei Informationsgruppen (Pik, Herz, Karo) eingeteilt. Innerhalb dieser Gruppen werden Paare gebildet, die sich anhand ausgewählter Links über die Bedeutung der Propheten im Islam und über die Biografie Mohammeds informieren. Die Ergebnisse dieser arbeitsteiligen Partnerarbeit halten die Schülerinnen und Schüler im Lernweg-Heft fest. Paare, die die Informationsauswertung frühzeitig fertiggestellt haben, können ihr Wissen in einem digitalen Kreuzworträtsel überprüfen. Zu der folgenden Austauschphase finden sich die Schülerinnen und Schüler anhand ihrer Spielkarten (7, 8, 9, 10, Bube …) in neuen Gruppen zusammen. In diesen Gruppen erklären sie einander die Ergebnisse ihrer Partnerarbeit. Sie ergänzen ihre eigenen Informationen gegebenenfalls um die Ergebnisse ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler. In einer abschließenden Transferphase vergleichen die Schülerinnen und Schüler im Plenum den Propheten Mohammed mit Jesus Christus. In der Motivationsphase wird den Schülerinnen und Schülern ein Koranexemplar gezeigt. An der Tafel werden die in der Vorwoche erstellten Stichwort-Plakate angebracht. Anhand des Koranexemplars können die Schülerinnen und Schüler dann in der Spontanphase ihr Vorwissen zum Koran äußern. Mitschülerinnen und Mitschüler mit einem eigenen Lebensweltbezug zur Ausübung der Religion sollten in den Unterricht eingebunden werden. In der ersten Informationsphase werten die Schülerinnen und Schüler in arbeitsgleicher Partnerarbeit Informationen aus dem Internet zum Koran aus. Ihre Ergebnisse halten sie im Lernweg-Heft beziehungsweise auf einer Overheadprojektor-Folie fest. Auf geeignete Internetseiten werden sie mithilfe der PowerPoint-Datei "Lernweg Islam Grundwissen" geleitet. Ihre Arbeitsergebnisse halten die Schülerinnen und Schüler im Lernweg-Heft fest. Schnelle Schülerpaare überprüfen ihr Wissen mittels eines Kreuzworträtsels. So kann der Heterogenität der Klasse Rechnung getragen werden. Ein Schülerpaar präsentiert nun seine Ergebnisse im Plenum. Offene Fragen werden im Plenum geklärt. Im Unterrichtsgespräch findet ein kurzer Vergleich zwischen Koran und Bibel statt. Zur zweiten Motivation wird die aus der Vorwoche bereits bekannte Overheadprojektor-Folie (Moschee und Muslime beim Gebet) durch die Lehrkraft projiziert. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die dargestellte Situation. Die Lehrkraft informiert nun kurz darüber, dass das Gebet eine der fünf Säulen des Islams ist. Auch hier sollten Lebenswelterfahrungen von Mitschülerinnen und Mitschülern in den Unterricht eingebunden werden. Vor der zweiten Informationsphase werden die Schülerpaare durch farbige Zettel in fünf Gruppen eingeteilt. Die Schülerinnen und Schüler werten nun in arbeitsteiliger Partnerarbeit Informationen aus dem Internet zu je einer Säule des Islam aus. Ihre Arbeitsergebnisse halten sie im Lernweg-Heft fest. Geeignete Internetseiten entnehmen sie der Power-Point-Datei "Lernweg Islam Grundwissen". In der Austauschphase finden sich die Schülerinnen und Schüler anhand von Nummern auf den farbigen Zetteln in neuen Gruppen zusammen. Sie erklären in der Gruppe ihren Mitschülerinnen und Mitschülern die Ergebnisse zu "ihrer" Säule des Islam. Anschließend hören sie den Erklärungen der anderen Mitglieder zu und ergänzen ihr Lernweg-Heft um die Informationen zu den anderen Säulen. In einer dritten Informationsphase informieren sich die Schülerinnen und Schüler in arbeitsgleicher Partnerarbeit im Internet über Moscheen. Die aus den in der PowerPoint-Datei "Lernweg Islam Grundwissen" angegebenen Links entnommenen Informationen halten sie im Lernweg-Heft fest. Bei diesem Thema bietet sich eine Recherche der Moscheen in der näheren Umgebung an. Es gibt vielleicht Mitschülerinnen und Mitschüler, die hier eigene Erfahrungen einbringen können. Abschließend sichern die Schülerinnen und Schüler das erworbene Wissen durch die Bearbeitung eines digitalen Kreuzworträtsels. Offene Fragen werden im Plenum geklärt. Sollten zeitliche Probleme auftreten, lösen die Schülerinnen und Schüler das Kreuzworträtsel als Hausaufgabe. Dazu wird ihnen die Datei per E-Mail zugesandt. Bei der Recherche über Suchmaschinen kann man auf Seiten von Organisationen gelangen, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Sie sollten sich die Links, die an die Lernenden weiter gegeben werden, genau anschauen. Für das Nachschlagen von Begriffen ist die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung zu empfehlen.

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe II

Andi 2 - Islamismus vom Islam trennen

Unterrichtseinheit

Diese Unterrichtseinheit wurde entwickelt, um die Ziele der Demokratie-Erziehung und der Terrorismus-Prävention unter Einsatz des Comic-Heftes "Andi 2" bei Schülerinnen und Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe besser erreichen zu können. Sie ist besonders auf muslimische Schülerinnen und Schüler ausgerichtet.Die große Mehrheit der in Deutschland verwurzelten Muslime lehnt jegliche Gewalt im Namen der Religion ab und fühlt sich dem freiheitlichen Verfassungsstaat verbunden. Damit das auch künftig so bleibt, sollte vor allem die muslimische Jugend in ihrer Position psychologisch und kognitiv gestärkt werden. Dieses Ziel lässt sich unter anderem durch Demokratie-Erziehung und Terrorismus-Prävention im Allgemeinen in der Schule und in besonderer Weise im Islamkunde-Unterricht erreichen. Eine geeignete Basis für dieses Unterfangen bietet das vom Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen im September 2007 herausgegebene Comic-Heft "Andi 2", das auch mit dem seit August 2009 gültigen neuen Lehrplan für Islamkunde in NRW im Rahmen der Themeneinheit "Kein Zwang in der Religion?" über religiöse Toleranz kompatibel ist. Ein origineller Einstieg in ein ernstes Thema Ausgehend von der Tatsache, dass sich die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe als die Erfahrenen der Sekundarstufe I betrachten und dementsprechend wenig Verständnis für klassische oder bekannte Unterrichtmethoden haben, ermöglicht das Comic-Heft "Andi 2" einen originellen Einstieg in das Thema "Terrorismus-Prävention und Demokratie-Erziehung". Material tangiert Lebenswirklichkeit muslimischer Jugendlicher Zudem hat dieses Thema einen direkten Bezug zu den Themeneinheiten "Religion und Politik" sowie "Krieg und Frieden" aus dem Curriculum für das Fach "Islamkunde in deutscher Sprache". Außerdem tangiert die Andi-Geschichte in direkter Weise die Lebenswirklichkeit der muslimischen Jugendlichen mit all ihren Problemen während der Suche nach einer ersehnten Ausbildungsstelle und weist auf die Hürden hin, die sie bei der Entwicklung einer mündigen Identität eventuell nehmen müssen. Begriffliche Einführung in den Islam Zunächst beschäftigen sich die Lernenden mit Fachbegriffen, analysieren die Gehirnwäsche des Hasspredigers und fragen sich, was der Islam mit Menschenrechten zu tun hat. Weitergehende Beschäftigung mit dem Islam Abschließend befassen sich die Jugendlichen mit den Begriffen "Demokratie" und "Islam", absolvieren ein Quiz und halten in Dreier-Gruppen Referate über verschiedene Aspekte. Die Schülerinnen und Schüler recherchieren im Internet, um sich einen Überblick über die zentralen Begrifflichkeiten bezüglich des Themas zu verschaffen. erarbeiten anhand von Facetten der islamischen Geschichte und Koranversen Grundkenntnisse, um argumentativ themenbezogen diskutieren zu können. dokumentieren in Gruppenarbeit lebensnahe themenbezogene Situationen und können sich selbst damit kritisch auseinandersetzen. können mit dem Comic-Heft "Andi 2" kreativ und aktiv umgehen. werden in ihrer Zivilcourage und ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, gegen jegliche religiöse Manipulation. Der Inhalt wird in Partnerarbeit reflektiert Der Einstieg in das Thema erfolgt durch eine Folie vom Deckblatt des Comic-Heftes. Die Schülerinnen und Schüler erraten unter Anleitung der Lehrkraft, um was es sich im Comic gehen könnte. Anschließend werden die Lernenden mit dem Comic-Heft versorgt und damit beauftragt, das Heft bis Seite 28 durchzulesen. Wer als erster mit dem Lesen fertig wird, der bildet mit dem nächsten fertigen Lernenden eine Zweier-Gruppe. Nach dem gleichen Prinzip gehen alle Schülerinnen und Schüler, abhängig von ihrer Lesegeschwindigkeit, in die Partnerarbeit über und erhalten von der Lehrkraft das Arbeitsblatt 1, um damit den Inhalt des Comic-Heftes in Partnerarbeit zu reflektieren. Die Ergebnisse der schriftlich aufgezeichneten Reflexion werden im nächsten Schritt vorgestellt, jedoch noch nicht zur Diskussion gestellt. Beendet wird die Stunde mit der Frage "Warum hat der Prediger Murat eine Gehirnwäsche verpasst?" als Hausaufgabe. Was weiß die Klasse über den Islam? Zu Beginn der zweiten Stunde tauschen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst über die Hausaufgabe aus. Nach einer ausführlichen Diskussion über die möglichen Gründe der Gehirnwäsche erhalten sie Arbeitsblatt 2 zur Bearbeitung. Im Anschluss an die Auseinandersetzung mit Arbeitsblatt 2 stellt die Klasse erfahrungsgemäß fest, dass sie im besten Fall nur sehr geringfügig über den Islamismus informiert ist - das Gegenteil war in unseren bisherigen Stunden nicht der Fall. Um diesem Zustand entgegenzusteuern, schlägt die Lehrkraft vor, sich mit den Bedeutungen der Fachbegriffe zum Thema Islamismus auseinanderzusetzen. Fachbegriffe werden erarbeitet Dazu passend enthält das Arbeitsblatt 2 auch eine Nacharbeit, die eventuell als Hausaufgabe aufgegeben werden kann. Da die Nacharbeit ohne ein Wörterbuch oder das Internet kaum zu bewältigen sein wird, sollten den Schülerinnen und Schülern in der dritten Stunde für die Auseinandersetzung mit ausgewählten Fachbegriffen zum Thema Islamismus Zeit, Raum und Nachschlagewerke zur Verfügung gestellt werden. Abgerundet wird der Wortschatzerweiterungsprozess mit dem Auftrag auf Arbeitsblatt 3, wo die Lernenden, je nach Niveau und Stärke der Klasse in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit, verschiedenen Fachbegriffen die richtigen Bedeutungen zuordnen sollen. Die Begegnung mit dem Hassprediger Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler in begrifflicher Hinsicht mit dem Islamismus ausführlich befasst haben, wird in der vierten Unterrichtsstunde die Begegnung mit dem Hassprediger simuliert. Durch die Frage "Wie hättest du anstelle von Murat reagiert?" werden freiwillige Schülerinnen und Schüler vor die Herausforderung gestellt, sich gegen die Gehirnwäsche des Hasspredigers zu wehren. Dabei sollen sie feststellen, dass die Behauptungen eines Islamisten in sich schlüssig erscheinen und ohne genaueren Korankenntnisse nur schwer zu widerlegen sind. Auseinandersetzung zwischen Islamist und Muslim Im Anschluss an ein kurzes Gespräch über die Demagogie des Hasspredigers stellt die Lehrkraft ausgewählte Koranverse vor, die argumentativ die Unwahrheit des Islamismus darlegen. Zum Zweck der kritisch-analytischen Auseinandersetzung sowie zur Verfestigung und Reflexion der vorgegebenen Koranverse erarbeitet die Klasse in Einzelarbeit Arbeitsblatt 4. Anschließend führen zwei schauspielerisch begabte Lernende die Auseinandersetzung zwischen "Islamist und Muslim" vor der Klasse auf. Die Entstehung der Menschenrechte Die fünfte Stunde eröffnet die Lehrkraft mit durcheinandergebrachten Sätzen auf einer Folie. Hierbei handelt es sich um Aussagen, die die grundlegenden Merkmale der Menschenrechte wiedergeben. Die Lehrkraft fordert die Schülerinnen und Schüler dazu auf, die Satzglieder in der richtigen Reihenfolge gemeinsam zu nummerieren und lässt die geordneten Sätze an die Tafel bringen. Ausgehend vom Tafelbild geht die Lehrkraft in einem kurzen Input-Vortrag auf die Entstehung der Menschenrechte im historischen Kontext ein und stellt folgende Frage in den Raum: "Inwiefern hat der Islam mit Menschenrechten zu tun?". Menschenrechte im Islam Erfahrungsgemäß werden die Lernenden sagen, dass der Islam großen Wert auf die Menschenrechte legt und bestätigen, dass die Menschenrechte im Koran vorkommen. Allerdings werden die Aussagen der Schülerinnen und Schüler nicht darüber hinausgehen, so dass sie in Einzel- oder Partnerarbeit durch das Arbeitsblatt 5 an die "Menschenrechte im Islam" herangeführt werden. Beendet wird die Stunde mit einem Vergleich. Dieser zielt darauf ab, den Inhalt der Abschiedspredigt von Prophet Muhammed mit den Merkmalen der Menschenrechte auf Ähnlichkeiten hin zu untersuchen. Kafirun-Sure und der Vertrag von Medina Die sechste Stunde beginnt mit der Herstellung eines Akrostichons für die Begriffe "Demokratie" und "Islam". Während der Brainstorming-Phase befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit zwei Begriffen, die der Hassprediger für unvereinbar erklärt hat. Erfahrungsgemäß stellt sich am Schluss heraus, dass sowohl "Demokratie" als auch "Islam" mit ähnlichen, wenn nicht sogar mit gleichen Adjektiven beschrieben werden. Nach einer ausführlichen Besprechung der Akrostichonergebnisse stellt die Lehrkraft als Beweis für die Vereinbarkeit von Demokratie und Islam die Kafirun-Sure sowie den Vertrag von Medina auf einem Plakat in den Vordergrund. Nachdem die Jugendlichen den demokratischen Ansatz aus der Kafirun-Sure und aus dem Vertrag von Medina abgeleitet haben, erhalten sie als Hausaufgabe das Arbeitsblatt 6. Quiz über "Muslime in NRW" Ausgehend von dem Info-Text "Muslime in NRW" auf den Seiten 36 bis 37 des Comic-Heftes "Andi 2" wird die Klasse in der siebten Stunde mithilfe eines Quizspiels mit den Fragen auf dem Arbeitsblatt 7 konfrontiert. Hierbei schlüpft die Lehrkraft in die Rolle des Quizmasters und fordert die Schülerinnen und Schüler auf, in Vierer-Gruppen an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Die Sprecher der Gruppen notieren ihre Antworten auf Kärtchen und geben sie nach jeder Frage dem Quizmaster. Parallel zum Quizspiel notiert die Lehrkraft den aktuellen Punktestand an die Tafel. Am Ende wird die Siegergruppe mit Applaus oder einem Geschenk belohnt. Den Horizont der Schülerinnen und Schüler erweitern Nach der Siegerehrung werden die falschen Antworten mithilfe des Info-Texts "Muslime in NRW" aus dem Comic-Heft berichtigt. Diese Phase wird unter Anleitung der Lehrkraft als Reflexionsphase fortgesetzt, so dass die Lernenden begründen können, wie sie auf die richtigen Antworten gekommen sind beziehungsweise warum sie die Fragen falsch oder gar nicht beantwortet haben. Damit der informative Inhalt der Stunde zu einem nachhaltigen Lernerfolg führt, erarbeiten die Schülerinnen und Schüler nach der Berichtigungsphase die Zusatzaufgabe auf der zweiten Seite von Arbeitsblatt 7 und stellen ihr Stellungnahme zum Koranvers der Klasse vor. Vier Referats-Themen Beendet wird die Unterrichtseinheit mit Referaten, dafür sollten mindestens zwei Unterrichtsstunden einkalkuliert werden. Die Referat-Arbeit ist so konzipiert, dass für die Vorbereitung und das Referieren jeweils eine Stunde erforderlich ist. Vor der Vorbereitung der Referate bilden die Schülerinnen und Schüler Dreier-Gruppen und erhalten anschließend nach dem Zufallsprinzip eines der Arbeitsblätter 8.1 bis 8.4. Damit möglichst viele Lernende erfassen können, wie die Referat-Arbeit zu gestalten ist, trägt die Lehrkraft die auf jedem Arbeitsblatt stehenden Anweisungen nochmals vor. Themen und Fachbegriffe der Unterrichtseinheit miteinbeziehen Anschließend sollte darauf hingewiesen werden, dass jede Gruppe ein anderes Referatthema bearbeitet. Somit werden lästige Spickversuche und unnötige Zeitverschwendungen größtenteils verhindert. Während der Vorbereitungen werden die Schülerinnen und Schüler dazu motiviert, die vorangegangenen Themen und Fachbegriffe aus dieser Unterrichtsreihe in das Referat einzubeziehen. Jene Gruppen, die für die Vorbereitung des Referates mehr als eine Unterrichtsstunde brauchen, arbeiten an ihrer Aufgabe zusätzlich in ihrer Freizeit. Die Klasse bewertet die Referate Den Höhepunkt bildet dann die letzte Stunde, in der die Gruppen ihre Referate halten. Nach ihrem Vortrag verlassen die Referentinnen und Referenten für ein paar Minuten die Klasse, damit die Schülerinnen und Schüler, die sich das Referat angehört und die Vortragenden befragt haben, eine Note vergeben können. Dies geht so: Jeder schreibt seine Note auf ein Zettelchen und gibt es der Lehrkraft. Die Lehrerin oder der Lehrer berechnet anschließend den Notendurchschnitt, teilt diesen den bis dahin abwesenden Referenten mit und holt sie zugleich wieder in die Klasse zurück. So hält jede Gruppe ihr Referat. Zudem praktizieren alle Schülerinnen und Schüler durch die mehrmalige Vergabe einer Referatsnote den "Gang zur Wahlurne" und vollziehen somit eine urdemokratische Handlung selbst.

  • Religion / Ethik
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Auf die Schnelle ins spanischsprachige Netz

Unterrichtseinheit

Die Idee, das Internet als Informationsquelle (auch) für den Spanischunterricht zu nutzen, kann heute wohl kaum noch als innovativ oder gar bahnbrechend angepriesen werden. Dieses Medium bestimmt den schulischen und außerschulischen Alltag der Lehrenden und Lernenden mittlerweile so sehr, dass seine Eingliederung in die Unterrichtsarbeit nicht mehr als Neuerung, sondern zunehmend als Normalität empfunden wird.Trotz des - zumindest in der Theorie - bereits vollzogenen Paradigmenwechsels ist das Angebot an konkreten und unmittelbar verwendbaren Unterrichtsvorschlägen für das Fach Spanisch in diesem Bereich immer noch recht überschaubar. Allzu oft sind Lehrerinnen und Lehrer zur Eigeninitiative aufgerufen, wenn sie das Internet in die laufende Unterrichtsarbeit integrieren wollen. Das Erstellen von passenden und optisch ansprechenden Arbeitsblättern ist dann zumeist mit einer intensiven Vorbereitung und einer aufwändigen Gestaltung der Materialien verbunden. Vor diesem Hintergrund sollen die hier präsentierten und zur Verfügung gestellten Unterrichtsvorschläge als ein kleiner Beitrag zur Arbeitsökonomie der Lehrenden verstanden werden und zeigen, wie eine Recherche im Netz den Spanischunterricht in konkreten Fällen bereichern kann. Sprachniveau und Einbettung in den Unterricht Das Sprachniveau, das zur Bearbeitung der Aufgaben vorausgesetzt wird, differiert von Vorschlag zu Vorschlag. Es reicht von der ersten Phase des Spracherwerbs im Anfangsunterricht (Vorschlag 1) bis hin zur Dossierarbeit im fortgeschrittenen Oberstufenunterricht (Vorschlag 4). Sämtliche Aufgabenblätter können sowohl zwischendurch als Unterrichtsidee ohne thematische Einbindung als auch im Rahmen einer größeren Unterrichtseinheit eingesetzt werden. Besonderheiten der Internetarbeit Grundsätzlich gilt es, den Schülerinnen und Schülern von Anfang an zu vermitteln, dass die Arbeit im Internet nicht unter denselben Bedingungen verläuft wie die behutsam begleitete und sorgfältig abgestufte Arbeit im "Schutzraum Lehrbuch" oder die mit Vokabelerklärungen abgefederte Textarbeit. Dies bedeutet zum einen, dass die Lernenden gerade bei der Internetrecherche die Fähigkeit entwickeln müssen, Verständnislücken zu überbrücken und wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden. Zum anderen sollten sie aber auch frühzeitig an die Arbeit mit Online-Wörterbüchern (etwa pons.de ) und damit an die selbstständige Suche im fremdsprachigen Netz herangeführt werden. Aktualität Es versteht sich von selbst, dass bei einem derart schnelllebigen Medium wie dem Internet nicht gewährleistet werden kann, dass die zugrunde liegenden URLs unbegrenzt genutzt werden können. Auf lange Sicht könnten unter Umständen Modifikationen in der Aufgabenstellung oder der Auswahl der aufzurufenden Internetseiten notwendig sein.Die Schülerinnen und Schüler sollen mithilfe des Internets gezielte Fragen beantworten. sich zu einer konkreten Problemstellung im spanischsprachigen Netz bewegen. relevante Informationen im Internet finden. authentische Texte konsultieren, verstehen und zur Informationsrecherche nutzen. grundsätzlich ähnliche Strukturen verschiedensprachiger Websites erkennen und zur eigenen Orientierung nutzen. den Umgang mit einer spanischsprachigen Suchmaschine üben. Ist etwa das verwendete Lehrwerk vor zehn oder mehr Jahren entwickelt worden, sind die landeskundlichen Informationen (beispielsweise zur spanischen Medienlandschaft) naturgemäß nicht mehr auf dem neuesten Stand. So wird ein Auszug aus dem spanischen Fernsehprogramm aus dem Jahre 1993 den Schülerinnen und Schülern eher wie eine Reise in die Vergangenheit vorkommen und sich auf ihre Lernmotivation kaum förderlich auswirken. Daher liegt es nahe, einen Vergleich zur heutigen Fernsehrealität Spaniens zu ziehen. Auf der spanischen Seite des bekannten Internet-Suchdienstes "Yahoo" kann unter den Rubriken "Televisión" (TV) und "Programación" ein Überblick über das aktuelle Fernsehprogramm gewonnen werden. Die Schülerinnen und Schüler werden mit zehn Fragen durch eine Recherchesequenz geleitet, bei der ein gezielter Zugriff auf das Tagesprogramm der fünf großen Sender erfolgt. Bei der Bearbeitung dieses Arbeitsblattes sollen die Lernenden einen ersten Überblick über Aufbau und Gestaltung einer oder mehrerer spanischsprachiger Internetseiten gewinnen. durch die Ähnlichkeiten zur deutschsprachigen Seite von Yahoo die entsprechenden Analogien im lexikalischen Bereich erkennen. durch bestimmte Lesetechniken systematisch an die Informationsentnahme aus dem Internet herangehen und dabei eventuelle Verständnislücken überbrücken. Aktualisierung nötig Das vorliegende Arbeitsblatt kann aus nahe liegenden Gründen nur als Maske für eine Internetrecherche zum aktuellen Fernsehprogramm in Spanien dienen. So enthält es verschiedene Platzhalter, die von der oder dem Unterrichtenden dem Tagesprogramm entsprechend auszufüllen oder zu modifizieren sind. Zielgruppe Der Unterrichtsvorschlag ist bereits in Lerngruppen mit geringen Spanischkenntnissen (etwa ab Mitte des ersten Lernjahres) einsetzbar. Die Fragen beschränken sich auf wenige, leicht zu erschließende Informationen und können mit einem vergleichsweise geringen Wortschatz beantwortet werden. Daher eignet sich das Arbeitsblatt besonders für eine Erstrecherche im spanischsprachigen Internet. Auch im spanischen Sprachraum ist mittlerweile ein System von (allerdings nicht einheitlichen) Abkürzungen entstanden, das sogar in speziellen Online-Wörterbüchern seinen Niederschlag gefunden hat. Diese Entwicklung greift der vorliegende Unterrichtsvorschlag auf. Der Aufgabenkatalog verfolgt in drei Schritten beziehungsweise Stufen die sprachliche Auseinandersetzung mit dem oben genannten Phänomen. Schritt 1 Die erste Stufe stellt einzelne Wörter aus der SMS-Sprache dem Standardspanisch gegenüber und soll die Schülerinnen und Schüler mit dem speziellen Code der Kurzmitteilungen vertraut machen. Schritt 2 Im zweiten Schritt sollen zwei authentische Kurztexte zweier spanischer Jugendlicher in die offizielle Schriftsprache übertragen werden. Schritt 3 Der dritte Schritt hat schließlich das Verfassen einer SMS in spanischer Sprache und deren Entschlüsselung zum Inhalt. Durch die Bearbeitung dieses Arbeitsblattes sollen die Lernenden Einblick in aktuelle Kommunikationsformen spanischsprachiger Altersgenossen und deren Verbreitung im Internet gewinnen. verstümmelte und scheinbar unverständliche Äußerungen spanischer Muttersprachler entschlüsseln und in korrektes Spanisch übertragen. eigene Kurzmitteilungen auf Spanisch verfassen und untereinander mithilfe dieses Sprachcodes kommunizieren. Dieser Unterrichtsvorschlag richtet sich an Spanischlernende ab Mitte oder Ende des zweiten Lernjahres. Denkbar ist ein Einsatz des Arbeitsblattes im Rahmen einer Unterrichtseinheit zu dem Thema "Jóvenes de hoy". Dabei kann es als Einstieg in die vertiefende Auseinandersetzung mit den heutigen Gepflogenheiten der Jugend in Deutschland und Spanien dienen, die den Umgang der Schülerinnen und Schüler mit dem Mobiltelefonen und seine negativen Folgen durchaus auch kritisch beleuchten sollte. Angeregt zu diesem Unterrichtsvorschlag wurde der Autor durch eine ähnliche Kopiervorlage aus der Materialsammlung mit dem Titel "Découvertes-actuel" (Klett, 2002, S. 12-13). Aufgabe 1 Den Beginn dieser Internetrecherche mit dem Schwerpunkt "Turismo en España" bildet eine Aufgabe, die die Aufmerksamkeit der Lernenden auf die Attraktivität Spaniens als eines der beliebtesten Reiseziele der Welt lenken soll. Stichwortartig sollen sie erfassen, warum es sich lohnt, dieses Land als Tourist zu besuchen. Aufgabe 2 Die zweite Aufgabe führt die Themen "Reisen" und "Sport" zusammen und soll in der - für manchen Lernenden vielleicht überraschenden - Erkenntnis münden, dass Spanien auch für Wintersportler ein reizvolles Reiseland darstellt. Aufgabe 3* Ziel der dritten Aufgabe ist es, die Schülerinnen und Schüler eine Art des Tourismus zu erkunden zu lassen, die ihnen vermutlich eher fremd ist - den "Turismo de salud". *Aufgabe 4 Wo und wie man im spanischsprachigen Internet auf Hotelsuche geht, erfahren die Lernenden dann in der vierten Aufgabe. Hier gilt es, unter bestimmten Vorgaben eine geeignete Unterkunft ausfindig zu machen. Aufgabe 5 Eine augenzwinkernde Variante der Internetsuche ist schließlich die fünfte und letzte Aufgabe. Die Lernenden sollen für ihren Lehrer oder ihre Lehrerin einen Sprachkurs in Salamanca heraussuchen, damit diese/r seine oder ihre Spanischkenntnisse verbessern kann. Durch die Bearbeitung dieses Arbeitsblattes sollen die Lernenden eine der wichtigsten Internetseiten für Touristen (www.tourspain.es) kennen lernen und den Umgang mit dem dort verfügbaren Informationsangebot üben. auf einer Internetseite mit einer speziellen Suchmaschine für Unterkünfte spezifische Parameter einstellen und eine Hotelreservierung auf Spanisch simulieren. auf der Grundlage vorgegebener Daten einen Sprachkurs in Spanien suchen und dabei verschiedene Angebote von Sprachschulen miteinander vergleichen. Dieses Arbeitsblatt kann im fortgeschrittenen Spanischunterricht eingesetzt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollten bereits über grundlegende Sprachkenntnisse verfügen und geübt mit dem Surfen im spanischsprachigen Internet sein. Die Aufgaben sollen einen motivierenden Einstieg in das Thema "Turismo en España" ermöglichen und können gegebenenfalls die Grundlage für eine problemorientierte Auseinandersetzung mit den Schattenseiten des Massentourismus in Spanien bilden. Vier der fünf Aufgaben erfordern von den Lernenden die Fähigkeit, eine reale Problemstellung auf einem nicht vorgegebenen Lösungsweg zu bewältigen. Sie werden als Touristen mit einer alltäglichen Recherchesituation konfrontiert, deren praktischer Nutzen offensichtlich ist. Das Surfen durch das spanischsprachige Netz soll ihnen bei dieser Aufgabenstellung vor Augen führen, welchen Vorteil ihre Spanischkenntnisse für sie im Alltag haben können. Sensibilisierung Viele Unterrichtende können dieser urspanischen Tradition ebenso wenig abgewinnen wie der Behandlung des Themas im Spanischunterricht. Auch bei Schülerinnen und Schülern trifft die "Corrida de toros" (ob als Spektakel an sich oder als Unterrichtsgegenstand) häufig auf Ablehnung. Gleichwohl gibt es nach wie vor durchaus gewichtige Gründe, die für eine unterrichtliche Auseinandersetzung mit dem Stierkampf sprechen. Genannt seien zum einen seine tiefe Verwurzelung mit der spanischen Lebensart und zum anderen die auch und vor allem in Spanien selbst sehr leidenschaftlich geführte Debatte um die Frage, ob dieses blutige Schauspiel zu Beginn des 21. Jahrhundert noch als zeitgemäß und einer zivilisierten Gesellschaft angemessen zu vertreten ist. Problemstellung Damit die Diskussion um den Stierkampf in Spanien nicht zu einem oberflächlichen Austausch von Stereotypen wird, sollte der oder die Lehrende zunächst einmal eine sachliche Grundlage schaffen. Einige Fragen rund um die Corrida könnten nämlich sehrwohl das Interesse der tendenziell abgeneigten Lernenden erwecken: Warum entstand die Stierkampftradition gerade in Spanien? Wodurch wurde sie unterbrochen? Wann und wie wurden die Regeln des heutigen Stierkampfs festgelegt? Wie heißen die beiden Berater des Präsidenten einer Corrida? Welche Bedeutung haben die verschiedenen Farben der Taschentücher, die im Verlauf eines Kampfes gezogen werden können? Diesen und einigen anderen Fragen sollen die Schülerinnen und Schüler bei dem vorliegenden Unterrichtsvorschlag auf den Grund gehen. Durch die Bearbeitung dieses Arbeitsblattes sollen die Lernenden einen Eindruck von der starken Präsenz und tiefen Verwurzelung des Stierkampfs in der spanischen Gesellschaft und damit auch im Internet bekommen. einige grundlegende Informationen über die Geschichte des Stierkampfs erlangen und mit eigenen Worten zusammenfassen. der Internetseite der Stierkampfarena in Bilbao gezielte Informationen entnehmen und einen Einblick in die Begeisterung für dieses Spektakel gewinnen. Da die ersten vier Aufgaben die Fähigkeit voraussetzen, längere Textpassagen mit eigenen Worten zusammenzufassen, sollte dieses Arbeitsblatt erst im fortgeschrittenen Spanischunterricht (ab dem dritten Lernjahr) zum Einsatz kommen. Bei sehr heterogenen Lerngruppen kann auch eine Binnendifferenzierung vorgenommen werden. Leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler bearbeiten in diesem Fall den ersten, leistungsschwächere den zweiten Aufgabenblock.

  • Spanisch
  • Sekundarstufe I, Sekundarstufe II

Technische Entdeckungen im Homeschooling – der Kugelschreiber

Kopiervorlage

In diesem Arbeitsmaterial untersuchen die Schülerinnen und Schüler Kugelschreiber hinsichtlich ihrer Funktionalität als Schreibgerät sowie den Klickmechanismus der Mine. Dieses Material eignet sich auch für selbstständiges Arbeiten von zu Hause aus. Es wurde im Kontext des von der Deutsche Telekom Stiftung geförderten Programms "Junior-Ingenieur-Akademie" entwickelt.Der Kugelschreiber ist ein Gegenstand, den viele von uns täglich benutzen. Die Funktionsweise dahinter ist jedoch nur wenigen Kindern und Erwachsenen überhaupt bekannt. Mit diesem Arbeitsmaterial werden zwei grundlegende Teilfunktionen entdeckt und analysiert: der Schreibvorgang mithilfe von Kugel und Tinte sowie der Klickmechanismus, mit dem die Mine ein- und wieder ausgezogen wird. Um diese beiden grundlegenden Funktionen anschaulich zu verdeutlichen, demontieren die Schülerinnen und Schüler zunächst einen handelsüblichen Kugelschreiber. Um zu verstehen, woher der Name des Kugelschreibers kommt und wie eigentlich die Tinte zu Papier gebracht wird, bauen die Lernenden anschließend mit einem Deoroller und Tinte das Modell eines Kugelschreibers nach und können so den Schreibvorgang nachempfinden. Schließlich konstruieren die Schülerinnen und Schüler mithilfe verschiedener Materialien und (fakultativ) unter Anleitung einer Modellvorlage ein Modell des Klickmechanismus. Daneben recherchieren die Lernenden auch geschichtliche Hintergründe zum Kugelschreiber und welche Modellvarianten es gibt. Ziel ist es, dass die Lernenden zu den inhaltlichen Bausteinen eine Dokumentation beziehungsweise Präsentation anfertigen und diese dann vorstellen. Fachkompetenz Die Schülerinnen und Schüler analysieren und verstehen die Funktionsweise eines Kugelschreibers. konstruieren geeignete Modelle. kennen die Geschichte und Bedeutung des Schreibgeräts. Medienkompetenz Die Schülerinnen und Schüler nutzen digitale Medien zur Informationsgewinnung und -verarbeitung. dokumentieren und präsentieren ihre Arbeitsergebnisse in verschiedenen Formen. Sozialkompetenz Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbstständig und in Gruppen.

  • Physik / Astronomie / Technik / Sache & Technik
  • Sekundarstufe I
Titelbild Bildergeschichte erstellen

Wir erstellen eine Bildergeschichte – Kreatives Schreiben

Unterrichtseinheit
13,99 €

Diese Unterrichtseinheit begleitet die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 8 beim kreativen Schreiben anhand einer Bildergeschichte. Mit interaktiven Aufgaben, Gruppenpuzzle und digitalen Impulsen entwickeln sie eigene Erzählstrukturen, Sprachbilder und Charaktere, um ihre schriftstellerischen Fähigkeiten zu schulen. Die Unterrichtseinheit "Wir erstellen eine Bildergeschichte – Kreatives Schreiben" umfasst mehr als 15 Seiten mit altersgerechten Kopiervorlagen. Enthalten ist ein fachdidaktischer Einleitungstext zur Bildergeschichte als Erzählform im Deutschunterricht: Von der Auswahl passender Bildsequenzen bis zur Entwicklung narrativer Handlungsbögen. Im Gruppenpuzzle erarbeiten Kleingruppen verschiedene Elemente einer Bildergeschichte (zum Beispiel Dramatischer Aufbau, Figurencharakterisierung, Erzählsicht) und tauschen sich anschließend in einer "Puzzlerunde" über ihre Ergebnisse aus. Interaktive Aufgaben versetzen die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Comic-Zeichnerinnen und -zeichnern sowie Autorinnen und Autoren: Sie entwickeln Dialoge, beschreiben Bildausschnitte mit prägnanten sprachlichen Mitteln und erstellen Zwischentexte, um die Bilder zu verbinden. Eine Zusammenfassung zentraler Begriffe wie Sequenz, Panel, Erzählperspektive und Stilmittel fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und dient als Lerngrammatik. Der Single-Choice-Test überprüft das Wissen der Lernenden zu Erzählstrukturen, sprachlichen Gestaltungsmitteln und Text-Bild-Beziehung. Im Glossar werden Fachbegriffe wie Text-Bild-Kohärenz, visuelle Narrative, Sprechblase und Erzählelemente erläutert. Die didaktische Handreichung bietet Lehrkräften methodische Hinweise zu Partner- und Gruppenarbeit, Reflexionsfragen und digitalen Impulsen (zum Beispiel Einsatz von Tablets oder Whiteboard-Tools), die sowohl für Präsenz- als auch Distanzunterricht geeignet sind. Durch kooperative Lernformen und entdeckendes Lernen stärken die Schülerinnen und Schüler ihre Ausdrucksfähigkeit und erweitern ihr Verständnis für die Verknüpfung von Bild und Text.

  • Kunst / Kultur
  • Sekundarstufe I

Die Bibliothek der ungelesenen Bücher: Lesekompetenz im Unterricht fördern

Fachartikel

In diesem Fachartikel geht es um eine besondere Art der Leseförderung. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Büchern auseinander, die sie (noch) nicht gelesen haben. Im Rahmen des Projekts wird auch Sachwissen über Bibliotheken, den Buchmarkt und die Besonderheiten digitalen Lesens vermittelt. Dieser Fachartikel bietet Hintergrundinformationen und Tipps zur Umsetzung eines Projekts zur Leseförderung . In den Arbeitsblättern werden die Schülerinnen und Schüler dazu angeleitet, Interviews zu ungelesenen Büchern vorzubereiten, durchzuführen und auszuwerten (siehe Verlinkungen im Artikel). Gelesen oder ungelesen, das ist hier die Frage Über das Lesen von Büchern ist bereits viel geschrieben worden. In berühmten Romanen wie Robert Musils Mann ohne Eigenschaften , James Joyces Ulysses , Umberto Ecos Der Name der Rose oder, aktueller, Carlos Ruiz Zafóns Der Friedhof der vergessenen Bücher spielen Bibliotheken eine wichtige Rolle. In der Erzählung Die souveräne Leserin (2008), einer "Liebeserklärung an die Queen und die Literatur" (siehe Umschlagtext), schildert Alan Bennett, wie sich die britische Königin durch einen Bibliotheksbus zur Liebhaberin schöngeistiger Literatur entwickelt. Aber auch die Sachliteratur widmet sich dem Thema Bücherlesen: Erich Schön zum Beispiel untersucht den Verlust der Sinnlichkeit oder Die Verwandlung des Lesers (1987), Dieter E. Zimmer fragt nach der Bibliothek der Zukunft (2000) und Wolfgang Herles stellt Bücher die Geschichte machten (2007) vor. Das Lesen von Büchern ist auch ein wichtiges Thema in der didaktisch-methodischen Literatur, überwiegend, aber nicht nur für den Deutsch-Unterricht. Es geht um Lesekompetenz und Leseförderung und in diesem Zusammenhang auch um Leselust , also um die Frage: Wie werden Kinder zu Leserinnen und Lesern? Schulische Leseförderung schöpft dabei aus einem vielfältigen Repertoire: Buchvorstellung , Lesekiste , Lesetagebuch , Lesenacht , Lesecafé, Lesefest (zum Beispiel Frederick Tag ) und vieles mehr wird aufgeboten, um Kinder und Jugendliche zum Lesen von Büchern zu animieren. Man verspricht sich davon, dass sie damit ihre Kommunikationskompetenz, ihr Wissen über die Welt, ihre Vorstellungskraft, Kreativität und Empathie entfalten. Solch hohe Ziele üben einen gewissen Druck auf die Schülerinnen und Schüler, oft auch auf die Eltern, aus. Doch trotz ausgeklügelter Methoden der Leseförderung vermeiden oder verweigern viele Kinder und Jugendliche das Bücherlesen. Am Gespräch über Bücher nehmen sie nicht teil. Das vorgeschlagene Projekt weicht vom üblichen Weg ab. Es folgt nicht dem bekannten Schema: Wir lesen ein Buch/Bücher, um im Anschluss darüber zu sprechen und dabei das Leseverständnis zu überprüfen, gegebenenfalls auch zu benoten. Es fragt stattdessen nach den ungelesenen Büchern und fordert dazu auf, diese genauer zu beschreiben. Die Vorstellungskraft wird nicht mehr während des Lesen, sondern vor dem Lesen aktiviert und in Interviews kommunikativ vermittelt. Im Unterricht erlernte Kategorien (zum Beispiel Genre, Erzählperspektive, Erzählzeit, Hauptfigur, Spannung und so weiter), die für das angemessene Verstehen und Beschreiben von Literatur wichtig sind, werden dabei quasi wie von selbst angewandt. Interviews zu ungelesenen Büchern Julius Deutschbauers Bibliothek der ungelesenen Bücher dient als Vorbild für die Interviews, die von den Schülerinnen und Schülern geführt werden. Als Partnerin oder Partner für das Interview eignet sich fast jede und jeder: Mitschülerinnen und Mitschüler aus der eigenen oder einer anderen Klasse, Lehrkräfte, Schulleitung, Mitarbeitende im Sekretariat, Hausmeisterinnen und Hausmeister, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Schulbibliothekarinnen und Schulbibliothekare, Mitarbeitende der Mensa und so weiter. Auch außerhalb der Schule finden sich Personen, die befragt werden können: Geschwister, Eltern, Großeltern, Verwandte, Bekannte, Buchhändler/-innen. Das Projekt kann also sehr individuell gestaltet werden, zum Beispiel als klasseninterne kurze Unterrichtssequenz oder als längerfristiges Projekt für die ganze Schule. Dabei soll in jedem Fall eine reale Bibliothek der ungelesenen Bücher entstehen, die von möglichst vielen Leserinnen und Lesern genutzt wird. Grundstruktur des Projekts Die Grundstruktur der Projektarbeit bleibt immer gleich: Eine Person führt mit einer anderen Person ein etwa 10-minütiges Interview durch, in dem es um ein ungelesenes Buch geht: ein Buch, das ungelesen im eigenen Regal steht oder auf dem Nachttisch liegt, ein Bestseller, den man eigentlich lesen wollte, ein schwieriger Klassiker, den man kennen müsste, ein dicker Wälzer, für den man einfach keine Zeit hat und so weiter. Gemeinsam entwickelte oder vorgegebene Leitfragen können helfen, das Gespräch vorzubereiten und zu strukturieren. ( Arbeitsblatt 1 , Arbeitsblatt 2 ) Gerade in höheren Klassenstufen empfiehlt es sich, einige von Deutschbauers Interviews anzuhören oder zumindest hineinzuhören ( julius-deutschbauer.com ). Sie sind alphabetisch nach den Nachnamen der befragten Personen, nicht der Autorinnen und Autoren, aufgelistet. Manche Buchtitel, unter anderem Der Mann ohne Eigenschaften, Ulysses, Der Zauberberg, sind mehrmals vertreten, wie man mit der Suchfunktion der Bücherlisten schnell herausfinden kann ( julius-deutschbauer.com ). Schon die Frage der Auswahl – Warum hast du gerade dieses Interview angehört? – kann zu spannenden Gesprächen in der Klasse führen. Natürlich kann die Lehrkraft auch eine Vorauswahl treffen. Hinweise zur Vorbereitung des Projekts Warum stehen manche Bücher jahrelang ungelesen im Regal? Über die vielfältigen Gründe dafür sollen sich die Schülerinnen und Schüler in einer vorbereitenden Reflexionsphase bewusst werden. ( Arbeitsblatt 1 ) Je nach Zeitbudget und Zielsetzung kann das Projekt durch einen Bibliotheksbesuch vorbereitet werden. ( Leseförderung in der Bibliothek ) Nach einer kurzen informativen Einführung in die Bibliothek (unter anderem Bibliotheksordnung, Ausleihregeln, Katalog, Bestand, Aufstellung, Signatursystem und so weiter) bekommen die Schülerinnen und Schüler den Auftrag, sich umzusehen und ein noch nicht gelesenes Buch aus dem Regal zu nehmen. Für die Beschäftigung mit diesem Buch sollten etwa 10 bis 15 Minuten zur Verfügung stehen, danach werden die Bücher im Plenum knapp vorgestellt. Die Leitfragen dafür werden auf einem Flipchart visualisiert: Warum hast du unter den xx (Anzahl) Büchern gerade dieses aus dem Regal gezogen? Was hast du damit gemacht? Würdest du dieses Buch gerne ganz lesen? Die vorgestellten Bücher werden der Reihe nach auf einen Tisch gelegt. Am Ende nimmt sich jede Person ein Buch (nicht das eigene!) und stellt es an die richtige Stelle im Regal zurück. Auch eine Recherche zum Buchmarkt kann den Interviews vorgeschaltet werden. Auf einschlägigen Internetseiten ermitteln die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, wie viele Bücher jährlich erscheinen, wie viele Bücher Leserinnen und Leser im Schnitt kaufen und so weiter. Eine persönliche Statistik zum Leseverhalten der Schülerinnen und Schüler lässt sich ganz einfach aufstellen: Jede Schülerin und jeder Schüler ermittelt die Zahl der Bücher im eigenen Regal, die sie oder er (noch) nicht gelesen hat. Auch andere Familienmitglieder können mit einbezogen werden. Fazit: Ungelesene Bücher sind kein "Versagen" der Leserschaft, sondern bieten eine Chance, denn sie warten aufs Gelesenwerden! Ausgehend von einem japanischen Ritual, dem Tsundoku , lernen die Schülerinnen und Schüler etwas über die Kunst des Büchersammelns und bekommen Anregungen, wie sie mit ungelesenen Büchern umgehen können. Tsundoku: Die japanische Kunst des Büchersammelns | RITUALS Hinweise zur Durchführung des Projekts Bei klasseninternen Interviews empfiehlt es sich, nach dem Zufallsprinzip Paare zu bilden, zum Beispiel durch zwei Sätze von Karten mit Bildern, Grafiken oder Symbolen zum Thema Buch (zum Beispiel Fotos oder Zeichnungen von Lesern, Leseorten und -plätzen, Wort "Buch" auf Englisch, Französisch, Latein und so weiter, Zitate zum Lesen und so weiter). ( Arbeitsblatt 3 ) Wird das Projekt klassenübergreifend durchgeführt, muss zunächst der Kontakt zu den Interviewpartnerinnen und -partnern hergestellt und ihr Einverständnis eingeholt werden. Das Anhören einiger Beispielinterviews, entweder als Hausaufgabe oder gemeinsam im Unterricht, kann wichtige Impulse für die Interviews der Schülerinnen und Schüler setzen. Auch ein Fragenkatalog ( Arbeitsblatt 2 ) kann die Interviewarbeit erleichtern. Die Fragen sind dabei als Anregungen zu verstehen, sie müssen nicht der Reihe nach abgearbeitet werden. Die Interviews, egal ob face to face oder per Video Call, müssen als Audiodatei gesichert werden (Smartphone), um nachhaltige Ergebnisse zu erhalten. Nach den Interviews muss genügend Zeit für die Auswertung eingeplant werden: für die individuelle Reflexion, die Besprechung im Plenum, das gemeinsames Anhören einiger Interviews. Zum Abschluss sollten die ungelesenen Bücher eingebunden, mit einer Signatur (Name der "Nicht-Leserin" oder des "Nicht-Lesers") versehen und an geeigneter Stelle gesammelt werden (Klassenbibliothek, Extraregal in der Schulbibliothek). Die Bücherspende kann entweder von der Leserin beziehungsweise dem Leser selbst kommen oder von Sponsoren (Buchhandlungen, Eltern, Förderverein und so weiter). Einen interessanten Exkurs bildet die Frage nach der Bedeutung von e-Books: Wer liest sie? Welche Vorteile/Nachteile bieten sie? Wie funktionieren sie? Dabei muss thematisiert werden, dass Lesende dabei unter ständiger Beobachtung stehen: Amazon und andere Anbieter registrieren, wie schnell, wie häufig, zu welcher Uhrzeit, wie lange wir lesen und ob wir ein Buch ganz lesen. Roland Schulz bringt es im Süddeutsche Zeitung Magazin auf den Punkt: "Während wir lesen, lesen sie [die Bücher] uns."

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben

Sprachsensibilität im Unterricht – Methoden in der Praxis

Fachartikel
5,99 €

In diesem Fachartikel stellt der Autor seine Praxiserfahrungen mit diversen Methoden des sprachsensiblen Unterrichtens vor. Sprachsensibilität ist ein Thema, das angesichts zunehmender sprachlicher Schwierigkeiten von Schülerinnen und Schülern einen wachsenden Stellenwert in der Didaktik hat, zumal fachliches Lernen an Sprache gekoppelt ist. "Sprachsensibel" unterrichten Sprache hat es manchmal in sich. Im Laufe der Sekundarstufe I und vor allem in der Sekundarstufe II werden Schülerinnen und Schüler immer häufiger mit Fachvokabular konfrontiert, das sie nicht nur verstehen, sondern auch aktiv verwenden sollen. Sowohl in als auch außerhalb der Schule – schließlich lernt man ja "fürs Leben". Für "sprachschwache" Kinder und Jugendliche, die Deutsch erst im schulpflichtigen Alter gelernt haben oder mit geringem Zugang zu Bildung aufgewachsen sind, beschränken sich die sprachlichen Stolpersteine in der Schule nicht nur auf exotisch klingende Fachbegriffe. Für diese Schülerinnen und Schüler stellt die in der Schule genutzte Bildungssprache (im Kontrast zu den verschiedenen Formen von Alltagssprache) eine Schwierigkeit an sich dar. Sprachliche Probleme können vielfältig sein und nicht nur die Wortebene, sondern auch die Syntax betreffen, indem Beziehungen zwischen den Satzteilen oder satzübergreifende Verbindungen nicht erkannt werden. Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, hat häufig auch Schwierigkeiten im Bereich der Phonetik. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass sprachliche Hürden fachliches Lernen behindern oder sogar verhindern können. Aus dieser Feststellung ergibt sich der ganzheitliche Ansatz, Sprachdidaktik und Fachdidaktik zu verknüpfen. Der sogenannte "sprachsensible" oder "sprachbewusste" Unterricht zeichnet sich durch den gezielten Einsatz sprachlicher Unterstützungstechniken aus, die – je nach Fachinhalt und Unterrichtssituation – im Vorfeld eingeplant oder aber auch spontan angewendet werden können. Das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Themas Sprachsensibilität in der Schule steigt - erkennbar an einem breiten Fortbildungsangebot zur Schulung von Lehrkräften. In diesem Fachartikel stelle ich situationsbezogen einige wichtige Methoden des sprachsensiblen Unterrichtens vor. Meine Fallbeispiele sollen demonstrieren, wie sich das Konzept praktisch umsetzen lässt und wie wichtig eine sprachbewusste Unterrichtsgestaltung für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler ist. Aufgabenstellungen Politik-Klausur, Aufgabe 1: "Erläutere die Verfassungsprinzipien der Bundesrepublik Deutschland." – In einem Schülerheft lese ich bei der Korrektur: "Demokratie, Rechtsstaat, Sozialstaat, Bundesstaat." – Leider erhält der Schüler für diese Aufgabe nur einen Teil der maximalen Punktzahl. "Aufgabenstellung beachten!" , notiere ich als Randbemerkung. Ich erkläre ihm bei der Rückgabe, dass er die im Prädikat der Aufgabenstellung enthaltene Arbeitsanweisung leider nicht korrekt befolgt hat. Erläutern bedeutet eben nicht bloß auflisten oder benennen. Beispielsweise hätte der Schüler bei der Erläuterung des Begriffs Bundesstaat auf das Prinzip des Föderalismus eingehen können, aus dem sich die Einteilung des Gesamtstaates in 16 Bundesländer ergibt. Zudem hätte er das Vorhandensein der Länderebene als Kernelement der Bundesstaatlichkeit bezeichnen und die Teilung der Gesetzgebung zwischen Bund und Ländern skizzieren können. Dieser Vorfall, der sich zu Beginn meiner Lehrerlaufbahn ereignete, sensibilisierte mich als Lehrkraft für die Wichtigkeit, die in Arbeitsaufträgen enthaltenen Operationen zu verdeutlichen und mit den Lernenden im Unterricht einzuüben. Diese sprachliche Transparenz zahlt sich aus. "Aufgabenstellung beachten" ist bei meinen Korrekturen nur noch eine seltene Randbemerkung. Visualisierung "Greta Thunberg segelt über den Atlantik" , steht in einem Text über die junge schwedische Klimaaktivistin, den ich mit einer Lerngruppe im Politikunterricht besprechen möchte. Meine Schülerinnen und Schüler wissen, dass in der ersten Lesephase zunächst alle unklaren Begriffe zu markieren sind, bevor es um inhaltliche Fragen zum Text geht. Die allermeisten Jugendlichen in der Klasse haben Deutsch erst als Zweitsprache gelernt; außerdem gehören maritime Themen vermutlich nicht zu ihrem Lebensalltag. Ich rechne daher mit einem hohen Klärungsbedarf. Die erste Meldung – eine Schülerin erkundigt sich nach der Bedeutung des Wortes segelt. Von den Mitschülerinnen und Mitschülern erklärt sich niemand bereit, die Frage zu beantworten. Also ist mein Einsatz gefragt: Spontan nehme ich ein Stück Kreide und male ein einfaches, als solches klar erkennbares Segelboot an die Tafel. "Dies ist ein Segel" , erkläre ich und schreibe den Begriff an die entsprechende Stelle. "Segeln ist das dazugehörige Verb." Der Aha-Effekt in der Klasse ist groß. Eine einfache Visualisierung konnte ein zuvor unverständliches Wort verdeutlichen – ohne weitere Erklärungen. Diese Methode wirkt nachhaltig und effektiv, denn ein Bild prägt sich viel besser ein als eine wortreiche Definition. Mit etwas Kreativität lassen sich übrigens sogar abstrakte Begriffe visualisieren. Gerne drücke ich auch Schülerinnen und Schülern die Kreide in die Hand, wenn es um Visualisierungen an der Tafel geht. Schließlich muss man keine Lehrkraft sein, um die Kunst des bildlichen Erklärens zu beherrschen. Pantomime Deutschunterricht, Thema Kurzgeschichten: Auch in dieser Situation habe ich mit den Schülerinnen und Schülern besprochen, dass die Textarbeit mit der Klärung unverständlicher Begriffe beginnt. Es geht um die Kurzgeschichte "Geier" von Theo Schmich; darin wird anfangs der Traum des Ich-Erzählers beschrieben, in dem mobbende Büroangestellte als Geier auf den Schränken des Büros ihres Opfers hocken. – Nach der Bedeutung dieses Verbs wird gefragt. Diesmal meldet sich ein Schüler. Er steht von seinem Platz auf, setzt sich in die Hocke und verharrt einige Sekunden in dieser Position, bis die Mitschülerinnen und Mitschüler seine pantomimische Darstellung registriert haben. Dann reden wir im Plenum über das Wort und damit verwandte Begriffe – in die Hocke gehen, herumhocken . Hocken zu visualisieren wäre mir (und auch den anderen im Klassenraum) spontan schwergefallen. In diesem Fall war Pantomime sicherlich eine geeignetere nonverbale Strategie, um die Bedeutung eines Begriffs darzustellen. Auch diese Methode gehört in das Repertoire des sprachsensiblen Unterrichtens. Umschreibung Wir bleiben in der bereits erwähnten Deutschstunde. "Harold ist zäh" , lautet ein Satz in der Kurzgeschichte "Geier". Ein Schüler erkundigt sich nach der Bedeutung des Wortes zäh . – Dieser Begriff lässt sich nicht so einfach visualisieren oder pantomimisch darstellen. Auf den ersten Blick ein schwieriger Fall. "Ich kenne zähes Fleisch" , äußert sich eine Schülerin, "das kann man nur sehr schwer kauen." Einigen Mitschülerinnen und Mitschülern geht bereits ein Licht auf. Sie übertragen die Eigenschaft des zähen Fleisches auf die literarische Figur Harold in der Kurzgeschichte "Geier". "Das heißt also, dass Harold sich nicht so leicht unterkriegen lässt" , wagt ein Klassenkamerad eine zutreffende Vermutung. "Der ist mit anderen Worten ein ganz harter Typ, den das Schicksal nicht einfach so zerbeißen kann" , fügt ein anderer Schüler hinzu. Durch die Umschreibung des Begriffs haben die Lernenden bereits eine klare Vorstellung von der Bedeutung im Kontext der Kurzgeschichte. Trotzdem werfen wir noch per Beamer einen gemeinsamen Blick in die Online-Ausgabe eines renommierten Wörterbuchs und erhalten die Bestätigung für die Richtigkeit der Aussagen: Zäh wird in Bezug auf den Charakter eines Menschen als belastbar, ausdauernd und beharrlich definiert. Gezielte Übungen Sprachsensibilität im Unterricht lässt sich auch durch gezielte Übungen praktizieren. Diese sind an die Fachinhalte gekoppelt und betonen dabei sprachliche Aspekte: Lückentexte: Durch das Einsetzen passender Fachbegriffe in einen Lückentext wird den Schülerinnen und Schülern die jeweilige Wortbedeutung im Kontext eines Satzes bewusst. Wortfelder: Die Zuordnung passender Begriffe zu einem Ausgangswort trainiert die Herstellung sprachlicher Verknüpfungen in einem Sinnzusammenhang. Fehlersuche: Bauen Sie Fehler in einen Text ein, die von Ihren Schülerinnen und Schülern gesucht und gefunden werden. Damit üben die Lernenden die Reflexion über Wörter in einem bestimmten Kontext. Legen Sie aber Wert auf eine gründliche Besprechung, sodass sich keine Fehler einprägen. Fazit Fachliches Lernen ist nur auf der Grundlage von Sprache möglich. Daher sollten Sie als Lehrkraft ein Bewusstsein für die sprachlichen Hürden in den Fächern haben, die Sie unterrichten. Thematisieren Sie die fachspezifischen sprachlichen Anforderungen in intensiver Form und wenden Sie situationsgerecht Unterstützungstechniken des sprachsensiblen Unterrichtens an. Empfehlenswert ist zudem eine Sensibilisierung des gesamten Kollegiums für die Thematik im Rahmen einer Fortbildung. Literaturtipps Sie möchten mehr über Sprachsensibilität im Unterricht erfahren? – Dann gebe ich Ihnen folgende Literaturtipps: Michalak, Magdalena; Lemke, Valerie; Goeke, Marius: Sprache im Fachunterricht. Eine Einführung in Deutsch als Zweitsprache und sprachbewussten Unterricht, Tübingen 2015. Becker-Mrotzek, Michael; Schramm, Karen; Thürmann, Eike; Vollmer, Helmut (Hrsg.): Sprache im Fach. Sprachlichkeit und fachliches Lernen, Münster 2013.

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Bildungsferne Familien verstehen und erreichen: ein Interview

Fachartikel
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In diesem Interview beantwortet Heidemarie Brosche Fragen rund um das Thema "Bildungsferne Familien verstehen und erreichen". Hierbei sollen Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte und Schulen aufgezeigt werden. Was bedeuten die Begriffe "bildungsfern" und "bildungs-anders"? Welche Rolle spielen sie für den Schulalltag sowie für die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern? Diese und weitere Fragen hat uns Pädagogin und Autorin Heidemarie Brosche , ehemalige Lehrerin an Grund- und Hauptschulen, beantwortet. In der Artikelserie "Bildungsfern? Bildungs-anders" und dem Podcast "Ach so!" geht sie gemeinsam mit Eylem Emir auf Aspekte rund um Bildung in und um Schule sowie interkulturelles Verständnis ein. Was bedeutet der Begriff "bildungsfern" und auf welche Familien trifft er zu? Den Familien, die als bildungsfern bezeichnet werden, fehlt ein großer Teil dessen, was hier als selbstverständliche formale Bildung gilt. Das betrifft die Allgemeinbildung, denn die Eltern sind womöglich selbst nicht lange zur Schule gegangen und tun sich selbst schwer mit dem Lesen und Schreiben, oft auch in ihrer Muttersprache. Fachbegriffe werden kaum benutzt und Kinder aus solchen Familien werden sprachlich meist kaum gefördert, haben dementsprechend einen kleinen Wortschatz und wenig sprachliche Kompetenz. Sie verwenden statt "bildungsfern" eher den Term "bildungs-anders". Wie ist er zu verstehen? Eines ist sicher: Kein Mensch ist ohne Bildung – aber jede Kultur, jede Umgebung hat ihre eigene Vorstellung davon, welches Wissen und welche Kenntnisse für sie wichtig sind. Familien, die kaum formale Bildung haben, wissen und können sehr wohl vieles und sind uns damit auch in bestimmten Punkten überlegen, zum Beispiel wenn es um Handwerkliches geht oder um die Fähigkeit, die Familie mittels Ackerbau und Viehzucht zu ernähren, aber auch darum, wie man unter schwierigsten Umständen überlebt. Das Fehlen der formalen Bildung hätte für diese Familien kaum Gewicht, aber sobald das Kind in die deutsche Schule kommt, beginnen die Schwierigkeiten. Inwiefern unterscheidet sich Ihrer Meinung nach das "Bildungsdenken" von Familien mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland? Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten? Die Gemeinsamkeit ist das weitgehende Fehlen und der niedrige Stellenwert formaler Bildung in den Familien. Ein gravierender Unterschied aber ist, dass Deutsch bei den Familien ohne Migrationshintergrund eben keine Fremdsprache ist und dass die kulturellen Unterschiede nicht bestehen. Was sind die grundlegenden Aspekte, die wir über "bildungs-andere" Familien verstehen müssen? Inwiefern könnte dies das Handeln der Lehrkräfte im Unterricht beeinflussen? Bildungs-andere Familien wissen, wie gesagt, vieles nicht, was in der Schule als selbstverständlich vorausgesetzt wird, zum Beispiel in Bezug auf das sogenannte Weltwissen oder auf Sprachliches. Dazu kommen die kulturellen Unterschiede, die zu großen Hürden werden können. Wenn Lehrkräfte mehr über all diese Probleme wissen, verstehen sie vieles besser, worüber sie sich bisher gewundert oder gar geärgert haben. Und über dieses Verständnis kann sich die Haltung gegenüber den Familien wandeln und so ein besseres Miteinander entstehen. Wo kann hier die Grenze gezogen werden: Was ist in dieser Hinsicht noch Aufgabe der Schulen oder der Lehrkräfte? Und was haben die Familien von sich aus zu leisten? Die Argumente "Das ist nicht Aufgabe der Schule!" und "Da müssen sich die Eltern eben umstellen beziehungsweise integrieren!" habe ich schon oft gehört, insbesondere von Kolleginnen und Kollegen. Es ist aber nicht so hilfreich, zu sagen, wie es sein sollte, wenn es eben nicht so ist. Wenn diese Familien manches einfach nicht hinbekommen, bringt es nichts, wenn man ihnen mit Empörung und Despektierlichkeit begegnet. Die Frage ist, ob man will, dass es zwischen den Familien und der deutschen Schule besser klappt. Dann ist es schlichtweg kontraproduktiv, etwas zu fordern, was nicht geliefert werden kann. Wenn die Lehrkräfte sich über die Schwierigkeiten informieren, die einem guten Miteinander im Wege stehen, können sie über dieses Wissen Verständnis aufbauen und so angemessener mit den Familien und ihren Kindern umgehen. Davon haben auch sie selbst etwas: Sie ersparen sich Frust, schonen ihre Nerven und haben öfter mal Chancen auf Erfolgserlebnisse – zumindest dann, wenn sie bereit sind, auch schon kleine positive Entwicklungsschritte wertzuschätzen. Was müsste getan werden, um die Eltern zur Kooperation zu bewegen und welche Möglichkeiten gibt es, dass Eltern und Schule zusammenarbeiten? Auf jeden Fall ist es zielführend, den Eltern auf Augenhöhe zu begegnen, sie zu unterstützen und sie nicht von oben nach unten zu belehren oder sie gar unter Druck zu setzen. Nicht selten vermittelt die Schule diesen Eltern das Gefühl, dass sie unzulänglich sind, dass sie sich nicht genügend bemühen, dass sie zu wenig mit den Kindern üben. Sogar so sehr, dass sie sich schämen und deshalb noch mehr ausweichen. Genau da setzen unser Podcast und die Artikelserie an: Wir zeigen auf, welche Erfahrungen, welche Wertvorstellungen, welche Traditionen einer guten Kooperation im Wege stehen. Immer hilfreich ist hier übrigens der Perspektivenwechsel. Wie könnte ein realistischer, umsetzbarer Plan aussehen, um "bildungs-andere" Familien zu erreichen? Wie können Schulen und Lehrkräfte auf diese Herausforderungen vorbereitet werden? Schulen und Lehrkräfte können durch das gewonnene Wissen vom Ist-Zustand ausgehen und nicht von einem Zustand, den sie sich wünschen. Auf dem Weg zu einer Änderung zum Guten spielt die Schule als Begegnungsort eine wichtige Rolle. Lehrkräfte können hier Änderungen auslösen, wenn sie als Vorbilder mit klarer und wertschätzender Haltung stabil und überzeugend zu unseren eigenen Werten stehen – aber eben mit Verständnis für und Respekt vor den anderen Werten und Normen. Wenn Lehrkräfte sich an die Eltern richten, sollte dies nicht über wortreiche Belehrungen, sondern über Übungen und Aktionen mit Selbsttätigkeit und Austausch erfolgen, zum Beispiel zum Thema "Medienkompetenz". Doch eines muss klar gesagt werden: Auch wenn die Lehrkräfte durch ihre Haltung viel Positives bewirken können, brauchen sie Unterstützung. Sie können nicht neben all den anderen Belastungen – quasi nebenbei – auch noch die Eltern bilden. Wenn sich hier wirklich schnell etwas tun soll, wenn man nicht darauf warten möchte, dass sich über die nächste und übernächste Generation etwas zum Guten verändert, sollten die Türen der Schulen geöffnet werden. Gut – auch interkulturell – ausgebildete und bezahlte Kräfte, idealerweise, aber nicht zwingend mit Migrationshintergrund, sollten diese Eltern begleiten und unterstützen.

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Vom Leseunterricht zur systematischen Leseförderung und -diagnostik

Fachartikel
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Wieder einmal hat eine Studie ergeben, dass ein großer Teil von Kindern in Deutschland am Ende der Grundschulzeit nicht gut genug lesen kann. Obwohl diese Meldung seit mindestens zwanzig Jahren immer wieder kursiert, hat sich scheinbar nicht viel getan. Dieser Artikel soll Hinweise für die Gestaltung eines systematischen, digitalen Leseunterrichts geben – inklusive Diagnoseansätze für Leseverhalten! Was bedeutet systematischer Leseunterricht in der Grundschule? Reaktionen der Politik zur IGLU-Studie Während früher in der Volksschule Lesen ein eigenes Fach darstellte, gehört dies heutzutage zum Fach Deutsch oder Sprache dazu. Der Fächerkanon war damals sehr begrenzt. Wenn es nach Lehrerverbandpräsident Meidinger geht, sollte man den "anderen Schnick-Schnack an der Grundschule lassen", damit meint er unter anderem den frühen Englischunterricht, um zukünftig wieder einen Schwerpunkt auf das Lesen und Schreiben legen zu können. Außerdem nennt er die Bedeutung einer "großen Diagnosegenauigkeit, über die Quereinsteiger naturgemäß noch nicht verfügen" ( Lehrerverband will an Grundschulen mehr Lesezeit statt "Schnickschnack" ). Damit nennt Meininger einige Aspekte, um die es auch in diesem Fachartikel gehen soll. Lesen ist schulischer Alltag An jeder Schule gehört das Lesen selbstverständlich zum Unterrichtsalltag hinzu. Dies sollte man zumindest denken. Der Lehrplan gibt es ja auch schließlich vor. Natürlich wird nicht nur im Deutschunterricht gelesen, dies geschieht quasi in jedem Fach. Ob es der Tagesplan an der Tafel ist, die Anweisung auf dem Arbeitsblatt, der Sachtext zu Tieren oder eine Anleitung für ein Computerspiel. Und auch die selbstgeschriebenen Texte müssen gelesen werden. In welchem Maße jedoch in jeder Klasse wöchentlich gelesen wird, ist immer noch sehr stark abhängig von der Lehrkraft. Systematisches Lesen oder systematische Leseförderung ist weit mehr als oben beschrieben und muss fest in allen schulinternen Curricula oder aber im Förderkonzept verankert werden. An mehreren Tagen sollte in allen Grundschulklassen das Lesen als fester Förderbestandteil vorhanden sein. Und so will es auch die nordrhein-westfälische Schulministerin Feller. Diese hatte unlängst gefordert: "Drei mal 20 Minuten verbindliche Lesezeit pro Woche – das ist die Kurzformel für einen ersten Schritt zur Stärkung der Basiskompetenzen in der Primarstufe" ( Wir stärken die Lesekompetenz an unseren Grundschulen ). (Vor-)Lesen in Elternhaus und in der Kindertagesstätte – Vorlesen als Türöffner zum Lesen Will man die Leseleistungen der Schülerinnen und Schüler verbessern, ist es zu spät, erst in der Grundschule anzusetzen. So gibt es Studien, die besagen, dass es eine sehr große Rolle spielt, ob bereits von kleinauf im Elternhaus gelesen wurde oder nicht. Das tägliche Vorlesen, das früher in vielen Familien selbstverständlich war, ist es heute nicht mehr. So lesen nicht alle Eltern regelmäßig ihren Kindern vor. Viel mehr werden sehr früh digitale Medien konsumiert. Auch Kindertagesstätten, in denen die Kinder sich sehr offen dafür entscheiden können, was sie tun wollen, erreichen inzwischen sicher weniger Kinder, um diesen vorzulesen. Also schon systematische Leseförderung in der Kindertagesstätte und Aufklärung der Eltern bezüglich des Lesens im Elementarbereich? Unbedingt! Vorgelesen bekommen macht nicht nur Spaß, denn es gibt so viele, schöne Bücher – die Kinder lernen auch erste Buchstaben kennen und "lesen" vielleicht schon etwas mit, indem sie die Geschichten in ihren eigenen Worten erzählen. Sie erweitern ihren passiven und aktiven Wortschatz und das Selbsterlesen fällt ihnen später leichter. Kinder mit einer anderen Muttersprache als Deutsch müssen vor dem Lesenlernen erst einmal über einen stabilen Grundwortschatz verfügen. Natürlich hat das Vorlesen noch andere, für die spätere Schullaufbahn wichtige Effekte, wie beispielsweise das Zuhören und das Fokussiertbleiben. Auch ein Bereich, in dem einige Bundesländer schlecht abschneiden. Und auch wenn die Kinder stolz sind, wenn sie in der Grundschule lesen gelernt haben, sollte weiter vorgelesen, gemeinsam gelesen und erzählt werden. Beispiele für (digitale) Leseangebote Zunächst müssen Kinder die Lesetechnik lernen. Dann macht Lesen auch richtig Spaß. Um das Lesen nachhaltig zu fördern, gibt es einige Leseinitiativen und Programme, die zum Lesen motivieren. Diese gehören sicher genauso zur systematischen Leseförderung wie das Erlernen der Lesetechnik und das regelmäßige Üben. Und auch digitale Medien lassen sich prima zum Lesenlernen nutzen. Ein paar Angebote sollen hier beispielhaft vorgestellt werden. Lesestart 1-2-3 Die Stiftung Lesen ist seit 1988 aktiv in der Leseförderung. Bereits vor der Schule, ab dem Alter von einem Jahr, gibt es für Familien das "Lesestart-Paket". Im Alter von einem, zwei und drei Jahren erhalten interessierte Eltern in der Arztpraxis oder in beteiligten Bibliotheken kostenlos ein Buch zum Vorlesen. Zu den Büchern, die den Kindern über Lesestart kostenlos zur Verfügung gestellt werden, gibt es in der App "Lesestart zum Lesenlernen" die digitale Version. Die Kinder können ohne Unterstützung das Buch selbst lesen, vorlesen lassen oder als Hörbuch mitlesen. Das ganze spielerisch verpackt in einer digitalen Bibliothek. Wer es verpasst hat, findet alle Bücher inklusive einer Elterninformation zum Thema Lesen auch online auf der Projektseite oder in der App. lesestart.de Der bundesweite Vorlesetag Jährlich im Herbst findet der Vorlesetag in Kindertagesstätten, Schulen, Bibliotheken und an anderen Orten statt. Vorlesepaten aus den unterschiedlichsten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens lesen Kindern vor. Die großen Vorbilder animieren die Kinder zum Selbstlesen. Vorlesepaten findet man auf der Homepage. vorlesetag.de Antolin Antolin ist inzwischen sicher in allen Schulen bekannt. Dort können Kinder Quizze zu Büchern machen, erhalten eine Rückmeldung zu ihren persönlichen Lesekompetenzen und es kann am Ende eines Schul(-halb-)jahres eine Leseurkunde ausgedruckt werden. Was nicht jeder Lehrkraft bekannt ist, ist, dass man bei Antolin eigene Quizze erstellen kann. Dies können auch Kinder, beispielsweise nachdem in der Klasse gemeinsam ein Buch gelesen wurde. Ein Quiz wird zunächst auf dem Papier und später bei Antolin angelegt – natürlich mit Unterstützung der Lehrkraft, die das Quiz dort einstellen kann. antolin.westermann.de Die kostenlose Alternative zu Antolin ist der Lesepirat online – Lepion. lepion.de Lesespurabenteuer Lesen und dadurch den richtigen Weg finden, das sind, kurz zusammengefasst, Lesespurabenteuer. Die gibt es immer häufiger im Netz. Beispielsweise die von der Seite Materialwiese. Oftmals müssen die Kinder lediglich einen QR-Code-scannen, um zum digitalen Lesespurabenteuer zu gelangen. materialwiese.de Klassenbücherei – Schulbücherei Gerade im Grundschulbereich sind niederschwellige Leseangebote wichtig. Die Kinder können in der Regel noch nicht alleine in die Stadtbibliothek gehen. Von daher lohnt sich entweder die Schulbücherei oder aber eine kleine Klassensammlung, aus der die Kinder regelmäßig Medien ausleihen können. Dazu gehören neben Büchern auch Comics, Zeitschriften (möglichst ohne Werbung) und auch Hörbücher. Das regelmäßige Vorlesen und Lesen durch Eltern oder Großeltern in der Bücherei kann zum Klassenevent werden. Übrigens: Wenn die Einrichtung einer eigenen Bibliothek nicht möglich ist, verleihen die meisten Büchereien Bücherkisten, auch über einen längeren Zeitraum hinweg. Erst testen dann fördern – die Diagnose Spätestens am Ende des 1. Schuljahres und danach zu Beginn und am Ende der jeweiligen Schuljahre sollte im Rahmen eines systematischen Leseunterrichts eine Diagnostik stattfinden. Diese stellt dar, in welchen Bereichen des Leselernprozesses noch Schwierigkeiten ("Lese-Stolpersteine") bestehen und wie, auf Basis der Ergebnisse, gezielt gefördert werden kann. Inzwischen gibt es einige kostenlose und kostenpflichtige Lesediagnostiken. Teilweise wird nach Auswertung der Probleme passendes Fördermaterial angeboten. Ein paar sollen hier kurz vorgestellt werden. Stolperwörter Lesetest (kostenlos) Mit dem kostenlosen "STOLLE" wird das Lesetempo, die Lesegenauigkeit und das Leseverständnis überprüft. Der Test dauert 15 Minuten und kann im Klassenverband geschehen. Die Auswertung muss für jedes einzelne Kind "analog" durchgeführt werden. Kostenloser Download des Tests und der Vergleichstabellen nach Anmeldung der Institution unter: uni-potsdam.de TeDeL-Lesetest (kostenpflichtig) Die Universität Münster bietet auf der Website "lernserver.de" neben einer Rechtschreibdiagnostik auch eine Lesediagnostik an. Vorteil ist die digitale Eingabe und Auswertung. Außerdem wird für jedes Kind nach der Auswertung individuelles Fördermaterial angeboten. Das Programm ist kostenpflichtig. lernserver.de ELFE II – Lesetest (kostenpflichtig) Elfe II ist ein kostenpflichtiger Lesetest, der in Einzeltestung durchgeführt werden kann. Die Bearbeitung und Auswertung erfolgt in Papierform. Getestet wird das Leseverständnis, die Leseflüssigkeit und die Lesegenauigkeit. testzentrale.de Buddy Bo – App Die Leselern-App Buddy Bo impliziert neben den Leseübungen die Möglichkeit der Auswertung des Leseerfolges durch die Klassenlehrkraft. Die App wird weiter unten unter Lautleseverfahren genauer beschrieben. Lesekonzepte Nordrhein-Westfalen In Nordrhein-Westfalen hat das Schulministerium als Konsequenz aus den schlechten Leseergebnissen der IQB-Bildungsstudie den Schulen vor den Sommerferien "3 x 20 Minuten" lesen vorgeschrieben. An mindestens drei Tagen – besser mehr – in der Woche wird in allen Klassenstufen für 20 Minuten gelesen. Dies soll möglichst mit einer Laut-Lese-Methode geschehen. Wie die Lesezeit in den Schulen genau umgesetzt wird, muss jede Schule selbst entscheiden. Gelesen wird nicht ausschließlich im Deutschunterricht. Auch in anderen Fächern muss gelesen werden, damit der Deutschunterricht ungekürzt stattfinden kann. Eine "Leseplattform" LeoN ist in Nordrhein-Westfalen in Vorbereitung. Systematische Leseförderung bedeutet auch: Diagnostik vor und nach dem systematischen Leseunterricht. Je regelmäßiger, desto besser. Lesen mit BiSS in Hamburg In Hamburg hat bereits vor etwa zehn Jahren unter der Federführung von Prof. Dr. Steffen Gailberger von der Universität Wuppertal das Projekt BiSS begonnen. Das sogenannte "Leseband" soll an 5 Tagen und jeweils 20 Minuten pro Tag das flüssige Lesen trainieren. Eingesetzt wird das weiter unten beschriebene Lautleseverfahren. Das Hamburger Konzept ist sehr erfolgreich und wird in dieser oder ähnlicher Form nun von anderen Bundesländern und Städten adaptiert. Ausführliche Informationen zum Lautleseverfahren und andere Methoden findet man kostenlos zum Download auf der Projektseite. biss-sprachbildung.de Lesen in Bayern Bayern hat im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern im Lesen gut abgeschnitten. Das Portal u.a. mit Material zum digitalen Lesen findet man unter dem u.a. Link. Wie auch bei den Beispielen der beiden anderen Bundesländer wird die Wichtigkeit des Lautlesens auch hier herausgestellt. lesen.bayern.de Lautleseverfahren Beim Lautleseverfahren liest eine kompetente Leserin beziehungsweise ein kompetenter Leser mit einer schwächeren Leserin oder einem schwächeren Leser gemeinsam einen Text. Die schwächere Leserin beziehungsweise der schwächere Leser kann sich am Gehörten orientieren und leise mitlesen. Gelesen wird im Lesetandem zu zweit, in der Gruppe abwechselnd oder aber in der Klasse. Bei der zuletzt beschriebenen Methode liest die Lehrkraft laut vor und die anderen lesen mit. Beliebt ist auch das Hörbuchlesen. Texte, die zum Beispiel von der Lehrkraft aufgenommen wurden, werden vom Leser mitgelesen. Die Leser orientieren sich am Hörbuch. Ebenso wird spielerisch mit einem Würfel in der Gruppe gelesen. Der Würfel entscheidet, wer liest. Kinder erstellen eigene Hörbücher mit der App BookCreator Die auf Lehrer-Online vorliegende Unterrichtseinheit zum Thema "MuxBooks" bringt Schülerinnen und Schülern das Konzept von multimedialen Büchern näher und regt zur eigenen Erstellung an. Die Einheit wurde im Kontext des von der Deutschen Telekom Stiftung geförderten Programms "Digitales Lernen Grundschule" entwickelt. Gearbeitet wird zum Beispiel mithilfe der App "Book Creator" . Die App "Buddy Bo" Mit der App "Buddy Bo", entwickelt vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein, üben die Kinder das laute Lesen im Tandem in digitaler Form. Sie melden sich in der App an und können ihr Gelesenes aufnehmen. Die Lehrkraft kann sich das Gelesene anhören, den Fortschritt feststellen und ein höheres Level freigeben. Der Lernfortschritt kann von der Lehrkraft notiert und in die Leistungsbewertung mit einbezogen werden. Buddy Bo kann von jedem genutzt werden und ist kostenlos. Buddy Bo im App Store Nachhaltig Lesen – so macht Lesen Spaß Am Anfang sollte das systematische Lesenlernen stehen. Die Kinder müssen in der Lage sein, einen Text flüssig und sinnentnehmend lesen zu können. Von Jahr zu Jahr werden die Texte umfangreicher und komplexer. Die Kinder lesen Geschichten, Bücher, aber auch Sachtexte und Arbeitsanweisungen, Konstruktionsanleitungen und so weiter. Damit das Lesenlernen nachhaltig ist und Kinder "echte Lesende" werden, sollten an den Schule beispielsweise Lesepatenschaften, Klassen- und Schulbüchereien und einschlägige Lesungen etabliert sein und fest zum Leseförderkonzept einer jeden Schule gehören. Besonders Kinder, die in Familien aufwachsen, in denen das Lesen keine Rolle hat, also Lesevorbilder fehlen, benötigen Anregungen, um auch zukünftig am Ball zu bleiben! Checkliste "Systematischer Leseunterricht" Wie sieht der Lese(förder)unterricht an Ihrer Schule aus? Mithilfe der unten herunterladbaren, auf den Inhalt dieses Artikels zugeschnittenen Checkliste, die beliebig erweiterbar ist, können Sie ermitteln, was bereits getan wird und was vielleicht noch getan werden muss.

  • Deutsch / Kommunikation / Lesen & Schreiben

Mündliche Kompetenzen von Grundschulkindern bewerten

Fachartikel
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In diesem Fachartikel rund um die mündliche Beteiligung erhalten Lehrkräfte Tipps zur gezielten Lernendenbeobachtung hinsichtlich ihrer Aktivitäten neben den schriftlichen Leistungen. Außerdem liefert er eine Liste mit Kriterien zur Notenfindung der Mitarbeit (Kopfnote im Zeugnis) sowie der mündlichen Note in einem Fach. Definition Mitarbeit Bei der Mitarbeit handelt es sich um die Quantität der mündlichen Äußerung beziehungsweise die Bereitschaft zu mündlicher Aktivität, also beispielsweise wie oft ein Kind sich meldet. Die Leistungen fließen in die Kopfnoten (Verhalten und Mitarbeit) ein, die es in einzelnen Bundesländern (noch) gibt. Andernfalls wird die Mitarbeit eines (Grundschul-)Kindes in seiner Verbalbeurteilung beschrieben. Mündliche Beteiligung: Anforderungsbereiche Mündliche Beteiligung bezieht sich auf die Qualität der mündlichen Äußerungen , also ob diese zum Thema passen, inhaltlich richtig sind oder den Unterricht vorantreiben. Man kann die mündliche Kompetenz auch in verschiedene Anforderungsbereiche einteilen: Anforderungsbereich I : Wiedergeben oder beschreiben: Die Schülerinnen und Schüler können bekannte beziehungsweise erlernte Informationen wiedergeben sowie einfache Sachverhalte beschreiben. Anforderungsbereich II : Zusammenhänge herstellen, Anwenden und Strukturieren: Die Schülerinnen und Schüler können ihnen bekannte Sachverhalte begründen, sie mit anderen Informationen in Beziehung setzen oder auf andere Sachverhalte übertragen (Transferleistung). Anforderungsbereich III : Reflektieren und beurteilen: Die Schülerinnen und Schüler können sich neue Sachverhalte (mit teils unbekannten Problemstellungen) erschließen, sie gelangen zu eigenen Urteilen, Verallgemeinerungen und entwickeln Lösungsstrategien oder Ansätze davon. Geeignete mündliche Formate für Grundschülerinnen und Grundschüler sind Präsentationen, Referate oder auswendig gelernte Gedichte. Die mündliche Beteiligung geht in die jeweilige Fachnote ein. Beispiele: S. meldet sich im Sachunterricht sehr häufig (gute Mitarbeit). Allerdings wiederholt er in eigenen Worten oft nur das, was zuvor schon gesagt wurde. In einer Präsentation zum Thema "Ritter" spricht er nach zwei Wochen Vorbereitung in sehr kurzen Sätzen (befriedigende mündliche Leistung). L. meldet sich in Deutsch nur selten, zeigt also eine mäßige Mitarbeitsleistung. Sie kann aber nach Aufrufen eine passende Antwort geben und setzt Fachbegriffe wie "Verb" oder "Präsens" souverän ein. Gibt es ein Gedicht auswendig zu lernen, so trägt sie dies fehlerfrei und betont vor. Mündlich wird sie also gut bewertet. Gewichtung der mündlichen Kompetenzen Es gibt keine allgemeingültige Regelung , in welchem Verhältnis die mündliche Note in die Fachnote eingeht. Im Optimalfall gibt es schulinterne oder fachspezifische Absprachen, damit lehrkraftunabhängig gleich bewertet wird. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt sich die Orientierung an der Anzahl der vorgeschriebenen Klassenarbeiten in einem Fach. In Mathematik, Deutsch oder den Fremdsprachen, wo viele Klassenarbeiten geschrieben werden, ist ein Verhältnis der schriftlichen zur mündlichen Note von 70:30 angebracht. In Fächern wie Sachunterricht, wo es Klassenarbeiten gibt, aber auch in anderen Unterrichtsformen wie Projektarbeit gelernt wird, sollte es 60:40 sein. In wenig testorientierten Fächern wie Religion oder Musik mit oftmals nur einem Test pro Halbjahr ist 50:50 berechtigt. Die Eltern sind zu Beginn des Schuljahres über das Bewertungsverhältnis zu informieren. Das schreibt das Schulgesetz beispielsweise in Bayern oder Baden-Württemberg sogar ausdrücklich vor. Tipps zur Beobachtung der mündlichen Kompetenzen Laufend Notizen machen Im besten Fall schafft es die Lehrkraft sich während der Unterrichtsstunde oder direkt im Anschluss, spätestens aber am Ende einer Schulwoche, formlos Beobachtungen zur Mitarbeit und mündlichen Beteiligung ihrer Schülerinnen und Schüler aufzuschreiben. Vor einem Ferienabschnitt sollten die Aufschriebe nach Schülerinnen und Schülern sortiert in eine Computervorlage, ein spezielles Heft oder auf eine Karteikarte übertragen werden. Dadurch wird Zeit gepart, weil anhand der Aufzeichnungen zügig einen Zeugnistext formuliert oder eine Note vergeben werden kann. Beispiele: Emilia erklärt sehr genau den Aufbau des Hundegebisses. Gustav meldet sich während der ganzen Stunde nicht. Madita trägt das Gedicht "Die Tulpe" fehlerfrei vor. Gezielte Beobachtungen durchführen Um stillere Kinder nicht zu übersehen oder sich vom subjektiven Eindruck hinsichtlich eines Lernendenverhaltens nicht täuschen zu lassen, sollte von Zeit zu Zeit die gezielte Beobachtung von zwei oder drei Lernenden im Laufe einer Unterrichtsstunde oder -phase stattfinden. Hierbei kann ein Kriterienkatalog (siehe unten) hilfreich sein. Abfragen durchführen Die Lehrkraft kann sich beispielsweise im Rahmen einer Werkstattphase oder zu Beginn einer Unterrichtsstunde eine Schülerin oder einen Schüler zu sich holen und ihr oder ihm Fragen/Aufgaben zum aktuellen Thema stellen/geben. Alternativ kann sie die Überprüfung spielerischer gestalten und für schüchterne Kinder mit weniger Druck verbinden. Hierzu lässt sie abwechselnd Gruppen Fragen zum aktuellen Thema beantworten. Vorab darf diskutiert werden, aber jeder und jede muss einmal eine Antwort geben. Wer in der Gruppe gibt den Ton an (Mitarbeit)? Wer kennt die richtige Antwort (mündliche Leistung)? Wer traut sich diese vor der Klasse zu sagen (Mitarbeit)? Verschiedene Frageformen einsetzen Mit W-Fragen ("Wie heißt das männliche Schwein?") erfragt die Lehrkraft ganz gezielt eine bestimmte Antwort oder einen Fachbegriff und animiert so auch schüchterne oder leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler zum Sprechen. Zur Abfrage von Sachverhalten bieten sich offene Fragen an. Beispiele: Nicht: "Welche Tiere leben auf einem Bauernhof?" Sondern: "Beschreibe mir die Bewohner eines Bauernhofes." Dabei werden von den Schülerinnen und Schülern vollständige Sätze eingefordert und die Lehrkraft erfährt etwas über die Ausdrucksweise. Die eigene Meinung lässt sich so leichter erfragen. Nicht: "Was ist dein Lieblingstier?" Sondern: "Nenne mir dein Lieblingstier und erkläre, warum das so ist." Schülerinnen und Schüler als Moderatorinnen und Moderatoren Zur Steigerung der Sprechaktivität und zur Beobachtung des Gesprächsverhaltens sollte die Lehrkraft sich immer wieder aus Gesprächen zurückziehen. An ihrer Stelle ruft eine Schülerin oder ein Schüler die anderen auf. Alternativ rufen sie sich gegenseitig im Wechsel auf. Kriterienkatalog zur mündlichen Beteiligung Mithilfe der nachfolgenden Auflistung kann die Lehrkraft eine mündliche Note objektiv begründen. Der Bogen kann bei einem Elterngespräch hilfreich sein, um konkrete Verhaltensbeispiele zu benennen. Auch kann er im Rahmen eines Coaching-Gesprächs mit dem Kind selbst besprochen werden.

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